Neu verlegte Stolpersteine beschädigt
Vier Stolpersteine in der Crellestraße 1 (hier lebte die Arztfamilie Davidsohn) wurden zerkratzt und mit ätzender Flüssigkeit beschädigt – drei davon waren erst am Donnerstag verlegt worden. Sie erinnern an:
Heinrich Davidsohn, geb. 1865. Er verstarb gedemütigt und entrechtet am 27. September 1940.
Martha Charlotte Davidsohn, deportiert nach Theresienstadt am 21. August 1942 im Alter von 77 Jahren, ermordet am 24. März 1943.
Ilse Davidsohn, deportiert nach Auschwitz im Mai 1943, ermordet direkt nach ihrer Ankunft.
Erna Davidsohn, Kinderärztin, geb. am 3. Mai 1897 in Berlin, Berufsverbot 1938. Sie wurde am 17. Mai 1943 gemeinsam mit ihrer Schwester Ilse nach Ausschwitz deportiert und dort zur Arbeit als Lagerärztin gezwungen. Nachdem sie erkrankte, starb Erna Davidsohn in Gefangenschaft unter qualvollen Umständen.
Vor ihrer Verschleppung hatte Erna Davidsohn von Berlin aus viele jüdische Kinder bei der Flucht ins sichere Ausland begleitete. Sie selbst kehrte immer wieder zurück. Ihre Bemühungen um eine Ausreisegenehmigung für sich und ihre Schwester Ilse scheiterten dagegen – sowohl in Schweden als auch in den USA wurde ihnen das Asyl verwehrt.