Stadtleben
Noch hingehen – Avantgarden sind recht basale Projekte: Oft wird behauptet, sie brächen mit Tabus, dabei brechen sie die Welt nur herunter, und zwar auf Rohstoffe und Grundbegriffe, um dann eine Reihe neuer Regeln (sprich: Tabus) für den Umgang mit diesen aufzustellen. Diese basale Ebene wirkt auf Außenstehende oft sonderbar, scheint es vielen doch unverständlich, dass sich die Kunst angesichts dringlicher gesellschaftlicher Fragen mit solchen Dingen wie Form, Bild oder Text auseinandersetzt. Die (historische) Idee ist eigentlich ganz einfach: Manipuliert man die Grundebene, erschafft man bald neue Welten – Dys- und Utopien, die mitunter gesellschaftspolitische Relevanz entwickeln können. „Bild – Text – Form“ heißt eine Gruppenausstellung im Haus Bethanien, die sich mit Wechselwirkungen ihrer namensgebenden Ebenen auseinandersetzt. Die Ausstellung ist noch bis Samstag um 17 Uhr regulär geöffnet, danach beginnt die Finissage mit Künstlergesprächen. Mariannenplatz 2, U-Bhf Kottbusser Tor. Eintritt frei