Kiezhelfer – Frau Bäckerin in Schöneberg
Kiezhelfer – „Sonntags parkten die Leute in 2. Reihe und kauften Kuchen, Kuchen, Kuchen – jetzt kommen immer weniger, auch wenn die Solidarität im Kiez hoch ist.“ Tessa Jacobsen betreibt das Frau Bäckerin in der Eisenacher Straße 40 in Schöneberg – wie lang sie noch durchhält, ist ungewiss.
Als die Nachricht kam, dass Cafés und Restaurants nur noch außer Haus verkaufen dürfen, saß sie weinend vor ihrem kleinen Café, das in der Ecke so etwas wie eine Institution ist: Wer etwas wissen will, kommt hierher, denn bei Frau Bäckerin laufen die Neuigkeiten aus dem Kiez zusammen. Man kennt sich, ihre Stammgäste melden sich ab, wenn sie in den Urlaub fahren, sie sieht die Kinder ihrer Kunden aufwachsen – drei Leute gleichzeitig bedienen und mit allen Smalltalk führen, das war ihr Alltag vor Corona. Wo sonst Tische und Stühlen zum Verweilen einladen, kleben jetzt Abstandshalter auf dem Boden. Sie tut ihr Bestes, die Kunden nicht zu lange Schlange stehen zu lassen und ihre Nachbarn, viele davon hungrige Homeofficer, mit Quiches und leichten Mittagstischen zu versorgen. „Wir verkaufen mehr Kuchen als erwartet, ganz so, als ob die Menschen es sich gerade jetzt gut gehen lassen wollen. Viele kaufen mehr als sonst, aus Solidarität, und alle sind extrem freundlich.“ Dennoch verdient sie derzeit kaum etwas, auch, weil Preiserhöhungen für sie nicht infrage kommen. „Ich wünsche mir, dass es wieder so wird wie vorher! Der Laden lief Bombe, ich habe einfach tolle Gäste.“ Für alle, die unterstützen möchten: Gutscheine für Frau Bäckerin – und andere Kiezläden – finden Sie auf unserer Tagesspiegel-Kiezhelfer-Seite. Damit es sie noch gibt, wenn die Krise vorbei ist.
Ihr Laden braucht Hilfe? Schreiben Sie uns an checkpoint@tagesspiegel.de.