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Frankreich verlängert, Spanien lässt wieder arbeiten – und Deutschland?Berliner Unternehmer über IBB-Notkredite: „Aufwand an Bürokratie ist erschreckend“Weniger Häftlinge in Berlins Gefängnissen

es ist die Woche der Entscheidung: Werden die Corona-Beschränkungen gelockert? Frankreich verkündete gestern Abend eine Verlängerung der Ausgangssperren bis zum 11. Mai. Spanien lässt in der Industrie und auf dem Bau unter Auflagen wieder arbeiten. Und Deutschland? Die Bundeskanzlerin hatte angekündigt, sich an den neuen Empfehlungen der „Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina“ zu orientieren – seit gestern liegen sie vor, hier die wichtigsten Punkte:

1) Grundschulen und Klassen der Sek I sollten so bald wie möglich wieder die Arbeit wiederaufnehmen, bei Beachtung strenger Hygieneregeln. Ältere Schüler müssten länger online lernen, Kita-Kinder zuhause bleiben.

2) Kleinere Läden, Gastwirtschaften und Behörden könnten als erste wieder öffnen – unter Beibehaltung der Abstandsregeln.

3) In Bussen und Bahnen sollte eine Maskenpflicht eingeführt werden.

Eine Übersicht der Leopoldina-Empfehlungen finden Sie hier.

Die renommierte Helmholtz-Gemeinschaft warnt unterdessen vor einer zu raschen Rückkehr – hier haben Wissenschaftler („Modellierungsexperten“) aus der Perspektive der systematischen Epidemiologie drei Szenarien analysiert. Das Papier, das dem Tagesspiegel vorliegt, soll ausdrücklich als Ergänzung zur Leopoldina-Stellungnahme verstanden werden. Die wichtigsten Punkte hier:

1) Die bisherigen Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung werden als „ein großer Erfolg“ bewertet (Infizierte stecken nicht mehr als eine weitere Person an).

2) Dass die Verbreitung der Krankheit sich weiter verlangsamt (derzeitiger Trend), wird jedoch nur als „spekulativ“ und „nicht wirklich bewiesen“ beschrieben.

3) „Die Berechnungen (…) liefern starke Argumente dafür, die derzeit noch starken Begrenzungen für einen Zeitraum von wenigen Wochen zunächst aufrecht zu erhalten (…)“, schreibt Otmar Wiestler, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft.

Jetzt muss die Politik entscheiden, welche Diät sie für die wirksamste hält – und vor allem: wie sie einen Jo-Jo-Effekt vermeiden kann.