Mit lauwarmem Pflaumenkuchen gestärkt geht's zum Herbstspaziergang
Das Wetter wird dieses Wochenende fürchterlich. Also können Sie Videos im Bett gucken oder sie gehen Skulpturen suchen im Grunewald. Die Tipps zum Herbstanfang. Von Stefanie Golla
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Fundstücke in Dahlem, Familenspaß in Pankow und ein Klassikkonzert zum Ausklang: Die Tipps für das letzte Septemberwochenende hat vertretungsweise Stefanie Golla für Sie zusammengestellt:
Samstagmorgen – Am besten, Sie bleiben liegen. Die Fifty Shades of Grey vor dem Fenster lassen wenig Hoffnung aufkommen, dass der Spätsommer noch einmal zurückkommt. Wir plädieren für ein Frühstück im Bett mit Laptop auf dem Schoß. Im Programm? Ein Blick hinter die Kulissen des Tagesspiegel – in kurzen Videos zeigen wir Ihnen, wie wir unsere Themen finden, wie die Ressorts arbeiten und wie der Tagesspiegel seit 75 Jahren Berlin prägt.
Samstagmittag – Zeit, der Realität ins Auge zu sehen: Die graue Wolkenarmada am Himmel wird bleiben. Also rein in wetterfeste Klamotten, wenn Sie heute noch rausgehen wollen. Den Wald- und Wiesenpädagogen des Vereins baumschlau kommt der Regen gerade recht, denn Wasser und Regenwürmer bieten genügend Erforschungspotenzial. Im Botanischen Volkspark Blankenfelde (Blankenfelder Chaussee 5, Pankow) steht das kunterbunte Forschermobil, in dem Kinder ab 5 Jahren Samstag und Sonntag von 12 bis 17 Uhr die Natur entdecken können, bei Wind und Wetter hinter dem Gewächshaus. Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Samstagabend – Gegen Regen und Herbsttristesse helfen ebenso gut die farbenfrohen Bowls vom Schüsseldienst in Schöneberg. Schüsselmacher Felix Mielke hat seine Karte gerade saisonal angepasst und so ergänzen Rote Bete, Kürbis und Spitzkohl „Ente à l’Orange“, Pilz-Polenta, Rippchen und geräucherten Wels. Was sich appetitlich in den Schüsseln (8-10 Euro) tummelt, wird auch liebevoll als Stulle (6-8 Euro) arrangiert. To stay or to go in der Akazienstraße 3a (U-Bhf Kleistpark, Di-Sa 12-21 Uhr, Mo 12-16 Uhr). Derart gestärkt, lohnt ein abendlicher Abstecher in die Stadtbiliothek Tempelhof-Schöneberg (Götzstraße 8, U-Bhf Alt-Tempelhof), denn zur berlinweiten 10. Familiennacht ist diese bis 22 Uhr geöffnet. Mit dabei: Suli Puschban, die Sie – trotz Abstandsgebot und Maskenpflicht – mitreißen wird, denn ihre Texte stehen für musikalischen Früherziehung ohne Stereotype. Die Kreuzberger Liedermacherin hat auch den Song zum Motto der Familiennacht („Die Nacht gehört uns“) komponiert – wenn Sie mal reinhören wollen.
Sonntagmorgen – Genuss-Kollegin Susanne Leimstoll nennt ihn den „einzig wahren Blechkuchen des Herbstes“ und wir können nur zustimmen: Hier ihr Rezept für Pflaumenkuchen mit Hefeteig und Butterstreuseln. Am besten noch lauwarm, in großen Stücken und mit viel Sahne genießen. Den Rest einpacken, denn es geht weiter in den Grunewald zum schaurig-schönen Waldspaziergang mit Kunstgenuss.
Sonntagmittag – Obacht beim Umgraben im Garten: Manchmal verstecken sich Mamorbüsten im Erdreich. Am Kunsthaus Dahlem fand man so vor wenigen Wochen zwei monumentale Köpfe, von denen einer bereits als Arno Brekers verschollene Skulptur „Romanichel“ identifiziert werden konnte. Es wird vermutet, dass auch das zweite Objekt dem Bildhauer und ehemaligen Hausherren zuzuordnen ist, die Fundumstände werden derzeit untersucht. Beide Werke können bis zum 15. Januar im Kunsthaus am Käuzchensteig 8 besichtigt werden (Mi-Mo 11-17 Uhr). Ab dem kommenden Freitag wird auch der Skulpturengarten wieder begehbar sein, in der Zwischenzeit lohnt eine Runde um den Grunewaldsee – mit Schirm, Schal und Pflaumenkuchen.
Sonntagabend feiert Heribert Breuer, Gründer und Dirigent der Berliner Bach Akademie, seinen 75. Geburtstag auf der Bühne des Kammermusiksaals mit hochkarätigen Solisten (u. a. Catalina Bertucci, Patrick Grahl und Klaus Häger) und – kein Witz – einer „Corona“-Kantate. Es folgt eine „Coffee-Kantate“ und als Uraufführung zwei Bach-Bearbeitungen Breuers: das Flötenkonzert e-Moll mit der Solistin Kornelia Brandkamp und das Doppelkonzert für Oboe und Fagott C-Dur mit Joana Gancarz und Thomas Hecker. Los geht es um 19 Uhr, Karten gibt es noch an der Abendkasse (25-40 Euro), bitte beachten Sie die Hygieneregeln der Philharmonie.