Windiges und wechselhaftes Herbstwetter mit Schauern bei 13 bis 16 C°

Druck auf Berliner Senator wächst: Geisel wurde bereits 2017 über Probleme bei Wahlorganisation informiertDas Ranking der Bildungsverwaltung: Die Wunschlisten zum Berliner Schulbau und was davon im Senat übrig bliebArchitekt: Auf der gedeckelten A100 könnte ein grünes Quartier entstehen

von Thomas Wochnik
und Sarah Borufka

wir beginnen am Samstag mit einem Überblick der wichtigsten Nachrichten aus Berlin:

+++ Im Zusammenhang mit der absehbaren Wiederholung der Berlin-Wahl wächst der Druck auf Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD). Einem vertraulicher Untersuchungsbericht zufolge wurde Geisel, zum Zeitpunkt der Wahl 2021 Innensenator, bereits 2017 über Probleme bei Wahlorganisation informiert. Der SPD-Politiker lehnt einen Rücktritt ab.

+++ Berlins Schulen sind so marode und eng, dass die vom Land bewilligten 1,5 Milliarden bei Weitem nicht reichen, um die bis 2026 anstehenden größeren Baumaßnahmen zu finanzieren. Welche Bildungseinrichtungen auf der Strecke bleiben, zeigt die „Überbezirkliche Dringlichkeitsliste“ der Bildungsverwaltung. Demnach bekommen nur rund 40 Schulen jetzt Geld. Die anderen 130 sollen mindestens bis 2027 warten.

+++ In Berlin fehlt es an Parks und auch an Wohnungen – weil immer mehr Baugrund auf Grünflächen und Brachen entsteht, verschlechtert sich auch die Klimabilanz der Stadt. Nun schlägt der Architekt und frühere BDA-Chef Andreas Becher einen Ausweg aus diesem Dilemma vor: „Ein neuer autofreier Volkspark mit Wohnungen über der A100 – und das klimaneutral.“

Auf tagesspiegel.de informieren wir Sie fortlaufend über alle Entwicklungen in und rund um Berlin.

Der Oktober hat begonnen, es ist Sonnabend und auf viele von uns wartet ein langes Wochenende. Nur golden ist der Oktober zumindest in diesen ersten Tagen nicht. Das soll uns aber nicht davon abhalten (entsprechend gekleidet) das Haus zu verlassen und frische Herbstluft zu atmen.

Mein Wochenende mit

Durchgecheckt

Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.

„Neulich war ich mit Chantal, der unternehmungslustigen Sau von Nebenan, endlich mal wieder auf Safari. Feldstecher eingepackt, Proviant auch, und auf nach Afrika. Afrika, das dürfte vielen Brandenburger:innen bekannt sein, hat die Postleitzahl 17268 und liegt gleich an der L241 zwischen Flieth-Stegelitz und Temmen, das wiederum zwischen Klarem SeeGroßem Krinertsee und Düstersee eine fast maritime Lage hat. Gleich bei Afrika liegt der Geelandsee. All das liegt im Norden der geschützten Poratzer Moränenlandschaft, die sich wiederum mitten im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin befindet. Natürlich hatten wir uns im Vorfeld ausgiebig damit befasst, wie man möglichst spurlos und ohne zu stören vorgeht. Außerdem hatten wir auch das ein oder andere Buch zur afrikanischen Flora und Fauna studiert. Was soll ich sagen, die Publikationen scheinen nicht mehr aktuell zu sein. Wir sahen Rotbuchen, Hainbuchen, Eichen und Winterlinden. Eschen, Flatterulmen und Bergahorn, vereinzelt auch Moorbirken. Biber, Fischotter, diverse Fledermausarten wie Großes Mausohr, Mopsfledermaus und Große Bartfledermaus. Wir fanden sogar Spuren von Wölfen und Elchen. Also ganz anders, als man sich die Natur Afrikas gemeinhin vorstellt. Wer sich nicht ganz allein durch solche Wildnis bewegen mag, begibt sich einfach zum unweiten Barfuss-Erlebnispark. Das ist zwar schon Gerswalde, also nicht mehr Afrika, aber auch ganz schön. Und stört die Tierwelt weniger. Ich empfehle mich, mit freundlichen Grunzen.“

Lese­empfehlungen

Äußerst lesenswert ist diese Rekonstruktion des Desasters bei der Berlin Wahl, ein toller Journalismus-Krimi, aufgeschrieben und recherchiert von den Tagesspiegel-Redakteur:innen Julius Betschka und Anna Thewalt.

Spät dran sei Berlin mit der Aufarbeitung seines kolonialen Erbes, sagtdie Historikerin Gabriele Metzler, die dazu seit Langem forscht. Eva Murašov hat mit ihr für diesen Artikel gesprochen.

Ist die Berliner Schulbauoffensive noch zu retten? Dieser Frage geht Tagesspiegel-Bildungsexpertin Susanne Vieth-Entus in dieser exklusiven Recherche nach.

Ein Plädoyer für die Wut: In diesem Essay schreibt Gerlinde Unverzagt, warum es Kindern gut tut, Frust und Zorn rauszulassen.

Wochen­rätsel

Gewonnen! Zeit ist bekanntlich relativ, obwohl sie objektiv sehr genau gemessen werden kann. In diesem Sinne: Wie lang ist im Berliner Senat die Zeitspanne für „zügig“ in einem dringlichen Fall?

a) Weniger als 24 Stunden
b) 14 Tage
c) Mehrere Monate

Tipp: Wer den Checkpoint letzte Woche aufmerksam las, ist klar im Vorteil!

Schicken Sie uns die richtige Lösung und gewinnen Sie einen Checkpott.

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Encore

Berliner Hausnummern (XXXVI): Mit dem Oktober beginnt bei der BSR die Herbstsaison: Jedes Jahr werden in Berlin in den Übergangsmonaten 36.000 Tonnen Laub eingesammelt. Das sind ungefähr so viel wie 6.200 afrikanische Elefanten – und 10.000 Tonnen weniger als der Fernsehturm (Q: BSR).

Heute früh hat Ihnen Cristina Marina (Produktion) die Wochenend-Ausgabe auf den Bildschirm gezaubert, am Dienstag (Achtung!) lesen Sie an dieser Stelle von Daniel Böldt. Haben Sie ein schönes Wochenende!

Ihr Thomas Wochnik