wir beginnen am Samstag mit einem Überblick der wichtigsten Nachrichten aus Berlin:
+++ Im Zusammenhang mit der absehbaren Wiederholung der Berlin-Wahl wächst der Druck auf Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD). Einem vertraulicher Untersuchungsbericht zufolge wurde Geisel, zum Zeitpunkt der Wahl 2021 Innensenator, bereits 2017 über Probleme bei Wahlorganisation informiert. Der SPD-Politiker lehnt einen Rücktritt ab.
+++ Berlins Schulen sind so marode und eng, dass die vom Land bewilligten 1,5 Milliarden bei Weitem nicht reichen, um die bis 2026 anstehenden größeren Baumaßnahmen zu finanzieren. Welche Bildungseinrichtungen auf der Strecke bleiben, zeigt die „Überbezirkliche Dringlichkeitsliste“ der Bildungsverwaltung. Demnach bekommen nur rund 40 Schulen jetzt Geld. Die anderen 130 sollen mindestens bis 2027 warten.
+++ In Berlin fehlt es an Parks und auch an Wohnungen – weil immer mehr Baugrund auf Grünflächen und Brachen entsteht, verschlechtert sich auch die Klimabilanz der Stadt. Nun schlägt der Architekt und frühere BDA-Chef Andreas Becher einen Ausweg aus diesem Dilemma vor: „Ein neuer autofreier Volkspark mit Wohnungen über der A100 – und das klimaneutral.“
Auf tagesspiegel.de informieren wir Sie fortlaufend über alle Entwicklungen in und rund um Berlin.
Der Oktober hat begonnen, es ist Sonnabend und auf viele von uns wartet ein langes Wochenende. Nur golden ist der Oktober zumindest in diesen ersten Tagen nicht. Das soll uns aber nicht davon abhalten (entsprechend gekleidet) das Haus zu verlassen und frische Herbstluft zu atmen. Vielerorts locken an diesem Wochenende Erntefeste, und ganz ehrlich: Drinnen sein werden wir dann im Winter noch genug. Auch der Tagesspiegel richtet am Feiertagsmontag ein Hoffest aus. Neben dem (ersten seit Beginn der Pandemie!) Auftritt der legendären Checkpoint-Band gibt es auch sonst ein schönes Programm, u.a. mit Kalauern von Checkpoint-Autor Robert Ide, Kinderschminken, Spielemobil und prominenten Gästen (darunter ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo und Fernsehmoderator Ulli Zelle). Wenn Sie Lust auf einen vergnügten Montag mit dem Team Tagesspiegel und Checkpoint haben, registrieren Sie sich einfach und kostenlos hier. Wir freuen uns darauf, Sie persönlich kennenzulernen.
Und für alle, die es so gar nicht nach draußen zieht: Der eine Tag Extra-Freizeit lässt sich mit diesen zwei Podcasts prima verschönern. In der aktuellen Folge unseres wöchentlichen Berlin-Podcasts „Berliner & Pfannkuchen“ sprechen Lorenz Maroldt und Ann-Kathrin Hipp unter anderem über DAS Thema der Woche. Richtig, es geht um die Aufarbeitung und eine mögliche Wiederholung der Pannenwahl. Außerdem tauchen sie anlässlich des 32. Jahrestages der Überflüssigwerdung des Checkpoint Charlie tief ein in das dortige Gewirr aus Reisebussen, Souvenirshops und Currywurst-Buden. Sie fragen sich auch, warum der Ort seit Jahrzehnten ein Provisorium ist? Dann hören Sie rein – überall, wo es Podcasts gibt, und hier.
Und in unserer neuen Gyncast-Folge dreht sich alles darum, was passiert, wenn Schwangerschaft krank macht. Denn Schwangerschaften stellen das Immunsystem vor eine Herausforderung, und nicht immer läuft alles nach Plan. Tagesspiegel-Redakteurin Esther Kogelboom und Anna Kemper (Zeit Magazin) sprechen mit Dr. Mandy Mangler über das spannende Thema. Hier können Sie die Folge abrufen.
Und nun: Lassen Sie uns in das Wochenende springen!
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Bei Urania kontrovers #2 am 6.10. widmet sich Boussa Thiam der feministischen Klimapolitik. Die Klimakrise mit ihren Herausforderungen wird weitestgehend als genderneutrales Phänomen betrachtet. Aber UN-Berichte zeigen klar: Klimatische Veränderungen und die Folgen von Katastrophen betreffen Frauen und marginalisierte Gruppen wie z.B. indigene Minderheiten in besonderem Maße. Warum ist das so? Eintritt frei; Ticket erforderlich.
Samstagmorgen – Der Sonnabend beginnt mit einem Schöneberger Klassiker, der ganz im Zeichen der Kürbisse steht (die, aber das wissen Sie bestimmt, botanisch gesehen ein „Fruchtgemüse“ sind): Richtig, das „23. Schöneberger Kürbisfest“ beginnt heute. Nahezu 10.000 (!) Kürbisse, liebevoll dekoriert, präsentieren die Kürbisbauern auf dem Fest an der Akazien- und Belziger Straße. Die „Bärlin Biker Crew“ erklärt, wie man sie richtig schnitzen kann, sodass Sie an Halloween mit kunstfertiger Deko auftrumpfen können. Natürlich gibt es auch jede Menge Kulinarisches, wie die frisch vor Ort gekochte Kürbissuppe, außerdem Kunsthandwerk, Gewürze, Tee und Kaffee und für die Kleinen bunte Karrussells und eine Kinderecke. Sonnabend von 11-20 Uhr, Sonntag von 10-20 Uhr, mehr Infos finden Sie hier.
Samstagmittag – Derart gestärkt und unterhalten sind Sie bestens in Form für den „25. Berliner Bierpaarlauf“ des Weißenseer SV „Rot-Weiss“ e.V., der Sport und Rausch aufs Wunderbarste verbindet. Zu zweit gilt es eine Strecke von 9500 Metern zu bewältigen, aber Achtung: Läufer:innen dürfen bei einem Wechsel erst loslaufen, wenn sie 0,3 Liter Bier getrunken haben. Mindestalter deswegen auch 18 Jahre, Startgebühr pro Paar: 40 Euro. Um 15 Uhr geht es los, Kurzentschlossene sollten schon eine Stunde vorher antanzen, um sich nachzumelden. Für die drei besten Outfits gibt es außerdem einen Sonderpreis! Stadion Buschallee, Hansastraße 182, Tramhaltestelle Buschallee/Hansastraße.
Samstagabend – Nach dieser sportlichen und trinkerischen Verausgabung ist es Zeit für eine kleine Pause, klar. Deswegen starten wir erst später ins Berliner Nachtleben, davor ist Zeit für eine ausgiebige Dusche und ein leckeres Abendessen, vielleicht handgezogene chinesische Nudeln in der neuen Filiale von Wen Cheng Noodles an der Schönhauser Allee? Von hier aus wäre es zumindest ein Katzensprung zum Frannz Club, wo ab 21 Uhr die „Schöne Party“ auf drei Ebenen Menschen jenseits der 20, 30, 40 und 50 zum Tanzen einlädt. Auch in der Hauptstadt des Techno soll es Menschen geben, die auch mal zu nicht-elektronischer Musik tanzen möchten. Hier sind sie richtig: Von 80s-Hymnen über Classic Rock bis zu Chart Hits ist alles dabei. Schönhauser Allee 36, Tickets ab 13,10 Euro hier.
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Du gehst gerne Essen? Liebst die Natur – und frische Blumen? Dann sei beim HERBST-DINNER AUF DER BLUMENFARM am 22.10.22 dabei!
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Sonntagmorgen – Es dürfte sich ein leichter (Muskel-)Kater bemerkbar machen. Entgegen dem Reflex, lange liegen zu bleiben, sei an dieser Stelle frische Landluft dringend empfohlen. Zwar liegt die Domäne Dahlem gar nicht auf dem Land, trotzdem fühlt man sich hier jwd, und das ohne den Berliner AB-Bereich verlassen zu müssen. Um 10 Uhr (Sie müssen ja nicht gleich zum Beginn kommen!) startet das traditionelle „Erntefest“. Neben dem Markt mit Kuschelsocken, türkischem Honig, den weltbesten Kartoffelpuffern und allerlei Kunsthandwerk (Weihnachten wirft schon seinen Schatten voraus!) gibt es hier die Möglichkeit, Kürbisse und Kartoffeln selber zu ernten. Das ist natürlich besonders für kleine Menschen spaßig und lehrreich. Ein Spaziergang über das schön angelegte Gelände des Gutshofs entspannt und entschleunigt die Großen wunderbar. Auch Live-Musik und Kindertheater sind geboten. Königin-Luise-Straße 49, U-Bhf Dahlem-Dorf, Eintritt: humane 3,50 Euro, erm. 2 Euro und Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt.
Sonntagmittag – An fünf Sonntagen im September und Oktober ist die Hansabibliothek im Rahmen des Programms „Offen für Kultur“ am Sonntag geöffnet und lädt Besucher:innen zu Kulturveranstaltungen zwischen Bücherregalen ein. Um 14 Uhr wird die Ausstellung „Leben im Denkmal – Eine Doppelausstellung von Bettina Cohnen und THE LINK“ eröffnet. Fotokünstlerin Bettina Cohnen hat dafür Menschen, die an der Karl-Marx-Allee leben, porträtiert. Nach diesem Blick hinter die Kulissen präsentiert das Berliner Duo „Sorry Gilberto“ sein neues Album „Psychoactive Ghosts“, träumerisch schöner Indie-Sound, ein bisschen entrückt und sehr lohnenswert: ab 14 Uhr, Hansabibliothek, Altonaer Straße 15, U-Bhf Hansaplatz.
Sonntagabend – Ehe das wohlverdiente Sonntagabend-Ausruhen beginnt, machen wir uns noch einmal auf in Richtung Kultur, zur Neuen Nationalgalerie. Dort präsentiert das Künstler:innenduo Allora & Calzadilla die Arbeit „Stop, Repair, Prepare: Variations on ‚Ode to Joy’ for a Prepared Piano“. Hier bekommt der Begriff Dekonstruktion eine ganz andere Bedeutung: Für diese Mischung aus Performance und Skulptur haben die Künstler:innen ein Loch in die Mitte eines Bechstein-Klaviers aus dem frühen 20. Jahrhundert gemeißelt. Darin stehend spielen sie den vierten Satz von Beethovens Neunter Symphonie (die weltbekannte „Ode an die Freude“, die als Symbol universeller Menschlichkeit gilt). Danach dürften Sie reichlich Anregungen zum Nachdenken über die Menschen, die Kunst und das große Ganze bekommen haben, um erfüllt und ein klein bisschen erschöpft ins Bett zu fallen. Aber: Macht ja nichts, am Montag ist Feiertag.
Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
„Neulich war ich mit Chantal, der unternehmungslustigen Sau von Nebenan, endlich mal wieder auf Safari. Feldstecher eingepackt, Proviant auch, und auf nach Afrika. Afrika, das dürfte vielen Brandenburger:innen bekannt sein, hat die Postleitzahl 17268 und liegt gleich an der L241 zwischen Flieth-Stegelitz und Temmen, das wiederum zwischen Klarem See, Großem Krinertsee und Düstersee eine fast maritime Lage hat. Gleich bei Afrika liegt der Geelandsee. All das liegt im Norden der geschützten Poratzer Moränenlandschaft, die sich wiederum mitten im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin befindet. Natürlich hatten wir uns im Vorfeld ausgiebig damit befasst, wie man möglichst spurlos und ohne zu stören vorgeht. Außerdem hatten wir auch das ein oder andere Buch zur afrikanischen Flora und Fauna studiert. Was soll ich sagen, die Publikationen scheinen nicht mehr aktuell zu sein. Wir sahen Rotbuchen, Hainbuchen, Eichen und Winterlinden. Eschen, Flatterulmen und Bergahorn, vereinzelt auch Moorbirken. Biber, Fischotter, diverse Fledermausarten wie Großes Mausohr, Mopsfledermaus und Große Bartfledermaus. Wir fanden sogar Spuren von Wölfen und Elchen. Also ganz anders, als man sich die Natur Afrikas gemeinhin vorstellt. Wer sich nicht ganz allein durch solche Wildnis bewegen mag, begibt sich einfach zum unweiten Barfuss-Erlebnispark. Das ist zwar schon Gerswalde, also nicht mehr Afrika, aber auch ganz schön. Und stört die Tierwelt weniger. Ich empfehle mich, mit freundlichen Grunzen.“
Leseempfehlungen
Äußerst lesenswert ist diese Rekonstruktion des Desasters bei der Berlin Wahl, ein toller Journalismus-Krimi, aufgeschrieben und recherchiert von den Tagesspiegel-Redakteur:innen Julius Betschka und Anna Thewalt.
Spät dran sei Berlin mit der Aufarbeitung seines kolonialen Erbes, sagtdie Historikerin Gabriele Metzler, die dazu seit Langem forscht. Eva Murašov hat mit ihr für diesen Artikel gesprochen.
Ist die Berliner Schulbauoffensive noch zu retten? Dieser Frage geht Tagesspiegel-Bildungsexpertin Susanne Vieth-Entus in dieser exklusiven Recherche nach.
Ein Plädoyer für die Wut: In diesem Essay schreibt Gerlinde Unverzagt, warum es Kindern gut tut, Frust und Zorn rauszulassen.
Wochenrätsel
Gewonnen! Zeit ist bekanntlich relativ, obwohl sie objektiv sehr genau gemessen werden kann. In diesem Sinne: Wie lang ist im Berliner Senat die Zeitspanne für „zügig“ in einem dringlichen Fall?
a) Weniger als 24 Stunden
b) 14 Tage
c) Mehrere Monate
Tipp: Wer den Checkpoint letzte Woche aufmerksam las, ist klar im Vorteil!
Schicken Sie uns die richtige Lösung und gewinnen Sie einen Checkpott.
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Berliner Hausnummern (XXXVI): Mit dem Oktober beginnt bei der BSR die Herbstsaison: Jedes Jahr werden in Berlin in den Übergangsmonaten 36.000 Tonnen Laub eingesammelt. Das sind ungefähr so viel wie 6.200 afrikanische Elefanten – und 10.000 Tonnen weniger als der Fernsehturm (Q: BSR).
Heute früh hat Ihnen Cristina Marina (Produktion) die Wochenend-Ausgabe auf den Bildschirm gezaubert, am Dienstag (Achtung!) lesen Sie an dieser Stelle von Daniel Böldt. Haben Sie ein schönes Wochenende!