es ward wieder Licht in ganz Berlin – und Wärme, Wasser, Strom, auch Zuversicht. Einen Tag früher als befürchtet, aber doch erst nach vier langen Tagen und vier bitterkalten Nächten hat die Hauptstadt den größten Stromausfall seit dem Zweiten Weltkrieg überstanden – am Mittwochabend waren schließlich alle Haushalte und Gewerbebetriebe wieder mit Energie versorgt.
Von einer Seniorin ist bisher bekannt, dass sie den Blackout nach dem Terroranschlag auf die Energieversorgung nicht überlebt hat. Die 83-Jährige war von Angehörigen in ihrer unterkühlten Wohnung vorgefunden worden und verstarb im herbeigerufenen Rettungswagen. In vielen Häusern in Steglitz-Zehlendorf ist es weiterhin noch nicht warm, da Heizungen, Leitungen, Wasserhebeanlagen oder Wärmepumpen beschädigt sind und erst repariert werden müssen. Unseren Liveblog zu den Ereignissen finden Sie hier.
Nach schlimmen Tagen folgen nun wichtige Wochen der Aufarbeitung – und die fangen ganz oben an: beim Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU). Der war, wie der RBB am Mittwochabend herausfand, nach dem Anschlag nicht den gesamten Tag über mit dem Krisenmanagement beschäftigt, sondern zwischen 13 Uhr und 14 Uhr Tennis spielen – „weil ich einfach den Kopf freibekommen wollte“, wie Wegner jetzt erklärt. Mit von der Partie war seine Lebenspartnerin, Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU), was die Senatskanzlei erst am späten Mittwochabend dem Tagesspiegel bestätigte, aber Günther-Wünsch selbst zuvor offenbar in ihrem WhatsApp-Status verbreitet hatte.
Zur Uhrzeit des Spiels am Sonnabendmittag hatte der Netzbetreiber Stromnetz Berlin bereits mitgeteilt: „Ein Zeitpunkt für die Wiederversorgung kann derzeit noch nicht genannt werden.“ Es war also klar, dass der Blackout länger dauern würde. Der wichtigste Bürger der Stadt hat die Prioritäten seiner Stadt und auch seines Amtes falsch eingeschätzt. „Es gibt Politiker, die wachsen in Krisen über sich hinaus. Kai Wegner gehört nicht dazu. Er ging Tennis spielen“, kommentiert dazu unser Landespolitikchef Christian Latz (nachzulesen hier).
Wegner betont nun, er sei während der ganzen Zeit auch auf dem Tennisplatz erreichbar gewesen und im Anschluss direkt in sein Homeoffice-Büro zurückgekehrt, um die Hilfe zu koordinieren. Doch in dieser Aussage steckt sein größtes Problem: Er hat bis gestern über seinen Tagesablauf die Unwahrheit gesagt. Am Sonntag hatte Wegner noch über den Krisentag, an dem er weder ins Rote Rathaus oder die Innenverwaltung noch zu den Betroffenen gefahren war, gesagt: „Ich war zuhause, habe mich in meinem Büro zuhause eingeschlossen im wahrsten Sinne und habe dann koordiniert.“
Die anderen Parteien reagierten am Mittwochabend mit heftiger Kritik an Wegner. „Während die einen frieren, spielen die anderen Tennis. Mehr muss man nicht wissen“, hieß es von der Linken. Das Verhalten sei „inakzeptabel und eines Regierenden Bürgermeisters unwürdig“ (SPD) und es mache „fassungslos“ (Grüne). AfD und FDP forderten den Rücktritt Wegners. Stephan Weh, Landeschef der Polizeigewerkschaft, mahnte dagegen zur Mäßigung: „Es hat für die Bewältigung derartiger Einsatzlagen für Polizei und Feuerwehr keinerlei Mehrwert, wenn Politiker draußen sind.“ Und was denken Sie, liebe Leserinnen und Leser?

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Die Krisentage offenbarten noch ein grundsätzlich beunruhigendes Problem: Bisher ist unklar, wer für was wann zuständig ist in einer Großlage. Der Katastrophenschutz ist katastrophal organisiert – ein schweres Versäumnis nicht nur des aktuellen Senats (Einen Kommentar dazu hören Sie heute ab 6 Uhr im „Berliner Rundfunk“).
Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf war schnell von der Lage überfordert. Im Bezirksamt war nach Checkpoint-Informationen am Anschlagstag zunächst keine Liste aller Sportvereine abrufbar, die Betroffenen ihre Hallen oder Vereinsheime hätten zur Verfügung stellen können, und auch keine Datei mit alten Menschen, die alleine leben. Der Senat unter dem im Homeoffice und auf dem Tennisplatz agierenden Wegner schaltete sich viel zu spät ein: Ein zentraler Krisenstab wurde erst am Samstagabend einberufen; die Großschadenslage erst am Sonntagmittag ausgerufen. Da hatten 45.000 betroffene Haushalte bereits die erste kalte Nacht durchlebt.
Zu diesen folgenreichen Verzögerungen wollte so gar nicht das wahlpolitische Wettrennen am Mittwochnachmittag passen, wer als Erster die reparierte Stromzufuhr verkündet. Die zuletzt zupackende Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) ließ von der Baustelle wissen: „Die Vermuffung hat stattgefunden.“ Wegner gab zu Protokoll: „Ich war live dabei, als die Stromzufuhr wieder freigeschaltet wurde, und es war sehr bewegend.“ Wenigstens hier war er dabei, möchte man nachträglich fast anfügen.
Indes verkündete Innensenatorin Iris Spranger (SPD), in deren Bereich der unzureichend organisierte Katastrophenschutz fällt, fast stolz: „Die Großschadenslage ist erst beendet, wenn ich das offiziell bekannt gebe. Ich habe die Großschadenslage ausgerufen und ich werde es auch beenden.“
Ja, es ward Licht. Nun werde es möglichst schnell Erkenntnis! Denn die Großschadenslage geht weiter: für den Berliner Senat.
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Die ganze Zeit im Krisengebiet unterwegs war Mario Czaja, der in Berlin das Deutsche Rote Kreuz leitet. Der frühere Gesundheitssenator und CDU-Generalsekretär spricht im Checkpoint-Interview über wichtige Lehren aus dem Blackout.
Herr Czaja, wie haben Sie die Tage im Krisenmodus wahrgenommen?
Das Zusammenspiel der Hilfsorganisationen mit Feuerwehr und Polizei hat gut funktioniert, wir hatten zeitnah einen guten Überblick und unsere Aufgaben im Griff. Am Samstagmittag wurde noch die Evakuierung von 40 bis 50 Pflegeeinrichtungen sowie eines Krankenhauses befürchtet, das war aber dann zum Glück nicht notwendig. 150 Ehrenamtliche von allen Hilfsorganisationen haben rund um die Uhr die Menschen in Betreuungseinrichtungen versorgt. Wir hatten auch Kontakt zu Pflegeeinrichtungen mit freien Plätzen und hätten noch Möglichkeiten gehabt, mehr hilfsbedürftige Menschen aufzunehmen.
Was ist nicht gut gelaufen im Krisenfall?
Alle Beteiligten wissen längst, dass wir ein Umsetzungsproblem beim Katastrophenschutz haben. Das muss schnellstmöglich behoben werden. Wir haben es seit einiger Zeit mit einer neuen Form des Präzisionsterrorismus zu tun, von wem auch immer der gesteuert wird. Bei solch gezielten Anschlägen auf unsere Infrastruktur müssen wir uns im Zweifel auf noch größere Schadenslagen gut vorbereiten. Aus der jetzigen Großlage müssen zeitnah Schlussfolgerungen gezogen werden, das hat nicht viele Monate Zeit.
Was ist am dringendsten?
Krisenstäbe müssen schnell gebildet werden. Alle Beteiligten müssen untereinander vernetzt sein, und zwar digital. Wir wissen das aus zahlreichen Übungen. Es muss klar geklärt werden, wer für was verantwortlich ist und wie genau die Abläufe sind. Wir brauchen einen besseren Gesamtüberblick über Feuerwehr, Hilfsorganisationen und Behörden hinweg, wie viele Menschen in Berlin im Katastrophenfall schnell aktivierbar für Hilfe sind. Berlin ist bei dem Stromausfall mit einem blauen Auge davongekommen und sollte daraus lernen, auch durch Schulungen in den Bezirken. Zum Glück haben wir in der Hauptstadt viel Zugriff auf Bundesressourcen, was die Hilfe angeht. Aber darauf können wir uns nicht verlassen. Im Bund werden drei Euro pro Einwohner für Katastrophenschutz ausgegeben, in Berlin etwas mehr als 20 Cent.
Wie geht es für die Betroffenen jetzt weiter?
Die Großlage ist noch nicht zu Ende, der Krisenstab tagt bis Anfang nächster Woche. Etwa 100 Pflegebedürftige müssen noch in ihre Einrichtungen zurückgebracht werden. Aber dafür muss dort erst einmal alles wieder funktionieren. Und es muss gut durchgeheizt sein.
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In diesem Jahr feiern die Tanztage Berlin ihren 30. Geburtstag – gemeinsam mit ihrem Zuhause, den Sophiensælen in Berlin-Mitte. Die diesjährige Festivalausgabe lädt vom 08.-24.01. zu zehn Tanz-Performances und einem Diskursprogramm ein und präsentiert u.a. Perspektiven darauf, was die Arbeit des Kunstschaffens heute wert ist.
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Für die Familien, deren Kinder ein gutes Dutzend Schulen und mehrere Kitas im Blackout-Gebiet besuchen, geht der Ausnahmezustand bis Ende der Woche weiter. Da Heizungsanlagen und Gebäudetechnik noch geprüft werden müssten, öffnen die Einrichtungen erst am Montag wieder, teilte die Bildungsverwaltung mit. Welche 14 Schulen betroffen sind und welche Notbetreuungsangebote es an anderen Schulengibt, erfahren Sie hier. Für wieder geöffnete Schulen im Krisengebiet wie die Süd-Grundschule oder die Anna-Essinger-Grundschule gilt dagegen ab heute wieder die Schulpflicht. Für Familien, die ihre Kinder in anderen Bezirken oder außerhalb Berlins untergebracht haben und bis morgen noch nicht wieder zurückgekehrt sind, würde es aber „pragmatische Lösungen“ geben, sagte ein Bildungssprecher auf Nachfrage.
Die Träger geschlossener Kitas sollten sich bei den Betroffenen bereitsgemeldet haben – andernfalls können sie unter KitaAufsicht@senbjf.berlin.de eine Notbetreuung anfordern. Damit zumindest die Kleinen in der Krise nicht zurückbleiben.
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Ab 8. Januar startet das bewegende Drama SCHWESTERHERZ im Kino! Mit großem Feingefühl erzählt Regisseurin Sarah Miro Fischer darin von den Geschwistern Rose und Sam, deren enge Beziehung erschüttert wird, als eine Frau Sam beschuldigt, sie vergewaltigt zu haben. Ein Film ohne einfache Antworten, der berührt und lange nachhallt. Ausgezeichnet mit dem First Steps Award 2025! Mehr
Zum Abschluss dieses Themas noch ein Dank ausgesprochen, sicherlich stellvertretend für viele, von Checkpoint-Leser Hans-Christian Kühne: „Meine Frau und ich bedanken uns herzlichst bei den unermüdlichen Helfern und Leitungsmonteuren, die uns vor einer weiteren Nacht bei 8 °C bewahrt haben“, schrieb er uns glücklich am gestrigen Abend, bei inzwischen 13 Grad Wohnungstemperatur. „Nach einer langen Zeit des Hoffens und Haderns“ über fehlende Informationen sei Hilfe gekommen – nun steige die „Temperatur-Wohlbefindens-Tendenz“. Berlins Stromnetzern und Heizungsheldinnen sei Dank!
Berliner Schnuppen
Telegramm
Auch um Berlin herum bleibt die Lage labil, sowohl politisch als auch wirtschaftlich. Die neue „TrendOst“-Umfrage des Ostdeutschen Bankenverbandes, die dem Tagesspiegel exklusiv vorab vorliegt, offenbart nur kleine Lichtblicke. Während im vergangenen Jahr noch 71 Prozent von weniger Investitionen ostdeutscher Firmen in Deutschland ausgingen, sind es aktuell etwas mehr als die Hälfte. Auch Investitionen innerhalb der EU werden zaghaft positiver eingeschätzt, ein Wachstum erwarten aber lediglich 27 Prozent. Während die Automobil- und die Chemiebranche stark zu kämpfen haben, ringen fast alle Firmen weiter mit der Bürokratie – das zumindest haben sie in Ostdeutschland nicht exklusiv. Eine ausführliche Analyse der Daten finden Sie heute in unserem Newsletter „Im Osten“. Ein kostenloses Abo gibt es hier.
Kleiner Fortschritt in der großen Mietenkrise: Der Senat baut die Preisprüfstelle aus, bei der Berlinerinnen und Berliner die Einhaltung der Mietpreisbremse überprüfen können, und will das preistreibende „Wohnen auf Zeit“ zumindest in den 82 unter Milieuschutz stehenden Kiezen verbieten. Bausenator Christian Gaebler (SPD) geht auch gegen die Untervermietung von Sozialwohnungen an nicht-bedürftige Menschen vor. Das Problem des Berliner Mietmarkts bleibt allerdings bestehen: Es gibt inzwischen viel zu viele Bedürftige.
Auf viel zu vielen Bürgersteigen rutschen die Berlinerinnen und Berliner noch immer ins neue Jahr.Tage nach dem ersten Schneefall (und kurz vor dem angekündigten Schneesturm am Freitag) sind viele Gehwege noch wahre Eisbahnen. Checkpoint-Leser Michael Walker ärgert sich über den Ku’damm: „Der Vorzeigeboulevard einer Weltstadt ist bezüglich der Gehwege in einem skandalös glatten Zustand mit einem hohen Sturzpotential für Fußgänger.“ Pascal Thibaut, französischer Korrespondent in Berlin, vermeldet: „Immer der gleiche Ärger: für die Fußgänger eine Gratis-Ausgabe von Holiday on Ice“ – so hatte einst Klaus Wowereit die Räum-Muffeligkeit der Berlinerinnen und Berliner beschimpft.
Dabei ist rechtlich klar geregelt: Anlieger – also Eigentümer, Hausverwaltungen oder Mieter – müssen mit bis zu 10.000 Euro Bußgeld rechnen, wenn die Bürgersteige vor ihrem Haus nicht bereits morgens eisfrei sind. Die Regelung zählte diese Woche bei Google bundesweit zu den meisten Suchanfragen. Nun trennt sich die Spreu vom Streu.
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Ganz heiß aufs Eis sind dagegen Berlins Promi-Zwillinge: Die Pandamädchen Leni und Lotti entzücken mit einer Purzelbaum-Parade im Schnee Besucherinnen und Besucher des Zoos sowie die Instagram-Welt. Eine Flausch-Lawine zum Dahinschmelzen!
Und damit sind wir schon bei den guten Nachrichten gelandet.
Kleines Wirtschaftswunder: Im dritten Quartal 2025 ist Berlins Bruttoinlandsprodukt um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen – der zweithöchste Wert aller Bundesländer nach Mecklenburg-Vorpommern (1,4 Prozent; via X/schieritz). Noch mehr Wahlkampfmaterial für Berlins ehrgeizigste Wirtschaftssenatorin.
Nein! Doch! Oh. Zehn Jahre nach dem ersten Vorstoß erhält die Lichtenberger Straßenbahn-Haltestelle am Dong-Xuan-Center nun endlich den Beinamen „Dong Xuan“. Die BVG hatte sich lange dagegen gewehrt, eine ihrer Stationen nach dem vietnamesischen Einkaufszentrum zu benennen. Wie sich ein hartnäckiger CDU-Politiker doch durchsetzte, erfahren Sie hier. Dong Xuan heißt übrigens Blumenwiese.
Entlang vor Phantasie blühender Gleise geht es am Sonnabend kommender Woche in Marzahn-Hellersdorf bei der „Lesenacht an der M8“. An elf Veranstaltungsorten entlang der Straßenbahnlinie werden Krimis, Lyrik und Erotik vorgetragen (Programm hier). Mit der Bahn geht’s von Event zu Event. Nächster Halt: schöner Aufenthalt.
Zitat
„Vielleicht bleibt der Satire nur die Flucht ins Groteske“
Was ist noch komisch in Zeiten, in denen einem das Lachen oft im Halse stecken bleibt? Kabarettist Matthias Deutschmann erzählt es im Tagesspiegel-Interview mit Christiane Peitz – nachzulesen hier.
Stadtleben
Verlosung – Der Einstieg ins Jahr und in den Alltag (über-)fordert Sie ganz schön? Zum Trost laden wir Sie und eine:n Lieblingskolleg:in zum Lunch ein, und zwar nicht in die muffige Kantine. Es geht ins „Bundesbüdchen“, das von Dienstag bis Sonnabend einen leckeren Mittagstisch anbietet. Im Moment steht zum Beispiel das hier auf der Karte: „Bulette mit Kartoffelstampf und Gurkenrahmsalat“ (16 Euro) oder „Kaspressknödel mit Kräutersalat und Kürbiskernöl“ (15 Euro). Klingt gut? Im Lostopf sind je ein Hauptgericht plus Nachtisch, Bewerbung übers Checkpoint-Postfach. Di-Sa 12-14.30 Uhr, abends außerdem 18-23.30 Uhr, Hannoversche Straße 2, U-Bhf Oranienburger Tor
Essen & Trinken – Ein Tipp vorneweg: Wenn das kleine römische Bistro „Ripieno“ so richtig brummt, hilft es am besten, sich direkt vor der Küche zu positionieren, um die Bestellung aufzugeben. Die hausgemachten Ravioli und Tagliatelle sind aus einem dotterfarbenen Teig von kernigem Biss und in vielen Varianten zu haben. Wunderbar die gefüllte Pasta mit Lamm, herzhaft-duftig die Tagliatelle mit Salsiccia, Trüffel und Pilzen. Statt Pizza schieben sie hier Pinsa in den Ofen – die längliche, luftige, knusprige Verwandte des Welterfolgs aus Neapel. Mo 16-21.30 Uhr, Do-So 12-21.30 Uhr, Am Lokdepot 1, Bushaltestelle Kolonnenbrücke
Noch hingehen – Als der jüdische Schriftsteller Arnold Zweig das Land verlassen muss, verstaut er sein Archiv in der Manteltasche: 496 Papierkärtchen, verpackt in einer Streichholzschachtel und einer Metalldose. Mehr passte in Bertolt Brechts stattliches „Manuskriptschränkchen“. Zwei von 75 Objekten einer Schau der Akademie der Künste. Zum 75. Jubiläum des Archivs erzählt „Out of the Box“ oft berührend und sehr abwechslungsreich von der Entstehung künstlerischer Werke, von der Organisation kulturellen Wissens, auch von Fehlstellen. Selbstbewusst (zu Recht!) wird hervorgehoben: Im Zeitalter „alternativer Fakten“ und künstlicher Intelligenz sei das Archiv der Ort authentischer Quellen (bis 18.1.). Di-Fr 14-19 Uhr, Sa/So 11-19 Uhr, 10/7 Euro (Di frei), Pariser Platz, S-/U-Bhf Brandenburger Tor
Last-Minute-Karten – Beim RambaZamba haben sie ja sowieso nie Angst vor irgendwas. Auch nicht vor „Einer flog über das Kuckucksnest“, dieser legendären Auseinandersetzung mit Zwang und Gewalt in einer Nervenklinik. Heute Abend kann man die Inszenierung von Leander Haußmann mal wieder auf der Bühne des inklusiven Ensembles erleben. Seit der Verfilmung mit Jack Nicholson aus dem Jahr 1975 ist die Leitfrage: „Wer ist hier irre?“, kein bisschen weniger aktuell geworden (19.30 Uhr), 27/14 Euro, Schönhauser Allee 36-39, U-Bhf Eberswalder Straße
Grübelstoff – Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, in welchen sportlichen Zyklen ihr Leben verläuft? Eine Standardkurve könnte umfassen: anfangs regelmäßige Bewegung (Kita, Schule, vielleicht noch Unizeit), gefolgt von einer Phase, in der wegen Vollzeitarbeit und/oder Kinderbetreuung kaum noch Zeit für Fitness bleibt – um dann, sagen wir, mit 46, 47 Jahren wegen quälender Rückenschmerzen wieder einzusteigen. Bei Ihnen ähnlich?
Kiekste
Kommt wie gerufen: Strom-Comeback im Berliner Südwesten! Checkpoint-Leserin Kathrin Stock, die selbst vom Ausfall betroffen war, entdeckte diesen Transporter mit passender Botschaft vor dem Charlottenburger Hotel, in das sie geflüchtet war. Vielen Dank für den Schnappschuss! Schicken Sie uns auch Ihre schönsten, kuriosesten und überraschendsten Berlin-Momente an checkpoint@tagesspiegel.de und nehmen mit Ihrer Zusendung aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – A11, A24 und Autobahnen in Mecklenburg-Vorpommern: Es sind Demonstrationen entlang der Autobahnen angekündigt. Vor allem für die Zeit von 7 bis 17 Uhr wird erwartet, dass die meisten Autobahnauffahrten blockiert sind.
Nahverkehr – S-Bahn – S41/S42, S46 und S47: In den beiden folgenden Nächten, jeweils 21 bis 0.30 Uhr, kommt es zu folgenden Fahrplanänderungen:
* Zwischen Baumschulenweg und Neukölln verkehrt nur die S46 im 20-Minutentakt
* Zwischen Hermannstraße und Bundesplatz ist die Linie S46 unterbrochen.
* Zwischen Hermannstraße und Südkreuz ist ein Pendelzug im 20-Minutentakt eingerichtet.
Demonstration – Für heute sind elf Demos angemeldet (Stand 7.1., 16.45 Uhr), u.a. „Menschenrechte im Iran“: vier Personen, Mehringdamm 35 (11-19 Uhr)
„Am Donnerstag, den 08. Januar 2026 von 12 bis 14 Uhr möchten wir, der Jugendrat des Weltacker Berlin e.V., zum Beginn des Jahres eine kleine Küfa (Küche für alle) vor dem Abgeordnetenhaus gestalten( ...)“: 20 Teilnehmende, Weltacker e.V., Niederkirchnerstraße 5 (12-14 Uhr)
„Schritttempolauf auf den verkehrsberuhigten Straßen im Klausenerplatz-Kiez“: 30 Demonstrierende, Kiezbündnis Klausenerplatz, Kläre-Bloch-Platz, Nehringstraße, Knobelsdorffstraße (15-16.30 Uhr)
„Friedliche und freundliche Unterstützung des Nachbarschaftsdialogs (...)“: 19 Teilnehmende, Wilmersdorfer Straße (16-18.30 Uhrt)
„Öffentliche Forderung nach der unverzüglichen Wiedereröffnung der am 24. Juli 2024 geschlossenen Gotteshäuser in Deutschland und Kritik an staatlichen Maßnahmen, die zu deren Schließung geführt haben (...)“: 35 Protestierende, Ordensmeisterstraße 5 (18-19 Uhr)
Gericht – Eine 25-Jährige, die ihr Neugeborenes erstickt haben soll, muss sich wegen Totschlags verantworten. Ein Polizist fand die Leiche zwei Tage später am frühen Morgen auf einem Gehweg in Berlin-Neukölln. Den Ermittlungen zufolge sollen sowohl der Vater als auch die Mutter das Kind nicht gewollt haben. Beide hätten befürchtet, dass ihr Leben dadurch beeinträchtigt würde (13 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A217).
Universität – An der Freien Universität findet am Montag ein Vortrag zum Thema „Medien in der arabischen Welt: Die Gleichzeitigkeit von Zensur und Pluralismus“ statt (16.15-17.45 Uhr). Hörsaal 1a, Habelschwerdter Allee 45
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Unserem allerbesten Bärentier die herzlichsten Glückwünsche zum Schnapsgeburtstag!“ / Sebastian Christ (45), Pressesprecher für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung in Berliner Senatskanzlei / Martin Langer (67), Kameramann („Sophie Scholl – Die letzten Tage“), Kamera im Berlinfilm „Boxhagener Platz“ von Matti Geschonneck / Katja Orschmann (28), Fußballspielerin, Abwehr bei Union Berlin / Paul Panzer (eigentlich: Dieter Tappert, 54), Comedian und Schauspieler
Nachträglich: „Zusammen mit Sohn Noah und allen Lieben gratulieren wir von ganzem Herzen der besten Ärztin und Suchtmedizinerin Amina zum 46. Geburtstag. Es ist einfach schön, dass es Dich gibt.“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Zeynel A. Kara, * 13. Mai 1940, verstorben am 22. Dezember 2025 / Dr. Cornelia Teller, * 26. Januar 1951, verstorben am 8. Dezember 2025
Stolperstein – Walter Zimmermann (*1910 in Berlin) war von Beruf Feinmechaniker. Als Arbeiter der Askania-Werke in Marienfelde wurde er Mitglied der illegalen KPD-Betriebsgruppe. Er beteiligte sich u.a. an der Unterstützung sowjetischer Zwangsarbeiter und verbreitete Flugblätter. Auch seine Frau Emma nahm an Widerstandsaktionen teil. Walter wurde am 25. Juli 1944 von den Nazis verhaftet und zum Tode verurteilt. Am 8. Januar 1945 wurde er im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet. An Walter Zimmermann erinnert ein Stolperstein im Werdohler Weg 11 in Tegel.
Encore
Im Roten Rathaus stimmt die Tonlage heute hoffentlich. Die Sternsinger sollen – so nicht noch mehr dazwischenkommt – am Vormittag vom Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) empfangen werden. Das Motto in diesem Jahr lautet: „Sternsingen gegen Kinderarbeit – Kinder gehören in Kita und Schule.“ Nicht nur im Berliner Südwesten, wo trotz wiederhergestellter Stromversorgung heute und morgen noch viel Unterricht ausfällt, dürfte man auf jeden Missklang dieser Veranstaltung achten. Und auf jedes Wort und jede Geste von Kai Wegner nach seinem privaten Tennismatch inmitten von Berlins größter Stromkrise. Eine wichtige Botschaft bringen die Sternsinger jedes Jahr aufs Neue von Haus zu Haus: Nur durch Buße kann eine Sünde umgekehrt werden.
An diesem Checkpoint haben auch Anne Roggensack (Recherche), Antje Scherer (Stadtleben) und Clara Kreuzberg (Produktion) mitgearbeitet. Morgen informieren Sie hier Valentin Petri und Daniel Böldt.
Wir grüßen Sie!