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Feuerwehreinsatz bei Wiedereröffnung des Aquadome-Hotels Erster Schritt für eine Verwaltungsreform Strammer Nordwind und Kälte in Berlin

von Anke Myrrhe
und Stefan Jacobs
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mit viel Pomp und Party sollte das Radisson Collection Hotel in Mitte gestern wiedereröffnet werden. Warum Sie das interessieren könnte? Weil das jenes Hotel an der Karl-Liebknecht-Straße ist, in dessen Mitte der gigantische „Aquadome“ im Dezember 2022 geplatzt war. Eine Million Liter Wasser ergossen sich aus dem Acrylglas-Zylinder ins Hotel, tote Fische lagen auf der Straße. Der wiederaufgebaute Zylinder ist nun bepflanzt, Fische gibt es hier nicht mehr – höchstens auf dem Teller. Gestern Abend hatte das Hotel zur Party mit Palina Rojinski und „Gourmet-Highlights von Starkoch Akis Petretzikis“ geladen. Doch gerade als Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) die Bühne betrat und sich freute, dass dieser Ort nun nach zwei Jahren Sanierung wiedereröffnet, ging der Feueralarm los. Offenbar waren die Rauchmelder etwas zu sensibel für die Nebelmaschine. Wenigstens musste kein Wasser eingesetzt werden.

Politisch waren die Nachrichten gestern eher euphorisch, der Regierende Bürgermeister überschlug sich geradezu mit Superlativen zur Arbeit seines eigenen Senats. „Berlin schreibt heute Zukunft“, sagte Kai Wegner (CDU). Ob das wirklich so ist, wird sich im parlamentarischen Verfahren zur Verwaltungsreform noch zeigen müssen, klar ist aber auch: Berlin hat einen großen Schritt gemacht, die organisierte Unzuständigkeit wegzuorganisieren. Der Senat hat die Reform einstimmig beschlossen, der Ärger mit dem Koalitionspartner SPD wurde geklärt – für die Verfassungsänderung braucht es allerdings die Zustimmung von Linken und Grünen.