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Rätsel um den Riesen-Dino Ist Berlin zu voll? Bangen mit dem Iran Viele gute Meldungen und ein Abschied

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sofort zum Wichtigsten: Der Nahe Osten rückt uns mit jedem Kriegstag näher. Durch die Bombardements der USA und Israels wirkt die diktatorische Führung des Iran mehr und mehr geschwächt. Gleichzeitig wachsen die Sorgen vor einer Eskalation, weltweit steigen die Benzinpreise, die Kämpfe weiten sich auf den Libanon aus (Liveblog hier). Viele deutsche Urlauberinnen und Urlauber sitzen wegen der gesperrten Luft- und Seewege in der Golfregion fest. „Da wünscht man sich, auf Rügen zu sein“, erzählt Norbert Raeder, Kneipenwirt und Bezirksverordneter für die Reinickendorfer CDU, der auf einem Kreuzfahrtschiff in Abu Dhabi ankert (Bericht hier). Falls Sie diesen Newsletter gerade ebenfalls in der Krisenregion lesen oder Ihren Urlaub kurzfristig stornieren mussten, schreiben Sie uns an checkpoint@tagesspiegel.de und beschreiben gern Ihre Erlebnisse und Gefühle. Ein Krieg betrifft immer Menschen.

Tief bewegt und persönlich betroffen sind auch die etwa 20.000 Berlinerinnen und Berliner mit iranischen Wurzeln. Zu ihnen gehört Gollaleh Ahmadi, Sicherheitspolitikerin der Grünen im Abgeordnetenhaus. Geboren 1982 in Teheran floh sie als Teenager nach Deutschland und lebte zunächst mehrere Jahre als Geduldete in einer Geflüchtetenunterkunft in Brandenburg. Im Checkpoint-Interview spricht die Spandauer Abgeordnete über die Zukunft ihrer Heimat – und was man von Berlin aus für sie tun kann.

Frau Ahmadi, was empfinden Sie angesichts des Krieges in Ihrem Heimatland?
Ich telefoniere jeden Tag mit meiner Familie, mich erreichen auch Videos von Menschen, die mir nahestehen. Mich berühren die Fotos der feiernden Menschen, nachdem Diktator Ali Chamanei getötet wurde. Aber ich sehe auch das Leid des Krieges. Deshalb sind meine Gefühle sehr ambivalent. Viele haben neue Hoffnung für den Iran, auch ich. Aber auch wenn der Diktator weg ist, ist sein System noch da. Im Iran stehen zwei Millionen Paramilitärs unter Waffen, bei Instabilität droht ein großer Bürgerkrieg. Auf Dauer kann Krieg nicht die Lösung sein.

Wie nehmen Sie die deutsche Debatte darüber wahr, ob der Angriff auf das Mullah-Regime völkerrechtswidrig war?
Ich bin keine Völkerrechtlerin, daher will ich nicht bewerten, ob ein Präventivangriff gerechtfertigt ist. Andererseits war es der Bevölkerung bisher nicht möglich, das Regime friedlich zu stürzen. Alle Versuche in den letzten 47 Jahren wurden brutal abgeschlachtet. Im Januar sind 30.000 Menschen innerhalb von zwei Tagen erschossen worden. Bisher hat das Regime nur die Namen von 7000 Getöteten veröffentlicht, vor allem viele Frauen fehlen. Niemand weiß, was mit ihnen geschehen ist, ob manche noch leben. Es ist unfassbar. Wie lange muss man schießen, um 30.000 Menschen zu töten?

Wie könnte die Zukunft des Iran aussehen?
Es gibt eine große Demokratiebewegung, die Gefängnisse sind voll mit politischer Opposition. Verschiedene Gruppen haben sich verbündet, um an einer demokratischen Verfassung zu arbeiten, mit gleichen Rechten für Frauen und für die vielen Völker des Iran. Der Schah-Sohn hat auch viele Anhänger – aber er schließt die Kurden aus, will alle Linken töten und verbreitet den Slogan „Make Iran great again“. Bisher haben auch die USA nicht gesagt, dass ihr Ziel eine neue Demokratie ist. Das ist aber mein Ziel. Die Stärke des Iran ist seine Vielfalt, kein neuer starker Mann.

Sie selbst sind mit 13 nach Deutschland geflohen.
Meine Eltern wurden politisch verfolgt. Meine Tante war jahrelang im Gefängnis. Wir haben Hinrichtungen im engsten Freundeskreis erlebt. Über einen Schleuser kamen meine Eltern, meine Schwester und ich am Flughafen Teheran nach Deutschland raus. Als ich hier ankam, hatte ich ein seltsames Gefühl: Ich dachte, ich komme zu Hause an – einfach, weil ich mich hier sicher gefühlt habe. Ich hatte schon in meiner Grundschule große Probleme, weil ich im Religionsunterricht anzweifelte, dass allein Gott mich erschaffen hat. Ich habe den Terror der Mullahs in den 80er Jahren hautnah erlebt, und auch den Krieg.

Was kann Berlin für die Menschen im Iran tun?
Sehr viel. Wir müssen uns für die Sicherheit der Menschen vor Ort einsetzen: Journalistinnen und Menschenrechtler stehen auf schwarzen Listen, wir müssen sie sichtbar halten. Wir müssen unbedingt die Propagandazentren des Iran in Berlin schließen. Das Kulturhaus der iranischen Botschaft ist ein Propagandazentrum des Regimes wie das Russische Haus in Berlin. Hier wird Hass gepredigt, das dürfen wir nicht länger zulassen. Gleiches gilt für das „Institut Al-Mustafa“, das direkt mit dem islamistischen Theologie-Institut in Qom verbunden ist. Und bei einer Ausweitung des Konflikts sollten wir in Berlin noch etwas tun: uns auf Flüchtlinge aus der Region vorbereiten.

Können Sie sich vorstellen, noch einmal in den Iran zu reisen?
Nur wenn das Land eine Demokratie ist und wenn meine Familie und alle Menschen dort endlich frei leben können.

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Rolando Villazón inszeniert ‍Gioacchino Rossini
Rossinis satirische Handlung eines (von vornherein besiegelten) „Nationalkonflikts“ siedelt Villazón als Fehde zweier Lucha Libre-Studios in der Welt des mexikanischen Wrestlings an: mit all seinen fantasievollen Kostümen und großartigen Kampf-Choreografien. Sprühende Komik garantiert!
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Miteinander in Verbindung bleiben – wie geht das in einer über sich hinauswachsenden Stadt? Die zunehmende Berliner Gesprächslosigkeit wird nun an einer Supermarktkasse bekämpft, und zwar im gegen die Einsamkeit sowieso engagierten Bezirk Reinickendorf. Ein Rewe in Tegel bietet dienstags und donnerstags eine „Plauderkasse“ an. Wer jemanden zum Reden braucht, findet bei Kassiererin Gabriele Bathel Zuspruch und ein offenes Ohr. Langsames Einpacken ist explizit erwünscht.

„Es gibt viele, die wollen sich nicht outen, dass sie niemanden zum Reden haben“, berichtet Barthel, als sie kurz nach ihrer Schicht noch mit dem Checkpoint plaudert. Mit den Kundinnen und Kunden redet die Kassiererin mit 40 Jahren Berufserfahrung sowieso gern. „An der Plauderkasse ist es super, da kann man sich Zeit lassen“, erzählt sie vergnügt. „Man redet über Gott und die Welt.“ Plauderkassen wünscht sie sich überall in Berlin. „Die Welt ist so kalt, ein bisschen Wärme schadet niemandem.“ Unserer Stadt sowieso nicht.

Ist Berlin zu voll, zu laut und überfordert von sich selbst? Das haben wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, vergangene Woche gefragt. Hier ein paar Ihrer Antworten, die vielleicht zeigen, wie sich das Lebensgefühl vieler Menschen hier verändert hat:

Diana Henniges, die seit 25 Jahren in Moabit wohnt, schreibt: „Ich habe diese Stadt immer für ihr widerspenstiges Herz geliebt. Aber aus lässiger Großstadt ist vielerorts eine Zumutung geworden: Regeln gelten nur noch für die, die sich dumm genug anstellen, sich erwischen zu lassen, Baustellen scheinen zu überwintern, Gehwege werden zu Parkplätzen, und Sperrmüll gehört inzwischen zum Straßenbild wie die Laterne. Man hat den Eindruck, der öffentliche Raum wird einfach aufgegeben, von der Verwaltung wie von manchen Bewohnern gleichermaßen. Das Traurige ist nicht, was Berlin ist, sondern was es sein könnte.“

Lutz Woltersdorf, seit 64 Jahren Berliner, schreibt: „Berlin ist tatsächlich zu laut, zu wild und zu voll. Angestammte Berliner müssen inzwischen alles ertragen: Partys, Demos, Staus, Verwaltungsdysfunktionalität, Wohnungsnot, Brückensperrungen, Haushaltsarmut. Andere kommen temporär und verlassen Berlin nach Erschöpfung wieder. Berlin wird nicht für Berliner regiert! Wohl dem, der nicht an diese Stadt gebunden ist.“

Helga Kohnen-Mueller aus Schmargendorf meint: „Berlin ist vor allem zu dreckig. Grünflächen, Straßen und Wege sind zu ungepflegt, oft verdreckt und versifft. Statt für irrsinnig viel Geld neue Bäume zu pflanzen, sollten die alten fachgerecht gepflegt werden. Hinzu kommen Baustellen über Baustellen, an denen gar nicht oder im Schneckentempo gearbeitet wird. Diese Stadt ist nur noch zum Weinen. Das haben wir Bürgerinnen und Bürger nicht verdient.“

Hansjürgen Wollmann aus Spandau beklagt: „Berlin ist zu laut durch den Autolärm – und man ist vor Autos nirgendwo sicher. Berlin wird für Fußgänger immer unakzeptabler: Autos haben immer Vorfahrt, alle Ampeln werden autogerecht, ganz selten fußgängergerecht geschaltet. Die Stadt wird immer hässlicher, weil alles zugeblecht wird. Wo es früher noch etwas Grün gab, stehen jetzt Blechkisten zum Parken herum. Und das alles fast gratis.“

Unsere Leserin Elen T. dagegen meint: „Berlin ist groß genug, um sich eine ruhige Ecke zu suchen. Ich akzeptiere sachliche Kritik wie Probleme bei der Wohnungssuche, aber das Gejammer der Zugezogenen, dass es ganz anders ist als erwartet oder als früher, kann ich nicht mehr hören. Diese Stadt ändert sich eben und leise war sie doch nie. Wer damit nicht umgehen kann, muss auf seinem Dorf bleiben! Als gebürtige Berlinerin gibt es für mich null Grund zum Wegziehen. Bei allen Problemen ist es einfach die tollste Stadt der Welt.“

Und was denken Sie?

Opinary: Ist Ihnen Berlin zu voll und zu laut?

Nice Nachricht für alle Fahrgäste der U5: Mit dem heutigen Staffelfinale der beliebten Serie „Hijack“ auf „Apple TV“ wird Idris Elba die fiktive Entführung einer Berliner U-Bahn wohl endlich beenden. Am Ende der Staffel bleibt die Erkenntnis: Besonders oft sind die Serienmacher wohl nicht mit der Berliner U-Bahn gefahren. Ins Auge fallen die ungewohnt hellblauen BVG-Uniformen mit kleinem „U“ auf der Brust, die praktischen Verbindungstüren zwischen den Waggons und die Bahnhofsdurchsagen: „Die nächste U-Bahn wird in drei Minuten eintreffen.“ Spätestens bei dem Satz „Auf der U5 passiert nie irgendwas” wissen Berlinerinnen und Berliner: Alles nur Fiktion.

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Am 14. Juli 2015 stand die Meldung im Checkpoint, dass einer der größten Dinosaurier der Welt Berlin erreicht hat, dabei aber ein Rätsel in seinen Knochen verbarg. Lesen wir noch mal rein: „Falls mal wieder das Telefon klingelt und sich jemand bei Ihnen mit dem Satz meldet ‘Willst’n Tyrannosaurus Rex haben?‘ – legen Sie nicht gleich auf. Sondern stellen Sie durch zum Naturkundemuseum, die sind solche Anfragen gewöhnt. So einfach und für gar kein Geld der Welt fand jedenfalls T.Rex aus Montana, geboren vor 66 Millionen Jahren und inzwischen Letzter seiner Art (bis auf ein kleines Dino-Exemplar im Hamburger Volksparkstadion), seinen Weg nach Berlin. Ab Dezember wird ‘Tristan Otto‘, so heißt er schon mal, in voller Länge von zwölf Metern ausgestellt, der Schädel mit den großen Zähnen wurde nun ausgepackt. Eine Frage aber ist noch offen: Ist Tristan wirklich männlich? Und wenn nicht: Heißt er dann Isolde?“

Tja, genau diese Antwort sind wir Ihnen noch schuldig. „Wie doch die Zeit vergeht“, schreibt Gesine Steiner vom Naturkundemuseum zehneinhalb Jahre später. „Für Tristan war es nur ein Wimpernschlag – obwohl, Wimpern haben Reptilien ja nicht.“ Und, nun ja, Geschlechtsorgane auch nicht mehr. „Bei Dinosauriern lässt sich das Geschlecht nur in seltenen Ausnahmefällen eindeutig bestimmen“, berichtet Dinosaurier-Forscherin Daniela Schwarz. Der bislang zuverlässigste Nachweis gelinge über ein spezielles kalziumreiches Knochengewebe, das nur Weibchen während der Eiablage bilden. „Bei Tristan Otto wurde ein solcher Befund bislang nicht festgestellt.“ Weil er in Wahrheit eine Isolde ist, die gerade nicht in ihrer Eiablage-Phase war?

Bis heute werden die Rätsel des Berliner Riesen-Dinos erforscht: CT-Scanner tasten die Schädelknochen ab, chemische Analysen zeigen Entzündungen kurz vor dem T.Rexitus. Die Geschlechterfrage aber bleibt weiter offen, wie Forscherin Schwarz urteilt: „Tristan Otto wird häufig als männlich bezeichnet – mit Vorbehalt.“ Ein männlich gelesenes Tier, das nach seiner richtigen Rolle sucht – Dinos sind eben auch nur Menschen.

Warum uns das heute interessiert? Natürlich, weil der Checkpoint immer hartnäckig bleibt. Und auch, weil heute ein besonderer Newsletter-Tag ist, zumindest für mich persönlich. Warum? Dieses Rätsel wird unten im Abspann aufgelöst. Bleiben Sie neugierig!

Telegramm

Einmal nur gute Meldungen aus Berlin – wer sehnt sich nicht danach? Hier kommen Sie!

Familien bekommen Bürgergeld, können sich aber teure Villen kaufen. Was sehr verdächtig nach kriminellen Geschäften aussieht, konnte bisher selten geahndet, weil kaum zweifelsfrei bewiesen werden. Nun soll die Beweislast umgekehrt werden. Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) legte gestern einen Gesetzesvorschlag zur leichteren Beschlagnahme zweifelhafter Vermögen vor und betonte: „Es ist nicht länger akzeptabel, dass der Staat die illegale Herkunft jedes einzelnen Euro vollständig nachweisen muss, während Kriminelle ihren Reichtum offen zur Schau stellen.“ Nun befindet der Bundesrat darüber. Hoffentlich im Zweifel gegen die organisierte Kriminalität.

Gute Nachricht zumindest für die CDU: Die Berliner FDP glaubt offenbar selbst nicht mehr an sich. Der Parteivize und als Spitzenkandidat nicht erneut nominierte Sebastian Czaja verlässt seine an der Fünf-Prozent-Hürde kämpfende Partei und will nun als Parteiloser für den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner Wahlkampf machen. Bruder Mario Czaja ist schon lange in der CDU aktiv, doch der Familienfrieden ist offenbar kein Beweggrund für den fliegenden Wechsel. „Im Herbst entscheidet sich, ob im Roten Rathaus die Vernunft regiert oder Ideologen ihr Unwesen treiben und Berlin sich erneut auf das Experiment eines Linksblocks einlässt“, meint Sebastian Czaja (via „Bild“). Der Wahlkampf nimmt Fahrt auf, und zumindest das wird Zeit.

Während Kreuzberg weiter um die nächtliche Schließung des Görlitzer Parks ringt (letzte Posse hier), zäunt Neukölln schon den nächsten Park ein. Der Bezirk will am Reuterplatz gegen den Rattenbefall auf dem Rasen vorgehen. Die Absperrung soll aber wieder weg, wenn die kleinen Tunnel verschwunden sind und Gras über die Sache gewachsen ist.

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Wer hätte das gedacht? Im „Tresor“ setzen sie jetzt auf Schließfächer. Der Techno-Club hat seine Garderobe abgeschafft, um Kosten einzusparen. Die neuen automatischen Spinde werden über eine App bedient. „Das hat mir einen Teil des Erlebnisses verdorben“, beklagte sich eine Raverin auf Instagram. Bei der Club-Crew dürfte der Schmerz größer sein: Mit der Garderobe mussten gleich acht Mitarbeitende gehen. Zugegeben, eine gute Nachricht wird das nicht mehr.

Diese aber: Als zweite Klinik Berlins ist das Vivantes Humboldt-Klinikum in Reinickendorf ab jetzt ein „Singendes Krankenhaus“. Die Auszeichnung würdigt, dass hier Singen als „gesundheitsfördernde und verbindende Kraft“ im Alltag etabliert wird. Bei der Siegelübergabe soll natürlich gemeinsam gesungen werden. Vorschlag: „Heal the World“, „Fever“ und natürlich alles von den Ärzten.

Im Bezirksamt Mitte können sie die lauen Sommerabende wohl kaum erwarten: Der Volkspark am Weinberg wird schon für alle Sonnenhungrigen hergerichtet. Nach dem großen Rasen im vergangenen Jahr sät der Bezirk nun auf den anderen Parkflächen aus. So findet jede blind getretene Wiese doch noch ein Korn.

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Fit für den Sommer können sich auch Berlins Badekinder machen: In den Osterferien gibt es wieder kostenlose Schwimm-Intensivkurse für alle von Klasse 4 bis 10, die noch kein Bronzeabzeichen oder Seepferdchen haben. Anmeldungen sind möglich bei der Sportjugend ab Donnerstag, 17 Uhr (und zwar hier). Dann startet der große Wettkraulen um die begehrten Kursplätze.

Schöner wird’s sogar in Schönefeld. Die Flughafengesellschaft will die meisten ihrer Mitarbeitenden neu einkleiden und sucht Angebote für fast alles, also: Krawatten, Etuikleider, Röcke, Fleecejacken, Cargohosen, Turnschuhe, Warnwesten, Feuerwehranzüge – und Sicherheitssandalen. Zum Festschnallen.

Jetzt noch ein Rätsel: Wie viele silberne Pailletten hat der glitzernde Vorhang im frisch renovierten DDR-Premierenkino „International“, das gestern Abend seine große Wiedereröffnung feierte? Die Lösung folgt hier gleich. Vorher notieren wir noch die flammende Rede von Schauspielerin Maria Schrader auf der vom Vorhang beglitzerten Gala-Bühne für den Verbleib von Berlinale-Chefin Tricia Tuttle in Berlin: „Sie ist die richtige Frau!“

Und wie ist nun die richtige Lösung? Der Vorhang hat mehr als 20 Millionen Pailletten. Jede einzelne wurde während der Renovierung gereinigt. Dafür gibt’s den Glitzernden Bären.

Zitat

„Alle kennen die beiden und fühlen sich ihnen verbunden.“

Die frühere Papageienbesitzerin Anna Capone erinnert sich gern an ihre ehemaligen Mitbewohner. Die Paradiesvögel sind in Kreuzberg inzwischen zur Kiezattraktion geworden. Bezirksreporter Robert Klages ist ihrer Freiheitsgeschichte nachgeflogen.

 

Kiekste

Einst Leder, jetzt Latte. Das ist er wohl, dieser sogenannte „Strukturwandel“. Entdeckt und fotografiert in der Bergmannstraße von Checkpoint-Leserin Doris Bauknecht. Sind Ihnen auch kuriose oder außergewöhnliche Motive unter dem Motto „Typisch Berlin“ über den Weg geschlappt? Schicken Sie sie an checkpoint@tagesspiegel.de und nehmen Sie an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil. 

Berliner Gesellschaft

Geburtstag – Mara Bähr (20), Fußballspielerin, spielt für Hertha BSC / Uschi Brüning (79), Jazz- und Soul-Sängerin, erhielt 2020 den Verdienstorden des Landes Berlin / Sibyll-Anka Klotz (65), Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen), ehemalige Stadträtin für Gesundheit, Soziales und Stadtentwicklung in Tempelhof-Schöneberg / „Zum 60. die besten Wünsche für meinen Lieblingskolumnisten ANDREAS KURTZ!“ / WestBam (bürgerlich Maximilian Lenz, 61), DJ und Label-Inhaber

+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn oder der Lieblingskollegin zum Geburtstag, den Großeltern zum Hochzeitstag oder einem Sportverein zum Jubiläum im Checkpoint gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de. +++

Gestorben Dr. Eckart Büchler, * 26. Juli 1938, verstorben am 18. Februar 2026 / Manuel Deubel, * 21. Dezember 1963, verstorben am 19. Dezember 2025 / Herta Geb (geb. Schulz), * 9. Januar 1936, verstorben am 31. Januar 2026 / Egon Karl Ludwig Kasper, * 23. Juni 1937, verstorben am 11. Februar 2026 / Jupp Niermann, * 9. März 1937, verstorben am 17. Februar 2026

StolpersteinLina Hurwitz geb. Lewinsky (*1863) stammte aus der Kleinstadt Horodok, die wechselweise zu verschiedenen Staaten gehörte. Vermutlich war sie mit Hermann Hurwitz verheiratet. Am 29. Oktober 1942 wurde sie nach Theresienstadt deportiert und dort in einer besonders verheerenden Unterkunft untergebracht. Sie starb am 4. März 1943 im Ghetto. An Lina Hurwitz erinnert ein Stolperstein in der Caspar-Theyß-Str. 24 in Schmargendorf.

Encore

Wer als Journalist über Saurier schreibt, will am Ende selbst keiner werden. Und sollte deshalb immer wieder Neues wagen. Nach zehneinhalb Jahren und hiermit 313 geschriebenen Checkpoint-Ausgaben möchte ich mich an dieser Stelle von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, verabschieden. Jede durchgearbeitete Nacht, jede recherchierte Meldung, jeder einzelne Wortwitz, jedes persönliche Gespräch waren mir eine Freude. Das Schreiben, Diskutieren und Nachdenken über unser unkaputtbar verrücktes Berlin hat mich immer wieder aufs Neue neugierig gemacht und hoffentlich nicht nur mir gezeigt, warum wir hier so gerne leben: weil die Menschen ihre Herzlichkeit tief im Herzen tragen.

Ich werde beim Tagesspiegel unserer Stadt verbunden bleiben, etwa durch meine wöchentlichen Kommentare im „Berliner Rundfunk“ (zu finden hier) und als Teil unserer Checkpoint-Revue, bei der ich wahre Liebesgeschichten aus Berlin vorlese (Tickets gibt’s hier). Ab sofort werde ich mich wieder verstärkt um die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Ostdeutschland kümmern, denn vor den wichtigen Wahlen braucht die Demokratie eine mit Empathie informierte Öffentlichkeit. Sie können also gern weiterhin von mir lesen in unserem wöchentlichen Newsletter „Im Osten“ – zum kostenlosen Abo geht es hier.

Ich würde mich sehr freuen, wenn wir miteinander verbunden bleiben. Und immer neugierig aufeinander sind.

Danke an alle, die beim Checkpoint viele nächtliche Ideen zutage gefördert haben. Diesmal waren das meine Co-Autoren Valentin Petri und Björn Seeling sowie Anne Roggensack (Recherche), Antje Scherer (Stadtleben) und Jaqueline Frank (Produktion). Morgen geht‘s hier weiter mit Margarethe Gallersdörfer und Daniel Böldt. Und nun zum letzten Mal:

Ich grüße Sie!

Robert Ide

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Seit 2014 berichten wir exklusiv aus Berlins Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Wir stellten Berlins marode Schulen vor, bis die Politik reagierte. Wir standen vor dem Bürgeramt, bis es wieder Termine gab. Wir recherchieren hartnäckig und gründlich.

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