gehörten Sie auch zu den Verzweifelten, die sich gestern an einem der Bahnhöfe noch schnell fürs Sonntagsessen versorgt haben?
Im Edeka im Bahnhof Südkreuz war wie jeden Sonntag panisches Gedränge wie im Schlussverkauf der Vorweihnachtszeit. Zeitweise bildeten sich lange Schlangen bereits vorm Eingang. Wie fast jede Woche musste der Zugang beschränkt werden. Als ginge es hier ums Berghain oder die neuesten Labubu-Plüschmonster und nicht um ein paar Zwiebeln und ein Pfund Hack. Tja, könnte man doch nur den großen neuen Laden im Neubau an der Hedwig-Dohm-Straße öffnen, wenige Meter entfernt, aber leider nicht im Bahnhof gelegen.
Die Provinzialität des deutschen Ladenöffnungsgesetzes trifft auch so manchen internationalen Gast der Berlinale hart. „Everything closed?“ Well, so ist das hier. Da darf selbst der Späti keine Milch anbieten, egal wie spät.
Trotz dieses hochrichterlich bestätigten Heiligtums der Deutschen kann Berlin Sondergenehmigungen erteilen, immer gekoppelt an Großereignisse. Im ersten Halbjahr allerdings wurden nur zwei Sonntage genehmigt: im Januar während der Grünen Woche und zur Fête de la Musique am 21. Juni. Die Berlinale ist offenbar nicht Großereignis genug.
Das ärgert Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg. „Es kann doch nicht sein, dass ausgerechnet die Arbeitssenatorin Arbeitsverweigerung begeht“, sagte er dem Checkpoint. Cansel Kiziltepe (SPD) sei „alles zu riskant“, schimpft Busch-Petersen. „Statt der acht möglichen verkaufsoffenen Sonntage billigt sie uns nur vier pro Jahr zu.“ Die Sonntagsöffnungen brächten der Stadt Millionen an Steuereinnahmen und lohnten sich durch Zulagen auch für die Beschäftigten. „Zig europäische Metropolen haben bessere Sonntagsregelungen, ohne asoziale Ausbeuterhöllen zu sein“, sagt Busch-Petersen. „Wir überregulieren. Um unsere Innenstädte zu retten, müssen wir aufhören, sie zu diskriminieren.“
Die Verwaltung teilt mit, einen Rechtsanspruch auf acht verkaufsoffene Sonntage im Jahr gebe es nicht. „Das wird leider oft missverstanden. Es muss ein öffentliches, begründetes Interesse vorliegen – und kein wirtschaftliches.“
Und die Senatorin selbst? Winkt gelangweilt ab. Das sei ein Dauerthema, sagte Kiziltepe dem Checkpoint. „Wirtschaftliche Gründe zählen in der Rechtsprechung nicht, es gelten verfassungsrechtliche Grundlagen.“ Und da sei das Grundgesetz eindeutig: „Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt.“ Und das gilt bekanntlich für alle. „Dies bedeutet, dass Arbeitnehmer*innen grundsätzlich an Sonn- und Feiertagen nicht arbeiten dürfen. Ausnahmen von dieser Regelung sind möglich, wenn sie rechtssicher sind.“ Schöne Grüße an alle Busfahrerinnen, Zugbegleiter, Krankenpfleger, Ärztinnen, Kellnerinnen, Köche … und Checkpoint-Autorinnen.
Die Liste aller Supermärkte, die sonntags geöffnet haben, finden Sie übrigens hier. Ein offizieller Service des Landes Berlin. Fast so schön wie Sonntagsruhe.
Immer geöffnet: Kaffeeläden. Die Kette LAP Coffee (Sie erkennen sie an den Farbschmierereien) will expandieren und in Deutschland so groß werden wie Starbucks (Q: OMR Podcast). Wie der Checkpoint erfuhr, plant LAP dieses Jahr in Berlin fünf weitere Filialen – „mit Fokus auf neue Stadtteile“. Doch aus China drängt zeitgleich ein Billiganbieter auf den Markt. „Cotti Coffee“ wurde erst vor vier Jahren gegründet, setzt auf Social-Media-Marketing und betreibt weltweit bereits 18.000 Filialen.
Seit Januar gibt es den 99-Cent-Espresso auch in Berlin. Und zwar zunächst (anders als der Name es vermuten lässt) am Bahnhof Friedrichstraße. „Wenn neue Anbieter mit aggressiven Rabatten und maximaler Automatisierung in den deutschen Markt eintreten, stellen wir eine andere Frage: Ist das nachhaltig — für die Teams, die Qualität und die Nachbarschaften?“, sagt LAP-Chef Ralph Hage dem Checkpoint. Das fragt sich so mancher LAP-Gegner auch.
Apropos Gegner. Während Olympia noch läuft und der Welt mal wieder die schönsten Bilder unbegrenzter Begeisterung und harter Emotionen beschert, ist die Expo-Begeisterung in Berlin ungebremst (zumindest bei jenen, die sie herholen wollen). Eine gemeinsame Bewerbung mit Brandenburg gilt inzwischen als eher wahrscheinlich. Der Bürgermeister der Gemeinde Schönefeld, Christian Hentschel (parteilos), würde gern eine große Fläche direkt am BER dafür bereitstellen und am liebsten sofort mit der Planung beginnen. Nach Checkpoint-Informationen wurde allerdings noch kein Termin mit Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) vereinbart. Der hatte vor zwei Wochen im Checkpoint gesagt: „Davon habe ich noch nichts gehört.“ (CP vom 30.1.)
Woidke hat vermutlich mit der Bildung einer neuen Regierung gerade genug zu tun. Die neue Partnerin CDU will die Expo-Bewerbung dem Vernehmen nach sogar in den Koalitionsvertrag reinverhandeln. Klar, die konnte ja auch bei der Berliner Schwester beobachten, wie man mit einem „Nein“ (Senat zur Expo-Bewerbung) nahezu die komplette Wirtschaft gegen sich aufbringt. Überraschenderweise ist auch Berlins Regierender inzwischen dafür.
Heute stellt Katharina Günther-Wünsch (CDU) ihre Neuversion des Berliner Bildungsprogramms vor – eine Art Lehrplan für Kitas. Wie zu hören ist, hätte die Hausspitze das Programm gern bis zum Kitagipfel im Juni zurückgehalten, doch die Opposition hat das Thema für Donnerstag im Bildungsausschuss durchgesetzt. Nun wird ganz genau hingeschaut, denn die Entwürfe hatten in der Fachwelt Kritik ausgelöst. Der kindliche Lernprozess werde nicht ganzheitlich betrachtet, der Fokus liege übermäßig auf dem Erreichen von Benchmarks. Und: Themen wie Inklusion, Vielfalt und Diskriminierungskritik seien auf ein Mindestmaß reduziert oder würden gar nicht mehr berücksichtigt. Eine Sozialwissenschaftlerin sprach gar von einer „autoritären Wende“. Mal sehen, was davon in der finalen Fassung noch übrig geblieben ist.
„Die Angst vor Interaktionen auf Deutsch ist nach und nach verschwunden“, sagt die in Berlin lebende PhD-Studentin Ruchi aus Indien dem Checkpoint über ihren Integrationskurs. „Nach dem ersten Modul konnte ich meinen Arzttermin vereinbaren. Ich habe mich unabhängiger und selbstständiger gefühlt, auch jenseits der Sprache. Und ich habe viele Gemeinsamkeiten zwischen den Kulturen gefunden.“
Doch nun soll gespart werden. Asylbewerber, ukrainische Kriegsflüchtlinge und viele Arbeitsmigranten (wie Ruchi) dürfen nicht mehr kostenfrei Deutsch lernen. In Berlin sind laut der Integrationsbeauftragten 8000 Kursplätze betroffen.„Integrationspolitisch ist das die völlig falsche Weichenstellung“, sagt Dieter Hartmann, Deutschlehrer und Dozenten-Vertreter der Berliner Volkshochschulen, dem Checkpoint. Allein Berlins Volkshochschulen hätten vergangenes Jahr rund 650 Integrationskurse angeboten. „Das macht mich wirklich wütend.“
Abflug genehmigt: Jürgen Amann kann als Tourist, äh, Tourismuswerber nach Berlin kommen. Der Bayer mit Job in Köln soll bekanntlich ab dem Sommer neuer VisitBerlin-Chef werden. Bei seinem derzeitigen Arbeitgeber Köln Tourismus war man „not amused“, von Amanns Wechsel per Pressemitteilung zu erfahren, obwohl der Aufhebungsvertrag noch gar nicht verhandelt war (CP vom 9.2.). Ob die öffentliche Ankündigung die Sache erleichtert hat, ist nicht bekannt. Fest steht: Köln Tourismus hat eine neue Geschäftsführerin berufen, der Vertrag mit dem bisherigen Geschäftsführer Jürgen Amann endet „im gegenseitigen Einvernehmen vorzeitig zum 31. März 2026“. Wie wär’s mit einem Besuch in Berlin?
Und noch ein paar Leseempfehlungen:
+ Die Fließbandrichter von Königs Wusterhausen: Flug verspätet oder ausgefallen – seit der BER eröffnet hat, ertrinkt das Amtsgericht Königs Wusterhausen in tausenden Fluggastklagen. Und das, obwohl 30 Vollzeitrichter sie im Akkord verhandeln. Sönke Matschurek hat sich Verhandlungen angehört, die manchmal weniger als eine Minute dauern, und Rechtsanwälte gesprochen, die irre werden.
+ Für 2,8 Millionen Euro wird ein Berliner Penthouse auf Instagram verlost. Bei einem Besuch beginnt man zu grübeln – über Luxus im alten Arbeiterbezirk. Und wie das Geschäft mit dem Traum vom großen Los funktioniert.
+ Wohnung kaufen, bevor es noch teurer wird? Die Immobilienkrise ist vorbei, die Preise für Wohnungen ziehen an. Doch Berlin überrascht mit einer Sonderrolle – und zumindest einer guten Nachricht für Kaufinteressierte. Diese drei Dinge sollten Sie jetzt über den Immobilienmarkt in Berlin wissen.
+ Lufthansa und Bundesregierung halten den BER klein: Wie Berlin sich trotzdem aus seiner Flughafen-Falle lösen könnte.
Berliner Schnuppen
Telegramm
5,8 Prozent mehr Geld bekommen Beschäftigte im Öffentlichen Dienst: Finanzsenator Stefan Evers (CDU) sprach am Wochenende von einem „schmerzhaften Kompromiss“ mit den Gewerkschaften. Für Berlin bedeutet der auch: Die Zeit der Streiks an Kitas und Schulen ist für mindestens zwei Jahre vorbei.
Goldkurs für Berlin: Das Eiskunstlaufpaar Minerva Hase und Nikita Volodin liegt bei den Olympischen Spielen in Mailand nach dem Kurzprogramm auf Platz 1. Die Kür gilt als anspruchsvoll und riskant – aber mit Goldchancen. Klingt nach Berlin.
Sie könnten schneller, wenn sie wollten, aber dürfen tun sie nicht: Dutzende Langsamfahrstellen – meist wegen verschlissener Gleise – bremsen die BVG aus: Im Straßenbahnnetz gibt es 32 und bei der U-Bahn 27 solcher Abschnitte, auf denen seit mehr als einem halben Jahr geschlichen werden muss, wie die Verkehrsverwaltung auf Anfragen von Kristian Ronneburg (Linke) mitteilte. Der längste erstreckt sich über 763 Meter unter der Spandauer Altstadt. Nach CP-Informationen leidet der Tunnel der U7 dort an einer Zita-Delle.
Am 23. Mai soll die Kluckstraße in Tiergarten formal umbenannt werden. Sie trägt dann nicht mehr den Namen des kaiserlichen Kommandeurs und Demokratieverächters Alexander Heinrich Rudolf von Kluck, sondern wird nach Anita Augspurg benannt, die 1897 die erste deutsche promovierte Juristin war und sich zeitlebens für die Rechte von Frauen und Mädchen einsetzte.
Eine Mitteilung mit kurzer Haltbarkeit aus dem Amtsblatt: Mehrere Personen aus dem berüchtigten „Sozial-Hotel“ in der Fuggerstraße in Schöneberg mögen ihre am 7. September 2025 sichergestellten Lebensmittel beim Polizeiabschnitt 41 abholen. Ansonsten werden sie in vier Wochen entsorgt. Falls Ihnen diese Meldung Appetit gemacht hat: Am Donnerstag beginnt das alljährliche Feinschmeckerfestival „Eat Berlin“.
Ebenfalls auf dem Abschnitt 41 warten „die am 29. September 2025 am U-Bahnhof Walter-Schreiber-Platz beschlagnahmten Kaffeebohnen“ darauf, dass Herr Nicolai P. sie abholt. Sonst droht die Entsorgung. Die Mühlen der Behörden mahlen bekanntlich langsam, aber gründlich.
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Der Senat hat doch noch 100.000 Euro zusammengekratzt, um das Drogenpräventionsprogramm für Jugendliche am Kotti weiter zu finanzieren (Checkpoint vom 5. Februar). Doch nicht ohne Seitenhieb: Friedrichshain-Kreuzberg erhalte aus Mitteln des Sicherheitsgipfels „bereits rund 1,6 Millionen Euro für präventive Maßnahmen“, heißt es in der Pressemitteilung. „Dem Bezirk ist es offenkundig nicht gelungen, hier eine entsprechende Schwerpunktsetzung vorzunehmen, um das Projekt aus diesen Mitteln fortzuführen.“
Apropos Kotti: Die Polizei will Berlins Kriminalitäts-Hotspots ab dem Sommer mithilfe von KI-Kameras überwachen. Per Ausschreibung wird ein „KI-basiertes Videoschutzsystem“ gesucht, das Schlägereien sowie stürzende und liegende Personen automatisch erkennt und meldet. Die Pilotphase beginnt im Juli am Kottbusser Tor. Bald darauf sollen Warschauer Brücke, Alexanderplatz und Görli folgen. Sicher gut.
Und wo wir grad wachsam durch den Görli spazieren: Per Ausschreibung sucht der Senat einen „fachkundigen Dienstleister“, der ab Mai die Schließzeiten kontrolliert. Mindestens vier Sicherheitsleute und ein Hund sollen nachts Streife laufen. Neben Deutschkenntnissen sei auch Englisch, Türkisch oder Arabisch hilfreich. „Mehrsprachigkeit wird an diesem Standort dringend empfohlen“ (gilt hoffentlich nicht für den Hund).
Mit Sicherheit gut informiert sind die Kolleginnen und Kollegen nach der Münchner Sicherheitskonferenz – am Tag danach ziehen die Tagesspiegel-Experten Bilanz. Gelingt Europa die Einigkeit? Sind die transatlantischen Beziehungen noch zu retten? Bei unserem Online-Format „High Noon“ diskutieren die Politikwissenschaftlerin Cathryn Clüver Ashbrook und Holger Stark (Zeit) heute um 12 Uhr mit unserer Kollegin Anja Wehler-Schöck. Alle Infos gibt es hier.
Und damit zum Kino-Block:
+ Sandra Hüller auf der Berlinale: Freiheit hat ein Narbengesicht.
+ Im Kino wird gegessen – oder nicht? Eine Kolumne von Robert Ide.
+ Isabelle Huppert und Conchita Wurst: Diese Promis kommen heute nach Berlin.
Zum Wetter: Der Winter hat die Stadtreinigung bislang ordentlich herausgefordert. 253.000 Einsatzstunden seien allein seit November angefallen – fast doppelt so viele wie in der gesamten Wintersaison 2024/2025, sagte ein Sprecher der BSR auf CP-Anfrage. „Die extreme Wettersituation hat dazu geführt, dass viele Beschäftigte bis zu 14 Tage im Dauereinsatz waren.“ Hinweise zu Sonntagsarbeit ersparen wir uns und sagen reinen Herzens: Danke.
Verklickt? Das Bezirksamt Mitte versichert dem Checkpoint, die Veröffentlichung der 900 Namen umfassenden Schöffen-Listen auf seiner Website (Checkpoint vom 13. Februar) sei „nicht beabsichtigt“ gewesen. „Entgegen der eindeutigen Kennzeichnung „Veröffentlichung: nein“ kam es infolge eines formalen Fehlers im Protokollierungs- und Freigabeprozess zu einer irrtümlichen Online-Veröffentlichung.“ Wiederholung hoffentlich: nein.
Dazu passend sucht Mitte aktuell „dringend“ eine ehrenamtliche Schiedsperson. Die möge bitte Geduld, Empathie und Menschenkenntnis mitbringen, damit es ihr gelingt, „festgefahrene Konfliktsituationen und verhärtete Fronten durch Verhandlungsgeschick aufzubrechen“.
Zitat
„Brandenburg hat eine fünfte Jahreszeit und Berlin hat 365 Tage Karneval.“
Dietmar Woidke (SPD), Brandenburgs Ministerpräsident, beim Treffen mit dem Prinzenpaar. Heute ist Rosenmontag. In Berlin kein Grund, tieffliegende Kamelle zu fürchten.
Stadtleben
Verlosung – Berlin steckt gerade im Filmfieber! Wir machen gerne mit und empfehlen: Am 18.2. um 21.30 Uhr feiert der japanische Animationsfilm „A New Dawn“ Premiere im Berlinale Palast – ein Erlebnis, das man nicht verpassen sollte. Wir verlosen 1x2 Tickets inklusive exklusivem Zugang zur Golden Bear Lounge mit Drinks an der Miraval Bar im Grand Hyatt Hotel. Weitere Informationen zum Film gibt es hier. Weitere Infos zum Film gibt es hier. Teilnahme via Checkpoint-Postfach. Marlene-Dietrich-Platz 1, S/U Potsdamer Platz
Essen & Trinken – Warum nicht mal wieder indisch? Also gut, wir gehen ins Namaste in Wilmersdorf. Die Einrichtung ist hier bodenständig, einfach gehalten und gerade deshalb einladend. Dasselbe gilt für die Speisen. Ab und an muss man nachwürzen, was für eher empfindliche Zungen ganz praktisch sein kann. Bestellen sollte man unbedingt das Butter Chicken, das ist im Namaste besonders saftig. Täglich 11–23 Uhr, Pariser Str. 56, U Spichernstraße
Noch hingehen – Noch bis zum 22.2. bespielt Max Raabe allabendlich, meist ab 20 Uhr, den Admiralspalast. „Hummel streicheln“, heißt die Kooperation mit dem Palast Orchester und hat Tradition. Für 2026 sind zwölf Konzerte angesetzt, von denen überraschenderweise noch nicht alle ausverkauft sind. Also los: „Heute Nacht oder nie“ und „Küssen kann man nicht alleine“. Tickets finden Sie hier. Friedrichstr. 101, S/U Friedrichstraße
Last-Minute-Tickets – Die Ausstellung „Hero“ von Monira Al Qadiri thematisiert die sozio-kulturellen und ökologischen Folgen der Ölindustrie. Für die Berlinische Galerie entstand eine Installation aus Wandgemälde, Objekten und Video, in der Öl als Symbol für Gewalt, Erinnerung und persönliche Geschichten erscheint. Heute, zwischen 14 und 15 Uhr, führen die Kuratoren durch die Ausstellung. Weitere Informationen finden Sie hier. Alte Jakobstr. 124-128, U Kochstraße
Kiekste
Liebe ist schön, auch nach Valentinstag und auch ausnahmsweise am U-Bahnhof Schönleinstraße. Gesehen und festgehalten von Checkpoint-Leserin Christel Brunne-Gibson. Vielen Dank! Schicken auch Sie uns Ihre schönsten, kuriosesten und überraschendsten Berlin-Momente an checkpoint@tagesspiegel.de und nehmen an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – Erkelenzdamm (Kreuzberg): In Richtung Oranienplatz ist die Straße vor der Dresdner Straße bis Dienstag, ca. 11 Uhr gesperrt.
Tiergartentunnel (Tiergarten): Der Tunnel ist in den folgenden Nächten bis 19./20.2.2026, jeweils von 20.30 bis 5 Uhr, zwischen Reichpietschufer und Heidestraße gesperrt.
Regionalverkehr – RE2: Von 20 bis 5 Uhr fallen die Züge zwischen Hennigsdorf bzw. Charlottenburg und Königs Wusterhausen aus.
Demonstration – Für heute sind 17 Demos angemeldet (Stand 13.2., 15 Uhr), u.a. „Für die Freilassung des palästinensischen Arztes Dr. Abu Hussam Safiya“: 40 Menschen, „IPPNW e.V.“, Werderscher Markt 6 (13-16 Uhr)
„Gemeinsam sicher auf der Kantstraße! Für sicheres Radfahren in Charlottenburg und ganz Berlin!“: 70 Demonstrierende, „ADFC Stadtteilgruppe City-West“, ab Savignyplatz über Kantstr., Neue Kantstr., Kehre an der Dernburgstr,. Wilmersdorfer Str., Joachimsthaler Str., Kantstr. bis Savignyplatz (17.30-19 Uhr)
„Für ein demokratisches selbstverwaltetes Kurdistan“: 200 Personen, „Kulturkombüse“, Pariser Platz 1 (18.15-21 Uhr)
Gericht – Ein 43-Jähriger kommt wegen Mordes auf die Anklagebank. Er soll einen Bekannten in dessen Wohnung in Berlin-Mitte mit einer Eisenstange geschlagen, dann mit einem Messer auf den 42-Jährigen eingestochen und ihm schließlich ein Kissen auf das Gesicht gedrückt haben. Nach der Tat habe sich der Angeklagte der Polizei gestellt. Ein Motiv ist bislang nicht bekannt (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A537).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Rüdiger Deißler: Zum 70. all unsere Herzenswünsche für Dich, bleib behütet und sei begleitet von einer guten Gesundheit. Wir lieben Dich, Katja & Lena“ / Andreas Homoki (66), Theaterregisseur, war Chefregisseur, später auch Intendant der Komischen Oper Berlin / „Liebe CHRISTINE SCH., herzliche Glück- und Gesundheitswünsche, Dein Chorbruder Cristoph“ / Lena Urzendowsky (26), Schauspielerin, u.a. „Kokon“, „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“
Nachträglich: „Liebe Sabine, alles Gute zum 60. von Deinen Liebsten“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn oder der Lieblingskollegin zum Geburtstag, den Großeltern zum Hochzeitstag oder einem Sportverein zum Jubiläum im Checkpoint gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de. +++
Gestorben – Gesine Lützen, * 17. November 1940, verstorben am 1. Januar 2026 / Mechthild Merfeld, * 9. Dezember 1941, verstorben am 25. Januar 2026 / Winfried Sühlo, * 14. Juli 1935, verstorben am 2. Februar 2026
Stolperstein – Sophie Pohl wurde am 1. Februar 1911 im damaligen Driesen und heute polnischen Drezdenko geboren. Wann sie von den Nazis von Berlin nach Auschwitz deportiert wurde, ist nicht überliefert. Bekannt ist allerdings, dass sie am 16. Februar 1943 in dem Vernichtungslager ermordet wurde. Seit dem 9. November 2021 erinnert ein Stolperstein vor ihrem Wohnhaus in der Ifflandstr. 12 (früher Wallner-Theater-Str.11) in Mitte an Sophie Pohl.
Encore
Die Berlinale läuft und wir führen Sie im Encore täglich durch ausgewählte Spielstätten und stellen die Filme vor, die dort laufen. Tickets gehen drei Tage vor der Vorführung in den Verkauf und sind schnell vergriffen. Der Kinobesuch will also gut geplant werden. Heutige Station: das Collosseum an der Schönhauser Allee. Seit 1924 ist das Kino in der ehemaligen Wagenhalle der „Großen Berliner Pferdeeisenbahn AG“ beheimatet. Es war der erste Filmpalast im Prenzlauer Berg und bot bis zu 2800 Besuchern Platz. 2005 zeigte die Berlinale hier erstmals Filme (S/U Schönhauser Allee).
In diesem Jahr laufen unter anderem „A Prayer for the Dying“ (17.02), „Animol“ (18.02), „Chronicles From the Siege“ (19.02), „Mit einem freundlichen Gruß“ (17.02) und „Where To?“ (21.02).
Kolossal für diesen Checkpoint gearbeitet haben Margarethe Gallersdörfer und Christoph Papenhausen (Recherche), Tobias Langley-Hunt (Stadtleben) und Clara Kreuzberg (Produktion). Morgen wissen hier Lorenz Maroldt und Daniel Böldt, where to go.
Bis bald!