CP-Leserin Susanne Hegmann schickt Grüße aus Costa Rica: „Wir haben uns getraut, unsere Tochter und Familie nach 1,5 Jahren des Nichtsehens zu besuchen...“

Beach, Berge oder Balkonien – nehmen Sie uns mit! An dieser Stelle zeigen wir während der Sommerferien, wo Sie gerade den Checkpoint lesen. Schicken Sie uns ein Foto mit einem Satz zum Urlaubsort an checkpoint@tagesspiegel.de.
Trigger-Warnung: Gleich die erste Meldung könnte Ihnen heute auf den Magen schlagen. Achtung: Vor allem Vegetarier und Veganer sollten weiträumig drumherum gurken.
Ready? Gut gefrühstückt? Ok, dann los: Der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie (Produktion: bis zu 1,5 Millionen Tonnen Klopse & Co. jährlich) hat für die aktuelle Ausgabe seiner „Genusslandkarte“ Politiker nach ihrer „Lieblingswurst“ gefragt – und bekam zehn Antworten plus Werbeblöcken sowie einige hemmungs- oder ahnungslose Qualitätserklärungen, die wir im Folgenden dokumentieren:
Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU): „In Rheinland-Pfalz halten wir den Pfälzer Spezialitäten wie der Leberwurst die Treue.“
Staatsministerin Dorothee Bär (CSU): „Mein Favorit ist der fränkische Presssack.“
Staatssekretär Stephan Mayer (CSU): „Die Weißwurst. Zudem denke ich an die alteingesessenen familiengeführten Metzgereien in meinem Heimatwahlkreis, die für Qualität stehen. Ein Beispiel hierfür ist die Metzgerei Magg, die seit der Firmengründung im Jahre 1965 als Familienunternehmen besteht und sich klar der Qualität verpflichtet.“
MdB Silvia Breher (CDU): „Wurstebrot mit Götte. Die Fleischwarenindustrie steht für qualitativ hochwertige und weltweit nachgefragte Fleisch- und Wurstspezialitäten.“
Ex-Innenminister und MdB Hans-Peter Friedrich (CSU): „Die Hofer Rindfleischwurst. In Deutschland setzen wir bei der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung seit jeher auf Sicherheit und Qualität.“
MdB Rainer Spiering (SPD): „Wurstbrei mit Bratkartoffeln und Roter Beete.“
MdB Alois Gehrig (CSU): „Odenwälder Schwartenmagen.“
MdB Karl-Heinz Brunner (SPD): „Weißwurst. Für mich ist Wurstware immer mit der Metzgerei Maucher in Illertissen verbunden. Hier gibt es regionale Produkte von bester Qualität.“
MdB Friedrich Ostendorff (Grüne): „Panhas, das ist das Ergebnis der Resteverwertung bei der Wurstherstellung. Traditionell wird der in Scheiben gebratene Panhas im Münsterland mit Rübenkraut, Schwarzbrot und gebratenen Apfelscheiben gegessen.“
MdB Markus Tressel (Grünen): „Die Lyonerpfanne mit Bratkartoffeln, einem Spiegelei oben drauf und einem schönen grünen Salat dazu, das ist nach wie vor unschlagbar.“
Hm… und wir dachten immer, der Spruch, dass es im Wahlkampf um die Wurst geht, sei nur rhetorisch gemeint.
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3 Tage Gartentrends und Sommergefühle. Vom 23.-25. Juli ist die Messe Gartenträume zu Gast auf der historischen Rennbahn Hoppegarten in Berlin-Brandenburg. Mit über 75 Ausstellern bietet die Freiluft-Messe alles, was das Gärtnerherz höher schlagen lässt. Garteninteressierte finden hier Gartenmöbel, Dekorationen, Gartengeräte, Pflanzen, Handgemachtes und vieles mehr. Tickets und Informationen hier
Wie steht’s eigentlich um die Maskendisziplin bei der BVG? Das Social-Media-Team twitterte gestern: „Die kontrollieren wir weiterhin mit über 200 Kolleg*innen vom Sicherheitspersonal. Aber weil die nicht überall sein können, sind wir auch weiterhin auf etwas Menschenverstand angewiesen. Und der lässt offensichtlich nach.“ Julius Betschka hat nochmal nachgefragt, die offizielle Darstellung: Da lässt nichts nach – zwischen 97 und 99 Prozent liegt demnach die Maskenquote. Seit Beginn der Tragepflicht wurden 170.000 Verstöße registriert und 10.455 Bußgelder á 50 Euro verhängt.
Mit großer Geste gab der Senat den Gastronomen wegen der Pandemie die Gehwege frei (Stichwort „Schankvorgärten“) – kostenlos. Aber wer bereits Sondernutzungsgebühren gezahlt hatte, weil schon zuvor eine Genehmigung vorlag, muss auf eine Rückzahlung bis zu drei Jahren warten, wie Lotte Buschenhagen im „Leute“-Newsletter Pankow schreibt (kostenlose Anmeldung hier). Die Begründung von Stadtrat Vollrad Kuhn: Plötzlich bis zu tausend Anträge bearbeiten zu müssen, legt die Verwaltung lahm. Dazu der Kommentar von Karsten Greve, Inhaber der Bäckerei „100 Brote“ im Bötzowviertel: „Es ist ein bodenloser Zynismus.“
Der WDR spricht jetzt auch offiziell von „Lücken“ bei der eigenen Berichterstattung zur Flut (deren Beginn der Sender weitgehend verpasste) – in einer internen Mail ging Programmdirektor Jörg Schönenborn darauf bereits am 16. Juli ein: „Einige Beobachtungen kann ich gut verstehen. Trotz aller Anstrengung hatte unser Angebot Lücken. Das ist bedauerlich, weil es einen Schatten auf die große Leistung wirft.“
Die Kritik am Sender nannte Schönenborn aber auch „teilweise maßlos“: „Immer wieder erstaunlich, was alles veröffentlicht wird ohne nachzufragen, ohne Fakten zu checken. Wir müssen auf den Teil der Kritik schauen, aus dem wir lernen können. Dabei helfen uns die Maßstäbe von richtig oder falsch nicht weiter.“ Die „wichtigste Erkenntnis“ für den Programmdirektor ist, „dass bei aller Konzentration aufs Digitale in einer Lage wie jetzt die Begleitung durch lineare Programme ein sehr starkes Bedürfnis ist, auch nachts. Aktuelle Nachrichten und Reportagen im Viertel- oder Halb-Stunden-Takt sind gut, aber zu wenig.“ Wie sehr ihn die Ereignisse selbst berührt haben, beschreibt Schönenborn gleich im ersten Satz seiner Mail: „Gestern hatte ich immer wieder Tränen in den Augen.“
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ADAC Pannenhilfe jetzt auch fürs Fahrrad.
Dass der ADAC Autofahrern im Notfall weiterhilft, ist bekannt. Doch ab sofort sind die Gelben Engel in Berlin und Brandenburg auch für Fahrradfahrer im Einsatz. Dabei sind die Leistungen ähnlich umfangreich wie beim Auto und für alle ADAC Mitglieder kostenlos. Mehr Infos gibt es auf adac.de/fahrradpanne
Eine Funkstörung gibt’s bei den Berliner Grünen: Die Landesvorsitzende Nina Stahr nannte gestern die Kritik der Partei-AG Medien an ARD-Programmdirektorin Christine Strobl „indiskutabel“ – sie distanziere sich „von den persönlichen Unterstellungen“. Die AG hatte CDU-Mitglied Strobl, einer Tochter von Wolfgang Schäuble, „eine gewisse politische Agenda“ bei ihrer TV-Arbeit vorgeworfen (CP v. gestern). In der AG wiederum kam die Intervention von Stahr, die in den Bundestag will, gar nicht gut an: Die Vorsitzende könne sich auf keine medienpolitische Position ihres Landesverbands berufen, hieß es.
Das Landesamt für Gesundheit und Soziales teilt mit: „Die aktuellen Bearbeitungszeiten betragen für Erstfeststellungen 134 Tage und für Neufeststellungen 164 Tage.“ Dem Checkpoint liegt allerdings der noch immer nicht beschiedene Antrag einer Leserin vom 20.4.2020 vor – das wären dann schon 460 Tage. Auf telefonische Nachfrage erklärt das Amt, der Antrag sei jetzt „zum dritten Mal zum Medizinischen Dienst zu Beurteilung“ weitergeleitet worden. Checkpoint-Diagnose: Akteninfarkt. Als Therapie empfehlen wir eine Personalinfusion.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Enthaltung statt Haltung zeigten die Grünen in BaWü – und so setzte sich mit Hilfe ihrer unterlassenen Gegenstimmen ein AfD-Kandidat fürs Verfassungsgericht durch.
Wir kommen zur Rubrik „Original und Original“– heute: Olympiafahnenträger aus Berlin, auf die der Regierende Bürgermeister stolz ist …
Mail aus der Senatskanzlei um 9:17 Uhr: „Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, hat dem Rekord-Europameister im Wasserspringen, dem Berliner Athleten Patrick Hausding zur Nominierung als Fahnenträger der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Tokio gratuliert.“
Mail aus der Senatskanzlei um 14:32 Uhr: „Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, hat der Weltmeisterin 2017 und Olympiasiegerin im Beachvolleyball, Laura Ludwig, und dem Rekord-Europameister im Wasserspringen, Patrick Hausding, zur Nominierung als Fahnenträger der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Tokio gratuliert.“
Mailanhang vom Checkpoint: „Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, hat die Weltmeisterin 2017 und Olympiasiegerin im Beachvolleyball Laura Ludwig vergessen (oder der Senatskanzlei fiel erst nach gut 5 Stunden auf, dass Köpenick, wo Ludwig herkommt, zu Berlin gehört).“
„Habe ihn eben mit eigenen Augen gesehen – einen freien Termin beim Bürgeramt! Leider war er wie ein scheues Reh und verschwand, sobald ich ihm näher kam…“ schreibt Checkpoint-Leser Frederik Schulz. Ein paar Stunden später meldet er doch noch Vollzug: „Habe jetzt einen: für den 16. September.“ Offenbar ein Blattschuss.
Amt, aber glücklich ist dagegen Checkpoint-Leserin Lucie Schweighöfer: Um 7:50 Uhr rief ihr Sohn wegen seines abgelaufenen Personalausweises im Bürgeramt Reinickendorf an, bekam am selben Tag für 10:40 Uhr einen Termin – und war schon um 10:50 wieder draußen, erleichtert und mit einer vorläufigen Bescheinigung in der Hand.
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Wir kommen zum Berlinrätsel des Tages: Wie lautet der neue Berliner Begriff für kurzfristige Politik mit eingeschränkter Perspektive? Na? Richtig: „Pop up“. Alles, was nicht zu Ende gedacht ist, wird neuerdings „Pop up“ genannt, wie auch diese Einladung der Senatskanzlei zum „Freedom Dinner“ am 7. August auf der Startbahn des ehemaligen Flughafens Tegel zeigt. 2000 Leute sollen die Freiheit und die Vielfalt der Stadt feiern, und weiter: „Als einmaliges Pop-up-Event zelebriert das Berlin Freedom Dinner die Berliner Lebensfreude und sendet ein vitales Zeichen in die Welt.“ Eigener Proviant kann und darf übrigens gern mitgebracht werden. Motto: Ex und Pop.
„Wenig Sex hier“, stellt der SPD-Abgeordnete Daniel Buchholz laut Untertitel eines Fraktionsvideos in einem Berliner Park fest – aber vielleicht ist das ja auch nur die Dokumentation eines Transkriptionsfehlers (was nuschelt der auch so!).
Ein Aufruf in eigener Sache: Sie sind vollständig gegen das Corona-Virus geimpft und haben sich trotzdem angesteckt? Sie waren schon genesen – und sind jetzt wieder krank? Wir suchen Menschen, die sich trotz Impfung oder vorheriger Erkrankung mit dem Coronavirus infiziert haben. Schreiben Sie uns an carolin.rueckl@tagesspiegel.de. Danke!
An den Berliner Schulen wird jetzt Griechisch als Zwangsfach gelehrt – nach den Ferien geht es gleich mit der Lektion „Delta“ weiter. Wie sich Bildungssenatorin Sandra Scheeres das vorstellt mit Tests, Masken und (viel zu wenig) Luftfiltern hat für Sie hier Margarethe Gallersdörfer recherchiert.
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Genießen Sie mit uns den Sommer: Entdecken Sie jetzt unsere Neuheiten für Garten und Balkon, erlesene Weine für gemütliche Abende und Grillbegleiter für genussvolle Dinner unter freiem Himmel. Jetzt im Tagesspiegel-Shop.
In Deutschland sind selbst die Verkehrsplaner für das Auto optimiert – sagt Ragnhild Sørensen von „Changing Cities“ in unserem Klimapodcast „Der Gradmesser“. Um Berlin geht's dabei natürlich auch – und es gibt sogar Beispiele, die Mut machen. Die aktuelle Folge können Sie sich hier anhören.
Nachtrag I zur Meldung „Senatsdienstleistung Lorem ipsum“ (CP v. 21.7.): CP-Leser Andreas Mönnig hat sich den Text nochmal genau angeschaut und sein Fazit ins Kölsche übersetzt: „Et situs vilate inis et avernit“. Wir haben das überprüft und stellen hiermit fest: Andreas Mönnig hat recht (Übersetzungshilfeanfragen beantworten wir unter checkpoint@tagesspiegel.de).
Nachtrag II zur Meldung „Senatsdienstleistung Lorem ipsum“: CP-Leser Stefan Klatt warnt vor zu viel Optimismus bei der angekündigten Bearbeitungszeit von „1 - 2 ipsum“ – selbst bei einem Termin zur Vorsprache im August, wie vom Checkpoint erfolgreich gebucht, könnten hier bis zum Bescheid vielleicht auch „1 bis 2 Legislaturperioden“ vergehen (und die Erfahrung spricht dafür, dass auch Stefan Klatt recht hat).
So, war’s das mit den Nachträgen? Mal schauen … ach ja, fast vergessen: Wir kaufen nachträglich für den letzten Satz in der gestrigen Ausgabe noch ein „t“ und setzen es an der richtigen Stelle ein (gleich nach dem „d“, Sie wissen schon – und falls nicht: Fragen Sie meine Mama, der ist es sofort aufgefallen).
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„Mit Fakten dringt man im Moment kaum durch“, sagt Brigitte Knopf, Generalsekretärin des Berliner Thinktanks MCC. Die größten Irrtümer in der Debatte um Klimaschutz und CO₂-Preis, wie Union und SPD eine echte Chance verschenkt haben und wo es besser läuft: hier im Klimapodcast Gradmesser. Jetzt auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
Zitat
„Ich werde Verbindung zu der Partei haben, die mir nah… äähh, deren Mitglied ich bin.“
Angela Merkel zur Frage, wo sie am Wahlabend um 18 Uhr sein wird.
Tweet des Tages
Fun fact: Du kannst bei Festivals vor 70.000 Leuten auf der Bühne gestanden haben, Jahre später werden deine Teenagerkinder trotzdem auf der Straße ein paar Meter vor dir laufen.
Stadtleben
Stadt – Wir kaufen ein „W“ wie Wochenende – leicht einen sitzen, keine Termine und trotzdem den Überblick über die ganze Stadt hat man ab 18 Uhr beim Rooftop Weinfest im Weekend Club / House of Weekend. Und das mit Speisen von Pamera Pasta, „weinnachtlicher“ Musik und dem exklusiven Gefühl, einem Geheimtipp zu folgen – so steht es zumindest in der alles andere als geheimen Ankündigung. Wine not?
Land – Hohe Frequenzen nimmt der Mensch mit welkendem Gehör in zunehmendem Alter bekanntlich immer schlechter wahr – schon zwischen Teen und Twen liegen mehrere Tausend Hertz. Auch zunehmende Abgeklärtheit kann dazu führen, dass man irgendwann man nur noch hört, was man hören will. Lost Frequencies ist passenderweise auch der Name eines belgischen Musikers. Und weil auch in der Gegend um den alten Flughafen Schönefeld außer Fluglärm lange nichts zu hören war, will er hier, unter freiem Himmel, die Musik wiederbringen. Sein Finderlohn für die verlorenen und wiedergefundenen Frequenzen beträgt 58 Euro, Tickets gibt es hier.
See – Die Badestelle am Werlsee in Grünheide bietet nicht nur einen Beachvolleyballplatz, eine Strandbar und einen Kletterwald, sondern diesen Sommer möglicherweise auch die letzte Gelegenheit, sich hier noch ohne dichtes Gedränge treiben zu lassen. Wieso das? Weil der See in mehr oder weniger absehbarer Zeit Nachbar der Tesla-Gigafactory sein und sich vermutlich erhöhter Beliebtheit unter den Angestellten erfreuen wird.
Familie – Statt in tiefe Wasser, führt die literarische Ausstellung im Literaturzentrum LesArt janz weit weg, nämlich in die Wüste. Genaugenommen liegen zwischen Marrakesch und Bagdad gleich mehrere Wüsten, Länder und Städte, deren kulturelle Vielfalt und vielfältige Erzählkulturen für Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren in Illustrationen aus der arabischen Welt – von Marrakesch bis Bagdad dargestellt werden. Die Beflügelung der eigenen Kreativität soll in Mitmachteilen auch nicht zu kurz kommen. Mi bis Fr 14 bis 17 Uhr, Weinmeisterstraße 5.
Tier – Um sich die Isolation ein wenig zu versüßen, haben sich nicht wenige Berliner:innen im letzten jahr bekanntlich Haustiere angeschafft. Durchgeimpft, genesen und im Urlaubsmodus oder wieder zurück im Büro, wird der Platz für die Tiere im Alltag eng, weshalb die Tierheime jetzt vor ungeliebten Vierbeinern überquellen. Zum Nachdenken über die Beziehung von Mensch und Tier animieren die detaillierten Aquarelle des Malers Walton Ford. Die Galerie Max Hetzler (Bleibtreustraße 45) zeigt seine großformatigen Bilder einer wilden Wildnis, die im Anthropozän um Platz ringt.
Genuss – Die Wonnen des Nicht-Wissens zelebrieren die beiden Maler John Kleckner und Maximilian Arnoldt in ihrer Ausstellung Sidesteps: Roughly Edged in der Galerie Goeben, in der sie ihre verschiedenen Positionen formal und räumlich einander gegenüberstellen, ohne Lösungen anzubieten. Wer daneben noch das Problem Hunger entwickelt und auch noch nicht weiß, was Çiğ Köfte sind, sollte zwischendrin das unweit gelegene Veganland aufsuchen. Diese vollkommen vegane Speise mag mit dem Begriff Köfte zwar Fleischbällchen suggerieren, hat den Vergleich mit Fleisch allerdings gar nicht nötig.
Soundtrack des Tages – Supergroups haben es nicht leicht: Wenn erfolgreiche Musiker:innen neue Bands gründen, kann der Erwartungsdruck immens sein. Wenn ihr Debüt die Erwartungen auch noch übertrifft, hilft für die Folgeplatte oft nur der Rückzug nach innen. So ist das auch beim heute erscheinenden Album der Londoner Indie-Kombo Piroshka: „Love Drips And Gathers“. Irgendwo zwischen Shoegaze und Dreampop verlieren sich die introspektiv dahingehauchten Lyrics von Ex-Lush-Sängerin Miki Berenyi in entrückt klingenden Effektgewittern ihrer Mitstreiter – genau richtig, um selbst aus der endenden Woche zu entrücken.
Berlins Spitzenkandidat:innen-Check
5 x 1: Bis zur Abgeordnetenhauswahl stellen wir den Spitzenkandidat:innen von CDU, FDP, Grüne, Linke und SPD jede Woche eine Frage, die sie mit nur einem Foto beantworten dürfen. Diese Woche: Wenn Sie nur einen Berliner Club retten könnten, welcher wäre es? Zum Schluss: Sebastian Czaja (FDP).
Foto: FDP Berlin
Berlin heute
Verkehr – Charlottenburg: Ab 8.30 Uhr Verkehrsbeeinträchtigungen wegen eines Protestumzugs von Breitscheidplatz über Kurfürstendamm, Joachimsthaler Straße, Kantstraße, Joachimsthaler Straße, Kurfürstendamm, Tauentzienstraße, Nürnberger Straße und Tauentzienstraße zurück zum Breitscheidplatz.
Hellersdorfer Straße (Hellersdorf): Ab 17.30 Uhr zieht ein Fahrzeugkorso über Marzahn, Lichtenberg, Weißensee und Hohenschönhausen zurück nach Hellersdorf. In diesen Bereich kann es bis ca. 22:00 Uhr zu Verkehrsstörungen kommen.
Mitte - Kreuzberg: Von 19 bis 23 Uhr Groß-Demonstration ab Brandenburger Tor über Unter den Linden, Friedrichstraße, Französische Straße, Werderscher Markt, Schloßplatz, Breite Straße, Fischerinsel, Neue Roßstraße, Annenstraße, Heinrich-Heine-Straße, Moritzplatz, Oranienstraße, Heinrichplatz und Mariannenstraße zum Mariannenplatz.
Moabit: Ab 20 Uhr bis Mitternacht behindert eine Demonstration den Verkehr ab Alt-Moabit über Turmstraße, Lübecker Straße, Perleberger Straße, Birkenstraße und Rathenower Straße zurück zu Alt-Moabit.
Neukölln, Kreuzberg, Mitte und Prenzlauer Berg: Ein Demonstrationszug führt ab Herrfurthplatz bis zum späten Abend über Herrfurthstraße, Herrmannstraße, Hermannplatz, Kottbusser Damm, Kottbusser Brücke, Kottbusser Straße, Skalitzer Straße, Reichenberger Straße. Adalbertstraße, Ohlauer Straße, Wiener Straße, Oranienstraße, Oranienplatz, Oranienstraße, Adalbertstraße, Bethaniendamm, An der Schillingbrücke, Stralauer Platz, Straße der Pariser Kommune, Frankfurter Allee, Petersburger Straße, Bersarinplatz, Petersburger Straße, Landsberger Allee und Storkower Straße zur Greifswalder Straße.
Kreuzung Steglitzer Damm/Munsterdamm (Steglitz): Vollsperrung Ab 18 Uhr bis Montag 5 Uhr.
Hedwig-Dohm-Straße (Schöneberg): Sperrung für Radverkehr ab 20 Uhr bis Sonntag, 22 Uhr.
Demonstration – Verdi erwartet am Breitscheidtplatz von 8.30 bis 16 Uhr 600 Teilnehmende zum „Streik im Einzelhandel“. Zum „Aufzug zur lesbischen Sichtbarkeit“ vom Brandenburger Tor zum Mariannenplatz zwischen 19 und 23 Uhr erwartet die Vereinigung Dyke March 3000 Teilnehmende.
Samstag: Zur „Runder Tisch–Gesprächsrunde für Heimat und Weltfrieden, Entnazifizierung der Person und endgültigen Beendigung des Zweiten Weltkrieges“ erwartet der „Staatenlos.Info-Comedian e.V.“ am Platz der Republik 300 Teilnehmende von 11 bis 22 Uhr. Zum 43. Christopher Street Day rechnet der CSD e.V. von 12 bis 0 Uhr mit 20.000 Teilnehmenden, die von der Leipziger Straße/Axel-Springer-Straße zu An der Urania ziehen. 1000 Teilnehmende erwartet der Verband „Berlin Queers Against Racism and Colonialism“ von 17 bis 0 Uhr zum Umzug vom Hermannplatz zum Oranienplatz unter dem Motto „Wir sind hier und wir sind queer – in jeder Farbe, Größe und Form! Wir sind so viel mehr als die begrenzten Vorstellungen von cis, weißen, staatlich gesponsorten Pinkwashing-Paraden und Regenbogenkapitalismus.“
Sonntag: Zur „Climate & Boat-Demo, Kohle-und Gasausstieg forcieren! Energiewende jetzt!“, erwarten die Naturfreunde Berlin von 11 bis 15.30 Uhr 500 Teilnehmende zum Umzug von Rummelsburger Bucht zum Heizkraftwerk Mitte und zurück. In der Leipziger Straße, zwischen Spittelmarkt und Charlottenstraße, erwartet der Verein Changing Cities Central 350 Teilnehmende zur Demo „Für autofreie Sonntage“ von 15 bis 17 Uhr. Die Gruppe „Berlin Opus Cuba“ erwartet zum Umzug vom Platz der Republik zum Potsdamer Platz von 15 bis 21 Uhr 500 Teilnehmende unter dem Motto „Kubas Trommeln schreien nach Freiheit“. 500 Teilnehmende erwartet der Verein „Mideast Freedom Forum Berlin“ vor dem Rathaus Neukölln (Karl-Marx-Straße 83) von 17 bis 20 Uhr unter dem Motto „Jüdisches Leben ist keine Provokation. Kundgebung gegen Antisemitismus in Neukölln“.
Gericht – Einem 47-Jährigen, der mit einem gestohlenen Porsche auf der Flucht vor der Polizei am S-Bahnhof Kaulsdorf in einen Fußgängertunnel gerast sein soll, wird der Prozess gemacht. Der Angeklagte sei nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis gewesen. Zudem muss sich der 47-Jährige für einen Raubüberfall auf einen Mann in einem Musik-Proberaum verantworten (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal B 305).
Berliner Gesellschaft
Geburtstage – „Herzliche Glückwünsche für Atze von allen, die mit dir feiern!“ von Sabine Prozell / Christine Burmeier, „Viele Erkundungen auf unserer schönen Erde bei bester Gesundheit wünscht Achim Melchior“ / Julia Grellmann, „Sängerin und wunderbare Gesangslehrerin. Danke und Gruß“ von Pascale Taube / Susan Hoecke (40), Schauspielerin und Model / Irina Liebmann (78), Schriftstellerin / Anna Maria Mühe (36), Schauspielerin / Monika Smerda, „beobachtet und hat eine Meinung, ist verbindlich und bestimmt. Monika hat ein gewinnendes Lachen – außen und innen. Achim Melchior“ / Mathias Müller von Blumencron, Chefredakteur des Tagesspiegels
Sonnabend – Oliver Dunk (58), Journalist und Unternehmer / Ernst Elitz (80), ehem. Intendant des Deutschlandradios / Pierre Gerckens (83), ehem. Herausgeber des Tagesspiegels / Josef Heynert (45), Schauspieler / Gordon Lemm (44), SPD-Bezirksstadtrat in Marzahn-Hellersdorf / Manfred, „alles Gute zum Geburtstag wuenscht Rudi aus Stuttgart-Rohr. Schoene weitere Jahre ebenso, mach so weiter. Gruss, Rudi“ / Carmen Nebel (65), Fernsehmoderatorin / Sophie Rosenfeld, Autorin des Checkpoint-Stadtleben, alles Beste wünscht das Team! / Eric Schweitzer (56), ehem. Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer, ehem. Präsident der IHK Berlin / Samuel Tuia (35), Spieler bei den Recycling Volleys
Sonntag – Herbert Beltle, „Familienvater und ein steter guter Gastgeber für Menschen aus NAH und FERN. Zum Deinem Ehrentag Glück- und Segenswünsche Herbert, auch von mir. Sapere Aude. Herzlich Udo Lauer“ / Bodo Dilg (50) / „Ein begeisterter Geburtstagsgruß an meinen Ehemann Kalle Freynik, mit dem Älterwerden bedeutet: Forever Young! And it still swings! Hildburg Freynik“ / Shalin-Tanita Rogall (31), Schauspielerin und Synchronsprecherin / Moritz von Uslar (51), Journalist, Theaterautor und Schriftsteller / Santiago Ziesmer (68), Schauspieler und Synchronsprecher
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Michael Böttcher, * 3. November 1940 , ehem. Geschäftsführer der Stadt und Land Wohnbauten-Gesellschaft mbH, Träger des Bundesverdienstkreuzes / Brigitte Ehrich, * 5. November 1942 / Hannelore Irene Klinge, * 21. Juli 1934, Apothekerin / Kurt Preckel, * 30. Dezember 1928 / Winfried Schmitt, verstorben 30. Juni 2021, Bundespresseamt / Elisabeth Weigand, * 24.01.1931, Lehrerin und langjährige Tagesspiegelleserin
Stolperstein –Hedwig Pinkus (*1886) lebte in der Thomasiusstraße 20 in Moabit, wo ein Stolperstein heute an ihre Geschichte erinnert. Ihre Söhne Joachim und Otto flohen bereits 1935 bzw. 1938 aus Deutschland – Otto gelangte über Umwege nach Shanghai, wo er in einem Ghetto interniert wurde, in dem er bis Kriegsende lebte. Joachim baute in Amsterdam eine neue Existenz auf und bemühte sich, seine Mutter nachzuholen. Im März 1939 gelang Hedwig Pinkus die Flucht nach Amsterdam. Im Mai 1943 wurden Mutter und Sohn sowie dessen Frau Karin bei einer Razzia verhaftet und ins Sammellager Westerbork verschleppt. Anschließend deportierten die Nazis Hedwig Pinkus in das Vernichtungslager Sobibor und ermordeten sie dort heute vor 78 Jahren. Joachim und Karin Pinkus überlebten im KZ Theresienstadt.
Encore
Wir machen hier heute eine kleine Berlin-Weltreisen-Pause, um uns der Auflösung der Aufgabe aus unserem Kurs „Mathe mit dem Checkpoint“ vom 21.7. zu widmen. Zur Erinnerung: 14% der Berlinerinnen und Berliner erwägen, innerhalb eines Jahres die Stadt zu verlassen. Angenommen, sie tun es wirklich, und es geht jedes Jahr so weiter mit den 14%: Wann ist Berlin dann so verlassen wie die „abandoned city“ Berlino Well im südaustralischen Adelaide, deren Einwohnerzahl 0 beträgt?
Eines vorweg: Es war einfach großartig, was in den vergangenen beiden Tagen in unserer Mailbox gelandet ist – menschliche und mathematische Überlegungen, lange Formeln und kurze Schlüsse, Dezimalzahlen, Ganzzahlen, kaufmännische Kalkulationen, natürliche Logarithmen, Eulerschen Zahlen, Exponentialfunktionen, Zinsberechnungen, Auf- und Abrundungen, Excel-Tabellen und handgeschriebene Berechnungen auf Karopapier.
Vorgeschlagen haben Sie uns viele verschiedene Wege zum Ziel (Niklas Landrock: „Logarithmusgesetze erleichtern das Umstellen des exponentiellen Zerfalls“), das allerdings nicht immer dasselbe war. Ein Problem der Berechnung beschreibt hier exemplarisch Jan Oppermann:
„Mathematisch genaugenommen wird unser Berlin natürlich niemals völlig verlassen sein, denn wenn jedes Jahr 14% der Einwohner wegziehen (warum das diese armen Seelen auch immer tun wollen), bleiben am Ende ja immer noch 86% zurück. Das wird dann irgendwann natürlich unappetitlich, sobald der letzte Einwohner in Scheibchen geschnitten werden muss. Annahme also, dass wir auf ganze Personen runden, dann ist nach 100 Jahren die Einwohnerzahl auf 1 geschrumpft. Wie lange es dieser verbleibende Berliner dann in der Stadt aushält, ist jedoch fraglich; abhängig von Alter,Lebenserwartung und psychischer Stärke wäre die Einwohnerzahl nach weiteren 1 bis ca. 84 Jahren auf 0 gesunken.“
Viele von Ihnen kamen ungefähr im Jahr 2125 an, manche aber auch im Jahr 2111 („halbe Bürger gibt es ja nicht“, sagt Karen Bade). Professor Jürgen Schwarz dagegen rechnete auf die Zehntelsekunde genau: Nach 100 Jahren, 63 Tagen, 17 Stunden, 8 Minuten und 58,6 Sekunden bleibt demnach nur noch ein Mensch in Berlin übrig – und da der Kapitän das sinkende Schiff als letzter verlässt, wäre das dann wohl der Regierende Bürgermeister.
Andere Berechnungen: 2112 sind noch drei Einwohner übrig. 14 % davon sind 0,42 Einwohner. Dann wandert nach zwei Jahren jemand aus, der nächste geht nach 4 Jahren, so dass 2118 der Letzte hier das Licht ausmacht. Kalkuliert wurde auch damit, wie alt jemand mindestens sein muss, um in Berlin allein zurück zu bleiben. Aber auch die Lösung von Volker Düring klingt für Berlinkenner recht plausibel: „Die Antwort lautet niemals, denn die Rigaer 94 bleibt auf ewig besetzt.“
Wir bedanken uns neben den bereits Genannten für kreative, kunstvolle und gekonnte Lösungsansätze u.a. auch bei Malomax, Jens Heuer, Carsten Schiefner, Andreas Kirchner, Klaus Hawacker, Jens Uwe Liepelt, Michael Lipok, Hans Hellmuth Merg, Katharina Jennerjahn, Nikolaus Karsten, Peter Staps, Stefani Daniel, Marion Uhrig, Drea Berg, Sven Drebes, Karin Bischoff, Christian Seebald, Petra Maria Evans-von Krbek, Carlotta Gülzow, Stefan Jaekel, Karl-Martin Seeberg, Karsten Wolter, Klaus Thierse, Bernhard Schreiber, Angelika Sydow, Holger Hennig, Silke Finke, Jürgen Döhnert, Sven Ehlers, Herbert Börger, Hermann Thraen, Nicolai Arnold, Renald Krebs, Rolf Schubert und Joachim Kaiser.
Cristina Marina hat heute früh alle Buchstaben nochmal durchgezählt, und Thomas Wochnik, der das Stadtleben zusammengestellt hat, rechnet auch morgen mit Ihnen. Bis dahin,