die Linke wollte eigentlich nur das Stadtmarketing abschaffen, um weniger Touristen nach Berlin zu locken. Doch das geht der CDU wohl nicht weit genug. Deren wohnungspolitischer Sprecher Christian Gräff fordert jetzt – zum 70. Jahrestag der Luftbrücke und 30 Jahre nach dem Mauerfall – wörtlich einen „Zuzugsstopp nach Berlin“. Denen, die herkommen wollen, müsse man mitteilen: „Wir haben die Infrastruktur nicht. Ihr könnt hier nicht herziehen“, sagte er in der „Abendschau“. Schließlich gebe es weder genügend Kitaplätze, noch ausreichend Lehrer oder eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur. Berlin müsse mit Brandenburg zusammen daran arbeiten, dass die Menschen im Umland bleiben oder dorthin ziehen. (Zuletzt sind übrigens mehr Menschen aus Berlin ins Umland gezogen als umgekehrt.)
Kaum hatte Gräff den Kolleginnen ins Mikro gesprochen, distanzierten sich seine Parteifreunde, der Fraktionsvorsitzende Burkard Dregger und der Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak („Das ist nicht die Position der CDU Berlin“) von der aberwitzigen Idee. Auf Tagesspiegel-Nachfrage ruderte Gräff selbst zurück: „Natürlich wollen wir niemanden davon abhalten, nach Berlin zu ziehen“, sagte er. Niemand hat die Absicht...? Es kommentiert CP-Gastautor Franz von Suppé: „Du bist verrückt mein Kind, du musst nach Berlin – egal, was CDU oder Linke sagen.“
Etwas dazu sagen wollte dann auch noch Michael Müller, der sich am Abend von der Eröffnung der IFA zu Wort meldete: „Diese Äußerungen zu Zuzug und zur Einschränkung von Tourismus schaden unserer Stadt“, kritisierte der Regierende. „Sie zerstören unser Selbstverständnis als europäische Metropole.“ Und er erinnert: „Berlin war immer Heimat von vielen. Ich will, dass das so bleibt. Diese Stadt freut sich auf ihre Gäste, auch in Zukunft!“ Recht hat er.
Anzeige
Die Spezialisierung zur Behandlung ausgewählter Erkrankungen wird seit Jahren auch in der Abteilung „Minimal-invasive Chirurgie, Endokrine- und Viszeralchirurgie“ erfolgreich umgesetzt. Chefarzt PD Dr. Ingo Leister und sein Team beraten in den Sprechstunden umfassend und entwickeln in Kooperation mit Ihrem Arzt ein individuelles Behandlungskonzept.
www.krankenhaus-waldfriede.de
Im Mai nahm er am antisemitischen Al-Quds-Marsch in der iranischen Hauptstadt teil, heute Nachmittag wird der Teheraner Bürgermeister Pirouz Hanachi von Michael Müller im Roten Rathaus empfangen. Fototermin und Eintrag ins Gästebuch Berlins inklusive, Fragen von Journalisten sind nicht vorgesehen. Verständlich, dass jüdische Organisationen den Besuch entschieden ablehnen. Auch Berlins neuer Antisemitismusbeauftragter Lorenz Korgel kann „die Kritik an der Art und Weise des Empfangs durchaus nachvollziehen“. Tatsächlich wirkt es paradox, dass derselbe Senat, der den Berliner Al-Quds-Marsch und seine Teilnehmer konsequent ächtet, einen Vertreter ausgerechnet jenes Regimes hofiert, das internationalen Terrorismus finanziert, den Holocaust leugnet, Israel mit Vernichtung droht, Frauen unterdrückt und Homosexuelle hinrichtet. Doch was wäre die Alternative? Nicht miteinander reden? „Wo kommen wir denn hin, wenn Politiker aus aller Welt von uns als Gesprächspartner aussortiert werden, weil uns deren Weltbild und Moral nicht passt?“, kommentiert mein Kollege Ulrich Zawatka-Gerlach heute im Tagesspiegel.
Wer gedacht hat, der Druck unterm Mietendeckel habe sich zumindest innerhalb der Koalition aufgelöst, irrt. Zwar gaben sich Müller und Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher bei der gestrigen Neubautour versöhnt, doch in den Regierungsfraktionen ist die Unzufriedenheit über die Ausgestaltung des Mietendeckels weiterhin groß. „Das ist ein hingerotzter Gesetzesentwurf“, hieß es gegenüber dem Checkpoint. Viele Punkte in Lompschers Papier seien „widersprüchlich“. Während die SPD vor allem die Lage als Preiskriterium etablieren möchte, ist für die Grünen der Zustand der Wohnung entscheidender. Um die Gemüter, wohl auch die der Investoren, zu besänftigen, sagt Müller im Tagesspiegel-Interview: „Das Verfahren beginnt jetzt erst.“ Ein Inkrafttreten des Gesetzes am 11. Januar dürfte knapp werden.
Währenddessen liest der geneigte Investor auf der Webseite von „Black Label Properties“ über den Berliner Immobilienmarkt: „We still have clients contacting us looking for that cheap run-down hidden gem property that they can snap up and turn-around, but these people are mostly ten years too late.“ Bleibt die Frage, ob das jetzt eine gute oder eine schlechte Nachricht ist.
Anzeige
Spätestens seit gestern hat die Zukunft ein Zuhause in Berlin. – Das Futurium ist eröffnet!
Feiern Sie mit uns zum Auftakt das Fest der Zukünfte: In Visionen eintauchen, die Zukunft schmecken, Utopien spielerisch entdecken und Zukunftskompositionen lauschen.
Wir freuen uns auf Sie und sagen: Herzlich Willkommen, Zukunftsforscher*innen!
futurium.de
Und während die Stadt über steigende Mieten diskutiert, stehen einige Häuser seit Jahren einfach leer. Obwohl das nach dem Zweckentfremdungsverbot eigentlich verboten ist. Von dreien in Charlottenburg-Wilmersdorf weiß das dortige Bezirksamt. In allen Fällen laufen derzeit noch Verfahren, die dazu führen könnten, dass ein Treuhänder eingesetzt wird, der die Häuser auf Kosten des Eigentümers sanieren lässt. Das Problem: Es fehle noch „die mehrfach angekündigte Unterstützung durch die zuständige Senatsverwaltung“, klagt Stadtrat Arne Herz (CDU) auf Anfrage von Ansgar Gusy (Grüne). Ungeklärt sei, ob für das Einsetzen eines Treuhänders eine Ausschreibung erforderlich sei und wie das Ganze überhaupt funktionieren soll.
609 Angriffe auf Flüchtlinge wurden in Deutschland im ersten Halbjahr 2019 verzeichnet. Das sind im Schnitt 3,3 pro Tag (Q: „Neue Osnabrücker Zeitung“). Außerdem 60 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte sowie 42 Attacken gegen Hilfsorganisationen oder ehrenamtliche Helfer. 102 Menschen sind bei den Übergriffen verletzt worden, darunter sieben Kinder. Mit Abstand am meisten Angriffe hat die Polizei in Brandenburg gezählt. Jede vierte aktenkundige Attacke auf einen Geflüchteten ereignete sich dort, genauer: 160 Delikte mit dem „Angriffsziel Flüchtling/Asylbewerber“. Das ist das Land, in dem die AfD unter Rechtsaußen Andreas Kalbitz („Wir wollen keine entfesselte Willkommenskultur, wir wollen konsequente Abschiebekultur“) gerade 23,5 Prozent der Stimmen geholt hat.
Anzeige
Demokratischer Dialog
„‚von oben' vs. ‚von unten'“
Die Historikerin Ute Daniel und der Journalist Mathias Greffrath sprechen darüber, welche Rolle demokratische „Graswurzelbewegungen“ in der Geschichte spielen: Wurden sie befördert oder bekämpft? Von wem und wieso?
11.09., 18.30 Uhr
Eintritt frei
Ist das Berliner Neutralitätsgesetz mit Grundgesetz, EU-Recht und Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz in Einklang zu bringen? Ja, sagt ein von Bildungssenatorin Sandra Scheeres in Auftrag gegebenes Gutachten. Doch das ist bekanntlich so eine Sache, drei Gutachten, drei Rechtsauslegungen, denken wir nur an den Mietendeckel. Den hält ein neues Gutachten von Ex-Verfassungsgerichtspräsident Hans-Jürgen Papier, bestellt vom Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, übrigens für verfassungswidrig (Q: „Morgenpost“). Aber zurück zum Kopftuch: Das störe bei Lehrerinnen den Schulfrieden, urteilt der Gießener Rechtsprofessor Wolfgang Bock. Und auch der Leiter der Neuköllner Röntgen-Schule, Detlef Pawollek, erzählte am Donnerstag von massiven religiösen Mobbing-Problemen: „Betroffen war ein Mädchen mit migrantischem Hintergrund, das in subtiler Weise wegen der offenen Haare zum Thema wurde.“ Das Mädchen wolle die Schule verlassen.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Über drei Jahrzehnte hat er ihm anvertraute Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht. Das gestand ein Berliner Ex-Jugendfeuerwehrwart gestern vor dem Amtsgericht Tiergarten. Erst im Frühjahr 2018 war Reinhard W. von seinem Ehrenamt zurückgetreten – weil Strafanzeige gegen ihn gestellt worden war.
11,7 Millionen Euro hat Berlin 2018 durch die Hundesteuer eingenommen. Wau, Rekord! Was die Anfrage von Sebastian Schlüsselburg (Linke) aber auch zeigt: Proportional zur Bevölkerungsentwicklung nimmt die Zahl der Hunde ab. 107.039 Bellos gibt es aktuell in Berlin, ihnen stehen 3.754.418 Zweibeiner gegenüber. Auf einen Hund kommen also 35 Menschen. Oder auf einen Menschen 0,02 Hunde. 2009 waren es noch 104.618 Hunde und 3.369.672 Menschen. Macht eine Ratio von 32 Menschen zu einem Hund bzw. 0,03 Hunde zu einem Menschen.
Rechter Besuch in der BVV Mitte: Beatrix von Storch wollte sich am Abend wohl mal anschauen, was ihre Truppe im Rathaus an der Karl-Marx-Allee so zustande bringt (nicht viel, gestern stimmten sie sogar gegen ihre eigenen Anträge). Linke, Grüne, SPD, FDP und Piraten reagierten mit einer Menschenkette und bunten Buchstaben: #wirsindmehr.
Nach der psychologischen und psychiatrischen Versorgung in Berlin hat sich der CDU-Abgeordnete Maik Penn bei der Gesundheitsverwaltung erkundigt. Die Antwort: Im öffentlichen Gesundheitsdienst sind im Bereich der Kinder-und Jugendpsychiatrie 11,2 von 94,2 Stellen unbesetzt, das sind 8,4 Prozent. Bei den Sozialpsychiatrischen Diensten sieht es nur geringfügig besser aus: Von 282,2 Stellen sind 34,09 nicht besetzt, also 8,2 Prozent.
Anzeige
ROWENTA AIR FORCE FLEX 560 – Der einzige Staubsauger, der dort weiter saugt, wo andere aufhören. Für einfaches Saugen unter flachen Möbeln dank flexiblem Saugrohr. In Kombination mit einer Saugleistung von bis zu 100 Air Watt können Sie sich über eine uneingeschränkte Reinigungsleistung freuen und Staub selbst in den kleinsten Ecken aufspüren.
Es begann mit der gescheiterten Bewerbung um Olympia 2000. Heute feiert Berlin Partner in Siemensstadt 25. Geburtstag. Und 292 Unternehmen, Kammern, Verbände und Wissenschaftseinrichtungen feiern mit.
Gemein: Von neuen Kfz-Funkgeräten kann die Berliner Polizei weiterhin nur träumen. Eine entsprechende Ausschreibung (Nummer PPrBln 152-19) ist auf der Vergabeplattform des Landes überschrieben mit: „Achtung: Dies ist eine Testvergabe, bitte weder bewerben, noch ein Angebot abgeben.“ Falls Sie es doch wagen wollen: Die Angebotsfrist läuft am 27. September um 15 Uhr ab. Die Feuerwehr dagegen kann sich auf eine „Lieferung von 20 iPhone 8 mit 64GB in Spacegrau“ freuen. Wobei genügend Löschfahrzeuge vielleicht noch toller wären.
Sauberer Hinweis von Nicole Klauss zu den stinkenden Kreuzberger Schulklos (CP von gestern): Am Montag findet in Berlin ein Workshop zu Hygiene am stillen Örtchen statt, organisiert von der German Toilet Organization, mit dabei: Eltern, Schulleitungen und Verwaltungsmitarbeiter.
Die Ehrenbürger(innen)-Galerie des Abgeordnetenhauses ist um ein Gesicht reicher: Inge Deutschkron enthüllte ihr Porträt gestern gemeinsam mit dem Künstler Johannes Heisig. Wer es bewundern möchte: Am Samstag ist Tag der offenen Tür im Abgeordnetenhaus.
Anzeige
Tagesspiegel IFA-Gewinnspiel
Mit Beginn der IFA stehen dieses Wochenende drei tolle Gewinne für sie bereit. Heute bekommen Sie die Chance auf einen Kaffeevollautomat C1 Touch. Samstag können Sie eine kMix Edition als perfekten Küchenhelfer und Sonntag eine nuBox AS-225-Soundbar für Ihr Heimkino gewinnen. Alle weiteren Preise gibt es hier zu sehen.
Oder lieber zu Lollapalooza? Das Musikfestival findet am Wochenende ebenfalls statt, wie im vergangenen Jahr im Olympiapark. Das Social-Media-Team des Abgeordnetenhauses hat unter dem Stichwort „AGHpalooza“ Argumente fürs Parlament gesammelt: Toiletten ohne Schlangestehen, maximal 60 Dezibel, zentral in Mitte, Currywurst mit Pommes für 4,50 Euro…
Traurige Nachricht aus dem Berliner Zoo: Aus dem schwulen Pinguin-Paar, das ein Ei adoptiert und ausgebrütet hat, werden vorerst keine Eltern. Das Ei war nicht befruchtet.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Es ging so schnell.“
Sagte der Lkw-Fahrer, der gestern vom Amtsgericht Tiergarten wegen fahrlässiger Tötung verurteilt wurde. 1200 Euro muss er zahlen, weil er unachtsam die Tür seines Fahrzeugs öffnete – was einen 79-jährigen E-Bike-Fahrer das Leben kostete. Es sei ein „Augenblicksversagen“ gewesen, heißt es im Urteil.
Tweet des Tages
5 Minuten in Berlin und noch immer hat mir niemand mit Cowboyhut auf dem Kopf und Stromkabel als Gürtel vor die Füße gekotzt. Das ist nicht mehr meine Stadt.
Stadtleben
Essen & Trinken – Zwei Dutzend Vorspeisen, „Cicchetti“, dazu ein paar Hauptgänge: ein gutes Konzept, und bestechend umgesetzt. „Mehr Genuss“-Experte Bernd Matthies hat das Restaurant Salumeria Rosa für den Tagesspiegel getestet – und es hat bestanden. Cicchetti sind so etwas wie italienische Tapas, die zu einem Glas Wein oder Aperitif genossen werden. Wie man es auch von Tapas gewöhnt ist, stehen mehrere Cicchetti auf dem Tisch und es wird geteilt. Wer dann noch nicht voll ist, kann sich eines von den Hauptgerichten bestellen, z.B. Adlerfisch mit Schwarznudeln (22 Euro), oder klassiche Casarecce-Nudeln alla Carbonara (9,50 Euro). Bernd Matthies lobt außerdem besonders die Desserts: Limoncello-Eisparfait (7 Euro) sowie Panna cotta (8 Euro). Eine Flasche Chardonnay von Moccagatta/ Langhe ist für 38 Euro zu haben. Neue Kantstraße 25, Mo-Fr von 11.30 bis 22 Uhr geöffnet. S-Bhf Messe Nord/ICC
Berlinbesuch – LGBTIQ*-Themen waren schon immer relevant, wie ein Blick in die Geschichte zeigt. Die neue Ausstellungsreihe „Der zweite Blick“ setzt sich anhand aktueller gesellschaftsrelevanter Themen mit der Dauerausstellung des Bode-Museums auseinander. „Spielarten der Liebe“ ist in Kooperation mit dem Schwulen Museum der erste Teil dieser Reihe und wirft einen zweiten Blick auf Werke, die sich mit der Vielfalt sexueller Identitäten befassen. Hierbei wird deutlich, dass es keine lineare Entwicklung in Hinsicht auf den Umgang der Gesellschaft mit dieser Thematik gab, so wurde z.B. in der Antike männliche Homosexualität geduldet, wohingegen sie im Mittelalter als Sünde galt. Der Eintritt kostet 12/6 Euro. Am Kupfergraben, S/U-Bhf Friedrichstraße. Di-Mi 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Fr-So 10-18 Uhr geöffnet.
Anzeige
Das Creative Bureaucracy Festival feiert zum zweiten Mal die besten Ideen für das Gemeinwohl und die Menschen, die sich dafür einsetzen – vom Erzieher bis zur Ministerin, von Rio de Janeiro bis Neukölln. Die interessantesten Innovatoren und ihre Lösungen: 20. und 21. September 2019 in der Humboldt-Universität zu Berlin. Jetzt Tickets sichern.
Geschenk – Das Berliner Designer-Duo von „Bonnie & Buttermilk“ hat schon länger aus dem Internet heraus die Welt bunter gemacht. Nachdem der Onlineshop so gut lief, haben sie nun ihren ersten Showroom in der Kollwitzstraße 80 eröffnet. Hier hängt ein farbenfroh-gemustertes Kleidungsstück neben dem anderen, alle sind „made in Berlin“. Als Geschenk eignen sich zum Beispiel die bunten Gürteltaschen (34,90 Euro), oder die gemusterten Wärmflaschen für die kühleren Monate (34,90 Euro). Der Laden hat dienstags bis samstags von 11 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 16 Uhr geöffnet, U-Bhf Eberswalder Straße.
Last-Minute-Festival – Rassismus in verschiedensten Formen ist nach wie vor Bestandteil etlicher Lebensrealitäten in Berlin – um darauf aufmerksam zu machen, gibt es das „Festival gegen Rassismus“ unter dem diesjährigen Motto „Stark durch Widerstand – we are not alone!“ Heute und morgen werden auf dem Blücherplatz Perspektiven von Menschen in den Mittelpunkt gestellt, die von rassistischer Gewalt betroffen sind, und antirassistische Kämpfe, Bündnisse und Strategien sichtbar gemacht. Mithilfe eines künstlerischen und politischen Rahmenprogramms werden die Verbindungen zwischen Rassismus, Krieg, Kapitalismus und Kolonialismus und der Widerstand dagegen aufgezeigt. Es gibt Diskussionsrunden, Workshops, Lesungen, Ausstellungen, Theater- und Filmvorführungen, Aktionen und ein Kinderprogramm. Los geht’s heute um 15 Uhr, nahe U-Bhf Hallesches Tor.
Noch hingehen – Für die Ausstellung „Das Jahrhundert des Tanzes“ zeigen Tanzarchive aus ganz Deutschland erstmals einzigartige Stücke in einer gemeinsamen Ausstellung. So kann man zum Beispiel die Hexentanz-Maske von Mary Wigman bewundern oder sich eine ungewöhnliche Aufnahme von Josephine Baker bei ihrer Ankunft in Berlin im Jahr 1959 ansehen. Sie sprach auf einer Veranstaltung des Bundes der Verfolgten des Naziregimes zum Thema „Für Menschlichkeit – gegen Nationalismus und Rassenhass“. In der Ausstellung reihen sich Originale an digitalisierte Fotografien und Filmdokumente, auf einer dritten Ebene wird die Auswahl in einen internationalen Zusammenhang der Tanzmoderne gestellt, „um die Kreativität und Wucht der Tanzentwicklungen in Europa, den USA und weltweit anzudeuten.“ Die Ausstellung ist noch bis zum 21. September zu besuchen. Tgl. 15-22 Uhr, Eintritt 8/5 Euro, bis 18 Jahre und jeden Di freier Eintritt. Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, S-Bhf Bellevue
Anzeige
Der Tagesspiegel BERLINER – KUNST mit: Johanna Jaskowska, Selam X, Jimmie Durham, Nasan Tur, Philipp Grütering, Shirin David, Rudolf Zwirner, Monica Bonvicini, Max Rieger, Simon Fujiwara, Alexandra Bircken, Miriam Jonas, Jakob Ganslmeier, Okka Esther Hungerbühler, Johanna Dumet und Dr. Om
Morgen im Tagesspiegel
Karten sichern – Das erste, woran man bei dem Wort „IFA“ denkt, sind vielleicht schlaue Waschmaschinen oder faltbare Smartphones – nicht unbedingt klassische Musik. Falsch gedacht. Auf der IFA, die vom 6. bis 11. September läuft, wird es auch ein großes musikalisches Angebot geben, denn irgendwie muss man ja mit dem parallel laufenden Lollapalooza-Festival konkurrieren. So wird z.B. am Sonntag, 8. September, um 11 Uhr in Vorbereitung für BTHVN2020 und im Rahmen des #DABEI Festivals das Projekt „Beethoven Moves!“ präsentiert. Unter der musikalischen Leitung von Dirk Kaftan wurde Beethovens 5. Sinfonie in Zusammenarbeit mit ehemaligen Kindersoldaten in Medellín, Kolumbien, neu interpretiert. „Ziel ist es, dass die Jugendlichen in ihrer eigenen Sprache die Geschichte der 5. Sinfonie von Beethoven ‚nacherzählen‘ und daraus eine eigene Haltung zum Stück entsteht“, sagt der Orchesterleiter. Wir verlosen für die musikalische Premiere des Projekts 1x2 Tickets. Wer möchte?
Verlosung – Gestern eröffnete das Ballhaus Naunynstraße im Herzen Kreuzbergs mit der Premiere von „Auf meinen Schultern“ die neue Spielzeit. In der getanzten und gesprochenen Performance von Raphael Hillebrand geht es um die sich verändernden Perspektiven junger Eltern auf die Welt. Mit ein bisschen Glück können Sie 2x2 Tickets für die heutige Vorstellung um 20 Uhr gewinnen. Naunynstraße 27 (U-Bhf Kottbusser Tor)
Mit diesem Stadtleben wünscht Ihnen Carmel Schnautz einen spannenden Freitag.
Berlin heute
Verkehr – Aufgrund der IFA kann es im Messe-Umfeld (A100/ A115, Messedamm, Dreieck Funkturm, Halenseestraße) zu Verkehrsbehinderungen kommen. Auf der Fritz-Erler-Allee (Buckow) steht für ca. eine Woche in Höhe Juchaczweg/ Otto-Wels-Ring für jede Richtung nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Die U7 verkehrt bis zum 4. Oktober nicht zwischen Britz-Süd und Rudow. Von 22 Uhr bis zum 9. September, 1.30 Uhr ist die S5 zwischen Strausberg Nord und Mahlsdorf unterbrochen.
Demonstrationen – Am Pariser Platz veranstaltet die Gesellschaft für Sport- und Jugendsozialarbeit GmbH mit ca. 30 Teilnehmenden eine „Respekt-Demonstration einer Grundschulklasse im Rahmen einer Schulprojektwoche“ (11.30-12.30 Uhr). Die „Fridays for Future“-Demonstration findet wieder von 12 bis 13 Uhr im Invalidenpark mit etwa 500 Teilnehmern statt, gefolgt von einer Fahrraddemo mit ca. 100 Teilnehmern. Von 13 bis 18 Uhr gibt es einen von Clean River Project e.V. veranstalteten Bootskorso gegen „Plastikverschmutzung in unseren Gewässern“. Los geht’s am Urbanhafen bis zum Holzmarkt 25 mit ca. 150 Teilnehmern. Vor dem Roten Rathaus veranstaltet die Exil-Iranischen-Gesellschaft Berlin e.V. mit etwa 50 Teilnehmenden eine „Protestversammlung aus Anlass des Besuchs des Teheraner Bürgermeisters“ (13.30-18.30 Uhr). Die Omas gegen Rechts halten auf dem Alexanderplatz eine „Mahnwache gegen rechtsextremistische Tendenzen in Politik und Gesellschaft“ mit etwa 10 Teilnehmenden ab. Der Verein der Südjeminiten in Deutschland veranstaltet eine Demonstration mit ca. 70 Teilnehmern vor dem Auswärtigen Amt am Werdeschen Markt mit dem Motto „UN-geführter Friedensprozess für den Jemen mit legitimer Beteiligung des Südjemens" (15-17 Uhr). Am Blücherplatz findet ab 16 Uhr das „2-tägige politische Fest gegen Rassismus“, angemeldet von Reach Out e.V., mit etwa 500 Teilnehmern statt. Am Samstag ziehen etwa 5000 mit der Linken Berlin von 11 bis 22 Uhr mit der Tanzdemo „Wem gehört die Stadt“ vom Mauerpark zum Moritzplatz. Aufgrund der „Parlamentspause in Großbritannien“ gibt es eine Demonstration mit etwa 500 Teilnehmenden von 12 bis 18 Uhr auf dem Pariser Platz. Am Sonntag fährt der M.C. Hermsdorf mit etwa 250 Teilnehmern bei der Biker-Demo „Für mehr Verantwortung für schwerstkranke Kinder übernehmen“ durch Reinickendorf und Spandau. Die Berliner Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes fordert mit etwa 150 Demonstrierenden „Rechter Terror in Berlin – Untersuchungsausschuss jetzt!“ in der Fritz-Reuter-Allee (11-12 Uhr).
Gericht – Ein 77-Jähriger kommt wegen Beihilfe zum Bankrott auf die Anklagebank. Er soll aus Gefälligkeit für einen gesondert Verfolgten, der Privatinsolvenz angemeldet hatte, eine Luxus-Uhr für etwa 245 000 Euro veräußert haben (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 220).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Kathrin Faber (60) / Herwig Mitteregger (66), Rockmusiker, -sänger, Songschreiber und Produzent / Carsten Podlesch (50), Radrennfahrer / Bernd Römer (67), Rockmusiker / Bernd Titze, „alles Gute zum Geburtstag für den ‚Spielmacher‘“
Sonnabend – Emine Demirbüken-Wegner (58), „der besten Chefin in Reinickendorf-West herzliche Glückwünsche aus Ihrem Bürgerbüro, Ihre FDI und BS“ / Marie Harth, „zum runden Geburtstag liebe Glückwünsche der tollsten Mutter und besten Schwester!“ / Hannah Herzsprung (38), Schauspielerin / Irmela Körner (68), „Journalistin, Buchautorin, leidenschaftliche Italienreiseleiterin & liebste Körnerin“ / Dagmar Pohle (66), Bezirksbürgermeisterin und Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung, Gesundheit, Personal und Finanzen in MaHe / Dr. Wolfgang von Zezschwitz, „die herzlichsten Glückwünsche von Sylt Mari und Didi“
Sonntag – Klaus Böger (74), Politiker (SPD) / Helmut Böttiger (63), Schriftsteller und Literaturkritiker / Willy Decker (69), Opernregisseur/ Carsten Keller (80), ehem. Hockeyspieler / Holger Klein (50), Hörfunkmoderator und Podcaster / Frank Möller (49), Judoka und Judotrainer
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Susanne Hoefs, * 7. März 1945 / Dr. rer. pol. Karl-Heinz Jaspers, * 14. Februar 1934
Stolperstein – Spanische Allee 8, Nikolassee: Hier lebte Johanna Königsberger (Jhg. 1864) mit einer Freundin, bevor sie am 22. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert wurde. Dort starb sie heute vor 77 Jahren, vermutlich ist sie verhungert.
Encore
Im bayrischen Oberammergau soll Jesus zu den Passionsspielen demnächst mit dem E-Scooter anrollen statt auf einem Esel zu reiten. Zumindest, wenn es nach den Tierschützern von Peta geht. In Paris wäre das nicht mehr so einfach möglich. Beziehungsweise nur dann, wenn der Sohn Gottes das Ding ordnungsgemäß parkt. Bürgermeisterin Anne Hidalgo will auf dem Gehweg abgestellte Roller nämlich jetzt wie Sperrmüll wegschmeißen lassen. Nachhaltig ist anders. Das kann auch Peta nicht gefallen.
Einen nachhaltig entspannten Freitag wünsche ich Ihnen. Morgen lesen Sie hier von Ann-Kathrin Hipp. Bis bald,
