wir beginnen den Tag mit einer Meldung aus den USA: Der Ex-Polizist Derek Chauvin ist des Mordes an George Floyd schuldig gesprochen worden. Elf Stunden haben die zwölf Geschworenen in Minneapolis gebraucht, um sich auf das zu einigen, was so viele Amerikaner:innen bereits zu wissen glaubten, nachdem sie das Video vom 25. Mai 2020 gesehen hatten. Tagesspiegel-US-Korrespondentin Juliane Schäuble kommentiert: „Dieses Urteil wird George Floyd weder zum Leben erwecken, noch wird es den Schmerz seiner Familie ungeschehen machen oder verhindern, dass auch in Zukunft im Verhältnis zwischen Polizei und Schwarzen Unrecht geschieht und Fehler gemacht werden. Es ist lediglich ‚ein erster Schritt hin zu Gerechtigkeit‘, wie es der Justizminister von Minnesota am Dienstag ausdrückte. Aber: Auch wenn der Weg lang sein kann, er ist es wert, loszumarschieren. Amerika hat nichts weniger verdient.“
In Deutschland hat der Kanzlerkandidatenkrampf endlich ein Ende gefunden. Nach SPD und Grünen hat es auch die Union geschafft, sich auf einen Anwärter zu einigen – oder zumindest eine Entscheidung herbeizuführen. Der „Kandidat der Herzen“ aka Markus Söder ist es nicht geworden, aber weil Söder so viel Herz hat, bietet er Armin Laschet „ohne Groll“ seine „volle Unterstützung“ an (nicht allerdings ohne vorher nochmal zu betonen, dass er „unglaublich viel Zuspruch“ u.a. von „den Modernen, die auf Zukunft aus waren,“ erhalten habe). Berlins CDU-Vorsitzender und Söder-Supporter Kai Wegner wollte sich auf Checkpoint-Anfrage nicht äußern, sagte dann allerdings bei Lanz: „Ich bin nicht begeistert und ein Stück weit enttäuscht, weil ich einen anderen Favoriten hatte.“ Und zum Prozedere: „Ich glaube ein Glanzstück war es zweifelsohne nicht. Das, was die Grünen da hingelegt haben, war so, wie wir das früher gemacht haben, und wir haben es so gemacht, wie die Grünen das früher gemacht haben. Und ich hoffe, das machen wir so nicht mehr.“
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Fest steht: Deutschlands Machtfrage ist maximal offen. Der Baerbock-Zug nimmt bereits am zweiten Tag an Fahrt auf – zumindest, wenn man den neuesten Umfrageergebnisse von Forsa (RTL/n-tv) glauben schenkt. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, sähe die Stimmverteilung demnach wie folgt aus: Grüne 28% (+5), Union 21% (-6), SPD 13% (-2), FDP 12% (+3), AfD 11% LINKE 7%. Man könnte jetzt sicherlich darüber abstimmen lassen, ob man aus dem SPD-Kanzlerkandidaten vielleicht doch nur einen Spitzenkandidaten macht, oder wie viel Volk noch in Parteien steckt, die gemeinsam auf 34 Prozentpunkte kommen. Uns interessiert heute aber vor allem Folgendes: Wem trauen Sie die Kanzler:innenschaft zu? (Hier geht es zur Abstimmung, presscompass.net)

Zeichen gesucht: Die gehörlose Community diskutiert derzeit, welche Gebärden für die Kanzlerkandidat:innen Baerbock, Laschet und Scholz genutzt werden könnten. „Es werden meist offensichtliche Dinge oder bestimmte Charaktereigenschaften gewählt“, erklärt Bloggerin Julia Probst und zeigt im Videocall mit dem Checkpoint ein paar Beispiele. Barack Obama etwa sei zunächst mit „Ärmel hochkrempeln“ und später dann mit einem „O“ und der amerikanischen Flagge symbolisiert worden. Joschka Fischer wird als Fisch gezeigt, Gerhard Schröder mit einer Kippbewegung der Hand („der Schwankende“). Angela Merkels Gebärde bestand zunächst aus „herunterhängenden Mundwinkeln“ und wurde dann kanzlerinnengerecht durch eine Denkpose (abgeleitet von dem Wort „merken“) ersetzt. Alternativ gebe es noch den „Pagenschnitt“ – auf die Raute wurde verzichtet, weil sie in der amerikanischen Gebärdensprache für „Vagina“ steht.
Baerbock, Scholz und Laschet sind bis dato noch gebärdenlos – zumindest offiziell. Man werde sich die drei im Wahlkampf „genau angucken“ und Vorschläge herausarbeiten, sagt Probst. Der Buschfunk funktioniere unter Gehörlosen sehr gut. Was sie sich außerdem für den Wahlkampf wünscht: Dass Gebärdensprachdolmetscher möglichst immer mit dabei sind – egal ob bei Live-Auftritten oder im Fernsehen. Hätte über den Inklusionsgedanken hinaus den schönen Nebeneffekt, dass auch Hörende mitbekämen, wie die Namen mit den Händen gezeichnet werden.
Schadensbegrenzung, die: Das Land Berlin will mit einer „Sicher-Wohnen-Hilfe“Mieter:innen unterstützen, die wegen des gescheiterten Deckels in finanzielle Not geraten. Eine entsprechende „Tischvorlage“ für „Härtefälle“ hat der Senat am Dienstag beschlossen. Schätzungen zufolge könnten von den rund 365.000 Berliner:innen, die einen zeitweiligen Anspruch auf Mietsenkung hatten, 40.000 Haushalte Anspruch auf die Gelder haben – wenn sie die vielen Wenns erfüllen: Das Gehalt muss niedrig genug sein (Wohnberechtigungsscheinniveau). Andere staatlichen Leistungen, wie Wohngeld oder Hartz IV, dürfen nicht in Anspruch genommen werden. Zusätzlich muss eidesstattlich erklärt werden, dass eine wirtschaftliche Notlage vorhanden und der Vermieter nicht bereit ist, auf eine Nachzahlung zu verzichten oder sie zu stunden. Trifft all das zu, sind „Liquiditätsüberbrückungen“ – sprich Darlehen – möglich. Nur in ganz harten Härtefällen sollen sie in Zuschüsse umgewandelt werden. So weit, so Angebötchen. Kollege Alexander Fröhlich kommentiert treffenderweise: „Rot-Rot-Grün versprach den Mietenhimmel auf Erden und bietet nach harter Landung nur ein Placebo zur Heilung der Wunden.“ Kollege Ralf Schönball hat hier zusammengefasst, was Mieter:innen jetzt wissen müssen (T+).
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Berlin ist auf dem Weg zu einer attraktiven Fahrrad-Metropole: Ob geschützte Radwege, sichere Abstellplätze oder Lastenradtransporte – wir schaffen neue Möglichkeiten für alle. So macht die Mobilitätswende Berlin lebenswerter.
Mehr zu den Projekten der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr
und Klimaschutz unter: berlin.de/mobilitaetswende
Alles auf Bund, scheint derweil das Motto bei den Linken zu sein. Zumindest spricht Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler morgen um 18 Uhr mit Ex-Bausenatorin Katrin Lompscher „über LINKE Anforderungen an einen bundesweiten Mietendeckel“. „Diskutiert mit!“, heißt es in dem Twitteraufruf. Darunter der erste Kommentar: „Fangt endlich an zu bauen. Wenigstens die versprochenen Wohnungen in Berlin. Euer Mietendeckel wird auch im Bund nichts werden. Beerdigt den Quatsch endlich.“ Diskussion begonnen…
Apropos Diskussion: Zwei Tage vor der finalen Bundesrats-Beratung zum verschärften Infektionsschutzgesetz hat sich der Senat noch immer nicht auf ein Vorgehen in der Länderkammer festgelegt. „Wir sind noch mitten im Fluss“, erklärte Stadtentwicklungssenator Sebastian Scheel (Linke) im Nachgang der Senatssitzung – was auch immer das heißen mag. „Eine ganze Reihe Verhandlungen“ fänden noch statt. Immerhin: Zumindest zu den Schulschließungen bei einer Inzidenz von 165 gibt’s schon eine klare Meinung: Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) sieht die „willkürlich gegriffene Zahl (…) kritisch“.
Auch „Kritik“ hat ihre demokratischen Grenzen: Die Berliner Polizei hat vier von mehreren für heute geplanten Demonstrationen gegen die Corona-Politik verboten. Die Versammlungsbehörde begründet ihre Entscheidung mit der erwarteten Teilnehmerzahl, dem bundesweit mobilisierten Personenspektrum und den angekündigten Verstößen gegen die Infektionsschutzmaßnahmen. Weil davon auszugehen ist, dass die Beteiligten dennoch auf zugelassene Demos ausweichen, rechnet die Polizei mit bis zu 10.000 Demonstrant:innen, teils aus der gewaltbereiten rechtsextremistischen Szene. In dem von „Querdenkern“ bevorzugten Messengerdienst Telegram wird von einigen Usern ein sogenanntes „Tag X-Szenario“ herbeifantasiert. Andere reden davon, „geschlossen zum Reichstag“ zu gehen. Rund 2.500 Beamte sind im Einsatz.
Nur in Berlin: Die für heute geplante Pressekonferenz zum Thema „Mit Luftreinigungsgeräten, die Viren in der Luft bekämpfen, könnten Schulen, Kulturbetriebe, Gastronomie längst wieder öffnen“ in der Anna-Lindh-Schule muss wegen Schimmelproblemen in der Schule abgesagt werden. Der Tagesspiegel hatte bereits über den Pilzbefall berichtet. Schulleiter Mathias Hörold erklärt auf Checkpoint-Nachfrage, der Schulbetrieb sei „aktuell nur unter gewaltigen Anstrengungen des Kollegiums und mit viel Verständnis von Elternseite aus zu organisieren“. Der Schulträger habe unter diesen Umständen entschieden, „keine weiteren Veranstaltungen in den Räumen der Schule zu genehmigen, um den Schulbetrieb ggf. nicht noch weiter zu gefährden“.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Berlin kostet: Wer in der Hauptstadt ein Wohnobjekt kauft, zahlt einer Studie von Immobilienscout24 zufolge drei Prozent mehr als noch am Anfang des Jahres. Die größte Preissteigerung unter allen deutschen Städten. (Alb-)Traum vom Eigenheim.
Grünes Licht für Johnson & Johnson: Der Corona-Impfstoff des US-Herstellers kann nach Prüfung der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) uneingeschränkt verwendet werden. 36,7 Millionen der bereits produzierten Dosen sollen nach Deutschland geliefert werden.
Zoff um Sputnik V: Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) wollte sich am Dienstag vom Senat die Erlaubnis holen, mit Moskau in Impfstoffverhandlungen zu treten. Die Grünen blockierten einen entsprechenden Beschluss. Thomas Isenberg, Gesundheitsexperte der SPD-Fraktion, wirft ihnen eine „Ideologisierung der Impfstofftypen“ vor.
Weil auch in Pandemie-Zeiten „Leistung vor Psyche“ gilt, starten in Berlin am heutigen Mittwoch die Abiturprüfungen 2021. 14.500 Schüler:innen nehmen teil. 1.300 kommen über den zweiten Bildungsweg hinzu (Q: dpa). Team Checkpoint wünscht gutes Durchhalten.
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Nach Radreisen in über 30 Länder entdeckt der Weltenbummler Maximilian Semsch das Abenteuer vor der eigenen Haustüre. In der Multimedia-Liveshow berichtet der Neu-Brandenburger von seiner Radreise in alle 16 Bundesländer. Du willst mehr über „Abenteuer Deutschland“ wissen? Schalte ein – heute um 19 Uhr LIVE auf www.velofestivals.com.
Knapp drei Monate nach dem Diebstahl von 242 neuen Tablets aus einer Berliner Grundschule hat die Staatsanwaltschaft einen 26-Jährigen angeklagt. Leonardo D., der mit unterschiedlichen Identitäten hantierte und als Putzkraft in der Schule tätig war, soll mit dem Generalschlüssel die Tür zum Lagerraum geöffnet und die Tablets entwendet haben. Die Geräte im Wert von knapp 97.000 Euro, die sozial benachteiligten Familien für das Homeschooling zur Verfügung gestellt werden sollten, sind nie wieder aufgetaucht.
#Politik #hingehen #zuhören #anpacken #HerzenssacheBerlin #TeamFranziska #Berlin-Wahlkampf – die Landesvorsitzende und Spitzenkandidatin der SPD Berlin, Franziska Giffey, ist jetzt auch auf Twitter. Wenn’s so weitergeht, sind bis September alle Hashtags aufgebraucht.
Was fehlt? Die U5: Am Hauptbahnhof existiert die neue Linie weder an den Treppen der oberen Bahnsteige, noch in den sogenannten „Ebenenplänen“ oder Fahrstühlen. „Größere Beschwerden über die Beschilderung sind uns bisher nicht bekannt“, sagt ein Bahnsprecher. Ob es „kleine“ gab, teilt er nicht mit.
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Amt, aber unglücklich: „Leider ist es nicht möglich, online oder über das Bürgertelefon 115 einen Termin für die Beantragung eines neuen Reisepasses zu bekommen. Online gibt es nur für ein paar hundertstel Sekunden einen Termin, der dann sofort wieder verschwindet. Nachdem ich knapp zwei Wochen versucht habe, beim Bürgertelefon durchzukommen, hatte ich heute nach nur 27 Minuten und 32 Sekunden eine echte Mitarbeiterin dran, die mir allerdings nach weiteren knapp dreißig Minuten Recherche GAR KEINEN Termin BERLINWEIT nennen konnte – weder für die nahe Zukunft noch für die Monate Juni oder Juli“, schreibt uns Checkpoint-Leserin Claudia R. Mit Grüßen an den Senat.
Amt, aber glücklich sind dafür Anne und Thomas Funk: „Anfang April beantragten wir die Eheschließung beim Standesamt Pankow. Als wir nach zehn Tagen noch immer keine Bestätigung hatten, fuhr ich zum Rathaus, um mich zu erkundigen, wie sich das Verfahren beschleunigen lässt, da wir in einem Monat unser Kind erwarten. Gute 24 Stunden später hielten wir die Eheurkunde in der Hand.“ Schneller als Las Vegas.
Verkehrswe…was? An dieser Stelle präsentieren wir noch ein aktuelles Bild von der Neugestaltung einer Straße in Pankow. Autofans werden sie lieben. Andere Verkehrteilnehmer:innen: nunja…
Zitat
„Ich wünsche mir diese Kultur der Transparenz auch in Sachentscheidungen.“
CDU-Parteichef und Kanzlerkandidat Armin Laschet (meint hoffentlich nicht die Echtzeit-Leak-Twitterei)
Tweet des Tages
‚...wurde er schließlich Kanzlerkandidat, weil alle ins Bett wollten.‘ Würde mir auf Wikipedia gefallen.
Stadtleben
Essen – Die Temperaturen lassen erste Träumereien von Sommerurlauben zu, das Meeresrauschen wird lauter und der Sand rieselt bereits zwischen die Zehen. Weil die Reiseplanung allerdings noch immer eine unsichere Kiste ist, sollten Sie am Wochenende mit der Schönwetter Beachbar im Mauerpark Vorlieb nehmen. Mit dabei sind die nach Buchenholz duftenden Schmandfladen von Dünnes Brot, feiertäglich Burger von Sun Day, das beste Sachertorten-Eis jenseits von Wien bei Gimme Gelato und nur dieses Wochenende ein Popup von Good'n'Vegan, die ihr Menü um den „Mac No Cheese Burger“ erweitert haben. Sonntag ab 12 Uhr sind sie alle vor Ort, letztere bereits ab Donnerstag zwischen 14 und 19 Uhr, in der Bernauer Straße 63, U-Bhf Eberswalder Straße.
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Mitmachen – Nach der Liebe ist er vielleicht das meistverwurstete Thema aus Musik, Literatur und anderen Kunstormen – schließlich leben wir allesamt unter seiner Obhut, starren Löcher in ihn hinein oder senden ihm Stoßgebete: es geht um den Himmel. Weil das analoge Erleben von Kultur als Bindeglied der Gesellschaft zuletzt schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde, veranstaltet das Literaturhaus Berlin heute um 17 Uhr ein „Wolkentheater“. Ausgerüstet mit Sonnenbrille, Hut und Regenschirm geht es mit Schauspielerin Elisabeth Trissenaar auf eine Reise, getragen von einer unendlich langen Luftbrücke aus Wolken. Der Eintritt ist umsonst und der Treffpunkt der Balkon des „Li-Be“.
Anschauen – Winterschlaf ist eine feine Sache. Dieses Anliegen haben auch die vier Reise-Kompagnons im Schlafwagen gen Norden, wo die Klimaerwärmung dem Winter noch nicht den Garaus gemacht hat. Doch Obacht – wer zu früh einschläft, wacht auch zu früh auf. Die Hauptbeschäftigung der menschlichen oder tierischen Protagonist:innen besteht also aus dem gegenseitigen Wachhalten. Und wie bleibt man am besten wach? Mit Probemen. Die „Sleeping Duties“ (Regie: Vanessa Stern) werden zum nächtlichen Begleiter der illustren Reisetruppe, aufgeführt für einen Solibetrag von 5 bis 25 Euro im Online-Stream der Sophiensæle.
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Tagesspiegel-Podcast „Gyncast“, Folge 24: Mütter in der Pandemie
Wer übernimmt jetzt das Homeschooling und wie groß ist die Gefahr, sich beim eigenen Nachwuchs anzustecken? Womit können Kinderlose befreundete Eltern derzeit unterstützen? Und wie riskant ist die Impfung für Schwangere? Antworten in Dr. Mandy Manglers völlig unzensierter Sprechstunde. Jetzt hören auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de
Anschauen – Digitale Lesungen sind mitnichten Ersatz für ausgelassene Salonabende. Den Autor:innen fehlt der Applaus, den Gästen die Stimmung eines von Stimmen gefüllten Raumes. Es gibt allerdings Persönlichkeiten, auf deren Präsenz ist auch durch den elektronischen Äther hinweg Verlass – Elke Heidenreich, zum Beispiel. Im Rahmen des Salonfestivals liest sie am Sonntag, den 25. April um 18 Uhr aus ihrem Buch „Männer in Kamelhaarmänteln“. Es geht um nichts geringeres als die Haut, die wir uns täglich wählen, nämlich unsere Kleider, und was wir in ihnen erleben. Oder auch ohne. Tickets gibt es ab sofort hier.
Grübelstoff – Erinnern Sie sich an Ihr schrägstes Kleidungsstück? Ob mit Plateau, Schlag oder einer fiesen Farbkombination – sind Stilpannen eine Frage der Mode oder der persönlichen Entwicklung?
Das Pandemie-Ding
Zeiten ändern sich und Corona ändert die Zeiten. In den kommenden Wochen wollen wir an dieser Stelle Dinge zeigen, die während der Pandemie an Bedeutung gewonnen haben. Heute: Ingrid Hinz und das Taj Mahal.
„Bevor ich wegen der vielen Kontaktbeschränkungen an den Wänden kratze, kratze ich seit einem Jahr Bilder frei. Das Schönste ist das ‚Taj Mahal‘ und lädt gleichzeitig zum (Reise-)Träumen ein...“
Was ist Ihr Pandemie-Ding? Wir freuen uns über Fotos (möglichst im Querformat) inklusive einer kurzen Begründung an checkpoint@tagesspiegel.de.
Berlin heute
Verkehr – A113 (Schönefeld-Zubringer): Stadteinwärts ab 21 Uhr bis ca. 5 Uhr zwischen AS Schönefeld-Nord und AS Adlershof gesperrt. Von 0 Uhr bis 5 Uhr wird die Sperrung bis zur Anschlussstelle Späthstraße ausgeweitet. Mehr Informationen finden Sie hier.
Alt-Treptow: Auf der Kiefholzstraße beginnt um 9 Uhr eine Demonstration, die bis 12 Uhr über die Elsenstraße zur Heidelberger Straße und wieder zurück zieht.
Ritterfelddamm (Kladow): Zwischen 8.30 und 16.30 Uhr steht zwischen Waldallee und Seekorso für beide Richtungen nur ein gemeinsamer Fahrstreifen zur Verfügung (Gegenverkehrsregelung ohne Ampel).
Marschallbrücke (Wilhelmstraße-Luisenstraße, Mitte): Wegen einer Kundgebung ist die Straße von 10 bis 20 Uhr zwischen Schiffbauerdamm und Reichstagufer gesperrt.
Prenzlauer Promenade (Pankow): Aufgrund einer Demonstration kann es von 12.30 bis 15 Uhr zwischen Am Steinberg und Elsa-Brändström-Straße zu Verkehrseinschränkungen kommen.
Straße des 17. Juni (Tiergarten): Zwischen Großer Stern und Brandenburger Tor kann es wegen einer Kundgebung zwischen 10 Uhr und spätabends zu Verkehrseinschränkungen kommen.
Schloss Bellevue (Tiergarten): In der Zeit von 16 bis 22 Uhr kommt es hier zu Verkehrseinschränkungen und Sperrungen. Betroffen sind die Paulstraße, Spreeweg und John-Foster-Dulles-Allee.
Seestraße (Wedding): In Fahrtrichtung A100 (Stadtring) werden umfangreiche Einschränkungen eingerichtet. Für vsl. zwei Wochen steht in Höhe Dohnagestell nur der linke Fahrstreifen zur Verfügung. Das Abbiegen in die Straße Dohnagestell von der Seestraße aus ist nicht möglich.
Demonstration – Neben den wöchentlichen „Merkel muss weg“-Protesten sind im Zusammenhang mit der Corona-Politik und der Änderung des Infektionsschutzgesetzes zahlreiche Demonstrationen mit bis zu 10.000 Teilnehmer:innen geplant.
Gericht – Im Prozess gegen Clanchef Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder geht die Zeugenbefragung weiter. Es geht um mutmaßliche Straftaten wie versuchte schwere räuberische Erpressung und Freiheitsberaubung zum Nachteil von Rapper Bushido, nachdem dieser die Geschäftsbeziehungen aufgelöst hatte (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 500).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Ein besonderer Mensch hat heute Geburtstag! Ich wünsche Dir, toller Arne, einen wundervollen GeburTTstag...“ / Susanne Beyer (55): „Liebe Susanne! Zum Geburtstag alles Liebe und gute Wünsche für Deine Gesundheit in dieser kritischen Zeit! Genieße den Tag und freue Dich über unsere schönen gemeinsamen Erfahrungen! Hoffentlich kannst Du auch bald wieder in Deinem Chor singen! Alles Liebe, Dein Sören“ / Holger Daemgen (52), Schauspieler / Klaus Eichler (68), „der beste Schwager“ / Tita von Hardenberg (53), Journalistin, Moderatorin und Produzentin / Kitty Hoff (49), Sängerin / „Kerstin, beste Ehefrau der Welt. Herzlichen Glückwunsch, Dein Uhu!“ / „Sisay Kersting wird 13 – Du bist der Beste!“ / Martin Kruse (92), ehem. Bischof der Evangelischen Kirche von Berlin-Brandenburg / Manny Marc (41), Musikproduzent und Rapper / Christina Plate (56), Schauspielerin / Palina Rojinski (36), Moderatorin und Schauspielerin / Peter Schneider (81), Schriftsteller / William Totok (70), Schriftsteller / „Geneviève Wittmann in Berlin-Friedenau wird 75 – nach genau 50 Jahren deutsch-französischer Ehe noch in phänomenaler Frische. Herzlichen Glückwunsch und weiter so!“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Christian Annas, Berliner Wasserbetriebe / Jean-Gil Chodziesner-Bonne, * 30. Januar 1943 / Roland Romen, * 24. Mai 1965 / Eva-Maria Rottka,* 20. November 1931, Ärztin für Neurologie und Psychiatrie / Christian Zeiler, * 23. Dezember 1929
Stolperstein – Meta Ida Liemann wurde am 17. September 1886 geboren. Im Alter von 57 Jahren ist sie heute vor 77 Jahren in Meseritz-Obrawalde von den Nationalsozialisten ermordet worden. In der Granatenstraße 2 in Reinickendorf liegt in Erinnerung an sie ein Stolperstein.
Encore
Wenn Berlin am 26. September das neue Abgeordnetenhaus wählt, werden viele junge Menschen zum allerersten Mal ihre Stimme abgeben, Menschen die in den vergangenen Monaten statt auf Partys vor allem auf Polstermöbeln abhängen musste. Was ihre Meinung zur Berliner Politik ist, fragt sie dort niemand. Das wollen unsere Tagesspiegel-Volontärinnen ändern und von Erstwähler:innen wissen, was sie über ihre Stadt denken: Worüber wird zu wenig geredet? Was ist in Berlin ungerecht? Was prüde? Wie soll Berlin nicht werden? Und was hat einem in der Schule keiner beigebracht, obwohl man es dringend braucht? Über Antworten auf jeweils eine der Fragen (mit einem kurzen Text von max. 300 Zeichen oder einem Video von max. 15 Sekunden im Hochformat) freut sich das Team: Joana.Nietfeld@tagesspiegel.de.
Freudig an diesem Newsletter mitgearbeitet haben Sophie Rosenfeld (Recherche), Juliane Reichert (Stadtleben) und Florian Schwabe (Produktion). Morgen begrüßt Sie hier euphorischst Lorenz Maroldt. Machen Sie’s gut!

