ab heute geht’s ab: Der Spätsommer gibt noch einmal alles, was der Frühsommer nicht zu geben bereit war. Und so wandeln wir durch unsere neu erwachende Stadt, in der jetzt nur noch die Gesichter strahlen müssen. Zum Beispiel über diese schöne Begebenheit, die unser Leser Andreas Troge gerade beobachtet hat: Eigentlich lassen sich ja Tickets in den Bussen nur noch per Karte lösen. Nachdem aber gleich zwei EC-Karten eines älteren Fahrgastes nicht funktionierten, machte ein hilfsbereiter Busfahrer eine Ausnahme. Mit seiner eigenen Karte zahlte er das Ticket seines Fahrgastes und bekam von ihm 3,80 Euro in bar zurück. Guten Morgen Berlin, du kannst so sonnig sein!
So eine gute Idee hatte Berlin lange nicht: Ausgerechnet am Alexanderplatz, bisher mehr Stein als Sein und mit seinen Jahrmarkt-Bretterbuden höchstens Fluchtpunkt in die nächste Bahn, könnte aus dem alten Berlin etwas wirklich Neues entstehen. Galeria Kaufhof, das letzte Kaufhaus im Osten der Stadt, will sich hier auf kleinerer Fläche neu erfinden. Und im gleichen Haus könnte die Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) sich selbst und dem von Hochhaus-Baustellen gesäumten Platz einen neuen Sinn geben.
Was im geschlossenen Galeries Lafayette an der öden Friedrichstraße nicht klappte (auch weil der damalige CDU-Kultursenator Joe Chialo ohne Absprachen und Partner vorpreschte), könnte nun vielleicht doch am ollen Alex gelingen. Die ZLB, bisher zusammengezwängt in der morschen, viel zu kleinen Amerika-Gedenkbibliothek in Kreuzberg sowie der maroden, nicht mal wasserdichten Landesbibliothek in Mitte, würde endlich an einem neuen Ort zusammenfinden. Und ein gemischtes, wissbegieriges Publikum anziehen, das dem Alex schon lange fehlt. Könnte Berlin hier endlich wieder eine Geschichte der Zukunft erzählen?
Nach Checkpoint-Informationen aus Senatskreisen soll in diesen Tagen der Kaufhaus-Eigentümer Commerz Real den Mietvertrag für Galeria Kaufhof zunächst bis zum Sommer verlängern. Damit gäbe es genug Zeit, alles neu aufzustellen und auszuhandeln. So kann die Finanzverwaltung etwa prüfen, ob Geld aus dem neuen Infrastruktur-Sondervermögen genutzt werden kann für Umzug und Neustart von Berlins durchgeblättertem Gedächtnis. Warum diese gute Idee Wirklichkeit werden sollte, erfahren Sie heute früh in einem Kommentar im Berliner Rundfunk und später auch auf www.tagesspiegel.de. Und was denken Sie dazu?

Wie überhaupt könnte eine Bibliothek der Zukunft am Alexanderplatz aussehen? Das erklärt Jonas Fansa, der neue Direktor der Zentral- und Landesbibliothek (ZLB), im exklusiven Checkpoint-Interview. Der 45-Jährige spricht dabei auch über das Lesen und gemeinsame Lernen in Zeiten der Digitalisierung.
Herr Fansa, können wir bald in einer neuen Landesbibliothek am Alexanderplatz im Berliner Gedächtnis blättern?
Ob und in welcher Form es bald eine neue ZLB am Alexanderplatz gibt, lässt sich aktuell nicht vorhersagen. Im Moment liegt es bei der Politik, darüber zu verhandeln.
Was wünschen Sie sich denn für einen neuen Standort und welche Funktionen soll eine Berliner Zentralbibliothek dort erfüllen?
Eine neue ZLB muss ausreichend Platz bieten, um der Stadtgesellschaft als Wohn- und Arbeitszimmer zur Verfügung zu stehen. Wir sind aktuell mit bis zu 5.000 Besuchen am Tag schon die meistbesuchte Kultureinrichtung, haben aber viel zu wenig Publikumsfläche, das muss sich ändern. Außerdem bietet ein neuer Standort viel mehr Platz für Kinder und Jugendliche, die hier in sicherer Umgebung lernen und kreativ werden können. Und: Wir könnten an einem neuen Standort bis zu 550.000 Medien im Freihandbereich bereitstellen und gleichzeitig kostenlose Veranstaltungen und Kreativangebote wie Makerspaces, Musik- und Videoproduktion anbieten. Eine neue ZLB wäre also auch der Kreativraum der Stadt.
Was erhoffen und erwarten Sie von der Berliner Politik, um Ihre Bestände zu sichern?
Die Standortfrage muss dringend gelöst werden. Es kann nicht sein, dass unsere Kulturgüter ständig im Risiko sind, unter Wasser zu stehen. Berlin verdient außerdem eine zentrale öffentliche Bibliothek mit angemessen großem digitalen und physischen Bestand und Angeboten für die ganze Stadt, ohne dass man zwischen Ost und West dauernd hin- und herpendeln muss. Wir hoffen natürlich, dass die Berliner Politik zeitnah eine Lösung findet, sind aber auch in engem Austausch darüber.
Glauben Sie, dass in Zeiten der Digitalisierung Bibliotheken noch zeitgemäß sind?
Bibliotheken sind nicht nur zeitgemäß, sondern zukunftsrelevant, denn sie sind wichtige Begegnungs- und Aufenthaltsorte für die Stadtgesellschaft – und die gibt es immer weniger. In der Bibliothek finden alle einen Platz, um zu lernen, sich über neue Technologien zu informieren, kreativ zu werden oder auch einfach nur unter Menschen zu sein. Kaum ein Kulturangebot ist niedrigschwelliger, als mit seinem Kind in die Bibliothek zu gehen. Menschen, die kein Klavier zu Hause haben, können zu uns kommen und üben. Und wer mit digitalen Werkzeugen noch nicht so gut zurechtkommt, kann sich bei uns unterstützen lassen. Die Bibliothek bringt ganz unterschiedliche Gruppen zusammen. Einander live zu begegnen – das ist auch in der digitalen Welt immer noch ein menschliches Bedürfnis.
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Wir blättern weiter im Postfach – und was findet sich da? Eine Mail von Peter Strieder. Am Dienstag haben wir hier über die Idee berichtet, über die Ermittlung des Stromverbrauchs spekulativen Leerstand in Berlin aufzuspüren. Nun schreibt uns der Ex-SPD-Bausenator: „In den 2000er Jahren hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf diese Weise den damaligen Leerstand von etwa 140.000 Wohnungen in Berlin ermittelt.“ Allerdings wollte der Senat damit nur einen Überblick über den Leerstand bekommen. Denn – kaum zu glauben, aber wahr – damals galten zu viele Wohnungen in Berlin als Problem.
Strieder macht nun auf „ein leider ebenfalls in Vergessenheit geratenes Instrument gegen das absichtliche Verkommenlassen von Häusern“ aufmerksam – und zwar das sogenannte Wohnungsaufsichtsgesetz. Das ermächtigt die Bezirksämter bei Schrottimmobilien einzugreifen und selbst grundlegende Instandsetzungsmaßnahmen zu beauftragen. „Dass die Bezirke hier nicht konsequent vorgehen, dürfte vor allem am Kostenrisiko liegen“, schreibt Strieder. „In den bezirklichen Haushalten sind hierfür keine Mittel veranschlagt, sodass in diesem Fall andere Etats herangezogen werden müssten, die dann selbst nicht mehr auskömmlich wären.“
Strieder schlägt vor, einen Topf beim Finanzsenator einzurichten, über den die Bezirke zunächst abgesichert werden. So wie wir Stefan Evers (CDU) kennengelernt haben, dürfte der davon mäßig begeistert sein. Aber fragen kann man ja mal. Die Antwort – sofern uns eine ins Postfach flattert – lesen Sie morgen im Checkpoint.
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Buchpremiere, Lesung & Gespräch am Pariser Platz 4
Welche Bedeutung hat die Antike für uns heute? Wir laden Sie ein, diese Frage mitzudiskutieren, wenn sich um 17 Uhr die Pforten zu einem „Café Antike“ öffnen: bei Rezitationen, Thementischen und erfrischenden Getränken. Um 19 Uhr liest dann Ulrike Draesner aus ihrem neuen Buch penelopes sch()iff und spricht darüber mit Aris Fioretos, Jonas Grethlein und Karen Leeder.
Weitere Infos und Tickets hier
(7,50 / erm. 5,-) oder einfach an der Abendkasse
Dieser wechselhafte Sommer war sicher nicht das beste Beispiel: Doch auch Berlin bekommt die Folgen des Klimawandels immer deutlicher zu spüren. So haben sich die Fälle von Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Hitze und Sonnenlicht in den vergangenen drei Jahren nahezu verdoppelt (im Vergleich zum Zeitraum 2015 bis 2017). Das geht aus Zahlen der AOK-Nordost hervor, die der Linken-Politiker und Arbeitsrechtler Damiano Valgolio angefragt hat. Sein Verbesserungsvorschlag für die stark betroffene Baubranche: Der Senat solle sich beim Bund dafür einsetzen, dass das sogenannte „Schlechtwettergeld“, das Bauarbeitenden bei wetterbedingten Arbeitsausfällen einen Teil des Lohns sichert, auch bei Hitzetagen greift. Als neuen Namen schlagen wir vor: „Zugutwettergeld“.
Falls Sie in letzter Zeit Wutschreie aus den Verwaltungsräumen Ihrer Kita vernommen haben: Das Update der Software-Systems ISBJ, das vor den Sommerferien die Ausgabe von Kita- und Hort-Gutscheinen in vielen Jugendämtern wie berichtet lahmgelegt hat, ist immer noch nicht verdaut. Leidtragende sind nun vor allem die Kita- und Hortträger – mitten in der Aufnahmephase. Anmeldezeiten von bis zu zehn Minuten. Ständige Neuanforderungen des Bestätigungscodes. Ein „Dokumententresor“, der die vielen Bestätigungsmails ersetzen sollte, nun aber häufig leer bleibt. Und Kinderdaten, die 15 Mal eingegeben werden müssen, bevor die Buchung endlich im System auftaucht. Die Anlässe zum Ausflippen sind mannigfaltig. Und das Chaos ist perfekt für viele Kitaträger, die derzeit keinen sicheren Überblick haben, ob und wie viele ihrer Schützlinge korrekt angemeldet sind.
Im Hortbereich wiederum fallen Kinder nach der dritten Klasse aus der Kostenfreiheit raus – doch wegen der Systemprobleme wird den Trägern derzeit oft nicht angezeigt, wie hoch die Beiträge sind, die sie nun von den Eltern eintreiben müssen. Vielen fehlen deshalb jetzt die Einnahmen für August und September. „Die Senatsverwaltung hatte uns versichert, dass diese Fehler bis Anfang September behoben werden, aber bisher gibt es keine Verbesserung“, beklagt Torsten Wischnewski vom Paritätischen. Und berichtet mit Grausen, dass schon das nächste Update droht: Anfang Oktober soll das ISBJ-Portal für die Träger auch noch erneuert werden. Droht hier das nächste durch die Bildungsverwaltung verantwortete Chaos?
„Uns ist bewusst, dass die bestehenden Einschränkungen für Träger und Jugendämter eine spürbare Belastung darstellen“, sagt eine Sprecherin auf Nachfrage. Man arbeite „mit Hochdruck daran, die Stabilität des Systems zu verbessern und verbliebene Fehler schrittweise zu beheben“. Der „laufende Betrieb“ sei aber sichergestellt. Und das Update? „Die Umsetzung des Trägerportals ist weiterhin für Oktober vorgesehen; entscheidend ist jedoch, zuvor die bestehenden Herausforderungen vollständig zu lösen.“ Blumen, Schokolade, Beruhigungsmittel – tun Sie zwischendurch mal was Gutes für die Menschen, die Ihr Kleinkind betreuen und dabei offenbar selbst nicht gut betreut werden.
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Zumindest an schöne Schulzeiten zurück denkt heute Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (parteilos, für CDU) im Checkpoint-Erinnerungsheft:

Berliner Schnuppen
Telegramm
Immer seltener pünktlich fahren die Bahnen in und um Berlin. Trotzdem sollen sie teurer werden. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg will die Tarife zum Januar um sechs Prozent anheben, heißt es aus verkehrspolitischen Kreisen. Die Seniorenkarte 65plus soll wegfallen. Auch das Sozialticket für Bedürftige wird vom Senat erneut verteuert, diesmal von 19 Euro auf 27,50 Euro pro Monat. Berlin wird immer immobiler.
Die Vergabe der Alten Münze in Mitte an die privaten „Spreewerkstätten“ hat in den vergangenen Monaten viel Kritik ausgelöst. Nun zeigt eine Recherche unserer Kollegin Teresa Roelcke, dass der künstlerische Leiter des Unternehmens zusammen mit seiner Partnerin dort offenbar über lange Zeit widerrechtlich gewohnt hat (Hintergründe hier). In welcher Münze hier Miete nachgezahlt werden müsste, sollte schnell geklärt werden.
16 Jahre nach einem Mord auf offener Straße bittet die Berliner Polizei um Mithilfe. In der Nacht vom 13. auf den 14. August 2009 wurde in Hohenschönhausen ein ehemaliges Mitglied eines Rockerclubs erschossen. Falls Sie tatsächlich noch Erinnerungen an diesen Tag haben sollten und sachdienliche Hinweise geben können (Details hier), wenden Sie sich an die Polizei. Besser spät als nie.
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Festival of Lights in Concert
(10.–14.10.2025):
Der Berliner Dom wird zur Bühne für 3D-Lichtkunst, Ambient- & Elektronik-Sets von Top-Acts wie Alle Farben, Monika Kruse u. a. 5 Abende, 9 Shows, nur 900 Plätze pro Show. Ein immersives Erlebnis aus Projektion, Musik & Raum – live im Dom. Mehr
Wichtiger Nachtrag zu unserer Meldung über den Anteil der Schulkinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Nicht deutsche Herkunftssprache sei nicht eigens definiert und beziehe sich auf die Familiensprache oder die zuerst erlernte Sprache, schreibt uns Checkpoint-Leserin Sabine Speiser. Sprich: Ein Großteil der Kinder ist hier aufgewachsen. „Freundlicher und ressourcenorientierter lässt sich der Sachverhalt als Mehrsprachigkeit bezeichnen“, schreibt Speiser. „Ein Gewinn für eine internationale Stadt ist die selbstverständliche Mehrsprachigkeit der neuen Generationen.“ Si claro.
Damit wechseln wir zu einem Satz guter Meldungen:
Ein Licht ist aufgegangen auf dem steinigen Weg, dem Hansaviertel wenigstens eine Weltkulturerbe-Anmutung zu verpassen. Noch vor kurzem war die Passage, die unter dem S-Bahn-Bogen zur Flensburger Straße führt, wegen defekter Laternen stockfinster. Angesichts der Obdachlosigkeit und Vermüllung des Geländes stellte dies für viele Anwohnende eine Belastung dar, mussten sie ihren Nachhauseweg oft mit Taschenlampen oder Handyleuchten antreten. Nach unserem Bericht strahlen die reparierten Lampen nun wieder helle. Gut, wenn die Stadt uns nachts heimleuchtet.
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Nach der Währungsunion, als es auch im einstigen DDR-Regierungskiez Pankow keine Ost-Mark mehr gab, warteten in der alten Kaufhalle am Dorfanger immer noch die alten Einkaufswagen, an denen die Räder nicht mehr durchdrehten – und führten die staunenden Neu-D-Mark-Bürger durch umgestaltete Gänge von A wie Ananas bis Z wie Zitronengras. Irgendwann wuchs dann Gras über die 2012 abgerissene Kaufhalle, die nie so richtig ein Supermarkt geworden war. Nun, mehr als ein weiteres Jahrzehnt später, sollen auf Pankows prominenter Brache an der Kirche neue Wohnhäuser gebaut werden – der entsprechende Vertrag wurde jetzt vom Bezirksamt unterschrieben. Das Warten wird inzwischen in Euro berechnet.
Falls Sie zu viel Langeweile oder zu viel Geld oder zu viel von beidem haben, dann zahlen Sie Ihre Aufmerksamkeit mal hierauf ein: Bei der heute in Berlin stattfindenden Herbstauktion des „Immobilienauktionshauses Deutschland“ können Sie der Bahn den Bahnhof Königslutter in Niedersachsen abkaufen. Das Mindestgebot beträgt 575.000 Euro. Am Bahnhof selbst gibt es noch an- und abfahrende Regionalzüge nach Magdeburg und Braunschweig sowie eine täglich geöffnete Dönerstation. „Ein Döner kostet bei uns sieben Euro“, erzählt Imbiss-Mitarbeiter Muslim am Telefon. Von der Bahnhofsauktion wusste er noch gar nichts – aber will auch nicht mitbieten. „So viele Döner können wir gar nicht verkaufen.“
Zitat
„Wir brauchen Standards bei der Beschaffung von Hard- und Software, sonst ist Berlin nicht regierbar.“
Daniela Ortmann, Vorsitzende des Berliner Hauptpersonalrats, im Tagesspiegel-Interview über nötige Reformen in der Verwaltung
Stadtleben
Verlosung – Läuft und läuft und läuft, das Musical „Linie 1“ im Grips. Traditionell eröffnet das Haus damit die Spielzeit und wir verlosen für die morgige Vorstellung 3x2 Karten (19.30 Uhr)! Die gelungene und oft ausverkaufte Neuinszenierung aus dem Jahr 2023 lockt weiterhin Zuschauer:innen an, die mit Provinzgöre Natalie auf die Suche nach Rockmusiker Johnny gehen. In der U1, Richtung Schlesisches Tor, gerät sie in den Sog der Stadt und trifft auf ein Panoptikum verlorener, warmherziger Menschen, eine Insel der Seligen. Diese Zeitreise ins West-Berlin der 1980er wird auch heute und am Sonnabend gespielt, regulär 33/20 Euro, Altonaer Straße 22, U-Bhf Hansaplatz
Essen & Trinken – Damit es bleiben kann, wie es ist, muss sich manchmal was verändern. In der „Rotisserie Weingrün“ etwa. Die betrieb 16 Jahre lang die Berliner Gastro-Legende Herbert Beltle. Diesen Sommer setzte er sich zur Ruhe und übergab an Renate Dengg und Max Setrak („Jolesch“). Den Look des Restaurants haben sie aufgefrischt, im Zentrum der dezent modernisierten Karte steht nach wie vor alles, was man gut grillen kann. Neben Kikok-Hühnchen werden auch Spareribs vom Havelländer Apfelschwein am offenen Feuer zubereitet; neu ist, dass da auch ein Knollensellerie seine Runden dreht. Vorneweg gibt’s Klassiker aus aller Welt und eine feine Auswahl an Weinen aus ganz Europa wird ausgeschenkt. Mo-Sa 17-23 Uhr, Gertraudenstraße 10-12, U-Bhf Spittelmarkt
Noch hingehen – Auch wenn Sie gerade nicht parat hatten, was Friktion bedeutet (bitte sehr: Reibung, Widerstand), wir erleben sie allüberall. Auch als Motto beim 16. Berliner Hörspielfestival (läuft bis Sonntag). Im Mittelpunkt stehen die Wettbewerbe um die „Brennenden Mikros“ für unabhängig produzierte Hörspiele, Dokus und Klangkunst. Dazu laufen in der Akademie der Künste Workshops, Audiowalks, Live-Acts sowie Diskussionen. Am Sonnabend (15.30 Uhr) spricht Musiker Schorsch Kamerun mit Schauspielerin Nina Kronjäger über Punk und Verantwortung. Tageskarte 12/8 Euro, Hanseatenweg 10, S-Bhf Bellevue
Berlinbesuch – Berlin ist nicht nur die Stadt von Messergewalt und überquellenden Mülltonnen, sondern auch eine Hochburg des Ehrenamts. Nur ein Beispiel: Die Chorvereinigung Spandau – ein Laienchor – studiert regelmäßig das Programm für ein großes Konzert ein, mietet dafür das Konzerthaus, engagiert sich ein Orchester und Solist:innen und stemmt dafür die Werbung. Am Sonntag um 18 Uhr ist es soweit, zu Gehör kommt u.a. die Uraufführung einer wiederentdeckten Kantate von Luigi Cherubini. Ob das Ergebnis tatsächlich „nahezu operntauglich“ ist, wie es in der Mitteilung heißt, ist dann vielleicht gar nicht entscheidend. Karten ab 25 Euro, Gendarmenmarkt, U-Bhf Stadmitte
Grübelstoff – Wann haben Sie (vielleicht im Urlaub?) zuletzt etwas neu gelernt oder zum allerersten Mal gemacht?
Kiekste
Brotlos ist sie jedenfalls schon mal nicht, diese Kunst. Leserin Ursula Hohmann hat diese „Freiluft-Galerie“ auf der Roten Insel in Schöneberg besucht. Merci für den Einblick! Weitere Werke aus Berlin gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – Altglienicke und Bohnsdorf: Die B96a/Am Seegraben ist bis Sonnabend (Do/Fr 9-15 Uhr, Sa 7-16 Uhr) in beiden Richtungen zwischen Grünauer Kurve und Stadtgrenze abschnittsweise jeweils auf einen Fahrstreifen verengt.
Kantstraße (Charlottenburg): Stadteinwärts stehen in der Kreuzungszufahrt Kaiser-Friedrich-Straße nur zwei Fahrstreifen zur Verfügung, Rechtsabbiegen ist untersagt (bis Mitte Oktober).
Skalitzer Straße (Kreuzberg): In Richtung Schlesisches Tor steht vor der Manteuffelstraße bis Mitte November nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Tiergarten: Die Sperrungen zum Marathon-Wochenende werden ab 18 Uhr erweitert. Bis Montagmorgen, 6 Uhr, sind nun zusätzlich die Ebertstraße, John-Foster-Dulles-Allee, Scheidemannstraße, Dorotheenstraße sowie das Regierungsviertel gesperrt.
Tiergarten: Von 20.30 Uhr bis 5 Uhr ist der Tunnel Tiergarten Spreebogen in beiden Richtungen zwischen Reichpietschufer und Heidestraße voll gesperrt.
Nahverkehr – S-Bahn – S41/S42: Von 22 bis 1.30 Uhr fahren die Linien zwischen Treptower Park <> Sonnenallee <> Neukölln nur im 20-Minutentakt.
S45, S46 und S47: Von 22 bis 1.30 Uhr fahren die Linien zwischen Baumschulenweg <> Köllnische Heide <> Neukölln S-Bahnverkehr nur im 20-Minutentakt (Fahrgäste der S45 und S46 müssen in beiden Fahrtrichtungen am Bahnhof Baumschulenweg umsteigen).
Demonstration – Für heute sind 17 Demos angemeldet (Stand 17.9., 15 Uhr), u.a. „Kürzungen im Bereich der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung und Jugendarbeit verhindern im Zuge der 1. Lesung des Haushaltsentwurfs im Bildungsausschuss“: 300 Teilnehmende, LKJ Berlin, Niederkirchnerstraße 5 (12-14 Uhr)
„Gedenkveranstaltung: 80 Jahre Kriegsende – Teilnehmer der einstigen Kindertransporte in den alliierten Armeen im und nach dem II. Weltkrieg – auf der Suche nach neuer Identität“: 200 Menschen, Georgenstraße 25 (14-15 Uhr)
„Was würden Sie arbeiten oder machen, wenn für Ihr Einkommen gesorgt wäre? Eine Aktion zur internationalen Woche des Grundeinkommens“: fünf Teilnehmende, Alexanderplatz (14-18 Uhr)
„Familien und Kinder sind #unkürzbar“: 50 Demonstrierende, üAG 78, Neue Krugallee 2 (15.45-17.30 Uhr)
„Mahnwache für Palästina“: 15 Menschen, Generation Palestine, Wittenbergplatz 1 (16-19 Uhr)
Gericht – Weil er einen Radfahrer attackiert haben soll, muss sich ein Autofahrer unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Der 53-Jährige sei ausgestiegen und habe einen Radfahrer, der zuvor mit seinem Handy eine von dem Autofahrer begangene Verkehrsgefährdung gefilmt habe, vom Fahrrad gezogen. Der Mann sei gestürzt und habe erhebliche Verletzungen erlitten (9 Uhr, Amtsgericht Tiergarten, Kirchstraße 6, Saal K2108).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Liebe Melanie Berger, herzliche Glückwünsche von Team Checkpoint!“ / „Stefan Burkhart (62): Alles Liebe für meinen ‚alten‘ GM wünscht Deine GF“ / „Liebster Fredi, nun bist Du 18.... ich wünsche Dir von ganzem Herzen alles Liebe für Deinen neuen Lebensabschnitt, auf dass nun endlich alles gut wird. In Liebe Mami“ / „Sabine Horn, dann 65, Ur-Weddingerin, die ihren 65. am Meer in Tunesien begeht“ / Hans Kollhoff (79), Architekt, zahlreiche Bauten in Berlin, u.a. am Potsdamer Platz und Umbau Auswärtiges Amt / „Anke Myrrhe, Checkpointerin und stellv. Tagesspiegel-Chefredakteurin, wir fragen uns manchmal, ob du überhaupt schläfst – auf alle Fälle sind wir sehr, sehr froh, dich im Team zu haben und preisen deine Energie, Kollegialität und nie versiegende Kreativität“ / Stephan Sarek (68), pensionierter Feuerwehrmann in Berlin und Autor von Romanen („Das Truthuhnparadies“) und Erzählungen / Hendrik Vieth (42), Rehatrainer bei Hertha BSC Berlin
Nachträglich: „Ich wünsche meinem Papa zum 87. Geburtstag alles Gute und noch viele schöne Jahre. Deine Tochter Cristiana aus Bad Muskau“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Rudolf Eller, * 30. März 1937, verstorben am 19. August 2025 / Marianne Esche-Goltz, * 28. Juli 1953, verstorben am 3. September 2025 / Ulrich Otto, * 19. November 1937, verstorben am 2. September 2025 / Gerhard Rakete, * 3. Oktober 1948, verstorben am 31. August 2025 / Dr. Cord Schwartau, * 28. Mai 1941, verstorben am 25. August 2025
Stolperstein – Clara Spitz geb. Koppe kam 1892 in Berlin zur Welt. Sie heiratete Arthur Spitz, der u.a. die „Produktionsfirma Rex – Film GmbH“ gründet, später wurde er in Frankfurt am Main Theaterdirektor. Ob Clara einen Beruf ausübte, ist nicht bekannt. Das Paar hatte eine gemeinsame Tochter, 1937 wurde die Ehe geschieden. Sowohl ihr Ex-Mann als auch die Tochter emigrierten in die USA. Am 28. Mai 1943 wurde sie von den Nazis nach Theresienstadt deportiert. Sie starb dort, sehr wahrscheinlich aufgrund der unmenschlichen Bedingungen, am 18. September 1943. An Clara Spitz erinnert ein Stolperstein in der Mommsenstraße 18 in Charlottenburg.
Encore
Haben Sie schon ein Geschenk? Die Stollen in den Supermärkten deuten längst darauf hin: In weniger als 100 Tagen ist Heiligabend. Wie wäre es in diesem Jahr mit einem persönlichen Hochdruckgebiet unterm Weihnachtsbaum? Gemeinsam mit der Freien Universität vergeben Meteorologinnen und Meteorologen des Vereins Berliner Wetterkarte wieder Wetterpatenschaften für das neue Jahr. Ein Hoch (männliche Vornamen) kostet 390 Euro, ein Tief (weibliche Vornamen) gibt es für 100 Euro weniger. Falls Ihnen diese Zuordnung nicht wie ein Tiefschlag vorkommt und Sie sich mal kurz oben am Himmel verewigen wollen, denken Sie dran: Übers Wetter wettern nur die Menschen.
Bleiben Sie auch heute entspannt auf dem Boden! Mit uns durch die Stadt gestreift sind gestern Christoph Papenhausen und Margarethe Gallersdörfer (Recherche) sowie Antje Scherer (Stadtleben) und Paula Hitzemann (Produktion). Morgen drehen hier Margarethe Gallersdörfer und Christian Latz die nächste Runde. Wir grüßen Sie!
