Sonnenschein bei -6 bis 0°C

Ist das Verbot von „Wohnen auf Zeit“ rechtens? Berlinale stellt Programm vor Bestattung von Mann und Maus?

Anzeige

wir beginnen mit einer Erleuchtung: Der Himmel über Berlin funkelte in der Nacht zu Dienstag spektakulär, Polarlichter leuchteten über der Hauptstadt (Beweisfoto in unserer Rubrik „Kiekste“). Grund für das Naturschauspiel: „Am Sonntag kam es zu einem Plasmaausbruch auf der Sonne, der am Montag die Erdatmosphäre erreichte”, erklärt Jörg Riemann, Chefmeteorologe der Berliner Wettermanufaktur, im Gespräch mit dem Checkpoint.

In letzter Zeit verfärbt sich der Hauptstadthimmel auffällig häufig (zuletzt im Oktober 2025). Der Grund: Die Sonne sei gerade „in einer Phase hoher Aktivität“, sagt Riemann.

Die schlechte Nachricht: “Dieses Maximum hält 2026 noch an, danach geht es wieder zurück.“ Polarlichter werden dann wieder seltener. Für die nächsten Tage erwartet das Berliner Planetarium jedenfalls keinen bunten Nachthimmel mehr. Selbst die Ausläufer des Plasmaausbruchs seien bis dahin abgeklungen. Die gute Nachricht: Berlin bleibt trotzdem bunt.

Anzeige

Hör-Revolution 2026:
Endlich glasklar hören!

"Was? Wie bitte?" – Sie müssen in ‍Gesprächen ständig nachfragen? Oder Ihre Liebsten schimpfen, weil der TV wieder voll aufgedreht ist? Schluss ‍damit! Modernste Hör-Technologie aus Deutschland macht Ihr Gehör wieder kristallklar. Testen Sie exklusiv 4 ‍Wochen lang smarte Mini-Hörgeräte von audibene.
Jetzt kostenlos testen

Das spannendste Schneckenrennen Berlins findet derzeit in Mitte statt, direkt gegenüber des Stadtschlosses. Seit Jahren wetteifern hier zwei geplante Bauwerke darum, wer am längsten für die Umsetzung benötigt: die Schinkelsche Bauakademie oder die Einheitswippe.

Die Bauakademie bemüht sich redlich: Schon 2018 stellte der Deutsche Bundestag 62 Millionen Euro für den Wiederaufbau bereit, im selben Jahr wurde noch ein „Programmwettbewerb“ durchgeführt. Ein Jahr später wurde dann erst mal die Bundesstiftung Bauakademie ins Leben gerufen. Bis zum „Thinktank-Wettbewerb“ 2022, der den Realisierungswettbewerb vorbereiten sollte, dauerte es dann noch mal drei Jahre.

Aber jetzt halten Sie sich fest: Gestern – also nochmal rund vier Jahre später – teilte der Berliner Senat mit, dass die Stiftung, der Bund und Berlin „eine gemeinsame Zielformulierung für den Auslobungstext des Realisierungswettbewerbs erarbeitet“ haben. Sapperlot! Es scheint, als habe man eingesehen, dass man gegen die Einheitswippe ohnehin keine Chance hat.

Denn diese sollte immerhin schon 2013 eingeweiht werden. Die Baustelle ruht seit Jahren – inzwischen ist das verantwortliche Stahlbauunternehmen insolvent. Mittlerweile könnte es sich lohnen, die Baustelle selbst unter Denkmalschutz zu stellen – und ein Einheitsdenkmal einfach woanders zu bauen.

Wir schalten kurz zur Berliner SPD – nur zu welcher, mögen Sie zu Recht fragen. Durch den aus Hannover importierten Spitzenkandidaten Steffen Krach wirkt die SPD in den vergangenen Wochen immer öfter wie Regierungs- und Oppositionspartei in einem.

Neustes Beispiel: Am Montagabend hat sich der SPD-Landesvorstand – anders als der Berliner Senat – für eine Berliner Expo-Bewerbung ausgesprochen. „Die Expo 2035 ist eine große Chance für die Entwicklung der gesamten Metropolregion Berlin Brandenburg“, teilte Krach mit.

Es kommentiert die SPD-Innensenatorin Iris Spranger: „Klare Frage, klare Antwort: Olympische Spiele: Ja. Expo: Nein.“ (nachzuhören in diesem denkwürdigen Instagram-Post).

Anzeige

Starten Sie Ihr Jahr mit einem guten Vorsatz: mehr Hauptstadtjournalismus! Nutzen Sie noch heute unser exklusives Angebot und lesen Sie bis zum 28.2. für nur 1 €. Je früher Sie bestellen, desto länger lesen Sie zu diesem Supersonderpreis.
Gleich sichern und keinen Lese-Tag verpassen.

Noch 22-mal schlafen dann ist schon wieder Berlinale. Wie es der Zufall will, stellte die Festivalleitung gestern die 22 Filme vor, die bei den 76. Internationalen Filmfestspielen um den Goldenen Bären konkurrieren. Insgesamt 28 Produktionsländer sind im Wettbewerb vertreten, darunter Frankreich, Tunesien, Mexiko, Polen, Senegal und Singapur.

Das deutsche Kino vertreten İlker Çatak, Angela Schanelec und Eva Trobisch. Es kommentiert Berlinale-Direktorin Tricia Tuttle: „Wer hier nichts zum Lieben findet, liebt das Kino nicht.“ Das gesamte Programm finden Sie hier.

Um auch junge Menschen wieder fürs Kino zu begeistern, gibt es dieses Jahr bei ausgewählten Filmen 6-Euro-Tickets für 18- bis 25-Jährige. Auch der Checkpoint sitzt natürlich wieder in der ersten Reihe: Unser Berlinale-Korrespondent Robert Ide wird Sie vom ersten bis zum letzten Festivaltag wie gewohnt mit allem Wissens- und Sehenswerten versorgen.

Und unser Kollege Andreas Busche hat vorab schon mal analysiert, wie es der Berlinale so geht.

In der Checkpoint Langstrecke berichten wir heute von einem Rechtsgutachten, das das geplante Teil-Verbot von „Wohnen auf Zeit“ in Berlin infrage stellt. Außerdem widmen wir uns dem Thema Mensch-Haustier-Bestattung – und klären, wie die Rechtslage (und deren Umsetzung) in Berlin ist.

Die Vollversion des Checkpoints können Sie bis zum 28. Februar für nur 1€ lesen. Dazu bekommen Sie Zugang zu allen Plus-Inhalten auf tagesspiegel.de und alle Bezirksnewsletter ebenfalls in der Vollversion. Hier geht’s zum Angebot.

Telegramm

Kurzer Schreck für einige Haushalte gestern in Reinickendorf. Gleich mehrere Straßenzüge waren von einem Stromausfall betroffen. Grund war eine Störung im Mittelspannungsnetz, die nach weniger als einer Stunde behoben werden konnte.

Vom großen Stromausfall im Südwesten Berlins hat der Regierende Bürgermeister dagegen noch einiges nachzuarbeiten. Immerhin: Einen aufgeschobenen Termin holt er heute nach. Landesbranddirektor Karsten Homrighausen übergibt Kai Wegner (CDU) und Innensenatorin Iris Spranger (SPD) am Vormittag im Roten Rathaus vier maßstabsgetreue Lego-Feuerwehrautos. Damit startet die Berliner Feuerwehr in ihr Jubiläumsjahr (175 Jahre).

Immer mehr Berlinerinnen und Berliner greifen nach den Sternen – oder wollen sie zumindest sehen. Das Zeiss-Großplanetarium vermeldet zum vierten Mal in Folge ein Rekordjahr. Allein 2025 besuchten mehr als 370.000 Menschen den Kugelbau im Prenzlauer Berg.

Die Verwaltungsreform zeigt erste Wirkung. Da das Landesorganisationsgesetz klare Zuständigkeiten verlangt, wurde nun festgelegt: Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) ist ab sofort allein fürs Zocken (also die Games-Wirtschaft) zuständig. Bisher hat da auch die Senatskanzlei mitgemischt. Der Regierende Bürgermeister darf sich dafür dann exklusiv um Filme, Rundfunk und Medien kümmern.

Was ist eigentlich aus der großen Müll-Umfrage des Senats aus dem Sommer geworden? Keine Sorge, die ist nicht in der Tonne gelandet. Im Gegenteil: Die Auswertung der 31.000 ausgefüllten Fragebögen durch das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg sei mittlerweile abgeschlossen, teilt die Senatskanzlei mit. Die Ergebnisse sollen Anfang April veröffentlicht werden.

Anzeige

Dieser Leitfaden hilft, rechtliche Grundlagen zu verstehen, wichtige Verfügungen für Sie oder Ihre Angehörigen niederzuschreiben und alle notwendigen Unterlagen zu ordnen. Inkl. systematischer Checklisten, rechtsgültiger Muster für Patientenverfügungen, Verfügungen für Angehörige und Vorsorgevollmachten. Mehr

Vom Brennpunkt zum Geheimtipp: In der kommenden Woche beginnt Berlins größte und teuerste Schulsanierung. Aus der heruntergekommenen Ernst-Reuter-Schule soll innerhalb von sechs Jahren ein innovatives Lernhaus werden. Mehr Details zum Umbau gibt’s hier.

Gut möglich, dass es ähnlich lange bis zur Verabschiedung des neuen Gesetzes über die Privatschulfinanzierung dauert. Die CDU-Haushälter haben den Entwurf, auf den sich die Fachpolitiker von CDU und SPD im November geeinigt haben, zum vierten Mal von der Tagesordnung des Hauptausschusses gestrichen. Worüber noch gestritten wird, hat unsere Checkpoint Kollegin Margarethe Gallersdörfer hier aufgeschrieben.

Die Senatsbauverwaltung hingegen sucht ab sofort “Sachbearbeitende (m/w/d) mit Interesse an der Verfolgung überhöhter Mieten” für die unterbesetzten Bezirksämter. Da dürfte der Kreis engagierter Bewerber groß genug sein. Nach Dienstantritt ist aber Eile beim Lösen der Wohnungskrise gefragt. Die Stellen sind bis Ende 2027 befristet.

Die CDU betrauert einen ihrer erfolgreichsten Wahlkämpfer. Der ehemalige Senator Peter Radunski ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Erst brachte er die CDU im Bund wieder an die Regierung – und dann Bundesregierung und Bundestag wieder nach Berlin.

Vielleicht tummelt sich hier der ein oder andere zukünftige Checkpoint-Autor oder eine zukünftige Tagesspiegel-Korrespondentin: Der Verein Jugendpresse Berlin und Brandenburg und die Bildungsverwaltung kürten gestern die besten Schülerzeitungen Berlins. Besonders Pankower Schülerredaktionen räumten ab. Alle Gewinner können Sie hier nachlesen.

Zitat

"I don't understand what you're doing with Greenland."

Da ist der französische Präsident Emmanuel Macron nicht allein. US-Präsident Donald Trump veröffentlichte diese Nachricht Macrons an ihn auf seiner Plattform „Truth Social“.

 

Kiekste

Der Himmel über Berlin zeigte sich Montagnacht besonders magisch: Polarlichter waren von der Hauptstadt bis über die Alpen zu sehen. Neben vielen anderen Checkpoint-Leser:innen hielt auch Nico Pluntke das Himmelsschauspiel fest. Zu sehen ist hier ein Blick über Alt-Treptow. Weitere Berlin-Fotos gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.

Berliner Gesellschaft

GeburtstagMichael Braun (70), Politiker (CDU), ehem. Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin (1995-2016), war 2011 zwölf Tage Senator für Justiz und Verbraucherschutz / Lars Eidinger (50), Theater- und Filmschauspieler („Sterben“) & tritt auch als DJ und Fotograf in Erscheinung / „Unserem Konni, dem Supersportler, -lehrer,- und -familienvater alles Liebe zum 90. Geburtstag! Bleib wie Du bist – Deine Freunde Renate und Jürgen“ / Hasso Plattner (82), Unternehmer und Mitbegründer des IT-Unternehmens SAP, seine 2015 gegründete „Hasso Plattner Foundation“ finanzierte den Wiederaufbau des Potsdamer Palais Barberini / Oskar Roehler (67), Filmregisseur („Jud Süß – Film ohne Gewissen“) / „79  gute Wünsche mit viel Musik für den Chorbruder VOLKER SCH. von Christoph W.“ / „Thomas Wiegold, Ein-Mann-Kompetenzzentrum für sicherheitspolitischen Journalismus, Podcaster (‚Sicherheitshalber‘) und Blogger (‚Augen geradeaus‘) fährt ab heute auf der Route 66. Herzlichen Glückwunsch aus dem Hinterzimmer“

+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn oder der Lieblingskollegin zum Geburtstag, den Großeltern zum Hochzeitstag oder einem Sportverein zum Jubiläum im Checkpoint gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de. +++

StolpersteinRobert Bielschowsky (*1895) arbeitete nach seinem Jurastudium bei der Dresdner Bank. Nach seiner Entlassung 1934 aufgrund des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ wurde er bei der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland angestellt. Anfang November 1942 wurde er von den Nazis verhaftet und am 9. Dezember 1942 nach Auschwitz deportiert und dor tam 21. Januar 1943 ermordet. An Robert Bielschowsky erinnert ein Stolperstein in der Knesebeckstraße 78 /79 in Charlottenburg.

Encore

Zum 100. Jubiläum der Grünen Woche futtern wir uns durch (fast) ganz Deutschland und zeigen, wo Sie regionale Spezialitäten probieren können. Heute: Bayern und Bremen.

Kulinarisch ist der Freistaat allgegenwärtig, Brezn, Weißwurst und Obatzda muss man nicht lange suchen, ebenso wenig Bräu-Restaurants wie Augustiner, Hofbräu oder Weihenstephaner. Etwas uriger geht es etwa im „Weißen Röss’l“ in Lichterfelde zu, nach eigenen Angaben das älteste bayerische Gasthaus der Stadt. Die Karte ist ganz nach Söders Geschmack – Veganer haben es eher schwer.

Ein herzliches „Moin“ kommt aus der Bremer Landesvertretung: Adressen mit landestypischer Küche kenne man keine, einschlägige Spezialitäten gebe es aber auch in deutschen Gastwirtschaften. Zum Beispiel Labskaus: Das norddeutsche Nationalgericht gibt’s etwa im Kreuzberger „Peter Schlemihl“ (hier mit Corned Beef, Matjes, Rote Bete und Spiegelei) oder im „Fischer & Lustig“ im Nikolaiviertel (Ochsenbrust, Heringsfilet, Rote Rüben, Spiegelei). Muss man mögen.

Der heutige Checkpoint wurde unter anderem serviert von Christoph Papenhausen (Recherche), Antje Scherer (Stadtleben) und Jennifer Katona (Produktion). Morgen decken hier Anke Myrrhe und Jessica Gummersbach für Sie den Tisch.

Auf bald!

Daniel Böldt und Valentin Petri

Berlin braucht guten Journalismus!

Finden Sie auch? Unterstützen Sie uns!
JETZT GRATISMONAT STARTEN

Seit 2014 berichten wir exklusiv aus Berlins Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Wir stellten Berlins marode Schulen vor, bis die Politik reagierte. Wir standen vor dem Bürgeramt, bis es wieder Termine gab. Wir recherchieren hartnäckig und gründlich.

Das finden Sie gut? Dann unterstützen Sie uns mit dem neuen Tagesspiegel Plus-Abo! Für 14,99 € im Monat erhalten Sie den ungekürzten Checkpoint-Newsletter, den Checkpoint am Wochenende und das Beste vom Tagesspiegel im Web und in der App. Und Sie ermöglichen uns, auch weiterhin vor Ort zu sein, genau hinzuschauen und unabhängig zu bleiben. Die Anmeldung dauert nur eine Minute. Wir würden uns freuen!