das Fazit ist vernichtend: Mangelnde Solidarität, innerparteilicher Streit, schlechte Organisation, falsche Themen, keine Ideen – und Ufos rund um Franziska Giffey. Zur Aufarbeitung des miserablen Wahlergebnisses im Herbst 2021 und der deutlichen Niederlage bei der Wiederholungswahl im Februar 2023 hat die SPD eine externe Analyse in Auftrag gegeben. Dafür haben die Politikwissenschaftler Thorsten Faas und Jana Faus 26 Gespräche mit Menschen geführt, die am Wahlkampf beteiligt waren oder die SPD lange begleiten, und 1513 Fragebögen ausgewertet. Das Ergebnis liegt dem Checkpoint vor (auch die Morgenpost berichtet) – und ist niederschmetternd für die aktuelle Parteiführung. Einige Auszüge aus der 50-seitigen Analyse:
+ „Berlin und die SPD haben sich offenkundig auseinandergelebt“
+ „Im Umfeld der Wahl 2023 sahen die Berliner*innen die SPD mit immensem Vorsprung vor allen anderen Parteien verantwortlich für ,die Zustände bei den Berliner Behörden‘, ,die Pannen bei der Abgeordnetenhauswahl 2021‘ und ,die fehlenden Wohnungen in der Stadt‘. Einzig die schwierige Verkehrssituation in der Stadt wurde mehrheitlich den Grünen zugeschrieben.“
+ „Die Partei ist tief gespalten, vor allem bezogen auf symbolische Personal- und Koalitionsfragen“
+ „Die (mangelnde) Einigkeit der Partei und die Dominanz der internen Auseinandersetzungen in den – häufig symbolischen – Debatten war, ist und bleibt die größte Herausforderung für die Berliner SPD.
+ „Es war nie eine ,Liebesheirat‘ zwischen der Berliner SPD und Franziska Giffey.“
+ „Das Paket aus Partei, Person, Programm, aber auch Performance wirkte alles in allem nicht stimmig.“
+ „Die 5 B’s sollten die inhaltliche Klammer des Wahlkampfs bilden, die alles zusammenhält. Was aber als Klammer gedacht war, entpuppte sich vielmehr als konstruierter Gemischtwarenladen, an dessen einzelne Inhalte sich kaum mehr jemand erinnern kann.“
+ In den Gesprächen sei nur „eine Person in der Lage“ gewesen, „sich an die 5B’s korrekt zu erinnern“. Dabei seien vor allem zwei der Bereiche herausgestellt worden, für die die SPD seit Jahren (Bauen) oder gar Jahrzehnten (Bildung) Verantwortung getragen hatte.
+ „Es waren keine inhaltlichen und organisatorischen Vorbereitungen für mögliche Neuwahlen getroffen worden und so wurde gerade die führende Regierungspartei mitten ,im Doing‘ in einer nicht einfachen Koalitionsregierung in einen Wahlkampfmodus versetzt, was alle aus der Bahn warf.“
+ „So kurzfristig ließ sich offensichtlich keine geeignete Erzählung mehr finden. … Das ist bemerkenswert, unterstreicht aber nochmal die mangelnde substanzielle, langfristige Unterfütterung des Regierungsanspruchs der Berliner SPD.“
+ „Die Grünen zum Hauptkonkurrenten im Wahlkampf 2023 zu machen, war insgesamt ein Fehler.“
+ „Bei der Durchführung der Interviews stach eine Sache besonders hervor: Die Befragten wollten ausnahmslos ihren Unmut über den Zustand der Partei äußern.“
+ „Der Ton, in dem übereinander gesprochen wurde, war häufig sehr rau, Fehler und Versäumnisse wurden bei den jeweils anderen gesehen, aber nur selten bei sich selbst gesucht“
… und so weiter und so fort.
Die Autoren der Studie raten der SPD dringend, ihre innerparteilichen Flügel- und Machtkämpfe hinter sich zu lassen und sich auf Inhalte zu konzentrieren. Praktisch, dass gerade ein Mitgliederentscheid läuft, bei dem sich drei Duos um die Parteispitze bewerben…
Dass sich in näherer Zukunft grundlegend etwas ändert an den tiefen Flügelkämpfen, ist nicht zu erwarten. Der Wahlkampf zwischen den drei mal zwei Kandidierenden wird schon jetzt recht scharf geführt, und dass die Wahlanalyse zuerst bei uns eingegangen ist (und nicht bei den Parteimitgliedern), ist auch nicht gerade hilfreich. Das sei extrem frustrierend, sagten Jana Bertels und Kian Niroomand dem Checkpoint. „Leider überrascht es uns nicht mehr. Dieser Vorgang steht exemplarisch für eine Landespartei, die dringend Geschlossenheit, Seriosität und Demut gegenüber der Partei, ihren Gremien und besonders seinen Mitgliedern wiederentdecken muss.“ Die Analyse sei „ehrlich, schonungslos und trifft uns ins Mark“. „Unsere Partei kann sich diese Kultur nicht mehr leisten.“
Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel, mit der entlassenen Staatssekretärin Nicola Böcker-Giannini für den Parteivorsitz kandidiert, sagte, es sei „irritierend“, von der Wahlanalyse aus der Presse zu erfahren. „Und dieser Umstand sagt wahrscheinlich viel über den Zustand der Debattenkultur in der Partei aus.“
Weniger schonungslos reagierte der noch amtierende Parteichef Raed Saleh (mit seiner neuen Polit-Partnerin Luise Lehmann): „Wir danken für die tiefen Einblicke, die uns die Studie gewährt. Sie stärkt unseren Entschluss, die SPD als Partei der Vielfalt und der Chancen zu positionieren und für alle Berliner*innen da zu sein“, sagten Saleh und Lehmann dem Checkpoint am Abend. „Die Studie bestätigt uns in der Haltung gemeinsam anzutreten, um Flügelkämpfen und Klein-Klein eine Absage zu erteilen und stattdessen gemeinsam wieder große Visionen für die Stadt zu entwickeln. Wir wissen aus der Erfahrung, dass die SPD am stärksten ist, wenn sie die verschiedenen Perspektiven der Menschen in der Stadt und der Partei eint.“
Wie Saleh, der seit 2011 die SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus anführt und seit 2020 Landesvorsitzender ist, noch einmal die Erzählung eines Neuanfangs verkaufen will, erklärte er nicht.
Und Franziska Giffey? Meldet sich noch kurz vor Mitternacht zurück:
„Wir werten die Analyse gemeinsam im Geschäftsführenden Landesvorstand und im Landesvorstand aus und stellen sie natürlich auch der gesamten Partei zur Verfügung, damit alle Mitglieder sich ein Bild machen können“, sagte Giffey. „Fest steht: die SPD muss glaubwürdig und geschlossen auftreten, um wieder Wahlen zu gewinnen und das Vertrauen der Berlinerinnen und Berliner zu erhalten. Klar ist: es liegt viel Arbeit vor uns, um auch aus Fehlern zu lernen und es gemeinsam besser zu machen.“
Mal sehen, wer (und was) da am Ende noch übrig bleibt für die SPD.
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„Nach der Wahl ist vor der Wahl“, schreibt das Bezirksamt THF-Schöneberg – eindeutig ein Zitat aus „Danke, Kai!“, dem neuesten Hit der Checkpoint-Band (Grüße!). Für jene in der SPD, die jetzt hochschrecken („Wir haben immer noch kein Thema und keine Idee!“): Diesmal geht es ausnahmsweise nicht ums Rote Rathaus. Für die Europawahl am 9. Juni werden jetzt schon Wahlhelfer gesucht, Erfrischungsgeld: zwischen 100 (Beisitzer, Hilfskräfte) und 120 Euro (Schriftführer, Vorsteher und Stellvertretungen). Besonderes Lockangebot: kein Marathon.
Gewählt wurde bereits gestern Abend, und zwar in Kreuzberg – allerdings für die US-Demokraten. Die Mitglieder des Chapters „Berlin Region“ der Democrats Abroad sind aufgerufen, bei der „Global Presidential Primary“ über den Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten abzustimmen. Das Zentrum der Austauschorganisation CIEE in der Gneisenaustraße war gestern Abend als Wahllokal geöffnet (Foto hier). Und sie machen vor, wie’s gehen kann: Zweieinhalb Stunden reichten für 49 Menschen. Sie konnten sich für Joe Biden oder die hierzulande praktisch unbekannte Marianne Williamson entscheiden – oder „uncommited“ ankreuzen. Ergebnis: Biden 32, Williamson 2, uncommitted 15.
Die Democrats Abroad seien traditionell ziemlich progressiv, erzählte die Berliner Vorsitzende Constance Chucholowski dem Checkpoint. 2016 und 2020 hätten sie mit großem Vorsprung für Bernie Sanders gestimmt, auch in Berlin. Half bekanntlich nichts. Und das obwohl Berlin (inkl. Brandenburg) mit knapp 5000 Mitgliedern immerhin der größte Ortsverein der Democrats Abroad weltweit sei. Wer‘s verpasst hat: Online wählen geht auch – oder noch mal am Sonntag von 15.30 bis 18.30 Uhr im selben Wahllokal. Falls Sie democrat abroad sind – oder einfach Wahlentzugserscheinungen haben.
Zu den Ergebnissen des „Super Tuesday“ geht es hier.
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Zu Hause sitzt du in der ersten Reihe.
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Mehr …
Super Wednesday ist heute für Frauen: Ab jetzt werden auch wir für unsere Arbeit bezahlt. Das gilt bei den meisten zum Glück nur symbolisch, der Equal-Pay-Day weist aber schön plakativ auf die immer noch große Lohnlücke zwischen Männern und Frauen hin. Und in Berlin wird die sogar eher größer als kleiner: 2023 haben Frauen 11 Prozent weniger verdient als Männer, 2022 waren es 10 Prozent gewesen (Q: Amt für Statistik BBB). Immerhin: bundesweit betrug die Lücke rund 18 Prozent.
Und wie steht es im Senat? Dort erheben nicht alle Häuser Daten (praktisch!). Aber: In den Verwaltungen für Justiz (letzte Daten: 2022) und Arbeit (2024) verdienten Frauen 4000 bis 5000 Euro weniger als Männer. Siegerin ist die Kulturverwaltung: Hier lagen die Frauen 2022 minimal vorn – in der Führungsetage bekamen die Männer allerdings rund 14.000 Euro mehr im Jahr. (Q: DS 19/18178, Haghanipour/Walter, Grüne)
Es gibt sie noch, die kleinen Wunder: Auf einmal spielt im „Tunnel des Grauens“ Musike. Damit nicht wieder alle über den stinkenden und schimmelnden Fußgängertunnel am Messegelände meckern, gibt es anlässlich der Tourismusbörse nun Konzerte im Tunnel. Leider ändern die nichts daran, dass der Aufzug und alle Rolltreppen kaputt (und teilweise ausgebaut) sind und nur noch ein Teil der Deckenleuchten funktioniert. Immerhin wurde mal durchgewischt – und einen Plan für die Zukunft gibt es auch.
Wie der aussieht, können Sie hier nachlesen (T+). Spoiler: Vom Tischtennis-Turnier bis Silent Disco ist viel Schönes dabei (kein Witz).
Berliner Schnuppen
Telegramm
„Pipi-Panne!“, meldet die BZ. „Keine Toilette für Polizisten am Haus der RAF-Terroristin.“ Traum-Schlagzeile für jeden Boulevard-Journalisten. Mein Kollege Alexander Fröhlich hat allerdings erfahren: Heute sollen zwei Dixi-Klos aufgestellt worden. Spülung, Ende.
Warum es noch ganz anderen Ärger gibt (nämlich mit den Kollegen aus Niedersachsen), können Sie hier nachlesen.
Weitere Artikel zur Suche nach den RAF-Terroristen:
+ Im Bauwagen neben dem RAF-Terroristen: So erinnert sich ein Berliner Nachbar an Burkhard Garweg.
+ Bett, Bücher, Bargeld: Wie es in der Kreuzberger Wohnung von Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette aussah.
+ „Sie hatten das Gefühl, einer Elite-Organisation anzugehören“: Filmemacher Andres Veiel recherchierte jahrelang im Umfeld der dritten RAF-Generation. Im Interview spricht er über deren Motivation, ihren Narzissmus – und die Chance einer Aufklärung.
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Schloss Neuhardenberg - VVK-Start 7. März
Der Vorverkauf zum diesjährigen Programm auf Schloss Neuhardenberg beginnt am 7. März um 10 Uhr. In Konzerten, Lesungen, Theater, Film und Open-Airs sowie in Ausstellungen und Podiumsgesprächen sind erneut zahlreiche namhafte Persönlichkeiten zu Gast.
www.schlossneuhardenberg.de
Das Abgeordnetenhaus bekommt einen neuen Sprecher: Wie der Checkpoint exklusiv erfuhr, löst Denis McGee Mitte März den bisherigen Sprecher Ansgar Hinz ab. Der Berliner mit schottischen Wurzeln ist Kommunikationsberater, Sprecher des Kreisvorstands der CDU Tempelhof-Schöneberg und Präsident des Berliner Rugbyverbandes. Hoffentlich gibt’s da in Zukunft kein Gedränge.
In Reinickendorf kann man jetzt Füchse im Kastanienwald treffen… nee, Moment, noch mal von vorn: Norbert Raeder, Reinickendorfer Kultwirt, übernimmt die Vereinsgastronomie bei den Füchsen Berlin. Der Ex-Bundesvorsitzende der Grauen Panther musste sein „Kastanienwäldchen“ Ende 2023 schließen, Kneipe und Wirt waren über Jahrzehnte eine Institution im Bezirk.
Wie es zum Happy End kam, lesen Sie im Bezirksnewsletter meines Kollegen Valentin Petri, hier kostenlos abonnieren.
Anderer Bezirk, nicht alle happy: Kevin Hönicke darf wieder als Stadtrat im Bezirksamt Lichtenberg arbeiten. Das hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin entschieden und damit Hönicke im Eilverfahren recht gegeben. Die Berliner SPD-Vorsitzenden Franziska Giffey und Raed Saleh bezeichneten die Entscheidung als „wichtigen Erfolg“ und forderten das Bezirksamt auf, die veränderten Strukturen „unverzüglich rückgängig“ zu machen. Allerdings ist der Fall damit keineswegs abgeschlossen, denn das OVG stellte fest: „Eine Vorwirkung für den Ausgang eines Disziplinarverfahrens ergibt sich aus dieser Entscheidung nicht.“
Unruhe im Regierungsviertel: Hier wurde gestern der Notfall geprobt, inkl. Evakuierung des Kanzleramts. Olaf Scholz war nicht betroffen: Er besuchte die Bundeswehr im Schwäbischen Calw. Auch irgendwie Ausnahmezustand.
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Lässt sich der Klimawandel noch versichern? Seit Jahrzehnten beobachtet der größte Rückversicherer der Welt den Anstieg von Naturkatastrophen durch den Klimawandel. Wie sich Risiko berechnen lässt, warum Deutschland relativ gesehen noch Glück hat, und warum das Klima auch hierzulande zur sozialen Frage wird, sagt Ernst Rauch in dieser Folge. Jetzt auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
Falls Sie sich fragen, warum Berlin in diesen Tagen so diesig ist: Es ist Smog. Nachdem die Luftqualität im Februar meist im grünen Bereich lag, ist die Verschmutzung im März deutlich angestiegen. Am Montag meldete die Plattform „IQ Air“ einen durchschnittlichen Indexwert von 94 (Spitzenwerte von 114) – damit war die Berliner Luft an diesem Tag so schlecht wie in Bangkok und wurde daher für sensible Gruppen als ungesund eingestuft. Auch das ist die Berliner Luft, Luft, Luft.
Schade auch für Berlins neuesten Zoo-Bewohner… aber abseits der schlechten Luft ist wirklich alles erfreulich an dieser Meldung: Am Sonntag wurde im Zoo ein Gorilla-Baby geboren, es gehört zu den vom Aussterben bedrohten westlichen Flachland-Gorillas. Geschlecht, Größe und Gewicht sind noch unbekannt – aber wir rufen schon mal: Willkommen in Berlin! Die Luft ist zwar dicke, aber sonst kannste nich‘ meckern.
Mit Ihrem Tagesspiegel-Abo können Sie u.a. auch folgende Texte lesen:
+ „Schüler können 50 Prozent der Lernzeit sparen“: Warum manche Inhalte für immer hängenbleiben – und andere nie. Ein Gespräch mit dem Neurobiologen Martin Korte.
+ „Keine guten Aussichten, vor allem nicht für Jüngere“ So bewerten Fachleute das Rentenpaket II.
+ Uber, Bolt und Freenow: Wie Berliner Mietwagenunternehmer die Plattformen für Sozialkassenbetrug nutzen.
Zitat
„Stopping production of electric vehicles, rather than fossil fuel vehicles, ist extrem dumm.“
Elon Musk über den Brandanschlag, der gestern sein Tesla-Werk in Grünheide stilllegte. Linksextremisten bekannten sich zu der Tat.
Wie die Anwohner reagieren, können Sie hier nachlesen.
Stadtleben
Essen & Trinken – Das „Burro Unchained“ im Schillerkiez ist das Casual-Fine-Dining-Pendant zum Taco-Imbiss „Club del Burro“, nur ein paar hundert Meter weiter. Die gefüllten Maistortillas sind hier auf der Karte allerdings nicht zu finden. Stattdessen eine Fusion aus mexikanischen, mediterranen, peruanischen und persischen Einflüssen, die sich zu Gerichten wie Blumenkohl mit Mole Verde, Pistazie und Mango, Ravioli mit Ricotta-Appenzeller, Haselnuss und Birne oder Pulpo und Muscheln mit Koriander-Jalapeño, Brioche und Chili formen. Aromatisch und optisch ist das alles sehr ausdrucksstark, aber nicht mit Schärfe überfrachtet. Bestellt werden kann als Vier-Gang-Menü oder à la carte, jeweils immer auch mit einer vegetarischen Option. Di-Do 18 bis 23 Uhr, Fr/Sa 18 bis 0 Uhr Allerstraße 11, U-Bhf Leinestraße
Last-Minute-Lesung – Heute Abend noch nichts vor? Im Pfefferberg Theater stellt Katja Riemann ihr Buch „Zeit der Zäune“ vor (20 Uhr). Wir verlosen 2x2 Karten! Es geht um Menschen auf der Flucht und die Orte, an denen sie für eine Weile leben (müssen). Die Schauspielerin und UNICEF-Botschafterin hat sie besucht. Auf Lesbos, in Jordanien, Calais und Melilla. Über ihre Eindrücke und Recherchen spricht sie mit Autorenkollegin Samira El Ouassil. Regulär kosten die Tickets 18 Euro. Schönhauser Allee 176, U-Bhf Senefelderplatz
Neu in Berlin – Ihnen ist heute nach Kündigung? Den Soundtrack liefert Großstadtgeflüster („Fickt-Euch-Allee“) auf ihrem neuen Album, das passende Video gibt es auf YouTube: „Ich kündige/Guck, ich zerreiße den Vertrag/Schmeiß' die Fetzen in die Luft/Wünsche einen schönen Tag“. Die Berliner Band meldet sich fünf Jahre nach ihrer letzten Platte mit „Das Über-Icke“ zurück. Das dazugehörige Konzert in der Columbiahalle ist verschoben auf den 7. September, Karten kosten 40,40 Euro.
Noch hingehen – Schutz, Trost, Leid, Zorn und Zweifel – die Themen, mit denen sich viele Skulpturen im Bode-Museum auseinandersetzen, sind nach wie vor relevant. Gerade in Kriegszeiten. Die Intervention „Timeless. Contemporary Ukrainian Art in Times of War“ lässt zehn zeitgenössische ukrainische Künstler:innen in Dialog mit der Skulpturensammlung treten. Noch bis 17. März. 12/6 Euro, tgl. außer Mo 10-18 Uhr, Am Kupfergraben, S/U-Bhf Friedrichstraße
Grübelstoff – 24 Stunden sind eine lange Zeit, in der viel passieren kann. Was muss passieren, damit Sie einen normalen Tag als „schön“ beschreiben – knallblauer Himmel, Mohnkuchen vom Bäcker, die nette Kollegin in der EDV-Abteilung, die den abgestürzten Laptop gerettet hat? Oder jemand am Abendbrot-Tisch, der überhaupt fragt, wie der Tag war? Ziehen Sie vor dem Schlafengehen eine Art Bilanz, in der schlechte und schöne Dinge abgewogen werden?
Kiekste
Symbolbild für den Grundzustand Berlins? Gesichtet am Alexanderplatz von Ulrike Lauber. Weitere „ordentliche“ Bilder gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – Adlergestell (Adlershof): Bis voraussichtlich 22. März ist die Fahrbahn Nähe Grauammerpfad auf zwei Fahrstreifen verengt.
Nürnberger Straße (Charlottenburg): Ab 7 Uhr ist Richtung Spichernstraße an der Kreuzung Tauentzienstraße der rechte Fahrstreifen gesperrt (bis Donnerstag, ca. 16 Uhr).
Lewishamstraße (Charlottenburg): In Richtung Kurfürstendamm wird bis Donnerstag, täglich von 8 bis 16 Uhr, die Fahrbahn zwischen Stuttgarter Platz und Gerveniusstraße auf jeweils einen Fahrstreifen verengt.
Mariendorfer Weg/Gottlieb-Dunkel-Straße (Neukölln): Ab Mittag regelt in Höhe Eschersheimer Straße eine Baustellenampel den Verkehr. Die Anbindung der Eschersheimer Straße ist unterbrochen.
Hauptstraße (Schöneberg): Für ca. einen Monat ist in Richtung Rheinstraße die Fahrbahn zwischen Akazienstraße und Dominicusstraße abschnittsweise auf einen Fahrstreifen verengt.
Nahverkehr – S-Bahn: S3: Von 22 bis 1.30 Uhr fährt die Linie zwischen Friedrichshagen und Karlshorst nur im 20-Minutentakt.
Regionalverkehr – RB10: Die Züge werden in der Zeit von 21.15-23.45 Uhr zwischen Brieselang und Berlin-Spandau über Dallgow-Döberitz – Berlin-Staaken (zusätzliche Halte) umgeleitet. Die Halte in Finkenkrug, Falkensee, Seegefeld und Albrechtshof fallen aus.
Demonstration – Für heute sind 17 Demos angemeldet (Stand 5.3., 13.30 Uhr), u.a. „Streik der Postbank Filialen im Rahmen der Tarifrunde“: 350 Teilnehmende, Verdi Landesbezirk Berlin-Brandenburg, Rathausstraße 15 (9-12 Uhr)
„EQUAL PAY DAY: Jährliche Versammlung des Deutschen Gewerkschaftsbundes unter Mitwirkung beteiligter Bundesministerien, anlässlich des Equal Pay Days. Dieser macht auf die Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern aufmerksam“: 40 Menschen, DGB, Pariser Platz (9.30-10.30 Uhr)
„Die Behrenstraße in Berlin in Alexej-Nawalny-Straße umbenennen!“: 200 Demonstrierende, Demokrati-JA, Mauerstraße 29 (17.30-18.30 Uhr)
„Respect Cyclists – Die Fahrraddemo für sichere Radwege“: 100 Teilnehmende, Respect Cyclists, Falkplatz, Invalidenstraße, Großer Stern, Potsdamer Platz, Mauerpark (17.30-21 Uhr)
„Warum ignoriert die DGAP Armeniens Verbrechen?“ 50 Protestierende, Aserbaidschanische Gemeinde in Deutschland, Rauchstraße 17 (18-20 Uhr)
Gericht – Nach eine Betrugsserie mit einer angeblichen Wunderheilerin kommt ein 43-Jähriger wegen Beihilfe auf die Anklagebank. Er soll Teil einer Bande gewesen sein, die über das russischsprachige Fernsehen in Westeuropa die angeblich telepathischen Fähigkeiten einer angeblichen Wunderheilerin angeboten haben. In 79 Fällen seien rund 830.000 Euro auf ein Konto des Angeklagten überwiesen worden (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 7019).
Universität – Einen Gründerinnenstammtisch zum Thema Gründung in der Food-Branche organisiert heute Abend die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Der Austausch findet via Zoom statt (16-18 Uhr). Dabei ist u.a. die Konditorin Laura Schönberger, Anmeldung erbeten.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Lieber Andreas (Obst-Gillmeister)! Zu Deinem 70. gratulieren Dir ganz herzlich Deine drei Lieblingsfrauen. Bleib weiter so aktiv!“ / Kevin-Prince Boateng (37), ehemaliger Fußballprofi, zuletzt bei seinem früheren Jugendverein Hertha BSC unter Vertrag / „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag unserer lieben Freundin Brigitte in Bonn Bad Godesberg von Roswitha und Renate aus Berlin“ / Dirk Feuerberg (61), Jurist und politischer Beamter, seit 2023 Staatssekretär in der Berliner Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz / „ENDLICH 80, Jürgen. Beste Glückwünsche von Barbara, Franzi und Thilo“ / „Die besten Wünsche zum Jubeltag schickt Hartmut an Stefanie Kahlert! Lass dich feiern und verwöhnen“ / Hans-Peter Kirchberg (68), Dirigent und Pianist, von 2002 bis 2022 Musikalischer Direktor der Neuköllner Oper in Berlin / Ingrid Köppe (66), Bürgerrechtlerin, Rechtsanwältin, engagierte sich 1989 im Neuen Forum, wurde zur Sprecherin des Neuen Forums am Zentralen Runden Tisch gewählt, 1990 bis 1994 für die Listenvereinigung Bündnis 90/Grüne Mitglied des Bundestags / Friedbert Pflüger (69), ehemaliger Politiker (CDU), Unternehmensberater und Politikwissenschaftler, war Parlamentarischer Staatssekretär (2005-2006) und Fraktionsvorsitzender der CDU in Berlin (2006-2008) / Günter Struve (84), Journalist und Medienmanager; ARD-Programmdirektor (1992-2008)
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Dr. Andreas Fijal, verstorben am 10. Februar 2024, u.a. Mitglied des Akademischen Senats und der Kommission für Lehrangelegenheiten an der FU / Stephan Gorny, * 27. Dezember 1957 / Christel Frese-Weser, geb. Zacharias, * 18. Dezember 1935 / Thomas Patrzek, * 15. Dezember 1956 / Dr. med. Ernst Reinhard Proft, * 6. August 1942, Psychoanalytiker / Ruthild Riechert, * 18. Mai 1947 / Dieter Rybakowski, 30. Januar 1935, Verwaltungsdirektor / Hannelore Schwarz, * 1. April 1929 / Prof. Dr. Reingard Sörensen, * 26. September 1935
Stolperstein – Rosalie Borchardt, geb. Bernstein, wurde am 20. April 1854 im damals preußischen Königsberg geboren. Sie war verheiratet mit dem Kaufmann Robert Borchardt. Das Paar hatte sieben Kinder – eines von ihnen war der Schriftsteller Rudolf Borchardt. Ihr Mann starb 1908. Nachdem alle Kinder Berlin verlassen hatten (einigen gelang die Emigration, zwei wurden in ein KZ deportiert, der Schriftsteller Rudolf Borchardt starb auf der Flucht vor den Nazis), blieb Rosalie allein zurück. Am 6. März 1943 beging sie in ihrer Wohnung Suizid, vermutlich um der drohenden Deportation zu entgehen. An Rosalie Borchardt erinnert ein Stolperstein in der Passauer Straße 2 in Schöneberg.
Encore
Was machen Sie, wenn sich die Sonne rot über dem Tempelhofer Feld senkt (willkürliches Beispiel)? Klar: Handy raus, Foto machen und umgehend bei Instagram hochladen. Dass die Sonne untergegangen ist, bis der Post fertig ist – Ihr Problem! Aber wenn Sie es schon tun, dann bitte beim nächsten Mal die Hashtags #berlin, #berlintravel oder #berlintourism verwenden. Denn unsere schöne, kleine Stadt ist in der Liste der „most Instagrammable European destinations“ nur auf Platz 4 gelandet, hinter London, Paris und Ankara (Q: Journo Research).
Und warum? Während als Fotomotive bei London selbstverständlich Buckingham Palace und Big Ben angegeben werden und in Paris Eiffelturm, Louvre und Arc de Triomphe, steht Berlin vor allem für: Streetart, Zitat: „Die Bezirke der deutschen Hauptstadt wimmeln von visuellen Meisterwerken, die einen wunderschönen Hintergrund für ein Fotomotiv bieten.“ Vielleicht könnte jemand mal Fernsehturm und Brandenburger Tor malen?
Die richtigen Worte gefunden haben gestern Alexander Fröhlich, Teresa Roelcke, Ingo Salmen und Anna Thewalt (Recherche), Antje Scherer hat das Ambiente geschaffen (Stadtleben) und Florian Schwabe in der Früh alles appetitlich angerichtet (Produktion). Morgen begrüßt Sie hier Stefan Jacobs.
Bis bald!
