schlecht geträumt? Dann erst mal drei gute Neuigkeiten zum Aufwachen in einer hoffentlich irgendwann wieder traumhaften Welt:
Erstens: Für eine Corona-Impfung hat die Universität Oxford nach eigener Aussage einen „Meilenstein“ erreicht. Das neue Mittel stärkt die Immunabwehr von Patienten bei bisher wenigen Nebenwirkungen. Die Hauptwirkung gegen Covid-19 muss allerdings noch verbessert werden.
Zweitens: Das gemeinsame Singen in geschlossenen Räumen soll in Berlin wieder erlaubt werden. Das will heute der Senat beschließen, wie unsere Rathausreporterin Sabine Beikler vorab berichtet. Bei den Abstandsregeln dürfen Chöre allerdings nicht liederlich werden.
Drittens: Deutschlands Star-Virologe Christian Drosten spielt auch Gitarre, bald gemeinsam mit der Berliner Punkband ZSK. Wird Zeit, dass wir alle mal wieder schöne Saiten aufziehen.
Nichts gegen Mücken – so lange sie nicht zu Elefanten werden. Die trampeln gerade durch den US-Wahlkampf, bei dem sich Donald Trump damit rühmt, „mit Bravour“ einen kognitiven Test bestanden zu haben. In dem Test wird unter anderem ein Bild gezeigt mit der Frage: Was ist das? Es ist dann keine Mücke.
Einen Elefanten lässt sich gerade auch Chris-Oliver Schickentanz aufbinden. Der Chefanleger der Commerzbank tritt in einem Sommerwettstreit gegen einen Dickhäuter aus dem Zoo in Kronberg an. Es geht darum, wer besser Aktien anlegt (via HR). Derzeit liegt der Mensch vorne, allerdings nur bei den Ausgaben. Was das über deutsche Fondsmanager aussagt, muss noch aufgeklärt werden – mückenlos.
Auch tief im Westen, wo die Sonne verstaubt, ist die deutsche Einheit nicht versandet. Der Strukturwandel, der die neuen Länder einer alteingesessenen Republik vor 30 Jahren über Nacht schüttelte, hat auch Rhein und Ruhr kräftig durchgespült. Welche Emotionen die Umbrüche 1990 im Ruhrgebiet auslösten, wird im zweiten Teil unserer Podcastreihe „Sind wir uns einig?“ besprochen. Zeitzeuginnen und Experten wie Tagesspiegel-Autorin Hatice Akyün und der ehemalige Sprecher der Treuhandanstalt Wolf Schöde diskutieren, welche Erwartungen sich in Ost und West aufbauten und welche Enttäuschungen es in Süd und Nord bis heute gibt – nachzuhören hier. Die erste Folge zu den Umbrüchen, Abbrüchen und Aufbrüchen in Berlin (unter anderem mit dem langjährigen Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen und Unternehmerin Petra Hoyer) ist weiterhin hier abrufbar. Hören wir uns zu, dann verstehen wir uns noch besser.

Der Wedding kommt? Ach, er geht schon wieder. „Schweren Herzens“ zieht das legendäre Tangoloft aus seinen Räumen in der Gerichtsstraße aus und haut nach einer tränenreichen Abschiedsfeier am Sonntag nun den Tanzboden für alle raus. „Es ist kein Abschied für immer, wir wollen unbedingt weitermachen“, erzählt Tangoloft-Chefin Mona Isabelle Schröter am Checkpoint-Telefon. Seit vier Monaten ist das Loft, dessen Bretter vielen Berliner Tänzerinnen und Tänzern ihre Welt bedeuteten, wegen der Pandemie geschlossen, doch die Miete musste weitergezahlt werden. Um sich nicht hoch zu verschulden, machen die Macher nun einen Ausfallschritt. Nach einem Fundusverkauf am Freitag (mit Kronleuchtern im Angebot) und einem Sabbatjahr soll es anderswo weitergehen. „Vielleicht finden wir ja sogar einen Ort mit einem Garten oder einer Terrasse“, träumt Schröter. Denn neben engen Tänzen mag sie wilde Blumen. Die Bromelie „Blue Tango“ (Foto hier) braucht für ihre farbenprächtigen Blüten viel Licht und Luft zum Atmen – so wie Berlins bunte Tangoszene.
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Haben die sie noch Malle? Nicht nur die Bierschaumpartys grölender Ballermänner – am Wochenende auch vor den Bars in der Berliner Torstraße (via RBB) – lassen weltweit die Angst vor einer zweiten Pandemie-Phase steigen. In vielen Ländern ist nicht mal die erste Welle abgeflacht; neue Epizentren bilden sich gerade in Asien, Afrika und Südamerika. Wie es anderswo aussieht und was das dortige Krisenmanagement auch für uns bedeutet, haben wir mit vielen interaktiven Grafiken für Tagesspiegel Plus zusammengestellt (Abo). Nicht nur Reisen bildet.
In die nächste Rote Welle fährt Bundesverkehrtminister Andreas Scheuer (CSU). Wieder einmal fehlen Mails zur Aufklärung seiner politischen Verwicklungen in die halbmillliardenteure Mautpleite. Und Raser sind weiterhin vor schnellen Fahrverboten geschützt – dank eines Formfehlers von Scheuers Ministerium. Für Geisterfahrer im Regierungsviertel dürfte das allerdings nicht mehr lange gelten, wie inzwischen selbst CSU-Chef Markus Söder andeutet (via ZDF). Zeit zum Blinken!
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„Erzähl mal weiter“ – gemeinsam mit Berliner AutorInnen und Ihnen wollen wir während der Sommerferien Fortsetzungsgeschichten verfassen. Den Auftakt dieser Woche machte Hatice Akyün (hier zu lesen). Heute folgt Teil 2.
Kiez-Hollywood
von Hatice Akyün und (heute) Eckart Brandtstaedter
Wie gut, dachte sie, dass man hinter einer Maske nicht das Gesicht verlieren kann... Vor ihr stand ein großer Mann mit schwarzer Mundbedeckung und blinzelte sie mit strahlenden Augen freundlich an. „Dazu müsste ich wissen, um was es sich dabei genau handelt.“ „Eine Tarte Tatin ist ein verkehrt herum gebackener Apfelkuchen.“ Sein Grinsen war trotz der Mundbedeckung deutlich zu erkennen. Um seine Augen bildeten sich kleine Lachfältchen. „Das hört sich interessant an. Und Sie kaufen gerade die Zutaten dafür ein?“ Seine warme Stimme gefiel ihr. Er wirkte sympathisch. „Ja. Man muss sie selber machen. Die fertig gekauften taugen nichts.“ Er nickte. „Stimmt, nur selbstgemacht bekommt man die Karamellschicht auf den Äpfeln richtig hin.“ Sie stutzte. Hatte er nicht eben gerade noch gesagt, er wisse nicht, was eine Tarte Tatin sei? Irgendwie war die Situation merkwürdig. „Ich glaube, ich bin Ihnen eine Erklärung schuldig“, entgegnete er verlegen…
Und jetzt sind Sie gefragt – Wie soll es weitergehen? Schicken Sie uns Ihre Fortsetzung (maximal 600 Zeichen) bis spätestens heute um 16 Uhr an checkpoint@tagesspiegel.de. Die beste Idee veröffentlichen wir morgen im Newsletter. Und die gesamte Geschichte (deren Ende wiederum Hatice Akyün am Freitag schreiben wird) lesen Sie am Wochenende im Tagesspiegel und auf Tagesspiegel.de.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Das Wichtigste in Kürze: Europa ist auch in der Krise handlungs- und verhandlungsfähig. Im Streit zwischen großen und kleinen Staaten ums große Geld und den ganzen EU-Haushalt ist nach vier Tagen und Nächten immerhin klar: Für einen Corona-Hilfsfonds sollen 390 Milliarden Euro an Zuschüssen und 360 Milliarden Euro an Krediten gezahlt werden; diese sollen an die Rechtsstaatlichkeit bei den Empfängern geknüpft werden. Bleibt nur noch die kleine Frage offen, wie, wann, ob und von wem das Geld irgendwann zurückgezahlt werden kann. Seit 5 Uhr früh verhandeln die Staatschefs weiter.
In Berlin gilt ja die Schimpfpflicht. Deshalb hier zur Abwechslung ein paar gute Neuigkeiten aus Neukölln:
Zünder entschärft: In Britz haben Kriminaltechniker eine Weltkriegsbombe außer Gefecht gesetzt (Foto des abgetrennten Zünders hier). Hunderte betroffene Bewohner konnten zurück in ihre Häuser.
Zündler entschärft? Die Polizei hat nach einer Serie von Autobränden einen 32-jährigen Mann festgenommen, der für mehrere Taten verantwortlich sein soll. Zeugen halfen bei der Suche, ein mögliches Motiv ist bisher unklar. Mehr als hundert betroffene Bewohner eines nach einem Brand gesperrten Hauses dürfen allerdings noch nicht zurück in ihre Wohnungen.
Falls Ihnen Spandau zu eng werden sollte: Fliegen Sie mal richtig raus durch unser ganzes gigantisches Universum. Möglich macht das eine 20 Jahre währende Forschungsarbeit von Astrophysikern vieler Länder, die alle Löcher im Himmel ausgeguckt haben und nun Millionen Galaxien im größten 3-D-Modell des Weltalls zusammenführen (via „Futurezone“). Immer wieder toll, wenn Wissenschaftler was von Materie verstehen.
Schlechte Nachricht aus der Nacht: Grünen-Politiker Volker Beck hat erneut eine Todesdrohung per Mail zugeschickt bekommen – darin finden sich zum wiederholten Male vertrauliche Daten und der Absender „NSU“. Der selbst erklärte Verschwörungssüppchenkocher Attila Hildmann, der zuletzt auf einer Kundgebung in Berlin Beck mit dem Tode bedrohte und den Holocaust verharmloste, sieht sich nun Ermittlungen wegen Volksverhetzung und Bedrohung gegenüber. Die Polizei hat Strafanzeige erstattet.

Das Projekt @wasihrnichtseht macht Rassismuserfahrungen von Schwarzen sichtbar. Wir machen das durch eine Kooperation an dieser Stelle auch.
Gut zu wissen: „Die Charité hat zu keiner Zeit Organe aus China transplantiert“, lässt der Senat auf Anfrage des Abgeordneten Marcel Luthe unter anderem zum Thema Organhandel wissen. Alles andere könnte uns auch an die Nieren gehen.
Bevor wir hier ins Schwimmen geraten, einfach noch eine erfrischende Nachricht: Trotz des ausgefallenen Schwimmunterrichts kraulen sich viele Kinder in den Sommerferien nicht nur den Nacken. Der Landessportbund bietet auch für die letzten beiden Wochen kostenlose Ferienkurse für Schülerinnen und Schüler an, und zwar in den Kombibädern Märkisches Viertel, Mariendorf, Gropiusstadt und Spandau Süd (Anmeldung hier).
In den ersten beiden Ferienwochen machten berlinweit schon fast 2000 Kinder mit und erschwammen sich 540 Seepferdchen, 725 Bronze-Abzeichen sowie 193 Mal Silber, erzählt Sportbund-Sprecherin Angela Baufeld. Sogar 12 Gold-Abzeichen wurden vergeben. Glänzend schimmert der See. Jetzt könnte der Sommer kommen.
Zügig geht’s hier weiter mit der Checkpoint-Laufgruppe. Nach der Pandemie-Pause halten wir uns wieder gemeinsam fit – mit Abstand, Kontaktliste und Desinfektionsmittel. Am morgigen Mittwoch lädt SCC-Coach Nathalie zum Lauf- und Techniktraining. Treffpunkt ist um 19 Uhr die Praxis SMS (Hauptstraße 87), wo Toiletten und Umkleide genutzt werden können. Dann geht es in Laufschuhen in den Volkspark Wilmersdorf. Ein Renner auch für Einsteiger.
Und schnell noch das Ergebnis unserer gestrigen Checkpoint-Umfrage: 57 Prozent unserer Leserinnen und Leser (mehr als 2000 von Ihnen nahmen teil) halten es für richtig, dass der Senat die Berliner Kleingärten erhalten will. 35 Prozent sind dagegen.
Zum Thema Grün- und Grauflächen und der gestrigen Checkpoint-Meldung zur Rodung der bürgerinitiativen Bürgersteigbepflanzung in der Vorbergstraße (Foto hier) teilt uns das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg unverblümt seine Sicht auf die verfrüht verblühten Blumen mit: „Nach zahlreichen Anwohnerbeschwerden über die immer weitere Einschränkung des sehr schmalen Gehweges, aufgrund der Sachbeschädigung am Gehwegpflaster (Entfernung von Mosaiksteinen, Gefährdung der Standfestigkeit der Poller), des illegalen Aufstellens von Einbauten (Pflanzbehälter, Rankhilfen usw.) sowie der Verdeckung der Poller bei Dunkelheit (nicht sichtbar für Parkende, die die Autotür öffnen) musste im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht gehandelt werden.“ Nun ist der Stadtbeton wieder in seiner vollverpollerten Schönheit ansehbar.
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Tagesspiegel-Podcast "Gyncast", Folge 7: Die Pille - mehr Freiheit, mehr Risiko?
Bevor die Antibabypille erfunden wurde, waren Frauen ihrer Fruchtbarkeit oft ausgeliefert. Heute gilt das Hormonpräparat als sicherstes Verhütungsmittel, gleichzeitig wird die Kritik dagegen lauter. Wie gefährlich ist es wirklich? Und wo bleibt die Pille für den Mann?
So, Döner wird’s heute nicht mehr. Zumindest nicht für unseren Leser Dr. Dr. h.c. J. Schnieders. Der bekam am „Sofra-Grill“ in Schmargendorf zur Mittagspause einen leckeren Kalbfleisch-Döner serviert. Ein Kompliment dafür erwiderte der Inhaber mit der würzigen Bemerkung: „Ich habe ihn für Sie ganz besonders gemacht, weil Sie wie Helmut Kohl aussehen.“ Tatsächlich war Schnieders oft mit Kohl auf Reisen gewesen, wie er schreibt. Liebe geht eben durch den Saumagen.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Im Dorf gingen drei Dinge: auf Bäume klettern, mich daheim verkleiden, die Zunge an den Weidezaun halten. War nicht so geil. Ich kam nach Berlin, um ungesund zu leben.“
Twitter-Arbeiterin und Autorin Ilona Hartmann erklärt im Interview, was sie jetzt in der Stadt macht – und was unsere Stadt ausmacht.
Tweet des Tages
Habe begonnen, eine tapfere Pflanze, die ich drei lange Jahre komplett vernachlässigt habe, wieder regelmäßig zu gießen und sogar umzutopfen. Die versteht wahrscheinlich gerade die Welt nicht mehr.
Stadtleben
Lesereise – „Wo wir geboren werden ist in erster Linie verschissene Lotterie, das ist fucking Glück – oder Unglück. Es ist wichtig, das sich die Menschen das einmal bewusst machen.“ Mehdi Maturi weiß, wovon er spricht: Er kam im Iran zur Welt, und wuchs in Deutschland bei seinem Vater auf. Mit 30 Jahren reiste er zum ersten Mal zurück, um seine Mutter kennenzulernen, von der er lange Zeit dachte, sie sei tot. Er ging zu Fuß und hatte keinen Pass dabei, wurde über Grenzen geschleust und musste über Minenfelder laufen, „dennoch hat diese Reise vor allem mein Urvertrauen in die Menschlichkeit gestärkt, denn ohne die Hilfe von anderen hätte ich es nicht geschafft“, verrät er im Checkpoint-Interview. Klare Leseempfehlung von Stadtleben-Autorin Stefanie Golla. „In den Iran. Zu Fuß. Ohne Pass. Auf der Suche nach meiner Mutter“ ist im Fischer Verlag erschienen (2020, 256 Seiten) – und wir verlosen ein Exemplar (bis 12 Uhr).
Urlaub ganz nah – Der Autor selbst fühlt sich in Berlin zu Hause, weil er Multikulturalität schätzt. Ein Ort, den er immer wieder gern aufsucht, ist das K.W.A in Mitte – wegen des Essens, des Tees und des Miteinanders. Gipsstraße 2 (U-Bhf Weinmeisterstraße), tgl. 12-22 Uhr
Trinken – In der Herrmannstraße 233 befindet sich die Villa Neukölln. Bei schönem Wetter sitzt es sich gut im von Efeu umrankten Außenbereich, tagsüber trifft man sich in der Villa zum Kaffee trinken oder auf eine selbstgemachte Limonade. Beliebte Beilage ist das hausgemachte Bananenbrot. Vor Corona-Zeiten bot die Bühne der Villa Neukölln Platz für Konzerte und Tanzveranstaltungen, momentan sind diese pausiert. Abends herrscht dennoch Barstimmung: Egal zu welcher Tageszeit, unter den schummrigen Deckenleuchten, zwischen den schweren roten Samtvorhängen, ist es immer gemütlich. Mo-So 11- open End U, U-Bhf Boddinstraße
Zum Vernaschen – Früher lag hinter dem Café Botanico in Rixdorf eine 1000 m² große Brache. Seit einigen Jahren züchtet Restaurantbetreiber Martin Höfft hier 200 essbare Pflanzenarten. „Bei uns entscheidet der Garten, was auf die Speisekarte kommt“, erklärt der Permakulturexperte, der das Lokal gemeinsam mit seiner Kollegin Christine Sticher (eigentlich Kontrabassistin) leitet. Der saisonale Anwuchs hinterm Haus landet dann zum Beispiel als „Pasta alle erbe“ oder Wildkräuter-Risotto auf dem Teller. Kräuterlimo gibt es natürlich auch. Alles im modernen italienischen Stil. Gäste dürfen sehr gerne im Garten hin- und herstreifen und vielleicht mal die ein oder andere essbare Blüte vernaschen. Richardstraße 100, Di-Fr 17-22 Uhr, Sa-So 15-22 Uhr, U-Bhf Karl-Marx-Straße
Das ganze Stadtleben – mit täglich neuen Ideen für den spontanen Urlaub vor der Haustür – gibt's mit Tagesspiegel-Plus-Abo.
Noch hingehen – Die Ausstellung „Glänzende Aussichten“ vom Hilfswerk Misereor zeigt 60 Karikaturen, die derzeitige gesellschaftliche Herausforderungen thematisieren. Es geht um unseren Lebensstil, Konsum, den Klimawandel und Gerechtigkeit. Noch bis zum 6. August ist sie in der Berolina-Galerie des Bezirksamts Mitte zu besuchen (9-18 Uhr). Außerdem sind dort neun Exponate der thematisch ähnlichen Ausstellung „Endlich Wachstum“ zu sehen. Interessierte können sich interaktiv mit dem auf stetiges Wachstum ausgerichteten Wirtschaftssystem beschäftigen und Alternativen kennenlernen. Karl-Marx-Allee 31, U-Bhf Schillingstraße
Billard Turnier – Um 19 Uhr startet im Friedrichshainer Billard House die erste Runde einer neuen Turnierserie. Das Angebot richtet sich an FreizeitspielerInnen, die Anmeldung erfolgt vor Ort. Maximal können 32 SpielerInnen teilnehmen, das Startgeld beträgt 5 Euro. Ab 18.30 Uhr kann man sich warmspielen, danach geht es ums Gewinnen: Für den ersten Platz gibt es je nach Teilnehmendenzahl 25 oder 15 Euro. Rudolfstraße 4, S-Bhf Warschauer Straße
Freiluftkino – ( Ein Tipp von Ticket-Kollege Jörg Wunder) Die Prämisse des britischen Erfolgsregisseurs Danny Boyle („Trainspotting“, „Slumdog Millionaire“) ist originell: Nach einem rätselhaften Unfall erwacht der notorisch erfolglose Musiker Jack Malik (Himesh Patel) in einer Realität, in der es die Beatles nie gegeben hat. Jack aber kennt all ihre Songs – und ist gewillt, diesen Wissensvorsprung für die lang ersehnte Karriere zu nutzen. Als Satire auf das Musikbiz funktioniert „Yesterday“ nicht ganz so gut wie als romantische Komödie. An der Quintessenz der zwei kurzweiligen Stunden gibt es indes nichts zu rütteln: Eine Welt ohne Beatles ist möglich, aber sinnlos. Tickets gibt es hier. Freiluftkino Hasenheide, 21.30 Uhr
Mit diesem Stadtleben wünscht Ihnen Masha Slawinski einen tollen Dienstag.
Insel-Check
Team Checkpoint hat die Segel gehisst und alle Berliner Inseln besucht – es sind mehr als 50. An dieser Stelle und auf Instagram stellen wir Ihnen täglich eine davon vor. Und oben drauf gibt’s unser Inselquartett – zum Ausschneiden für lange Autofahrten in den Ferien und Sommer-Sehnsucht im Winter.
Das doppelte Lottchen unter den Berliner Inseln. Eine namensgleiche Insel liegt in der Havel kurz vorm Wannsee. Hier am Tegeler See sind die Baumwipfel von Lindwerder am besten vom Strandbad am westlichen Ufer zu sehen. Die Tegeler Version ist die kleinste der sieben Seeinseln und liegt eher unscheinbar am Horizont. 143 Meter lang, 85 Meter breit, der Schwarzmilan nistet hier. Als wir mit unserem Solarboot an der Insel vorbeigleiten, überholt ein rauchhustender Dampfer und erinnert an die Nachteile der menschlichen Seefahrt. Lindwerder selbst ist nur menschgemacht denkbar: Die Insel wurde in den 1930er Jahren mit Hochofenschlacke aus der Eisengießerei der nahen Borsigwerke aufgeschüttet. Heute fast unvorstellbar, dass Wernher von Braun hier einige seiner ersten Raketenversuche unternommen haben soll.
Text: Julius Betschka
Berlin heute
Verkehr – S-Bahn: Bei der S45, S46, S8, S85 und der S9 kommt es zu Fahrplanänderungen. Zwischen Schöneweide und Plänterwald ist ein Pendelverkehr im 15-Minuten-Takt, zwischen Plänterwald und Treptower Park im 10-Minuten-Takt eingerichtet (22 Uhr bis ca. 1.30 Uhr). Die S8 und S85 sind zwischen Treptower Park und Ostkreuz unterbrochen. Fahrgäste können auf die S41 und S42 ausweichen. Die S9 fährt nicht zwischen Treptower Park und Spandau.
A113 (Schönefeld-Zubringer): Im Zuge der Sanierung der Autobahnbrücke an der AS Adlershof (alle Infos hier) kommt es zu einer Sperrung der Autobahn in Richtung Schönefeld (22-5 Uhr). Der Verkehr wird stadteinwärts vollständig über die AS Adlershof geführt (ab 5 Uhr).
Warmbrunner Straße (Grunewald): Sperrung Richtung Hubertusallee zwischen Paulsborner Straße und Hubertusallee (bis auf Weiteres).
B2 Dorfstraße (Malchow): Sperrung in beiden Richtungen zwischen Ortnitstraße und Blankenburger Pflasterweg für den Kraftfahrzeugverkehr (auch BVG, ab 9 Uhr). Der Fuß- und Radverkehr ist von der Sperrung nicht betroffen. Eine Umleitung ist ausgeschildert.
Scharnweberstraße (Reinickendorf): Richtung Seidelstraße ist die Fahrbahn zwischen Antonienstraße und Klixstraße auf einen Fahrstreifen verengt (bis Donnerstag, 23. Juli).
Berliner Allee (Weißensee): Sperrung stadteinwärts zwischen Nachtalbenweg und Gehringstraße für den Kraftfahrzeugverkehr. Der Radverkehr wird über den Gehweg geführt. Eine Umleitung ist ausgeschildert.
Demonstration – Im östlichen Teil des Gleisdreieckparks auf der Kreuzberger Wiese (Hornstraße) treffen sich 50 Teilnehmende zur „Warnstreikversammlung uni-assist". Anmelder ist ver.di (8.30-14 Uhr). Das Bündnis „Bars of Berlin” hat eine Kundgebung in der Rathausstraße 15 in Mitte mit 50 Teilnehmenden angemeldet. Sie fordern die „Erhaltung der Barszene Berlins während der Covid-19-Pandemie" (12-14 Uhr). Die Deutsche Aidshilfe hat in Kreuzberg die Kundgebung „Internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher_innen" am Kottbusser Tor (zwischen Reichenberger Straße und Adalbertstraße) mit 40 Teilnehmenden angemeldet (15-18 Uhr).
Gericht – Gegen einen 20-Jährigen, der für drei sexuelle Übergriffe auf Frauen verantwortlich sein soll, beginnt der Prozess wegen Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung. Die Opfer seien 43, 34 und 64 Jahre alt gewesen (13 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 504).
Heimuniversität – Gründungsinteressierte aus dem akademischen Umfeld können heute am „Startup Funding Event", einer Online-Infoveranstaltung des Startupservice der Humboldt-Universität teilnehmen (17-18.30 Uhr). Im Fokus stehen verschiedene Förderprogramme, der Schwerpunkt liegt auf dem Berliner Startup Stipendium. Die Teilnahme erfolgt über Zoom, kurz vor beginn wird der Link freigeschaltet.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Volker Gerhardt (76), Professor an der HU Berlin, Schwerpunkt Philosophie / Michael Kumpfmüller (59), Schriftsteller / Florentine Lahme (46), Schauspielerin / Klaus-Rüdiger Landowsky (78), Politiker (CDU) / Horst Pillau (88), Dramatiker, Romancier, Hörspiel- und Drehbuchautor
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Gestorben – Prof. Dr. habil. Heinz-Dieter Krausch, * 28.09.1928, Geobotaniker und Träger des Bundesverdienstkreuzes / Wolf Steinmeyer, * 6. Mai 1940 / Dr. Martin Walter, * 4. Januar 1966
Stolperstein – Leo Friedländer (Jg. 1889) lebte mit seiner Schwester Hertha in einem Blindenheim in der Wrangelstraße 6-7 in Steglitz. Beide waren sehbehindert. Im November 1941 mussten die Geschwister in das Jüdische Blinden- und Taubstummenheim nach Weißensee ziehen. Ein Jahr später wurden sie und weitere BewohnerInnen nach Theresienstadt deportiert. Dort wurde Leo 1943 – heute vor 77 Jahren – vermutlich ermordet. Laut Totenschein starb er an Darmkattarh.
Encore
So, jetzt düsen wir ab in den Rest der Woche. Doch leider wurde ein Jet-Ski gestohlen an der Côte d'Köpenick. Ein verdächtiger Mann, der den Wassermäher offenbar mit Wasserfarbe umzulackieren versucht hatte, wurde von der Polizei geschnappt. In seiner Wohnung fanden sich gleich noch ein gefälschter Kaufvertrag, drei Kilogramm Amphetamin, eine scharfe Schusswaffe, vier Fahrräder sowie vier Elektroroller. Nur ein Fluchtboot war wohl gerade nicht zur Hand. Die Strafe folgt sowieso auf dem Fuße.
Auch morgen fischen wir hier wieder nach Betrüblichem und Vergnüglichem aus Berlin. Erst mal viel Vergnügen mit diesem Tag! Man liest sich und ich grüße Sie,
