gerade frisch aufgewacht? Gut, gleich servieren wir frische fischige Forschungsfilets. Aber zunächst das hier: Berlins Regierung fischt weiter im Trüben, ob sie nun eine Enteignung großer Wohnungsunternehmen unterstützen soll (Linke), vielleicht unterstützen könnte (Grüne) oder doch nicht unterstützen wird (SPD). Um sich nicht noch beim nächsten Streitthema das Wasser abzugraben, einigte man sich am Dienstag zumindest beim Investitionshaushalt: An jede Senatoren-Angel wird einfach ein bisschen mehr Geld als Köder angehängt – so herrscht „nach ausführlicher Diskussion“ (Senatssprech für Zoff mit Sitzungsunterbrechung) zunächst Stille am See. Aber Vorsicht vor falscher Vertraulichkeit: „Fische, die sich länger kennen, gehen aggressiver miteinander um“, haben Gewässerökologen des Forschungsverbundes Berlin jetzt herausgefunden. Bei Versuchen mit Amazonenkärpflingen zeigte sich: In Gruppen mit scheinbarer Ähnlichkeit wird der Kampf ums Futter bald heftiger. „Manchmal ist es besser, die Gruppe zu verlassen und sich einer neuen anzuschließen“, empfehlen die Forscher. Es könnte also sein, dass die SPD bald davonschwimmt – wenn sie nur wüsste, wo sie hingehört.
Falls Sie diese Nachricht hier erst um 15 Uhr lesen, macht nix: Dann wohnen Sie in Köpenix. Hier war es gestern den halben Tag genauso zappenduster wie es heute sein soll. Denn bei einer „fehlerhaften horizontalen Bohrung“ an der sowieso von Bauarbeiten verbohrten Allende-Brücke wurde ein Stromkabel zerstört – und sofort machten die üblichen Witze über horizontale Ablenkungen die Runde. 31.000 Haushalte mussten sich jedenfalls warme Gedanken machen, das Mobilfunknetz fiel teilweise aus; sogar die Notrufnummern 110 und 112 waren in der Nacht nicht erreichbar. Viele Schulen und Kitas bleiben heute geschlossen (aktueller Überblick hier). Gegen den Strom kommt man eben nicht an. Gegen Wasser und Gas auch nicht.
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Chance oder Verhängnis für Unternehmen? Lösungen von heute und Ideen für die Zukunft. Zu Gast sind die Berliner Verkehrssenatorin, der Uber-Chef in Deutschland, die Chefin der BVG, Experten für Seilbahnen in Städten u.v.m. Spannender kann man dieses Zukunftsthema kaum diskutieren. Informationen und Anmeldung unter berliner-mittelstandskongress.de
Bevor wir wieder alle auf der Palmer sind, lesen Sie das mal: „In Berlin ist die Wurzel des Volkes faul. Die Immoralität frisst wie ein Krebs um sich.“ So ist also die verzweifelte Lage hier seit 1843; damals ging der Schriftsteller Karl Gutzkow mit seinem heimatlichen Hauptstadtdorf hart ins Gericht (via @drguidoknopp). Ein paar aktuelle Schmähungen des Tübinger Bürgermeisters Boris Palmer, der nun im Görli nach Ablenkung von heimatlicher Langeweile sucht, sind dagegen leicht zu verdauen. Statt Döner gibt’s in Kreuzberg heute Spießburger.
Kurze Zwischenlandung: Bundesverkehrtminister Andreas Scheuer (CSU) ist weiterhin offen für die Offenhaltung von Tegel (via „Berliner Morgenpost“). Kein Wunder, der Flughafen ist ja auch nur per Auto zu erreichen. Aber bevor hier irgendwann nirgendwann die donnernden Flieger den Abflug machen, noch ein letzter Aufruf: Wenn Sie zufällig am 18. Januar an Gate 71 auch gefühlsmäßig abgehoben sind, beachten Sie diese Anzeige im aktuellen „ZeitMagazin“: „Warten auf Flug EW051 nach Köln/Bonn. Du wolltest abends noch auf ein Irish Punk Rock Konzert ins Palladium. Ich freue mich auf Antwort: ena2018@outlook.de“. Der Himmel über Berlin; er bleibt voller Geheimnisse.
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In einem außergewöhnlichen Veranstaltungsformat präsentiert das Zi exzellente Beispiele aus der ambulanten Versorgung: 16 erfolgreich umgesetzte Projekte bewerben sich um den Titel „Ausgezeichnete Gesundheit 2019“. Stimmen Sie mit ab! Informationen und kostenfreie Anmeldung: www.ausgezeichnete-gesundheit.de
Biss zum Morgengrauen spielt sich diese dunkle Geschichte ab: Erpresser drohen dem Gourmetrestaurant Frühsammer in Wilmersdorf schlechte Onlinebewertungen an, sollte es nicht umgehend 300 Euro zahlen. „Was wir wollen? Ganz einfach: Geld!“, heißt es in einer Drohmail, der eine Anleitung zur Zahlung in Bitcoins sowie eine erste schlechte Rezension des Restaurants auf Google folgte. Betreiber Peter Frühsammer stellte Strafanzeige wegen betrügerischer Erpressung und leitete die Drohmail an Google weiter. Der Suchmaschinenbetreiber hat bislang allerdings nicht zu einer Reaktion gefunden. Die Online-Beschwerde einer angeblichen „Rita Sommer“ (auch Absenderin der E-Mail) über vorgeblich kaltes Essen steht weiterhin im Netz. Schade, dass man im Krieg der Sterne bei Google keine Sonne sieht.
Lange nicht gesehen: Erst posierte die AfD-Abgeordnete Jessica Bießmann auf einer Theke vor Hitler-Wein (mit Adolf Hitlers Konterfei beklebte Flaschen), dann wurde sie aus der Partei geworfen und ist seitdem nicht mehr im Abgeordnetenhaus aufgetaucht. Obwohl sie auch für ihre Basis in Marzahn-Hellersdorf unerreichbar ist, kassiert sie monatlich 6436 Euro an Diäten und Zuschüssen fürs Nichtstun. Derweil trifft sie sich draußen mit Ganzweit-Rechtsaußen wie Björn Höcke und Jürgen Elsässer, wie mein Kollege Robert Kiesel berichtet. Selbst AfD-Landeschef Georg Pazderski findet Bießmanns Verhalten „unlauter und unappetitlich“. Unglaublich, wie unmöglich man sich machen kann.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Ohne Helm und ohne Gurt; das muss Kurt sein. Brandenburgs bekanntester Storch ist aus Spanien in sein Nest in Bad Freienwalde zurückgekehrt (via RBB). „Der Schnellste kriegt die beste Frau“, weiß Bernd Müller von den Naturfreunden Oberbarnim-Oderland. Aber das ist nur bei Vögeln so.
Schon krass, wie viele Rentner in Armut oder Langeweile fallen würden, wenn sie nicht mehr voll arbeiten. Bernie Sanders zum Beispiel muss mit 77 noch einmal als Präsidentschaftskandidat in den USA antreten, um Donald Trumps Mauern einzureißen. Das hat sich ein Linker wie er wohl auch nicht träumen lassen.
Ein noch älterer Hut ist die Berliner Verwaltungsreform. Hier scheint Pankows Bürgermeister Sören Benn am ganz großen Rad zu drehen. „Die Verwaltungsmodernisierung entscheidet darüber, ob wir als Berlin Trabi sind oder Lada“, ließ er bei der Linke-Fraktionssitzung wissen. Egal, auf beide Autos hat man im Osten mindestens zehn Jahre gewartet.
Schnell rüber zum Sport: Bayern München hat gegen Klopp 0:0 gewonnen, aber keiner hat’s gesehen. Herthas Nachwuchs ist ins Achtelfinale der Champions League eingezogen; immerhin 1831 Fans waren beim 2:1-Sieg über Paris St. German dabei. Nur die Eisbären verloren mal wieder Puck und Punkte. Aber Welttag der Eisbären ist sowieso erst am 27. Februar (erste Vorbereitungen laufen). Das Blöde ist nur: Da haben die Berliner kein Spiel.
Huch, eine kurzfristige Vorladung der Polizei. Die neue Chefin Barbara Slowik will am heutigen Mittwoch über Strukturreformen informieren. Dabei könnte es auch um die Umstellung der Hundertschaften gehen, die Innensenator Andreas Geisel (SPD) bereits im Tagesspiegel-Interview angedeutet hat. Von 0 auf 100 in weniger als einem Jahr Amtszeit; das ist fast schneller als die Polizei erlaubt.
Fix noch das Neueste vom Verkehrsfunk: Der Flughafen Rostock-Laage steht vor dem Aus, weil hier Germania und Flybmi nach ihren Pleiten nicht mehr landen (via „Spiegel“). Die Elsflether Werft des dauerleckgeschlagenen Bundeswehr-Kutters Gorch Fock muss Insolvenz anmelden (via ARD). Gut, dass auf die Deutsche Bahn noch Verlass ist. Also, außer an Wochenenden und in der Woche.
Kein Witz ist diese aktuelle Gegendarstellung:
„In der ‚Super-Illu‘ vom 6. Dezember 2018 heißt es in einem Artikel unter der Überschrift ‚Liebe im Verborgenen‘ über mich: ‚Der Jurist, der es mag, wenn er als Prominentenanwalt bezeichnet wird, …‘
Hierzu stelle ich fest: Ich mag es nicht als ‚Prominentenanwalt‘ bezeichnet zu werden.
Berlin, den 6. Dezember 2018
Rechtsanwalt Professor Dr. Christian Schertz
Anmerkung der Redaktion: Das Berliner Pressegesetz verpflichtet uns zum Abdruck dieser Gegendarstellung ohne Rücksicht auf ihren Wahrheitsgehalt.“
So wird man natürlich auch prominent.
Kurz noch eine Korrektur zu unserem gestrigen Checkpoint: „Bonn ist nicht Weimar“ heißt ein Buch von Fritz René Allemann. Wir stellen fest: Berlin auch nicht.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Ich kann mich, Gott sei Dank, über mich selbst lustig machen. Was mich natürlich nicht daran hindert, mich auch über andere lustig zu machen.“
Lebenslustig, selbststreng, ein Freigeist: Nun ist Modekönig Karl Lagerfeld gestorben. Einen Nachruf finden Sie hier, ein früheres Gespräch mit ihm hier und ein Interview mit seinem alten Konkurrenten Wolfgang Joop hier.
Tweet des Tages
Ja, Sex ist geil, aber habt Ihr schon mal alle Tabs geschlossen, nachdem die letzte Prüfung vorbei ist?
Stadtleben
Essen Was steht am offiziellen Tag des Kirschkuchens wohl auf der Speisekarte? Richtig, Strammer Max auf hausgemachtem Sauerteigbrot (8,80 Euro) oder das Bauernfrühstück mit Eiern, Kartoffeln, Zwiebeln, Gürkchen und Salat (9,80), dazu ein ziemlich guter Milchkaffee…, Fehlanzeige. Flat White (3,20), Latte (3,00) oder Cappuccino (2,70) stehen auf der Karte. Ausdrückliche Spezialität des Neumanns ist zwar die Stulle, der Schokoladen-Kirschkuchen soll allerdings göttlich schmecken. Gabriel-Max-Straße 18, nahe Boxhagener Platz, Mo-Fr 9.30 -18, Sa-So 10-18 Uhr
Trinken Barkultur zeigt sich nicht unbedingt in der Einrichtung oder einem besonders gut sortierten Weinkeller. Natürlich ist es umso besser, wenn auch ihr Äußeres stimmt, die Getränke gut sind und die Barkeeper umgänglich. Eine gute Bar erkennt man aber eigenlich daran, dass, wer allein hingeht, sich trotzdem wohlfühlt. Und eine solche ist sicherlich die fast nur aus Tresen bestehende Minibar in der Graefestraße 77. Erstens, kommt man allein generell besser ins Gespräch mit der Außenwelt. Und, zweitens, ist diese Außenwelt hier ausgesprochen klein. Wer gleich mehrere Freunde mitbringt, muss sich nicht wundern, wenn sonst niemand mehr reinpasst. Was ausgesprochen schade wäre, ist die Minibar doch gerade für ihre ausgefallene Zufallsmischung der etwa zehn Gäste bekannt, die jeweils auf einmal hineinpassen. Absacker, Therapiestunde, Blind Date Roulette und richtig viel Berlin – alles in Einem. Geöffnet ist tgl von 20 bis 3 Uhr, Fr und Sa bis 5 Uhr oder open end. U-Bhf Schönleinstraße
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Für gesundheitsbewusste Berlinerinnen und Berliner
Welche Vorsorgeuntersuchungen sind sinnvoll und was kosten sie? Und welche Rehakliniken in Deutschland empfehlen die Berliner Ärzte am häufigsten? Was können Sie tun, um die eigene Gesundheit für ein langes Leben zu erhalten, verrät Ihnen der neue Gesundheitsratgeber "Vorsorge & Reha".
Berlinbesuch Im Kulturpolitischen Salon des Kulturforum St. Matthäus wird ab 19 Uhr über die Krise des Demokratischen Gesprächs gesprochen. Sebastian Kleinschmidt, Julia Hemke, Olaf Zimmermann und Ludwig Greven wollen diskutierend erkunden, ob sich der Diskurs mit dem Diskurs retten lässt. Während also das demokratische Gespräch in einer Krise steckt und zugleich die Verrohung der Sprache noch im Raum steht, gibt es dennoch Empörung darüber, dass Frankfurt am Main einen mit Steuermitteln geförderten Lyrikkongress ausrichtet. Zur Einstimmung darauf und zur weiterführenden Vergegenwärtigung der Bedeutung der Sprache für die Gesellschaft daher diese Empfehlung: „Ein Abend für Ruth Wolf-Rehfeldt“ im Haus der Poesie mit Tomomi Adachi, Andreas Bülhof, Daniel Falb, Cia Rinne und Florian Lüdde beginnt um 19.30 Uhr in der Knaackstraße 97, U-Bhf Eberswalder Straße
Geschenk Wer seinen Berlinbesuch partout nicht aus den behaglichen vier Wänden bekommt, könnte ihn mit Gesellschaftsspielen beschäftigen – idealerweise mit solchen, die ihm die Stadt vermitteln, die er gerade verpasst. Aber nicht nur Nichtberliner könnten hieran Gefallen finden: Die Zitronenpresse hat ein Quartett herausgebracht, das nichts mit Streichinstrumenten zu tun hat, sondern mit Spielkarten und Berliner Schwimmbädern. Wer schon immer mal wissen wollte, welche die schönsten, ältesten, tiefsten und längsten Bahnen der Stadt sind, wird hier aufgeklärt, und zwar über die technischen Leistungsdaten der Bäder (Bäder-Supertrumpf!), ihren Standort und ihre Einordnung in die Architekturgeschichte. Einzig die Länge der Warteschlangen im Hochsommer hat es leider nicht zur eigenen Kategorie gebracht. Zu beziehen für 7,90 Euro im Buchhandel oder direkt über den Verlag Dirk Franke.
Last-Minute-Tickets Von missglückten Versuchen, Kinder für Musikinstrumente zu begeistern, können unzählige Eltern unzählige Lieder singen. Dabei kann es so einfach sein: Wer einmal das Vergnügen hat, den norwegischen Basisten Dan Peter Sundland live zu sehen, kann eigentlich kaum anders, als das selber können zu wollen. Heute Abend spielt er ab 20.30 Uhr im Doppelkonzert mit dem zeitgenössischen Jazz-Trio „Der lange Schatten“, das sein erwachsenes Publikum nicht minder in den Bann zu ziehen vermag. Im KM28, Karl-Marx-Straße 28, U-Bhf Hermannplatz. Einlass 19.30 Uhr, Tickets 10/ 8 Euro
Noch hingehen Beim flüchtigen Blick in die große Orangerie des Schlosses Charlottenburg springt es bemerkenswerter Weise kaum ins Auge: Das 1977 entstandene, 450 Quadratmeter messende Deckengemälde fügt sich dermaßen stimmig in die barocke Architektur, dass man sich beim näheren Hinsehen umso mehr über seine moderne Abstraktheit wundert – alles Figürliche, das an Wolken, Himmelblau oder Tücher erinnert, bleibt bloß angedeutet, das Dargestellte am Bild bloße Suggestion. Seit diesem Auftrag hat Peter Schubert zahlreiche Decken- und Wandgemälde am Bau gestaltet. In der Ausstellung „Der gemalte Himmel“ zeigt die Kommunale Galerie anlässlich seines 90. Geburtstags eine Auswahl des Oeuvres mit Gemälden, Papierarbeiten und Gipsmodellen zu Deckengemälden. Noch bis 3. März, Hohenzollerndamm 176, U-Bhf Fehrbelliner Platz
Einen guten Start in den Tag wünscht Ihnen Stadtleben-Autor Thomas Wochnik.
Prominent verraten
Der Verleger, Buchautor und Redner Florian Langenscheidt hat diese Woche fotografische Hinweise hinterlassen (hier gleich zwei Mal im Selfie) – richtig geraten und die Checkpotts gewonnen hat Leserin Angela Chambers – herzlichen Glückwunsch! Auf den „Mehr Berlin“-Seiten gibt's morgen noch mehr Fotos zu sehen.
Berlin heute
Verkehr Ab 7 Uhr wird die Grunerstraße (Mitte) in beiden Richtungen auf zwei Fahrstreifen verengt, weshalb es gerade in Hauptverkehrszeiten vermehrt zu Staus kommen kann. Stauen kann es sich auch rund um die Max-Schmeling-Halle (Prenzlauer Berg), wo um 19.30 Uhr Anpfiff eines Volleyballspiels ist. Schiffsverkehr gibt es heute auch. Wegen einer Brückenprüfung mit dem Prüfschiff „Argusauge" an der Salvador-Allende-Brücke (Müggelspree) kann es zwischen 8 und 16 Uhr zu Behinderungen im besagten Wasserabschnitt kommen. Mehr Infos zum Verkehr finden Sie wie immer auf der Seite des VIZ.
Demonstration Knapp 500 Menschen ziehen heute von 12 bis 14 Uhr unter dem Motto „Tarifauseinandersetzung Bankgewerbe/ Commerzbank“ vom Zoopalast über den Breitscheidplatz bis zum Kurfürstendamm 237. Ca. 100 Teilnehmer hat die IG Metall zur Demonstration „Angekündigte Schließung des Werkes“ von 12.15 bis 14 Uhr am Siemensdamm 42 angemeldet. Und zur Kundgebung „Wiederkehrende Akzeptanzhandlungen – wir fordern Generationengerechtigkeit“ treffen sich knapp 70 Teilnehmer von 9.30 bis 11.30 Uhr in der Paul-Löbe-Allee Ecke Konrad-Adenauer-Straße.
Gericht Ein 73-Jähriger, der in einem Streit auf seinen Sohn geschossen und ihn lebensgefährlich verletzt haben soll, kommt wegen versuchten Totschlags auf die Anklagebank. Dem Senior wird auch illegaler Waffenbesitz zur Last gelegt (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 537).
Berliner Gesellschaft
Gestorben - Beate Brüggemann, * 1947 / Rainer Grafentin, * 27. August 1954 / Annette Rott, * 28. Juni 1963 / Eduard Weissmann, * 8. Mai 1943
Stolperstein - Günter Bannat (Jhg. 1920) wurde wegen Widerstands gegen das Naziregime als „Vorbeugehäftling“ verhaftet und in das „Arbeitserziehungslager“ Großbeeren bei Teltow eingewiesen. Dort wurde er heute vor 76 Jahren ermordet. Er lebte am Einsteinufer 11 in Charlottenburg.
Im Tagesspiegel
Er konnte die Welt glauben lassen, dass ein Designer nur so sein konnte. So reden, aussehen, sich benehmen wie er. Modezar Karl Lagerfeld war seiner Zeit immer ein kleines Stück voraus. Jetzt ist er in Paris gestorben. Lesen Sie den Nachruf von Grit Thönnissen und Tanja Kuchenbecker heute auf den Seiten 2 und 3 im Tagesspiegel oder im E-Paper.
Encore
So, zum Schluss planen wir schon mal unseren nächsten Urlaub. Denn das Bundesarbeitsgericht in Erfurt hat letztgültig und völlig eindeutig entschieden, dass Arbeitnehmer ab jetzt prüfen können, „ob sie vielleicht doch noch Anspruch auf Urlaub haben, von dem sie dachten, er sei verfallen“. Um diesen Satz vom Juristischen ins Deutsche zu übersetzen, muss man aber erst einen Tag frei nehmen. Dabei ist die Grundsatzentscheidung urlaubssonnenklar: Arbeitgeber müssen ihre Angestellten „klar und rechtzeitig“ auf nicht genommenen Urlaub hinweisen. Wann und wie ein solcher Hinweis rechtzeitig ist, dazu äußerten sich die Richter nicht. „Dieser Punkt wird die Rechtsprechung in Zukunft sicher noch beschäftigen“, heißt es im Urteil. Womit klar ist: Für Arbeitsrechtler fällt der Urlaub erstmal flach. Das sei ihnen hiermit klar und rechtzeitig mitgeteilt.
Erholen Sie sich erst mal von der ersten Hälfte der Woche! Morgen geht’s hier schon weiter – auch ohne Strom geben wir Gas. Ich grüße Sie,