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Müller: „Die Stadt wird anders sein – aber es bleibt unser Berlin“Vorwahlen im US-Bundesstaat Ohio abgesagtHallesches Ufer soll grüne Flaniermeile werden

stellen Sie sich vor, es ist Pandemie und keinen juckt’s. So wirkt es zumindest bei einer Fahrradtour gestern Nachmittag quer durch Berlin: Schöneberger Spielplätze, auf denen vor lauter Kindern die Sandkiste nicht mehr zu sehen war, Schüler, die in Gruppen durch Kreuzberg zogen und ihre unverhofften Ferien feierten, lange Schlangen vor Eisläden in Prenzlauer Berg, gut gefüllte Cafés in Mitte, selbst in Brillengeschäften und Nagelstudios mächtig Betrieb. „Wir haben es in der Hand, ob Solidarität nach innen und nach außen die Oberhand gewinnt – oder der Egoismus des Jeder-für-sich“, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einer Videobotschaft und appellierte weiter: „Ihre Selbstbeschränkung heute wird morgen Leben retten“.

Viele Trümpfe hat die Politik in Sachen Coronavirus so langsam nicht mehr in der Hand. Nach Großveranstaltungen, Schulen, Kitas, Fitnessstudios, Bars und Clubs in Berlin, sollen nun deutschlandweit Geschäfte ganztägig geschlossen, Gottesdienste verboten und Aktivitäten in Vereinen, Sportanlagen sowie Musik- und Volkshochschulen eingestellt werden. Offen bleiben sollen: Supermärkte, Apotheken, Drogerien, Banken, Poststellen und Waschsalons. Politik kommt da an ihre Grenzen, wo sich die Gesellschaft versperrt. So bleibt ihr vielleicht bald nur noch ein Mittel, zudem Spanien, Italien und nun auch Frankreich gegriffen haben: Ausgangsperren. Frei nach Goethe: Und bist du nicht willig, so brauch ich Staatsgewalt.

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Wohin die Verantwortungslosigkeit jedes Einzelnen für die Gemeinschaft führen kann, zeigt sich immer deutlicher in Italien.