was ist Berlin? Und was will es ein? Ein Jahr lang hat sich die Senatskanzlei auf die Suche nach der DNA der Hauptstadt begeben. Hat Einwohner, Marketingexperten und Akteure der Stadtgesellschaft befragt und das Ergebnis in einem Leitbild (86-seitige PowerPoint-Präsentation und 37-seitiges Strategiepapier) zusammengefasst. Titel: „Berlin bleibt anders.“ Stellt sich bloß die Frage: Wie? „Es verändert sich viel, aber es findet keine Entwicklung statt“, heißt es in der Auswertung, die in erster Linie Marketingzwecken dienen soll (aus der man aber durchaus auch einen Weckruf an die Politik lesen kann!). Und: „Berlin ist geprägt durch planloses Überdrehen.“ Sprich: Bis dato fehlt eine Vision.
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Wie ein Feuer in China unsere Gesundheit gefährden kann.
Der Bedarf an Arzneimitteln steigt, doch weltweit sinkt die Zahl der Wirkstoffhersteller. Fällt ein Produzent aus, reißt die Lieferkette. So führt ein Unglück im asiatischen Werk zum Versorgungsengpass in Deutschland. Deshalb: Sichere Versorgung braucht viele Hersteller. Lesen Sie mehr.
Eine Selbstfindungsphase zusammengefasst in 15 Zitaten aus der Befragung (Q: Senatskanzlei):
1. „Berlin ist wie eine eigene Welt."
2. „Berlins Rolle ist es nicht, der Streber der Bundesrepublik zu sein. Das können andere besser. Berliner ist, wer im Bus auf der Klassenreise die Rückbank sucht, wer den Joint weitergibt, wer die Musik lauter dreht, wer das Scheitern nicht scheut.“
3. „(...) anyone can be a Berliner. Ich bin auch ein Berliner.“
4. „Nach seiner Façon zu leben, liegt in Berlin eben irgendwo zwischen Schrebergarten und Berghain.“
5. „Manchmal ist Berlin ein Kiezdorf. Das Nachtleben in Berlin funktioniert nur, wenn man keine Nachbarn hat, die sich über den Lärm beschweren.“
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In Kooperation mit Partnern haben wir HYBRIT initiiert: die Entwicklung eines Verfahrens zur Stahlherstellung, bei dem nur noch Wasser statt CO2 freigesetzt wird. Ein weiterer Schritt, um innerhalb einer Generation ohne fossile Brennstoffe auszukommen. vattenfall.de/fossilfrei
6. „Von mir aus könnte man um Charlottenburg eine Mauer bauen.“
7. „Alles wird mehr, die Stadt wächst in allen Bereichen: Menschen, Bauvolumen, Dreck.“
8. „Das Gefühl hat sich verändert und das Freiheitsversprechen ist weg. Wir müssen uns davon verabschieden – das Besondere der Stadt jedoch weiter verteidigen.“
9. „Wenn man niemanden hat, der aufpasst, und keine Struktur hat, dann kann man hier durchaus kaputtgehen. Man kann aber auch völlig eingesogen werden.“
10. „Härte wird auch Direktheit genannt. Und die ist auch sehr humorvoll. Der Berliner ist schlecht gelaunt. Wenn du ihm die schlechte Laune zurückgibst, kriegst du Liebe!“
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Wenn Wein- oder andere Einwegflaschen aus Glas ausgetrunken sind, sollten sie farblich getrennt in die Glascontainer geworfen werden. Denn Altglas ist unendlich oft recycelbar. Abfalltrennung ist damit ein wertvoller Beitrag für den Ressourcenschutz und die Umwelt.
So trennt man richtig.
11. „Berlin ist eine ehrliche Haut.“
12. „Berlin ist wie eine Familie, in der es kein Familienoberhaupt gibt und alle machen, was sie wollen, und sich streiten. Ich würde mir wünschen, dass es ein Familienoberhaupt gibt, das mal ein Machtwort spricht.“
13. „Ich mache mir um meinen Kiez Sorgen. Ich habe es hier geliebt. Jetzt wird aber eine riesige Mall gebaut, Urban Spree verschwindet, der Kletterpark ist weg, die A100 kommt, riesige Wohnhäuser werden gebaut.“
1„Berlin ist eine Brücke ohne Geländer. Runterfallen ist erlaubt, im Gegensatz zum restlichen Deutschland.“
15. „A city on the edge, like Amsterdam.“
Bleibt Berlin anders? Die letzten Jahre zeigen, dass sowohl die „Heimat der Vielfalt“ als auch der „Freiraum der Möglichkeiten“ keine Selbstverständlichkeiten mehr sind, heißt es in der Analyse weiter. Das große Versprechen Berlins werde bedroht und begrenzt. Je mehr jeder mache und tue, was er wolle, desto zerrissener werde die Gemeinschaft. Neben der (individuellen) Freiheit als Recht, brauche es deshalb auch die Offenheit (gegenüber der Freiheit anderer) als Pflicht. Es brauche ein Berlin, das Gemeinwohl als Priorität setzt. Das grenzenlose „Ich“, so das Fazit, soll deshalb zum grenzenlosen „Wir“ umgedeutet werden. Berlin soll sich als Hauptstadt verstehen, „die ihr Wachstum verantwortungsvoll, gerecht und gemeinsam gestaltet und für Wirtschaftskraft, Lebensqualität und Solidarität steht“. Dann mal los! Mein Essay zum Thema („Berlin war lange Zeit Nimmerland – und muss jetzt erwachsen werden“) lesen Sie hier.
Das neue Leitbild soll künftig als Kompass für alle Maßnahmen des Hauptstadt-Marketings herhalten. Ein neuer Slogan, der „Be Berlin“ ersetzt, wird im Laufe des Jahres gesucht. Schmissige Vorschläge – mit denen sich möglichst alle BerlinerInnen identifizieren können – sammeln wir gerne schon jetzt: checkpoint@tagesspiegel.de.
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Streifzug durch Wustrau, wo Fontane weilte
„Eine reizende Lage“ bescheinigte Theodor Fontane dem Haus des Generals von Zieten am Ruppiner See in seinen „Wanderungen“. Das Brandenburg-Preußen Museum zeigt ab 14. April Fotografien einer Zeitgenössin. Die passende Tour gibt’s in der kostenfreien App DB Ausflug, hin geht’s mit dem Brandenburg-Berlin-Ticket. Jetzt informieren unter bahn.de/ausflug
Alle weiteren Themen gibt’s heute in der Kurzstrecke. Da wird unter anderem geklärt, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Enteignungen steht (eher nicht so gut). Und wie Berlins CDU-Fraktionschef Burkard Dregger zu Ehrlichkeit (auch nicht so gut).
Berliner Schnuppen
Telegramm
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist sich sicher: Sie hält Enteignung „nicht für ein geeignetes Mittel zur Linderung der Wohnungsnot“. Das sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) findet die Debatte „überflüssig wie ein Kropf“.
In der Berliner CDU ist man sich nicht ganz so sicher. Würde die Partei ein entsprechendes Gesetz erlassen, wenn des Volksbegehrens erfolgreich ist? Eine Geschichte in drei Akten:
I: Montag, 15:05 Uhr / Fraktionschef Burkard Dregger (MdA) sagt im rbb-Inforadio: „Wenn es ein entsprechendes Votum gibt, dann wird eine Landesregierung, an der wir beteiligt sind, das nicht ignorieren können, sondern muss diesen Willen ausführen.“
II: Montag, 20:28 Uhr / Jan-Marco Luczak (MdB) twittert: „Enteignungen lösen keine Probleme, sondern schaffen neue: Kosten stürzen Berlin in noch mehr Schulden (…). Begehren ist #verfassungswidrig u. nicht zu akzeptieren!“
III: Montag, 22:18Uhr / Burkard Dregger erklärt via Pressemitteilung der CDU: „Die heutige Meldung eines Radiosenders, die Berliner CDU würde das Volksbegehren für Enteignungen respektieren und eine Landesregierung mit CDU-Beteiligung würde einen Volksentscheid als bindend erachten, weise ich zurück. Das habe ich weder gesagt, noch gemeint. Wir halten das Volksbegehren für verfassungswidrig.“
Nach Andrej Holm, Jens-Holger Kirchner, Boris Velter und Henner Bunde verabschiedet R2G den nächsten Staatssekretär: Der langjährige Vize-Landeschef Mark Rackles (SPD), 52, verlässt die Bildungsverwaltung und wird in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Erste spontane Reaktion aus der eigenen Fraktion: „Egal was kommt – es wird schlechter.“ Kommen wird aller Voraussicht nach Scheeres’ langjährige Sprecherin Beate Stoffers.
Als Landesvorsitzende tritt Monika Grütters nicht mehr an. Ihren Posten als stellvertretende Vorsitzende der CDU Wuhletal (Kreisverband Marzahn-Hellersdorf) behält sie. Wie auch der Kreisvorsitzende Mario Czaja und Mit-Stellvertreter Alexander Herrmann und Christian Gräff, wurde Grütters am Montag mit 95 Prozent wiedergewählt.
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Die FESTTAGE der Staatsoper
vom 12.-22. April präsentieren unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim herausragende Künstlerinnen und Künstler wie Anna Netrebko, Aida Garifullina (Fotos links, v. l. nach r.), Rolando Villazón, die Staatskapelle Berlin oder die Wiener Philharmoniker in Prokofjews „Die Verlobung im Kloster“, Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ oder im Konzert.
Zu der gestrigen Meldung „Öffentlicher Dienst – wer sich bewirbt, wird hingehalten wie ein DDR-Bürger beim Trabi-Bestellen“ stellt Sabine Smentek, Staatssekretärin für Informations- und Kommunikationstechnik, fest: „1) Auf einen Trabi wartete man in der DDR manchmal 10 Jahre – die Zu-/Absage für eine konkrete Stelle erhält man bei der Berliner Innenverwaltung innerhalb von 2 bis 3 Monaten. 2) Das Beispiel bezieht sich nicht auf eine konkrete Stelle, sondern auf das sogenannte Trainee-Programm des Landes Berlin. In diesem Jahr gab es für 20 Stellen übrigens 463 Bewerbungen – vom Ende der Bewerbungsfrist bis zur Zu- oder Absage vergingen 6 Monate – einen Trabi hätte es in dieser Zeit früher nicht gegeben…“ Fast zeitgleich erreicht uns dabei eine Zuschrift von Saskia Z. zu eben diesem Programm: „Auch ich habe als Politikwissenschaftlerin eine Ablehnung nach fast einem Jahr Verfahrensdauer erhalten.“ Da rückt der Trabbi schon wieder näher.
21.714 – so viele Verkehrsordnungswidrigkeiten wurden im Jahr 2018 für Fahrzeuge mit Diplomatenkennzeichen registriert. 79 Mal waren die Autos in Verkehrsunfälle verwickelt, bei 27 wurden Personenschäden registriert: zwei Schwerverletzte, 32 Leichtverletzte. 50 Mal wurde Unfallflucht begangen. Die Summe der Verwarnungsgelder bzw. Geldbußen (fiktiv) beträgt für das gesamte Jahr 389.734 Euro. Verfolgt wurde davon aufgrund der diplomatischen Immunität: nichts (Q: Anfrage MdA Peter Trapp, CDU).
Mehrere Strecken, ein Betreiber: Die SPD lehnt eine Los-Limitierung bei S-Bahn-Ausschreibungen ab – und geht damit auf Konfrontationskurs zu den Grünen. Wieder ein R2G-Konflikt mehr… Zählt jemand mit?
Das Landesamt für Umwelt Brandenburg hat die durchschnittliche Lufttemperatur in Berlin und Brandenburg für die kommenden Jahrzehnte prognostiziert. Fazit: Mit Klimaschutzanstrengungen steigt die Durchschnittstemperatur gegen Mitte des Jahrhunderts von 8,6 auf 9,7 Grad an und hält gegen Ende mit 9,8 Grad ihr Niveau. Bei einem „Weiter so“ rechnen die Experten in den nächsten 30 Jahren mit einem Anstieg auf 10,2 und gegen Ende des Jahrhunderts auf 12,5 Grad. (Q: rbb).
„Wir unterstützen das Engagement der Schülerinnen und Schüler. Die Wissenschaft und sie haben ein gemeinsames Anliegen: Sie wollen in der Frage, wie es mit dieser Welt weitergeht, gehört werden“, verkündet derweil Johannes Vogel, Leiter des Museums für Naturkunde Berlin in Bezug auf „Fridays for Future“. Das Klima rettet sich schließlich nicht von selbst.
Nach der Festnahme von André M., der für mehrere bundesweit verschickte Drohmails an Politiker verantwortlich sein soll, ist jetzt eine Drohmail gegen Berlins Generalstaatsanwältin Margarete Koppers aufgetaucht. Muss an dieser Stelle nicht zitiert werden: Sie endet im Nazi-Jargon. (Q: ARD-Politikmagazin KONTRASTE)
Die Türkei will unserem Tagesspiegel-Korrespondenten Thomas Seibert nun doch eine Arbeitserlaubnis erteilen. Vier Wochen nach seiner Ausreise ist er wieder in Istanbul.
Nach dem Halbmarathon ist vor dem nächsten Checkpoint-Lauftreff. Am Samstag, 11 Uhr, geht es am Eingang zur Hasenheide (am Hindutempel) los. Judith Langowski und Johannes Nedo übernehmen. Die beiden bringen ein Auto und zwei Kästen Erdinger Alkoholfrei mit.
Zu guter Letzt: Panda-Männchen Jiao Qing (8) und Panda-Dame Meng Meng (5) haben es getan. Sieben Mal! Meldet der Zoo. Außerdem wurde Meng Meng künstlich besamt. Falls Sie jetzt noch daran interessiert sind, wie Panda-Sex-Lockrufe klingen – die Hörprobe gibt’s hier.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
"Spandau ist als Standort eine tolle Lösung. Zusammen mit den Plänen für Siemensstadt und dem benachbarten TXL Campus entsteht hier ein richtiger Hotspot für Bildung, Wissenschaft und Innovation."
Staatssekretär Steffen Krach (SPD) zu den Plänen rund um den neuen Charité-Campus. Mehr dazu heute im Spandau-Newsletter von André Goerke (Anmeldung hier www.leute.tagesspiegel.de).
Tweet des Tages
In Berlin könnt ihr ja viel länger schlafen. In München muss man sich nach dem Bett umziehen und frisieren!
Stadtleben
Essen – Wie sehr die Esskultur dem Wandel der Zeit unterliegt, lässt sich regelmäßig in Elisabeth Binders Kritiken nachlesen. So auch in der aktuellen zum Kreuzberger Kumpel & Keule (hierlang zur Speisekarte). Bestes Fleisch von überaus „fotogenem Vieh“, aufgetischt im Vertrauen auf die Qualität des Materials, das keines überflüssigen Drumherums bedarf. Von aufgesetzter Gastfreundlichkeit daher keine Spur, die Verweildauer am Essplatz ist (nicht allzu streng) reglementiert, Beilagen und Zierrat sind von gemäßigtem Umfang, kurz: Fokus aufs Wesentliche am Essen: das Essen. Skalitzer Straße 97, Di-Sa 11.30 - 15 und 17 - 22 Uhr. U-Bhf Görlitzer Bahnhof
Trinken – Eigentlich ist das Arkaoda für seine oft hervorragenden DJs, die Istanbul-Connection – dort befindet sich nämlich die gleichnamige Schwester-Bar – und die Themenabende bekannter als für seine Getränke. Heute aber sind die Getränke nebst Essbeilagen das Thema. Zu Gast sind nämlich „Mobile Izakaya“, die den Laden nach japanischem Vorbild aufs „casual after-work drinking“ (gelassenes Nacharbeitstrinken) einstimmen. Dazu steht eine Auswahl japanischer Biere, Bourbons, Whiskys, Sake und Mischgetränke samt Tapas mit unter anderem Miso-Salaten, Edamame, Makrele, Garnele oder Schwein zur Wahl, teils auch vegan und vegetarisch. Karl-Marx-Platz 16, U-Bhf Karl-Marx-Straße
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Um den Kita-Bau in Berlin voranzutreiben, unterstützen wir besonders gerne Stellenausschreibungen von Berliner Ingenieurbüros! Heute gesucht: Bauingenieure (m/w/d). Mehr Infos auf jobs.tagesspiegel.de - die Jobbörse für alle, die mehr wollen.
Berlinbesuch – Vor wenigen Jahren erst, als sich allerorten emphatische Absagen an die Postmoderne häuften, behauptete der Soziologe Bruno Latour, „wir sind nie modern gewesen“. Heute Abend um 18.30 Uhr sprechen der Kunstwissenschaftler Hans Ulrich Reck und Philosoph Bazon Brock in Brocks Denkerei darüber, was es eigentlich bedeutet, „modern“ zu sein und ob nicht die Erwartungen an die Moderne als Erfüllung aller Ideale nicht falsch waren. Vielleicht kann man es so sagen: In dem Gespräch wollen sich zwei Individuen ihrer eigenen Geschichtlichkeit vergewissern – ein der Definition nach moderneres Vorhaben kann es eigentlich nicht geben. Trauriger und fast ironischer Weise schließt anschließend die Denkerei ihre Türen am Oranienplatz 2, U-Bhf Moritzplatz und geht über in einen Zustand, der dem Bose-Einstein-Kondensat ähnelt: Wellenfunktion, überall und nirgends zugleich.
Geschenk – Er oder sie kennt sich bestens aus, recherchiert ausgiebig vor jedem Neuerwerb die Alternativen und ist auf das Intimste vertraut mit Gegenständen. Wenn die Entwickler von irgendwas irgendwo was nicht ganz zu Ende gedacht haben, ist sie oder er persönlich gekränkt. Obsessive Optimierer zu beschenken ist wirklich nicht ohne. Das perfekte Geschenk kann nur eines sein, das sie sich am Ende selber machen: Bei einem Workshop in der Woodworking Academy zum Beispiel. Unwahrscheinlich, dass ein perfektes Objekt auf Anhieb dabei herauskommt. Aber vielleicht eine neue Beziehung zum Makel. Und außerdem: Die erlernte Fertigkeit geht weit über das Dingens hinaus. Hierlang zu den Kursen. Paul-Lincke-Ufer 41, U-Bhf Kottbusser Tor
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Ihr Vorteil im April: 15% Rabatt auf Digitalradios von sonoro
Seit 2006 entwickelt sonoro hochwertige Audio-Systeme und erfreut damit Musikliebhaber auf der ganzen Welt. sonoros Mission: deutsche Ingenieurskunst und Designexpertise zu bündeln, um die Menschen glücklich zu machen und ihnen ein wunderbares Stück Lebensqualität zu bieten.
Noch hingehen – Sonderbar bewegen sich die Menschen in Ausstellungen sowieso schon, wenn sie die Exponate vorsichtig umschleichen, ihnen von allen erdenklichen Winkeln auf die Pelle rücken und dabei mit zum Lesen der Metaebene zusammengekniffen Augen Posen einnehmen. Dieses Umkreisen und Abschweifen ist mit Thema bei Susanne Schär und Peter Spillmann in ihrer Ausstellung bei Axel Obiger. Mit Eingriffen in die gegebenen Räume provozieren sie einerseits dieses in Ausstellungen übliche Verhalten. Andererseits inszenieren sie beiläufig auch das Verhalten als Teil des inszenierten Raums. Und das nur noch bis Samstag, 13. April in der Brunnenstraße 29, U-Bhf Bernauer Straße, Do-Fr 15-19 Uhr, Sa 14-19 Uhr (Finissage)
Mit diesem Stadtleben wünscht Ihnen Thomas Wochnik einen guten Tag.
Prominent verraten
Eigentlich gehört das Zerteilen toter Tiere nicht direkt zum Beruf unserer gesuchten Berlinerin – für diesen muss sie aber oft neue und außergewöhnliche Dinge lernen. Selbst gegessen hat die langjährige Vegetarierin das Fleisch danach allerdings nicht. Um für eine fleischlose Ernährung zu werben, hat sie sich sogar für Peta ausgezogen. Außerdem hat sie ein eigenes Kochbuch für die pflanzenbasierte Küche veröffentlicht.
Bekannte Berliner fotografieren für uns eine Woche lang täglich Ausschnitte aus ihrem Leben. Erraten Sie, wer sich diesmal hinter den Bildern versteckt? Senden Sie uns bis Donnerstag eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de mit dem richtigen Namen und gewinnen Sie zwei "Checkpott"-Kaffeetassen. Die Auflösung kommt immer freitags - mit einem Selfie. Alle bisherigen Fotos und Hinweise finden Sie hier.
Berlin heute
Demonstration – Zwischen 13 und 17 Uhr werden etwa 60 Teilnehmer von den „Bürgermeistern des Saarlandes, der Landkreise und SSGT Saarländische Städte und Gemeindepark“ zwischen Reichstag und Brandenburger Tor zur Demo für „Strukturhilfen für das Saarland“ erwartet. 50 Teilnehmer erwartet Amnesty International zur Kundgebung „Türkei: Solidaritätsaktion für Eren Keskin“ am Platz des 18. März von 9 bis 10 Uhr
Verkehr – Ab 22 Uhr bis Freitag um 5 Uhr sind am Kreuz Schöneberg die A100 Richtung Wedding, Überfahrt zur A103 Richtung Steglitz; die A100 Richtung Neukölln, Überfahrt zur Ausfahrt Sachsendamm und die A103 Richtung Steglitz, Überfahrt zur A100 Richtung Neukölln gesperrt. Ab 12 Uhr ist die Roelckestraße (Weißensee) Richtung Darßer Straße zwischen Langhansstraße und Pistoriusstraße gesperrt. Fuß- und Radverkehr sind nicht betroffen. Ab 6 Uhr steht in der Hansastraße (Weißensee) Richtung Indira-Ghandi-Straße in Höhe Orankeweg nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Ab 10 Uhr ist die Gustav-Adolf-Straße (Weißensee) Richtung Prenzlauer Promenade zwischen Lehderstraße und Prenzlauer Promenade gesperrt. Fuß- und Radverkehr sind nicht betroffen. Ab 12 Uhr ist auf der Michael-Brückner-Straße (Niederschöneweide) stadteinwärts der rechte Fahrstreifen zwischen Sterndamm und Spreestraße bis Montag gesperrt.
Gericht - Zwei 32- und 34-jährige Männer, die einen in ihrer Firma aufgestellten Pfandflaschenautomaten manipuliert und rund 115.000 Euro erschlichen haben sollen, kommen wegen Betrugs in 116 Fällen auf die Anklagebank (11 Uhr, Amtsgericht Tiergarten, Kirchstrasse 6, Saal 1104).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Tim Bendzko (34), deutscher Singer-Songwriter / René Bielke (57), Eishockeytrainer / Danny Freymark (36), für die CDU im AGH / Oliver Igel (41), Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick (SPD) / Irene Köhne (67), deutsche Politikerin, ehem für die SPD im AGH / Landry Nnoko (25), Basketballspieler bei Alba Berlin / Helmut Wolff (87), bildender Künstler aus Charlottenburg
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Stolperstein – Margarete Rothe (Jhg 1869), gebürtige Berlinerin, bewohnte mit ihrer Schwester Clara Wanda und Schwager Julius Schulvater eine kleine 2-Raum-Wohnung in der Stierstraße 3 in Friedenau. Am 14. September 1942 wurden die drei nach Theresienstadt deportiert, wo Margerete Rothe heute vor 75 Jahren von den Nazis ermordet wurde.
Gestorben - Christoph Haberland, * 8. Januar 1932 / Roland Wittmann, * 18. August 1972 / Werner Heilemann, * 20. Februar 1948
Im Tagesspiegel
Die US-Brauer von "Stone Brewing" kamen mit großen Plänen nach Mariendorf. Nach knapp drei Jahren geben sie auf - frustriert von der Hauptstadt. Lesen Sie die Reportage von Sigrid Kneist und Judith Langowski heute auf Seite 9 im Tagesspiegel und im E-Paper.
Encore
Weil’s so schön war, liefern wir gleich noch ein paar Kulturtipps, mit denen Sie sich die Wartezeit bis zur Eröffnung unseres potentiell schönsten Hauptstadtflughafens versüßen können. Großen Dank an alle Checkpoint-LeserInnen für die die Einsendungen.
BER-Filme:
„Stirb langsam“
„Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“
BER-Songs:
„Über den Wolken“ (Reinhard Mey)
„Too Much of Nothing“ (Bob Dylan)
„Try (just a little bit harder)“ (Janis Joplin)
„Warte, warte nur ein Weilchen...“ (Fritz Haarmann)
BER-Romane:
Das fliegende Klassenzimmer“ (Erich Kästner)
„Irrungen und Wirrungen“ (Theodor Fontane)
„Unendlicher Spaß“ (David Foster Wallace)
„Die unendliche Geschichte“ (Michael Ende)
BER-Bach-Kantanten:
BWV 12
BWV 132
BWV 134a
BWV 168
BVW 176
BER-Sinfonien:
Schubert D 758 „Die Unvollendete“
Haydn Nr. 101 „Die Uhr“
Mahler Nr. 10 (unvollendet)
Beethoven Nr. 10 (unvollendet)
Bruckner Nr. 9 (unvollendet)
Flughafenexperte Dieter Faulenbach da Costa ergänzt: Die Suche nach Theaterformen führt weiter. „Vom Trauerspiel bis zur heiteren Komödie, ist alles möglich.“
Wir wissen ja: Berlin ist, wenn man trotzdem lacht. In diesem Sinne: Kommen Sie gut gelaunt durch den Tag. Morgen übernimmt an dieser Stelle Lorenz Maroldt. Wir lesen uns am Donnerstag wieder. Bis dahin!
