heute starten wir den Tag mit drei Dialogen aus dem tiefen Herzen von Berlin:
„Mit Dir kann man ja nicht reden.“ – „Nee, mit Dir kann man nicht reden.“
„Hier is‘ ohne Frühstück.“ – „Wat soll denn dit? Deinetwegen bin ich extra nicht arbeiten gegangen.“ – „Is‘ ooch ohne Diskussion.“
„Nichts geht über eine schöne Tasse Kaffee.“ – „Dit is Tee.“
Berlin, Ecke Schönhauser. Und Solo Sunny. Und Sommer vorm Balkon. Drei legendäre Filme, die den vielen Gesichtern unserer Stadt ein wahres, weil warmes Gesicht gegeben haben. Drei Dialoge, die „komplizierte Dinge mit einfachen Worten“ beschreiben, wie es Regisseur Andreas Dresen beschreibt. Nun ist ihr Schöpfer, der Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase, im Alter von 91 Jahren gestorben. Wir bleiben einfach so, wie er uns gesehen hat: ruppig charmant. Mit einem Herzen tief unterm Pflasterstein.
Hinterm Autobahndreieck geht’s weiter. Selbst für das ICC, den unabreißbaren Silberkoloss im Straßen-Bermuda des Westens. Bestenfalls soll die Asbestschachtel als „Internationales Club Centrum“ wieder zum Nachtleben erweckt werden. Wirtschaftsstudent Alexander Seliger hat ein Konzept geschrieben für eine Musikwelt, „in der der Geist unserer Stadt durch Clubs von Techno bis Hip-Hop gelebt wird“ (Details hier). Ein paar Interessierte gibt es schon: Die Künstlergruppe Dixons, bekannt durch das Street-Art-Projekt „The Haus“, will aus dem Parkhaus eine Bar mit Gemeinschaftsgarten machen. Die bekannten Breakdancer von den „Flying Steps“ wünschen sich eine zweite Tanzschule. Und Wirtschaftssenator Stephan Schwarz (parteilos, für SPD) träumt von einem Club im Keller. Der Rest ist Zukunftsmusik.
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CÖ Berlin – In bester Lage zwischen Spree, Waldpark Wuhlheide und Altstadt Köpenick entstehen in der Annenallee 117 neue Eigentumswohnungen und 3 Townhouses. Von außen beeindruckt das Ensemble mit seiner detailreichen Architektur und geschwungenen Balkonen, von innen mit stilvollen Foyers und lichtdurchfluteten Grundrissen sowie schönen Ausblicken in den über 900 m² großen Hofgarten. Provisionsfrei ab 319.750 €.
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Wild geht’s weiter in Westend. Oder wie alle Hertha-Fans wissen: Härtha geht’s immer. Nun fühlt sich Investor Lars Windhorst, offensichtlich erwischt bei einer geheim in Auftrag gegebenen öffentlichen Schlammschlacht gegen den alten Vereinspräsidenten Werner Gegenbauer, vom neuen Präsidenten Kay Bernstein an den Spielfeldrand gedrängt – an den ein Investor in der Fußball-Bundesliga sowieso hingehört. Windhorst bot am Mittwochnachmittag überraschend seine einst überteuert erworbenen Anteile von 64,7 Prozent an der Kapitalgesellschaft öffentlich via Facebook feil. Bei dem Netzwerk hatte schon Jürgen Klinsmann seine Flucht als Hertha-Trainer verkündet – mit dem inzwischen legendären Abschiedsgruß: „HaHoHe – Euer Jürgen!“
Jetzt also wechselt sich auch der Investor nach drei desolaten Jahren selbst aus. Der erst kürzlich vom Fan zum Präsidenten aufgestiegene Bernstein ließ am Abend via Vereinsmitteilung wissen, Windhorsts Vorwürfe seien „unzutreffend“. Der wie Hertha BSC stets unstete Unternehmer steht vor seinem Rauswurf als Vereinsmitglied und ist beim Verkauf seiner Anteile von Herthas Zustimmung abhängig. Was er deshalb wohl vergaß: HaHoHe – Euer Lars!
In der Nachspielzeit dieses spottreifen Spektakels fragt sich nur noch: Wo kriegt der Verein jetzt 374 Millionen Euro her? Oder einen Investor, der zumindest 64,7 Prozent davon zahlt? Oder zumindest 64,7 Prozent vom tatsächlichen Klubwert, der nach Tagesspiegel-Informationen bei 180 Millionen Euro liegen soll? Ach ja, und wie kommt man mal wieder an drei Punkte?
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Wasser kommt nicht einfach aus dem Hahn. Damit es auch in Zukunft noch ausreichend und in hoher Qualität zur Verfügung steht, müssen wir alle achtsam damit umgehen.
Zum Beispiel: Nicht ewig duschen und einen wassersparenden Duschkopf verwenden. Mehr Tipps der Berliner Wasserbetriebe gibt's auf berlinerwasser.de
Unter kreative Kunst fallen inzwischen die Bemühungen des Bezirksamts Mitte, eine Kunstausstellung vor der russischen Botschaft Unter den Linden zu verhindern. Wie berichtet, bemüht sich der Berliner Museumsbetreiber Enno Lenze darum, hier einen zerstörten russischen Panzer als Mahnmal gegen den Angriffskrieg aufzustellen. Gegen die Ablehnung des Amts zog Lenze vors Verwaltungsgericht. In dieser Woche läuft eine Frist zur Stellungnahme ab, danach sei „mit einer baldigen Entscheidung der Kammer“ zu rechnen, so ein Gerichtssprecher.
Der Bezirk ist bei der Begründung, warum die Ausstellung so auf keinen Fall stattfinden darf, vielfältig aufgestellt. Anfangs fürchtete man eine Berührung der „außenpolitischen Interessen der Bundesrepublik Deutschland“ sowie die Beeinträchtigung des denkmalgeschützten Erscheinungsbildes der einstigen Prachtstraße. Zudem fehle einem ausgestellten Panzer eine „schöpferische Komponente“, stattdessen berge er eine „akute Unfallgefahr“. Mittlerweile findet das Rechtsamt des Bezirks, solch eine „provokative Ausstellung“ könne die ohnehin angespannte gesellschaftliche Stimmung „weiter aufheizen“. Außerdem heißt es in den Akten, die dem Checkpoint vorliegen, ein Panzerwrack könne Geflüchtete aus Kriegsgebieten retraumatisieren – „und hier sind nicht nur die Ukrainer, sondern z.B. syrische Flüchtlinge gemeint“. Gefragt hat die freilich keiner.
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Sebastião Salgado hat sieben Jahre im Amazonasgebiet verbracht und seine Beobachtungen und Erfahrungen in Fotografien umgesetzt.
Im Futurium zeigt er zeigt sein Videoprojekt „Amazônia“.
Das anschließende Gespräch findet auf Englisch mit deutscher Simultanübersetzung statt. Tickets gibt’s hier.
Roller sind die neuen Poller. Die elektrischen Leihscooter parken nicht auf den Straßen, wo sie hingehören würden, sondern stapeln sich auf sowieso schon vollen Bürgersteigen. Fußgängerinnen und Fußgänger beklagen die Verkehrshindernisse seit nunmehr drei Jahren. Das damals abgegebene Versprechen des Senats, die E-Scooter zügig von Gehwegen zu verbannen, wird in der Realität des privatisierten öffentlichen Raums ausgebremst. Vor wenigen Wochen hat die Verkehrsverwaltung mit Korrekturen nachgebessert, etwa einer befristeten Sondernutzungserlaubnis für die Leihfirmen und einer Umsetzungspflicht für falsch abgestellte Roller – im Alltag wirken diese sich bisher nicht aus. Nun reicht der Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin eine Verbandsklage gegen die erteilte Abstellerlaubnis für die etwa 50.000 E-Roller ein. Mein Kollege Thomas Lippold hat mit Geschäftsführerin Verena Staats über die Gefahren für die Betroffenen gesprochen.
Frau Staats, warum klagen Sie gegen die abgestellten Elektroroller?
Wir gehen gegen die Abstellregeln der E-Roller und Leihfahrräder vor, weil sie nicht funktionieren. Für die rund 25.000 blinden und sehbehinderten Menschen in Berlin ist die flexible Anmietung und Abstellung der Fahrzeuge im schlimmsten Fall lebensgefährlich. Die neuen Regelungen des Senats bringen so gut wie nichts, weil es ein wahnsinniges Vollzugsdefizit gibt. Unserer Auffassung nach helfen da nur feste Abstellflächen.
Welche Gefahren für blinde und sehbehinderte Menschen gibt es konkret im Alltag?
Vielleicht können sich viele das nicht vorstellen: Auch an einer Hauswand abgestellte Roller stören Menschen, die mit dem Langstock unterwegs sind. Der Stock kann unter das Trittbrett des Rollers rutschen. Ein weiteres Beispiel, das man in Mitte oder Prenzlauer Berg täglich beobachten kann: Umgestürzte Roller, die im Weg stehen, sind für Blindenführhunde ein Problem. Das Tier erkennt das Hindernis, führt aber nicht weiter, weil er die Besitzerin auf die Straße führen müsste. Das Hindernis ist damit unumgänglich. Wir haben uns 20 Jahre lang erkämpft, dass Menschen mit Sehbeeinträchtigungen selbstständig und mobil ohne Hilfe unterwegs sind. Das wird durch diese Praxis konterkariert.
Sind Ihnen aus dem Verband konkrete Unfälle von blinden oder sehbeeinträchtigten Personen bekannt?
Ein älteres Mitglied stolperte über einen vor einem U-Bahn-Eingang abgestellten Roller und fiel rückwärts die ganze U-Bahn-Treppe hinunter. Ein junges Mitglied stürzte über einen Roller und rammte sich die Bremse ins Gesicht, direkt über dem Auge, und verletzte sich schwer. Ein blindes Mitglied mit Führhund zog sich bei einem Sturz einen schweren Handbruch zu.
Bringt die aktuelle Verordnung denn gar nichts, laut der Anbieter zur Einrichtung von Hotlines verpflichtet sind, um störende Roller aufzunehmen und umzusetzen?
Diese Verordnung ist eine ziemliche Ohrfeige. Die vorgeschriebenen Reaktionsfristen sind ein Witz. Besonders stört uns, dass störende Roller nach 22 Uhr erst bis 10 Uhr des Folgetages weggeräumt werden müssen. Unsere blinden und sehbehinderten Mitglieder gehen aber natürlich auch arbeiten. Hinzu kommt, dass ich als blinde oder sehbehinderte Person einen Roller gar nicht einem Anbieter zuordnen kann. Es gibt keine Sammelhotline für alle Anbieter, sondern für jeden Anbieter eine. Abgesehen davon sollte es gar nicht meine Aufgabe sein, solche Sachen überhaupt zu melden. Warum müssen das die Bürgerinnen und Bürger übernehmen?
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IGOR LEVIT - NO FEAR ist das inspirierende Porträt eines Künstlers auf seinem Parcours zwischen traditioneller Karriere und neuen Wegen in der Welt der Klassik. Dabei nimmt sich der Film auch immer wieder die Zeit, Levits Musik zuzuhören und dem Geheimnis jenseits der Worte Raum zu geben.
Alle Städte, alle Kinos finden sich hier.
Ach ja, früher war alles besser? Blättern wir dazu mal im Tagesspiegel – hier erschien im Oktober 1945 folgende Revolverklamotte (via @Erik_Reger):
„In der Wohnung eines Likörfabrikanten in Tegel erschienen eines Tages vier Männer, die die Räume durchsuchen wollten. Als der Wohnungsinhaber dagegen Einspruch erhob, gab sich einer der Besucher als Kriminalbeamter aus und zwang ihn samt seiner Frau mit vorgehaltenem Revolver, in der Wohnung zu bleiben. In der Zwischenzeit begaben sich die drei Kumpane in die Kellerräume und ‚beschlagnahmten‘ dort über sechzig Fässer Wein, Sprit und Liköressenzen. Das gestohlene Gut wurde dann in einem für diesen Zweck gemieteten Luftschutzkeller verborgen gehalten. Die vier Betrüger konnten jetzt verhaftet werden.“
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann trinken sie noch heute.
Und das lesen Sie heutzutage bei Tagesspiegel Plus:
+++ Fähre in die Freiheit: Viele Russinnen und Russen flüchten über die Ostsee nach Deutschland. Auf den Schiffen trifft man die, die eigentlich die letzte Hoffnung ihres Landes sind. Eine Reportage von Hannes Heine.
+++ Lieder für die Liebe: Auf keinen Fall will Suze eine Beziehung, dann knallt Ringo vom Schreibtisch nebenan in ihr Leben – und im Kreuzberger Start-up singen sie Karaoke im Duett. Eine Liebeskolumne von Helena Piontek.
+++ Wahnsinn einer Wohnung: Für junge Menschen, die neu in die Stadt kommen, ist der Berliner Wohnungsmarkt oft ein Mysterium. Dies zeigt die Odyssee einer angehenden Studentin. Ein Report von Laura Dahmer.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Zunächst die aktuellen Ereignisse im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der seit 224 Tagen und Nächten anhält:
+++ Die ukrainische Armee hat weitere russisch besetzte Orte befreit und marschiert in der südlichen Region Cherson auf die strategisch wichtige Stadt Nowa Kachowka am Fluss Dnjepr zu. Wegen einer zudem drohenden Einkesselung russischer Truppen bei Swatowe in der östlichen Region Luhansk befürchten russische Militärblogger, dass die Verteidigungslinie der Besatzungstruppen im Donbass zusammenbrechen könnte.
+++ Russlands Präsident Wladimir Putin hat die völkerrechtswidrige Annexion der ukrainischen Regionen Cherson, Saporischschja, Luhansk und Donezk abgeschlossen. Er unterzeichnete entsprechende Gesetze für die nur zum Teil besetzten Gebiete. Bisher erkennt nur Nordkorea die Annexion an.
+++ Die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, hat die EU-Länder zur Lieferung moderner Panzer an die Ukraine aufgerufen. Das angegriffene Land brauche „Waffen zum Kämpfen, um sein Gebiet zurückzugewinnen“, darunter „Leopard-2-Panzer, die mehrere Mitgliedstaaten haben“. Die Ukraine fordert die Lieferung solcher Panzer insbesondere von Deutschland. Die Bundesregierung lehnt das bisher mit immer neuen Begründungen ab.
Und hier die aktuellen Maßnahmen der Bundesregierung gegen den Staatsterror im Iran, dessen Regime die Freiheitsbewegung auf offener Straße totzuschießen und in Gefängnissen totzuprügeln versucht:
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Ukraine im Kontext – die neue Gesprächsreihe zu jüdischen Perspektiven auf Gegenwart und Geschichte der Ukraine im Jüdischen Museum Berlin. Erste Ausgabe am 9. Oktober um 15 Uhr u.a. mit Serhij Zhadan, Friedenspreisträger des Dt. Buchhandels 2022, und Musiker Yuriy Gurzhy. Eintritt frei. Infos: jmberlin.de
Aus dem Takt: Star-Dirigent Daniel Barenboim setzt für die nächsten Monate aus. „Mein Gesundheitszustand hat sich in den letzten Monaten verschlechtert und es wurde eine schwere neurologische Erkrankung bei mir diagnostiziert“, gab der 79-Jährige bekannt.
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1922 wurde Oskar Schlemmers
„Das Triadische Ballett“ uraufgeführt. Zum 100. Geburtstag des legendären Kostümballetts ist es in Gerhard
Bohners Neufassung von 1977 (Musik Hans-Joachim Hespos) noch einmal zu sehen.
Es tanzt das Bayerische Junior Ballett München. 7. / 8. 10. + Matinee am 9.10.22, Akademie der Künste, Hanseatenweg.
Aus dem Ruder: Die Affäre um Geldverschwendung beim RBB zieht immer weitere Kreise. Der krankgeschriebene Verwaltungsdirektor Hagen Brandstäter wird nicht mehr zurückkehren. Gegen ihn wie auch gegen die noch amtierende Juristische Direktorin Susann Lange ermittelt die Berliner Generalstaatsanwaltschaft wegen möglicher Untreue beziehungsweise Beihilfe dazu. Die Vorwürfe beziehen sich (laut „Business Insider“) auf die Einführung eines variablen Vergütungssystems beim RBB sowie Gehaltsfortzahlungen an Mitarbeiter, die gar keine Beschäftigung mehr ausübten.
Und damit schalten wir um zu guten Nachrichten:
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Wer Zuhause Essen will, kann dies fortan im Berliner Restaurant Freischwimmer tun. Das Konzept ist ein gemütlicher Abend in heimeliger Atmosphäre - wie damals bei Oma.
Gegessen wird an einer festlichen Tafel mit edlem Geschirr und Silberbesteck. Die Speisen werden liebevoll auf alten Platten zum Teilen angerichtet
Events@freischwimmer-berlin.com
Auf Sardinien leben die am längsten lebenden Leute. Im abgelegenen Bergdorf Perdasdefogu sind neun Menschen schon ein Jahrhundert alt geworden (via dpa). Der Dorfälteste Antonio Brundu erklärt es so: „Die Leute haben immer an der frischen Luft gearbeitet.“ Das Einzige, was dem bald 105-Jährigen fehlt, sind seine Vorderzähne.
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Zum Angebot. Nur bis 31.10.
Berlin beißt sich die Zähne eher an seiner Kühle aus. Nun will die Polizei mobile Wärmebildkameras beschaffen, um „gefährlichen, verdeckten technischen Fahrzeugmängeln“ auf die heiße Spur zu kommen. So sollen poröse Reifen entdeckt oder lahme Bremsen ausgebremst werden. Gibt ja sowieso keiner mehr Gas.
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Jahreskarte der Staatlichen Museen zu Berlin
19 Museen – 1 Karte! Mit der Jahreskarte sichern Sie sich 12 Monate lang freien Eintritt zu den Staatlichen Museen zu Berlin. Genießen Sie Berlins kulturelle Seite und besuchen Sie Ausstellungen im Bode-Museum, in der Neuen und Alten Nationalgalerie, im Pergamonmuseum, der Gemäldegalerie und vielen mehr.
Die Frist für die fristgerechte Ummeldung bei der Grundsteuer soll womöglich etwas entfristet werden. Das kündigte Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) an und räumte Softwareprobleme bei den Finanzbehörden ein. Frau Elster wohnt eben immer noch im Märchenwald.
Kiek an, Berlin ist fast Meister – bei den Toiletten für Touristen. In einem Ranking öffentlicher Klos schnitten nur München und Dresden weniger beschissen ab (via KMW). Und nicht vergessen: Wir wollen nur spülen.
Zitat
„Wir sind hier nicht auf’m Fischmarkt.“
Bundeskanzler Olaf Scholz(SPD) bei den zunächst gescheiterten Verhandlungen zwischen Bund und Ländern zur Entlastung der Bürgerinnen und Bürger. Als Hanseat wird er wissen, woher ein Fisch stinkt.
Tweet des Tages
Warum heißt es künstliche Bestäubung und nicht Bienenersatzverkehr?
Stadtleben
Essen & Trinken – Gerade weit genug, um die totgentrifizierte Peripherie des Maybachufers zu umgehen, hat das „Oh La Queca“ eine Handvoll grellbunter Tische auf den Weg gestellt. Der winzige Imbiss kredenzt Tacos, Chilaquiles und Totopos, die so nah an Mexiko kommen, wie es in Berlin nun mal geht – entweder zum regulären (sehr erschwinglichen!) Tarif, zum Supportpreis oder zum niedrigen Solibeitrag. Wem es draußen zu kalt ist, ergattert einen der vier Tische vor der Bar. Unbedingt probieren: Die mächtigen Quecas mit Champignons, Mole und Zwiebeln – und hinterher die süßen Tamales. So-Do 17-21.30 Uhr, Fr-Sa 17-22 Uhr, Reuterstraße 36, U-Bhf Hermannplatz
Last-Minute-Tickets – Premierenluft im Pfefferberg-Theater! Ordentlich Zirkus macht der englische Akrobat James Kingsford-Smith: Am Abend präsentiert der ehemalige Cirque du Soleil-Künstler sein neues Soloprogramm „You“ zum ersten Mal. In seiner Show stellt er sich nichts Geringerem als dem Klimawandel als Ganzem – und verarbeitet die Krise in Parkourskunststücken, Balanceakten, Comedy und Luftakrobatik. Tickets für die Premiere sind für 24 Euro unter diesem Link zu haben, wir haben 3x2 für Sie reserviert: Wer hinmöchte, schreibt uns eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Karten sichern – Film ab: Bis zum Sonntag lädt das Kreuzberger Moviemento zum Female Filmmakers Festival. Zu sehen sind Werke über Identität, das Ausbrechen aus Zwängen, Initimität und Schwesternschaft. Die Kurzfilme und Lang-Features im Wettbewerb stammen von Regisseurinnen aus der ganzen Welt, große Preisverleihung ist am Sonntagabend. Unser Filmtipp: „Alle wollen geliebt werden“ (Katharina Woll) am Freitag um 19 Uhr – ein geistreicher Streifen über die Tragik der Psychotherapeutin Ina, die sich zwischen kauzigen Kunden, ihrer egoistischen Mutter und den Auswanderungsplänen ihres Freundes verliert. Tickets für Film und Regiegespräch ergattern Sie ab elf Euro hier oder beim Checkpoint: Wir verlosen zwei Plätze!
Geschenk – Bloß kein Nullachtfuffzehn: Kein Einheitsgedöns verkauft der Prenzlberger „Regalrocker“. Das geht auch gar nicht, denn sämtliche Stücke des Geschenkeladens sind von Berlinern selbst gebastelt, genäht und ertüftelt – und werden in gemieteten Regalfächern feilgeboten. Von Dosen über tonnenweise Schmuck bis zum zugehörigen Geschenkpapier wollen Schnickschnack und Nützliches in mehr als 250 Fächern durchstöbert werden. Braucht noch wer 'nen selbstgenähten Fernsehturm!? Zu kaufen in der Stargarder Straße 17 (Mo-Fr 11-19, Sa 11-16 Uhr, S-Bhf Schönhauser Allee), nicht verpassen: den Klebetattooautomaten am Ladeneingang.
Grübelstoff – Das Moviemento legt ordentlich vor, doch die Konkurrenz ist nicht zu verachten – welches Kino ist das kultigste in Berlin?
Berlin heute
Verkehr – A10 (Östlicher Berliner Ring): Sperrung der Anschlussstelle Rüdersdorf ab 18 Uhr (bis Ende November), Umleitung über Anschlussstelle Berlin-Hellersdorf.
Kreuzung Chausseestraße/Hannoversche Straße/Friedrichstraße/Torstraße (Mitte): Sperrung wegen Gleisbruch (bis Montag).
S-Bahn – S2 und S8: In der Nacht zu Freitag von 21.00 bis 1.30 Uhr Schienenersatzverkehr zwischen Blankenburg und Mühlenbeck-Mönchmühle/Bernau.
Demonstration – „Aufstand für Jina Masha Amini: Nehmt ihr uns eine, bekommt ihr es mit uns allen zu tun!“, 250 Personen, Hermannplatz bis Oranienplatz (18-21 Uhr)
„Mahnwache zum Gedenken an den 7. getöteten Radfahrer 2022 in Berlin“, 150 Menschen, „Changing Cities e.V.“, Rudolstädter Straße (17.15-18.30 Uhr)
„Kundgebung zur Tarifverhandlung der Metall- und Elektroindustrie“ 150 Teilnehmende, Am Schillertheater 2 (9-10 Uhr)
Gericht – Im Fall einer Immobilie, die von Ermittlern dem bundesweit bekannten Remmo-Clan zugerechnet wird, beginnt ein selbstständiges Einziehungsverfahren. Betroffen ist eine 47 Jahre alte deutsche Staatsbürgerin, die bei dem Kauf als Strohfrau der deutsch-arabischen Großfamilie agiert haben soll. Die Staatsanwaltschaft beantragt die Einziehung der Immobilie (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 618).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Lewon Aronjan (40), Schachspieler / Oliver Bukowski (61), Dramatiker und Hörspielautor / Ulf Fink (80), ehem. für die CDU im Bundestag / Joachim Lottmann (66), Schriftsteller und Journalist / „Meine liebe Freundin Helga Nackmayr, ich wünsche Dir zum 87. Geburtstag, dass Du auch in den kommenden Lebensjahren so optimistisch, lebensfroh, gesund sowie kultur- und politikbegeistert bleibst! Herzlichen Glückwunsch von Deiner Christina“ / Sophia Thomalla (33), Schauspielerin
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Erdmuthe Ellinger, * 13. März 1941 / Berchta Hammer, * 17. Mai 1935 / Helmut „ Hugo“ Hampel, * 22. Mai 1936 / Ruth-Iris Lohmann, * 13. September 1941, Malerin und Zeichnerin / Michael, * 29. Mai 1950 / Rainer von Polheim, „Poli“, verstorben am 5. September 2022
Stolperstein – Erich Kuttner (Jg. 1887) lebte in der Tempelhofer Burgherrenstraße 4. 1921 wurde er als Abgeordneter der SPD in den Preußischen Landtag gewählt, außerdem arbeitete er als Journalist bei mehreren Zeitungen. Nach mehreren Festnahmen floh Kuttner 1933 in die Niederlande, wo er für Emigrantenzeitungen tätig war. 1936 ging er für eine kurze Zeit nach Spanien und kämpfte dort im Bürgerkrieg auf der Seite der Internationalen Brigaden. 1942 wurde Erich Kuttner von den Nationalsozialisten verhaftet und in das KZ Mauthausen deportiert. Am 6. Oktober 1942, heute vor 80 Jahren, wurde er dort „auf der Flucht“ erschossen.
Encore
Berliner Hausnummern (XXXIX): Zu Tisch, bitte! Rund 660 Tonnen Lebensmitteln gibt die Berliner Tafel jeden Monat an rund 74.000 Bedürftige aus: Fast doppelt so viele wie vor dem Krieg in der Ukraine und der steigenden Inflation. 2700 Ehrenamtliche helfen dabei, die Waren aus 1000 Supermärkten in der Stadt zu holen und zu verteilen – an 55 Ausgabestellen (Q: Berliner Tafel).
Denken Sie auch heute wieder an die Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns. Mit mir hier unterwegs waren Thomas Lippold (Recherche und Redaktion), Lotte Buschenhagen (Stadtleben) und Kathrin Maurer (Produktion). Morgen stoppt hier Julius Betschka. Ich grüße Sie!
