über den Atlantik schickt CP-Leser Florian Schramm diese Grüße: „Kaffee und Checkpoint zum Sonnenaufgang am Ohio River mit Blick auf die John A. Roebling Brücke und Cincinnati. Grüße aus Covington, Kentucky“

Beach, Berge oder Balkonien – nehmen Sie uns mit! An dieser Stelle zeigen wir während der Sommerferien, wo Sie gerade den Checkpoint lesen. Schicken Sie uns ein Foto mit einem Satz zum Urlaubsort an checkpoint@tagesspiegel.de.
aus gegebenem Anlass starten wir heute mit einem Zitat von einem der vielleicht größten Philosophen unserer Zeit: Benjamin Blümchen.
„Nichts, was Spaß macht, ist unnütz.“
Das gilt selbstverständlich ganz besonders für die Lektüre dieses Newsletters. Und weil das Schreiben mindestens ebenso viel Spaß macht (echt wahr), melde ich mich nach einer etwas längeren Auszeit nun offiziell zurück. Es ist mir eine Freude!
Viel Freude haben auch Berliner Autofahrer in den Sommerferien – sofern sie sich nicht in die Blechlawinen Richtung Ostsee et al. quälen, sondern ausgiebig die Parkplatzvielfalt zu Hause genießen. Die war in diesem Jahr vielerorts noch viel größer als in den Vorjahren. Denn die – Achtung, Wortmonstrum – „Parkraumbewirtschaftung“ soll im Innenstadtbereich Schritt für Schritt ausgebaut werden. Allein in Tempelhof-Schöneberg sind in diesem Jahr bereits sechs neue Zonen hinzugekommen, zwei weitere folgen in Kürze. Hier wurden innerhalb eines Jahres (Juli 22 bis Juli 23) laut Bezirksamt bereits 24.224 Parkausweise ausgestellt.
In den Sommerferien führt das nun zu teils absurden Situationen: Der Besuch muss zwei Kilometer weit weg parken, während vor der Haustür alles frei ist. Alternativ könnten die Gäste natürlich auch drei Euro pro Stunde bezahlen und das bitte Montag bis Freitag, 9 bis 22 Uhr, sowie sonnabends, 9 bis 18 Uhr. Macht bei einer Woche mehr als 200 Euro.
Müsste es da nicht eine unkomplizierte Gästeregelung geben? Umgehende Antwort vom Bezirksamt: Leider nein. Es gibt zwar Regelungen für Gäste, allerdings nur in Einzelfällen und mit Begründung wie gesundheitliche Einschränkungen oder Angehörigenpflege. „Zu viele Ausnahmen würden die Steuerungswirkung der Parkraumbewirtschaftung verringern“, teilte ein Referent der verantwortlichen Stadträtin Saskia Ellenbeck (Grüne) mit. Nachfrage: Wie viele Gästevignetten hat der Bezirk denn in diesem Jahr schon ausgestellt? Antwort: Keine. Berlin, du kannst so gastfreundlich sein.
Ist das Wohnungsbündnis noch zu retten? Nachdem die Adler Group (18 000 Wohnungen in Berlin) das „Bündnis für Wohnungsneubau und bezahlbares Wohnen“ verlassen hat (um die Mieten zu erhöhen), ist die Stimmung ähnlich wie bei den Wohnungssuchenden in der Stadt (Benjamin Blümchen hätte jedenfalls kein Zitat dafür). In der Stadtentwicklungsverwaltung bemüht man sich um Ruhe: „Wir gehen nicht von weiteren Austritten aus“, teilte uns der Sprecher von Christian Gaebler (SPD), Martin Pallgen, gestern mit, ohne aufzuführen, wie man zu dieser Annahme kommt.
„Die Vereinbarungen im Bündnis für Wohnungsneubau und bezahlbares Wohnen sind Selbstverpflichtungen, deren Einhaltung von den Partnerinnen und Partnern zugesichert worden ist und gegenseitig erwartet wird“, sagt Pallgen. „Die Umsetzung der Selbstverpflichtungen liegt in der Verantwortung der Bündnispartnerinnen und -partner.“ Oder wie es Sevim Aydin, Sprecherin für Wohnen und Mieten für die SPD im Abgeordnetenhaus, formuliert: „Ansonsten hat das Bündnis keinen Mehrwert.“ Wie es den dennoch haben könnte, ist allerdings völlig offen. Genauso wie die meisten Wohnungsgesuche.
Apropos: Was weiß Berlin eigentlich über die Spekulation mit Grundstücken und Baugenehmigungen? Offenbar nicht viel. Auf die Frage, wie viele Genehmigungen erloschen sind, weil auch nach sechs Jahren nicht fertig gebaut wurde (Q: Anfrage Gennburg/Schenker, Linke), kommt aus den Bezirken ein bunter Strauß Ausreden: „Dazu wird keine Statistik geführt.“ (Praktisch) „Diese Frage kann aufgrund des erheblichen Arbeitsaufwandes und der derzeitigen Personalsituation in der Kürze des zur Verfügung gestellten Zeitraums nicht mit belastbaren Zahlen beantwortet werden.“ (Schade) „Hierüber besteht kein Überblick.“ (Immer gut). Nur Pankow und Spandau können verlässliche Zahlen liefern: 2022 und 2023 sind im Norden zwölf Genehmigungen erloschen, weil nicht fertig gebaut wurde, im Westen keine. Und wie sollen die Bezirke mit Spekulationsvorhaben umgehen, die die Baugenehmigung verfallen lassen? Klar: „Es muss eine neue Genehmigung beantragt werden.“ Problem gelöst.
Aber das macht ja nichts, dann bauen wir eben alles aufs Tempelhofer Feld, nicht wahr? Die CDU will jetzt jedenfalls alle Grünen-Träume per Volksentscheid abräumen, und zwar noch vor der nächsten Wahl. „Schon 2024 müssen die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs vorliegen“, sagte CDU-Fraktionschef Dirk Stettner meinem Kollegen Christian Latz. „Danach werden wir die Bürgerbeteiligung durchführen, damit wir bis Ende 2025 wissen, was wir dort machen werden.“ Erst denken, dann machen – klingt zumindest nach einem Fortschritt im Verhältnis zu so mancher Verkehrssenatorin (grün wie schwarz).
Wobei es wohl für kaum einen Ort der Welt bereits so viele Ideen (und Wettbewerbe) gab wie für diesen – vielleicht mal reinhören in unsere Podcast-Folgen „Berliner & Pfannkuchen“ vom 24. und 31. März. Spoiler: Vom Berg bis zur Vollbebauung war so ziemlich alles dabei. Und übrigens: Auch wir haben da ein paar neue Ideen (für unseren Podcast, nicht fürs Feld). Mehr dazu gibt’s in wenigen Tagen.
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Mit „Shared Landscapes“ präsentieren die Berliner Festspiele an den Wochenenden vom 19.8. bis 10.9. Performance, Musik und Theater im Grünen. Kuratorin Caroline Barneaud und Regisseur Stefan Kaegi (Rimini Protokoll) laden ins gut erreichbare Umland Berlins – nach Hangelsberg – ein, wo 7 künstlerische Interventionen unter freiem Himmel zu erleben sind.
Apropos Orte, für die schon jemand mal eine Idee hatte, Teil II: ICC. Von der Flüchtlingsunterkunft bis zum Impfzentrum war auch da schon viel Schönes dabei. Letzte Idee, was man draus machen könnte: ein Kongresszentrum. Nicht schlecht, oder? Bevor es so weit ist, können Sie aber noch mal reinschauen: Fast zehn Jahre nachdem das Messezentrum geschlossen wurde, öffnet das Landesdenkmalamt die Hallen am 9. und 10. September erstmals 48 Stunden lang. Vorher seien bei wenigen Veranstaltungen zwar schon einzelne Räume zu besichtigen gewesen, sagte Visit-Berlin-Sprecher Christian Tänzler dem Checkpoint. Aber dass das ganze „Raumschiff“ jetzt geöffnet wird (und zwar kostenlos, hier), ist eine Premiere. Bloß nicht abheben.
Ein „Tag der offenen Tür“?
Otto: „Dafür ist Benjamin Spezialist, wenn der durch eine Tür geht, bleibt die garantiert offen.“
Hallo ChatGPT, kannst du uns zum heutigen Tag der schlechten Poesie mal einen Beitrag mit Berlin-Dreh liefern?
In Berlin, oh du Grau und Bunt,
Wo Beton trifft auf Street-Art-Kunst,
Die Ampeln blinken Rot und Grün,
In diesem Stadtdschungel, ein wilder Ritt.
Die U-Bahn rattert, die S-Bahn braust,
Im Stau steckt jeder, der Auto vertraut,
Die Spree fließt leise durch Beton und Stahl,
Ein Fluss der Geschichten, doch auch manchmal schal.
Die Currywurst duftet, der Döner ruft,
Die Clubnächte lang, die Partys voll Luft,
Berliner Luft, Berliner Charme,
Eine Stadt, die niemals schläft, oh welch ein Alarm!
ChatGPT, oh welch ein Schmarrn! Lassen wir lieber noch mal Benjamin Blümchen sprechen:
Otto: „Computer können doch alles.“
Benjamin: „Auch auf der Wiese liegen und ,Töröö‘ machen?“
Die Frage reichen wir mal an ChatGPT weiter...
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Ronja von Rönnes „Trotz“: Hauptsache, das Buch ist fertiggeworden. Es gibt zehn Tricks, die Schreibende nutzen können, wenn sie schnell mit wenig Ideen viel Text produzieren müssen. Dieses Buch weist sie alle auf. Eine Analyse.
Ein Interview mit der Autorin Ronja von Rönne gibt es hier.
Start-up entwickelt Speicheltest zur Bestimmung der inneren Uhr: Die Firma Timeteller bestimmt die innere Uhr des Körpers mithilfe von PCR-ähnlichen Tests. Das Verfahren könnte Therapien optimieren, aber auch nützlich für Sportler:innen sein, schreibt Simon Schwarz.
„Die Lust auf einen Titel ist einfach riesengroß“: Linnea Weidemann ist die jüngste Feldhockey-Spielerin im Kader der deutschen Nationalmannschaft. Bei der anstehenden Heim-EM möchte sie mit Deutschland endlich wieder den Titel gewinnen, verrät sie im Interview mit Charlotte Bruch.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Berlins Rettungsstellen haben viele Probleme: Aggressive Angehörige, fehlendes Personal und vor allem: Notfälle, die keine sind. Rund 70 Prozent der Menschen, die in die Rettungsstelle kommen, müssten dort nicht sein. Vivantes schafft nun etwas Transparenz: Auf seiner Internetseite veröffentlicht der landeseigene Krankenhausbetreiber nun, wie voll es in den Rettungsstellen gerade ist – und zwar in Echtzeit. Nach einem Test im Juni sind nun alle Rettungsstellen online.
Kleiner Test gestern Abend, 21 Uhr:
Klinikum Am Urban. Wartezeit 101 Minuten, 30 Menschen in Behandlung oder warten. 7 Lebensdrohliche Notfälle.
Klinikum im Friedrichshain. Wartezeit 82 Minuten, 36 Menschen in Behandlung oder warten. 0 Lebensdrohliche Notfälle.
Klinikum Neukölln. Wartezeit 60 Minuten, 39 Menschen in Behandlung oder warten. 7 Lebensdrohliche Notfälle.
Auguste-Viktoria-Klinikum. Wartezeit 95 Minuten, 28 Menschen in Behandlung. 12 Lebensbedrohliche Notfälle.
Ob das die Leute abschreckt, mit ihren eingewachsenen Fußnägeln zu Hause zu bleiben? In jedem Fall: Guter Service für all jene, die dringend Hilfe brauchen. Die echten Notfälle haben eh keine Zeit für Internetrecherche.
Kurzer Blick in Band 5 des Berliner Haushaltsplans für 2024/2025: Auf Seite 194 sind für das Jahr 2024 – gut getarnt – notwendige Ersatzbeschaffungen für Fahrzeuge der Polizei vermerkt. Darunter unter anderen zehn Tarn-Pkw im Wert von 432.000 Euro. James Bond lässt grüßen. Also Anruf bei der Polizei: Wie sieht denn der denn aus, so ein getarnter PKW? Schweigen. „Das kann ich Ihnen natürlich nicht verraten.“ Smart.
Da ist es irgendwie beruhigend, dass in Belgien alles noch viel schlimmer ist: Dort ist die Polizei nämlich pleite. Neue Polizeiwagen werden erst gar nicht ausgeliefert, weil die Rechnungen nicht bezahlt werden können. Wenn’s nicht so tragisch wäre, könnte man fast sagen: Das perfekte Verbrechen.
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Brauchen wir in finsteren Zeiten wieder Held*innen als Vorbilder? Oder verhindert die Fixierung auf Held*innen die strukturelle Lösung von Problemen? Die Autor*innen Thomas Meinecke, Karosh Taha, Anahita Safarnejad und Alexander Graeff lassen bei der Auftaktveranstaltung der Open Air Spätsommerwoche an ihren Überlegungen teilhaben.
Apropos schlimm: Nach Frankfurt (Main) am Dienstag, ist gestern Nürnberg abgesoffen (Beweis). Ob Wetter oder Weltuntergang müssen Sie selbst entscheiden.
Apropos Klima: Für ein besseres Bezirksklima hat Lichtenberg jetzt das berlinweit erste Klimasparbuch rausgegeben. Auf 44 Seiten gibt es Tipps für klimafreundliche Aktivitäten und ein nachhaltigeres, sparsameres Leben – samt Grußwort von CDU-Bürgermeister Martin Schaefer. Gibt’s als PDF (hier), die Gutscheine und Rabatte für Gratisgetränke gibt’s allerdings nur in der gedruckten Version. Na denn Prost.
Die Doku über die Performance der deutschen Nationalmannschaft der Herren in Katar ist laut 11-Freunde-Chef Philipp Köster „pures Comedygold“, Zitat Bundestrainer Hansi-Flick: „I didn’t sleep well last night, because we don’t have any support in Germany.“ Am Sonntag ist übrigens Frauenfinale: England gegen Spanien (12 Uhr/ ZDF), Samstag spielen Schweden und Australien um Platz 3 (10 Uhr /ARD)
Es kommentiert Benjamin Blümchen: Warum gibt man nicht jedem einen Ball?
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„Barbie“ und „Oppenheimer“ füllen derzeit überall die Kinosäle. Sie haben die Blockbuster noch nicht gesehen? Dann nutzen Sie jetzt Ihre Chance und testen Sie den Tagesspiegel 4 Wochen gratis. Unter allen Bestellern verlosen wir 50x2 Kino-Gutscheine für die Yorck Kinos, die Sie für Filme Ihrer Wahl einlösen können. Zum Angebot. Nur bis 23.8.
Oder einfach mal in die Luft gucken: Die Paarungszeit der Fledermäuse geht los, und da wird man eben, nun ja: aktiv. Die besten Orte zum Gucken verrät Nabu-Sprecherin Janna Einöder: Bürgerpark Pankow, Müggelsee und Treptower Park. Am eindrucksvollsten sei es aber auf dem Tempelhofer Feld (noch 'ne Idee!) – und zwar bei Tageslicht: Fledermäuse aus den angrenzenden Grünanlagen flatterten im Schwarm zum Feld, um Mücken zu jagen. „Man muss Glück haben, aber die Sichtungen sind spektakulär.“ Aber bitte nicht umfahren lassen.
Sollten Sie gestern früh keinen Bürgeramtstermin gekriegt haben, war ausnahmsweise nicht das Amt schuld: Am Donnerstagmorgen war berlin.de für mehrere Stunden tot. Netzausfall im Rechenzentrum. Termine gibt es trotzdem keine.
Zum Schluss kehren wir zurück nach Schöneberg – und ein bei „Rüyam“ (einst unser Geheimtipp, heute leider mit Schlangen wie bei Mustafa’s Gemüsekebab am Mehringdamm). In der Bude an der Hauptstraße sei vergangene Woche ein Zweijähriger hinter den Tresen geflitzt, berichtet Checkpoint-Leser Lauritz. Willst du hier arbeiten? Na klar! Also habe der Kleine eine Kochmütze aufgesetzt bekommen. Was denn sein Lieblingslied sei? „Wer hat die Kokosnuss geklaut?“, natürlich – das habe man prompt aufgedreht und mit dem Aushilfskoch eine gemeinsame Tanzpause eingelegt. Noch ein Grund, diese Stadt nie zu verlassen.
Zitat
„Es wirkt sich aus, wenn es in einzelnen Familien mittlerweile eine zweite Generation mit rechtsextremer Haltung gibt.“
Brandenburgs Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD) über den Umgang mit den Lehrern Laura Nickel und Max Teske, die an ihrer Schule in Burg in Süd-Brandenburg auf Rechtsextremismus, Sexismus und Homophobie aufmerksam gemacht hatten – und nach den Sommerferien nicht nach Burg zurückkehren. Die Schulämter meldeten bis Anfang Juni 70 rechtsextremistische Vorfälle an Schulen in Brandenburg.
Tweet des Tages
Ein Gentest soll angeblich belegen, dass Ötzi in Wahrheit Türke war. Wahrscheinlich hieß er tatsächlich Ützü.
Stadtleben
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In Postleitzahlen durch Berlin: Während der Sommerferien bringen wir Sie jeden Tag an Orte zwischen 10115 und 14199. Heute: 13357 Gesundbrunnen und Wedding.
Essen & Trinken –Wer ein opulentes Brunch-Buffet sucht, möge weitergehen – im französisch angehauchten „Dujardin“ gibt es guten Kaffee, Eier im Glas und ein Croissant mit Butter. Was braucht man mehr? Okay, den leckeren Toast mit Grillgemüse und vielleicht später noch eine Boulette mit Kartoffelsalat und ein Glas Wein. Dazu selbst sonntags genug Platz in der Vormittagssonne und supernetter Service. Ab Herbst startet wieder das Kino (alle zwei Wochen Di, kostenlos), Mo-So 11-24 Uhr, Uferstraße 12, U-Bhf Nauener Platz
Berlinbesuch – In den Uferstudios (gegenüber den -hallen) wird zeitgenössisch getanzt und gespielt; Gruppen können das Klinkersteingebäude auch für Aufführungen nutzen. Heute bringt die im Wedding probende Gruppe Kuringa u.a. ein „mit den Mitteln des feministischen Theaters der Unterdrückten produziertes Stück“ (19 Uhr) zur Aufführung. Anschließend kann – wer will – eigene Sichtweisen und Problemlösungsstrategien auf der Bühne ausprobieren (19 Uhr). Am 8./9. September wird „25 Jahre Tanznacht“ gefeiert, mit einem 25-stündigen Tanzmarathon! Wer nicht so auf Tanz steht: Der denkmalgeschützte Ex-Betriebshof für Pferdeeisenbahn und Straßenbahn, geplant von Jean Krämer, ist auch architektonisch ein spannender Ort. Uferstraße 23, Bushaltestelle Uferstr.
Mit Kindern – Klavier, Cello oder Schlagzeug? Im Klingenden Museum können Kids nach Herzenslust Instrumente ausprobieren. In schallgedämpften Räumen und unter musikpädagogischer Anleitung; das Sortiment reicht von afrikanischen Trommeln bis zur Tuba, von der E-Gitarre bis zum Saxofon. Das macht nicht nur Spaß, es erleichtert auch Eltern das Leben, die anschließend zumindest wissen, für welches Instrument man sich irgendwo in die (Musikschul-)Warteschleife hängt. Die Macher:innen kommen auch nach Hause und bieten Workshops, bei Kindergeburtstagen oder auch Hochzeiten, zum Beispiel den Bau von eigenen Instrumenten aus Baumarktmaterialien. Nur mit Anmeldung, Termine von Montag bis Sonntag 7-21 Uhr buchbar. Behmstraße 13, S/U-Bhf Gesundbrunnen
Und sonst? Unsere heutige PLZ liegt in Gesundbrunnen und Wedding. Das war früher alles Wedding und gehört heute zu Mitte. Ob die 95.283 Einwohner:innen von Gesundbrunnen (Stand Ende 2022) aktuell oft gesundheitsfördernde Bäder nehmen, ist statistisch nicht erfasst. Der Name kommt von einer mineralhaltigen Quelle, der heilende (Rheuma) und die Jugend erhaltende Eigenschaften nachgesagt wurden. Die Quelle wurde laut Wikipedia ein frühes Opfer Berliner Bauarbeiten: Sie wurde 1891 beim Bau der Kanalisation „versehentlich angebohrt und sprudelte deshalb nur noch kärglich aus der Leitung. Sie konnte nicht mehr genutzt werden und existiert heute nicht mehr.“ Dafür finden in der schönen Bibliothek am Luisenbad (Badstraße 39) öfter Comic-Lesungen und andere Veranstaltungen statt und in der Ecke gibt es viele Anlaufstellen für gutes Baklava. Und knapp außerhalb unserer Postleitzahl gibt es ein tolles Kindermuseum (Osloer Straße 12).
Feriengewinn – Ihr Roman „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ war ein Bestseller. Jetzt legt Alena Schröder nach. Wir verlosen 2x2 Tickets für die Buchpremiere von „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ am 24. August (20 Uhr). Anschließend Gespräch. Das neue Buch erzählt die Vorgeschichte: Wir haben das Jahr 1989 und Hannah (die frühere Hauptperson) ist wenige Wochen alt. Ihre Mutter hat ihre Kreuzberger WG fluchtartig verlassen, ein Auto geklaut und das Neugeborene in einem Wäschekorb auf den Beifahrersitz gepackt. Sie ist auf dem Weg in schwäbische Provinz, zu ihrer eigenen Mutter, die sie jahrelang nicht mehr gesehen hat. ... Regulär kosten Karten 14 Euro. Pfefferberg Theater, Schönhauser Allee 176, U-Bhf Senefelderplatz
Kiekste
Berliner Katze lernt lesen und findet ihren Himmel auf Erden! Vielen Dank für den Schnappschuss an Checkpoint-Leserin Annelie Regitz! Schicken Sie Ihre wunderbaren oder merkwürdigen Berlin-Fotos gern an checkpoint@tagesspiegel.de.
Berlin heute
Verkehr – Karl-Marx-Allee (Friedrichshain): Bis Ende August entsteht stadtauswärts zwischen Koppenstraße und Straße der Pariser Kommune ein neuer Radweg. Der ehemals rechte Fahrstreifen wird zum dauerhaften Radweg. Der Radweg wird auf insgesamt 3 Meter verbreitert und neu asphaltiert.
Nonnendammallee (Haselhorst): Bis Montag, ca. 10 Uhr, steht an der Kreuzung Paulsternstraße/Otternbuchtstraße in beiden Fahrtrichtungen jeweils nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Während den Arbeiten ist für den Kfz-Verkehr das Abbiegen aus der bzw. in die Nonnendammallee nicht möglich. Umleitungen sind über die Gartenfelder Straße und die Motardstraße ausgeschildert.
Drakestraße (Lichterfelde): In Richtung Goerzallee ist die Straße bis Samstag, ca. 5 Uhr, zwischen Holbeinstraße und Dürerstraße sowie zwischen Weddigenweg und Karwendelstraße für den Kfz-Verkehr gesperrt.
Demonstration – Für heute sind 13 Demos angemeldet (Stand 17.8., 13 Uhr), u.a. „Protest gegen die zentrale Speicherung von Patientendaten in der elektronischen Patientenakte“: vier Menschen, Stauffenbergstraße 26 (10-14)
„Verkehrswendecamp 2023 Sozial-ökologische Verkehrswende: 1) Konsequenter Ausbau von Fahrradwegen 2) Bundesweiter kostenloser ÖPNV 3) Keine neuen Autobahnen & Moratorium des BVWP 2030“: 100 Teilnehmende, Invalidenpark (10-24 Uhr)
„Chinesische Gelder werden von Pakistan und dem Iran für den Völkermord in Belutschen eingesetzt“: 70 Protestierende, Free Balochistan Movement, Jannowitzbrücke (14-16 Uhr)
„Anbringung einer Gedenk-/Infotafel im Rahmen des kulturhistorischen Projektes ‚Die Letzte Adresse – Erinnerung an die Opfer des Stalinismus‘“: 25 Teilnehmende, Memorial e.V., Karl-Marx-Straße 196 (14-16 Uhr)
„Stimmen der Gerechtigkeit, Afghanische Richter/innen demonstrieren gegen Lebenslagen und Missstände in Afghanistan“: 100 Demonstrierende, Deutsch-Afghanische FreundschaftsGesellschaft e.V. Baaham, Platz der Republik 1 (17.30-19 Uhr)
Samstag – Für heute sind 13 Demos angemeldet, u.a. „Keine Gewalt gegen Berliner Einsatzkräfte“: 200 Teilnehmende, Red Knights MC Berlin, Platz des 4. Juli, Bundesallee, Kurfürstendamm, Mehringdamm, Platz der Luftbrücke (11-16 Uhr)
„Demonstration gegen den Verkauf von Pelz“: 30 Menschen, Kurfürstendamm 178/185 (13-15 Uhr)
„Frente Unido für eine multipolare Welt“: 50 Demonstrierende, Anti-Nato-Gruppe Berlin-Brandenburg, Pariser Platz 2 (14-17.30 Uhr)
„Gedenken an den zehnten Jahrestag des Einsatzes chemischer Waffen in Syrien durch das Assad-Regime“: 150 Menschen, Voices Project Germany, Platz der Republik (15-18 Uhr)
„Stoppt Folter und Hinrichtungen im Iran“: 70 Demonstrierende, Pariser Platz (15.30-17.30 Uhr)
Sonntag – Für heute sind 17 Demos angemeldet, u.a. „Gegen die Koranverbrennung“: 40 Menschen, Islamischer Pfad e.V., Rauchstraße 1 (10.30-13.30 Uhr)
„Protest zur Abschaffung aller Formen der Ausbeutung an leidensfähigen Tieren für Essen, Kleidung und andere Zwecke“: 20 Demonstrierende, Pariser Platz, Friedrichstraße, Checkpoint Charlie (12-16 Uhr)
„Stoppt Wohnungslosigkeit, für mehr soziale Auffangstrukturen durch den Senat! Gegen die Räumung der selbstgebauten Wohnungslosencamps“: 50 Teilnehmende, Stuttgarter Platz (12.30-16 Uhr)
„Offene Türen – offene Grenzen“: 100 Protestierende, Alt-Moabit 140 (13-16 Uhr)
„PUTIN IS A KILLER Giftanschläge auf Politiker Alexej Nawalny, Attentate auf Oppositionelle und ein verbrecherischer Krieg in der Ukraine. (...)“: 1.000 Menschen, Team Nawalny, Robert-Koch-Platz, Unter den Linden, Pariser Platz (14-18 Uhr)
Gericht – Ein mutmaßlicher Taschendieb, der professionell agiert haben soll, kommt auf die Anklagebank. Ihm werden 25 Taten zur Last gelegt. Bargeld in Höhe von 20.000 Euro habe er erbeutet (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 142).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Die allerliebsten Geburtstagsgrüße an unsere Lieblingskollegin Catwood – läuft bei dir! Dein Team Zukunft :)“ / Carolin Emcke (56), Publizistin, u.a. Kolumnistin bei der „SZ“, Bücher: „Wie wir begehren“ und „Für den Zweifel“ / „Jan George, herzlichen Glückwunsch zum 91., dem Fotografen und immer inspirierenden Freund“ / „Als Kind eingeschlafen und als Jugendlicher aufgewacht. Das gibt’s nur einmal im Leben. Uschi und Opa wünschen ihrem Enkel Jonathan Guder zu seinem heutigen 14. Geburtstag alles Liebe und Gute“ / „Für den besten Sohn, frisch gebackenen Ehemann und Chef der Firma HEWID, Marius Hauft, die allerbesten Wünsche für das neue Lebensjahr und gutes Gelingen für alle anstehenden Pläne von Mama und Papa“ / „Liebe Mama-Maunzel, herzliche Glückwünsche zu deinem runden Geburtstag und alles Gute, hab‘ einen schönen Tag in Wien! Deine CEW“ / „Liebste Mi, in pelzverbrämter Schaube proste ich dir heute zu und wünsche dir nur das Beste für viele weitere gesunde und glückliche Jahre! Deine Bri“ / Lara-Isabelle Rentinck (37), Schauspielerin, u.a. „Verliebt in Berlin“ und „Rote Rosen“ / Roland Stimpel (66), Fußgängerlobbyist und Publizist / Dr. Herbert Trimbach (69), Landeswahlleiter Brandenburg, Ministerialdirigent a.D. / Dieter Wemhöner (93), ehemaliger Boxer und Boxtrainer, Europameister der Amateure 1953 im Mittelgewicht, als Profi gewann er 1957 beim „Ersten Berliner-Boxturnier“ in der Deutschlandhalle gegen den Niederländer Pedro Klijssen
Nachträglich: „Christa Korn-Wichmann wird heute junge 76“
Samstag – „Lieblings-Andi, Schätzchen-Meister bei boule devant, alles Liebe zum Geburtstag und viel Erfolg bei den Stahlball Open“ / „Ahoj und herzliche Glückwünsche an Tanja Dickert, eine echte Löwin und CEO der Ahoj! Souvenirmanufaktur“ / „Meinem Ehemann Michael Först, der es 2009 mit mir gemeinsam in die Hauptstadt geschafft hat, die allerherzlichsten Glückwünsche!“ / „Claus Kind, der das Kölsch nach Berlin brachte, alles Gute zum 72.“ / „Zwei Schwestern aus Hamburg gratulieren ihrem Bruder Rolf Kunert ganz herzlich zum Einstieg in das 60. Lebensjahr.“ / Toni Leistner (33), Fußballprofi, Abwehrspieler bei Hertha BSC / „Liebe Malinka, mit nur 42 cm bist du, doch als Sommerkind (Überraschung!), ins Leben gestartet … Nun schau dich an! Ganz viel Liebe und Glück zum 18. Geburtstag! Wir sind stolz auf dich und lieben dich!❤️❤️❤️“ / „Hallo Marko (Sixtysomething), alles Liebe & Gute zu Deinem Ehrentag und habe viel Sonne in Bad Kissingen“ / André Schmitz (66), Politiker (SPD) und ehemaliger Kulturstaatssekretär von Berlin
Nachträglich: „Liebe Christine, Nin, Muddern, lass es krachen, hoch die Tassen! Jette und Olaf“
Sonntag – Hannelore Hoger (81), Theater- und Filmschauspielerin und Theaterregisseurin, ermittelte u.a. als ZDF-Kommissarin Bella Block / Marc Hosemann (53), Theater- und Filmschauspieler, war u.a. bei der Volksbühne Berlin und „Zwei im falschen Film“ / „Susanne wird wieder ein Jahr weiser. Keine Angst – die Null ist gar nicht so schlimm!“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Wolfgang Mazur, * 9. Dezember 1932 / Charlotte Moritz, geb. Bartling, * 14. April 1926 / Horst Schöneberg, * 25. Oktober 1939 / Cordula Zimmermann, * 20. Juli 1954
Stolperstein – Jakob Herschfeld wurde am 3. Mai 1897 geboren. Er arbeitete als Schlosser. Verheiratet war er mit Alice Ehrlich, das Paar hatte eine Tochter namens Gerda. Sie wurde am 2. März 1943 nach Auschwitz deportiert, Jakob und Alice einen Tag später. Gerda und Alice wurden sofort ermordet, Jakob am 30. Juli 1943 weiter ins KZ Natzweiler-Struthof deportiert. Dort wurde er am 18. August 1943 in der Gaskammer ermordet. Er war von SS-Anthropologen für eine jüdische Skelett-Sammlung „ausgewählt“ worden, weshalb seine Leiche konserviert wurde. Nach dem Krieg wurde Jakob auf dem Jüdischen Friedhof von Strasbourg-Cronenbourg beigesetzt. An Jakob Herschfeld erinnert ein Stolperstein in der Michaelkirchstraße, gegenüber der Hausnummer 23, in Mitte.
Encore
An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen in der Ferienausgabe des Checkpoints unserer Serie „Reihum Berlin“: An jedem Ziel, das hier empfohlen wird, erfragen wir die Empfehlung für den nächsten Tag. Zu lesen gibt es die Reihe exklusiver Berlin-Tipps von Montag bis Freitag. Die heutige Empfehlung kommt von Clemens Roesch vom Restaurant Trio:
„Wie oft hat uns der Abstecher zum eher unscheinbaren Stück der Torstraße auf der Höhe der Volksbühne den Mittag gerettet. Hinter einem einladenden Schaufenster, mit bestem Ausblick auf die Straßenbahn, gibt's bei MIBAP ausgezeichnete taiwanesische Reisschalen, überzeugend in ihrer Einfachheit, aber genauso in ihrer Raffinesse. Serviert mit wechselndem, immer wieder überraschendem Eingelegten und soviel Herzlichkeit, dass man eigentlich jeden Tag wiederkommen möchte. Als bezauberndes Detail gibt’s einen winzigen Balkon zu einem friedlichen, begrüntem Hinterhof, auf dem die hausgemachten Eistees besonders erfrischend schmecken. Wär dem allen nicht genug, werden hier dann am Abend die Hotpots zum Dampfen gebracht und diesem Kleinod nochmal ganz andere Würze verliehen!“ Dienstag-Freitag 12-15, 18-21 Uhr, Torstraße 22, 10119 Berlin.
Am Montag lesen Sie an dieser Stelle die Berlin-Empfehlung von Amy Ting von MIBAP.
Mit Raffinesse recherchiert hat gestern wieder Thomas Lippold, Antje Scherer hat das Stadtleben serviert und Florian Schwabe alles mit viel Herzlichkeit angerichtet (Produktion). Morgen verleiht hier wieder Jessica Gummersbach dem Wochenende ganz andere Würze. Viel Spaß beim Rätseln.
Das letzte Wort hat natürlich Benjamin Blümchen:
„Eigentlich sind alle Tage wundervoll. Bis auf die, die nicht ganz so wundervoll sind. Aber die sind auch wundervoll.“
In diesem Sinne: Bis bald!
