während in Berlin das Bundeskabinett tagt und in New York der nächste UN-Gipfel vorbereitet wird, ruft Fridays for Future an diesem Freitag zum vielleicht größten globalen Klimastreik aller Zeiten auf. Unternehmen, Städte und Verwaltungen sind explizit zur Teilnahme aufgefordert, in Düsseldorf gewährt Oberbürgermeister Thomas Geisel allen MitarbeiterInnen kurzfristig einen freien Tag (durch Inanspruchnahme von Gleitzeitstunden oder Urlaub).
In Berlin werden mehrere zehntausend DemonstrantInnen erwartet. Mit dabei sind u.a. BUND, Brot für die Welt, Greenpeace, Seebrücke Berlin, die Evangelische Kirche, der Deutsche Kulturrat, Verdi und die Bündnisse „Ungehorsam für alle“, „Reclaim Club Culture“ sowie „Entrepreneurs for Future“. Vom Senat gibt‘s bis dato keine gemeinsame Streikstrategie. Die Verwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz teilte auf Nachfrage mit, dass die Kernarbeitszeit in der Behörde ausgesetzt werden soll. Sprich: Wer die versäumte Zeit nachholt, kann später kommen oder früher gehen. Die Regelung gab‘s bereits in den Hitzesommern 2018 und 2019 – „und was angesichts spürbarer Folgen des Klimawandels recht ist, sollte bei Fragen des vorbeugenden Klimaschutzes billig sein“, sagt Sprecher Jan Thomsen. Aus der Senatskanzlei heißt es unterdessen, man befinde sich noch in der „finalen Abstimmung“. Zumindest ein Appell des Regierenden sei geplant: BerlinerInnen sollen ihr Auto an diesem einen Tag stehen lassen.
Dass es kein Auto braucht, um in Berlin unterwegs zu sein, will zwei Tage nach dem Klimastreik übrigens auch die BVG beweisen. Wer am Sonntag, den 22. September, Bus und Bahn benutzt, kann seinen Einzelfahrschein als Tagesticket verwenden. Kostenfaktor: 2,80 Euro – 1,80 Euro mehr, als bei einem 365-Euro-Jahresticket.
Während die Linken die Abschaffung des Stadtmarketings fordern, zieht Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) bereits „positive“ Bilanz für ein Jahr „Tourismuskonzept 2018 +“. 39 von 42 Maßnahmen befänden sich in der Umsetzung, das Schwerpunktthema „Akzeptanzerhalt“ werde bearbeitet. Auszüge aus dem Bericht liegen dem Checkpoint vor, eine Auswahl:
Um das Nutzungsverhalten der Touristen zu analysieren, kauft visitBerlin derzeit Echtzeit-Telefondaten und wertet anhand dieser die Bewegung der TouristInnen sowie die Belastung einzelner Orte zu unterschiedlichen Tageszeiten aus. Face-to-Face Befragungen an touristischen HotSpots wurden durchgeführt und werden aktuell ausgewertet. Die Einrichtung eines Bürgerbeirates wird konzipiert – Start ist voraussichtlich im dritten Quartal 2019. Vier Clubs erhalten Mittel zur Umsetzung von Schallschutzmaßnahmen. 59 der 102 zusätzlichen Stellen wurden bis Ende Mai in den Ordnungsämtern besetzt. Die „touristische Willkommenskultur“ wird durch eine jährliche „Danksagung an die Berlinerinnen und Berliner in den Berliner Tagesszeitungen“ verbessert.
Und damit zurück zur Senatorin, die sagt: „Stadtverträglicher Tourismus kennt keine klare Trennung zwischen Bewohnerinnen und Bewohnern auf der einen Seite und Besucherinnen und Besuchern auf der anderen Seite. Wir Berlinerinnen und Berliner nutzen selbst gern touristische Angebote.“ Gruß nach links.
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„Die Not ist groß“, sagt Steffen Krach, Staatssekretär für Wissenschaft (SPD) und meint damit die Wohnungssituation für Studierende. Die Versorgung sei „absolut nicht zufriedenstellend“, die Situation von Oktober bis Dezember besonders prekär. Nur 1.438 der vom Senat bis 2020 geplanten 5.000 Wohnungen werden bis zum Jahresende realisiert. Wer beim Studierendenwerk sucht, muss mit einer Wartezeit von zwei bis drei Semestern rechnen. Bei den städtischen Wohnungsbaugesellschaften, die Bleiben eigens für Studierende und Auszubildende reservieren, ist nichts zu haben, gleiches gilt für die landeseigene Berlinovo. Alles ausgebucht.
Die nächste Mietendemo kommt bestimmt und zum entsprechenden Vorbereitungsseminar hat am Freitag via Twitter das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg geladen: „Mach dir (d)ein Protestplakat! – ein 2-tägiger Workshop in der Museumsdruckerei (FHXB-Museum) für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren.“ Dazu die Illustration eines übergroßen Vermieters mit Zylinder und Zigarre, der einem kleinen Mieter, bewaffnet mit rotem Schild und Schwert, mit einer Mieterhöhung droht. Bildunterschrift: „Kämpft gegen die Gier!“ Dazu CDU-Fraktionschef Burkard Dregger: „Es ist skandalös und widerlich, wie das grüne Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Jugendliche politisch für Propagandazwecke instrumentalisiert. Es stachelt zum Hass und zur Gewalt gegen die Vermieter in unserer Stadt auf. Es bedient sich dabei der übelsten Machart der Hetzpropaganda von Nazis und sozialistischen Diktaturen.“ Gegen die Verantwortlichen will er „Strafanzeige wegen Volksverhetzung“ stellen.
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Vor drei Monaten trat Peter Schäfer als Direktor des Jüdischen Museums zurück, nachdem die Social-Media-Abteilung des Hauses, einen „Taz“-Artikel zur isrealkritischen BDS-Bewegung retweetete. Nun fordern weltweit 500 WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen in einer Petition eine Kehrtwende des Museums.
Das Jüdische Museumdarf „kein Ort der Anti-Israel-Agitation, der Förderung von Antisemitismus und der Unterstützung von Israels Feinden“ sein, heißt es in dem Schreiben, das an Kulturstaatsministerin Monika Grütters, den Zentralrat der Juden in Deutschland und das Jüdische Museum Berlin adressiert ist. Die Einrichtung sei in den vergangenen Jahren zu einer „No-Go-Area“ geworden und müsse sich „auf die Gründungsidee und den Auftrag des Museums zurückbesinnen“ und ihren alten Ruf wiederherstellen. Initiiert wurde der Aufruf vom internationalen Ausschuss der „Scholars for Peace in the Middle East“ (SPME), Mitunterzeichner ist u.a. der Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, Lior Shambadal. Elvira Grözinger, SPME-Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende in Deutschland, sagt: Man habe ein Zeichen setzen wollen, bevor die neue Hausleitung benannt wird. „Es muss sich was ändern.“
Die SPME-Gruppe ist als Gegenbewegung zu BDS (Boycott, Divestment and Sanctions) entstanden. Die weltweit tätigen Aktivisten von BDS fordern vor dem Hintergrund der Besatzungspolitik einen Boykott isrealischer Produkte und Kultur. Dem Jüdischen Museum war unter Schäfers Führung wiederholt vorgeworfen worden, anti-isrealischen Positionen zu viel Raum zu geben. Der isrealische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu forderte sogar ein Ende der finanziellen Förderung des Museums. Unmittelbar vor Schäfers Rücktritt sagte Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland: „Das Maß ist voll“. Die isrealischen Intellektuellen Moshe Zimmermann und Shimon Stein sahen in Schäfers Demission allerdings eine Gefahr für die Meinungsfreiheit. Es dürfe nicht sein, dass die isrealische Regierung bestimme, was jüdisch ist.
Neuanfang in Mitte: Ein Festakt hat am Montag den offiziellen Auftakt für die Bauarbeiten des House of One gebildet. Zusammen mit Vertretern der drei beteiligten Religionen setzte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) die letzten Gründungspfähle, auf denen das Gebäude stehen soll. 43,5 Millionen werden investiert.
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Wir von der Deutschen Wohnen sind schon dabei und leisten mit unseren Mieterversprechen einen ersten Beitrag für faires Wohnen. So wie unser Versprechen #3: Durch Mieterhöhungen wird kein Mieter seine Wohnung aufgeben müssen.
Mehr zu unseren Versprechen unter faires-wohnen.berlin
Heute ist endlich wieder Champions-League: Dortmund gegen Barcelona. Aber wer braucht schon Fußball und andere Großereignisse, wenn es die große SPD-Deutschlandtour gibt. Am diesen Dienstag, 17. September, kommen die sieben Kandidaten-Duos für den SPD-Vorsitz nach Berlin. Um 18:30 geht es im Willy-Brandt-Haus los.
Weil das Interesse an der Vorstellung der VorsitzkandidatInnen zu groß ist, bieten Kreise und Abteilungen Public-Viewings in den Bezirken als Alternative an. Live-Übertragungen gibt’s u.a. im Wahlkreisbüro der Friedrichshainer Abgeordneten Cansel Kiziltpe (MdB) und Sven Heinemann (MdA), im Hellersdorfer Kino „Die Kiste“, im Spandauer Seniorenklub Südpark – und in der „Spukvilla im Tempelhof“. Die Veranstaltung wird aber auch live auf Youtube und Facebook gezeigt.
Große Debatte in der Berliner SPD:Der Bezirksverband Tempelhof-Schöneberg will auf dem Landesparteitag im Oktober eine Kitapflicht für Kinder ab vier Jahren durchsetzen. Anlass sind Zahlen, die erneut belegen, dass die seit 2013 geltende Kitapflicht für Kinder, die kein Deutsch können, noch immer nicht umgesetzt wird. Die FDP nennt den Vorstoß „scheinheilig“. Die Grünen sprechen von „Scheindebatten“ der Sozialdemokraten.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Eine Woche nach dem tödlichen Unfall in der Invalidenstraße haben Ermittler die Wohnung des SUV-Fahrers durchsucht. Beweismittel seien laut Staatsanwaltschaft sichergestellt und würden nun ausgewertet. Der Anwalt des Mannes soll mitgeteilt haben, dass ein „akuter medizinischer Notfall“ vorgelegen habe.
Das Vergleichsportal CHECK24 hat die Verkehrspunkte beim Abschluss einer Kfz-Versicherung analysiert und kommt zu dem Ergebnis, dass prozentual die meisten Sünder in Bielefeld unterwegs sind. 8,8 Prozent der FahrzeughalterInnen haben dort nach eigenen Angaben einen Eintrag im Fahreignungsregister. In Berlin sind es 4,6 Prozent.
„Important rules and information“ – die Polizei Berlin hat in einer englischsprachigen (und bebilderten) Broschüre zusammengefasst, was man über E-Scooter wissen muss. Nie bedachte Neuinfo: Anhänger sind verboten.
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Das Creative Bureaucracy Festival feiert zum zweiten Mal die besten Ideen für das Gemeinwohl und die Menschen, die sich dafür einsetzen – vom Erzieher bis zur Ministerin, von Rio de Janeiro bis Neukölln. Die interessantesten Innovatoren und ihre Lösungen: 20. und 21. September 2019 in der Humboldt-Universität zu Berlin. Jetzt Tickets sichern.
Müll, Müll, Sondermüll: Joschka Langenbrinck (MdA SPD) wollte vom Senat wissen, wie viel illegaler Schrott im Jahr 2018 von der BSR in Berlin entsorgt wurde. Die Antwort: 31.900 Kubikmeter. Die Kosten der Beseitigung: 4,6 Millionen Euro. Und für die gute Tat heute: Sperrmüll bis zu drei Kubikmeter nimmt die BSR entgeltfrei entgegen.
Grün, gelb, Greenpeace: 3.500 Liter Farbe hatten Aktivisten im Sommer 2018 am Großen Stern verschüttet. Jetzt wurde die Rechnung für die Reinigung beglichen. Laut BSR: 14.019,72 Euro. 52,2 Prozent gingen fürs Personal drauf, 37,5 Prozent für die Fahrzeuge und 10,3 Prozent für die Entsorgung.
By the way: Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe suchen ab sofort einen Veranstaltungsmanager (w/m/d). Bewerbungsfrist ist der 15. September. (Q:Amtsblatt)
Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) verteidigt seinen Bagger-Kauf: Private Firmen stünden für Einsätze binnen Stundenfrist meist nicht zur Verfügung. Zudem sei die „Auftragslage und der Fachkräftemangel bei Baufirmen hoch“. Dem Checkpoint teilte Schmidt auf Nachfrage mit: Er selbst „wollte nie Bagger fahren“. Zwei Bezirksmitarbeiter im Fachbereich Grünflächen hätten einen „BaggerführerInnenschein“ und: andere Kommunen ganze Fuhrparks, das sei „das Ziel“. „Wir wollen diese Stadt lebenswert umbauen. Nur mit Teelöffeln wird das schwierig!“
Wer bauen will, muss blechen: 450 statt 200 Millionen Euro soll das Museum der Moderne am Kulturforum neuen Berechnungen zufolge kosten – und ist damit mehr als doppelt so teuer, wie bis dato geplant. Berlin kennt das.
Berlin in vier Tweets:
I) „Wenn man den neuen Personalausweis nicht abholen kann, weil das Internet beim Bürgeramt nicht funktioniert. Oh, Berlin.“ @LucasGerrits
II) „Gerade nach den Kontaktdaten der Leiterin einer kleineren Berliner Behörde gefragt. Ein Mitarbeiter gab mir dann die Anschrift. Ich solle mal einen Brief schreiben („formloses Anschreiben reicht“), sie antworte in der Regel schnell. 2019. In der Hauptstadt wird Zukunft gemacht.“ @JuliusBetschka
III) „Das Beste, was ich heute gelesen habe, war, dass der Berliner Senat zukünftig stark auf KI (künstliche Intelligenz) setzt. Alles andere hätte mich nun doch in Anbetracht der bisherigen ‚natürlichen‘ Performance irgendwie beunruhigt.“ @Tasso2000
IV) „Sitze mit dem Verkehrsminister im Zug. Wir kommen von Berlin Hbf bis Spandau. Triebwerksschaden.“ @WiebkeRamm
„Fahrer aus Hannover müssen in Berlin aushelfen“, schreibt die „Berliner Morgenpost“. Aufgrund von Bauarbeiten brauchen S-Bahn und Regios Ersatzbusse. Fahrer und Fahrzeuge fehlen.
Vielleicht hat Hannover ja auch noch LehrerInnen? Durchschnittlich 4.960 Unterrichtsstunden pro Woche sind im Schuljahr 2017/2018 an den öffentlichen Grundschulen in Berlin ausgefallen (zwei Prozent der zu erteilenden Wochenstunden). 31.360 wurden (aufgrund von Krankheit, Kur, Mutterschutz oder Änderungen im Unterrichtsablauf) vertreten. (Q: Anfrage Joschka Langenbrinck, MdA SPD)
Bröckelndes Bildungssystem, aber gutes Zeugnis: Immer mehr junge Menschen legen in Berlin und Brandenburg das Abitur mit einem Einser-Schnitt ab. Im Brandenburg hatten im vergangenen Jahr 30,2 Prozent der Abiturienten einen sehr guten Abschluss, in Berlin waren es 26,4.
Tierische Meldung I: „Brandenburg droht Bisam-Plage“ – durch eine Änderung im Jagdrecht können sich die aus Nordamerika stammenden Tiere stark vermehren.
Tierische Meldung II: „Elch in Eberswalder erschossen“ – um ihn von seinen Leiden zu erlösen, musste das Tier erlegt werden.
Letzter Aufruf für Laufliebhaber: Die dritte Ausgabe unseres Lauf-Talks „SportCheck“ findet heute um 19 Uhr in unserem Verlagshaus am Askanischen Platz statt. Zum Thema „Mythos Marathon“ sprechen wir mit Berlin-Marathon-Gründer Horst Milde, Weltrekordhalterin Sigrid Eichner und der Profiläuferin Lisa Hahner. Anmeldung an checkpoint@tagesspiegel.de. Für Checkpoint- und Tagesspiegel-AbonnentInnen ist die Veranstaltung kostenfrei, für alle anderen beträgt der Eintritt 5 Euro, Getränke inklusive.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Brooklyn ist das Berlin Amerikas.“
Brooklyns Bezirksbürgermeister Eric Adams beim Treffen mit Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) in New York.
Tweet des Tages
Habe heute gelernt, dass Ausdrücke wie lol oder bae keine neuen Phänomene sind. Vor hundert Jahren hat man in Berlin schon knif gesagt, wenn man 'kommt nicht in Frage' meinte. Und 'kommt auf keinen Fall in Frage' war kakfif. Ist das nicht toll?
Stadtleben
Essen & Trinken – Bar, Restaurant, Street-Food-Markt, das Paolo Pinkel in Neukölln ist alles in einem und noch dazu super hip. Die Gäste sitzen an langen Holztischen vor großen Schaufenstern. Draußen blinkt und brummt die Karl-Marx-Straße. Von der Decke hängen Lampions, von den Wänden Pflanzen. Es gibt drei Küchen: Zypriotisch, Nordchinesisch und Peruanisch. Die Köche verkaufen ihr Essen direkt aus den Pfannen. Unbedingt probieren: Das peruanische Fischgericht Ceviche und die zypriotischen Halloumi Fries. Nach dem Essen laden Sessel an der Bar zu Cocktails ein – oder Sie ziehen einfach weiter in eine der vielen Bars in der Weserstraße. Mo-Sa 12-15.30 Uhr und 18-23 Uhr, So 10-15.30 Uhr und 18-23 Uhr, Karl-Marx-Straße 55, U-Bhf Rathaus Neukölln
Berlinbesuch – Von der Hauptstadt will Ai Weiwei bald nichts mehr wissen: Zu intolerant zu opportunistisch gegenüber China seien die Berliner. Deshalb will der chinesische Künstler nach England ziehen. Zuvor zeigt die Galerie Neugerriemschneider noch seine Ausstellung „Roots“. Überdimensionale Wurzeln aus rostrotem Eisen liegen auf dem Boden. Nachbildungen von uralten Bäumen, traurige Erinnerungen an den brennenden Regenwald in Brasilien. Bis 19. Oktober, Di-Sa 11-18 Uhr, Linienstraße 155, U-Bhf Rosenthaler Platz
Geschenk – Fräulein Frucht weiß genau, wann Himbeeren reif sind und Äpfel von den Bäumen fallen. Dann schwingt sie sich auf ihr Fahrrad und sammelt wildes Obst in Berlin. Daraus macht sie Sirup und füllt ihn in hübsche Glasfläschen. Das selbst bemalte Etikett preist Sorten wie Holunder-Rosenblüten- und Mahonien Sirup an. Ein schönes Geschenk für Kinder und alle anderen, die es süß mögen. Sa 11-17 Uhr auf dem Neuköllner Stoff- und Designmarkt am Maybachufer, U-Bhf Schönleinstraße
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Was bist Du für eine wunderbare Stadt des Sports! Im Magazin URBAN SPORTS zeigt der Tagesspiegel die Spielwiesen Berlins: auf fantastischen Freiflächen, in Grünanlagen, in Sportstudios, im Vereinssport oder bei den Spielen der Bundesligisten. Sowie Tipps und Termine für einen sportlichen Herbst und Infos zum 46. BMW Berlin-Marathon.
Last-Minute-Tickets – Israelische, deutsche und palästinensische Schauspieler*innen loten im Maxim Gorki Theater die Berührungspunkte zwischen Nahost-Konflikt und deutscher Geschichte aus. Oder wie es in der Beschreibung des Stücks „Third Generation – Next Generation“ heißt:„Nimm eine Handvoll Palästinenser, gib ein paar Israelis dazu, vermisch das Ganze mit dem Konflikt und schmeck es mit Deutschen und ihren Schuldgefühlen ab.“Regisseurin Yael Ronen hält dem Publikum den Spiegel vor – und das bei aller Tiefe mit Humor. Ein tolles Stück, für das es heute Abend, morgen und übermorgen noch Karten gibt. 19.30 Uhr, Am Festungsgraben 2, U-Bhf Friedrichstraße
Verlosung – Ein Abend wie eine Zeitreise: Am Mittwoch wird der Zoo Palast 100 Jahre alt. Zum Geburtstag spielt das Metropolis Orchester Berlin eine neue Komposition von Stephan von Bothmer zum damaligen Eröffnungsfilm „Madame Dubarry“ von Ernst Lubitsch, der ebenfalls 100 Jahre alt wird. Wir verlosen bis 12 Uhr 2x2 Tickets. Wer möchte dabei sein? Beginn 19.30 Uhr, Hardenbergstraße 29A, U-Bhf Zoologischer Garten
Noch hingehen – Das Sommerende hat auch Vorteile. Wie z.B. die wunderbare Ruhe in den Freibädern, die noch bis 29. September geöffnet haben: Das Prinzenbad in Kreuzberg (Prinzenstraße 113), die Sommerbäder in Wilmersdorf (Forckenbeckstraße 14), am Humboldthain (Wiesenstraße 1), in der Wuhlheide (Treskowallee 211) und am Insulaner in Steglitz(Munsterdamm 80). Wo sich im Sommer die Badegäste auf die Zehen treten, drehen nun nur ein paar Schwimmer ihre Runde. An schönen Tagen blinzelt die Sonne durch die Bäume, bunte Blätter schaukeln wie Schiffchen auf dem Wasser. Und für Pommes müssen Sie garantiert nicht mehr Schlange stehen. Tgl. 7-18 Uhr
Eine schöne Woche wünscht: Julia Weiss.
Berlin heute
Verkehr – Auf der A 10 sind die Ein- und Ausfahrt an der Anschlussstelle Rangsdorf in Richtung Autobahndreieck Spreeau vsl. bis Donnerstagabend gesperrt. In Friedrichshain ist die Gürtelstraße zwischen Dossestraße und Oderstraße wegen Bauarbeiten auf nur einer Seite befahrbar. Der Radverkehr wird an der Baustelle vorbeigeführt. In der Puschkinallee in Alt-Treptow beginnen am Morgen in beiden Richtungen zwischen Eichenstraße und Am Flutgraben Leitungsarbeiten. Die Fahrbahn ist bis Ende September auf einen Fahrstreifen verengt. Ebenso in Zehlendorf: Auf der Clayallee steht von 7 bis 13 Uhr zwischen Winfriedstraße und Schlettstadter Straße nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Demonstration – Der Notdienst für suchtmittelgefährdete und abhängige Menschen demonstriert von 9.30 bis 13 Uhr „Gegen die Unzureichende Finanzierung der Suchthilfe“. Circa 1000 Menschen ziehen dafür vom Neptunbrunnen bis vor das Rote Rathaus in Mitte. Zu einer „Mahnwache für Klimaschutz und einen schnellen Kohleausstieg“ versammeln sich etwa 50 Menschen von 18.30 bis 19.30 Uhr vor dem Bundeskanzleramt in der Willy-Brandt-Straße 1.
Gericht – Der Prozess gegen den ehemaligen Landesjugendfeuerwehrwart Reinhard W. wegen sexuellen Missbrauchs geht weiter. Angeklagt sind 49 Übergriffe auf zwei Jungen in der Zeit von 2008 bis 2016. Der 60-Jährige gab zudem bereits verjährte Taten seit Mitte der 1980er Jahre zu (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 105).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Christopher Dell (54), Musiker und Musiktheoretiker / Boris Greifeneder (36) / Karin Halsch (59), für die SPD im AGH / Klaus Händl (50), Dramatiker, Regisseur und Schauspieler / Ann Cathrin Riedel (31), Vorsitzende von load e.V. – Verein für liberale Netzpolitik / Dimitrij Schaad (34), Schauspieler / Dr. Klaus-Jürgen Schenk (77) / Klaus-Jürgen Tillmann (75), Erziehungswissenschaftler / Connie Walther (57), Filmregisseurin und Drehbuchautorin / „Liebe Herma, für Dein neues Lebensjahr wünschen wir Dir alles Gute. Es grüßt Dich herzlich Johannes sowie Deine Ex-Kolleg*innen“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Luigi Colani, * 2. August 1928, Berliner Designer / Helmut Horn, * 4. Dezember 1938 / Dr. Ursula Scheu, * 11. Februar 1943 / Prof. Dr. Dieter Schmidt, * 28. April 1947 / Dr. Ernst-Renatus Zivier, * 14. September 1933
Stolperstein – Heute vor 77 Jahren starb Helene Wassermann (Jhg. 1874), nachdem sie von den Nazis verfolgt worden war. Zuvor lebte sie mit ihrem Mann in der Köpenicker Straße 11 in Berlin. Moritz Wassermann war Textilkaufmann, Helene war Hausfrau. Die beiden kamen aus Polen, wurden deswegen 1938 ausgewiesen und als polnische Juden dorthin zurück abgeschoben. Dort lebten sie sehr wahrscheinlich eine Zeit lang im Ghetto Krakau. Helene Wassermann starb im Sommer 1942 in ihrer Geburtstadt Tarnau.
Encore
Verwaltungschaos adé. Berlins Ehre wird in Neukölln verteidigt. Das Bezirksamt hat am Montagabend den Deutschen Personalwirtschaftspreis in der Kategorie „Talent Management“ gewonnen. In der Begründung heißt es: „Mit seinen neuen Leitlinien geht die Behörde mutige Wege und hat ein innovatives und ganzheitliches Gesamtpaket auf den Weg gebracht. Mit einer vorausschauenden Personalbedarfsplanung, einer Vielzahl bedarfsgerechter Personalentwicklungsangebote, einem Leadership-Programm oder Innovations-Lab wird der Transformationsprozess zu einer agilen Organisation begleitet.“ Mehr Neukölln für Berlin.
Mehr Berlin gibt's hier morgen wieder mir Lorenz Maroldt. Kommen Sie gut durch den Tag!