erst mal Pause machen: vom nassgrauen Grauen des städtischen Asphalts und des Himmels über Berlin; von der bis ins Grauenhafte gedehnten Unentschlossenheit der deutschen Politik bei der Pandemie-Bekämpfung; von einer zähen Zeit, in der schon ein helles Grau vielen wie eine bunte Farbe erscheint.
Eine Pause machen und dabei nicht im eigenen Zuhause verharren – das will ab morgen die Berlinale bieten und lädt zum Maskenball vor die Kinoleinwände der Stadt. Ob so wirklich der letzte Vorhang für das Virus fällt, ist keine ganz andere und eine noch offene Frage. Ebenso wie die drei Fragen, die wir an die Berlinale-Chefs Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian geschickt haben. Hier Ihre Antworten:
Die Berlinale startet mitten in der nächsten Pandemie-Welle. Worum sorgen Sie sich am meisten?
Wir wünschen uns vor allem, dass Publikum, Filmschaffende und unser Team gesund die Festivaltage erleben werden. Und sind alle zuversichtlich.
Es gilt Impf-, Test- und Maskenpflicht in nur zur Hälfte besetzten Kinos. Wäre es nicht leichter und besser gewesen, die Berlinale wieder in den Sommer in Freiluftkinos zu verlegen?
Die Kinos sind für den normalen Kinobetrieb geöffnet, und die von uns programmierten Filme können nicht bis zum Sommer mit einem Kinostart warten. Außerdem war unser Programm im vergangenen Jahr mit 120 Filmen deutlich kleiner. Bei den Filmschaffenden gab es großes Interesse an eine Berlinale-Teilnahme – mit einer Sommer-Berlinale hätten wir viel zu wenig anbieten können.
Es sollen nun mehr als 250 Filme zu sehen sein. Worauf freuen Sie sich am meisten?
Wir freuen uns auf die Begegnungen. Und noch mehr freuen wir uns darauf, die Reaktionen unseres Publikums auf die Filme zu sehen.
Na, dann lesen (ab morgen täglich im Tagesspiegel) und sehen wir uns! Und gucken mal, ob das End wirklich happy wird.
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Wer einmal rahmengenähtes Schuhwerk getragen hat, trägt nichts anderes mehr – ob mit oder ohne orthopädischer Problemlösung. Solides Handwerk und erstklassige Beratung und schon sind wir in der Maßschuhmacherei Paul Körting in der Meinekestraße 3.
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Das Ende ist auch für Berlins Straßenlaternen nah, zumindest beim Typ „Rostocker Straßenleuchte“, kurz RSL 1. Hier hat der FDP-Abgeordnete Stefan Förster mal eins und eine Laterne zusammengezählt und den Senat gefragt, bis wann es für die generell dunkler scheinenden DDR-Leuchten (Satellitenbild-Vergleich hier)zappenduster wird. Die Umweltverwaltung lässt dazu wissen: „Aktuell sind verschiedenste Projekte zur mittelfristigen Ablösung von 400 RSL-Leuchten in der Vorbereitung. Die verbleibenden Leuchten werden in Abhängigkeit von den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln langfristig durch LED-Leuchten ersetzt werden.“ Das dürfte ein sehr langfristiges Projekt werden – bei dann immer noch 17.300 RSL-1-Leuchten. Zumal sich die Verwaltung erst auf die Umrüstung von Gaslaternen konzentrieren will; die hätten eine schlechtere Energiebilanz und höhere Wartungskosten.
Warten Sie, eins haben wir zum Thema RSL 1 noch: die Originalfrage von Stefan Förster. Sie lautete: „Bis wann plant das Land Berlin, die noch vorhandenen und technisch überholten sowie moralisch verschlissenen Rostocker Straßenleuchten durch zeitgemäße Straßenleuchten zu ersetzen?“ Wer hätte das gedacht: Nun sind sogar schon Straßenlaternen „moralisch verschlissen“. Nicht jede Leuchte darf eben eine helle sein.
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Die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) bringt die Impfung in den Zug. Ein mobiles Impfteam vom Landkreis Barnim wird am 10. und 11.02. auf der Strecke der Heidekrautbahn (RB27) zwischen Berlin-Karow und Groß Schönebeck zusätzliche Möglichkeiten zur Impfung anbieten. www.NEB.de/Aktuelles.
Drehen wir die Scheinwerfer der Aufmerksamkeit dahin, wo sie hingehört: zu den geschundenen Menschen in der Ukraine, die von Russlands post-sowjetisch-zaristischem Präsidenten Wladimir Putin in neue Kriegsangst versetzt werden, ohne dass Europas Politik ausreichend Gehör findet (wie Frankreichs Präsident Macron in Moskau – gut illustriert hier und hier) und ohne dass der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in Washington ausreichend deutliche Worte findet – vom putintreuen Altkanzler Gerhard Schröder lieber ganz zu schweigen. Einzig Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) setzt gerade richtige, wichtige Zeichen – direkt im Kriegsgebiet in der Ost-Ukraine.
Und wie empfinden die 24.000 Ukrainerinnen und Ukrainer in Berlin die Lage in ihrer Heimat? „Wir machen uns große Sorgen“, erzählt Sergej Fortunjew am Checkpoint-Telefon. Der Arzt, der seit 20 Jahren in Berlin lebt, engagiert sich im Verein „Ukraine-Hilfe Berlin“ und hofft, „dass die Politik die Wärme, die zwischen Ukrainern und Deutschen entstanden ist, nicht abkühlen lässt“. Seine Erwartung: „Ich warte mit meinen Landsleuten auf eine Antwort, was Deutschland wichtiger ist – billiges Gas aus Russland oder die europäischen Werte?“ Gerade die SPD müsse gegenüber Putin öffentlich klare Kante zeigen „und nicht wie Manuela Schwesig nur die Ostseepipeline North Stream 2 im Kopf haben“. Eine zugesagte Militärhilfe von 5000 Schutzhelmen sei doch eher „ein Witzsymbol“.
Fortunjew hat vor acht Jahren, als Russland die Krim annektierte und den Krieg im Donbass anzettelte, selbst als Arzt an der Front geholfen. „Es war grauenhaft, mitten im Chaos so vielen Verwundeten helfen zu müssen.“ Seine Eltern und eines seiner Kinder leben weiter in der Ukraine, die durch Krieg und auch Korruption von Oligarchen arm geworden ist. „Seit acht Jahren ist der Alltag der Menschen der Krieg – ein schweres Leben, das alle normal zu leben versuchen.“
Der 55-Jährige war schon zu DDR-Zeiten regelmäßig in Berlin und hat vor dem Umbruch in Prenzlauer Berg gelebt. Inzwischen hat die ukrainische Community in Berlin neue Wurzeln geschlagen, es gibt eine eigene Kirche, eine Schule und ein ukrainisches Radio (Details hier). Und die Visafreiheit lockt viele Studierende und IT-Kräfte hierher. „Die jungen Menschen treten fordernder auf und verlangen, dass Deutschland uns mehr hilft.“ Bei einer Demo am Wochenende vor dem Brandenburger Tor seien 500 Menschen gewesen, erzählt Sergej Fortunjew. „Auch wenn die Realität gerade ernüchternd ist – dieser Drang nach Demokratie gibt mir viel Hoffnung.“
Hoffnung, die viele Ukrainerinnen und Ukrainer auch in Berlin dringend brauchen.
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Es sind verstörende Szenen mitten in Berlin: ein rassistischer Angriff auf die 17 Jahre junge Dilan durch drei Männer sowie drei Frauen am Sonnabendabend an der Straßenbahn-Haltestelle Greifswalder Straße. Die sechs prügelten gemeinschaftlich auf die junge Frau ein. „Sie haben mich getreten, sie haben auf meinen Kopf geschlagen, sie haben mir in meinen Bauch gehauen, in meine Beine getreten“, berichtete Dilan, die ins Krankenhaus aufgenommen werden musste, am Dienstagabend auf Instagram (was am Mittwochmorgen nicht mehr abrufbar war, aber bei Twitter neu hochgeladen wurde – zu sehen hier). Die junge Frau weiter: „Dabei haben sie alle geschrien, ich wäre eine Drecks-Ausländerin. Und ich solle dahin zurückgehen, wo ich herkomme.“ Die Polizei sucht Zeugen. Zur Seite stand Dilan an der Haltestelle niemand. „Ich hab geschrien und gefragt, warum mir keiner hilft. Ich hab gebettelt um Hilfe.“
In der ursprünglichen Polizeimeldung vom Wochenende war mit Berufung auf erste Aussagen auch der Frau davon die Rede gewesen, der Überfall habe mit einem Streit um eine fehlende Maske der jungen Frau in der Tram begonnen. Dies war auch im Checkpoint am Mittwochmorgen so weiterkommuniziert worden. Am Mittwochmittag korrigierte die Polizei nun u.a. auf Tagesspiegel-Nachfragen hin ihre Version, räumte Fehler ein und sprach von „missverständlich formulierten“ Strafanzeigen. Die Auswertung von Videos habe gezeigt, dass „die Jugendliche beim Ein- und Aussteigen aus der Tram eine Mund-Nase-Bedeckung trug und diese lediglich bei dem auf die rassistischen Beleidigungen folgenden Streitgespräch mit den sechs Erwachsenen kurzfristig nach unten gezogen hatte.“ Die sechs verdächtigen Erwachsenen hätten überwiegend keine Masken getragen. Wir haben auch diese Meldung hier am Mittwochnachmittag entsprechend geändert.
Grüner wird’s doch noch in Berlin: Der Bezirk Mitte will offenbar sein Grauflächenamt besser bewässern. Zumindest entschuldigte sich das Bezirksamt jetzt bei der Bürgerinitiative Brüsseler Kiez, die auf der Mittelpromenade der Antwerpener Straße ehrenamtlich gärtnert. Das Ordnungsamt hatte die Pflanzen mehrfach rausgerissen (via „Weddingweiser“). Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel und Stadträtin Almut Neumann (Grüne) baten nun in einem Brief um Vergebung: „Das Bezirksamt ist froh über die vielen engagierten Straßengärtner:innen im Bezirk, die sich in ihrer Freizeit um die Aufwertung ihrer Kieze und des persönlichen Umfeldes kümmern.“ Nun soll die Anwohnerschaft mit den vielen grünen Daumen viele neue Pflanzen vom Amt bekommen. Betongrau ist Berlins Herz schon genug.
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Die Ergebnisse des medien.barometers 2021/22 sind da! Lesen Sie hier nach, wie die Unternehmen der Medien-, Kreativ- und Digitalwirtschaft in der Hauptstadtregion auf die fortlaufende Pandemielage reagieren.
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Ins Herz ging mir selbst der Besuch neulich bei Margot in Rudow. Die 94-Jährige erzählte bei frischem Kaffee und alten Fotos von der Liebe ihres Lebens: ihrem Bruder Erwin. Da nach dem Krieg in Berlin kaum Männer übrig waren, heiratete die 17-Jährige eben ihren doppelt so alten Stiefbruder – und erlebte über viele Jahrzehnte und alle Berlin-Krisen hinweg eine turbulente Ehe in Neukölln. Wie die Stadt baute sich das Paar das Leben immer wieder neu auf – wie so etwas geht, lesen Sie hier in unserer Tagesspiegel-Liebeskolumne.
Am nächsten Sonntag schreibt wieder meine Kollegin Helena Piontek über wahre Verliebtheiten in unserer der Liebe durchaus würdigen Stadt. Dann geht es um die mehrseitige Liste einer Frau, auf der sie fein säuberlich all ihre Sexualpartnerinnen und -partner der letzten 17 Jahre aufgeführt hat. Und natürlich darum, was sie heute über sie denkt. Ach, und falls Sie jetzt denken: Ich habe doch auch eine tolle oder traurige, rührende und berührende Liebesgeschichte erlebt, die ich gerne mal erzählen will – dann schreiben Sie uns an liebe@tagesspiegel.de. Vielen und sowieso lieben Dank!
Berliner Schnuppen
Telegramm
So, jetzt gibt‘s Angebote, Angebote, Angebote – heute im Checkpoint sogar ohne Anstehen:
– Wollen Sie sich impfen lassen, haben aber auf das Protein-Präparat Novovax gewartet? Dann buchen Sie jetzt hier über Doctolib die ersten verfügbaren Termine in Berlin. In drei Wochen wäre dann Ihr Arm dran. Und Sie sind nicht arm dran.
– Suchen Sie zufällig einen Kitaplatz? Dann schauen Sie einfach bei der Kita an der Hochschule für Technik vorbei. Hier in der Lütticher Straße in Wedding werden noch Kinder ab zweieinhalb Jahren zum Spielen gesucht, heißt es in Aushängen im Kiez, die unsere Leserin Katharina Raschke entdeckt hat. Allerdings: Berlin hätte ein Versteckspiel weniger.
– Suchen Sie zufällig eine Wohnung in Mitte? Der war jetzt gut, oder? Na gut, wir hätten da schon was, allerdings nicht gerade im Angebot: Wenigstens geht‘s um eine „gemütlich möblierte Wohnungseinheit im ruhigen Gartenhaus“. Und was sind schon 1500 Euro Warmmiete für 36,4 Quadratmeter? Genau – hier in Mitte fast nichts.
Wer’s glaubt, wird nicht mehr seilg: Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat sich bei den Opfern sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche entschuldigt. Verantwortung für eigene Fehler, die den Schutz von Tätern beförderten, übernahm der frühere Kardinal Joseph Ratzinger in seiner zu späten, zu halbherzigen Erklärung wieder nicht. Stattdessen vergleicht er sich nun mit Christus auf dem Ölberg und bittet Gläubige, für ihn zu beten. Die sollten das wohl besser für eine Kirche tun, die sich solche Würdenträger immer noch leistet.
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„Restaurant-Scheckheft“ 2022
Verschenken Sie besondere Momente und freuen Sie sich auf kulinarische Neuentdeckungen in Berlin und in Potsdam. 42 beliebte Restaurants freuen sich auf Ihren Besuch.
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Auch das noch: In den Winterferien wurden aus der Bernd-Ryke-Grundschule in Haselhorst bei einem Einbruch mehr als 30 Laptops gestohlen (via „Berliner Woche“). Manchmal braucht diese Stadt wirklich einen Neustart: Strg+Alt+Entf.
Auch hier sieht Berlin alt aus: Wegen falsch versendeter Wahlunterlagen für die Seniorenvertretungen muss die Verwaltung noch einmal Porto nachberappen: in Höhe von genau 28.409 Euro und 35 Cent. Berlin, manchmal biste echt ’ne Marke.
Ach ja, Olympia ist auch noch. Was ist in Chinas künstlichen Xi-Gebieten los? Deutschland hat wieder was Eigenes – ein Rodel-Diplom.
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„Eine Runde Berlin“: Zum Jahresauftakt ist Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt in der Ringbahn zu Gast. Ein Gespräch über seine Langeweileflucht aus Köln, alte Punk-Zeiten & Pläne für die Zukunftshauptstadt. Jetzt auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
Er malt Deutschland nach Strich und Farben. Weil er Fotografien unseres Lebens reflektiert, abstrahiert, mathematisch genau neu summiert. Nun wird Gerhard Richter 90 – und bekommt eine Retrospektive in der Neuen Nationalgalerie geschenkt. Dort kann sich jede und jeder selbst ein Bild von ihm machen. Und von unserem Selbst.
So abgehoben ist Berlin nicht: Im Flugsteig G des Frankfurter Flughafens könnten bald fünf Millionen Reisende pro Jahr starten und landen (via „Spiegel“). Nur: Das Terminal wurde vier Jahre zu früh fertig und wird gerade gar nicht gebraucht. Wer fliegt auch schon nach Frankfurt, oder?
Zitat
„Mein Freund Burkhard Hirsch sagte den schönen Satz: ‚Gucken Sie in die Zeitungen: die Todesanzeigen. In unserem Alter stirbt so gut wie niemand mehr.‘“
Der frühere FDP-Innenminister Gerhart Baum, 89, im Tagesspiegel-Interview über das Alter, den Tod und sein Leben für die Politik.
Tweet des Tages
Erstklässlerin beim ersten Coronatest nach den Ferien zur Lehrerin: ‘Guck mal, zwei Striche! Wie gestern.‘
Stadtleben
Essen –Die Szenebar „Manifest Taproom“ auf der Oderbergerstraße 15 ist unter Bier-Liebhabern bei weitem nicht unbekannt und Anhaltspunkt für eine Expertise im Brauhandwerk. Als Craft-Beer-Lokal werden Hopfen und Malz seit neuestem auch zu gutem Essen serviert: Kulinarisch unterstützt Gastronom Chris Haskins in seiner „+Kitchen“ mit amerikanischen Sandwich-Klassikern wie Pastrami, Philly Cheesesteak oder (veganem) Reuben. Cheers 'n' enjoy! So-Do 17-0 Uhr, Fr 17-2 Uhr, Sa 14-2 Uhr. Prenzlauer Berg, U-Bhf Eberswalder Straße
Neu im Bücherregal – Die 2000er gelten als persönliche und historische Zäsur für den jungen Hendrik Bolz und seine Draufgänger-Freunde im Osten Deutschlands. Als Teil des Hip-Hop-Duos „Zugezogen Maskulin“ veröffentlicht der Rapper morgen sein Debüt-Werk „Nullerjahre. Jugend in blühenden Landschaften“ im KiWi Verlag (20 Euro). Das Buch widmet sich auf über 300 Seiten dem „Austeilen und Auf-die-Fresse-Kriegen“ einer Nachwendejugend und zeichnet Bolz' Lebensgeschichte nach. Die dazugehörige Lesung findet am 6. April um 20 Uhr im Pfefferberg Theater statt (19 Euro). Wer der spannenden Lektüre hingeben möchte, schreibt uns eine Mail – Wir verlosen zwei Buchexemplare bis 12 Uhr!
Karten sichern – Am Gendarmenmarkt bekommt der Mittagsblues eine neue Bedeutung: Am musikalischen Mittwoch stellen junge Talente im Konzerthaus Berlin jeweils um 14 Uhr für 45 Minuten ein Überraschungsprogramm vor und holen Workaholics und Stadtbummler:innen aus dem tristen Mittagstief. Die „Espresso-Konzerte“ liefern Musik als Energiespender mit Koffein-Kick statt Lunchkoma (ab 10 Euro). Bis 29. Juni, Gendarmenmarkt, U-Bhf Stadtmitte
Grübelstoff – Wer noch nicht genug vom Umherbummeln hat, der hält sich den 12. Februar um 14 Uhr frei. Der Spaziergang durch den Alt-Charlottenburger Kiez wird von der neuen Bezirksbürgermeisterin Kirstin Bauch geleitet. Wie gut kennen Sie sich eigentlich in Ihrem Bezirk aus?
„Wir sind die Neuen“
60 der insgesamt 147 Parlamentarier sind in dieser Legislaturperiode neu im Berliner Abgeordnetenhaus. Im Checkpoint stellen wir sie vor.
Name: Alexander Kaas Elias (Grüne)
Beruf: Referent (Abschluss Magister Artium in Geschichte und Politikwissenschaften)
Alter: 48 Jahre
Wahlkreis: Charlottenburg-Wilmersdorf (WK 6)
Berliner Lieblingsort: „Den Lieblingsort habe ich nicht, aber ich bin gern auf dem Prager Platz, Nikolsburger Platz, Ludwigkirchplatz, Leon-Jessel-Platz, im Volkspark Wilmersdorf oder im Grunewald.“
Eine Sache, auf die ich mich 2022 in Berlin freue: „2022 freue ich mich darauf, nach der Regierungsbildung Ende 2021, die inhaltliche Arbeit im Abgeordnetenhaus von Berlin fortsetzen zu können.“
Foto: Vincent Villwock / Grüne Fraktion Berlin
Berlin heute
Verkehr – Mollstraße (Mitte): Ab dem Morgen ist die Fahrbahn bis Freitag in Richtung Platz der Vereinten Nationen hinter der Berolinastraße auf einen Fahrstreifen verengt.
Nennhauser Damm (Staaken): Ab 8 Uhr bis Freitagnachmittag ist in beiden Richtungen die Anbindung Heerstraße für den Kfz-Verkehr gesperrt.
Kronprinzessinnenweg (Wannsee): Ab ca. 11 Uhr regelt eine provisorische Ampelanlage den Verkehr. Bis Ende Juni ist zwischen Am Sandwerder und Tillmannsweg für beide Richtungen nur ein Fahrstreifen abwechselnd frei.
Klosterbuschweg (Staaken): Ab ca. 13 Uhr regelt auch hier eine provisorische Ampelanlage den Verkehr. Bis Mitte März ist in Höhe Torweg für beide Richtungen nur ein Fahrstreifen abwechselnd frei. Auch der Radverkehr ist betroffen.
Regionalverkehr: In der kommenden Nacht sowie in der Nacht von Sonntag auf Montag, (13./14.), halten die Züge der RE22 jeweils von 23 bis 1.15 Uhr nicht in Flughafen BER – Terminal 1-2 (Ersatz durch S-Bahnen), dafür aber am Terminal 5. Zudem kommt es zu späteren Fahrzeiten zwischen Ludwigsfelde-Struveshof und Potsdam Hbf.
Demonstration – Unter dem Motto „Nein zum Krieg: Diplomatie statt Militärmanöver!“ versammeln sich von 10.30 bis 12 Uhr ca. 15 Demonstrierende auf dem Pariser Platz, angemeldet von der „Deutschen Friedensgesellschaft“. Von 16 bis 18.30 Uhr findet eine „Antifaschistische und antikapitalistische Kundgebung“ mit etwa 20 Protestierenden auf dem Alexanderplatz statt.
Gericht – Ein 29-Jähriger, der aus einer radikal-islamistischen Haltung heraus einen Anschlag auf deutschem Boden vorbereitet und sich dafür Chemikalien beschafft haben soll, muss sich wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat sowie Terrorismusfinanzierung verantworten. Ort und Zeitpunkt des Anschlags seien noch nicht bestimmt gewesen (9.30 Uhr, Kammergericht, Elßholzstraße 30-33, Saal 145a).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Güner Yasemin Balcı (47), Journalistin, Fernsehredakteurin und Schriftstellerin / Sheraldo Becker (27), Stürmer bei Union / Stefanie Bung (44), stellv. Fraktionsvorsitzende der CDU im AGH / „Liebste Carola, auch über diesen Weg beste Wünsche für alles Beste. Und spätestens in Yithion. MJ“ / Konrad Elmer-Herzig (73), Pfarrer, Gründungsmitglied der SDP in der DDR / „Olaf Haberland (47), alles gute zum Geburtstag, deine große Schwester" / Barbara Jungfer (54), Jazzmusikerin / „Liebste Marion, Glück ist die Zeit mit dir, alles Liebe zum Geburtstag. Dein Achim" / Andreas „Zecke“ Neuendorf (47), ehem. Fußballer und Trainer der Hertha-Regionalligamannschaft (2021) / „Dem lieben Nörchen zum heutigen Geburtstag alle guten Wünsche von ihren Eltern! Weiterhin viel Erfolg und bleib wie Du bist!" / Christian „Chris“ Pohl (50), Musiker / Gerhard Tenzer (79), Grafiker / Johannes Tiemann (28), Basketballer bei Alba / Nachträglich: „Liebste Schwester Christel, so gern hätten wir heute noch mit dir deinen 88. Geburtstag gefeiert, aber nun bist du seit einigen Tagen nicht mehr bei uns. Aber alles ist gut. Deine Kinder, Enkel und deine Schwester."
Hochzeit – „Ihr Schmungis lauft uns ja immer ein bisschen voraus: Herzlichen Glückwunsch und weiterhin alles Gute zu eurem heutigen Hochzeitstag, liebe Christa und lieber Wolfgang! Immerhin sind es jetzt nur noch 52 Wochen bis zur goldenen; haltet durch, dann geht die Post ab! Grüße von den eifrigen Checkpoint Lesern aus Neumünster!"
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Christa Ehlert, * 8. Februar 1934 / Christian Ermel, verstorben am 17. Januar 2022, Zweites Deutsches Fernsehen / Willi Voß, * 23. Februar 1938 / Ruth Petters, * 4. Januar 1930
Stolperstein – Die Berlinerin Erika Jakubowski (geb. Chotzen, Jhg. 1912) wurde im April 1933 wegen ihrer jüdischen Herkunft entlassen und es wurde ihr nicht mehr erlaubt, als Kindergärtnerin weiterhin tätig zu sein. Aufgrund ihres Engagements in der mittlerweile verbotenen KPD wurde sie am 7. Februar 1936 von den Nationalsozialisten inhaftiert, kam erst ins Gefängnis Berlin-Moabit und im Mai 1939 ins Zuchthaus Jauer in Niederschlesien (heute Jawor). Am 23. Januar 1943 deportierten die Nazis sie nach Auschwitz, wo sie heute vor 79 Jahre ermordet wurde. In der Greifswalder Straße 228a in Pankow liegt ein Stolperstein, um Erika Jakubowski zu gedenken.
Encore
Wir sind ja hier selten zu Schmerzen aufgelegt. Aber heute muss es sein, denn wir feiern den alljährlichen Tag der Zahnschmerzen. Dieser Brücken- oder Lückentag (je nach Gebiss) erinnert an Apollonia von Alexandria, die am 9. Februar 249 auf dem Scheiterhaufen verbrannte. Bei der vorherigen Folter sollen ihr die Zähne ausgeschlagen worden sein. Trotz der Tortur fiel sie der Sage nach nicht von ihrem Glauben ab, weshalb Apollonia später angebetet wurde und heute in vielen Zahnarztpraxen bissfest von der Bilddruckwand lächelt. Und so über einen Schmerz hinwegtröstet, der auf die Backe haut.
Bohren Sie heute mal ruhig nach! Nicht in der Nase gebohrt haben heute Nacht auch Matthieu Praun (Recherche), Sophie Rosenfeld (Stadtleben) und Kathrin Maurer (Produktion). Morgen verarztet Sie hier Lorenz Maroldt. Man sieht sich im Kino – und ich grüße Sie,