Bergsommergrüße von Leser Dirk Lilie haben uns aus dem Allgäu erreicht, wo er eine Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran gestartet hat.
Beach, Berge oder Balkonien – nehmen Sie uns mit! An dieser Stelle zeigen wir während der Sommerferien, wo Sie gerade den Checkpoint lesen. Schicken Sie uns ein Foto mit einem Satz zum Urlaubsort an checkpoint@tagesspiegel.de.
Schnell nach Berlin, wo in den Ferien auch mal regiert werden soll. Das schon länger angekündigte Schneller-Bauen-Gesetz gegen bürokratische Bremsen beim Wohnungsbau passierte am Dienstag in seiner zweiten, kaum modifizierten Fassung zügig den Senat. „Wir hoffen sehr, dass dieses Tempo und diese Entschlossenheit auch im parlamentarischen Verfahren beibehalten werden“, ließ Maren Kern vom Wohnungsunternehmensverband BBU umgehend wissen. In den Bezirken, deren Bürgermeisterinnen und Bürgermeister gestern im Roten Rathaus gegen den Schnellschuss intervenierten, sieht man hingegen ganz andere Hindernisse.
Spandaus Baustadtrat Torsten Schatz (CDU) kritisierte das Eilverfahren, mit dem „berechtigte Änderungswünsche unbeachtet weggewischt“ würden. Und Pankows Bezirksbürgermeisterin Cordelia Koch (Grüne) schreibt dem Personalmangel in den örtlichen Ämtern für Bau, Verkehr und Umwelt die größte Bremsfunktion zu. „Würden wir als Bezirke bedarfsgerecht ausgestattet, bräuchte der Senat auch keine Projekte an sich ziehen“, sagte Koch dem Checkpoint. „Und dann bräuchte es dieses Gesetz nicht, da die Bezirke die Planungshoheit haben und über den regionalen Bezug sowie hinreichend Sachverstand verfügen.“ Das Schneller-Gesetze-Machen muss Berlin wohl noch ein bisschen üben.
Sie machen regelmäßig auf Berlins Straßen mobil, aber immer mehr mit Hass und Gewalt von sich reden: die so genannten „Pro-Palästina-Demos“. Am Sonnabend kam es in Kreuzberg zu heftigen Szenen. Die Polizei notierte volksverhetzende Parolen sowie das Werfen von Steinen, Eiern und gefüllten Plastikflaschen in Richtung einer Gegendemonstration. 24 Personen seien vorübergehend festgenommen worden. Die Demo-Veranstalter beklagten ein teilweise zu hartes Vorgehen der Einsatzkräfte, etwa bei der Festnahme einer Frau, woraufhin die Polizei interne Ermittlungen einleitete. Der Umzug musste vorzeitig beendet werden. Zehn Polizistinnen und Polizisten seien verletzt worden; 31 Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet.
Eine, die seit dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober die pro-palästinensischen und oft israel-feindlich ausartenden Demos begleitet, ist die Demokratie-Aktivistin Karoline Preisler. Die 53-jährige Juristin und FDP-Politikerin protestiert regelmäßig gegen den Terrorüberfall der Hamas mit eigenen Plakaten, auf denen es etwa heißt: „Rape is not resistance“ („Vergewaltigung ist kein Widerstand“). Dafür wird sie von den Demonstrierenden regelmäßig angefeindet und auch angegriffen. Im Checkpoint-Gespräch berichtet Preisler von ihren Erlebnissen und der sich verschärfenden Stimmung auf Berlins Straßen.
Frau Preisler, wie erleben Sie derzeit die pro-palästinensischen Demos?
Die zunehmende Gewalt lässt mich den nahenden Kipppunkt spüren. Ich befürchte, dass wir sehr bald den Einsatz gefährlicherer Gegenstände oder Waffen durch die hasserfüllten Menschen bei den Demos verzeichnen werden.
Was genau ist Ihnen bei Ihren Gegendemos schon passiert?
Seit dem Hamas-Überfall am 7. Oktober wurde ich angespuckt, geschubst, beraubt, beworfen und an der Schulter verletzt. Ich wurde als Feindin markiert und mit dem Tode bedroht. Auch meine Kinder wurden bedroht. Mir wurde aufgelauert, ich wurde zu Fuß und motorisiert verfolgt. Auch sexistische Kränkungen reißen nicht ab. Im Netz haben die Hackerangriffe und digitalen Übergriffe auf mich zugenommen. Auf der Straße traf mich eine Flasche am Kopf.
Haben Sie nach den tätlichen Angriffen schon einmal daran gedacht, Ihre Gegendemonstrationen aufzugeben?
Einmal wurde ich verletzt und musste die Demonstration verlassen. Seit diesem Erlebnis steht bei uns zu Hause eine vorsorglich gepackte Krankenhaustasche. Doch die Teilnahme an den Demos aufzugeben, käme mir falsch vor. Es sind noch immer mehr als 100 Menschen von der Hamas entführt, darunter junge Frauen, Kinder sowie deutsche Staatsangehörige. Wir wissen, dass beim Überfall der Hamas auf Israel Frauen, Männer und Kinder vergewaltigt und qualvoll ermordet wurden. Die freigekommenen Geiseln berichten ebenfalls von drastischen Gewalterfahrungen. Würde ich die israelfeindlichen und antisemitischen Aufzüge ohne Gegenrede durch Berlins Straßen ziehen lassen, wäre das der nächste rote Teppich für Islamismus, Juden- und Frauenhass. Unsere Gesellschaft hat zu lange gerungen, um jetzt alle politische Klarheit den Feinden der Aufklärung zu überlassen. Ich bleibe!
Kommen Sie bei Ihren Aktionen mit Demonstrierenden ins Gespräch?
Die linken Frauen, oft Deutsche in meinem Alter, suchen das Gespräch. Auch mit jungen muslimischen Männern spreche ich oft. Die Ordner auf den Versammlungen und die jungen Islamisten versuchen allerdings, jede Kommunikation zu unterbinden. Manchmal scheitere ich auch an Sprachbarrieren. Es ist nicht einfach, aber das sind gesellschaftliche Prozesse nie.
Sind Sie angesichts der eskalierenden Gewalt für eine Einschränkung dieser Demonstrationen?
Ein Verbot halte ich für falsch und juristisch schwierig. Der Grundrechtseingriff wäre zu schmerzhaft. Auflagen und deren Durchsetzung finde ich dagegen sehr wichtig. Es kommt auf den Demonstrationen immer wieder zu Verstößen gegen Auflagen und zu alarmierenden strafbaren Handlungen. Hier halte ich Konsequenzen für geboten. Unsere innere Sicherheit ist in akuter Gefahr. Ohne Antwort dürfen die Schlachtrufe der Islamisten auf unseren Straßen jedenfalls nicht bleiben.
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Mit bangem Blick schaut Berlins Politikblase immer stärker nach Ostdeutschland, wo die Parteien der sich selbst nur noch als „Übergangs-Koalition“ bezeichnenden Ampel-Regierung sowie die kollabierende Linke bei den Landtagswahlen um den Einzug in die Parlamente bangen müssen. Besonders das populistische Bündnis von Sahra Wagenknecht könnte das Parteiensystem neu ordnen. Nun aber regt sich Widerstand in Ostdeutschland, angeführt vom ehemaligen DDR-Bürgerrechtler Martin Böttger aus Zwickau, gegen die neue Partei. In einem offenen Brief warfen er und 60 ehemalige DDR-Oppositionelle Wagenknecht gezielte Lügen in Sachen Ukraine-Krieg vor. Im Tagesspiegel-Gespräch beklagt Böttger nun: „Zunächst ist das eine Ein-Personen-Partei, das ist kaum demokratisch. Und diese eine Person ist nicht glaubwürdig.“
Sarkastisch fügt Böttger, der sich bereits im Kampf gegen Rechtsextreme in Sachsen einen Namen gemacht hat, in dem Gespräch an: „Sahra Wagenknecht ist nur eine Künstliche Intelligenz. Ihr Lächeln und ihre gespielte Kompetenz, Probleme zu lösen, sind künstlich. Ihre Intelligenz setzt sie nur ein, um Menschen falsche Tatsachen vorzuspiegeln.“ Mit ihrer Medienkompetenz verführe die frühere Linken-Politikerin die Leute, werde aber all ihre Versprechen nicht halten können. Das Interview mit Böttger lesen Sie am Donnerstag in unserem wöchentlichen Tagesspiegel-Newsletter „Im Osten“, kostenlos zu bestellen hier.
Erbschaft gefällig? Aus der Konkursmasse des insolventen Signa-Konzerns wird nun auch das ehemalige Ellington-Hotel in Schöneberg verscherbelt. Der Mindestkaufpreis für das denkmalgeschützte und geschichtsträchtige Gebäude, das vor zwei Jahren seine Türen derGastfreundschaft schloss, liegt nun bei 64,5 Millionen Euro, wie das Amtsgericht Charlottenburg mitteilt.
Im markanten Haus an der Nürnberger Straße direkt am KaDeWe spielten einst Weltstars wie Louis Armstrong und Ella Fitzgerald in der legendären Jazzbar „Die Badewanne“, danach tanzten West-Berliner Ikonen wie David Bowie in der berühmten Diskothek „Dschungel“. Auch die Finanzverwaltung hatte hier lange ihren Sitz; im Tresorraum wurde nach dem Mauerfall das Begrüßungsgeld für Ost-Berliner gelagert. Ob mit der Neuvergabe auf dem Areal auch der vor knapp 100 Jahren glamourös ausgestattete „Femina-Palast“ mit Tanzsaal, Restaurant und Bar wieder auferstehen kann, wie es Signa einmal angekündigt hatte, entscheiden nun die nächsten Nachlassverwalter.
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Wie eine Stadt im Sterben fühlt sich Berlin zuweilen an angesichts des sichtbar zunehmenden Drogenelends im öffentlichen Raum. Die vom Checkpoint ausgelöste, in der Politik kontrovers geführte Debatte um eine „akzeptierende Drogenpolitik“ wird nun fachlich flankiert. Der Berliner Amtsarzt Patrick Larscheid fordert ein entschlosseneres Vorgehen gegen den Drogenhandel. „Die organisierte Kriminalität hat einen Spielraum bekommen, an dem sie mehr oder weniger ungestört tätig werden kann“, sagte Larscheid dem Tagesspiegel. Wer nicht agiere, weil dies zu Verdrängung führen könne, zeige sich zwei Gruppen gegenüber „kaltherzig“, erklärte der Leiter des Reinickendorfer Gesundheitsamtes: „Zum einen denjenigen, die dort wohnen und die diesen Raum auch nutzen wollen. Und zum anderen denjenigen, die gezwungen sind, zu konsumieren.“ Man nehme auch die suchtkranken Menschen nicht ernst, wenn man eine Verelendung zulasse. Sollte Politik dies wirklich akzeptieren wollen?
Die Sommerferien fallen in diesem Jahr nicht ins Wasser. Allerdings bleibt man bei einigen Berliner Badeseen inzwischen lieber auf dem Trockenen. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales rät auf seiner aktuellen Wasserkarte (zu sehen hier) vom Baden in mehreren Gewässern ab, in denen sich wegen der anhaltenden Hitze zu viele Blaualgen angesammelt haben. Dazu gehören der Wannsee und der Teufelssee im Südwesten der Stadt sowie die Dahme und der Lange See im Berliner Südosten. Im Norden sind die Badestellen noch etwas frischer. Schließlich beschrieb schon der Dichter Gottfried Keller den „Tegelsee“ so:
„In leis´rem Blau die Sonne schweift,
Ihr eigner Schein ist blasser,
Von feuchter Reiherschwinge träuft
Er perlengleich ins Wasser.“

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Bildung X Business am 05.09.2024
Auf dem Festival der Berliner Wirtschaft kommen alle zusammen: Berliner Unternehmerinnen und Unternehmer, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und der Bildungsbranche. Ziel: Bildung in Berlin langfristig stärken. Denn Betriebe mit attraktiver Aus- und Weiterbildung ziehen die besten Fachkräfte an. Jetzt anmelden.
Berlin macht lau im Sommer, der Vollmond scheint besonders helle und vor der Stadt leuchten die Kultur- und Musikfestivals mit bleibenden Momenten. Einen der eindrucksvollsten, den ich dieses Jahr sah, kam von der 23-jährigen Singer-Songwriterin Dilla, die für ihren Traum vom Musikmachen nach Berlin gezogen ist und eine Frage stellt, die die Stadt in den Sommerferien umtreibt: Bin ich glücklich oder nur gut gelaunt? Ihr Song „Mensch“ schafft es damit auf unsere Checkpoint-Playlist, das Video zum Song gibt es hier.
Passend dazu kommt auch der Checkpoint-Ferientipp von unserer Leserin Birgit Hansen, die den Wochenmarkt in Westend empfiehlt: „An einem Dienstag oder Freitag um 8.30 Uhr auf dem Markt in der Preussenallee einzukaufen bedeutet: Alle sind entspannt, das Angebot ist groß, denn noch ist nichts vergriffen. Eine wunderschöne Atmosphäre, bei der man auch einige Prominente erkennen kann – ganz ungeschminkt.“ Wird Westend bald der neue Osten?
Berliner Schnuppen
Telegramm
Alles Leben ist endlich. Und so ist mit María Branyas der älteste Mensch der Welt für immer eingeschlafen – im Alter von 117 Jahren in einem spanischen Seniorenheim. „Sie ist so gestorben, wie sie es sich gewünscht hat: im Schlaf, friedlich und ohne Schmerzen“, twitterte ihre Familie am Dienstag. María Branyas, geboren am 4. März 1907 in San Francisco und seit 1915 in Spanien lebend, hatte laut Aussage ihrer Tochter besonders gute Gene und in ihrem gesamten Leben keinen einzigen Knochenbruch erlitten. Mit 113 Jahren überstand sie sogar noch eine Corona-Infektion. Das Leben meinte es gut mit ihr und ihren Lieben.
Gar nicht zum Lachen, wie Lachgas als gefährliche Partydroge auch in Berlin um sich greift. Ermöglicht durch den freien Verkauf in Sishabars und an Süßigkeitenautomaten (der Checkpoint berichtete) registriert die Gesundheitsverwaltung, dass das Betäubungsmittel verstärkt von Jugendlichen als Rauschmittel missbraucht wird. Zusätzlich explosiv wird die Sache dadurch, dass benutzte, aber nicht vollständig geleerte Lachgas-Kartuschen bei der Müllverbrennung immer öfter in die Luft fliegen (via RBB). Bis zu fünf Kartuschen täglich explodierten auf diese Weise, schon drei Mal habe deshalb in diesem Jahr die Müllverbrennung in Ruhleben gestoppt werden müssen – mit einem Schaden von Hunderttausenden Euro. So langsam könnte man Lachgas als Problem ernst nehmen.
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Dieser Leitfaden hilft, rechtliche Grundlagen zu verstehen, wichtige Verfügungen für Sie oder Ihre Angehörigen niederzuschreiben und alle notwendigen Unterlagen zu ordnen. Inkl. systematischer Checklisten, rechtsgültiger Muster für Patientenverfügungen, Verfügungen für Angehörige und Vorsorgevollmachten. Mehr
Einen ziemlichen Vogel hat offenbar ein angeblicher Tierfreund in Mahlsdorf. Das örtliche Veterinäramt musste 25 exotische Vögel in verwahrlostem Zustand von seinem Grundstück retten, vier Tiere waren hier bereits verendet. In den Volieren befanden sich mehrere streng geschützte Ziegensittiche und Colletsittiche sowie ebenfalls geschützte Königssittiche, Schwalbensittiche und Schmucksittiche, „die unter bedauernswerten Haltungsbedingungen dahinvegetierten“, wie das Amt auf Checkpoint-Anfrage mitteilte. Gegen denselben Tierhalter war nach einem ähnlichen Vorfall vor einigen Wochen ein Tierhaltungsverbot ausgesprochen worden. Da piept’s wohl nicht mehr richtig.
Jetzt flattern hier noch ein paar gute Nachrichten rein:
Die Bühne lebt und bebt bald wieder. Das Berliner Ensemble, dessen Hauptbühne im April durch einen massiven Wasserschaden zerstört wurde, geht nach den Theaterferien in der kommenden Woche wieder renoviert an den Start. Bis dahin wird der vom Wasser aufgequollene und zersplitterte Bühnenboden komplett erneuert und die nach der Havarie defekte Drehscheibe wieder instandgesetzt (Fotos hier). Das Theater freut sich über „neue Bretter, die die Welt bedeuten“. Und das Publikum über die nächsten Dramen vor den Kulissen.
Berlin ist manchmal ein einziger Kindergarten – inzwischen immerhin einer mit genügend Betreuungsplätzen. Marzahn-Hellersdorf bejubelt deshalb mit 1329 neuen Kitakindern in den vergangenen fünf Jahren den berlinweit größten Zuwachs und erklärt gleichzeitig den Kitaplatz-Mangel für beendet. „Jetzt stehen die pädagogischen Konzepte der Kitas im Vordergrund“, freut sich Familien-Stadtrat Gordon Lemm (SPD). Das ist auch nötig, denn viele Erzieherinnen und Erzieher melden sich ob ihrer jahrelangen Arbeit am Limit öfter krank als andere Berufsgruppen. Auch sie brauchen eine bessere Betreuung. Damit Berlin endlich erwachsen werden kann.
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Sachbearbeiter(in) Buchhaltung (m|w|d) | Berolina Bestattungsinstitut GmbH
Kaufmännische Geschäftsführung (m|w|d) | Helmholtz-Zentrum Berlin
Kaufmännische/r Direktor/in (m|w|d) | Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Zu aktuellen Jobs
Pssst, haben Sie das schon gehört? Einige laute Berliner Hauptstraßen sollen Flüsterasphalt bekommen und damit die Anwohnenden etwas weniger ins Ohr fallen. Dies betrifft unter anderem die Treskowallee in Lichtenberg, die Hönower Straße in Mahlsdorf, den Haselhorster Damm in Spandau und die Berliner Straße in Wilmersdorf (via BZ). Leise rieselt der Stau.
Und auch das noch: Berlinerinnen und Berliner putzen häufig ihre Zähne, duschen sich dafür aber nicht regelmäßig. Was manche U-Bahn-Fahrt vermuten lässt, soll nun die Studie einer Versandapotheke belegen. Bleibt sauber, Leute!
Zitat
„Kaffee und Kuchen ist eine gute deutsche Tradition.“
Jill Gallard, scheidende Botschafterin Großbritanniens, spricht im Interview über ihre Zeit in Berlin und die deutsch-britischen Beziehungen.
Stadtleben
Verlosung – Vielleicht wird das ein Buch, über das spätestens nach den Wahlen im Herbst viele reden werden: „Schnall dich an, es geht los“ von Domenico Müllensiefen spielt in der Altmark, irgendwo schräg hinter Magdeburg, und handelt von den vermeintlich kleinen Leuten. Wir verlosen fünf Exemplare, Bewerbungen an unser CP-Postfach. Der Roman ist im Berliner Kanon Verlag erschienen und steht auf der Hotlist 2024, einem Buchpreis für Bücher aus unabhängigen Verlagen. Der Autor liest am 7. September beim Internationalen Literaturfestival Berlin (21 Uhr).
Auf die Hand – Den flotten Imbiss auf die Hand serviert das kleine „Bánh mì Sài Gòn“ Nähe Märkisches Ufer: Hier gibt es mehrere günstige Varianten des Streetfood-Sandwiches, neben dem Klassiker gebratener Schweinebauch auch mit Omelett oder Tofu gefüllt. Brot und Saucen sind hausgemacht. Außerdem stehen unter anderem Dumplings und Reis auf der Karte – und zum Wachwerden vietnamesischer Kaffee. Mo-Do 10-18 Uhr, Fr 11-18 Uhr, Wallstraße 21, U-Spittelmarkt
Am Wasser – Wer Kinder hat, die endlich mal vom Zehner springen wollen, oder selbst ordentlich Meter machen will, ist hier richtig: Das Sommerbad Olympiastadion ist ein Freibad für Sportler:innen – es gibt ein herrliches 50-Meter-Sportbecken. Das anlässlich der Olympischen Spiele von 1936 errichtete Schwimmbad, heute ein Baudenkmal, hat prominente Nachbarschaft: Nebenan ist Hertha zu Hause. Für die Kleinen gibt es aber auch zwei Nichtschwimmerbecken mit Kinderrutsche und eine Imbissbude versorgt ab der Mittagszeit hungrige Badegäste. Täglich 7 bis 20 Uhr, Olympischer Platz 3, U-Bhf Olympia-Stadion
Mit Kind – Für einen eigenen Stand ist es zu spät, dafür können sich Eltern und Kids ganz aufs Stöbern und Feilschen konzentrieren: Am Sonnabend ist im Volkspark Potsdam wieder Kindertrödelmarkt. Erwachsene halten dann Ausschau nach Bodys in Biobaumwolle in Gr. 62 oder so und kleinere Menschen nach wirklich spannenden Dingen wie Yu-Gi-Oh!-Karten oder einem besseren Skateboard. Gastrostände gibt es auch. Ach ja, Sie können natürlich schon mit dem Ausmisten anfangen, das Event findet dreimal pro Jahr statt. 10-16 Uhr, Georg-Hermann-Allee 101, Potsdam
Grübelstoff – Früh ist eine kleine scharfe Kühle in der Luft, die Mauersegler sind fort in Richtung Süden und die Tage werden wieder kürzer – der Sommer hat seinen Zenit überschritten. Was wollen Sie dringend noch erleben?
Kiekste
Acapulco dreaming – auch ein Ampelmännchen braucht mal Urlaub! Roland Helbig war dabei am Kracauerplatz. Weitere Bilder gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – Potsdam bis Kladow: Ein Gedenkmarsch der Bundeswehr zieht von 8.15 bis ca. 16 Uhr von der Havelland-Kaserne in Potsdam (Kaiser-Friedrich-Straße) über u.a. Marquardter Chaussee (B273) und Potsdamer Chaussee (B2) bis zur Blücher-Kaserne an der Sakrower Landstraße. Überholen ist nicht möglich.
Prenzlauer Allee (Prenzlauer Berg): Die Straße ist bis Freitagabend zwischen Saarbrücker Straße und Torstraße für den Kfz-Verkehr gesperrt.
Provinzstraße (Reinickendorf): Die Sperrung der Straße wird am Morgen aufgehoben. Bis voraussichtlich Ende September bleibt die Fahrbahn zwischen Pankower Allee und Kühnemannstraße/Schwabstraße aber in beiden Richtungen verengt. Die zulässige Geschwindigkeit ist auf 20 Km/h reduziert.
Bundesallee (Wilmersdorf): Bis Ende August steht in Richtung Lietzenburger Straße zwischen Trautenaustraße und Nachodstraße nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Regionalverkehr – RB14: Heute fallen die Züge zwischen Berlin Südkreuz und Nauen aus.
Demonstration – Für heute sind zwölf Demos angemeldet (Stand 20.8., 13.30 Uhr), u.a. „Genozid an den Jesiden“: 1.000 Menschen, Internationaler Verband unabhängiger jesidischer Vereinigungen in Deutschland, Heinrich-von-Gagern-Straße (0-24 Uhr)
„Radtour für eine sozial- und klimagerechte Verkehrswende“: 100 Protestierende, Aktionsbündnis „Keine A49“, Mariendorfer Weg 48, Grenzallee, An der Wuhlheide, Salvador-Allende-Straße, Landesgrenze und Weiterfahrt nach Brandenburg (9-13 Uhr)
„Gegen Mieterverdrängung durch sogenannte energetische Sanierung und Luxussanierung für unverfälschte Denkmalpflege (...)“: sechs Demonstrierende, Kehrwieder 1 (10-18 Uhr)
„Animal Rights Square: Video-Aktion zur Aufklärung über die Tierindustrie“: zwölf Protestierende, Alexanderplatz 9 (17.30-20.30 Uhr)
„Solidarität mit Palästina. Stoppt den Genozid. Keine Waffen für Israel“: 100 Menschen, Karl-Marx-Platz 10 (19-21 Uhr)
Gericht – Weil er Kokain-Transporte innerhalb Deutschlands für einen anderen Drogenhändler organisiert und zudem selbst im An- und Verkauf von Rauschgift tätig gewesen sein soll, kommt ein 56-Jähriger auf die Anklagebank. Die Staatsanwaltschaft hat die Einziehung von Taterträgen in Höhe von mehr als neun Millionen Euro beantragt (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 606).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Tim Freihöfer (22), Handballprofi, Linksaußen bei den Füchsen Berlin / Johnny Haeusler (60), Musiker, Blogger, Autor und Radiomoderator, war Frontmann der Band Plan B sowie Mitbegründer und Veranstalter der re:publica, Blog Spreeblick / „Roman Rühle, liebster Ex-Nachbar & Geschichtenentdecker, wandelndes Musiktheaterlexikon, passionierter Suppenkoch: Alles Liebe zum runden Geburtstag wünschen die 3 aus der Wartburgstraße“ / Sasha Marianna Salzmann (39), nichtbinäre Dramatiker:in und Romanautor:in („Im Menschen muss alles herrlich sein“), lange Hausautor:in am Maxim-Gorki-Theater/ Albrecht Schuch (39), Schauspieler, war festes Ensemblemitglied am Maxim-Gorki-Theater, spielte u.a. im Film „Berlin Alexanderplatz“ und in „Im Westen nichts Neues“ / „Klaus Teske, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande, ehemals Betriebsratsvorsitzender bei KWU sowie Vorsitzender der IG Metall Berlin (seinerzeit noch West) uvm., wird heute 90 Jahre alt. Ich gratuliere Dir von ganzem Herzen und hoffe, dass Du noch mindestens 10 Jahre mobil und einigermaßen fit weiterlebst, Deine Nichte Angelika“ / Thomas Thiele (59): „Unserem Diggen alles Liebe und Gute zum Geburtstag!“ / Vesna Tolic (32), Handballspielerin, bis vor Kurzem Kapitänin der Füchse Berlin
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Prof. Dr. Werner Ende, * 22. September 1937, verstorben am 6. August 2024 / Änni Michalke, * 17. Mai 1938,verstorben am 18. Mai 2024
Stolperstein – Willy Sachse (*1896) war Feinmechaniker. Er beteiligte sich 1917 am sogenannten Matrosenaufstand und wurde daraufhin erst zum Tod, dann zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Er war u.a. für die KPD aktiv, arbeitete bei der „Sächsischen Arbeiterzeitung“ in Leipzig und als freiberuflicher Schriftsteller und technischer Zeichner. Am 4. Februar 1942 wurde er festgenommen, 1944 „wegen Hochverrats“ zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 21. August 1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden vollstreckt. An Willy Sachse erinnert ein Stolperstein in der Corker Straße 29 im Wedding.
Wer in Berlin über die Gedenktafeln stolpert und mehr wissen will: Mit einem Klick gelangt man über die App „Stolpersteine – Die Schicksale“ zu den Biografien der Verfolgten.
Encore
Im Berliner Sommerloch geht es hier diesmal um Bagels. Ein echter Bagel ist aus Hefeteig und wird nach jüdischer Tradition zunächst in Wasser gekocht und dann gebacken. Osteuropäische Juden brachten das Gebäck mit in die USA, von dort aus sind Bagel weltweit wieder zum Trend geworden (Q: SWR). Echte New-York-Klassiker gibt es beispielsweise bei „Fine Bagels“ in der Warschauer Straße 74, bei „Beste Bagel“ in der Reichenberger Straße 143 (beide Kreuzberg) oder „Salomon Bagels“ in der Joachimsthaler Straße 13 (Charlottenburg).
Genießen Sie heute wieder das Glück des Sommers in Berlin! Mit mir durch die Stadt streiften diesmal Isabella Klose (Recherche), Antje Scherer (Stadtleben) und Lea-Marie Henn (Produktion). Morgen früh begrüßt Sie hier Daniel Böldt. Ich grüße Sie!