gut geschlafen? Dann haben Sie Glück gehabt – oder Sie wohnen, arbeiten und übernachten nicht im Berliner Südosten. Der wurde am Dienstag von einem massiven Stromausfall heimgesucht, dessen Folgen weiter zu spüren sind – unter anderem mit weiterhin Tausenden Haushalten ohne Energieversorgung und einem Dutzend auch am Mittwoch geschlossenen Schulen (weitere Details hier).
„Der Stromausfall zeigt, wie verwundbar Deutschlands Infrastruktur ist“, kommentiert Kollege Alexander Fröhlich. Falls Sie selbst betroffen waren oder sind, senden Sie uns bitte Ihre Erlebnisberichte für unsere fortlaufende Berichterstattung. Danke!
Ursache des Blackouts waren gezielte Brandanschläge auf zwei Strommasten in Treptow-Köpenick. Mutmaßliche Linksextremisten wollten damit einem Bekennerschreiben zufolge den Technologiepark Adlershof schädigen und vorgeblich ein Zeichen gegen die angebliche Militarisierung setzen.
Tatsächlich bewirkten sie, dass mehr als 80.000 Menschen zeitweilig keine Stromversorgung hatten, sieben Pflegeheime und mehrere Pflege-WGs nicht arbeiten konnten, mehrere beatmete Patientinnen und Patienten in ein Krankenhaus verlegt werden mussten, Supermärkte und Kitas schließen mussten, 16 Schulen und vier Feuerwachen beeinträchtigt waren, mehrere Straßenbahnlinien und zeitweise die S-Bahn nicht mehr fuhren sowie das Handynetz und auch die Notrufe gestört waren. Die selbst ernannten „Anarchist:innen“ sahen in ihrem Bekennerschreiben „diesen Kollateralschaden als vertretbar an“. Ein menschlicher Komplettausfall.
So viel Optimismus muss man erst mal haben wie Umzugsunternehmen, die weiterhin in der Innenstadt auf Werbezetteln ihre Dienste anbieten. Denn aus Angst vor noch höheren Mieten bleiben alle lieber dort, wo sie gerade sind – selbst wenn ihre Wohnungen gar nicht mehr zu ihren gerade gelebten Leben passen.
Deshalb soll nun wie berichtet der Wohnungstausch in Berlin neu angepackt werden. Wer etwa seine zu große Bleibe in eine kleinere eintauschen möchte, soll innerhalb eines Jahres drei Angebote dafür bekommen – allerdings nur von den landeseigenen Wohnungsunternehmen, allerdings nur beim Tausch innerhalb der eigenen Gesellschaft und allerdings – na klar – nur zur jetzt gültigen ortsüblichen Miete. Letztere jedoch macht neue kleinere Wohnungen teurer als größere mit altem Mietvertrag. Zudem war das bisherige Verfahren so kompliziert, dass selbst Bausenator Christian Gaebler (SPD) von „einem Flop“ sprach.
Ein Vorbild für den Neustart kann München sein. Hier gibt es seit fünf Jahren eine von der Stadt betreute Wohnungstauschbörse, bei der neben kommunalen Wohnungsbaugesellschaften auch Genossenschaften und private Vermieter mitmachen. Seit zwei Jahren läuft die Suche digital, was den Behörden viel Aufwand erspart. „Bei der städtischen Wohnungsbaugesellschaft und den Genossenschaften besteht die Möglichkeit, den Tausch innerhalb der Börse mit einem Tauschbutton digital anzuzeigen“, berichtet Frank Boos vom Münchner Amt für Wohnen auf Checkpoint-Anfrage. Derzeit würden 4.585 Menschen die Wohnungsbörse nutzen, jeden Monat kämen etwa 100 neue Interessierte hinzu.
Auch die städtische Gesellschaft „Münchner Wohnen“ blockiert das Tauschen nicht, sondern hilft aktiv mit – und teilt verglichen mit Berlin geradezu Revolutionäres mit: „Wer im freifinanzierten Bereich innerhalb unseres Bestandes umzieht, behält dabei grundsätzlich seinen bisherigen Quadratmeterpreis.“ So führt der Umzug in eine kleinere Wohnung tatsächlich zu einer geringeren Miete. Christian Müller, Geschäftsführer der Münchner Wohnen, sagt dazu dem Checkpoint: „Ich freue mich, dass wir bereits heute eine wachsende Bereitschaft bei unserer Mieterschaft sehen, Wohnungen je nach Lebenssituation zu tauschen.“ Dagegen können Berlins Möbelpacker tatsächlich einpacken.
Wie sind Ihre Erfahrungen, liebe Leserinnen und Leser? Machen Sie gerne mit bei unserer Umfrage oder schreiben Sie uns Ihre Erlebnisse mit vergeblichen oder erfolgreichen Wohnungswechseln. Wir werden das Thema für Sie begleiten, am Donnerstagmorgen mit einem Kommentar im „Berliner Rundfunk“ sowie im Laufe der Woche mit weiteren Beiträgen im Tagesspiegel. Damit es sich irgendwann wieder lohnt, in Berlin umzuziehen.

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Der verkehrspolitische Zoff zwischen Senat und Bezirken biegt um die nächste Ecke. Poller-Gegnerin und Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) hatte mit Verweis auf ihre Ablehnung der Metallstangen zuletzt die Kiezblock-Pläne im Bezirk Mitte gestoppt – auch wenn sie das selbst nicht so nennt. Sie sei mit dem Bezirk „im Gespräch“, wie es auch ohne Poller weitergehen könne, sagte sie im Interview mit dem Tagesspiegel. In Mitte ist davon jedoch nichts bekannt. „Seit Ende Juni wird mir ein Brief mit den ‚Forderungen‘ des Senats angekündigt. Bis heute ist nichts angekommen“, hupt Verkehrsstadtrat Christopher Schriner (Grüne) in Richtung Bonde. Ein fachlicher Austausch finde nicht statt. „Diese Form der Nicht-Zusammenarbeit ist beispiellos und schadet dem Land Berlin.“ Klingt, als bräuchten Senat und Bezirk zunächst eine Begegnungszone.
Im Roten Rathaus brummt vielen nicht nur der Kopf. So sehr, dass die Fenster zum Innenhof nicht mehr geöffnet werden dürfen. „Bienen! Bitte Fenster geschlossen halten!“, steht auf den mit Klebeband abgesperrten Fenstern. Grund sind „in der Fassade nistende Wildbienen, die unter besonderem Schutz stehen“, erklärt Senatssprecherin Christine Richter auf Nachfrage. Seit dem Frühjahr seien die Insekten im Innenhof vermehrt gesichtet worden. Der Hinweis sei zum Schutz der Mitarbeitenden gedacht – und der Bienen, die sich so nicht im Gebäude verirren können. Naturschutz als Fassade also, wenn der Senat schon im Haushalt alle Mittel dafür streicht.
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Die Verwaltungsreform wächst als zartes Pflänzchen. Damit kein politisches Manöver es platt zu trampeln vermag, setzt der Senat in sanfter Voraussicht ein „Projekt zur Implementierung der Verwaltungsreform“ auf, steckt dabei allerdings noch im „Vorprojekt“. Schon hier ist aber klar, dass es nur ganz vorsichtig weitergeht. „Damit eine Veränderung der Arbeit der Berliner Verwaltung gelingt, darf und soll die Verwaltungsreform fordern, aber nicht überfordern“, heißt es in der Senatsunterlage von Chief Digital Officer Martina Klement (CSU) dazu. Wie das gelingt? Indem man Arbeit auslagert! Helfen sollen der Senatskanzlei externe Berater von PD Deutschland. Hier allerdings hat der Senat die Sache allzu zart angefasst und dafür gar keine ausreichenden Mittel im Haushaltsentwurf 2026/27 hinterlegt. Den Fehler muss jetzt das Abgeordnetenhaus ausbügeln. Auf das geht der Senat nun „entsprechend zu“. Wie das gelingt? Am besten wohl mit einer Vorlage zur Vorfinanzierung des Vorprojekts.
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Demokratie feiern im Abgeordnetenhaus von Berlin – am 13. September von 14 bis 18 Uhr
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Hertha und Union – eine Nation! So lautete einst ein gemeinsamer Schlachtruf Berliner Fußballfans. Hertha und Union – keine Koordination! So lautet das neue Motto der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Die hat tatsächlich erstmals seit dem eisernen Aufstieg in den Profifußball die Heimspiele beider Berliner Vereine am gleichen Tag angesetzt. So finden nun am Sonnabend, den 1. November sowohl Unions Bundesliga-Spiel gegen den SC Freiburg als auch Herthas Zweitliga-Partie gegen Dynamo Dresden statt.
Für S-Bahn und Polizei sind das keine guten Nachrichten, zumal etwa 20.000 Dynamo-Fans aus Sachsen im Olympiastadion erwartet werden, von denen nicht wenige als gewaltbereit eingestuft werden – weshalb die Begegnung als Hochrisikospiel gilt. Auf Checkpoint-Anfrage teilte der Ligaverband lediglich mit, man habe mit der Ballung in Berlin „unter anderem auf die Feiertagsgesetzgebung in mehreren Bundesländern Rücksicht genommen“. Am 1. November wird Allerheiligen unter anderem in Nordrhein-Westfalen gefeiert, weshalb hier keine Spiele stattfinden sollen.
Die Berliner Polizei war zwar über die Doppel-Ansetzung vorab informiert, zeigt sich über die Folgen aber nicht begeistert. „Es wird ein Mammuteinsatz, der auch nicht mit dem Abpfiff beendet ist “, sagt Thorsten Schleheider, Landesvize der Polizeigewerkschaft, dazu dem Checkpoint.
Es müsse mit vielen Alarmierungen von Sicherheitskräften, die eigentlich frei hätten, sowie mit Überstunden gerechnet werden. Schleheider plädiert auch deshalb für eine Kostenbeteiligung des Profifußballs an Polizeieinsätzen rund um die Spiele: „Es ist ein Hebel, um die Vereine und Anbieter kommerzieller Veranstalter in die Verantwortung zu nehmen.“ Auch wenn die DFL beteuert, dass zeitgleiche Ansetzungen in Berlin „eine Ausnahme“ bleiben sollen, hat sie damit erst einmal nur ins eigene Tor getroffen.
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LEICHTER GESANG
von Nele Stuhler REGIE FX Mayr
Was bedeutet es, etwas wirklich zu verstehen oder eben nicht? Welche Sprache bedarf es, um Verständigung herzustellen? Schauspieler:innen des DT und des inklusiven RambaZamba Theaters begeben sich auf eine poetische Forschungsreise: ins Innerste der Sprache und des produktiven Missverständnisses.
Ab 18.09.2025, Kammer
deutschestheater.de
Auf dem Checkpoint-Schulhof treffen wir heute Finanzsenator Stefan Evers (CDU), der seiner Schulzeit in unserer Erinnerungsserie nachträglich ein Zeugnis ausstellt:

Berliner Schnuppen
Telegramm
Nein, nicht auf allen Berliner Vorzeigestraßen stehen die Autos im Stau. Im Tiergartentunnel zum Beispiel gab es gestern nicht mal einen Ersatzverkehr. Die Achse zwischen Hauptbahnhof und Potsdamer Platz wurde komplett gesperrt, weil Kontrollpersonal fehlte. Begründung im Auto-Störungs-Bingo nach Vorbild der S-Bahn waren wie schon am Montag „kurzfristige Krankmeldungen“. Gesundheit, Berlin!
Auch in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft geht schon lange nichts mehr. Berlins GEW-Chefin Martina Regulin steht wegen Untreuevorwürfen seit Monaten unter Druck, tritt aber nicht zurück. Ihre Ablösung fordert nun sogar der eigene Landesvorstand – sie wird damit noch unumgänglicher.
Unzugänglicher im neuen Schuljahr ist offenbar die Nils-Holgersson-Schule in Lichtenberg. Viele Kinder der Förderschule für geistige Entwicklung wurden im alten Schuljahr von Schulbussen zum Unterricht gebracht. Doch nun berichtet uns ein Leser vom Chaos nach einer offenbar gescheiterten Ausschreibung des Transports. „Wir haben ein Schreiben vom Schulamt erhalten, dass das letztjährige Busunternehmen den Zuschlag wieder erhalten hat und ab dem ersten Schultag wieder fahren wird“, schreibt uns der betroffene Vater. „Doch auf informellen Wegen erreichte uns Ende letzter Woche schon die Info, dass ein anders Unternehmen geklagt hätte und die Ausschreibung aufgehoben worden wäre und vermutlich kein Bus fahren wird.” Nun stehen die Kinder mit Einschränkung erst einmal ohne Schulbus da. Schule und Schulamt haben auf Checkpoint-Anfragen noch nicht geantwortet.
Unklar ist auch, welche „kurzfristigen Bauarbeiten“ bei der S-Bahn diesmal dazu führen, dass heute tagsüber die Fahrpläne auf gleich fünf Linien ausgedünnt werden (Details hier). Immerhin dreht der Ring seit Wochenanfang wieder die ganze Runde. Und im Pankower Norden soll das vorletzte manuelle Stellwerk in zwei Wochen durch ein elektronisches ersetzt worden sein. „Ab 22. September wird auch dieser Bereich an die Betriebszentrale angeschlossen sein“, schreibt S-Bahn-Sprecher Marian Günther. Das letzte vor sich hin stotternde Stellwerk im Südosten werde schließlich 2027 verschwinden – und in zehn Jahren sollen wie berichtet auch alle älteren elektronischen Stellwerke modernisiert worden sein. Es gibt also auch langfristige Bauarbeiten bei der S-Bahn.
Und damit steigen wir bei den guten Nachrichten aus:
Berlins Knastis rennen um die Wette – allerdings nicht aus dem Gefängnis. Am 26. September messen sie sich beim Gefangenenlauf über fünf oder zehn Kilometer innerhalb der Mauern der JVA Plötzensee. Wer laufbegeistert ist, kann auch ohne vorherige Straftat mitmachen. Für 20 Euro Gebühr geht’s kurz hinter Gitter – oder lange, wenn man langsam läuft.
Sie war eine der mutigsten Frauen der DDR. Künstlerin Bärbel Bohley kämpfte mit dem „Neuen Forum“ für die Demokratie und löste von ihrer Atelier-Parterrewohnung in Prenzlauer Berg aus die Revolution mit aus. In diesem Jahr hätte sie ihren 80. Geburtstag gefeiert, doch schon vor 15 Jahren erlag sie dem Lungenkrebs (Nachruf hier). Am morgigen Donnerstag wird ab 18 Uhr in der einstigen Stasi-Zentrale in Lichtenberg mit Lesungen, Erzählungen und Musik ihr friedlicher Kampf gewürdigt; der Eintritt ist frei. Das Motto der Veranstaltung lautet „Manchmal ist Kunst abwesend…“ Weil es sie nur gibt, wenn Freiheit anwesend ist.
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Tagesspiegel „Vital-Welt“ meets Waldorf Astoria Berlin: Erleben Sie einen Tag der Entspannung in dieser Wohlfühloase im Herzen Berlins mit fünf Therapieräumen, wolkenförmigem Pool, finnischer Sauna, Dampfbad, Fitnessstudio und Sonnenterrasse auf der 6. Etage. Jetzt buchen!
Aufatmen im Osten: Nach zwei Jahren gibt es Sozialamt Marzahn-Hellersdorf endlich wieder eine feste Leitung. Der Soziologe Guido Filips war zuletzt unter anderem im lokalen Jobcenter tätig. Und hat zumindest diese offene Stelle erfolgreich besetzt.
So, Mathe-Hefte raus! Eine Rechenaufgabe aus der Verwaltung hat uns ein Checkpoint-Leser geschickt. In einem Bescheid an ihn heißt es: „Mit Wirkung vom 01.11.2024 haben Sie Anspruch auf Zahlung der Ausgleichszulage gem. §87 BbesG BE in voller Höhe gekürzt im umgekehrten Verhältnis der tatsächlichen Arbeitszeit zur Regelarbeitszeit“. Tja. „Bekomme ich nun eine Zahlung? Und wenn ja, wie hoch?“, fragt der Betroffene. Da wissen selbst wir mal keine Antwort. Sie vielleicht?
Nun ja, gestern haben wir uns hier gestern selbst verrechnet. Die Zahl der illegalen Straßenrennen in Berlin mit Mofas ist zwar von 0 auf 1, aber damit nicht um 100 Prozent gestiegen, sondern um „unendlich viele Prozent“, wie uns unter anderem der Präsident der Universität Potsdam Oliver Günther ins Hausaufgabenheft schreibt. Okay, wir kritzeln es unendlich mal an die Tafel.
Die Macht war gestern wohl nicht wirklich mit uns: Das Star-Wars-Zitat stammte nicht von Darth Vader, sondern von Yoda. Einen Fehler gemacht, ich habe. Doch lernen ich daraus werde.
Zitat
„Jetzt sagen mir auch viele, dass ick ziemlich aufgeweckt bin und frech und so – und das ist so, ick weeß nich‘, ick find‘ dit eigentlich janz jut.“
Schwimmerin Franziska van Almsick eroberte mit 14 Jahren die gesamtdeutsche Sportwelt. Eine neue ARD-Dokumentation zeigt die besten Sprüche der Berlinerin – und beleuchtet ihr nicht immer einfaches Leben als Medienstar.
Stadtleben
Verlosung – Canberk Köktürk verdient sein Geld als Kreativer (u.a.als Autor für das „ZDF Magazin Royale“), im Nebenberuf ist er aber Ermittler. Und zwar ermittelt er, ehrenamtlich, gegen Deutschland. Aus Gründen. An der Recherche und den vorläufigen Ergebnissen seiner Akte lässt er uns in „Fascholand. Wir sind hier immer noch in Deutschland“ teilhaben. Für die Lesung am Freitag im Heimathafen Neukölln verlosen wir 2x2 Karten! 20 Uhr, regulär kostet es 17,50 Euro pro Person, Karl-Marx-Straße 141, U-Bhf Karl-Marx-Straße
Essen & Trinken – Zu den schönsten Orten, um in Berlin den Sonnenuntergang zu bestaunen, zählt das „Skykitchen“. Im 12. Stock des Hotels „Vienna House“ gelegen, hat man hier einen Cinemascope-Blick über die Stadt. Nach Bauarbeiten hat das Sternerestaurant seit August wieder geöffnet. Dass das Essen der Aussicht in nichts nachsteht, dafür sorgt das Team von Sascha Kurgan. Der Sternekoch serviert ein Menü mit sechs Gängen, auch vegetarisch. Highlights sind etwa der fein ziselierte Spanferkelbauch mit einem Dim Sum von der Keule und einem hauchfeinen Krautsalat mit Koriander. Ein besonderes Augenmerk gilt der alkoholfreien Begleitung (spannende Weine gibt es aber auch!), lauter Eigenkreationen. Mi-So 18-23 Uhr, Landsberger Allee 106, S-Bhf Landsberger Allee
Noch hingehen – „Nothing is original“ lautet der Titel der Werkschau des Künstlers und Filmemachers Julian Rosefeldt. Der Satz ist geklaut, er stammt ursprünglich vom großen Kollegen Jean-Luc Godard. Das Kino zieht sich wie ein roter Faden durch die Schau, die 30 Schaffensjahre und neben diversen Videoarbeiten auch Skizzen, Notizen oder Making-of-Fotos umfasst. Ein Highlight ist die Filminstallation „American Night“ (2008/09), die typische Western-Motive zitiert und zugleich bricht. Am Sonnabend ist „Open House“: freier Eintritt (von 15 bis 22 Uhr) plus DJ-Sets. Noch bis 16.9., Mo-So 11-20 Uhr, 12/6 Euro, Hardenbergstraße 22-24, S-/U-Bhf Zoologischer Garten
Last-Minute-Spaziergang – Wer nicht als Kind schon den Unterschied zwischen gut (Pfifferling) und böse (Pantherpilz) eingebläut bekommen hat, dem machen wilde Pilze in der Regel Angst. Aber hier klingt schon der Titel richtig lieb: „After Work Fungi Stroll“. Grob übersetzt bedeutet das: nach der Arbeit durch den Park spazieren, dabei Pilze erklärt bekommen und sich eventuell etwas merken. Heute Abend von 18 bis 19 Uhr im Volkspark Friedrichshain, Treffpunkt Märchenbrunnen, kostet 8,50 Euro, Tram-Haltestelle Am Friedrichshain
Grübelstoff – Jetzt beginnt wieder die (Übergangs-)Zeit, da einem selbst in Berlin die Kleidung seiner Mitmenschen auffallen könnte: Etwa wenn in der Bahn ein Typ in dicker Jacke und mit Mütze direkt neben einer Person im hauchdünnen Kleidchen sitzt. Wie sieht es bei Ihnen aus –Frostbeule oder bis Weihnachten im T-Shirt?
Kiekste
Ab heute ist Berlin Art Week. Für die Kollwitzstraße ein alter Hut. Dank an Renata Kaye! Weitere „arty Shots“ gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – Kladower Damm (Gatow): Bis Ende September regelt in beiden Richtungen Höhe Groß-Glienicker Weg eine Baustellenampel den Verkehr.
Dahlwitzer Straße (Mahlsdorf): Bis Anfang Oktober steht in beiden Richtungen nur ein gemeinsamer Fahrstreifen zur Verfügung. Das Abbiegen zwischen Landsberger Straße und Dahlwitzer Straße ist nur eingeschränkt möglich.
Gartenfelder Straße (Siemensstadt): Bis Mitte Oktober ist die Fahrbahn in beiden Richtungen zwischen Saatwinkler Damm und Tegeler Brücke auf einen Fahrstreifen je Richtung verengt.
Demonstration – Für heute sind 19 Demos angemeldet (Stand 9.9., 16 Uhr), u.a. „Gegen Korruption und Machtmissbrauch – Solidarität mit Nepal. Für eine gerechte Zukunft Nepals – gegen Unterdrückung und Korruption“: 150 Teilnehmende, FC Berlin Nepal, Guerickestraße 27 (8-11 Uhr)
„Klinikoffensive 2025 gegen Kürzungspolitik – mehr Investitionen für zukunftsfähige Krankenhäuser!“: 1.000 Protestierende, Berliner Krankenhausgesellschaft, Niederkirchnerstraße 5 (10-12 Uhr)
„Solidarität mit der Rigaer 94 und allen Besetzungen“: 20 Demonstrierende, Littenstraße 12 (13-22 Uhr)
„Awareness zu Hilfsangeboten anlässlich des Welt-Suizid-Präventionstages“: 30 Menschen, JugendNotmail, Pariser Platz (14-16 Uhr)
„Menschen sind kein Müll! Gegen Verdrängung obdachloser Menschen aus U-Bahnen, dem öffentlichen Raum und von anderen Orten! Wohnraum, Hilfen und Respekt für alle! (...)“: 30 Teilnehmende, Gangway, Görlitzer Straße 3 (17-21.30 Uhr)
Gericht – Gegen einen 64-jährigen Kunsthändler, der gefälschte Ölgemälde über zwei Berliner Auktionshäuser versteigert haben soll, kommt es zum Betrugsprozess. Es geht um fünf Werke des polnisch-französischen Grafikers und Malers Louis Marcoussis. Zudem soll er mit einem Mitangeklagten (45) ein gefälschtes Gemälde der Künstlerin Alice Halicka-Marcoussis an ein Auktionshaus übergeben haben (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A135).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Hans Abraham (87), ehemaliger Badmintonspieler, war einer der Pioniere des Federball-Verbandes der DDR / „Unserer wundervoll taffen Enkelin Frida alles Gute zum 14. Geburtstag! Wir sind glücklich, mit dir und deinem Bruder Diego so viel Zeit miteinander verbringen zu können. Es umarmen dich, deine Oma Otti und Opa Matthias“ / „Liebe Jana, Du bist wunderbar, alles Gute zum 40. Geburtstag, Dein Dirk!“/ Colin Firth (65), britischer Schauspieler („The King’s Speech“, „Love Actually“) / Martin Grötschel (77), Mathematiker, lehrte an der TU Berlin und war von 2015 bis 2020 Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften / Käthe Kruse (67, geb. Elke Kruse), Künstlerin und Schlagzeugerin der Gruppe „Die Tödliche Doris“, 2025 zeigte die Berlinische Galerie ihre Arbeiten / Tanja Langer (63), Regisseurin und Schriftstellerin, 2016 gründete sie den Bübül Verlag Berlin / Alina Levshin (41), Schauspielerin („Im Angesicht des Verbrechens“, „Kriegerin“) / „Herzlichste Glückwünsche für Dagmar Lipper zum Geburtstag und zur erfolgten Bergwanderung über die Alpen von Uli“ / „N&L aus H29 gratulieren ihrem liebsten Papi & soul mate zum 40.! Auf die nächsten vier glücklichen, gesunden und vor allem gemeinsamen Jahrzehnte“ / Deniz Yücel (52), deutsch-türkischer Journalist und Autor („Agentterrorist. Eine Geschichte über Freiheit und Freundschaft, Demokratie und Nichtsodemokratie“), Mitbegründer des PEN Berlin
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Jens Uwe Beck, * 26. September 1946, verstorben am 28. Juli 2025 / Kathrin Bratke, verstorben am 13. August 2025 / Nikolaus Kuhnert, * 7. März 1939, verstorben am 20. August 2025
Stolperstein – Margot Ruth Rosenthal wurde am 15. Mai 1906 in Berlin geboren. Ab 1930 studierte sie Medizin. Nachdem sie 1936 aufgrund der antisemitischen Restriktionen exmatrikuliert wurde, beendete sie ihr Studium in der Schweiz. Anschließend kehrte sie nach Berlin zurück und war bis 1941 im Jüdischen Krankenhaus tätig. Ab Mai 1941 musste sie dann Zwangsarbeit bei einer Waffenfabrik in Frohnau leisten. Nachdem sie die Ankündigung ihrer Deportation erhalten hatten, nahmen sich Margot und ihre Mutter Olga am Morgen des 10. September 1942 gemeinsam das Leben. An Dr. Margot Ruth Rosenthal erinnert ein Stolperstein in der Straße Unter den Linden 6.
Encore
Geld für Kunst zusammenzustreichen, ist in Berlin keine Kunst. Aber trotzdem was draus zu machen, ohne ins Prekariat gedrängt zu werden, ist auf jeden Fall eine. Wem das gut gelingt, der zeigt sich ab heute bei der Art Week. Im sonnigen Zentrum des Galerien-Gewitters (Übersicht hier) wird im Hamburger Bahnhof in Mitte auch kulinarisch experimentiert, wie Kollegin Birgit Rieger schreibt: „Künstler-Koch Caique Tizzi will sich anhand von Früchten, Samen und Gemüse aus verschiedenen Klimazonen zu einem ‚plantaren Atlas‘ inspirieren lassen, der sich jeden Tag ändert. Geschmeckt werden kann etwa die Fülle des Äquators, die sinnliche Küche Südostasiens oder polare Überlebensnahrung.“ Eine Kugel ewiges Eis – wenn das keine Kunst ist, was denn dann?
Ungekünstelt unterwegs waren mit uns heute Isabella Klose (Recherche), Antje Scherer (Stadtleben) und Jennifer Katona (Produktion). Morgen geht es hier kunstvoll und hoffentlich mit Strom für alle weiter mit Margarethe Gallersdörfer und Anke Myrrhe. Wir grüßen Sie!
