„Warum verreisen?“, fragt CP-Leser B. Herbst: „Dit ist Berlin. Fahrkarte nach Kladow ist AB.“ Jawoll! Und so stimmen wir heute das hohe C auf Berlin an. Erst recht, wenn es in Spandau liegt.
Beach, Berge oder Balkonien – nehmen Sie uns mit! An dieser Stelle zeigen wir während der Sommerferien, wo Sie gerade den Checkpoint lesen.
Alles kann – mit ein bisschen Muss. Ist es das jetzt schon, dieses Leben mit Corona? Im Kino am Alexanderplatz soll man noch Zettel ausfüllen, bevor man in der Trailervorschau erblicken kann, wie viele Rollen Film sich hinter den lange geschlossenen Vorhängen stapeln. Auch bei der (grandiosen) Kusama-Ausstellung im Gropius-Bau gibt es gleich mehrere Einlasskontrollen, bevor man durch kunstvolle Erlebnisräume wandelt und sich selbst in einen beweglichen Punkt der Welt verwandeln kann. Und bei der Hotelübernachtung in der eigenen Stadt (Erlebnisbericht von Jana Weiss hier) steht neben dem Kühler mit Champagner gleich die Flasche Desinfektion. Kühl bleiben, das zumindest kann Berlin weiterhin gut.
Lange Unmögliches ist wieder alltäglich möglich – aber ist es uns selbst möglich, das alles auf einmal zu erleben? Im Sisyphos-Club darf man sogar wieder Tanzlustbarkeiten nachgehen; mit negativem Test und medizinischer Maske wird zur Musik freigedreht. Nur an der Uhr darf niemand drehen: Konzertbeginn ist 20 Uhr, und zwar berlinuntypisch „pünktlich“. Punkt elf ist Schluss mit lustig. Rummelsburger Nächte sind kurz. Denn das kann Berlin im zweiten Corona-Sommer noch nicht wieder: sich nachts einfach mal selbst vergessen.
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In zehn Minuten geliefert – so schnell sollen Lebensmittel vom Kurierdienst Gorillas ausgefahren sein. Seit drei Monaten geliefert – so fühlen sich Menschen, die an einer der eilig eingerichteten Lieferstationen wohnen. Nachdem das Unternehmen bereits eine Strafe wegen eines privaten Logistikzentrums auf einem Gehweg in Prenzlauer Berg aufgebrummt bekommen hat, kann es sich wohl auf ähnliche Sanktionen in Mitte einrichten. Denn hier wird der Lieferdienst selbst an sechs von sieben Tagen von 6 bis 22 Uhr beliefert – und öfter auch in den Nachtruhezeiten. „Ich musste schon mehrmals die Polizei rufen und habe mein Homeoffice jetzt in den Garten meiner Tochter verlegt, weil ich in meiner Wohnung weder richtig arbeiten noch richtig schlafen kann“, erzählt Webentwickler und Blogger Gernot Frank am Checkpoint-Telefon.
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In zehn Minuten geliefert: Das verspricht der Lebensmittel-Lieferer Gorillas. Von früh bis spät geliefert: So fühlen sich Anwohner des Lieferzentrums in Mitte. Denn auch der Lieferdienst wird beliefert, und zwar ziemlich unleise.
Teilweise schon morgens um 5.52 Uhr rollen erste Lastwagen durch die kleine Rungestraße an der Jannowitzbrücke und laden Lebensmittel mit Rollwagen auf dem Kopfsteinpflaster aus – Schluss war demnach zuweilen erst 23.30 Uhr. Das zeigen Protokolle von Frank, die dem Checkpoint vorliegen und die er bereits ans Ordnungsamt Mitte geschickt hat. Doch der Lärm rund um die Kurierstation (Video hier) wurde von dort an die Straßenverkehrsbehörde verwiesen.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Mehr am Dienstag im #Checkpoint vom @tagesspiegel pic.twitter.com/S8SyA8zFIQ
Für die radelnden Essenskuriere, die zuletzt für bessere Arbeitsbedingungen protestierten und von Berlins Politik unterstützt werden, gibt es laut Frank auch keinen Ruheraum: „Stattdessen sitzen die Mitarbeiter auf der Straße ohne Sitzgelegenheit, etwa auf den Stufen der Haus-Zugänge.“ Ihre Fahrräder blockierten derweil den Gehweg.
Gorillas versprach auf Checkpoint-Anfrage am Montagabend die „Prüfung von Maßnahmen“ wie „bauliche Veränderungen an Standorten“ sowie die Umwidmung von Parkplätzen in Fahrradstellplätze. Zum Lärm ließ Sprecher Tobias Hönig im Namen des Start-ups wissen: „Unsere Lieferanten nutzen neuerdings zunehmend Gummirollen für ihre Hubwagen, um den Geräuschpegel so niedrig wie möglich zu halten.“ Mal sehen, wann diese Verlautbarung zu mehr Stille führt.
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Fläminger Löwen: Gastgebergeschichte in elfter Generation
Bernd Moritz betreibt in Rädigke ein Haus der besonderen Art: den Gasthof Moritz. Dort finden Besucher neben Speis und Trank auch jede Menge Wissen – bei Führungen durch das Dorf, auf Wanderungen durch den Naturpark Hoher Fläming und in der Fläming Bibliothek mit über 4.000 Büchern. www.fläminger-löwen.de
Die Superspreader-EM, bisher an wechselnden Spielorten in verschiedenen Corona-Risikogebieten ausgetragen, findet ab heute nur noch im Londoner Wembley-Stadion statt. Trotz Protesten selbst in England sollen von nun an 60.000 Fußballfans ohne Maske dicht an dicht die Ausbreitung der Delta-Variante feiern können. Die beim Eintritt vorzulegenden Tests der angereisten Zuschauer dürfen bis zu 48 Stunden alt sein und waren deshalb schon in der Vergangenheit vielfach fehlerhaft (via „Deutsche Welle“). Negativ eingestufte Fans stellten sich hinterher als positiv heraus.
Auch der Mindestabstand von einem Meter wurde vom Fußballverband Uefa in Abstimmung mit der britischen Regierung aufgehoben. Stattdessen heißt es jetzt in den aktualisierten Stadionregeln (nachzulesen hier): „Halte Abstand von anderen, wo es möglich ist.“ Wo nicht, wird Europa heute live im Fernsehen sehen. Der Tanz auf der Goldenen Fußballklinge wird verkauft als wissenschaftlich begleiteter Modellversuch, wie sich Großveranstaltungen auf das Infektionsgeschehen auswirken. Oder besser gesagt: wie schnell.
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Warum lässt man am Strand der Spree /
Gern alle Puppen tanzen? /
Warum gedeihen nur hier, nu nee /
Die echt Berliner Pflanzen?
So geht sie los, die Stadthymne, die viele nur vom Hörensagen oder vom Mitsummen am Leierkasten kennen: Das ist die Berliner Luft. Doch hier weht nicht nur ein holder Duft, Duft, Duft, sondern auch Musik, die die Stadtgeschichte durch die Jahrhunderte trägt. „Wenn ich an meiner Orgel drehe, verspüre ich ein glückliches Gefühl, weil die Menschen so gerührt sind“, erzählt Milos Kozon am Checkpoint-Telefon. Der Reinickendorfer spielt seit acht Jahren die Drehorgel auf Berlins Straßen, tritt in Seniorenheimen und auf Gartenfesten auf. Der 40-jährige kennt das Instrument noch aus seiner Kindheit in den Karpaten, aber er weiß: „Die Drehorgel gehört zu Berlin.“
Und zwar schon lange. „Nach dem Deutsch-Französischen-Krieg gab es viele Invaliden. Die mussten beschäftigt werden. Das wurden sie auch mit Genehmigungen zum Musizieren“, hat Axel Stüber, einer der letzten Drehorgelbauer der Stadt, einmal erzählt. Nun wird Berlins Orgelgeschichte ganz neu heruntergeorgelt: Der Landesmusikrat und die sowieso gute „Berlin History App“ launchen eine Orgel-App. Hier wird die gesamte Tonleiter an Instrumenten in Wort, Bild und Ton vorgestellt – bis hinauf zu den höchsten Kirchenorgeln der Stadt. Starorganist Cameron Carpenter ist ebenso dabei wie Drehorgelspieler Kozon (Video hier). Er weiß, was seinen Leierkasten von Kirchenorgeln unterscheidet: „Eigentlich nix, sie sind nur kleiner.“ Und stehen an der frischen Luft, Luft, Luft.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Lange nichts von Robert Habeck gehört. Aber auch nicht von Armin Laschet. Einer von beiden allerdings will Kanzler werden. Und könnte mal sagen, warum und mit wem. Und mit wem lieber nicht.
Wenigstens einer bleibt sauber, zumindest in Stein gehauen: Ernst Thälmanns Statue in Prenzlauer Berg wurde mal wieder vom Graffiti der Neuzeit befreit (Foto hier). Die letzte Unterschrift auf ihm lautete: „Fuck!“ Dazu ein alter Kommentar des Kommunisten: „Gewiß ist die Klage über die Einsamkeit Ausdruck einer Sehnsucht, ihr zu entrinnen.“
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Who the fuck is Alice? Die Antwort darauf ist so federleicht wie ein Flieger in der Luft. Alice ist ein kleines Elektroflugzeug amerikanischer Bauart, das schon in drei Jahren auf Regionalstrecken in den USA und Europa starten soll. Ohne Zwischenstopp an der Ladesäule könnte es dann von Wien nach Berlin gehen (via „Standard“). Wird auch Zeit, dass der BER richtig ans Stromnetz angeschlossen wird.
Berlins größter Schleudersitz trudelt gerade durch die dicke Luft der Beuth-Hochschule. Nachdem sich der stark umstrittene Präsident Werner Ullmann nur im Amt halten konnte, weil sich in der entscheidenden Sitzung kein Gegenkandidat fand, ist nun der erste Vizepräsident zurückgetreten. Für dessen Nachfolge wurde ein Mann nominiert, der sich am Montag die nächste Machtprobe mit dem fast entmachteten Präsidenten lieferte – bei der Abstimmung über die Nachfolge eines anderen zurückgetretenen Vizepräsidenten. Im Studienfach Angewandte Postenphysik kann man hier noch einiges lernen.
Ist schon Wahlkampf in Berlin? Bisher nur in den Umfragen, die die Grünen knapp vor SPD und CDU anführen (neue Zahlen hier). Die Kandidatinnen fürs lokale Rathaus konzentrieren sich derweil auf die Globalpolitik. „Mit wem will Frau Giffey denn lieber über Abschiebungen verhandeln - mit Assad oder den Taliban?“, twittert Berlins Spitzengrüne Bettina Jarasch zum Vorschlag ihrer SPD-Konkurrentin Franziska Giffey, schwerkriminelle Straftäter nach Syrien oder Afghanistan abzuschieben. Wird Berlins Sicherheit weiter am Hindukusch verteidigt?
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„Mit Fakten dringt man im Moment kaum durch“, sagt Brigitte Knopf, Generalsekretärin des Berliner Thinktanks MCC. Die größten Irrtümer in der Debatte um Klimaschutz und CO₂-Preis, wie Union und SPD eine echte Chance verschenkt haben und wo es besser läuft: hier im Klimapodcast Gradmesser. Jetzt auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
Soll das ein Blitz sein? In Berlin drohen die ganze Woche noch Sommergewitter. Aber am schönsten ist es hier sowieso im Winter – findet zumindest Michael Müller (via BZ-Podcast). Die Lieblingsfläche des SPD-Regiermeisters aus Tempelhof ist das Tempelhofer Feld: „Im Winter denkt man, man ist in Finnland, wenn ein bisschen Schnee liegt.“ Ein Eis, bitte.
Verrücktbleiben bitte! Zum Beispiel mit dieser Ansage einer jungen Frau im ICE, Abfahrt gestern am Berliner Hauptbahnhof (gehört von unserer Leserin Claudine Hengstenberg): „Entschuldigen Sie bitte einen Moment. Ich bin Studentin und möchte nach New York. Es sind jetzt Semesterferien und ich versuche es auf kreative Art: Ich komme von der Waldorfschule. Haben Sie vielleicht ein bisschen Geld für mich? Es müsste allerdings schnell gehen, ich muss gleich wieder aussteigen.“ Nächste Station: Spandau. Immerhin Hauptstadt von Florida Eis.
Zitat
„Berlin ist kein Wolfserwartungsland.“
Derk Ehlert, Wildtierbeauftragter von Berlin, im Interview mit meinem Kollegen Christian Hönicke über den Kontakt zum wilden Tier in der Stadt sowie markante Unterschiede zu Füchsen und Hunden.
Tweet des Tages
Ich bin jetzt in einem Alter, wo ich zwei Tage Jetlag habe, wenn ich bis an die Ostsee gefahren bin.
Stadtleben
Stadt – „T“ wie Talentierte Teilnehmende transportieren tobende Tiere und Thematiken technisch ans Tageslicht: Beim Workshop „Elefanten auf der Museumsinsel!“ begeben Sie sich auf die Suche nach fotogenen Orten auf der Museumsinsel. Das kulturelle Bildungszentrum Haus Bastian rüstet Sie dafür mit Kamera und Stativ aus. Ihre abgelichteten Motive werden anschließend durch digitale Fotomontage mit Bildfragmenten aus den Sammlungen des Alten und Neuen Museums sowie des Kolonnadenhofs dekoriert. Gesammelt werden Ihre Collagen in einem selbstgestalteten Fotobuch. Online-Anmeldung für 36 Euro erforderlich. 6. bis 8. Juli, 11-14 Uhr, Am Kupfergraben 10, Mitte, S-Bhf Hackescher Markt
Land – Träumen Sie vom ersten Mal wieder tanzen? Heute Abend lädt Radio Potsdam im Kulturzentrum ‚‚Waschhaus“ zur Silent Disco unter freiem Himmel. Die Open-Air-Tanzparty mit Kopfhörern kommt um 21 Uhr auf Touren. Tanzlustige wählen zwischen unterschiedlichen DJ-Kanälen und können ihre Hüften bis zu den Morgenstunden kreisen lassen. Eintritt frei, keine Anmeldung nötig, die Kontaktverfolgung ist über die Luca-App organisiert. Kopfhörer können gegen Pfand ausgeliehen werden. Schiffbauergasse 6 in Potsdam, Haltestelle Schiffbauergasse/Berliner Straße
See – Im Trio kommt der Teufelssee daher: In der Köpenicker Bürgerheide spazieren oder wandern Sie direkt am besagten Gewässer über Holzbretterwege drei Kilometer entlang eines Naturlehrpfads –vorbei an seltenen Pflanzen wie Teichrosen, Wasserschierling und Sonnentau. Der Teufelssee am Wilmersdorfer Grunewald bietet an seinem Südufer eine Badestelle, die sich FKK- sowie Textil-Liebhaber:innen teilen. Das Ostufer des Sees lockt mit dem ältesten noch erhaltenen Wasserwerk Berlins. Ein dritter, deutlich kleinerer Teufelssee befindet sich im Spandauer Forst. Der gesamte Wald ist als Vogelschutzgebiet ausgezeichnet. Rund um die Gewässer und Moore fühlen sich aber auch Mauswiesel, Waschbären, Dachse, Fischotter und Biber zuhause.
Familie – Twittern, bloggen und instagrammen ist für viele junge Menschen ganz natürlich und gehört auch zur neuen Eltern-Generation dazu. Um den verantwortlichen Umgang mit digitalen Medien bestmöglich zu unterstützen, bietet das Deutsche Technikmuseum einen Raum, in dem Familien den Bereich der Digitalen Bildung spielerisch entdecken können. Das Digilab richtet sich an Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren. Eintrittskarten kosten 8/erm. 4 Euro. Di-Fr 9-17.30 Uhr, Sa/So: 10-18 Uhr, Trebbiner Straße 9, Schöneberg, U-Bhf Gleisdreieck
Tier – Auf dem Tierhof Alt-Marzahn reisen Sie zurück zum bäuerlichen Betrieb um Neunzehnhundert: Auf dem märkischen Bauernhof sind Pferd und Ziege, Ente und Pfau die dicksten Freunde und leben auf Tierweiden und im Gehege entsprechend der damaligen Tierhaltung. Eine Windmühle und landwirtschaftliche Geräte am Eingang des Hofs dienen als Zeugen der Zeit. Neben einem Getreide- und Gemüselehrgarten und der Möglichkeit, einen Tierführerschein zu erwerben, rundet eine Bibliothek mit Fachliteratur zur Agrarwissenschaft, Biologie, Ökologie, Veterinärmedizin und Tierzucht das Ganze ab. Bei gutem Wetter im Sommer wochentags von 10 bis 17 Uhr, am Wochenende von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Alt-Marzahn 63, Haltestelle: Alt-Marzahn
Genuss – Tapas gehören nicht nur zur spanischen Esskultur, sondern seit Jahrhunderten auch schon zu Japans Kunst der kleinen Speisen. Im Dr. To’s in der Neuköllner Weichselstraße 54 kommen gleich mehrere Teller zum Teilen auf den Tisch. Die Häppchen aus der asiatischen Küche sind vielseitig: Roastbeef, Schweinebauch, Ceviche vom Lachs oder Udonnudeln kosten zwischen 2 und 8 Euro pro Gang. Vegetarier:innen bestellen Dumplings, Auberginenfilet, Seetangsalat oder Lemongrass-Seidentofu. Wer sind nicht entscheiden kann, bestellt alles und kostet sich einmal durch die japanische Küche. Di-Sa: 18-22.30 Uhr, So: 16-22.30 Uhr, U-Bhf Hermannplatz
Soundtrack des Tages – Sommerzeit ist Poolzeit. Die Band Dire Straits schrieb 1983 den Song „Twisting by The Pool“: Zu den Rock 'n' Roll-Tönen lässt es sich nicht nur am Wasser drehend tanzen oder tanzend drehen.
Berlins Spitzenkandidat:innen-Check
5 x 1: Bis zur Abgeordnetenhauswahl stellen wir den Spitzenkandidat:innen von CDU, FDP, Grüne, Linke und SPD jede Woche eine Frage, die sie mit nur einem Foto beantworten dürfen. Diese Woche: Was tun Sie fürs Klima? Heute: Bettina Jarasch (Grüne).
Foto: Bündnis/DIE GRÜNEN Berlin
Berlin heute
Verkehr – Skalitzer Straße (Kreuzberg): Ab dem Morgen ist nur ein Fahrstreifen in beiden Richtungen auf der Höhe des U-Bhf Schlesisches Tor verfügbar (bis Januar 2022).
Torstraße (Mitte): In Richtung Chausseestraße ist die Fahrbahn ab dem Morgen zwischen Christinenstraße und Gormannstraße bis Ende Juli sowie zwischen Borsigstraße und Chausseestraße in beiden Richtungen bis Anfang Oktober auf einen Fahrstreifen verengt.
Hauffstraße (Rummelsburg): Ab frühen Morgen regelt zwischen Wiesenweg und Schreiberhauer Straße eine Baustellenampel bis Ende Juli den Verkehr.
Sellerstraße (Wedding): Zwischen Chausseestraße und Heidestraße in Richtung Heidestraße steht von 6 bis 18 Uhr nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Perleberger Straße (Moabit): Ab 9 Uhr ist zwischen Rathenower Straße und Stephanstraße abwechselnd für beide Richtungen nur ein gemeinsamer Fahrstreifen frei, eine Baustellenampel regelt den Verkehr (bis März 2022).
Neukölln: Verkehrseinschränkungen von 17.30 bis 20 Uhr entlang der Hermannstraße über Karl-Marx-Straße bis Weserstraße.
Demonstration – Eine Mahnwache zum Thema „Aufhebung der Corona-Zwangsmaßnahmen. Respekt für die Grundrechte!“, angemeldet durch die Basisdemokratische Partei Deutschland, findet von 13.30 bis 15.30 Uhr auf dem Hermann-Ehlers-Platz mit etwa 10 Teilnehmenden statt. Von 14 bis 18 Uhr versammeln sich ca. 150 Demonstrierende für die öffentliche Verfassungsdebatte „Politik ist unsere Mission“ auf dem Platz der Luftbrücke 5. Unter dem Motto „Hitzealarm“ finden sich von 15.45 bis 16.45 Uhr ca. 30 Menschen, angemeldet durch die Generationen Stiftung, auf dem Platz der Republik 1 zusammen. „Die Reichen müssen zahlen!“ fordern von 17.15 bis 19.15 Uhr etwa 50 Protestierende auf dem Los-Angeles-Platz 1. Von 17.30 bis 20 Uhr demonstriert „Neukölln gegen Verdrängung“ mit etwa 100 Personen von der Hermannstraße 48 bis zur Weserstraße Ecke Finowstraße.
Zu Gast sind Königin Máxima und König Willem-Alexander der Niederlande.
Gericht – Gegen einen 39-Jährigen beginnt der Prozess wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung. Er soll einen 41 Jahre alten Mann in einem Streit erstochen haben. Sieben Monate zuvor soll er einen anderen Mann mit einem Messer attackiert und verletzt haben (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 504).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Aelrun Goette (55), Filmregisseurin / Anne Helm (35), Fraktionsvorsitzende der Linken im AGH, Sprecherin für Medien und Strategien gegen Rechts / Gunhild Hoffmeister (77), ehemalige Leichtathletin / Klaus-Jürgen Lebede (70), „Herzlichen Dank, Klaus, für Dein unermüdliches Engagement und immer neue Ideen. Herzlichen Glückwunsch vom Bürgerverein Dorf Rosenthal e.V.“ / „Kathrin – Ich LIEBE DICH!" / Joachim Krüger (72), Politiker (CDU), Bezirksstadtrat a.D. für Bürgerdienste, Ausbildungsförderung und Personal in Charlottenburg-Wilmersdorf / Johannes Ludewig (76), ehem. Staatssekretär und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn / Hans-Jürgen Papier (78), Staatsrechtswissenschaftler, ehem. Präsident des Bundesverfassungsgerichts / Bernhard Schlink (77), Schriftsteller und Jurist
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Inge Boehlke, * 17. Mai 1922 / Dr. Susanne Böttcher, * 15. November 1920 / Monika Lindner, * 10. Februar 1938 / Dr. Claudia Wulff, * 16. Juli 1969
Stolperstein – Gisela Adler wurde am 5. Mai 1926 in Berlin geboren. Im März 1943 deportierten die Nationalsozialisten sie nach Auschwitz, wo sie heute vor 78 Jahren ermordet wurde. Zur Erinnerung an sie liegt in der Großen Hamburger Straße 40 in Mitte ein Stolperstein.
Encore
Warum bloß in die Ferne schweifen, wenn der Blick doch auch von Berlins Hügel schweifen kann? Zum Beispiel vom Mont Klamott in Friedrichshain, den Silly einst als „grüne Beule aus dem Stadtgedärm“ besang (Lied hier). Aber Berlin hat janz, janz weit draußen noch ganz andere Berge zu bieten – zum Beispiel den Mount Berlin in der Antarktis (Foto hier). Mit 3.478 Metern ist er einer der höchsten Vulkane im ewigen Eis des Südpols. Er hat zwei Vulkanteile und lässt an einem von ihnen, dem Berlin Crater, immer noch ordentlich Dampf ab. Hier brodelt es seit 2,5 Millionen Jahren, ohne dass es dafür eine Menschenseele braucht. Mindestens alle 100.000 Jahre kommt es zu hochexplosiven Ausbrüchen. Also unwesentlich seltener als in unserem Großstadttrubel.
Und damit zurück in die Berliner Luft, Luft, Luft. Hier heißt es auch heute: „Ein Auto hier, ein Auto da / Und jetzt ein Mordsgebimmel / Die Straßenbahn, hurra, Papa / Bloß raus aus dem Jewimmel.“ Mit mir am Leierkasten gedreht haben diesmal Sophie Rosenfeld (Stadtleben) und Florian Schwabe (Produktion). Morgen orgelt sich hier Stefan Jacobs durch die Stadt. Ich grüße Sie,