das Unwichtigste zuerst: Donald Trump hat wieder was getwittert – was auch immer. Die Fußball-Nationalmannschaft hat ein Länderspiel absolviert – warum auch immer. Karneval hat nicht stattgefunden – in Berlin wie immer. Die Welt dreht also weiter ihre Runde, Stunde um Stunde. Und das Wichtigste um uns herum bleibt: Bleiben wir gesund. Und bei gesundem Verstand.
Wenn Sie heute was Gutes tun wollen, dann drehen Sie sich um nach den obdachlosen Menschen, die auf unseren Straßen, an unseren Ecken mitten unter uns leben. Spenden Sie ihnen neben Aufmerksamkeit das derzeit Nötigste: Schlafsäcke. „Die Nächte sind bereits gruselig kalt und niemand von uns möchte sich ernsthaft vorstellen, nun im Freien zu nächtigen“, erzählt Dieter Puhl von der Berliner Stadtmission auf Checkpoint-Nachfrage. Immerhin 1000 Menschen können Zuflucht in Einrichtungen der Kältehilfe finden, aber nicht alle obdachlosen Menschen nehmen die Angebote an. Sie brauchen jetzt Schlafsäcke und Isomatten zum Überleben – „ohne hast Du keine Chance, durch den Winter zu kommen“, berichtet Puhl. Er bittet um Spenden; abzugeben werktäglich von 8 bis 16 Uhr in der Stadtmission, Lehrter Straße 68, gleich am Hauptbahnhof. 2000 Schlafsäcke und Isomatten sind nötig. Etwas Wärme braucht jeder Mensch. Und jede Stadt.
Bevor alle schwarz sehen: Schwarz ist eine Glücksfarbe. Zumindest für Alain Rappsilber, seit 30 Jahren Schornsteinfeger und Glücksbringer in Kreuzberg. Zwar kraucht der 47-Jährige nicht mehr in verrußte Schlote von Ofenheizungswohnungen, dafür kontrollieren er und seine 500 Kolleginnen und Kollegen verruchte Gasanlagen oder die Kohlenmonoxid-Abfuhr in verräucherten Sisha-Bars. Rappsilber weiß nicht erst seit der Pandemie: „Luft ist ein Lebensmittel.“ Genau wie die Liebe. Deshalb beliebt der Schornsteinfeger am Freitag, den 13. („mein absoluter Glückstag“) im Berliner Tierheim reinzufegen, um ein paar Vorurteile wegzubürsten – über schwarze Tiere. Denn Katzen, Hunde und Hühner mit dunklem Fell sind den Menschen schwerer vermittelbar. Deshalb posieren nun schwarze Feger und dunkle Feller für einen stimmungsaufhellenden Fotokalender. Rappsilber findet: „Auch bei Tieren kommt es nicht auf die Farbe an, sondern auf den Charakter und die Knuffigkeit.“ Black is the new Orange.
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Und wie geht es den Menschen, die uns helfen? Ricardo Lange, Intensivpfleger aus Karlshorst, berichtet ab Sonnabend wieder im Tagesspiegel wöchentlich von seinem Alltag auf einer Berliner Corona-Station. Zur derzeitigen Lage erzählt er: „Auf meiner Intensivstation liegen mittlerweile zwei Drittel Covid-Patienten, ich renne von einer Bauchlagerung zur nächsten – das machen wir, um die Lungen besser zu belüften – und habe keine Zeit, die vorgeschriebenen Tragepausen für FFP3-Masken einzuhalten. Das Material wird wieder knapper, Kollegen aus anderen Häusern berichten, ihre Masken würden mit Dampf wiederaufbereitet. Neulich ist mir während einer Intubation eine gerissen, zum Glück war mein Test negativ. Aber wir lernen dazu, wissen jetzt, dass es hilft, bei Covid gleich Kortison zu geben, damit die überschießende Immunantwort kein körpereigenes Gewebe zerstört. Und die meisten unserer Corona-Patienten verlassen die Station genesen.“ Gute Besserung, auch dem Gesundheitssystem!
Auch wenn da manche überimpfindlich sind: Rettung naht, selbst wenn die schnellen Schritte zur Corona-Impfung im neuen Jahr nur langsam Entspannung bringen werden. Denn nach Entwicklung und Zulassung des (übrigens gentechnisch basierten) Impfstoffs warten noch zwei Probleme: Wie werden flächendeckend Transport und Lagerung bei minus 70 Grad sichergesellt? Und lassen sich überhaupt genügend Menschen freiwillig impfen, besonders zunächst in Pflege- und Altersheimen? Auf Checkpoint-Nachfrage teilt das Bundesgesundheitsministerium dazu mit, es plane eine „transparente, proaktive und zielgruppenspezifische Kommunikationskampagne“. Dafür werde ein „Steuerungskreis Kommunikation“ eingerichtet. Hoffentlich steuert der noch ein paar leicht zu verstehende Worte bei.
Was man in der Krise lernen kann? Panik hilft nicht gegen Panik. Ja, 300.000 Schülerinnen und Schüler sind derzeit deutschlandweit in Quarantäne (Überblick hier). Aber das heißt auch: Mehr als acht Millionen junge Menschen gehen weiterhin zur Schule und lernen dort – trotz Zugluft – was fürs Leben. Und aktuelle Berliner Zahlen zeigen, dass sich die gefährlichen Viren bisher vor allem in Privathaushalten verbreitet haben. Nach einer Aufstellung der Gesundheitsverwaltung auf Anfrage des CDU-Abgeordneten Christian Goiny ließen sich zwar im Oktober nur 28 Prozent aller Krankheitsausbrüche zuordnen. Davon wiederum entfielen auf:
Privathaushalte: 54,7 Prozent
Alten- und Pflegeheime: 8,6 Prozent
Krankenhäuser: 6,3 Prozent
Schulen: 2,6 Prozent
Kitas: 1,5 Prozent.
In Berlin befinden sich derzeit 365 Lerngruppen in Quarantäne, das sind hochgerechnet 10.000 Schülerinnen und Schüler. 350.000 machen weiter. Für sie lohnt es sich, weiterhin fürs Leben dazuzulernen. Natürlich auch, wie Bildung funktioniert, wenn eine Klasse doch mal alle Fenster und Türen schließen muss.
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Das DRIVE ist derzeit geschlossen. Dennoch können Sie die Ausstellung „START TO DRIVE ELECTRIC“ mit Einblicken in die Welt des elektrischen Antriebs auch digital besuchen. Bis Ende des Jahres präsentiert Porsche „Pionier der Elektromobilität“ die E-Anfänge bis zum heutigen vollelektrischen Sportwagen Taycan. Den digitalen Rundgang finden Sie hier.
Und wenn wir einfach früher Weihnachtsferien feiern? Was Nordrhein-Westfalen gestern beschlossen hat, will man sich in Berlin morgen lieber noch zweimal überlegen. Pankows Gesundheits- und Bildungsstadtrat Torsten Kühne (CDU) zeigt sich bei einer Checkpoint-Umfrage ausgewogen zwiegespalten: „Dafür könnte sprechen, dass Infektionen nicht direkt aus den Schulen in die Familienfeiern zu Weihnachten getragen werden. Das würde aber voraussetzen, dass die vorgezogenen Ferien zur häuslichen Absonderung genutzt werden.“ Kühne findet es daher „sinnvoller, die Ferien zu verlängern, damit umgekehrt Infektionen aus dem familiären Umfeld zu Weihnachten nicht danach in die Schulen getragen werden. Die Gefahr würde ich für größer einschätzen.“
Auch Landeselternsprecher Norman Heise will sich die Antwort mit Blick auf die Betreuungslage in den Familien nicht leicht machen: „Bei den einen wird es auf Zustimmung treffen und bei den anderen die Planung durcheinander bringen.“ Regina Kittler von den Linken würde zunächst gerne wissen, „was die Charité dazu sagt“. Und die Grünen-Politikerin Marianne Burkert-Eulitz warnt: „Es wäre ein Trugschluss, denn die Kids wären ja tatsächlich nicht in Quarantäne. Sie wären in der Stadt und im Land unterwegs. Die jungen Leute würden sich über eine zusätzliche Ferienwoche sicher freuen, aber die Großeltern schützt das nicht.“ Wieder was gelernt: Auf aktuelle Nöte gibt es nicht immer einfache Antworten. Immerhin macht es sich in Berlin niemand leicht.
Na, auch schon richtig Lust, im Lockdown-Advent durch die Fahrrad-Friedrichstraße zu bummeln? Die Händler zumindest könnten‘s gut gebrauchen, denn auch der SPD ist aufgefallen: „Die Stadtkerne sind zu reinen Konsumzonen geworden, austauschbar und öde.“ So zumindest schreibt es Carsten Schneider, seit drei Jahren erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, über London und Paris – und sieht in der Corona-Krise die gleiche Gefahr für Berlin. In einem Positionspapier, das dem Checkpoint exklusiv vorliegt, schreibt er zur Lage der Innenstadtlagen: „Viele Unternehmer können sich die stetig steigenden Mieten nicht mehr leisten und müssen ihre Flächen kündigen.“ Was nun? Was tun!
Gemeinsam mit Fraktionskollegen fordert Schneider jetzt, die Vermieter an den pandemiebedingten Kosten zu beteiligen – dazu brauche es „zügig eine gesetzliche Klarstellung“. Demnach müssten ausfallende Gewerbeeinnahmen im Zuge staatlicher Corona-Maßnahmen „als schwerwiegende Veränderungen der Vertragsgrundlagen definiert werden“. Dann gebe es „einen Anspruch auf Vertragsanpassung“. Und nun? Müssen nur noch die Vermieter mietmachen.
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Ganz klar gegen Corona! Wir können uns und andere schützen, indem wir Abstand wahren, eine Alltagsmaske tragen und auf Hände-Hygiene achten. Unser Beitrag: frisches Leitungswasser - 24 Stunden täglich, 7 Tage die Woche.
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So, Hoffnung gibt’s auch noch: Im Colosseum an der Schönhauser Allee, einem der ältesten Kinos der Stadt, geht vielleicht noch einmal der Vorhang auf. Vorgeblich wegen Corona in die Insolvenz geschickt, aber vorrangig zur finanziellen Sanierung der Erbengemeinschaft von Filmlegende Artur Brauner und wegen angeblicher Ahnungslosigkeit im Stadtentwicklungsamt Pankow als Gewerbekomplex verhökert, was vom Checkpoint im Juni aufgedeckt worden war, prüft nun der Senat einen Ankauf des Kulturgeländes, um es zumindest als Kreativstandort zu erhalten.
Im derzeit dusteren Lichtspielhaus in Prenzlauer Berg, vor 100 Jahren in eine historische Wagenhalle der Pferde-Straßenbahn eingebaut und bekannt geworden als DDR-Premierenkino und Berlinale-Standort, hängt nun alles an den Erben von Artur Brauner, darunter der Spandauer Filmproduzentin Alice Brauner. In Interviews, in denen sie nicht kritisch zu ihrem Umgang mit dem Colosseum befragt wird, antwortet sie gerne: „Man braucht Kultur wie Nahrung, sie ist genauso lebensnotwendig wie die Luft zum Atmen.“ Und alle Fragen offen.
Da wir gerade durch Kiezhausen streifen: Ich war zuletzt mit Gerd Danigel unterwegs, der früher als Gasmonteur durch Ost-Berlin zog und nebenbei Zwischenräume fotografiert hat – und dazwischen Träume in Schwarz-Weiß (zum Beispiel hier am früheren Trabi-Parkplatz Bebelplatz). Heute verkauft der Fotokünstler sein altes Hobby auf den Flohmärkten am Mauerpark und auf dem Boxhagener Platz – ikonische Erinnerungen für 15 Euro pro Abzug. Der gemächliche Pankower, der beim Mauerfall an der Bornholmer Straße dabei war, sich aber in der Nacht der Nächte doch nicht auf die andere Seite der eigenen Stadt traute („Drüben finde ich doch gar keine Arbeit“), ist über die Zeitenwenden zum Lebenskünstler geworden.
Nach dem Umbruch immerhin ist Gerd Danigel noch schnell auf die Dächer des Prenzlauer Berg geklettert, um sich ein Bild vom neuen Leben zu machen. „Denn ich dachte mir damals schon: Wenn jetzt der Westen kommt, werden alle Türen abgeschlossen.“ Auch heute muss Berlin seine Zwischenräume suchen. Welche Träume Gerd Danigel noch hat, habe ich hier für Tagesspiegel Plus aufgeschrieben. Jede Zeit braucht sie, ihre ruhigen Beobachter.
Berliner Schnuppen
Telegramm
So, weiter geht‘s mit Würze in Kürze: Geklaute Einkaufswagen sind jetzt Kunst. Luca Ellena hat mehr als 700 der an Ecken und Hecken rumstehenden Rumpelroller fotografiert. Warum eigentlich? „Ich interessiere mich mehr für die Auswirkungen und Spuren der Menschen als für die Menschen selbst.“ In Berlin rollen die sowieso nur mit den Augen.
Und ich grüße alle, die mich kennen. Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport sucht „Referenten für die Angelegenheiten des ‚Täglichen Dienstes‘ (w/m/d)“. Zu den Aufgaben gehört das „Verfassen von Grußworten“. Berlinisch kurz: Tachchen! Jutchen! Tschüsschen!

Das Projekt @wasihrnichtseht macht Rassismuserfahrungen von Schwarzen sichtbar. Wir machen das durch eine Kooperation an dieser Stelle auch.
Und wer soll jetzt die Welt verändern? „Die, denen sie nicht gefällt.“ So lautet die Antwort der Arbeiterin Gerda in der legendären S-Bahn-Szene des Proletarierfilms „Kuhle Wampe“, der 1932 von Bertolt Brecht mitgeschrieben und dann im aufkommenden Nationalsozialismus verboten wurde. Die „Kuhle Wampe“, bis heute ein Zeltplatz am Müggelsee, hat in Berlin viele Spuren hinterlassen: Ein linker Motorradklub ist nach dem Film benannt sowie eine Spandauer Rockkneipe, in der ich nach der Einheit gerne tief im Westen abhing. Und bis heute natürlich im Flimmerfilm. Jetzt wurde die „Kuhle Wampe“ fürs Heimkino neu restauriert. Denn die Welt bleibt nie, wie sie ist und angeblich für immer sein soll.
Schnell noch zur Frage aller Fragen aller Zugezogenen: Schwabe, bist Du Berliner? Die Antwort weiß Berlins komischster Komiker Fil, wenn er singt: „Wie lange muss ein Huhn durch den Wald laufen, bis es ein Fuchs ist?“ (Video hier) Fil, in Berlin auch weltberühmt geworden durch seine Comics, ist einer der wenigen Künstler, der in der Krise nicht systemrelevant sein möchte. „Ich will keine Förderung, ich will auftreten“, erzählt er beim Lockdown-Treffen. „Wenn es so weitergeht, stelle ich mich mit der Gitarre wieder auf die Straße.“ Am Stuttgarter Platz wäre für ihn sicher noch Platz.
Im Berliner Nahverkehr spielen ja einige gerne Scheibe. Passend dazu soll man jetzt wenigstens rausgucken können. Die BVG verzichtet darauf, ihre Busfenster mit Werbung zuzukleben, dafür wird sie von der Stadt Berlin mit 32 Millionen Euro zugekleistert (via „Berliner Morgenpost“). Schaufensterpolitik kann schau sein – wenn sie denn schlau wäre.
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Außerdem heute im Verkehrsfunk: Umweltsenatorin Regine Günther (Grüne) fährt mit ihrem Tesla laut Deutscher Umwelthilfe einen der umweltfreundlichsten Dienstwagen aller deutschen Landesregierungen. Wahrscheinlich ist die Klimakämpferin deshalb so viel mit dem Auto auf Achse.
Vorrangig digital unterwegs ist der FDP-Abgeordnete Bernd Schlömer. Er fordert jetzt Parlamentssitzungen via Videokonferenz: „In der EU-Kommission wird digital ein Billionenhaushalt verabschiedet, wir in Berlin können nicht mal die Farbe eines neuen Radwegs digital abstimmen“, sagte Schlömer am Mittwoch dem Checkpoint. „Ein dezentraler Parlamentstag ist in meinen Augen verhältnismäßiger als die Einsetzung eines Notparlaments.“ Nun muss das Abgeordnetenhaus beraten, wie es zukünftig beraten will. Damit es in Notlagen nicht in Erklärungsnot kommt.
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Einer geht noch, einer geht noch rein: Zum Beispiel der Golfball, der dreimal auf dem Wasser des Sees auftippt, bevor er auf dem Grün geradewegs ins Ziel rollt. Ein durchschlagender Erfolgsschlag des Spaniers Jon Rahm beim Masters in Augusta (zu sehen hier). Ganz schön: Schlag, fertig.
Ach so, heute ist „Tag der Happy Hour“. Und „Tag der schlechten Wortspiele“. Hour weia!
Zitat
„Die Farbe ist mein Zentrum.“
Künstlerin Katharina Grosse im Tagesspiegel-Plus-Interview über ihre raumgreifende Kunst im Hamburger Bahnhof, Stillleben im Lockdown und den Zauber des Bunten.
Tweet des Tages
Irgendwann werden wir einander wieder mit unseren Aerosolen umhüllen.
Stadtleben
Geliefert – Österreich und vegan, das mag in manchem Kopf für Verwirrung sorgen. Dass es dennoch geht, zeigt die Friedrichshainer Crew im Jolesch. Neben dem seit 25 Jahren gefeierten Schnitzel, gibt es hier künftig Deftiges für Veganer: mit Teto-Tofu aus Berlin und Sojabohnen aus Bayern. Und das alles auch to go. Seit gestern ist wieder das „Gänse-Taxi“ unterwegs: Ob Gänse- oder Selleriebraten, beide Gerichte müssen nur eine Stunde in den Ofen – tadaa! Die Brandenburger Gans (5 Kilo) kostet 120 Euro, eine krosse Gänsekeule 25 Euro pro Person. Wer sich für die vegane Variante entscheidet, zahlt 18 Euro. Geliefert wird täglich von 12 bis 21 Uhr aus der Muskauer Straße 1 in 10997 Berlin.
Ansehen – Heute findet am BKA Theater eine Live Session statt, die wild auffährt: The Cast - die Opernband ist eine international besetzte Opernband, die in schriller Montur und auf liebevolle Weise Klassiker aufmotzt. Wer bislang dachte, Oper sei nicht sein Ding, wird hier eines besseren belehrt. Mozart und Verdi wären froh, sich so zeitgemäß, bunt, humoristisch und ästhetisch übersetzt zu sehen. Und dabei handelt es sich keinesfalls um Klamauk – im BKA wird ernst gemeinte Musikgeschichte geschrieben. Also, fast. Für einen freiwilligen Beitrag von 5, 10, 20 oder 40 Euro kann man hier Tickets kaufen. Oder sich das Spektakel kostenlos ansehen.
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Basteln – Fermentiert wird nur in Japan und im Noma? Längst nicht mehr. In Berlin sprießen die Kombucha-Brauereien aus dem Boden und das gesunde Teepilz-Getränk zieht in modischer Verpackung in die Supermarktregale ein. Geht aber auch zuhause: Die in Pankow gelegene Brauerei von Fairment verkauft Starter Kits zur Fermentation von so ziemlich allem – Sauerteig, Joghurt, Milchkefir, oder eben Kombucha. Hier finden Sie einen ambitionierten Threat, mit dessen Hilfe es wirklich jedem gelingen kann.
Letzte Runde – Auch wenn ihre Arbeitsstätten dieser Tage aus unserem Sichtfeld verschwunden sind – die Gastronomen gibt es noch. Und auch sie bringen die Tage auf eine irgendwie geartete Weise zu. Laura Maria Marsueschke, Betreiberin der Neuköllner Thelonious Bar, zum Beispiel, richtet sich heute ihr Home Studio ein: „Im zweiten Lockdown hole ich mir zurück, was mir im ersten abhanden gekommen ist: meine Fitness“, erzählt sie. Einer ihrer Lieblingsdrinks ist der Monk Sour, eine Eigenkreation: 5cl Benédictine, 3cl Zitrone, 1cl Runny Honey, Eiweiß und 2 Spritzer Orange Bitter. Schütteln, abseien, Muskat darüber reiben und fertig ist ein astreiner Herbstdrink. Im oder anstelle vom Home Studio.
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Grübelstoff – Kants kategorischer Imperativ in allen Ehren – schließlich bringt man Kindern damit bei, sich hier und da am Riemen zu reißen, oft begleitet von den Worten „Wenn das jeder täte!“. Ist es nicht auch ein bisschen schön, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Dinge tun? Eine Welt voller Pippi Langstrumpfs wäre möglicherwise etwas chaotisch. Eine Welt komplett ohne, allerdings ziemlich langweilig.
Berlin heute
Verkehr – Adlershof: Am Mittag wird die Sperrung der Rudower Chaussee Richtung Dörpfeldstraße zwischen Franz-Ehrlich-Straße und Adlergestell wieder aufgehoben.
Mitte und Tiergarten: In der Zeit von 18 – 22 Uhr kann es zur situativen Sperrung der Ebertstraße und Straße des 17. Juni zwischen Yitzhak-Rabin-Straße und Dorotheenstraße bzw. Behrenstraße kommen.
Marienfelde: Zwischen 13 bis etwa 14.30 Uhr ist die Daimlerstraße wegen einer Protestveranstaltung zwischen Großbeerenstraße und Säntisstraße in beiden Richtungen für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt.
Demonstrationen – Mit 1000 TeilnehmerInnen findet seitens der IG Metall eine Kundgebung mit dem Titel „Für eine gute Zukunft bei Daimler Marienfelde gegen die Werkschließung und Arbeitsplatzabbau“ statt, und zwar von 13 bis 14.30 in der Marienfelder Daimlerstraße vor der Haupttür des Daimler-Gebäudes. Eine „Demonstration zur Beendigung des Bürgerkriegs in Äthiopien gegen Tigray und die Einischung von Ertrea“ zieht mit 200 Teilnehmerinnen zwischen 13.30 und 16.30 vom Pariser Platz zum Forum vor dem Bundeskanzleramt. Von 19 bis 21 Uhr versammeln sich 1.000 Teilnehmenden für die „Kundgebung gegen Rassismus und Heuchelei! Gemeinsam für Ehrlichkeit und Gerechtigigkeit! Deutschland hat bessere Politiker verdient“ am Platz des 18. März. 25 TeilnehmerInnen finden sich zwischen 14 und 18 Uhr in der Kirchstraße vor dem Amtsgericht Tiergarten zusammen: Grund ist die „Kundgebung für das Leben“.
Gericht – Gegen einen 25-Jährigen beginnt ein Prozess wegen Mordes. Er soll einen 38-Jährigen eineinhalb Stunden nach einer Auseinandersetzung erneut vor einem Imbiss getroffen und ihm unvermittelt ein Messer ins Herz gerammt haben. Er soll aus Wut darüber gehandelt haben, dass sich der 38-Jährige ihm gegenüber im ersten Streit zuvor rassistisch über dessen Hautfarbe geäußert habe (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 217).
Berliner Gesellschaft
Geburtstage – „Der kleinen großen Ella alles Gute zum 21. Geburtstag – von México nach Lüneburg, du machst das wie immer super! Es grüßt Moabit 21.“ / Judith Holofernes (44), Musikerin, früher Sängerin und Gitarristin der Band „Wir sind Helden“ / Alexandra Maria Lara (42), Schauspielerin / Karl-Theodor Paschke (85), ehem. Generalinspekteur der Vereinten Nationen (1994-99), Mitglied im Präsidium der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen / Lysann Spiller (35), „Steter Fels in der Brandung, auf Arbeit wie zuhause. Die herzlichsten Glückwünsche an die Liebe meines Lebens, dein Robert.“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Marianne Erdmann, * 19. Februar 1932 / Ines Gurlin, verstorben am 2. November 2020, Berliner Wasserbetriebe / Jürgen Müller-Schneck, * 28. Juni 1942 / Christel „Christine“ Wenzel, * 2. November 1933
Stolperstein – Heute vor 131 ist Johanna Goldschmidt (geb. Gutkind) geboren. Nachdem sie am 26.10.1942 nach Riga deportiert wurde, fand ihre Ermordnung nur drei Tage später statt. Zu ihrem Gedenken befindet in der Hektorstraße 5 in Halensee ein Stolperstein.
Encore
So, falls Sie heute Morgen noch ein bisschen von der Rolle sind: Trollen Sie sich mal nach Spandau! Hier hat die Bezirksverordnetenversammlung gestern Abend vielschichtig debattiert, wie viellagig das Klopapier sein soll in den Grund- und Oberschulen des Bezirks. Die beantragende FDP fragte dazu ohne gespülte Ironie: „Würden wir das Toilettenpapier, welches wir als Bezirk unseren Schülern geben, auch selber für uns privat kaufen?“ Die Antwort in diesen Zeiten wäre wohl: wenn es nicht gerade ausverkauft ist. Denn für viele bleibt Klopapier das Corona-Souvenir (Song dazu hier). Wischen impossible.
Sie können am Handy oder Laptop gleich weiterwischen, am besten zu unserem vielfältigen Tagesspiegel-Plus-Angebot. Mitgemischt bei diesem Checkpoint haben Vivien Krüger und Susanne Vieth-Entus (Recherche) sowie Juliane Reichert (Stadtleben), Kathrin Maurer und Florian Schwabe (Produktion). Morgen mischt hier Ann-Kathrin Hipp die Karten neu. Ich zisch mal kurz ab zu den Schlafenden. Und ich grüße Sie!