Innenminister Michael Stübgen (CDU) bringt es auf den Punkt: „In der Brandenburger AfD ist der Flügel längst der ganze Vogel.“ Und die Flugrichtung wird jetzt genauer verfolgt. Der Brandenburger Verfassungsschutz hat den Landesverband der AfD als Verdachtsfall eingestuft. Die Gründe: Andreas Kalblitz, der trotz Parteiauschluss weiter in der Fraktion gehalten wird. Und der Verflechtungen hat mit der als „rechtsextremistisch eingestuften“ Identitären Bewegung und dem bereits als vollständigem Beobachtungsfall eingestuften Verein „Zukunft Heimat“. Die Landespartei hat „sich seit ihrer Gründung stetig radikalisiert und wird mittlerweile von Bestrebungen dominiert, die ganz eindeutig gegen unsere freiheitlich demokratische Grundordnung gerichtet sind“.
Kollege Alexander Fröhlich hat sich gestern mit dem Thema beschäftigt – noch aufgeschrieben, dass der Militärische Abschirmdienst wegen fehlender Verfassungstreue ein Disziplinarverfahren gegen den Soldaten und Fraktionschef der AfD im Kreistag Uckermark eingeleitet hat – und mir am Abend ein paar Zitate geschickt. Ich hatte darüber nachgedacht, an dieser Stelle eine Sammlung zu veröffentlichen, die zeigt, wie die Brandenburger AfD tickt. Aber nach den Worten „Deutschland-Hasser, National-Masochistischen, Ethnodeutsche, Multikultipropaganda, Schlachtfeld, Deutschlandabschaffer, Inländerfeindlichkeit, Re-Migration und Never-come-back-Airline“ habe ich den Slack-Chat geschlossen und mich gegen die vollständige Wiedergabe entschieden. Reicht auch so.
Rassismus bleibt in Berlin Alltag. Insgesamt 416 Fälle „politisch motivierter Kriminalität rechts“ hat die Berliner Polizei bis dato im Jahr 2020 registriert (potenziell noch mehr, aufgrund von Rückständen wurden noch nicht alle erfasst). Die Zahlen liegen dem Checkpoint exklusiv vor und gliedern sich wie folgt: ein Terrorismusdelikt, 36 Gewaltdelikte (davon 30 Mal Körperverletzung), 73 Propagandadelikte und 306 sonstige Delikte (darunter 135 Mal Beleidigung / üble Nachrede / Verleumdung und 98 Mal Volksverhetzung). 16 Mal wurden Menschen genötigt oder bedroht. Jede noch so bunte Stadt hat ihre braune Seite.
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Endlich sicher: Nach jahrelangen Verhandlungen hat Rot-Rot-Grün am Montag in Berlin das Reformpaket für das Allgemeine Sicherheits- und Ordnungsgesetz vorgestellt. Zentraler Eckpunkt des Kompromisses ist der Einsatz von Bodycams. Die Polizei soll außerdem V-Personen heranziehen und bei Terrorgefahr eine Telefonüberwachung von Verdächtigen durchführen können. Elektronische Fußfesseln und der finale Rettungsschuss wurden nicht durchgesetzt. Ebenso wenig die Ausweitung der Videoüberwachung im öffentlichen Raum (zu der ein von CDU-Politikern unterstütztes Volksbegehren aktuell vom Verfassungsgericht geprüft wird).
Berlin macht sich locker: Der Senat wird in seiner heutigen Sitzung über eine neue Corona-Verordnung beraten und hat Professor Drosten, Professorin Gastmeier und Professor Hübner (letzteren virtuell) geladen. Eine beschlussfähige Fassung soll am Freitag vorliegen, die Verordnung dann vom 25. Juni an gelten. Wie die „Berliner Morgenpost“ berichtet, könnte die Beschränkung fallen, nach der sich fünf Personen oder nur Mitglieder zweier Haushalte im öffentlichen Raum treffen dürfen. Im Einzelhandel sollen pro Kunde nur noch 10 Quadratmeter zur Verfügung stehen, private Feiern in geschlossenen Räumen mit bis zu 300 Personen erlaubt sein (Hygiene- und Abstandsregeln vorausgesetzt). Prostitution, Saunen, Clubs und Discos bleiben vorerst weiter tabu.
Aktuell hält der Park als Partylocation her. Als hätte es Corona nie gegeben, haben Jugendliche am vergangenen. Wochenende gefeiert und gewütet. „Ballermann im Gleisdreieck – nächtliche Schließung des Parks eine Lösung?“, schreibt jetzt Matthias Bauer, Anwohner und Betreiber des Gleisdreieckblogs. Das gleiche Schauspiel wiederhole sich immer wieder und das beschreibt er so: „Junge Leute treffen sich zum Feiern, verabredet über soziale Netzwerke. Die Polizei wird gerufen wegen unerträglicher Lautstärke. Im Alkohol-Nebel eskaliert die Lage (…). Am Morgen danach ein Teppich von Scherben, hunderten von Trinkbechern, Pizzakartons und Schlimmeren.“ Er bittet „alle Beteiligten im Nutzerbeirat, bei Grün Berlin und in den Verwaltungen über schnelle Maßnahmen nachzudenken. Ich bin ich für die nächtliche Schließung des Parks – vorübergehend, an den kommenden Wochenenden“. Bis die Ballermann-Karawane weitergezogen ist.
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Endlich zurück: Berlins Freiluftkino mit dem schönsten Ausblick zeigt die besten Filme der Saison von „Parasite“ bis „Känguru Chroniken“, dazu Previews und Klassiker, auch in der Originalfassung. Im Liegestuhl vor der Kulisse des nächtlichen Potsdamer Platzes lassen sich laue Sommernächte am besten genießen. Tickets nur online auf yorck.de
Während die ersten Deutschen mit Applaus auf Mallorca begrüßt wurden, ist nach der Aufhebung der europäischen Reisewarnungen auch an Berlins Flughäfen wieder mehr los. Bis zu 100 Flüge werden diese Woche erwartet. Zu der Auslastung machten allerdings weder Lufthansa („Diese Angaben kann ich Ihnen leider nicht geben, diese Zahlen liegen mir auch nicht vor“) noch Eurowings („Da können wir aus Wettbewerbsgründen leider keine Angaben machen“) äußern. Wie heißt es so schön: Das Geheimnis des Könnens liegt im Wollen. Und vielleicht wollen sie einfach keine TXL-Debatten mehr.
Eine Zeit nach TXL wird es mit größter Wahrscheinlichkeit trotz des unerbittlichen FDP-Einsatzes geben und dann wird sich auch rund um den Kurt-Schumacher-Platz vieles ändern. Die Belastungen durch den Flugverkehr haben ein Ende, die bisherigen Baubeschränkungen in der Einflugschneise werden aufgehoben, das Flughafengelände entwickelt sich mit der Urban Tech Republic, dem neuen Stadtviertel Schumacher Quartier und dem Landschaftspark Tegeler Stadtheide weiter. „Der Platz wird zum wichtigen Knotenpunkt alter und neuer Quartiere“, schreibt das Bezirksamt Reinickendorf und lässt deshalb eine „Potenzialstudie Kurt-Schumacher-Platz“ erarbeiten. Bis zum 05.07. werden online Meinungen, Hinweise und Kritiken gesammelt. Beteiligung als Chance.
Wie wär’s mit Hertha ein paar hundert Meter weiter? Die Prüfung des Flughafengeländes kommt zu dem Ergebnis, dass der Zentrale Festplatz sich „unter den vier betrachteten Standorten am ehesten als Standort für einen Stadionneubau eignen würde“. (Q: Anfrage Andreas Statzkowski, MdA CDU) Weitere Flächen werden dennoch geprüft. Man will eine „geeignete Abwägungsgrundlage zur Entscheidungsfindung“.

„Pack die Badehose ein!“ wird in Berlin seit einigen Wochen wieder angestimmt. Die Berliner Bäder-Betriebe sind nach der Wiedereröffnung der Schwimmbäder laut eigener Aussage zufrieden. „Bis auf ein paar Ausnahmefälle halten sich die Badegäste an die Hygieneregeln“, sagt Sprecher Matthias Oloew am Checkpoint-Telefon. Bei den Bädern in der Innenstadt sei die Nachfrage besonders groß. Das Prinzenbad sei am stärksten besucht, das Olympiabad am häufigsten ausverkauft (was daran liegt, dass das Prinzenbad fast dreimal so groß ist). Einziges Manko: Trotz allem rechnen die Bäder-Betriebe coronabedingt mit einem zusätzlichen Defizit von 3,4 Millionen Euro. Bis Ende August.
Berlins Pachtbäder bitten derweil um Mieterlass. „Wie finanziert man diese Situation? Mehr als drei Viertel weniger Gäste. Keine Zusatzgeschäfte. Überall neue Regelungen. Warteschlangen-Management, Einlasskontrollen, Time Slots, Digitale Tickets zur Kontrolle, Listen, Desinfektion, zusätzliche Überwachung und Kontrollen für ein hygienisch einwandfreies Verhalten“ – wie soll das gehen? Weil die Pächter allerdings die selbst-minus-machenden Berliner Bäder-Betriebe sind, geht der Appell direkt an den Senat. Aus der Sportverwaltung heißt es: Man habe das „Thema im politischen Raum platziert und gehen davon aus, dass der Ersatz des Einnahmeausfalls für die Berliner Bäder-Betriebe als Verpächter im Falle eines Pachterlasses im Rahmen der parlamentarischen Diskussionen des 2. Nachtragshaushalts Gegenstand der Erörterung sein wird“. Wir übersetzen kurz von Politisch ins Deutsche: Es gibt keinen Plan.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Was lange währt, wird nicht zwangsläufig so, wie man es sich vorgestellt hat: Am 30. März hatte Justizsenator Dirk Behrendt gesagt, Berlin sei bereit „zusammen mit zivilgesellschaftlichen Organisationen eigene Schritte zu gehen und Menschen aus Lesbos auszufliegen“ und sprach „über Zahlen zwischen 500 und 1.500 oder auch noch mehr“. Gut zweieinhalb Monate später werden die Pläne konkret. Insgesamt 300 Geflüchtete will R2G jetzt im Einvernehmen mit dem Bundesinnenministeraufnehmen. Bis Juni 2021.
Was lange währt, wird endlich App: Am heutigen Dienstag wird die Corona-Warn-Software vorgestellt, die Nutzer benachrichtigen soll, wenn sie einer infizierten Person über einen längeren Zeitraum zu nahe gekommen sind. „Kein Allheilmittel“, betont Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Aber einen Versuch wert. Und testen kann man sie jetzt schon: Handybenutzer mit Android-Betriebssystem können die „Corona-Warn-App“ ab sofort im Play Store herunterladen und Apple-User im App Store.
„Sozialraumorientiertes Testen“ nennen Berlins Gesundheitsämter ihre neue Form der Covid-Eindämmung. Statt Einzelpersonen wurden in Reinickendorf, Spandau, Mitte und Neukölln ganze Hausgemeinschaften unter (vorsorgliche) Quarantäne gestellt. Nachbarschaft ganz nah.
„Mitte-Distancing“ könnte man das Wirrwarr zwischen Senats-Chatbot Bobbi und dem (namenlosen) Chatbot des Gesundheitsamtes Mitte nennen, die zeitgleich widersprüchliche Antworten geben. Während Bobby auf die Frage, ob man Freunde zu Hause besuchen darf, mit „Ja“ antwortet, heißt es in Mitte: „Du darfst deinen Freundeskreis bis auf Weiteres leider nicht besuchen und darfst umgekehrt auch keinen Besuch empfangen.“
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Nach dem schweren Corona-Ausbruch im Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann im März hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen drei leitende Ärzte und die damalige Geschäftsführung aufgenommen. Es besteht der Verdacht der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung.
Der wirtschaftliche Einbruch im Berliner Gastgewerbe ist so schlimm wie erwartet. Dem Hotel- und Gaststättenverband zufolge mussten im April und Mai 5.558 Mitarbeiter entlassen werden. Rund 10.000 Arbeitsplätze könnten insgesamt langfristig wegfallen.
„Kentler-Experiment“ ist die sehr verhamlosende Form von „jahrzehntelang wurden Jugendliche in Berlin bewusst an pädophile Pflegeväter vermittelt“. Die Verantwortung für die Verbrechen liegt einer neuen Studie zufolge „eindeutig und unstrittig beim Senat als dessen Dienstherr“. Die Opfer sollen finanziell entschädigt werden.
Deckel drauf: Die ersten rund 200 Mietendeckelumsetzungsstellen sind besetzt (Q:dpa). Von den 48 in den Bezirken geplanten befristeten Stellen sind zwei vergeben, 19 weitere sollen bis August folgen, die übrigen danach. 153 Stellen bei der Senatsverwaltung für Wohnen sollen „pünktlich zu Ende November besetzt sein“. Ablage: Wiedervorlage.
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Der designierte, vielfach angefeindete und dann freiwillig auf das Direktorenamt bei der Bauakademie Berlin verzichtende Umwelt-Staatssekretär Florian Pronold (SPD) hat mit seinem späten Rückzug die richtige Entscheidung getroffen: Das Landesarbeitsgericht hat die „vorläufige Untersagung der Besetzung“ mit dem Politiker bestätigt. Die Zeichen stehen auf Neuausschreibung.
Eine aktuelle Ausschreibung: Grün Berlin GmbH vergibt die Lieferung und Montage von insgesamt drei WC-Einheiten (1 x im Britzer Garten / an der Blütenachse und 2 x im Tempelhofer Feld / an der Oderstraße und am Luftgarten). Klo, wie ist das schön!
Zurück in die Zukunft: Der Berliner Twitteruser „Lehrerleben“ hat ein Bild von 30 „neuen Medienschreibtischen für die Klassenräume“ gepostet. DVD- und VHS-Player inklusive. Könnte das die Schule Ihrer Kinder sein? Oder sieht’s da ähnlich aus? Schreiben Sie uns: checkpoint@tagesspiegel.de.
„Berliner Pendler: Täglich 320.000 Mal rein und raus. Und kein bisschen Spaß beim Verkehr“ war vergangene Woche auf einer Social-Media-Kachel der Berliner CDU zu lesen. Politik- und Kommunikationsberater Johannes Hillje kommentiert heute im Tagesspiegel: Die neue Kommunikationsstrategie soll die „jungen Wähler ansprechen. Ich bezweifle, dass das so gelingt.“
Unter dem Motto „Feiert mit uns die Einweihung der neuen Pop-Up-Bike-Lane Kantstraße!“ haben die Initiativen Clevere Städte, Changing Cities und der ADFC Berlin am kommenden Freitag zu einer „DemoParty“ auf die Kantstraße eingeladen. Felix Recke, Vorsitzender der FDP-Fraktion ChaWi, kommentiert: Ich „komme gerne, wenn die Kantstraße tatsächlich irgendwann einmal verkehrssicher ist“ und es nicht nur „vortäuscht“. Rollt da die nächste Fahrradpartei?
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Wie erlebt man Berlin als Schwarze Frau? Was kann man tun, um rassistische Strukturen aufzubrechen? Und sollten wir mit Rechten reden? Darüber spricht Redakteurin Ann-Kathrin Hipp in der neuen Folge des „Tagesspiegel Checkpoint“-Podcasts mit der Dokumentarfilmerin und Autorin Mo Asumang. Jetzt hören auf Tagesspiegel.de, Spotify und Apple Podcasts.
Checkpoint-Quiz: Was passt in die Herrenhandtasche eines 18-Jährigen? A) Ein Wegbier B) Ein iPad oder C) Zwei Kühlakkus, ein Kühlpad, jede Menge gekühlter Drogen, eine Feinwaage, diverse Druckverschlusstütchen, Plastik-Gefäße, zwei Handys und ein Portemonnaie. Die Polizei Berlin löst: „Korrespondierend zur getragenen Jogginghose besticht dieser modische Begleiter für den stilsicheren Herrn von heute als wahres Raumwunder (…) ohne dabei unschön zugestopft auszusehen.“
Im Checkpoint-Postfach landete gestern ein „Q&A“ von Michael Michalsky zum Umzug der Modemessen. Erste selbstgestellte Frage: Haben Sie Angst um den Mode-Standort Berlin? „Nein, denn zum Glück besteht die Mode-Branche ja nicht nur aus Messen. Viel wichtiger sind all die Menschen und Firmen, die die Mode entwickeln und vorantreiben. Und viele von denen sitzen in Berlin, weil Berlin eine super-kreative Stadt ist. Der Vertriebskanal ist weggezogen und das ist schlecht für die Stadt und die Abläufe. Aber auch keine Katastrophe.“ Letzte selbstgestellte Frage: Was kann der Senat tun, um die Mode-Branche mehr zu unterstützen? Er sollte sich mit den Verantwortlichen „zusammensetzen und überlegen, ob man ein starkes Konzept aufsetzen kann, wie man die Moden-Schauen in Berlin hält“.
Noch ein Sommertipp vom Tierschutzverein für Berlin: „Wie Menschen auch freuen sich übrigens Hunde über Eis – natürlich kein Speiseeis, aber gefrorener Naturjoghurt oder Quark sind eine Delikatesse. Man kann auch Spielzeuge wie Kongs oder einfach kleine Backförmchen oder Becher mit Joghurt, Nassfutter oder Leberwurst füllen und sie einfrieren – fertig ist das Hunde-Eis!“ Hundeeisdealer-Boom in 3…2…1…
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Zugegeben, das menschenleere Brandenburger Tor, Sitzplatzgarantie in der U-Bahn und diese Ruhe über der Stadt hatten ihren eigenen Zauber, aber Berlin ist nicht die gleiche Stadt ohne Selfiesticks vor dem Fernsehturm und nachgestellte Bruderküsse an der East Side Gallery.“
Das offizielle Hauptstadtportal heißt Touristen wieder willkommen
Tweet des Tages
E-Mail der Hausverwaltung erhalten, die den Einsatz von 'unbenannten Fluggeräten' auf dem Grundstück untersagt. Habe meine Drohne jetzt Harald getauft.
Stadtleben
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Sie möchten sich sinnvoll engagieren, aber wissen nicht wo? Unser Newsletter „Ehrensache“ informiert Sie jeden Monat über die vielfältigen Möglichkeiten des Engagements, Charity und Ehrenamt in der Hauptstadt. Außerdem: Nachrichten rund um alles, was Ehrenamtler in Berlin und Brandenburg beschäftigt. Anmeldung unter: ehrensache.tagesspiegel.de
Essen – Wenn man am Ya-Man in der Moabiter Gotzkowskystraße 17 vorbeischlendert, kommt unweigerlich Strandfeeling auf. Unter einem sorgfältig aufgepinselten Papageienhimmel serviert Besitzerin Barbara Saltman, gebürtige Jamaikanerin, überwiegend Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte, die würzig nach Piment, Ingwer, Knoblauch und Thymian duften. Ganz neu ist die abholbare Lunchbox: Caribbean Soul Food für unterwegs. Nicht fehlen darf das jamaikanische Nationalgetränk Rum Punsch, bestehend aus drei Zutaten: Rum, Saft und Zucker. Übersetzt bedeutet Ya-Man in etwa „alles ist ok” – spätestens nach dem zweiten Rum Punsch ist es das auch. Mo-Sa 12-23 Uhr, So 12-22 Uhr, U-Bhf Turmstraße

Trinkkultur unterstützen – Das Morgen wird besser, eine charmante Lichtenberger Eckkneipe, ist ein Lichtblick für den sich im Wandel befindenden Bezirk. 2014 hat Emil Gililov sie eröffnet. Gerade jüngere Lichtenberger fühlen sich dort wohl, auch weil dunkle Holztische, alte Dielen und die schummrige Beleuchtung ein Gefühl von uriger Kiezkneipe erzeugen. An den Wänden hängen Porträts des Fotografen Steven P. Carnarius. Ein Kickertisch in der Mitte des Hauptraumes und eine große Brettspielsammlung tragen zum Gemütlichkeitsfaktor bei. Das Bier gibt es gezapft oder aus der Flasche, die Hausmarke ist Astra. Besonders beliebt bei den Gästen: die Shots. Montags arbeitet immer Gililov, dann kosten Mexicana, Fischkopf und Co nur einen Euro. Vor Corona gab es regelmäßig Veranstaltungen und Lesungen. Die treue Stammkundschaft unterstützte die Bar auch in Coronazeiten mit Spendenaktionen. Und jetzt? „Am besten könnt ihr uns helfen, wenn ihr alle gesund bleibt, damit ihr uns weiterhin besuchen könnt”, sagt Gililov. „Und nicht vergessen, auch wenn heute alles schlecht ist, morgen wird besser!” Mo-Do 18-0 Uhr, Fr-Sa 18-2 Uhr, S-Bhf Lichtenberg
Das ganze Stadtleben gibt's mit Checkpoint-Abo.
Wieder hingehen – (ein Kunst-Tipp von Birgit Rieger) Training für die Urteilskraft: Derzeit wird im Deutschen Historischen Museum eine der großen politischen Denkerinnen des 20. Jahrhunderts geehrt: Hannah Arendt. Die Fragen, die die bekannte jüdische Theoretikerin sich stellte, und die sie leidenschaftlich und streitbar diskutierte, könnten aktueller nicht sein: Es geht um die Lage von Geflüchteten, Rassismus in den USA, wohin Arendt vor den Nationalsozialisten floh, es geht um Feminismus und um die Unterscheidung von Fakten und Meinungen. Die Ausstellung versammelt Aufnahmen berühmter Interviews, Filme, Porträts und persönliche Objekte. Auch ein Zigarettenetui der passionierten Raucherin ist dabei. Zu sehen bis zum 18. Oktober im Pei-Bau des DHM (Hinter dem Gießhaus 3, tgl. 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr), nur mit Zeitfenstertickets – oder Feikarten, die Sie bis 12 Uhr bei uns gewinnen können.
Geschenk – Hinter der Mauer des Tierparks Berlin in Friedrichsfelde wohnen kletternde Affen, spuckende Lamas und mampfende Elefanten. Zu jeder Jahreszeit kriegen die über 9.000 Tiere Besuch. Der jüngste Bewohner: ein wenige Tage altes Rothschild-Giraffenbaby. Neben den Tieren gibt es mehrere Restaurants, eine Bimmelbahn und das Schloss Friedrichsfelde. Dort residierte einst Prinz August Ferdinand von Preußen. Ein Tag reicht kaum, um alle Ecken des 160 Hektar großen Geländes zu erkunden. Da Sie also eh wiederkommen müssen, lohnt durchaus eine Jahreskarte (55 Euro).
Karten sichern – In den kommenden Wochen öffnen die Staatlichen Museen fünf weitere ihrer Häuser und Ausstellungen: Das Neue Museum sowie die Sonderausstellungen von Kupferstichkabinett und Kunstbibliothek legen am 19. Juni wieder los. Am 25. folgt das Museum für Fotografie in Charlottenburg, am 27. Juni das Museum Europäischer Kulturen in Dahlem. BesucherInnen sind weiterhin verpflichtet, Mund und Nase bedeckt zu halten und sich im Vorfeld ein Zeitfensterticket zu buchen. Die Tickets werden in dieser Woche „sukzessive“ freigeschaltet.
Last-Minute-Podcast – (ein Tipp von Ticket-Kollege Jörg Wunder) Der Reiz der bezaubernden Buchreihe „Naturkunden“ von Matthes & Seitz liegt nicht zuletzt darin, dass in den liebevoll ausgestatteten Bänden auch Underdogs des Tierreichs wie „Schnecken“, „Heringe“ oder „Fliegen“ mit der gleichen Sorgfalt wie „Nashörner“ oder „Wölfe“ porträtiert werden. Die Literaturwissenschaftlerin Katrin Schumacher hat sich nun den Fuchs vorgenommen, der in den letzten Jahrzehnten einen positiven Imagewandel erlebt hat. Früher als Nahrungskonkurrent („Fuchs, du hast die Gans gestohlen…) und Überträger der Tollwut gnadenlos gejagt, ist der pelzige Kleinräuber vor allem in der Großstadt zu einer Art Maskottchen für die Artenvielfalt geworden. In der Reihe „weiter lesen“ des Literarischen Colloquiums Berlin unterhält sich Schumacher mit Anne-Dore Krohn über ihr Buch „Füchse. Ein Portrait“. Das Gespräch ist ab 19.04 Uhr als Podcast auf rbb-Kultur zu verfolgen.
Zukunftsperspektiven – Und was kommt als nächstes? Eine Frage, die man sich in Berlin in verschiedenen Zusammenhängen fast täglich stellt, denn wo, wenn nicht hier, wandelt sich alles ständig? Wo die Reise hingehen könnte, ist auch Thema einer fünfteiligen Podcastreihe, die heute startet. „What´s next, Berlin?“ entstand als Kooperation des Onlinemagazins Mit Vergnügen Berlin und dem Sony Center, das in diesem Jahr 20. Geburtstag feiert. In der ersten Folge spricht Coworking-Pionier Ansgar Oberholz mit Galeristin Yasha Young über den Einfluss von Kunst auf die Stadtentwicklung Berlins.
Mit diesem Stadtleben wünscht Ihnen Masha Slawinski einen großartigen Dienstag.
Berlin heute
Verkehr – Heinrich-Heine-Straße (Mitte): Wegen Leitungsarbeiten ist bis Ende August in Richtung Brückenstraße vor der Kreuzung Köpenicker Straße der Linksabbieger verkürzt.
A111 (Reinickendorf-Zubringer): Aufgrund von turnusmäßigen Wartungsarbeiten ist die A111 von 21 bis 5 Uhr in Richtung AD Kreuz Oranienburg zwischen Am Festplatz und Waidmannsluster Damm/ Hermsdorfer Damm gesperrt. Alle Ein- und Ausfahrten sind zwischen den Anschlussstellen gesperrt. Aus organisatorischen Gründen wird ab 20 Uhr mit den Absperrmaßnahmen begonnen.
Demonstration – Das „Landesaufnahmeprogramm des Landes Berlin zur Aufnahme geflüchteter Menschen“ ist Thema einer Kundgebung vor dem Roten Rathaus, die die Initiative Seebrücke Berlin angemeldet hat (9.30-12 Uhr). Das Mauermusem am Checkpoint Charlie plant für 11 Uhr (Platz des Volksaufstandes) und 13 Uhr (Ebertstraße 25) zwei Gedenkveranstaltungen samt Kranzniederlegung anlässlich des Volksaufstandes am 17. Juni 1953. „Freiheit für Müslüm Elma“ fordern ca. 70 Demonstrierende vor der Reichenberger Straße 170 am Kotti. Elma ist Hauptangeklagter im Terrorismusprozess gegen zehn türkischstämmige Kommunisten vor dem Oberlandesgericht München, der heute weitergeht. Auf einer „Demonstration für Meinungsfreiheit, Frieden und das Fortbestehen kultureller Veranstaltungen“ wollen von 18 bis 20 Uhr ca. 200 Menschen auf dem Pariser Platz – auf Abstand – tanzen.
Gericht – Der Prozess wegen Mordes an dem Berliner Chefarzt Fritz von Weizsäcker gegen einen 57-Jährigen wird fortgesetzt. Er hatte den Sohn des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker während eines Vortrags in der Schlossparkklinik erstochen (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 501). Außerdem muss sich eine 40-Jährige wegen betrügerischer Geschäfte mit Katzenbabys über das Internet verantworten. Der Frau werden 25 Fälle zur Last gelegt – rund 6000 Euro habe sie erschwindelt (9.30 Uhr, Saal 571).
Heimuniversität – Ein Vortragsreihe der FU thematisiert die Forschung rund um das Coronavirus. Heute um 17 Uhr referiert Prof. Dr. med. Michael Hölscher: „Gemeinsam gegen Covid: Prospektive COVID-19-Kohorte München" lautet der Titel der Veranstaltung. Der Link zum Live-Stream wird hier bekannt gegeben. Keine Zeit? Kein Problem! Die Vorträge können später hier nachgeschaut werden.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Stefanie Bäslack (39), „Liebe Steff, ich wünsche Dir alles erdenklich Liebe zu Deinem Ehrentag. Du und Deine Nähe sind für mich eine absolute Bereicherung, nicht nur in der Corona Zeit. Ich freue mich auf viele weitere schöne Momente mit Dir!" / Annika Greta Blendl (39), Schauspielerin und Regisseurin, u.a. bekannt aus „Donna Roma" / Matthias Brauner (46), Politiker (CDU) / Bennick Bröder (14) „Lieber Pubertist, bleib so wie du bist!!! Von der Ostsee grüßen Oma R. und Opa P.“ / Daniel Brühl (42), Schauspieler / Sandra Brunner (45), Richterin am Sozialgericht Berlin / Christoph Letkowski (38), Schauspieler und Musiker / Robert Neil MacGregor (74), Kunsthistoriker, ehem. Intendant des Humboldtforums / Michael Schäfer (48), Politiker (Die Grünen) und Klimaschützer / Per Skjelbred (33), Fußballspieler bei Hertha BSC / Heinz Tesar (81), Architekt und Künstler
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Renate Braun, * 20. September 1931 / Jochen Denzler, * 22. September 1941 / Bernd Galle, verstorben am 30. Mai 2020, Berliner Sparkasse / Dr. med. Sybille Köpf-Sommerfeld, * 15. November 1947, Kinderärztin / Dr. Ernestine Wohlfahrt, * 5. Dezember 1958, Gründerin des Zentrums für Interkulturelle Psychiatrie und Psychotheapie der Charité
Stolperstein – Heute vor 77 wurde Max Schwarzer (Jg. 1888) in Theresienstadt ermordet. Bis zu seiner Deportation am 28. Mai 1943 lebte er in der Singerstraße 1 in Mitte.
Encore
„Für ein gutes MITEINANDER“ – das steht aktuell auf einem Zaunzettel in der Jungernheide geschrieben. Und darum geht’s. Ein Staffordshire-Terrier (oder so ähnlich) mit dem Namen Jacomo (oder so ähnlich) hatte bereits zwei Auseinandersetzungen mit einer Schäferhündin. Das Schäferhundfrauchen bittet deshalb den Staffordshirebesitzer um einen raschen Anruf, „damit wir in einem ruhigen Gespräch zu einer guten Lösung für zukünftige Begegnungen kommen können“. Wir wünschen viel Glück und dass sich mehr Konflikte in Berlin auf diese Art und Weise lösen.
Berlins Irren und Wirren löst hier morgen Julius Betschka für Sie. Kommen Sie gut durch den Sonnentag! Bis bald,