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Jeder Tag ist für jeden Menschen ein Schicksalstag. An manchen Tagen aber bündeln sich schicksalhafte Geschichten zur Geschichte eines ganzen Landes und unserer wieder ganzen Stadt. Der 9. November erinnert uns daran, was Berlin und Deutschland alles sein kann: Geburtsstätte von Demokratie und Diktatur, als am 9. November 1918 zwei Republiken ausgerufen wurden – eine bürgerliche und eine sozialistische. Das Ende der Kaiserzeit markierte die Geburt der Weimarer Republik und den Beginn der legendären Zwanziger Jahre in Berlin. 20 Jahre danach wurde Deutschlands Hauptstadt zur Heimstatt des Hasses und des Terrors, als am 9. November 1938 bei der Reichspogromnacht systematisch jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger verfolgt und getötet, Geschäfte und Synagogen von Nationalsozialisten in Brand gesetzt und zertrümmert wurden. Von vielen ermordeten Nachbarinnen und Nachbarn ist uns nur die Erinnerung geblieben – erkennbar an den Stolpersteinen, die es im Stadtbild zu bewahren und besonders heute zu pflegen gilt.

Nach den Pogromen ging von Berlin ein Europa zerstörender Krieg aus, der Millionen Tote forderte und bleibende Wunden in die Stadtgeschichte schlug. Eine weitere Diktatur später fiel am 9. November 1989 die Mauer zwischen Prenzlauer Berg und Wedding, zwischen Deutschland und Deutschland, zwischen Ost- und Westeuropa. Seitdem ist Deutschland frei, vereint, souverän und demokratisch. Dass dies so bleibt, ist kein Schicksal – so wie es Geschichte auch nie ist.

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