Berlin will sich auf der Umweltministerkonferenz von Bund und Ländern in der kommenden Woche für die Einführung einer zweckgebundenen Kohlendioxid- und Energieabgabe einsetzen. Das erklärte Umweltsekretär Lutz Wicke (CDU) bei einer Anhörung zum „Energiekonzept Berlin“ im Jahr 1993. „Nur durch diese Zweckbindung könnten die ‚gewaltigen finanziellen Mittel‘ aufgebracht werden, die für Energiesparmaßnahmen und eine vorsorgende Umweltpolitik in Zukunft benötigt würden. Wenn sich diese Zweckbindung der Kohlendioxid / Energie-Abgabe in der EG nicht durchsetzen lasse, müsse sie zumindest in Deutschland eingeführt werden, forderte Wicke.“ So steht es in einem Tagesspiegel-Artikel vom 12.02.1993. Anmerkung in eigener Sache: Da war ich noch nicht mal geboren.
Heute, 26 Jahre und etliche Proteste später, will die Bundesregierung unter Angela Merkel (CDU) im Futurium ihr milliardenschweres Klimapaket vorstellen. Geplant sind einem erstem Entwurf zufolge u.a. der schrittweise Kohleausstieg, der Ausbau erneuerbarer Energien, Steuerabschreibungen für Sanierungen, eine Quote für E-Autos und: die Einführung eines CO2-Preises. Um den Druck bis zuletzt zu erhöhen, klimastreiken an diesem Freitag bundesweit Hunderttausende Menschen in mehr als 500 Städten, Zehntausende sind es allein in Berlin. Sitzblockaden auf Straßen sind geplant, Sitzblockaden auf Flughäfen nicht ausgeschlossen. In unserem Tagesspiegel-Liveblog halten wir Sie auf dem Laufenden.
BER I: Unglaublich, aber vielleicht wahr – Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup will Ende November im Aufsichtsrat den genauen Termin für die BER-Eröffnung bekanntgeben. Die laufende TÜV-Prüfung im Hauptterminal sollen voraussichtlich nächsten Freitag erfolgreich abgeschlossen, die zahlreichen Mängel an den Kabeltrassen bis zum Jahresende komplett beseitigt werden. Sieht fast so aus, als könnten wir unseren Count-up (2.666 seit Nicht-Eöffnung) bald in einen Count-down verwandeln. Gerne kurz melden, liebe Flughafengesellschaft. Dann gibt es aber kein Zurück.
BER II: FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja weist Vorwürfe zurück, wonach er durch seine Teilnahme am BER-Untersuchungsausschuss einer Baufirma (für die er arbeitet!) Vorteile bei der Auftragsvergabe durch die Flughafengesellschaft verschafft haben könnte. Der Linke-Abgeordnete Carsten Schatz hatte ihm vorgeworfen, durch seine „Doppelrolle“ in einem „massiven Interessenkonflikt“ zu stehen. Czaja schloss das ausdrücklich aus.
Der Bau der Einheitswippe beginnt frühestens im Frühjahr 2020. Weil die Fledermäuse aus dem Gewölbe des Sockels umgesiedelt werden müssen. Weil Fledermaus-Experte Carsten Kallsch empfiehlt, ab Oktober nicht mehr am Gewölbe zu arbeiten (Winterschlaf!). Weil die Oberste Naturschutzbehörde, die letztlich die Entscheidung trifft, in aller Regel den Empfehlungen des Gutachters folgt. Und weil der Generalunternehmer des Denkmalbaus, die „Arbeitsgemeinschaft Milla und Partner“, die vom Gutachter als Artenschutz-Kompensationsmaßnahme empfohlene „Uferrenaturierung Plänterwald“ nicht umsetzen will. Zwietracht.
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In einem Land, in dem man „nichts mehr sagen darf“, sind laut Berliner Landgericht folgende Äußerungen gegenüber der Grünen-Politikerin Renate Künast erlaubt: Drecksfotze / Stück Scheiße / Schlampe / Sondermüll / Geisteskranke / Knatter sie doch mal so richtig durch, bis sie wieder normal wird / vielleicht als Kind ein wenig zu viel ge... Sie bewegen sich „haarscharf an der Grenze des noch Hinnehmbaren“, werden als „zulässige Meinungsäußerungen“, „mit dem Stilmittel der Polemik geäußerte Kritik“, „überspitzt, aber nicht unzulässig“ und „Auseinandersetzung in der Sache“ gewertet (mehr zu Fall & Begründung hier). Gegen den Beschluss will die Politikerin Beschwerde einreichen.
„Man darf das nicht so stehen lassen“, sagte Renate Künast dem Checkpoint am Donnerstagabend. „Es geht hier um den Kern unserer Demokratie und darum, wie mit Menschen umgegangen werden darf, die sich öffentlich engagieren.“ Ziel der Hetzer sei eine systematische Sprachverschiebung, sagte Künast. „Wenn man Dinge nur oft genug sagt, glauben die Leute sie irgendwann, auch wenn sie vollkommen falsch sind. Genau darauf setzen die Rechten.“ Die Politikerin will, wenn nötig, bis vor den Bundesgerichtshof ziehen. „Es wird Zeit, dass sich die höchstrichterliche Rechtsprechung mit der Frage auseinandersetzt, was gesagt werden darf und wo Grenzen zu ziehen sind.“ Grenzen, die vielleicht längst überschritten wurden.
Hoffnung ist in Sicht: 69 Prozent der Erwachsenen trauen der jungen Generation zu, Verantwortung für den Erhalt der Demokratie in Deutschland zu übernehmen. (Q: Forsa-Umfrage für das Deutsche Kinderhilfswerk) Es kommentiert Herbert Grönemeyer: „Gebt den Kindern das Kommando!“
Kinderkommando für saubere Klos! 439 Unterschriften haben die SchülerInnen der Reinhardswaldschule in Kreuzberg für die Sanierung der Toiletten gesammelt. Am zweiten Oktober wollen sie dem zuständigen Stadtrat Andreas Hehmke (SPD) die Liste übergeben. Um ihre Forderung zu stützen, haben sie die Schultoiletten am Donnerstag gemeinsam mit ihren Eltern kurzerhand selbst geputzt. Motto: „Dreckig, stinkig, kein Papier, saubere Klos, das wollen wir!“
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Die Spezialisierung zur Behandlung ausgewählter Erkrankungen wird seit Jahren auch in der Abteilung „Minimal-invasive Chirurgie, Endokrine- und Viszeralchirurgie“ erfolgreich umgesetzt. Chefarzt PD Dr. Ingo Leister und sein Team beraten in den Sprechstunden umfassend und entwickeln in Kooperation mit Ihrem Arzt ein individuelles Behandlungskonzept.
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„World Cleanup Day“ in Berlin – mit 350 Aktionen machen rund 16.000 BerlinerInnen am Freitag und Samstag die Stadt sauber. Das Bezirksamt Pankow (erfolgreich durch „Touristen räumen auf“) setzt dieses Mal auf Comedy und lässt im Park am Weißen See die Theatergruppe „Müll & the Gang“ gegen den Müll antanzen. Wir zitieren: „Die interaktive Kunstaktion“ soll „auf humorvolle Weise auf das Thema Umweltschutz und Vermeidung von Müll in der Öffentlichkeit aufmerksam“ machen und „explizite Müllthemen wie Zigarettenkippen, Urinieren, unverhältnismäßigen Lärm und weitere Umweltverschmutzungen künstlerisch und schauspielerisch umsetzen“. Jeweils von 18 bis 19 Uhr.
Schon bemerkt, dass der stationäre Blitzer am Halleschen Ufer seit einer ganzen Weile mit Plastiktüten verhüllt ist (Foto hier)? Kollege Felix Hackenbruch hat bei der Berliner Polizei nachgefragt. Die Antwort: „Die Anlage wurde am 25. Februar 2019 durch massive Gewalteinwirkung stark beschädigt und ist seitdem außer Betrieb. Die Umhüllung dient als Wetter- und Korrosionsschutz.“ Die ersten Ersatzteile seien bereits geliefert. „Mit einer Inbetriebnahme wird noch dieses Jahr gerechnet.“ Von den 32 stationären Überwachungsanlagen im gesamten Stadtgebiet sind aktuell nur 21 in Betrieb. Gründe sind u.a. Schäden durch Sachbeschädigungen und Verkehrsunfälle, Nutzungsuntersagungen des Eichamtes, wegen nicht erkennbarer Haltelinien, technische Defekte und – wir sind ja schließlich in Berlin – stattfindende Bauarbeiten.
Berliner Schnuppen
Telegramm
„Checkpoint Live“ goes Neukölln! Zum Höhepunkt des „Creative Bureaucracy Festivals“ laden wir am Sonnabend (21.9. um 19 Uhr) zu Talks mit prominenten Gästen, musikalischen Einlagen der Checkpoint-Band und einer Runde Betriebsstörungsbingo in den Klunkerkranich. Die letzten 3 x 2 Tickets verlosen wir heute exklusiv an Checkpoint-Abonnenten. Einfach eine kurze Mail mit dem Betreff „Klunkerkranich“ an checkpoint@tagesspiegel.de.
Manchmal hat man in Berlin auch Glück: Ein Lotto-Spieler hat mit sechs Richtigen und der Superzahl 5,4 Millionen Euro gewonnen – gekauft wurde der Schein in Mitte. Ein zweiter kam mit sechs Richtigen ohne Superzahl auf 263.000 Euro.
Manchen Menschen in Mitte geht es weniger gut. Und trotzdem kennt das Bezirksamt auf Nachfrage nicht mal die Öffnungszeiten der Schuldnerberatungen – die für jedermann und -frau auf der Webseite des Sozialamts einsehbar sind. Ein Armutszeugnis.
Probleme im Einzelhandel: Mittes Stadtentwicklungsstadtrat Ephraim Gothe (SPD) zufolge denkt die „Mall of Berlin“ darüber nach, Ladenflächen in Büroräume umzuwandeln. Weniger praktisch, aber nützlicher wären WG-Zimmer. Wer weiß, vielleicht würden sie auf kuriose Weise Kult.
Berlins Kultruine verschwindet hinter einer Fassade: Rund um das ehemalige Kulturhaus Tacheles entsteht ein neues Stadtquartier. Grundsteinlegung war am Donnerstag. Ex-Regierender Klaus Wowereit sagt: „Veränderung muss sein. Wir dürfen Investoren nicht verschrecken. Im Gegenteil, man muss sie willkommen heißen. Wir brauchen Bauen, Bauen, Bauen. Berlin kann sich nicht einfach eine Käseglocke überstülpen.“
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat den Zusammenhang zwischen der Regulierung des Mietmarkts und der Eigenheimquote in 27 Ländern der OECD über einen Zeitraum von 100 Jahren analysiert. Fazit: Je strenger die Regulierung, desto mehr Eigenheime.
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Das 1976 von Pierre Boulez gegründete Ensemble intercontemporain ist eine der weltweit führenden Formationen für zeitgenössische Musik. Unter seinem musikalischen Leiter Matthias Pintscher kehrt es am Sonntag, 22. September mit neuen und neuesten Werken von Claude Vivier, Sasha J. Blondeau und Magnus Lindberg in den Pierre Boulez Saal zurück.
Yes we Kenia: SPD, CDU und Grüne wollen in Brandenburg koalieren. Am Montag sollen die Verhandlungen beginnen. Grundlage ist ein gemeinsames Zehn-Seiten-Sondierungspapier: „Zusammenhalt, Nachhaltigkeit, Sicherheit. Gemeinsam Brandenburg neu denken.“
Yes we can Bürgeramt: Die Bürgermeister der Bezirke und der Regierende Bürgermeister Michael Müller haben sich am Donnerstag darauf verständigt, trotz fehlender Mitarbeiter schneller Termine zu schaffen. Als eine Maßnahme soll geprüft werden, ob die Dauer jedes einzelnen (aktuell 12 Minuten) verkürzt werden kann. (Q: rbb24) Bald dann: „Alle 11 Minuten bekommt ein Berliner Hilfe beim Bürgeramt.“
Berlins neue Autonome: Die Straße des 17. Juni wurde am Donnerstag als „weltweit erste und digitale Teststrecke“ für selbstfahrende Autos eröffnet.
„Rot-Rot-Grün fährt mit 16 Limousinen zum Fußgängergipfel“ nach Hellersdorf, schreibt die „B.Z.“. Auf die Frage nach Fahrgemeinschaften antwortet der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD): „Wir kommen alle von woanders her. Und heute, wenn alle ihre schweren Akten dabei haben, ist das keine Option.“
Kaufoffensive in Autohäusern: Berlinweit ist der Umsatz im ersten Halbjahr 2019 um 8,6 Prozent gestiegen, in Brandenburg um 2,8 Prozent. (Q: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg)
Fußgängeroffensive in Friedrichshain-Kreuzberg? Die SPD-Fraktion will a) Tempo 20 und mehr Fußgängerüberwege am Moritzplatz, b) auch tagsüber Tempo 30 und Zebrastreifen, Mittelinseln oder Ampelanlagen für die Boxhagener Straße und c) Anti-Falschparker-Poller in der Neuen Weberstraße. Über die Anträge beraten wird in der nächsten Bezirksverordnetenversammlung.
Falschparkerbezirke gekrönt: Die meisten Ignoranten gab’s im ersten Halbjahr 2019 in Mitte (454.635). Platz zwei belegt Charlottenburg-Wilmersdorf (242.215). Friedrichshain-Kreuzberg (219.221) wird Dritter. (Q: Anfrage Karsten Woldweit, MdA AfD)
Abfällige Ausdrücke aus dem Abgeordnetenhaus, Teil II, heute mit der 6. Sitzung und einem Ordnungsruf an Frank-Christian Hansel (AfD). Präsident Ralf Wieland: „Vielen Dank! – Herr Kollege Hansel! Sie haben eben zu der Kollegin gesagt: ‚Sie haben doch eine Meise!‘ Das ist nicht parlamentarisch. Ich rufe Sie deshalb zur Ordnung.“
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Was bist Du für eine wunderbare Stadt des Sports! Im Magazin URBAN SPORTS zeigt der Tagesspiegel die Spielwiesen Berlins: auf fantastischen Freiflächen, in Grünanlagen, in Sportstudios, im Vereinssport oder bei den Spielen der Bundesligisten. Sowie Tipps und Termine für einen sportlichen Herbst und Infos zum 46. BMW Berlin-Marathon.
Berlin soll ab nächstem Jahr einen hauptamtlichen Antisemitismusbeauftragten bekommen – aber noch ist dafür kein Geld im Haushaltsentwurf. Sebastian Brux, Sprecher der Justizverwaltung, erklärt: Die Haushaltsverhandlungen liefen noch, einen Änderungsantrag durch die Koalitionsfraktionen werde es sicherlich geben.
Richtigstellung der Richtigstellung: Nachdem der Satz „Döner macht schöner“ erst Robert Ide und dann dem Song ‚Ich hab ne Zwiebel auf dem Kopf‘ von Possnicker zugeordnet wurde, meldet sich jetzt Kollege Lars Spannagel und erklärt: „Das ist natürlich völliger Quatsch. Als hätte irgendein Schlager-Fuzzi die ewige Berliner Weisheit erfunden. Der Spruch hing zum Beispiel schon in den 90er Jahren in der Dönerbude Las Vegas in der Wilmersdorfer Straße (über einem Foto der Boygruppe The Boyz beim Döneressen).“ Funfact: Bandmitglied der Boyz war Adel Tawil.
Das heutige Betriebsstörungsbingo wird präsentiert von Norbert Kesten und dem ICE von Düssel dorf nach Berlin: „Wir haben eine Verspätung auf Grund einer Verkettung unerwarteter Umstände.“
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Berlin treibt gemeinsam mit vielen europäischen Metropolen die Verkehrswende voran. Bequeme, sichere und bezahlbare Mobilität für alle Berlinerinnen und Berliner ist unser Ziel.“
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) in der Pressemitteilung: "Berliner Senat ruft auf: Machen Sie den autofreien Sonntag am 22. September zu Ihrem Tag für klimafreundliche Mobilität!"
„Lassen Sie Ihr Auto stehen und nutzen Sie Berlins Bahnen und Busse, fahren Sie Rad oder gehen Sie zu Fuß - so wie es viele Menschen in Europa an diesem Tag tun. Wir werden die klimafreundliche Mobilität in Berlin weiter ausbauen und verbessern. Damit es noch viel mehr autofreie Tage geben kann.“
Verkehrssenatorin Regine Güther (Grüne) in der Pressemitteilung: "Berliner Senat ruft auf: Machen Sie den autofreien Sonntag am 22. September zu Ihrem Tag für klimafreundliche Mobilität!"
Tweet des Tages
Könnt ihr mir Cafés in Berlin empfehlen, in denen es zwar guten Kaffee gibt, aber weniger als 50% der Gäste an den Tischen Themen ausserhalb der 'Awareness' ihrer Start-Ups besprechen?
Antwort d. Red.: Empfehlungen gerne an: checkpoint@tagesspiegel.de
Stadtleben
Essen & Trinken – Einen Abstecher nach Asien kann man auch in Frohnau machen, ganz ohne Flugscham. Leser Jürgen R. empfiehlt das „lua“, ein Restaurant gleich neben dem Ludolfingerplatz mit Spezialitäten aus Vietnam und Japan. An Auswahlmöglichkeiten mangelt es nicht: Hier können Sie alles von hausgemachten Frühlingsrollen, der traditionellen Reisbandnudelsuppe Phở (8,50-9 Euro) über verschiedene Reisgerichte mit saisonalem Gemüse bis hin zu einer Auswahl an Nigiri, Maki und Sashimi für Sushi-Liebhaber finden. Dazu lässt es sich gemütlich an einem Glas Wein oder einem Cocktail nippen. Ludolfingerplatz 1, S-Bhf Frohnau, Mo-Fr 11.30-22 Uhr, Sa-So 12-23 Uhr
Berlinbesuch – Wer heute Abend in die Griessmühle zur Solar One Music Label Night will, aber noch nichts zum Anziehen hat, kann vorher dem Mühlenmarkt, dem Flohmarkt im Club, einen Besuch abstatten. Hier verkaufen von 16 bis 22 Uhr Berliner bei guter Musik Second-Hand-Kleidung und Kunst. Es gibt Essen von der Pizza Library und Drinks von der Bar. Auch Rahel Bachem ist mit ihrem Live-Tattoo-Stand dabei. Einem gelungenen Abend steht also nichts im Wege, oder? Sonnenallee 221, S-Bhf Sonnenallee, der Eintritt ist frei.
Geschenk – Wenn Sie einen Bastel-Fan beschenken wollen oder gleich selber was basteln wollen, um dem Geschenk die persönliche Note zu verleihen, sollten Sie bei der heute in der Arena Berlin startenden Kreativmesse vorbeischauen. Hier wird alles zum Thema Basteln und Handwerken angeboten, Inspiration gibt's außerdem beim Bühnenprogramm und in Workshops, wo u.a. die Töpfer- und Goldschmiedekünste verfeinert werden. Im Rahmen der Kreativmesse findet auch die erste Berliner Kuchenmesse statt, natürlich mit Tortenwettbewerb. Der Eintritt kostet 7/6 Euro. Eichenstraße 4, Fr 14-20 Uhr, Sa 10-19 Uhr, So 10-18 Uhr, S-Bhf Treptower Park
Last-Minute-Tickets – Wem der Buchladen um die Ecke oder sogar Dussmann zu klein ist, der ist dieses Wochenende im Hamburger Bahnhof gut aufgehoben. Die „Art Book Fair“ ist eine Messe für Kunst- und Künstlerbücher, die hier von Künstler*innen und Verleger*innen präsentiert werden. Das Rahmenprogramm wartet zudem mit allerlei Lesungen, Buchpräsentationen, Diskussionsrunden und Performances auf. Der Eintritt ist kostenlos, heute findet die Eröffnung von 18 bis 20 Uhr statt, am Samstag und Sonntag hat die Messe jeweils von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Invalidenstraße 50-51, S+U-Bhf Hauptbahnhof.
Noch hingehen – Ein bisschen Unendlichkeit kosten können Sie noch bis zum 22. September im Mobile Dome auf dem Mariannenplatz, in dem die Reihe „Immersion: The New Infinity“ im Rahmen der Berliner Festspiele in die zweite Runde geht. Die Klang- und Digitalkünstler Robert Lippok und Lucas Gutierrez erforschen in der Arbeit „Non-face“ „unmögliche Objekte – Gegenstände, die zwar realistisch aussehen, aber in der physischen Welt unmöglich existieren können“. Der Eintritt ist frei, täglich von 11-15 Uhr und von 16-21 Uhr. U-Bhf Görlitzer Bahnhof
Verlosung – „Bad Hair Day“ ist Standard, „New York Style“ ein Fremdwort? Auf der „Glow“ wird ein ganzes Wochenende lang an die Hand genommen, wer in Sachen Styling noch Nachhilfe braucht. Die Messe ist zwar ausverkauft, aber wir haben noch 2x2 Tagestickets für Sonntag, den 22. September zurückgelegt. Maniküre gefällig? Station Berlin, Luckenwalder Straße 4-6, U-Bhf Gleisdreieck
Mit diesem Stadtleben wünscht Ihnen Carmel Schnautz einen angenehmen Freitag.
Berlin heute
Verkehr – Aufgrund der vielen Demonstrationen an diesem Wochenende kommt es zu erheblichen Verkehrseinschränkungen, mehr Informationen bietet die VIZ. Die A10 (Nördlicher Berliner Ring) wird von 22 Uhr an bis Montag, 5 Uhr zwischen dem Autobahndreieck Havelland und Kreuz Oranienburg in beide Richtungen gesperrt. Die A100 (Stadtring) wird in Fahrtrichtung Neukölln in Höhe Alboinstraße zwischen 8 und 14 Uhr bis auf zwei Fahrstreifen gesperrt. Bis Ende Dezember ist auf der Buschkrugallee (Britz) zwischen Grüner Weg und Parchimer Allee nur eine Spur frei. Die Hellersdorfer Straße (Hellersdorf) ist ab 6 Uhr bis Montag, 3 Uhr Richtung Gülzower Straße zwischen Stendaler Straße und Alte Hellersdorfer Straße gesperrt. Von 22 Uhr an bis Sonntag, 10 Uhr ist der Verkehr der Linien S41, S42 und S46 zwischen Beusselstraße und Gesundbrunnen unterbrochen. Ab Sonntag, 10 Uhr wird die Unterbrechung dann bis Montag auf die Strecke Westend – Gesundbrunnen ausgedehnt. Zwischen 22 Uhr und Montag, 1.30 Uhr fährt die Linie S5 nicht zwischen Strausberg Nord und Mahlsdorf.
Demonstrationen – „Keinen Ton für diesen Lohn!“ heißt die Musikschul-Demo, die heute von 8.30 bis 9.30 Uhr auf dem Potsdamer Platz stattfindet. Ansonsten steht heute alles unter dem Thema Klimaschutz. Die größten Demonstration mit ca. 10 000 Teilnehmenden von Fridays for Future zieht zwischen 12 und 18 Uhr vom Platz des 18. März durch Mitte und wieder zurück. „Wir haben keinen Planeten B“ – unter diesem Motto demonstrieren außerdem etwa 6000 Menschen gemeinsam mit Reclaim Club Culture und laufen zwischen 15 und 22 Uhr vom Potsdamer Platz zum Alexanderplatz. Eine Übersicht über weitere Klimaschutz-Demonstrationen hat der Tagesspiegel hier für Sie zusammengestellt. Am Samstag findet zwischen 12 und 18 Uhr der vom Bundesverband Lebensrecht e. V. organisierte „Marsch fürs Leben“ mit ungefähr 7500 Teilnehmern statt, der am Platz der Republik beginnt und endet. Die Gegendemos lassen nicht auf sich warten: „Antifeminismus sabotieren, Abtreibung legalisieren“ zieht mit ca. 1200 Teilnehmenden vom Rosenthaler Platz zum Washingtonplatz (10-12 Uhr), „Sexuelle und körperliche Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht“ mit ca. 2500 Teilnehmenden vom Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung beginnt um 11 Uhr am Washingtonplatz und endet um 16 Uhr in der Konrad-Adenauer-Straße. Die 19. Kreisfahrt vom ADFC unter dem Motto „Klima retten, Rad fahren“ findet mit ungefähr 1500 Teilnehmenden zwischen 14 und 17 Uhr statt, sie beginnt am Potsdamer Platz und endet dort auch wieder. Am Sonntag gibt es am Schüßlerplatz eine „Fahrraddemo zum weltweiten autofreien Tag“ von 11 bis 14 Uhr mit etwa 50 Teilnehmenden, organisiert von den Grünen. Die Europäische Bürgerinitiative Attention 5G veranstaltet eine Demonstration zu dem Thema „Attention 5G, Gesund bleiben“ am Platz der Republik, von 13 bis 16.30 Uhr, mit etwa 2000 Teilnehmenden. Etwa 600 Menschen nehmen an dem Motorradkorso teil, der unter dem Motto „Distinguished Gentlemen’s Rights“ von 13 bis 18 Uhr vom Gendarmenmarkt zur Saarbrücker Straße fährt.
Gericht – Der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der vor 13 Jahren auf dem Heimweg von der Schule verschwundenen Georgine Krüger geht weiter. Der 44-jährige Ali K. soll die damals 14-Jährige in einem Keller vergewaltigt und erwürgt haben. Die Leiche wurde nie gefunden (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 537).
Berliner Gesellschaft
Geburtstage – Sabine Christiansen (62), Journalistin / Ayşe Demir, „Vorstandssprecherin des TBB (Türkischer Bund Berlin-Brandenburg)“ / Kirsten Dreher, „seit 01.09.2019 neue Direktorin des Landesamtes für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten“ / Antje Kapek (43), Fraktionsvorsitzende der Grünen im AGH / Dania Schüürmann, „Ein wunderbares neues Lebensjahr wünschen Ma und Pa!“
Sonnabend – Mario Czaja (44), für die CDU im AGH / Manuel Gräfe (46), Fußballschiedsrichter / „Dem Opa-bus alias Mario Hadjiew alles Gute zum Geburtstag und eine schöne City Tour!“ / Dominique Lacasa (43), Sängerin und Schauspielerin / Peter Lind (65), „ganz lieben Gllückwunsch“
Sonntag – Robert Andrich (25), Fußballspieler / Klaas Heufer-Umlauf (36), Moderator, Schauspieler, Sänger, Fernsehproduzent / Christopher Lenz (25), Fußballspieler, Sabine Lisicki (30), Tennisspielerin / Barnaby Metschurat (45), Schauspieler / Christian Ulmen (44), Schauspieler, Fernsehmoderator und Produzent
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Wolfgang Rinke, * 5. Oktober 1947 / Mohamed Saber, * 10. März 1949 / Thomas Möller, * 31. Januar 1934
Stolperstein – Sybelstraße 62 in Charlottenburg: Hier lebte die Musiklehrerin Dr. Amalie Flatow (Jhg. 1861). Sie wurde am 12. Juni 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo sie am heute vor 77 Jahren starb, vermutlich an Nahrungsmangel und den hygienischen Missständen im Ghetto.
Encore
Der Checkpoint endet heute, wie er angefangen hat und zwar mit dem Klimawandel, genau genommen mit einem Leserbrief.
Am 19.06.1988 schrieb Tagesspiegel-Leser Christian Drews aus Berlin-Friedenau: „Erneut wird durch Gutachten von Wissenschaftlern aus aller Welt auf die lauernde, uns alle bedrohenden Gefahren klimatischer Veränderungen hingewiesen, ja sogar eine Klimakatastrophe ist zu befürchten. Diese Gutachten sollten von allen Politikern und Verantwortlichen sehr ernst genommen werden, nachdem jahrelang im Grunde die Gefahren unter den Tisch geschoben wurden, obwohl unsere (damaligen) technischen Möglichkeiten zur Bannung dieser Gefahren weit vorher hätten genutzt werden können. Was hierbei leider stark zum Tragen kommt ist die Verwechslung von Ursache und Wirkung. Man versucht jetzt (!) die Folgen in den Griff zu bekommen. Hätte dies nicht alles verhindert werden können?"
Kommen Sie gut und klimafreundlich durch den Tag. Morgen begrüßen Sie an dieser Stelle Stefan Jacobs und Thomas Wochnik - sofern sie nicht streiken. Bis ganz bald!
