in Berlin bleibt gerade kein gepflasterter oder geschotterter Stein auf dem anderen: Auf der Stadtautobahn beginnt nun der Neubau der Ringbahnbrücke inklusive Abriss der Halenseebrücke (Details hier), gleichzeitig wird die S-Bahn an ihrem rostigen Ring fortlaufend notoperiert, und die Ost-West-U-Bahnlinie 2 bekommt ein neues Stellwerk und steht so lange auf dem Abstellgleis (Details hier). So macht die Stadt ein wenig Ferien vom alltäglichen Gehetze auf ihren wichtigsten Trassen. Und tut etwas, was sie viel zu lange im Sanierungsstau hat stehen lassen: Sie erneuert ihre Straßen, Gleise und Brücken. Damit Berlin auch verkehrlich wieder in die Spur kommt.
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Barock-Wochenende 28.-30.11.2025
Alle zwei Jahre feiert die Philharmonie Berlin die Faszination der Barock-
musik! In diesem Jahr mit Legenden wie William Christie und Jordi Savall und Stars wie Maxim Emelyanychev und Philippe Jaroussky.
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Verdienen Sie zu wenig? Dann denken Sie wie viele andere. Aber wer verdient eigentlich zu viel? Für die Berliner SPD-Fraktion sind es die Managerinnen und Manager der Landesbetriebe; deren Gehälter sollten deshalb gedeckelt werden. Niemand im Dienst des Landes solle mehr verdienen als der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) – also 212.500 Euro brutto im Jahr. Wen würde das treffen?
+ Friedrichstadt-Palast: Intendant Berndt Schmidt (569.000 Euro)
+ Investitionsbank Berlin: Vorstandschef Hinrich Holm (498.000)
+ Messe Berlin: Geschäftsführer Dirk Hoffmann (480.000)
+ Flughafengesellschaft (BER): Vorstandschefin Aletta von Massenbach (468.000)
+ BVG: Vorstand Rolf Erfurt (449.000)
+ Wasserbetriebe: Vorständin Kerstin Oster (401.000)
+ BSR: Vorstandschefin Stephanie Otto (387.000)
Die CDU findet den Vorschlag zur Gehälter-Deckelung „populistisch“ (Michael Dietmann). Und auch der Berliner Experte für Personal-Gewinnung Michael Tippmann nennt ihn „vollkommen weltfremd“. Schon mit den aktuellen, einigermaßen marktgerechten Gehältern (Stand 2023) müsse man lange suchen, um „intrinsisch motivierte Berlin-Fans“ zu finden. Und was denken Sie: Wird im Dienst für unsere Stadt zu viel verdient?

Nicht für die Tonne sind Filme auf Social Media, bei denen BSR-Mitarbeiter kleine Waschbären aus Berliner Müllcontainern befreien (zu sehen hier). Speziell dafür geschult sei niemand, heißt es von der BSR auf Nachfrage, aber die Mitarbeitenden suchten meist nach „kontaktlosen Lösungen“ wie Brettern als Kletterhilfe für die in den Tonnen gefangenen Tiere.
Die Senatsverwaltung für Umwelt weiß nicht, wie viele Waschbären derzeit in Berlin hausen, geht aber von einem „exponentiellen Wachstum“ seit den 1990er Jahren aus – auch, weil die Tiere oft aus „falsch verstandener Tierliebe“ gefüttert würden. Ihr Hunger sei jedoch eine Hauptursache für „rapide Populationsverluste“ bei Amphibien. Und der Zuwachs geht weiter. „Die Tragfähigkeit des Berliner Stadtgebiets ist vermutlich noch nicht erreicht“, sagt dazu Berlins Waschbär-Beraterin Carolin Weh.
Und wie erklärt sich die Wildtierbiologin die vielen Mülltauchgänge der Tiere? „Alles, was nach Essen riecht, ist für Waschbären interessant“, sagt Weh. „Biomülltonnen und offene Komposthaufen sind besonders reizvoll.“ Die diesjährigen Welpen seien nun ein halbes Jahr alt, die Jungmännchen zerstreuten sich auf der Suche nach Revieren gerade in der Stadt. Zuweilen würden auch die Waschbär-Mütter, Fähen genannt, ihre Welpen in Tonnen ablegen. Kleintiere in Müllcontainern kommen meist aus eigener Kraft nicht mehr heraus. Wer ein Tier entdeckt, soll den Abfallbehälter umkippen und sich entfernen. Oder eben bei der BSR fragen, wie man es richtig macht.
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Di., 28.10., 19:00 Uhr: „Herkunft, Herz, Haltung – Peemöllers HEIMAT-Talk powered by DRIVE. Volkswagen Group Forum.“ Ilka Peemöller spricht mit Thelma Buabeng und Atrin Madani über Identität, prägende Erlebnisse und darüber, was Heimat für sie ausmacht. Limitierte Tickets für diesen spannenden Talk im DRIVE gibt’s hier kostenlos bei rausgegangen.de
Sie ist das Stammlokal für das coole Berlin, wenn es mal Lust auf frischen Fisch hat, aber nun soll es einfach Leine ziehen: Ergüns Fischbude unter den S-Bahnbögen in Moabit wird nach 30 legendären Jahren verdrängt; die Bahn wollte den Mietvertrag überraschend nicht verlängern. „Das Restaurant war wie ein Baby für meinen verstorbenen Vater“, erzählt Inhaberin Mine Çetinbaş am Checkpoint-Telefon. „Hier hat er viel gekämpft, hier bin ich aufgewachsen, bis der Laden dann mein Baby wurde.“ Die 44-Jährige leitet die urige Fischbude mit den frischen Spezialitäten an rustikalen Tischen. Wenn auf dem Viadukt die S-Bahn drüber hinwegrattert, wackeln die mit Fotos und Briefen vollgepflasterten Wände. Benannt ist das Lokal in der Lüneburger Straße nach Gründer Ergün Amca, der 1969 als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen war und sich hier einen Lebenstraum erfüllt hatte.
Ende Januar muss nun der auch von außen strahlend bunte Laden geräumt sein, „die Bahn hat da überhaupt nicht mit sich reden lassen, es war ganz schlimm, wie stur die waren“, erzählt Çetinbaş. Gegenüber der Wirtin wurden Brandschutzgründe für die Kündigung angegeben, der Konzern möchte sich auf Nachfrage „nicht öffentlich dazu äußern“. Doch Mine Çetinbaş kämpft weiter, wenn auch bald an einem anderen Ort. „Wir haben in Rudow hoffentlich was Neues gefunden“, erzählt sie. „Aber der alte Name und das ganze Design sollen bleiben. Denn dies war das Leben meines Vaters.“
Am 31. Dezember soll unterm Viadukt noch einmal zusammen Silvester gefeiert werden, danach zieht die Fischbude weiter. Berlins einstmals spannender Innenstadtrand bleibt um eine Institution ärmer zurück.
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DIE MARQUISE VON O. UND –
nach Heinrich von Kleist
Vier Frauen. Drei Jahrhunderte. Dieselben Muster: Gewalt. Schweigen. Schuldumkehr. Ob fiktiv wie die Marquise, historisch wie Viola oder gegenwärtig wie Pelicot und Renner – sie erzählen was passiert, wenn Frauen nicht länger schweigen. Regisseurin Ildikó Gáspár verwebt drei Fälle „nach wahren Begebenheiten“ mit dem der Marquise.
Ab 24.10.2025, DT Bühne
deutschestheater.de
Das längste Fußballspiel aller Zeiten ist nach 102 Jahren abgepfiffen worden. Doch es gibt vielleicht noch eine Verlängerung. Wie berichtet, musste die traditionsreiche „Fußball-Woche“ wegen Finanzproblemen ihren Stammplatz an Berlins Zeitungskiosken räumen. Nun macht Thorsten Manske, Vizepräsident beim Berliner Fußball-Verband, allen Fans des Magazins bis hoch zur Fußball-Legende Pierre Littbarski neue Hoffnung. „Ein Ende der Fußball-Woche muss nicht endgültig sein“, schrieb Manske dem Tagesspiegel. Der Verband wolle das Archiv sichern und prüfen, wie die Marke erhalten bleiben könne, „wenn auch wahrscheinlich in einem neuen, zukunftsfähigen Format“. Gemeinsam mit den Vereinen wird also nach digitalen Konzepten für das Traditionsblatt gesucht. Für Berlins Fußball wäre das ein ebenso spätes wie unerwartetes Tor.
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Autokratie und Diktatur sind weltweit auf dem Vormarsch. Unaufhaltsam? Wie können Demokratien enger zusammenrücken und ihre Kräfte bündeln? Welche Rolle spielen Wirtschaft, Technologie und Medien in der Stärkung von Demokratie und Freiheit weltweit? Diese und weitere Fragen diskutieren wir auf der Berlin Freedom Conference. Jetzt Ticket sichern!
Berliner Schnuppen
Telegramm
Es ist weiterhin einer der bewegendsten ungeklärten Kriminalfälle Berlins. Und er könnte nun vielleicht doch noch gelöst werden. Auf der Suche nach der Leiche von Rebecca Reusch wurde am Montag ein Grundstück im brandenburgischen Tauche mit Baggern durchkämmt. Hier könnte im Februar 2019 die Leiche des damals 15 Jahre jungen Mädchens zumindest zwischenzeitlich hingeschafft worden sein. Verdächtig ist ihr inzwischen 33 Jahre alter Schwager, in dessen Haus in Rudow Rebecca Reusch nach Angaben ihrer Familie vor ihrem Verschwinden übernachtet hatte. Seitdem fehlt jede Spur von ihr.
Jedem Verdacht wird nachgegangen: Ein Professor der Berliner Humboldt-Universität muss sich wegen des Vorwurfs der sexuellen Nötigung einem Gericht stellen. Konkret geht es laut einer Gerichtssprecherin um „einen Vorfall, der sich am 5. Juli 2019 im Büro des Angeklagten zugetragen haben soll“. Über diesen Fall wie auch über frühere Vorwürfe gegen den Professor im Zusammenhang mit sexueller Belästigung hatte der Tagesspiegel erstmals 2023 berichtet. Der Professor bestreitet Darstellungen, er habe eine Wissenschaftlerin während eines Sommerfests in seinem Büro gegen ihren Willen geküsst und angefasst. Dass die Staatsanwaltschaft nun Ermittlungen aufnahm, soll dem Vernehmen nach nicht auf eine Anzeige zurückgehen, sondern auf die Berichterstattung. Die ganze Geschichte meiner Kolleginnen Claudia von Salzen und Eva Murašov lesen Sie hier.
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Vom klassischen Film noir bis zu den großen Stadtsinfonien unserer Gegenwart. BOULEVARD NOIR widmet sich der Vielfalt eines Genres und Stilmittels, das sich stetig neu erfindet und doch unverkennbar bleibt – mit harten Schattierungen, grellen Neonlichtern und einem Großstadtbild jenseits von Gut und Böse. Jeden zweiten Donnerstag im Yorck Kino.
Und dann auch das noch: Laut einem aktuellen Ranking des Urlaubsanbieters TUI ist Berlin die gruseligste Stadt Deutschlands. Klingt nach dem altbekannten, gern auch von Berlinerinnen und Berlinern betriebenen Hauptstadt-Bashing, ist aber als Reiseempfehlung für Halloween gemeint. Berlin überzeugt demnach mit 194 Kostümverleihen und einer Nebelwahrscheinlichkeit von mehr als 20 Prozent für den 31. Oktober. Außerdem hält keine europäische Stadt mehr Friedhöfe vor. Gruftige Grüße!
Nun aber erstehen hier die guten Meldungen wieder auf:
Auf Google wird der U-Bahnhof Kottbusser Tor von Nutzern „Höllenloch Kotti“ genannt: unsicher, dreckig, stinkend. Passagiere meiden besonders die Aufzüge wegen des unangenehmen Geruchs nach Exkrementen. Nun will die BVG die Fahrstuhlschächte dort viermal wöchentlich reinigen und „beduften“. Nach aktuellen Plänen könnte es dort bald nach Citrus oder Lavendel, vielleicht sogar Waldfrucht riechen. Oder einfach wie in der U-Bahn: nach Cannabis?
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Besondere Reisen für eine besondere Zeit: Erleben Sie die Advents- und Festtage mit Kultur, Genuss und Musik. Auch zum Jahreswechsel warten inspirierende Reiseprogramme auf Sie. Jetzt entdecken!
Bullis sind von gestern. Eine Kleinfamilie aus Buxtehude baut einen alten BVG-Doppeldecker aus (MAN A39, Baujahr 2009, 13 Meter lang und vier Meter hoch), mit dem sie auf Weltreise fahren will. Im Erdgeschoss sind Garderobe, Küche und Bad geplant, im Obergeschoss Schlafzimmer und Wohnzimmer. Warum so groß? „Wir wollen gerne noch zwei weitere Kinder – da braucht man einfach Platz“, sagte der Vater der „BZ“. Im Bus bleibt alles im Fluss.
Den Dieben wird es langsam zu kalt. Vergangene Woche wurden in Berlin 191 Fahrräder als gestohlen gemeldet, das sind 37 weniger als in der Woche davor. Seien Sie heute allerdings vorsichtig: Laut der Polizeidaten kommen Räder besonders häufig am Dienstag weg. Kronjuwelen eher am Sonntag.
Es war ein Rad, auf dem das Volk mal vergessen konnte, dass ihr Staat einen am Rad hatte. Das bunte Riesenrad im Plänterwald schaukelte die Menschen in Ost-Berlin durch den vom nahen Westen heranwehenden Wind. Nun ist das einstige Stahlgerippe des Spreeparks saniert worden und wird samt Wasseranlage drumherum wieder aufgebaut. Ab 2027 dreht Berlin hier ganz neu am Rad. Ohne geteilten Himmel.
Falls Sie das noch interessiert: Im Kino Colosseum in Prenzlauer Berg beginnt heute Abend das Berliner Pornfilmfestival. Verhandelt werden hier nicht bloß Stellungen und Einstellungen; nach Angaben der Veranstalter gehe es auch um Identitäten, Moralvorstellungen oder Körpernormen. Das Festival läuft bis zum Wochenende im Moviemento und im Babylon Kreuzberg. Ob sich das Kommen lohnt? Das weiß man hinterher.
Zitat
„Nach der Grundausbildung habe ich Kaffeekochen und Skatspielen gelernt. Das ist ja auch wesentlich.“
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) plaudert über seinen Armeedienst. Von einem Losverfahren zur Musterung hält er „ehrlicherweise nicht viel“ und zweifelt auch daran, „ob eine Wehrpflicht wirklich zielführend ist“, wie er am Montag bei einer Grundsteinlegung in Marzahn verriet (Bericht hier).
Stadtleben
Verlosung – Kleiner planerischer Input für die Herbstferien: Am Freitag eröffnet in den Reinbeckhallen die Ausstellung „Origins – Ursprung des Lebens“. Die ist, wie das jetzt anscheinend Standard ist, immersiv (hier gibt es einen Trailer), verbindet Klang, Fotografie, digitale Kunst und Wissenschaft. Und zeigt, grob gesagt, die Reise vom Urknall bis zu uns. Wir verlosen 2 Familienkarten (je bis zu vier Personen)! Bewerbung bitte per Mail an das Checkpoint-Postfach: checkpoint@tagesspiegel.de. Regulär kostet so ein Ticket 54 Euro, einzelne Karte für Erwachsene 22 Euro, geöffnet Di – Do 10 bis 19.30 Uhr (letzter Einlass), Fr – So 10 bis 20.30 Uhr (letzter Einlass), Reinbeckstraße 29, S-Bhf Schöneweide
Essen & Trinken – Polen ist nah – und das birgt Vorteile: Jeden Tag finden frisch gebackene Kuchen ihren Weg über die Grenze in die fünf Filialen von „Polnische Feinkost Häusler“. Allein der Kühlschrank mit Teigtaschen-Spezialitäten ist für Entdeckungen gut: Die Piroggen gibt’s hier auch mit Erd- und Blaubeer-Füllung. Dazu Sauerkraut und Einlegegurken, Wurstspezialitäten, Konserven mit Gulaschsuppe, frisches Obst und Gemüse. Und man sollte nicht unterschätzen, dass sich selbst bei Grundnahrungsmitteln Nuancen verschieben können. Die Sahne etwa – genauer: der Sauerrahm Śmietana – schmecke „wirklich ganz anders“, verspricht Anna, die Verkäuferin. Das braucht zum Beispiel, wer den polnischen Käsekuchen Sernik backen will, u.a. Albrechtstraße 120, Mo-Fr 9 bis 18 Uhr, Sa 9 bis 14 Uhr, Bushaltestelle Neue Filandastraße
Noch hingehen – Auf den ersten Blick denkt man an ein gemaltes Stillleben, vielleicht vom flämischen Maler Frans Snyders. Aber diese verschimmelten Tomaten hinter den prallen Trauben? In der Ausstellung „nature morte“ zeigt die Fotografin Heike Zappe (noch bis 1.11.) Arbeiten aus mehreren Jahren, die formal verblüffend an die Malerei Alter Meister des 17. Jahrhunderts erinnern. Es geht, klar, der Titel sagt es ja, um Vergänglichkeit. Meist hat sie analog fotografiert (und den Geruch des langsam schimmelnden Gemüses so lange im Atelier ausgehalten). Mo-Sa 10–18 Uhr, Galerie im Kulturhaus Karlshorst, Treskowallee 112, S-Bhf Karlshorst
Last-Minute-Lesung – Dieser Termin ist superkurzfristig – aber möglicherweise genau das Richtige, falls Sie heute freihaben (oder aus anderen Gründen den Vormittag nach Gutdünken gestalten können)! Eine interessante Lesung, für lau, und gleich noch Frühstück dazu! In der Erich-Weinert-Bibliothek liest die Autorin Miku Sophie Kühmel („Kintsugi“) heute um 10 Uhr aus ihrem neuen Roman. In „Hannah“ erzählt sie die Liebesgeschichte zwischen der Künstlerin Hannah Höch und Autorin Til Brugman in den 1920er Jahren. Eintritt frei, Frühstück gegen Spende, Helene-Weigel-Platz 4, S-Bhf Springpfuhl
Grübelstoff – Fenster auf, Fenster zu? Jetzt beginnt in den (Großraum-)Büros und Klassenzimmern wieder das zähe Austarieren zwischen den Grundbedürfnissen Frischluft und Wärme. Kommt Ihnen das bekannt vor oder haben Sie in ihrem Arbeitsumfeld ganz andere Scharmützel?
Kiekste
Könnte glatt ein Film-Still aus einem Werk von Wim Wenders sein. Spielt aber in Lichtenberg und von Leser Alexandre Sladkevich in Szene gesetzt. Vielen Dank dafür! Weitere kinoreife „Produktionen“ aus Berlin gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – A100 (Stadtring): Von 21 bis 5 Uhr ist die Autobahn in beiden Richtungen zwischen den Anschlussstellen Oberlandstraße und Sonnenallee bzw. Späthstraße (Richtung Wedding bis Kreuz Schöneberg) gesperrt.
Schönhauser Allee (Prenzlauer Berg): Heute und morgen, jeweils 6 bis 18 Uhr, steht stadtauswärts zwischen Danziger Straße und Gneiststraße nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Hedwig-Dohm-Straße (Schöneberg): Von 10 bis 15 Uhr steht in Richtung Bahnhof Südkreuz nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Triftstraße (Wittenau): Richtung Hermsdorfer Straße steht an der Kreuzung Alt-Wittenau nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Das Abbiegen ist nicht möglich.
Nahverkehr – S-Bahn – S41, S42 und S46: Von 22 bis 1.30 Uhr besteht zwischen Südkreuz und Bundesplatz ein Pendelverkehr im 20-Minutentakt.
S45: Von 22 bis 1.30 Uhr besteht kein Verkehr mit dieser Linie zwischen Hermannstraße und Südkreuz.
S46: Von 22 bis 1.30 Uhr besteht kein S-Bahnverkehr mit dieser Linie zwischen Hermannstraße und Westend.
Demonstration – Für heute sind elf Demos angemeldet (Stand 20.10., 16.30 Uhr), u.a. „Mahnwache gegen den Faschismus“: 100 Menschen, Platz der Märzrevolution (0-24 Uhr)
„Bitte passt auf mich auf! – Die Friedensstatue Ari ruft die Nachbar*innen zur friedlichen Mahnwache auf. Täglich von 7-21Uhr an der Friedensstatue Ari (...)“: zehn Teilnehmende, Korea Verband, Birkenstraße 1 (7-21 Uhr)
„Stoppt Hinrichtungen im Iran“: zehn Demonstrierende, Hermann-Ehlers-Platz (14-17 Uhr)
„Aufklärung für den Frieden“: 20 Teilnehmende, Luisenhain (16.30-18.30 Uhr)
„Hilfe in der Ukraine“: vier Menschen, Caligariplatz 1 (17-22 Uhr)
Gericht – Ein weiteres Einziehungsverfahren im Zusammenhang mit beschlagnahmten Immobilien, die dem Remmo-Clan zugerechnet werden, geht weiter. Betroffen ist eine 35-Jährige, die Strohfrau gewesen sein soll. Verhandelt wird über einen Antrag der Staatsanwaltschaft auf Einziehung von neun Immobilien beziehungsweise Miteigentumsanteilen, die aus Sicht der Ermittler mit Geld aus Straftaten bezahlt worden seien (10 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A606).
Universität – Für viele Stadtbewohner:innen ersetzen die Vögel auf dem Balkon oder im Park ein eigenes Haustier. Sie wollen tiefer einsteigen? Heute Abend geht es an der Freien Universität im Rahmen der Ringvorlesung „Biodiverses Berlin“ um die Berliner Brutvögel (18.15 Uhr). Man kann vor Ort oder per Livestream teilnehmen. Großer Hörsaal, Arnimallee 22
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Silvio Heinevetter (41), Handballspieler, bis 2020 bei den Füchsen Berlin / „Wir gratulieren von Herzen unserer lieben Kollegin Katrin zu ihrem besonderen Geburtstag! Hab heute einen schönen Tag im warmen Süden und wir freuen uns auf viele gemeinsame vernetzte Stunden mit Excel, Gummibärchen und Weinverein!“ / „Lieber Lutz wir gratulieren Dir ganz herzlich zu Deinem Geburtstag und wünschen Dir v.a. Gesundheit und viele schöne (…) Reisen mit eurer neuen ‚Wohnung auf 4 Rädern‘! Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit Dir u. Gabi und einer Menge ‚nordischer Geschichten‘, Manka & Edwin“ / „Frank-Thomas Mende – dem besten Freund gratuliert Heidi aus der Ferne“ / Udo Wachtveitl (67), Schauspieler, vor allem bekannt in seiner Rolle als Münchner „Tatort“-Kommissar Franz Leitmayr / „Carolin Weiß (14): Happy Birthday, verbunden mit einem großen Strauß guter Wünsche. Ab heute gibt es wieder mehr Freiheiten für dich. Wir freuen uns mit dir und umarmen dich liebevoll! Deine Großeltern aus Götz“
Nachträglich: „Lieber Manfred, etwas verspätet, aber dennoch von Herzen unsere Glückwünsche zu Deinem Geburtstag! Alles Gute, Gesundheit und ein interessantes und glückliches neues Lebensjahr wünschen Manka & Edwin p. s. Erinnerst Du noch die Zeit, wo ‚Les Trois‘ ihr kreatives Unwesen filmisch umgesetzt haben? Schön war’s!“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Christa Gottschalk, * 28. Januar 1940, verstorben am 24. September 2025 / Margot Krede, * 16. September 1931, verstorben am 7. Oktober 2025 / Sibylle Reinecke, * 23. Juli 1948, verstorben am 12. Oktober 2025
Stolperstein – Emilie Rosenberg geb. Pick (*1877) war mit dem Berliner Kunsthändler Fritz Berthold Rosenberg verheiratet. Ob sie einen Beruf ausübte, ist nicht bekannt. Die Wohnung des Paars war zugleich Ausstellungsraum für ihre umfangreichen Kunstbestände. Nach 1933 wurde Fritz Rosenberg der Kunsthandel zunehmend erschwert, im Dezember 1936 versteigerte das Auktionshaus Max Perl den gesamten Bestand sowie die Bibliothek von Fritz Rosenberg. Eine geplante Emigration in die USA misslang. Emilie und Fritz Rosenberg nahmen sich am Vorabend der geplanten Deportation das Leben, Emilie Rosenberg überlebte zunächst und starb drei Tage später, am 21. Oktober 1941 in Berlin. An sie erinnert ein Stolperstein in der Pommerschen Straße 9 in Wilmersdorf.
Encore
Da kiezte: Nachdem Charlottenburg-Wilmersdorf mit einem neuen Branding auftrumpfte („Mehr Berlin geht nicht“), haben wir Sie um Nachbarschaftshilfe gebeten. Mit welchem Slogan könnte Ihr Bezirk für sich werben?
+ Besonders eifrig texteten die Spandauer. „Zum Glück nicht Berlin“, schlägt Björn Borrmann vor. Einig sind sich Michael Kemmer („Außenbezirk mit Niveau“) und Stefan Byczynski („Über Brücken musst du gehen“): Vom Hauptbahnhof ist’s ein Stück entfernt.
+ Shabby chic oder einfach nur abgerockt? Herbert Schneider klingt zerknirscht bei „Kreuzberg. Dreck, Drugs and Rock’n’Roll“.
+ Mit Blick auf gesperrte Grünflächen und Spielplätze schlägt Stefan Seelke für Reinickendorf vor: „Wir reißen Bäume aus, wo keine sind“.
+ Axel Jürs lebt in Mitte. „Hier spielt die Musik“, solle es dort dank Oper, Kanzleramt und Bundestag heißen. Oder in Schnauze: „Berlin MITTEnmang“.
Mehr Berlin geht eigentlich nicht. Außer natürlich in Charlottenburg-Wilmersdorf.
Entspannen Sie am besten mal wieder in Pankow! Mit uns das Innere nach Außen gekehrt haben heute Anna Thewalt und Christoph Papenhausen (Recherche) sowie Antje Scherer (Stadtleben) und Jaqueline Frank (Produktion). Morgen geht’s hier weiter mit Anke Myrrhe und Valentin Petri. Wir grüßen Sie!
