„sie hat immer freundlich gegrüßt“, ist einer dieser journalistischen Standardsätze, mit denen Nachbarn gern nach schlimmen Verbrechen zitiert werden. Niemand kann sich vorstellen, friedlich neben einem späteren Mörder gewohnt zu haben. Oder einer untergetauchten RAF-Terroristin, mitten in Kreuzberg. „Sie tanzte Capoeira, hatte einen Hund und wirkte eigentlich ganz nett“, sagten Nachbarn gestern über Daniela Klette, die nach 30 Jahren Fahndung am Montagabend festgenommen worden war. Die ganze Geschichte gibt es hier (für Abonnenten).
Außerdem interessant zum Thema:
+ Wie leben Terroristen im Untergrund? „Das größte Problem für die Abgetauchten ist das Geld“ – ein Interview mit dem Rechtsanwalt und früherem Moderator von „Aktenzeichen XY…ungelöst“.
+ Das linke Biotop: War es Zufall, dass Daniela Klette ausgerechnet in Kreuzberg untertauchte? Der Stadtteil ist eng verstrickt mit den Anfängen des linken Terrorismus.
Über den Hund von Daniela Klette ist übrigens nichts weiter bekannt – außer dass er „voll groß“ sein soll, wie eine Nachbarin berichtet. Hm, eine Deutsche Dogge vielleicht? Ein Afghanischer Windhund? Ein Kangal? Vielleicht etwas auffällig, zumal von diesen Rassen (in der Reihenfolge) in Kreuzberg genau 6, 1 und 2 Exemplare angemeldet sind. Und wir gehen mal davon aus, dass Klettes Hund eher keiner der in Kreuzberg offiziell gemeldeten 3092 Hunde ist, sondern wohl eher, nun ja, under cover unterwegs war.
Warum wir das alles wissen? Das kommt jetzt…
Dass es in Berlin ziemlich viele exotische Vögel gibt, wussten wir bereits. Wie viele exotische Hunde hier rumlaufen, wissen wir nun dank einer Anfrage von Stefan Taschner (Grüne) ebenfalls. Auf 17 Seiten listet die Verbraucherschutzverwaltung alle in Berlin registrierten Hunde auf, ordentlich sortiert nach Bezirken (so viel Ordnung wünschen wir uns bitte auch für alles andere!).
Ein paar Funfacts zum Frühstück? Bitte schön:
+ Von 131.000 Berliner Hunden (Q: Finanzämter) sind 74.000 nicht angemeldet.
+ Die meisten sind in Pankow registriert (6046), gefolgt von Steglitz-Zehlendorf (5801).
+ Die wenigsten Hunde sind in Kreuzberg registriert (3092), was aber auch daran liegen könnte, dass a) sie alle undercover unterwegs sind (s.o.), oder b) Friedrichshain vergessen wurde (fehlt in der Übersicht).
+ In Neukölln leben die meisten Kampfhunde, dort sind 334 sogenannte „Listenhunde“ (gefährliche Rassen wie Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Bullterrier) registriert.
+ Dass es die meisten Bayerischen Gebirgsschweißhunde in Pankow gibt (9), liegt hoffentlich nicht daran, dass sie den Prenzlauer Berg besteigen wollten.
+ Achtung Adel: 82 King Charles Spaniel sind gemeldet, die meisten (of course!) in Steglitz-Zehlendorf, nicht zu verwechseln mit dem Cavalier King Charles Spaniel, von dem es 361 gibt, die meisten in Pankow (but why?).
+ Wenn Sie den Namen Xoloitzcuintle dreimal sagen können, ohne dass Ihnen das Müsli aus dem Mund fällt, bekommen Sie trotzdem keinen der sieben mexikanischen Nackthunde geschenkt (sorry!).
+ In Mitte leben übrigens die meisten Pomeranians (70), weniger elegant auch Zwergspitz genannt (nicht zu verwechseln mit Zwergpinscher, Zwergschnauzer und Zwergdachshund, bzw. Zwergdackel oder Zwergteckel). Merke: Checkpoint-Hund Beverly liegt wie immer voll im Trend.
+ In ganz Berlin laufen 17 Löwchen herum (die meisten in Neukölln). Für alle, die mal wieder auf Löwenjagd gehen wollen.
+ Am häufigsten ist natürlich: der Mischling (5863).
Und wie immer gilt: Alles drin im Körbchen, oder: Besser kann man Berlin nicht zusammenfassen.
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Mehr …
Hier bleibt Kurth – zumindest vorrübergehend hängen. Einen kleinen Aufstand gibt es dieser Tage in der Finanzverwaltung: Mit Ex-Finanzsenator Peter Kurth (CDU) wollen einige Beamten nicht mehr arbeiten – auch nicht, wenn er nur als Porträt über den Amtsflur wacht. Nachdem Kurths Verbindungen zu Rechtsextremen und der Identitären Bewegung bekannt geworden waren (zur Podcast-Folge geht es hier, den Text gibt es hier), fordert nun eine Initiative von Mitarbeitern die Hausleitung in einem Brief auf, Kurths Porträt aus der „Ahnengalerie“ der ehemaligen Senatoren zu entfernen.
Auf Checkpoint-Anfrage gibt sich die Verwaltung kryptisch-diplomatisch: Man distanziere sich „von den Inhalten und dem Treffen“ Kurths mit rechtsextremen Politikern, Senator Stefan Evers (CDU) werde jedoch zunächst „das Gespräch mit den Mitarbeitern suchen“. Zwischenfazit: Wat hängt, dat hängt.
Bevor ihn jemand abhängt, will KPM-Chef Jörg Wolfmann lieber selber gehen. „Man soll die Sachen regeln, solange es geht“, sagt Jörg Woltmann. Der Moabiter hat vor 45 Jahren die Allgemeine Beamten Kasse (heute: Bank) gegründet, die sich auf Staatsdiener als Kundschaft spezialisiert. 2006 rettete er Berlins ältestes Unternehmen, die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM) vor der Pleite: „Vormittags verdiene ich in der Bank das Geld, das ich nachmittags in der KPM ausgebe“, sagte er häufig. Dank ihm ist die Firma wieder als Luxusmarke auf der ganzen Welt bekannt. Jetzt will er seine Nachfolge regeln, wie er meinen Kollegen Kevin P. Hoffmann und Bernd Matthies erzählt hat – und verkauft die Bank mit 65 Mitarbeitenden (630 Mio. Bilanzsumme) an die Berliner Volksbank. Wir wünschen: wenig zerschlagenes Porzellan.
Die Bäume sind tot, es leben die Bäume: Gestern früh um sieben hat Pankow die Eschenallee in Prenzlauer Berg zur Eschenstumpfstraße werden lassen – unter Polizeischutz. In der Ex-Allee soll jetzt der bestehende Gehweg befestigt werden: Der Bezirk wollte die Fällungen nicht absägen, weil sonst 1,1 Mio. Euro Förderung für den neuen Weg verfallen wären. Jetzt sind die Eschen ab – immerhin: Der Bezirk hat Ersatzpflanzungen angekündigt…
…allerdings fragen wir da bei Gelegenheit noch mal nach. Denn: Viele Bauverantwortliche kaufen sich nach Fällungen lieber frei, statt neu zu pflanzen (was sie müssen). Allein in Mitte hat es für 285 abgesägte Bäume im vergangenen Jahr nur 64 Ersatzpflanzungen gegeben. Dafür flossen knapp 200.000 Euro in die Bezirkskassen (Q: Anfrage Altuğ/Grüne), auch nicht schlecht. „Der Trend zur Ausgleichsabgabe“ sei damit „sichtbar“, schreibt das Bezirksamt – auch weil es immer schwieriger sei, geeignete Standorte zu finden. Jetzt sollen „ausgewählte langsamwüchsige Baumarten“ schon ab einem kleinen Stammumfang unter Schutz gestellt werden können. Für Investoren wächst da kein Gras mehr.
Gerade wird darüber diskutiert, ob Berlin eine Straße oder ein Platz nach Alexej Nawalny benennen sollte. Doch in Berlin haben es Männer nicht leicht: „Frauen sollen verstärkt Berücksichtigung finden“, steht seit dem Jahr 2000 in den Ausführungsvorschriften des Berliner Straßengesetzes. Und wie läuft es so mit den Umbenennungen, ein knappes Vierteljahrhundert später? Von 11.032 offiziell benannten Straßen, Wegen, Plätzen und Grünflächen sind 2935 nach Männern benannt – und 388 nach Frauen (Q: SenUVK). Mathe mit dem Checkpoint: Knapp 27 Prozent der Berliner Straßen sind männlich, nur rund 3,5 Prozent weiblich. Bewohnerinnen gibt es bekanntlich ein paar mehr.
Deshalb die Frage an Sie: Welche Berliner Frauen (müssen min. fünf Jahre tot sein) sollten mit einem Straßennamen geehrt werden? Oder ist das ohnehin alles Quatsch? Schicken Sie Ihre Vorschläge an checkpoint@tagesspiegel.de. Wir machen was draus, versprochen.
Den Comic (nur für Abonnenten) widmet unsere große Künstlerin Naomi Fearn einem ihrer großen Helden: Dem Volksbühnenintendanten René Pollesch, der am Montag völlig überraschend gestorben ist.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Senatskauderwelsch I, Manja Schreiner (Verkehr, CDU), Senats-PK: „Innerhalb der TVO-Trasse wird darauf geachtet, dass die Nahverkehrstangente nicht tangiert wird.“ Heißt übersetzt: Autobahn und S-Bahn werden sich im Südosten nicht in die Quere kommen. Dass eine S-Bahn zwischen Marzahn über Grünau bis zum BER bzw. Königs Wusterhausen entstehen soll, hat der Senat gestern entschieden. Grobe Kostenschätzung: 1,4 Milliarden Euro. Ob’s klappt, weiß man noch nicht, aber: Alle finden das gut.
Senatskauderwelsch II, Senatsverwaltung für Justiz, PM: „Senat beschließt Änderung der Verordnung über die Abwendung der Vollstreckung von Ersatzfreiheitsstrafen durch freie Arbeit.“ Heißt übersetzt: Wer einen Tag im Gefängnis verhindern will, weil er z.B. wiederholt schwarzgefahren ist und seine Geldstrafe nicht bezahlt, muss jetzt sechs statt bisher vier Stunden arbeiten. Warum Linke und Grüne das kritisieren, und was das mit einer Gesetzesänderung im Bund zu tun hat, hat CP-Kollege Daniel Böldt hier aufgeschrieben. Ganz ohne Kauderwelsch.
Nachsitzen wegen falscher Ankündigungen müssen heute: Finanzsenator Stefan Evers (CDU), Arbeitssenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) und Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU). Der Streit um die Hauptstadtzulage für Freie Träger konnte heute im Senat nicht geklärt werden. Ob in diesem Fall noch Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) vermitteln muss, weil der Regierende nicht darf (wegen Beziehung zur Bildungssenatorin) und Finanzsenator nicht kann (weil sein Ressort betroffen ist), war gestern nicht zu erfahren.
Endlich was los auf dem Berg: Ideen gab es viele, bisher rottet die alte Abhörstation der Briten und Amis im Grunewald ziemlich lost vor sich hin. Jetzt gibt es neue Eigentümer („Wir denken groß“) – und gute Chancen, dass es diesmal was wird mit den Plänen für ein Café, eine Ausstellung, einen Wissenschaftscampus und Veranstaltungsräume. Das Ganze hat mein Kollege Cay Dobberke ganz legal ausspioniert (und dann stimmt es ganz sicher!)
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Wenn es um die Wirtschaft geht, hält es Franziska Giffey ganz wie der Kanzler: „Don‘t worry about our economy“, mahnte Olaf Scholz kürzlich vor internationalem Publikum. „Berlin schaut zuversichtlich nach vorn“, teilte jetzt die Wirtschaftsverwaltung mit. Auch wenn das Gesamtumfeld weiterhin schwierig bleibe und die Konjunktur bundesweit schwächele: „Die Wirtschaft in Berlin wächst.“
Dazu passt die Meldung: Mehr Berliner entgehen der Insolvenz. Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Jeder zehnte Berliner ist verschuldet.
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Europäischer Jahresauftakt am 19. und 20. März 2024 in Berlin und digital
Im Jahr der Europawahl laden DIE ZEIT, Handelsblatt, Tagesspiegel und WirtschaftsWoche Sie ein, u.a. mit Bundeskanzler Olaf Scholz, der estnischen Premierministerin Kaja Kallas, Wirtschaftsminister Robert Habeck und vielen europäischen Wirtschafts-Entscheider:innen, über Lösungen für die Zukunft Europas zu diskutieren.
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Passantinnen haben im Volkspark Prenzlauer Berg einen menschlichen Oberschenkel gefunden. Nach Checkpoint-Informationen wird die Polizei heute zur Identifikation ein Bild von einem Tattoo veröffentlichen, das auf dem Körperteil zu sehen ist. Zudem soll es Merkmale aufweisen, die eine medizinische Amputation ausschließen. Der Volkspark wurde gesperrt.
Letzter Fahrradklau-Counter im Februar: Vergangene Woche wurden in Berlin 230 Fahrräder im Wert von 318.663 Euro als gestohlen gemeldet. Das sind einige mehr als in der Woche davor (196). Innerhalb des Rings wurde knapp mehr Räder (119) geklaut als außerhalb (111). Die meisten Diebstähle gab es am Hertzbergplatz (Neukölln), im Stralauer Kiez (Friedrichshain-Kreuzberg) und in der Revaler Straße (Friedrichshain-Kreuzberg). Höchster Diebstahlwert: 7000 Euro – das Rad stand im Breitscheidplatz.
Seit Jahresbeginn wurden bereits 1934 Räder im Wert von 2.536.307 Euro gestohlen. Das geht aus einer Checkpoint-Auswertung von Daten der Berliner Polizei hervor. Wie die Lage in ihrem Kiez ist, sehen Sie auf unserer Fahrraddiebstahlkarte.
Und Achtung: Besonders häufig wurden Fahrräder um 16 Uhr sowie am Mittwoch gestohlen. Heute gilt also (noch mehr als sonst): Lassen Sie Ihr Fahrrad heute nicht unbeaufsichtigt.
Mit Ihrem Tagesspiegel-Plus-Abo können Sie heute u.a. auch diese Texte lesen:
+ „Autofahrer werden immer fahrlässiger und aggressiver, aber Radfahrer auch.“ Woher kommt die Wut – zwischen Aktivisten und Autofans, Städtern und Landbevölkerung? Ein Experte erklärt, was auf deutschen Straßen schiefläuft.
+ „Ich nehme, wenn ich kann, die Treppe.“ Wenn man im Aufzug stecken bleibt und den Notrufknopf drückt, meldet sich oft Martina Bork. Was sie dann erlebt, wie man sich verhält und was man auf keinen Fall tun sollte – ein Interview von Noah Kohn.
+ „Die Pollen sind durch die Erwärmung aggressiver geworden.“ Experten warnen vor einer zunehmenden Belastung für Allergiker durch den Klimawandel. Hinzu kommen neue Pollen aus dem Süden. Um Betroffenen zu helfen, sind genaue Vorhersagen wichtig.
Zitat
„Rene ist tot.“
Das schrieb Schriftstellerin Sybille Berg gestern bei X (ehemals Twitter). Das Entsetzen ist groß, weit über die Theaterszene hinaus: Der Volksbühnen-Intendant René Pollesch ist überraschend im Alter von 61 Jahren gestorben. Einen Nachruf meines Kollegen Rüdiger Schaper können Sie hier lesen.
Stadtleben
Essen & Trinken – Es liegt Chili in der Luft: Im „Shoo Loong Kan“ kann es passieren, dass sich schon beim Eintreten die Augen röten. In dem chinesischen Restaurant sitzt man in einer Landschaft aus bunten Lampions, falschem Bambus und echten Holzmöbeln. In die großen Gruppentische sind in der Mitte Induktionsherdplatten eingebaut. Darauf stehen überdimensionale Töpfe, aus denen heiße Brühe dampft. Drei stehen zur Auswahl: Chili, Pilz und Tomate. Ein Erlebnis sind die Nudeln, vor allem die handgezogenen Weizennudeln, die einen wunderbaren Biss haben. Ansonsten gibt’s von Rinderfilet bis Schweinehirn eine große Auswahl an tierischen Einlagen, aber auch eine Menge Gemüsesorten wie Yams, Erbsensprossen oder Wasserspinat. Hier hat unsere Gastro-Redaktion weitere Adressen fürs Fondue nach China-Art zusammengetragen. Tägl. 12 bis 23 Uhr, Meinekestraße 22, U-Bhf Kurfürstendamm
Berlinbesuch – Unter dem Titel „Zerreißprobe“ hat die Neue Nationalgalerie gründlich Staub gewischt. Die neue Hängung all der Kunst, die vielfach in Depots vor sich hin schlummerte, macht Schluss mit der eindimensionalen Erzählung der Moderne. Mehr Künstlerinnen, mehr Malerei und Skulptur aus DDR-Zeiten wie auch der Avantgarde Osteuropas: Werke von Pablo Picasso oder Barnett Newman stehen nicht länger für sich, sondern im Kontext einer vielstimmigen Geschichte. Endlich kein Kanon mehr, den die Museen viel zu lange selbstherrlich gepflegt haben. Stattdessen: Neugier, Emanzipatorisches, Überraschendes (bis 28.9.2025). So/Di/Mi/Fr/Sa 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Potsdamer Straße 50, S/U-Bhf Potsdamer Platz
Last-Minute-Lesung – Ihr Roman „Niemand ist bei den Kälbern“ wurde mit großem Erfolg (und Saskia Rosendahl in der Hauptrolle) verfilmt – jetzt ist Alina Herbing zurück. „Tiere, vor denen man Angst haben muss“ heißt ihr aktuelles Buch und sie stellt es heute Abend im Pfefferberg Theater vor (20 Uhr). Im Zentrum steht Madeleine, die auf einem verwilderten Hof im Mecklenburgischen versucht, die Reste ihrer Familie zusammenzuhalten – während immer mehr Tiere und Pflanzen Platz beanspruchen. Wir verlosen 2x2 Karten! Regulär kosten die 14 Euro. Schönhauser Allee 176, U-Bhf Senefelderplatz
Noch hingehen – Eine spannende Ecke Europas, die oft unterm Radar fliegt: Rumänien und die Moldau. Noch bis Samstag organisiert das Literaturhaus Berlin das Festival „Don’t Look Back“.Geboten werden Lesungen, Musik, Filme, Debatten und eine Ausstellung mit Künstler:innen aus den beiden Ländern, die in permanentem Wandel sind. Viele zeitgenössische Autor:innen behandeln aktuelle Fragestellungen über Migration, Zugehörigkeit, Turbo-Kapitalismus & Co. Heute und morgen gibt es Filmabende, die im Babylon stattfinden (Rosa-Luxemburg-Straße 30). Sonstiges Programm: Fasanenstraße 23, U-Bhf Uhlandstraße
Grübelstoff – Ein schlafendes Baby an einer Häuserwand, in der Nähe der Kulturbrauerei, leider bekritzelt, vielleicht ist Ihnen dieses Graffito auch schon mal aufgefallen. Haben Sie in letzter Zeit in der Stadt ein Wandbild gesehen, das Sie beeindruckt hat? Und im Vergleich zu Städten wie Lissabon, Madrid oder Barcelona, wo praktisch an jeder Ecke kunstvolle Murales prangen – finden Sie eigentlich, dass Berlin eine echte Streetart-Kultur hat?
Kiekste
Die Berlinale ist Geschichte, die Stadt bleibt weiter filmreif, so wie hier am Alexanderplatz. Dank an Birgit Walter! Weitere Shots gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – A115 (AVUS): Wegen Sprengungen zur Munitionsvernichtung wird es von 11.45 bis voraussichtlich 12.15 Uhr eine kurzzeitige Sperrung in beiden Richtungen zwischen den Anschlussstellen Hüttenweg und Spanische Allee geben. Der Kronprinzessinnenweg ist bereits ab ca. 9.15 Uhr durchgängig gesperrt.
Am Dachsbau (Heiligensee): Bis Anfang April ist die Straße in beiden Richtungen zwischen Schulzendorfer Straße und Im Rehgrund für Kfz- und Radverkehr gesperrt.
Gitschiner Straße (Kreuzberg): Bis Mitte April ist die Fahrbahn in Richtung Hallesches Ufer auf einen Fahrstreifen verengt. Das Abbiegen in die Alexandrinenstraße ist nicht möglich und die nördliche Alexandrinenstraße ist ab der Neuenburger Straße Richtung Gitschiner Straße eine Sackgasse.
Tiergartentunnel (Tiergarten): Von 21 bis 5 Uhr ist der Tunnel in beiden Richtungen gesperrt. In den folgenden Nächten finden weitere Arbeiten statt.
S-Bahn – S7 und S75: In den nächsten beiden Nächten (Mi/Do und Do/Fr) fahren die Züge jeweils ca. 22-1.30 Uhr zwischen Ahrensfelde und Springpfuhl S-Bahnverkehr nur im 20-Minutentakt. Zwischen Springpfuhl und Friedrichsfelde Ost besteht nur S-Bahnverkehr im 20-Minutentakt mit der S7.
Demonstration – Für heute sind 17 Demos angemeldet (Stand 27.2., 14 Uhr), u.a. „Für den B-Plan-Kompromiss, Grünerhalt und Spielplatzerhalt“: 30 Teilnehmende, Ossietzkystraße 26 (6-12 Uhr)
„Schule gegen Rechts – 1933 soll im Geschichtsbuch bleiben“: 500 Demonstrierende, Rothenburgstraße 18, Hermann-Ehlers-Platz, Schloßstraße, Rothenburgstraße/Waetzoldstraße (8-11.30 Uhr)
„Streik ISS Communication“: 50 Protestierende, Verdi, Seesener Straße 10-13 (8-12 Uhr)
„Die Linse muss bleiben! Gegen Jugendclubschließungen“: 20 Menschen, Rosenthaler Platz, Brunnenstraße (16-18.20 Uhr)
„Migrationspolitik und in Deutschland“: 100 Menschen, U-Bhf. Mehringdamm, Gitschiner Straße, Moritzplatz, Oranienplatz (18-21 Uhr)
Gericht – Gegen Schauspieler Kida Khodr Ramadan (47) kommt es zu einem Prozess wegen Fahrens ohne Führerschein. Der „4 Blocks“-Star ist bereits in einem früheren Verfahren wegen Fahrens ohne Führerschein zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Weil die Bewährung aber widerrufen wurde, steht dem Schauspieler nun der Strafantritt bevor (10.45 Uhr, Amtsgericht Tiergarten, Kirchstraße 6, Saal 4007).
Universität – Unter dem Titel „Einstein in the dome: Begegnung der dritten Art“ lädt der Einstein-Zirkel der FU heute zu einer Diskussion über den aktuellen Stand der Forschung zur Suche nach außerirdischem Leben ein (19-20.30 Uhr). Restkarten für die Veranstaltung im Zeiss-Großplanetarium, Prenzlauer Allee 80, Tram-Haltestelle Prenzlauer Allee, an der Abendkasse.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Jürgen Chrobog (84), Jurist und Diplomat, ehemaliger Staatssekretär im Auswärtigen Amt / Johannes Fink (60), Jazzbassist, spielt in verschiedenen Berliner Gruppen und tourte für das Goethe-Institut mit der Band „Günter Adler“ / Eric Mik (24), Eishockeyspieler bei den Eisbären Berlin / Moritz Morawski (43), Teamarzt von Alba Berlin / Bodo Morshäuser (71), Schriftsteller (seine Erzählung „Die Berliner Simulation“ spielt zur Zeit der Westberliner Punkkultur und Hausbesetzerbewegung), in den 1980er-Jahren Autor und Moderator beim Sender „Freies Berlin“ / Karolina Raskina (32), zehnfache deutsche Meisterin in der Rhythmischen Sportgymnastik, eröffnete eine Gymnastikschule in Berlin / Klaus Staeck (86), Grafiker, Jurist und Verleger, Präsident der Akademie der Künste in Berlin (2006-2015), seit 2015 Ehrenpräsident der Akademie der Künste / „Liebe Waltraud (80) für Dein neues Lebensjahr die allerherzlichsten Geburtstagswünsche, viel Gesundheit und Glück! Nun kannst Du mit Burkhard 160 Jahre feiern. Liebe Grüße Retty und Gerhard“ / Bruni Wildenhein-Lauterbach (77), Politikerin (SPD), von 2006 bis 2021 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Imke Büch, * 25. November 1977, Mitarbeiterin im Deutschen Bundestag / Dr. Helga Ernst, * 26. Juli 1939 / Peter Klostermann, * 18. Mai 1967 / Patricia Powierski, * 12. November 1959, Pflegedienstleitung bei der Seniorenstiftung Prenzlauer Berg / Jürgen Scholz, * 16. März 1936 / Wolfgang Siano, * 15. Juli 1948, Kunsthistoriker und Kurator / Weihbischof em. Wolfgang Weider, * 28. Oktober 1932, ehemaliger Vorsitzender des Stiftungsrats der Caritas-Gemeinschaftsstiftung im Erzbistum Berlin
Stolperstein – Frieda Herzfeld, geb. Meyer, wurde am 10. Januar 1871 in Harzgerode/Anhalt geboren. Sie war verheiratet mit dem Kaufmann Max Salomon Herzfeld. Das Paar hatte einen Sohn namens Heinz. Am 31. Juli 1942 wurde Frieda Herzfeld von den Nazis ins Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie am 28. Februar 1943 ermordet wurde. Zum Schicksal ihres Mannes gibt es keine Informationen. Für Heinz, Hertha und Frieda Herzfeld wurden am 30. August 2023 in der Dunckerstraße 21 in Prenzlauer Berg Stolpersteine verlegt.
Encore
Endlich gute Nachrichten für Berliner Autofahrer – oder solche, die es werden wollen: In Berlin bekommen Fahrschüler ihren Führerschein am billigsten. Das will eine Studie des Paul-Camper-Magazins herausgefunden haben, die 20 große Städte verglichen hat. Liegt vielleicht daran, dass unser Verkehr eigentlich nichts für Anfänger ist. Und billig ist auch anders: Für Fahrstunden, Sonderfahrten, Prüfung und sonstige Sonderschleifen werden hier im Durchschnitt 2700 Euro fällig. Nebenan in Potsdam sind es allerdings 3600 – vielleicht mal eine Reise nach Berlin wert. Am teuersten ist mal wieder München: Dort müssen Fahrschüler rund 4200 Euro hinlegen. Oder, wie die Münchner sagen: eine Monatsmiete.
Richtig gut in Fahrt waren gestern Ann-Kathrin Hipp, Kevin P. Hoffmann, Teresa Roelcke und Julia Schmitz (Recherche), Antje Scherer hat die Häppchen serviert (Stadtleben) und Florian Schwabe in der Früh alles appetitlich angerichtet. Morgen begrüßt Sie hier Nina Breher.
Bis bald!

