beginnen wir mit einem Blick ins All. Schwerkraftmonster, Riesenschlund, kosmische Fressmaschinen. Bei der Beschreibung von Schwarzen Löchern erscheinen selbst Superlative noch zu niedlich. Jetzt konnten Wissenschaftler erstmals eine Aufnahme präsentieren. Zu sehen: ein dunkler Kreis umringt von Flammen. Das Schwarze Loch im Zentrum der Riesengalaxie M 87. Sternbild Jungfrau. „Wie der Eingang zur Hölle“, sagte einer der beteiligten deutschen Radioastronomen. Zum Glück rund 55 Millionen Lichtjahre entfernt.
Und damit zurück auf den Boden der Tatsachen. Die Europäische Union hat Großbritannien erneut eine Fristverlängerung gewährt. Deadline ist jetzt der 31. Oktober 2019. Brexit als Halloweenschreck.
Anzeige
Wie ein Erdbeben in Indien unser Leben erschüttern kann.
Der Bedarf an Arzneimitteln steigt, doch weltweit sinkt die Zahl der Wirkstoffhersteller. Fällt ein Produzent aus, reißt die Lieferkette. So führt ein Unglück im asiatischen Werk zum Versorgungsengpass in Deutschland. Deshalb: Sichere Versorgung braucht viele Hersteller. Lesen Sie mehr.
In ganz Deutschland werden am Freitag wieder SchülerInnen gemeinschaftlich gegen die Klimakrise auf die Straße gehen. Hinter den Kulissen knirscht es im Orgateam von „Fridays for Future“ allerdings gewaltig. Wie der Checkpoint erfuhr, sind einige unzufrieden mit dem Personenkult, der sich rund um die Bewegung entwickelt hat. Wenige Gesichter („Luisa Neubauer + vier“) würden „krass hervorgehoben“ – die anderen außen vorgelassen. Die Fünf würden untereinander aushandeln, wer, wann und wo für FFF spricht, der Rest über Termine nicht einmal informiert – und Nachfragen bezüglich Terminen, Diversität und Transparenz abgetan. „Einige unter uns neigen dazu, Profit aus dem Ganzen zu schöpfen – denen geht es um die Karriere und den Fame“, heißt es. Und zwar am liebsten bei Linken und Grünen.
Passend dazu hätten wir dann auch gleich folgendes Fundstück auf Twitter: „(…) Greta aus Niedersachsen (Anm. der Redaktion: zu Besuch bei MdA Cem Özdemir) sagt: ‚Wenn mehr Leute wie die Grünen wären, müssten wir nicht bei #Fridays4Future demonstrieren.‘“
Anzeige
So bunt wie lange nicht zeigt sich der Bücher-Frühling bei Bassenge: Insekten aus Surinam, der Vesuv in Aktion, das Panorama von Rio, außerdem mittelalterliche Pergamentbände, Passendes zum Jubiläum von Fontane bis Bauhaus, englische Avantgarde und das Love-Plakat von Indiana. Ebenso in der Auktion: Autographen von Wagner, Liszt und Proust.
Heiße Meldung: Das Volksbegehren „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ geht davon aus, bereits jetzt 20.000 Unterschriften gesammelt zu haben (so viel braucht es für die erste Stufe). Einer der Unterzeichner ist übrigens Gregor Gysi. „So wie den Schülerinnen und Schülern das Klima auf den Nägeln brennt, so brennt den Leuten die Miete auf den Nägeln“, schreibt er via Twitter.
Einen guten Tag hatte Deutsche Wohnen gestern wahrscheinlich trotzdem. Das Unternehmen hat in letzter Instanz vor dem Landgericht Recht bekommen: Der Berliner Mietspiegel kann künftig via Gutachten außer Kraft gesetzt werden. Im konkreten Fall darf die Miete für eine Wohnung in der Argentinischen Allee 193 um 42,83 Euro auf 575,35 Euro erhöht werden. Das sprengt zwar die Obergrenze des Mietspiegels. Ist aber trotzdem zulässig, weil ein „Sachverständiger nachvollziehbar geschildert hat, wie er zu seiner Bewertung aufgrund von Vergleichswohnungen aus seinem Datenbestand gelangt ist“, heißt es in dem Urteil.
Die Berliner Zeitung hat aufgedröselt, wie viele Wohnungen Deutsche Wohnen in welchem Bezirk hat und wie hoch der jeweilige Mietpreis pro Quadratmeter ist: Marzahn-Hellersdorf (14.875 / 5,90 Euro), Spandau (13.757 / 6,58 Euro), Neukölln (12.506 / 6,64 Euro), Steglitz Zehlendorf (10.907 / 7,10 Euro), Pankow (9.842 / 7,31 Euro), Reinickendorf (9.715 / 6,70 Euro), Lichtenberg (8.803 / 6,54 Euro), Friedrichshain-Kreuzberg (8.196 / 6,35 Euro), Charlottenburg-Wilmersdorf (7.739 / 7,39 Euro), Tempelhof-Schöneberg (5.808 / 6,77 Euro), Treptow-Köpenick (4.849 / 6,99 Euro) Mitte (4.554 / 7,13 Euro). In den landeseigenen Unternehmen mussten die Mieter im vergangen Jahr im Schnitt 6,05 Euro pro Quadratmeter zahlen, bei Deutsche Wohnen sind es 6,71 Euro (& 9,08 Euro bei Neuvermietungen).
Anzeige
Streifzug zur Landesgartenschau 2019
Duftende Blüten und saftiges Grün: Die Landesgartenschau in Wittstock/Dosse präsentiert ab 18. April Blumenschauen und Themengärten vor der alten Bischofsburg. Bahnfahrer erhalten zwei Euro Rabatt auf den Eintritt. Die passende Tour gibt's in der kostenfreien App DB Ausflug, hin geht’s mit dem Brandenburg-Berlin-Ticket. Jetzt informieren unter bahn.de/ausflug
Razzia I (Fußballfans): Die Polizei Brandenburg ist am Mittwoch mit einem Großaufgebot gegen die rechtsextremistische Szene in Cottbus vorgegangen. Nach Tagesspiegel-Informationen richteten sich die Durchsuchungen gegen 20 Personen, die in der breit gefächerten Cottbusser Szene aus Kampfsportlern, Sicherheitsfirmen, Neonazis, der Hooligan-Gruppe „Inferno“ des FC Energie Cottbus und Rockern aktiv sind.
Razzia II (Ex-Fußballspieler): Weil Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) das Verbot der islamistischen Vereine „Ansaar International“ und „WWR-Help“ plant, sammelten am Mittwoch rund 800 Polizisten Beweismaterial in mehreren Bundesländern – unter anderem auch in der Wohnung des früheren Hertha-BSC-Spielers Änis Ben-Hatira in Berlin-Charlottenburg. Ben-Hatira zeigte sich überrascht. Er habe sich ganz klar von jeglicher Form der Radikalisierung und des Terrorismus distanziert und nichts zu verbergen, sagte er dem Portal „t-online.de“. Und an die Ermittler gewandt: „Das nächste Mal können sie ruhig warten, bis ich in Berlin bin. Dann öffne ich gerne selber die Tür.“
Sag beim Abschied leise Servus! Öffentlich äußern wollte sich (jetzt) Ex-Staatssekretär Mark Rackles zum Ende seiner Amtszeit nicht. Bei seinen KollegInnen verabschiedet hat er sich allerdings. In einer internen Mail schreibt er: Die Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand „erfolgt zwar offenbar zur Überraschung vieler, aber im Einvernehmen mit den Beteiligten. Es ist mir daher ein Bedürfnis, Ihnen zu versichern, dass ich mit keinerlei Groll o.ä. aus dem Amt scheide. Alleine die Tatsache, dass ich mit zarten 52 Jahren dienstältester Staatssekretär in Berlin und dienstältester Amtschef in der KMK war, sollte einem zu denken geben. (…) Ich wünsche Ihnen und unserem gemeinsamen R2G-Projekt alles Gute. Bleiben Sie gesund, behalten Sie die notwendige Bodenhaftung, bringen Sie Berlin voran und haben Sie dabei auch ein klein wenig Spaß!“
Spaß macht zumindest uns aktuell die Suche nach einem neuen Berlin-Slogan (schmissig & passend für alle). Großen Dank für die Einsendungen: „Wir sind Berlin“, „Wir sind Berliner“, „Auch Du bist Berlin!“, „We Berlin“, „We full – Berlin“, „Gemeinsinn wagen“, „Berlin wird“, „Berlin – so könnte es sein!“, „Berlin – wir können´s nicht – aber egal!“, „Egal, Berlin darf das!“, „Berlin einmalig? Nein, immer wieder!“ „Jedes Klischee stimmt!“, „Berlin lively“, „Seid gemeinsam Berlin – bleibt anders!“, „Bleib du – werde Berlin!“, „WWS Berlin – wir wollen wir sein“, „Looks Like Shit but feels like Heaven“, „Berlin – anders anders“, „Alle sind sie auf der Suche nach der guten Laune“ und „Berlin, na und!“ Liebe Senatskanzlei, schon was dabei?
Berlin ist übrigens auch, wenn ein Hipster in der U6 einen wildfremden Maler fragt, ob er ihm seine farbbesprenkelte Arbeitsjacke abkaufen könne (und der verneint ).
Berliner Schnuppen
Telegramm
„Die SPD Berlin steht für eine gute, bürgerorientierte und effiziente Verwaltung“, schreibt die SPD Berlin in einer Pressemitteilung. Wir freuen uns und fragen: Gilt das sofort, unverzüglich?
Streiten – Während Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) zur Lehrerverbeamtung zurückkehren will, liefert Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) den Gegnern Gegenargumente – das zeigt ein internes SPD-Papier. Ein Grund ist für ihn die Krankheitsquote. Die liegt laut Kollatz in bestimmten Altersgruppen um 100 Prozent über derjenigen der Angestellten.
Schlichten – Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) rollt in der S-Bahn-Debatte zurück. „Ich bin auf die Loslimitierung in keiner Weise festgelegt und offen für gute Alternativen, mit denen wir unsere Ziele gleichwertig erreichen“, sagt sie nach Kritik der SPD und einem Gespräch mit Vertretern der Eisenbahnergewerkschaft EVG. Die EVG wurde noch einen Ticken deutlicher: „Die Loslimitierung ist vom Tisch.“
Streiten – Eine Verschärfung des Polizeigesetzes lehnen die Grünen ab. Stattdessen wollen sie jetzt Bannmeilen abschaffen und das Vermummungsverbot aufweichen.
Amtszeit adé: Der Vorstandschef der Berliner Bäder-Betriebe Andreas Scholz-Fleischmann hat sich am Mittwochabend offiziell in die Rente verabschiedet. Bei all den Strapazen hat er sich das wohl verdient!
„Friedhof sucht Mieter (lebendig)“, schreibt heute der Berliner Kurier. Darunter die Annonce: „Ehemaliges Pfarrhaus auf dem Friedhof, möbliertes UG zur Untermiete (40 Quadratmeter, 900 Euro warm).“
Neue Stellenausschreibung im Bezirksamt Treptow-Köpenick: „Arbeiten sie dort, wo sich andere erholen.“ Gesucht wird ein Leiter für die Friedhofsverwaltung.
Bereits mehrmalswurde in Kreuzberg die Gedenktafel für Wolfgang Szepansky („Nieder mit Hitler! KPD lebt! Rot Front!”) mutwillig zerstört. Jetzt ist sie verschwunden. Die Polizei geht von Diebstahl aus.
Bürgerschaftliches Engagement Berlin: Welche Partnerschaften und Kooperationen wurden (Anm. der Redaktion: für das Portal „bürgeraktiv Berlin“) in den vergangenen zwei Jahren mit welcher jeweiligen Zielstellung eingegangen? „In den vergangenen zwei Jahren wurden aufgrund der knappen personellen Ressourcen für die Betreuung keine neuen Partnerschaften und Kooperationen begründet.“ (Q: Anfrage MdA Emine Demirbüken-Wegner, CDU)
Leaving Neuland? Nö. Oliver von Dobrowolski kam auf die schöne Idee, die Followerzahlen von BürgermeisterInnen zu vergleichen: Das Ergebnis: London 3,25 Mio / Paris 1,46 Mio / New York City 1,30 Mio / Berlin 8.993 / Hamburg 4.791 / München 0. Deutschland, da geht noch was, würde ich sagen.
Dazu ein kurzer Blick auf Bezirksebene, genau genommen in die BVV Reinickendorf: Ein Antrag der FDP-Fraktion Reinickendorf zur Einrichtung weiterer WLAN-Hotspots in ausgewählten Park- und Grünflächen wurde am 13.06.2018 eingereicht – und liegt seitdem im Bauausschuss. Kommentar des FDP-Verordneten David Jahn: „Wir haben schon eine Sondersitzung beantragt, um Drucksachen zu bearbeiten. Aktuell liegen die etwa ein halbes Jahr allein im Plenum.“
Aber wer braucht schon WLAN? CDU-Stadträtin Katrin Schultze-Berndt hat am Mittwochabend erklärt, dass es mit der Möglichkeit des mobilen Internets kein öffentliches WiFi mehr braucht. Endlich sagt’s mal wer: WLAN ist einfach total 2000er.
Anzeige
Die FESTTAGE der Staatsoper
vom 12.-22. April präsentieren unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim herausragende Künstlerinnen und Künstler wie Anna Netrebko, Aida Garifullina (Fotos links, v. l. nach r.), Rolando Villazón, die Staatskapelle Berlin oder die Wiener Philharmoniker in Prokofjews „Die Verlobung im Kloster“, Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ oder im Konzert.
In der BVV Neukölln wurden derweil die (Un)Sinnhaftigkeit von Auslandseinsätzen der Bundeswehr und das Verhältnis einzelner Parteien zu Putin diskutiert…
Ausnahmsweise gute Nachrichten gibt es vom Grauflächenamt in Mitte: Bezirksstadträtin Sabine Weißler konnte sich gestern über vier junge Ahornbäume freuen, die in Moabit gepflanzt wurden. Zu den Fotos twitterte das Bezirksamt den Hashtag #GrauzuGrün. Wie war das? Berlin wird!
Weitere Neuigkeiten aus Moabit: Auf dem Grundstück Alt Moabit 23/ Ecke Wilsnacker Straße ist eine Drei-Religionen-Kita geplant. Sie soll das House of One ergänzen und wäre nach Angaben des Senats bundesweit die erste ihrer Art.
Mehr Bauten, mehr Bänke, mehr Bahnen heute in unseren Leute-Newslettern Friedrichshain-Kreuzberg, Pankow und Steglitz-Zehlendorf. (Anmeldung hier)
Count-up vom Kollegen Ingo Salmen aus Marzahn: Heute sind es 900 Tage seit Nicht-Eröffnung der Frauenfitnessfläche im Freizeitforum (geplant für den 23. Oktober 2016). Es gab diverse Baumängel. Kennt man irgendwoher.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Ich hab mir gedacht: Was ist die Berliner Variante für das Dirndl? Und dann bin ich auf das hier gekommen.“
Digitalstaatsministerin Dorothee Bär zu ihrem pink-metalligen Latexoutfit bei der Gala zum Deutschen Computerspielpreis in Berlin. (Foto hier)
Tweet des Tages
Umzugsfirmen, die Prospekte in Prenzlauer Berg verteilen - in welchem Jahrzehnt leben die noch?
Stadtleben
Essen und Trinken – Erstmal ein bisschen Pita dippen. In Humus etwa, der aus Kichererbsen aus dem Libanon gemacht ist, oder in die Sesampaste Tahini, oder in die jemenitische Würzsauce Zchug oder in diese rote Paste, die ordentlich auf der Zunge brennt und an die man sich lange erinnert, auch wenn man den Namen nicht kennt. Im Yafo, einem israelischen Restaurant in Mitte, könnte man den ganzen Abend Brot in Köstlichkeiten tunken. Daneben gibt es auch arabisches Moussaka, gerösteten Blumenkohl (6,50 Euro) oder eine Platte die man schon des Namens wegen bestellen sollte: „Teller Aviv“ (10 Euro). Hier geht's zur Speisekarte. Als Digestif dann ein Gläschen Arak (Anisschnaps) und vielleicht noch einen…denn im Yafo kann man dann auch bis in die Nacht trinken und sogar ein bisschen tanzen. Es wurden schon Menschen auf Tischen gesichtet. Gormannstraße 17B, U-Bhf-Rosenthaler Platz. Geöffnet ist sieben Tage die Woche, von 12-3 Uhr. Wer noch mehr über israelische Küche in Berlin wissen will, hier lang.
Geschenk – Sie ist wieder da. Die Zimmerpflanze erobert die Berliner Wohnungen zurück und es gibt sogar Instagram-Influencer für das Wohnzimmergrün, wie etwa Sarah Remsky, die der Tagesspiegel unlängst zu Hause besucht hat. Sie sammelt exotische Pflanzen und empfiehlt unter anderem den Laden „Plant Circle“ in Neukölln. Hier gibt es Gewächse mit Löchern wie Schweizer Käse, welche mit weißen Tupfern oder eine „Gebetspflanze“ für jene, die mal was anderes schenken wollen, als einfach nur Blumen. Die Besitzerin Monika Kalinowska bietet außerdem Workshops an – zum Herstellen eigener Pflanzenerde oder Samenbomben, oder einen Keramik-Kurs zu Pflanzentöpfen. Die Kurse werden auf der Facebookseite angekündigt. Manche sind kostenlos, für die meisten fallen Kosten zwischen 20 und 45 Euro an. Das Geschäft befindet sich in der Allerstraße 11, U-Bhf Leinestraße, Mi-Sa 12-19 Uhr.
Last Minute I – Bienen haben ein winziges Gehirn. Isso. Trotzdem sind sie ziemlich schlau. Sie bewegen sich in wuseligen Bienenstöcken ohne Probleme, können Futter in mehreren Kilometern Entfernung wiederfinden und ihren Kolleginnen sogar den Weg dorthin beschreiben. Wissenschaftler von der Freien Universität wollen diese Fähigkeiten für die menschliche Mobilität nutzen, schleusen undercover Bienenroboter in Völker ein und studieren die Hirnaktivität der Bienen im Flug. Was das alles soll, erklärt Professor Tim Landgraf von der FU heute Abend um 17.30 Uhr in der Urania in Schöneberg. Noch schnell Tickets reservieren unter 030/218 90 91 oder hier online. Die Karten kosten 11,50 Euro, ermäßigt 10 Euro. An der Urania 17, zwischen U-Bhf Nollendorfplatz und U-Bhf Wittenbergplatz.
Last Minute II – Als Norbert Kaczmarek in die S-Bahn steigt, weiß er nicht, dass er seine Familie lange nicht wiedersehen wird. Es ist der 10. August, 1961, drei Tage vor dem Bau der Berliner Mauer. Der 19-Jährige reist von seinem Wohnort Potsdam zum Studieren nach West-Berlin. Die Familie wird dauerhaft getrennt, aber Norbert schreibt seinem Vater Georg Kaczmarek Briefe. Von 1961 bis 1968 entwickelt sich ein intensiver Austausch, „mal detailliert, mal melancholisch, immer mit viel Sprachwitz“, beschreibt die Gedenkstätte Berliner Mauer die Korrespondenz. Wer sich selbst davon überzeugen will, geht heute um 19 Uhr zu der szenischen Lesung der Briefe. Treffpunkt ist das Besucherzentrum der Gedenkstätte in der Bernauer Straße 119 in Mitte, S-Bhf Nordbahnhof, der Eintritt ist frei.
Anzeige
Oster-Special für Checkpoint-Leser: Lesen Sie jetzt 8 Wochen den Tagesspiegel und sparen Sie 35 %. Dazu schenken wir Ihnen einen Gutschein im Wert von bis zu 60 €: REWE, Amazon, MediaMarkt, IKEA, Kinogutscheine der Yorck Kinogruppe oder eine Jahreskarte für das Naturkundemuseum – Sie haben die Wahl. Zum Oster-Special
Noch hingehen – Nie verwirklichte Pläne, schwierige Arbeitsbedingungen und Zwischenlösungen für einen repräsentativen Bau. Alltag im heutigen Berlin, war aber auch in der DDR schon so. Noch bis Freitag ist die Ausstellung „Pläne, Projekte, Perspektiven“, in der es um die Baugeschichte der Archive der Akademie der Künste in Mitte geht, zu sehen. Eigentlich hätte ein eindrucksvolles Gebäude am Platz der Akademie (heute Gendarmenmarkt) entstehen sollen. Doch es kam alles anders. Zeitzeugen, alte Pläne und Fotos informieren darüber am Robert-Koch-Platz 10, U-Bhf Naturkundemuseum. Do 9-19 Uhr, Fr 8-17 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Verlosung – Hausgemachter Limoncello von einem Mann namens Davide Mazzarella. Ziemlich viel Italien in einem Satz. Das Hotel de Rome sehnt den Sommer mit einer Gartenparty am Sonntag auf dem Dach– der Terrasse des Restaurants La Banca – herbei. Gäste können zugucken, wie Pasta gemacht wird, es gibt Steaks vom Grill, filetierten Schwertfisch und italienische Spezialitäten. Wir verlosen 1x2 Karten unter allen, die bis 12 Uhr an checktpoint@tagesspiegel.de schreiben. Getränke und Essen sind inklusive. Das Hotel befindet sich neben der St.-Hedwigs-Kathedrale in der Behrenstraße 37, U-Bhf Französische Straße. Los geht's um 15 Uhr, die Party geht dann bis 21 Uhr.
Anzeige
Pünktlich zum Fontane-Jahr inszeniert die Deutsche Oper Berlin auf Grundlage eines Novellenfragments von Fontane – eine neue zeitgenössische Oper „Oceane von Parcefal“. Mit der “fremden Frau am Meer“ schafft Fontane einen Gegenentwurf zur männerdominierten bürgerlichen Welt des 19. Jahrhunderts. Jetzt gratis mehr lesen.
Mit diesem Stadtleben wünscht Ihnen Melanie Berger einen wunderbaren Donnerstag.
Prominent verraten
Das Wintergarten Varieté. Unsere gesuchte Berlinerin stand selbst schon auf zahlreichen Bühnen und vor vielen Kameras. Ihren Durchbruch schaffte die sozial engagierte Schauspielerin mit der Familienserie „Die Drombuschs“.
Bekannte Berliner fotografieren für uns eine Woche lang täglich Ausschnitte aus ihrem Leben. Erraten Sie, wer sich diesmal hinter den Bildern versteckt? Senden Sie uns bis Donnerstag eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de mit dem richtigen Namen und gewinnen Sie zwei "Checkpott"-Kaffeetassen. Die Auflösung kommt immer freitags - mit einem Selfie. Alle bisherigen Fotos und Hinweise finden Sie hier.
Berlin heute
Verkehr – Die Bismarckstraße in Steglitz ist bis Mitte Mai in Richtung Lankwitz zwischen Lauenburger Platz und Friedrichsruher Straße gesperrt. Zwischen 11 und 14 Uhr kann es in der Budapester Straße in Charlottenburg auf Höhe Europa-Center zu Verkehrseinschränkungen aufgrund einer Kundgebung kommen (siehe Demonstrationen). Die Kantstraße in Charlottenburg ist in Richtung Funkturm zwischen Joachimsthaler Straße und Fasanenstraße von 13 bis 23 Uhr auf einen Fahrstreifen verengt.
Demonstration – In der Straße des 17. Juni, auf Höhe der Hausnummer 144 (am TU-Campus) in Charlottenburg wollen 1.000 Menschen „Für nachhaltige Mobilität und Flächengerechtigkeit für Lastenfahrräder“ demonstrieren. Die Kundgebung geht von 10 bis 17 Uhr und wurde vom „Natural Building Lab“, einem Fachbereich am Institut für Architektur der TU-Berlin, angemeldet. Verdi rechnet zwischen 11 und 14 Uhr mit etwa 200 Menschen bei einer Kundgebung in der Budapester Straße in Charlottenburg, nahe dem Hotel Palace. Es geht um die „Tarifrunde Banken“. In der Marchlewskistraße 25e in Friedrichshain protestieren 80 Menschen von 18 bis 20 Uhr „gegen die Ausgrenzung von Menschen mit hohem Assistenzbedarf und gegen die Schließung des Integral-Begegnungszentrums“. 60 Teilnehmer sind angemeldet für eine Kundgebung von 16.30 bis 18 Uhr an der Karl-Marx-Straße vor dem Rathaus Neukölln. Organisator ist Verdi. Thema: „Arbeitsbedingungen von Erzieherinnen und Erziehern an Schulen“. Und gegenüber der österreichischen Botschaft in der Tiergartenstraße 12 protestieren 60 Menschen von 19 bis 21.30 Uhr unter dem Motto „Solidarität mit den Demonstrationen in Wien und anderen österreichischen Städten gegen die aktuelle Politik der österreichischen Bundesregierung“.
Gericht – Gegen einen 78-jährigen Rentner, der seine 77 Jahre alte Lebensgefährtin in der gemeinsamen Wohnung nach einem Streit erstochen haben soll, beginnt der Prozess wegen Totschlags (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 537).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Karin Kuwan, Helga Mülbert lässt ausrichten: „Weiter so!“ / Christiane Möbus (72), Künstlerin / Ajibola „Bola“ Olalowo (48), ehem. für die Grünen im AGH / Udo Schenk (66), Schauspieler / Lena Schöneborn (33), Moderne Fünfkämpferin / Simone Thomalla (54), Schauspielerin / Fabian Wallmeier (40), Rbb-Journalist und „in den Theatern und Kinosälen der Stadt zu Hause“, Glückwünsche von Daniel Rademacher und Alice Lanzke / Nadine Warmuth (37), Schauspielerin / Nachträglich: Gertrud Krausser, „Unserer lieben Freundin Trudi zum 65. alles Liebe von Gitti u. Norbert“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Herlind Kasner, * 8. Juli 1928, Mutter von Bundeskanzlerin Angela Merkel / Wolfgang Bodenbinder, * 1959 / Heidrun Brügger, * 19. Juli 1957 / Waleri Fjodorowitsch Bykowski, * 2. August 1934, Kosmonaut und Ehrenbürger von Berlin / Peter Scherlock, * 22. November 1955
Stolperstein – Else Ruhemann (Jhg. 1874) lebte in der Yorckstraße 88 in Kreuzberg. Im September 1942 wurde sie nach Theresienstadt deportiert, wo sie vermutlich ihre Schwester wiedertraf. Diese wurde im November aus Dessau ins Ghetto deportiert und starb dort im Februar 1943. Else Ruhemann überlebte ihre Schwester nur um wenige Wochen. Sie wurde heute vor 76 Jahren ermordet.
Im Tagesspiegel
Abwartend, zaudernd, hadernd – selbst die eigene Partei zweifelt am Berliner Regierungschef. Michael Müller steht gerade ziemlich einsam da. Eines hält die rot-rot-grüne Koalition stabil: das Versagen von drei Senatorinnen. Lesen Sie die Analyse von Ulrich Zawatka-Gerlach heute auf Seite 3 im Tagesspiegel, im E-Paper und hier online.
Encore
Weil ich Hunde (sehr) liebe, hat folgende Entdeckung gestern (sehr) gute Laune gemacht: Der Designer Pasha Omelekhin hat eine neuen Berliner Linienplan entworfen – und die Ringbahn sieht darauf aus wie ein Hundekopf. Blickt man auf alte Karten, sieht man, dass die Linien tatsächlich schon von 1896 bis 1931 so dargestellt wurden. Blickt man in die Zukunft ist die erneute Vierbeinerübernahme unwahrscheinlich. „Optisch hübsch, aber unübersichtlich. Es ist nachgewiesen, dass gerade Linien und Quadrate den Menschen eher im Kopf bleiben und einen besseren Überblick verschaffen“, kommentiert BVG-Sprecherin Petra Nelken auf Nachfrage. Logik sticht hier Niedlichkeit.
Weil wir trotzdem ein bisschen Niedlichkeit in die Bude bringen wollen, freuen wir uns über weitere tierische Entdeckungen. Spandaus Innenstadt zum Beispiel sieht aus wie eine Schildkröte (Beweisfoto hier). Wer bietet mehr? Gesammelt wird unter checkpoint@tagesspiegel.de.
Morgen geht’s an dieser Stelle tierisch gut weiter – dann mit Laura Hofmann! Wir lesen uns nächste Woche wieder. Bis dahin!

