da ist sie plötzlich wieder: die Hoffnung. Israel und die Hamas haben sich offenbar auf eine Waffenruhe geeinigt, die noch lebenden Geiseln sollen zurück zu ihren Familien kommen. Noch sind viele Fragen offen, ein paar Antworten gibt es hier, eine Einschätzung hier.
In Neukölln versammelten sich am Abend rund 150 Menschen mit Palästina-Flaggen zu einer spontanen Kundgebung. Offenbar zunächst in fröhlicher Feierstimmung mit „Jubelcharakter“, sagte ein Polizeisprecher, es wurden Bonbons und Baklava verteilt. Jedoch sei es im Laufe des Abends zu verschiedenen Straftaten gekommen, weshalb die Versammlung um 21.45 Uhr aufgelöst wurde. Es wurden drei Ermittlungsverfahren „wegen des Skandierens verbotener Parolen“ eingeleitet, teilte die Polizei am Abend mit.
Wenig Hoffnung gibt es offenbar für die Bergius-Schule in Friedenau. Nach dem Brandbrief Ende November (hier im Wortlaut), kommt die Schule nicht zur Ruhe. Zeugenberichten zufolge musste gestern eine Hundertschaft der Polizei anrücken, um einen Siebtklässler zu schützen. Dieser sei von Jugendlichen mit Messern, Baseballschlägern und Schlagringen angegriffen worden und in einen naheliegenden Supermarkt geflohen. Die Angreifer liefen hinterher und riefen: „Ich stech‘ dich ab, ich stech‘ dich ab!“. Der Siebtklässler flüchtete ins Lager. Ab heute soll es dort einen Wachschutz geben.
Die Angreifer seien schulfremd gewesen, zeitweise sollen sich rund 90 Jugendliche im Umkreis der Schule „zusammengerottet haben“, heißt es in einem Schreiben aus dem Kollegium, das dem Checkpoint vorliegt. Eine Bestätigung der Polizei gab es am Abend nicht mehr.
Da eine Fortsetzung des Konflikts am heutigen Schultag zu befürchten sei, „möchten wir das gesamte Kollegium um besondere Aufmerksamkeit bitten: Schließen Sie bitte beide zum Schulhof führenden Außentore ab, damit sie nicht einfach aufgedrückt werden können“, heißt es in dem Schreiben. „Führen Sie bitte konsequent zu Unterrichtsbeginn eine Anwesenheitskontrolle durch, lassen Sie Schüler und Schülerinnen nur, wenn unbedingt nötig, während des Unterrichts zur Toilette und notieren Sie diese Abwesenheitszeiten. … Ab 07.15 Uhr wird die Polizei vor der Schule präsent sein.“
Fast zwei Monate sind seit dem Brandbrief vergangen. Und die Situation scheint der Schule nun völlig zu entgleiten.
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Ausklang am 24.01.25 mit den
Berliner Philharmonikern
Willkommen zur zweiten Ausgabe unserer neuen Reihe Ausklang! Ohne viel Drumherum: ohne Pause und mit nur einem großen Werk der Orchestermusik. Dieses Mal geht es um Gustav Holsts Orchestersuite Die Planeten. Danach im Foyer den Freitagabend bei einem Get-together mit Musiker*innen und einem Freigetränk entspannt ausklingen lassen. Jetzt Tickets sichern!
Dabei hatte der Tag eigentlich sehr nett begonnen für Schulsenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU). Der IHK-Meister Jan Eder hat gestern zum letzten Mal das Wirtschaftspolitische Frühstück der Handelskammer moderiert, das der ehemalige Hauptgeschäftsführer sich selbst vor gut 20 Jahren zu Beginn seiner Amtszeit ausgedacht hat. Olaf Scholz war schon da, Christian Lindner und viele mehr. Nun hat Eder die Geschäfte bekanntlich an Manja Schreiner abgegeben und macht Schluss mit Frühstück. Als letzten Gast hatte er Bildungssenatorin Günther-Wünsch eingeladen, die frisch und frei erzählte, sie gehe jeden Morgen um 4.30 Uhr joggen. Ob sie danach frühstückt, ist nicht bekannt (im Gegensatz zu ihrem Lebensgefährten Kai Wegner, der jeden Morgen ein eiskaltes Kinder Bueno verzehrt).
Gefordert hat sie jedenfalls die verpflichtende Kita ab 3 Jahren, um die Startchancen vieler Kinder zu verbessern, die teilweise ohne Sprachkenntnisse in den Schulen ankommen. Dafür wäre allerdings eine Grundgesetzänderung notwendig. Und die wird schwierig mit mindestens einer Partei, die kürzlich noch fröhlich die Herdprämie verteilt hat.
Und was meinen Sie: Sollte die Kita ab 3 Jahren verpflichtend sein?

Berlins erfolglosestes Vorhaben bleibt sich auch im Jahr 2025 treu: die Einführung der digitalen Akte in der Verwaltung – oder vielmehr die Nicht-Einführung. Laut einem Bericht der Senatskanzlei arbeiten aktuell nur rund 2800 Menschen in Behörden und Bezirken mit der Akte. Angestellt beim Land Berlin sind rund 130.000 Menschen, davon arbeiten etwa 80.000 am Computer. Mathe mit dem Checkpoint: 2016 wurde die Einführung beschlossen, wenn es in dem Tempo weitergeht, dauert es nur noch rund 220 Jahre, bis alle Mitarbeiter digital arbeiten können.
Immerhin: Geld lässt sich mit der gescheiterten Einführung auch jetzt schon verdienen. 1,8 Millionen Euro hat das Land Berlin bislang allein dafür ausgegeben, dass der Dienstleister Partnerschaften Deutschland das Projekt vor der kompletten Bruchlandung rettet – und auch das dauert selbstverständlich länger als geplant. Da wird ganz sicher noch die ein oder andere Million rübergereicht.
Apropos: Haben Sie vielleicht Ahnung vom Thema und können das Scheitern nicht mehr länger ertragen? Im Projektteam der Senatskanzlei sind drei von sieben Stellen vakant, darunter Leitung und stellvertretende Leitung. Checkpoint-Prognose: einer der sichersten Jobs in den nächsten Jahren.
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Falls Sie sich fragen, was eigentlich aus der Katzenschutzverordnung KatSchutzV) geworden ist – nicht zu verwechseln mit Katastrophenschutz (aber durchaus auch katastrophal) – die Antwort lautet: nichts. Das Liebhaberprojekt der Vorgängerregierung (Rot-Grün-Rot) wird derzeit einfach nicht vollzogen, und zwar wegen (sie ahnen es): Personalmangels. So steht es im „Zukunftskonzept“ der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz:
„Nach der am 08.06.2022 in Kraft getretenen Verordnung über den Schutz freilebender Katzen im Stadtgebiet Berlin gelten für Halterinnen und Halter von Katzen, denen unkontrollierter freier Auslauf gewährt wird, weitreichende Neuregelungen. Danach darf unkastrierten Katzen kein unkontrollierter freier Auslauf mehr gestattet werden. Wird eine fortpflanzungsfähige Katze im Stadtgebiet von Berlin angetroffen, so kann der Haltungsperson von der zuständigen Behörde aufgegeben werden, das Tier unfruchtbar machen zu lassen.“
Komisch, dass darauf niemand Lust hat.
Überarbeitet werden sollen übrigens auch das Tierschutzverbandsklagegesetz und das Lebensmittelüberwachungstransparenzgesetz (kurz (!): LMÜTranspG). Vielleicht geht da auch noch jemand an die Namen ran.
In unserer neuen Rubrik „Checkpoint By the way“ (BTW) blicken wir ab heute jeden Tag auf die Lage im Bund vor der Bundestagswahl (BTW). Folge 1 hat Tagesspiegel-Volontär Sönke Matschurek für Sie rausgesucht, los geht’s.
BTW – By the way, es sind noch 38 Tage bis zur Bundestagswahl und in Deutschland grassiert neben der Maul- und Klauenseuche wieder die akute Ausschließeritis. Wir schauen uns das mal genauer an. Wer will was (nicht)? Eine Sammlung ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Markus Söder (CSU), der Schwarz-Grün 2020 noch „das interessanteste politische Angebot“ nannte, sieht darin heute „ein absolutes No-Go“: „Die CSU wird das verhindern.“ (18.09.2024) Sein Unions-Kollege (der es am Ende ausbaden muss), lässt sich semantisch eine grüne Tür offen: „Mit diesen Grünen, so wie sie heute da sind“ sei eine Zusammenarbeit „nicht denkbar und nicht möglich“, sagt Friedrich Merz (CDU) am 12.10.2024.
Christian Lindner (FDP) wirbt für Schwarz-Gelb als „beste Konstellation für unser Land“ (03.01.), kann aber froh sein, wenn seine Partei es überhaupt wieder in den Bundestag schafft. „Man muss ja auch realistisch bleiben“, sagte Berlins Regierender Kai Wegner (CDU) am Montag auf dem Tagesspiegel-Neujahrsempfang.
Olaf Scholz (SPD) könnte sich ein erneutes Bündnis mit der FDP vorstellen, „eventuell ohne Parteichef Lindner“ (07.01.). Lindner
nennt Scholz „teilweise rätselhaft“ und kontert gestern: „Mit Olaf Scholz wird die FDP jedenfalls keine Regierung mehr bilden.“ (15.01.)
Robert Habeck (Grüne) warnt vor „Ausschließeritis“ (06.01.). Ob da schon jemand an einem Impfstoff arbeitet?
Immerhin in zwei Punkten sind die Parteien sich einig:
(1) Mit der CDU wollen alle (liegt womöglich an den konstant 30 Prozent in den Umfragen) und
(2) mit der AfD will niemand. Friedrich Merz sagt, unter ihm gäbe es keine Zusammenarbeit, daran knüpfe er sein Schicksal als Parteichef: „Wir würden die Seele der CDU verkaufen“ (11.01.). Hoffen wir mal, dass die am Ende nicht von der Angst aufgegessen wird.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Heute beginnt der Prozess gegen die frühere Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). Vorwurf: Bestechlichkeit. Eine Werbeagentur habe ihre Hochzeitsfeier gratis geschmissen und dafür später lukrative Aufträge vom Senat erhalten. Dem Inhaber der Werbeagentur wird Bestechung vorgeworfen.
Heim-Debüt vermasselt: Union Berlin verliert auch mit dem neuen Trainer Steffen Baumgart, nämlich 0:2 gegen Augsburg.
Klare Meinung in der Checkpoint-Kurve: Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts hatten wir Sie gestern gefragt:
„Sollen Fußballclubs für Kosten von Polizeieinsätzen zahlen?“. Mehr als 4000 Leserinnen und Leser haben draufgeklickt, davon sind 93 Prozent der Meinung: „Ja, das sollte nicht die Allgemeinheit tragen.“ 4 Prozent ist das offenbar egal, nur 3 Prozent sind der Meinung: „Nein, die Idee ist Quatsch.“ Kantersieg.
Dann vielleicht doch lieber American Football? Die NFL teilte gestern mit, dass die Indianapolis Colts in Berlin spielen werden. Freut vor allem den Berliner Björn Werner, der früher für die Colts gespielt hat.
Personalie: Marie Rupprecht,Vorständin der Berliner Bäder-Betriebe, bleibt bis Ende 2029 im Amt. Der Aufsichtsrat des landeseigenen Unternehmens hat ihren Vertrag verlängert. Rupprecht führt den größten kommunalen Bäderbetrieb Europas seit 2022, zuvor war sie Abteilungsleiterin bei den Berliner Wasserbetrieben. Hauptsache, es läuft.
Wo Wünsche wahr werden: Tagesspiegel-Kollege Robert Klages erfüllt sich einen Kindheitstraum und springt „mit Arschbombe“ (Zitat!) in das wohl derzeit größte Bällebad der Welt. Wo Sie 2,5 Millionen Plastikbälle und einen quietschfidelen Redakteur sehen, lesen Sie im heutigen Bezirksnewsletter aus Friedrichshain-Kreuzberg: Hier geht’s zur Anmeldung.
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Begleiten Sie uns in die Musikstadt Prag. Im März erwarten Sie drei einzigartige Musikreisen: u.a. Dvořáks „Rusalka“ in der Staatsoper, die Prager Symphoniker im Smetanasaal des Obecní dům sowie „Turandot“ von Puccini im prächtigen Nationaltheater oder Mozart im Ständetheater.
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Gute Nachrichten für 228.000 Kunden und 1900 Mitarbeiter: Die Berliner Volksbank plant erst zum zweiten Mal in ihrer Geschichte Boni und Dividenden auszuzahlen – weil das Geschäftsjahr 2024 „sehr erfolgreich“ gelaufen sei.
Gute Nachrichten gegen Glatteis: Vor dem 23. Januar wird es keine Streiks bei der BVG geben. Nach der ersten Verhandlungsrunde im Tarifstreit will Verdi zunächst die Beschäftigten befragen.
„Wo sollen sich die Omis nun treffen?“, fragt Checkpoint-Leser Thomas Z. und meint die Schließung des Galeria-Restaurants am Hermannplatz: Am Samstag öffnet es zum letzten Mal. Teresa Roelcke hat mit enttäuschten Stammgästen gesprochen.
Kulinarischer Kahlschlag auch vor dem Kaufhaus? Nach knapp 40 Jahren ist der „Puffer-Imbiss“ am Hermannplatz seit Jahresbeginn geschlossen, laut Aushang „wegen ausstehender Betriebsgenehmigung“. Inhaber George verabschiedet sich wehmütig: „Es war mir eine große Freude und Bereicherung, Euch mit unseren Kartoffelpuffern und Eierkuchen gute Momente geschenkt zu haben!“
Doch, Halt! „Eine neue Genehmigung wird in Kürze erteilt“, schreibt das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg auf Checkpoint-Anfrage. Demnach wurde eine „negative behördeninterne Stellungnahme“ abgegeben, „ohne dass alle zu beteiligenden Stellen mitgewirkt hatten.“ Manchmal machen ein paar mehr Köche vielleicht doch einen guten Kartoffelbrei.
Amt, aber glücklich ist Checkpoint-Leserin Evi H. und schickt uns „etwas gegen das Bürgeramt-Bashing“: Am Mittwoch gegen 16 Uhr habe sie beim Bürgertelefon 115 angerufen und direkt einen Termin am Freitag, 10 Uhr in Neukölln bekommen. „Schneller kann es doch gar nicht gehen?!“. Manchmal funktioniert Berlin eben doch.
Zitat
„Das Herrschaftswissen sollte in die Hände und Köpfe der Unterdrückten.“
Joachim Gauck, ehemaliger Bundespräsident und erster Chef der Stasi-Unterlagenbehörde. Vor 35 Jahren stürmten Tausende die Zentrale der DDR-Staatssicherheit in Berlin. Für viele ein historischer Moment und ein Akt der Genugtuung. Und zugleich Keim des Streits bis heute. Gauck setzte sich dafür ein, dass die Akten nicht vernichtet werden.
Stadtleben
Verlosung – Schöne Idee von der Philharmonie, das Format „Ausklang“: Da lässt man die Woche bei einem kurzen Konzert ein versöhnliches Ende nehmen und steht dann bei einem Freigetränk noch ein bisschen im Foyer herum. Der Plan: So kann man auch gut allein in ein klassisches Konzert und anschließend trotzdem plaudern. Testen können Sie das kommende Woche (24.1.): Auf die Ohren gibt es Gustav Holsts Orchestersuite „Die Planeten“, dafür verlosen wir 2x2 Karten! Start 19 Uhr, regulär kosten Tickets 23-52 Euro, Herbert-von-Karajan-Straße 1, U-Bhf Potsdamer Platz
Essen & Trinken – Das „Peperoncino“ in Kreuzberg sieht von außen aus wie ein Italiener unter vielen. Und klingt innen auch so. Gianna Nannini, Andrea Bocelli – hier dudeln die Neunziger noch mit. Den ersten Hinweis, dass man richtig sitzt, liefert die kleine Karte. Nur vier Pastagerichte stehen drauf (9,90 bis 12,50 Euro): Spaghetti Carbonara, al pomodoro und Aglio, Olio e Peperoncino. Dazu eine Rarität: Pasta e Fasul alla Pisticcese. Dahinter verbirgt sich ein glücklich machender Winterteller aus der süditalienischen Heimat von Chef Adriano Lisanti, der hier am Herd steht. Zwischen Kampanien und Apulien nimmt man dafür meist Ditalini: kleine Pastaröhren, mit Chili, Guanciale und Bohnen in wundervoll sämiger Tomatensauce vereint. Lisanti ersetzt sie mit muschelförmigen Conchiglie – weil sie einfacher von Hand zu machen sind. So oft es geht, gibt’s auch bei den Gängen von der Tageskarte hausgemachte Pasta (das Brot backt der Chef ebenfalls selbst). Kein 08/15-Lokal also, sondern ein feiner, kleiner Genussort. Mi-Mo 18 bis 22.30 Uhr, Urbanstraße 137, U-Bhf Südstern
Last-Minute-Lyrik – „Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe / so müd geworden, daß er nichts mehr hält. / Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe / und hinter tausend Stäben keine Welt.“Vielleicht denken Sie da sofort an Ihren Deutschlehrer in der Oberstufe, ist auf jeden Fall von Rainer Maria Rilke (1875-1926). Das Gedicht „Der Panther“ trägt den Untertitel „Im Jardin des Plantes, Paris“. Dort holte Rilke sich die Inspiration für die Verse. Begleitend zur Ausstellung „Portraiture Revisited“ (noch bis 25.1.) in der TAA Galerie liest heute unser Kollege, Kulturredakteur Rüdiger Schaper (19 Uhr). Im September erscheint im Herder Verlag seine Rilke-Biografie. Eintritt frei, Fasanenstraße 29, S-/U-Bhf Zoologischer Garten
Noch hingehen – Die Amerikanerin Patty Carroll (*1946) zeigt ihre gefeierte Serie „Anonymous Women: Domestic Demise“ in der BBA Gallery, die selbst von Künstler:innen betrieben wird (bis 25.1.). Humorvoll und alptraumhaft zugleich zeugen Carrolls Bilder von der komplizierte Beziehung zwischen der Identität von Frauen und ihrem häuslichen Raum. Nicht nur Care-Arbeit, die unlösbaren Widersprüche zwischen berufstätiger Frau und Mutter. Das möglichst kreative, selbst kreierte Interieur, das eigentlich das Ich spiegeln soll, verschlingt es. Patty Carrolls Bilder sind von ihrer Erziehung in einem Vorort von Chicago inspiriert und von Quellen beeinflusst, die von traditionellen Stillleben bis hin zu klassischen Filmen der 1950er und 60er Jahre reichen. Ihre aufwendig konstruierten Szenen sind auch als 500-Teile-Puzzle zu haben. Di-Sa 12-18 Uhr, Eintritt frei, Köpenicker Straße 96, U-Bhf Märkisches Museum
Grübelstoff – Die Zugbegleiterin, die geduldig stehenbleibt und Auskunft gibt; der Kaffee-und-Croissant-Verkäufer am zugigsten S-Bahngleis der Welt, der so lieb lächelt – wer hat Ihnen zuletzt das Pendler:innen-Leben verschönert? Oder pendeln Sie nur vom Bett zum Schreibtisch?
Kiekste
„Ein ‚Doppel-Herz‘ sagt mehr als tausend Worte – es muss ja nicht immer ein Schneemann sein!“, schreibt uns Leserin Andrea Klose zu ihrem Bild aus Zehlendorf. Schönen Dank! Weitere Bilder gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – Johannisthaler Chaussee (Buckow): Bis Ende Februar regelt in Höhe Birkhuhnweg eine Baustellenampel den Verkehr.
Clayallee (Dahlem): Bis Ende Februar ist die Fahrbahn im Kreuzungsbereich Argentinische Allee/Saargemünder Straße auf einen Fahrstreifen je Richtung verengt.
Hönower Straße (Mahlsdorf): Ab Mittag regelt, bis Anfang März, in Höhe Am Lupinenfeld eine Baustellenampel den Verkehr. Die Straße Am Lupinenfeld ist Richtung Melanchthonstraße von der Hönower Straße abgehängt (Sackgasse).
Alt-Mariendorf (Mariendorf): Hinter Am Heidefriedhof ist die Fahrbahn für ca. zwei Wochen auf einen Fahrstreifen verengt.
Regionalverkehr – RE4: Von 21 bis 3 Uhr halten die Züge nicht in Berlin-Spandau.
Demonstration – Für heute sind elf Demos angemeldet (Stand 15.1., 13.45 Uhr), u.a. „Kundgebung zur Wahlforderung der Gastwelt“: zehn Teilnehmende, Union der Wirtschaft, Annemarie-Renger-Straße 1 (11-12 Uhr)
„Anerkennung des Staates Palästinas durch die Bundesrepublik Deutschland – Stoppt die Waffenlieferung an Israel“: 50 Demonstrierende, Zentralrat der Palästinenser in Deutschland, Werderscher Markt (14-15.30 Uhr)
„Protest gegen QuerdenkerInnen, Verschwörungsmythen und rechtes Gedankengut. Für Demokratie, Toleranz, Vielfalt und mehr“: 20 Menschen, Omas gegen Rechts, Tempelhofer Damm 100 (17-18.30 Uhr)
„Mehrstimmig für einen solidarischen Kiez. Laut gegen Hass und Hetze. Singkundgebung“: 50 Teilnehmende, Emser Straße (18.30-21 Uhr)
„Politische Awareness in der Tanzkultur“: 40 Protestierende, Schaperstraße 24 (18.30-21 Uhr)
Universität – An der FU gibt es heute einen Gender-Lunch-Talk zum Thema „Once upon a queer Dream“ (12.30-13.30 Uhr); es spricht Omar Kasmani (Institut Sozial- und Kulturanthropologie). Das Mitbringen von Mittagessen ist ausdrücklich erwünscht; einen Stream gibt es auch. Rost- und Silberlaube, Habelschwerdter Allee 45 (Raum KL 29/135)
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Lenina Burghardt (23), Fußballspielerin, bei Hertha BSC im Mittelfeld / Iris Gusner (84), Filmregisseurin („Alle meine Mädchen“, gedreht u.a. im NARVA-Werk in Berlin-Friedrichshain, „Kaskade rückwärts“) und Drehbuchautorin, veröffentlichte gemeinsam mit der Kollegin Helke Sander das Buch „Fantasie und Arbeit“ / Gregor Gysi (77), Politiker (Die Linke), MdB, seit 2005 mit Direktmandat (Treptow-Köpenick), seine Partei schickt ihn für die aktuelle Wahl erneut ins Rennen / Lutz Hübner (61), Dramatiker („Das Herz eines Boxers“, „Frau Müller muss weg“), Schauspieler und Regisseur, schreibt in Zusammenarbeit mit Sarah Nemitz, viele Stücke des Duos hat das Grips-Theater auf die Bühne gebracht / Reinhard Jirgl (72), Schriftsteller („Abschied von den Feinden“, „Die Unvollendeten“), studierte Elektronik an HU, parallel Köpenicker Lyrikseminar, 2010 bekam er den Georg-Büchner-Preis / Michael Karnetzki (62), Politiker (SPD), bis 2023 Stadtrat in Steglitz-Zehlendorf / Carl Klaus (31), Fußballspieler, Torhüter bei Union Berlin / Jonas Mattisseck (25), Basketballprofi, spielt bei Alba Berlin / „Liebe Dr. Susanne P., du bist eine wahre Bereicherung und heute ein besonderes Geburtstagskind, alles Liebe zum 40. von deiner Struppi!“ / „Nora Tuchelt (24), Feministin, Studentin und ganz tolle Tochter. Wir wünschen Dir Gesundheit, Glück und viel Erfolg!“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Prof. Dr. Petra Feyer, * 12. Mai 1955, verstorben am 2. Januar 2025 / Prof. Dr. Rudolf Preimesberger, verstorben am 3. Januar 2025 / Dr. Hans-Joachim von Kondratowitz, * 1. Juni 1945, verstorben am 19. November 2024 / Michael Schmiechen, * 22. März 1932, verstorben am 24. Dezember 2024 / Karl-Heinz Wilde, * 19. Juni 1946, verstorben am 27. Dezember 2024
Stolperstein – Anton Schmaus (* 1910) war Zimmermann und wollte Architekt werden. Er war Mitglied der SPD und der Republikschutzorganisation „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“. Sein Vater war der Gewerkschaftsführer Johann Schmaus. Bei einem Mordversuch durch die Köpenicker Sturmabteilung (SA) im Juni 1933 (Köpenicker Blutwoche) wurde er schwer verletzt und war von der Hüfte abwärts gelähmt; Mitte Januar 1934 wurde er von der SA aus dem Polizeikrankenhaus zu einem „Verhör“ abgeholt und misshandelt, zwei Tage später, am 16. Januar 1934, starb er. Auch sein Vater wurde von den Nazis misshandelt und zu Tode gequält. An Anton Schmaus erinnert ein Stolperstein in der nach der Familie benannten Schmausstraße 2 in Köpenick.
Encore
Einmal im Jahr ist Berlin bekanntlich ein Ponyhof: Heute Abend wird die Grüne Woche eröffnet, eine der weltgrößten Messen für Ernährung und Landwirtschaft. Diesmal ohne Rinder und Schweine (Stichwort Maul- und Klauenseuche), laut Veranstalter rücken nun „Pferde und Kleintiere in den Fokus“.
Auch Spitzenpolitiker lassen sich die Häppchenmesse nicht entgehen (und produzieren verlässlich tropfende Fotos).
Die Messe Berlin hat auf Checkpoint-Anfrage verraten, wann welcher Politiker den Rundgang wagt (Stand Mittwoch): Zum Start schlendern morgen Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) über die Messe – letzterer ist an gleich drei Messetagen zugegen (Freitag, Montag und Dienstag). Abends lädt Ministerpräsident Markus Söder (CDU) zum Bayern-Abend, #Soederisst.
Weitere Termine:
+ Samstag: Mario Voigt (Ministerpräsident Thüringen, CDU) und Manuela Schwesig (Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommern, SPD)
+ Sonntag: Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne)
+ Montag: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), FDP-Chef Christian Lindner und Bundesbauministerin Clara Geywitz (SPD) – ob zusammen oder getrennt ist nicht bekannt.
+ Dienstag: Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne)
+ Donnerstag: Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne)
+ Freitag: CDU-Chef Friedrich Merz
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich bisher noch nicht angekündigt. Aber er sieht, dass Merz kommt…
Auf der Jagd nach Informationen waren gestern Alexander Fröhlich, Robert Kiesel, Sönke Matschurek, Christoph Papenhausen und Susanne Vieth-Entus. Antje Scherer hat die Häppchen serviert (Stadtleben) und Jaqueline Frank morgens noch mal durchgewischt (Produktion). Morgen fischt hier Robert Ide die Leckerbissen für Sie raus.
Bis bald!
