Schreck lass nach: Berlin ist nach Halloween wieder von allen Geistern verlassen. Falls Sie dennoch gerade entgeistert sind, haben Sie wohl wieder schlecht geschlafen. Berlinerinnen und Berlinern geht nachts eine Menge auf den Geist – nirgendwo in Deutschland werden laut einer Studie der Barmer so oft Ein- und Durchschlafstörungen diagnostiziert. 85 000 Beschäftigte sind auch nachts mit sich und der Welt beschäftigt, anstatt sich heiter in wolkigen Träumen zu verlieren. Stress im Job, Drogen im Blut und zuweilen das Schnarchen des Traummanns nebendran bringen die Stadt um den Schlaf. Bitte gähnen Sie weiter!
Klappern gehört zur politischen Kochkunst. Beim Mietendeckel hat es in der rot-rot-grünen Senatsküche allerdings ordentlich gescheppert. Nun ist der Deckel erst mal drauf, so richtig will er aber nur auf einen Topf passen: den auf der linken Herdplatte. Wie keine andere Partei in Berlin profitiert die Linke vom verabredeten Gesetz zur Mietendeckelung – in der Civey-Umfrage für den Tagesspiegel schreiben ihr 60 Prozent der Befragten zu, das Süppchen nahezu allein gekocht zu haben. Dass die SPD die Rezeptidee hatte (auch um das Volksbegehren zur Enteignung großer Wohnungskonzerne zu schwächen), kam in der Öffentlichkeit höchstens als Gruß aus der kalten Küche an. Mal sehen, wie die Sozialdemokraten das verdauen.
Entschuldigen Sie, ist das der Sonderzug des Checkpoint? Wie das Lied weitergeht, können Sie am Sonntag live erleben – bei einer unserer vielen öffentlichen Aktionen zum Jubiläum des Mauerfalls. Ab 15 Uhr zieht im Haffner-Kulturzentrum in Prenzlauer Berg die Checkpoint-Band andere Saiten auf, haut revolutionäre Gassenhauer raus und begleitet Stargast Dirk Michaelis bei seiner Wendehymne „Als ich fortging“. Die Bühne ist wie in den Wendewundertagen ein ausrangierter DDR-Lkw (Foto hier); unter freiem Himmel werden aufrührerische Reden gelesen und Parolen gerufen. Drei Ausstellungen des Bezirksamts Pankow gibt’s auch noch zu sehen, in denen man etwa den alten Prenzlauer Berg neu entdecken kann (alle Infos hier). Kommen Sie vorbei und singen Sie mit! Denn hinterm Horizont geht’s heiter.
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Alltagsheros – Das Gesundheitsnetzwerk Waldfriede bietet viele Möglichkeiten für eine sinnvolle Tätigkeit in der Gesundheits- und Pflegebranche und die persönliche Weiterentwicklung. Wir möchten unseren Mitarbeitern ein attraktiver Arbeitgeber sein und unser Netzwerk gemeinsam mit Ihnen weiterentwickeln. Sei ein Alltagsheld und komm zu Waldfriede!!!
alltagshero.com
Und nächste Woche geht’s weiter. Dann stürzt sich Berlin in eine ganze Festwoche in der ganzen Stadt. Am Montag steigt auf dem Alex eine Demo-Performance (Infos hier) – und einer unserer Höhepunkte findet am Donnerstag, den 7. November statt. Dann veranstalten Tagesspiegel und Berliner Zeitung gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung eine große Party der Meinungsfreiheit in der Volksbühne. In der schon jetzt fast ausverkauften Late Night Show treten unter anderem Anna und Nellie Thalbach auf, Klaus Wowereit und Jutta Allmendinger, Max Czollek und Sasha Waltz, Marion Brasch und Sven Marquardt. Und sowieso noch viele mehr (Infos hier). In beiden Salons der Volksbühne wird auch noch gelesen, nach dem Galaabend im Großen Saal startet die Disko im Foyer. Falls Sie auch dabei sein wollen, schreiben Sie uns an checkpoint@tagesspiegel.de. Wir verlosen fünf mal zwei Freitickets für freies Denken und Reden. Das ist uns der Rede wert.
Wie, wat is‘ los? Noch ‘ne jute Meldung? Dit is nich mehr mein Berlin. Oder doch: Die Wirtschaftsförderung des Bezirkes Tempelhof-Schöneberg hat einen filmreifen Werbespot im Rathaus gedreht – ein paar Reinigungskräfte und Rathausbesucher rennen und rappen darin durch den Kiez, um das Schöne an Tempeldorf zu besingen. Nun gewann der Clip „4262 Berlin“ (kiekste hier) sogar einen der ersten Preise beim deutschen Wirtschaftsfilmpreis. Und ja, doch: Hauptrapper BigTiba ist nicht nur im Musikvideo eine Reinigungskraft im Rathaus, sondern auch im wahren Leben. Saubere Leistung!
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Die „Berliner Meisterköche“ des Jahres 2019 stehen fest.
Die unabhängige Meisterköche-Jury hat die Preisträger in sechs Kategorien gewählt. Die Auszeichnung wird zum 23. Mal von Berlin Partner vergeben. Der Tagesspiegel stellt Ihnen die sechs Gewinner vor – heute Florian Domberger. Seien Sie dabei auf der Aftershowparty am 23.11.!
Berliner Meisterköche auf Facebook
Instagram: @berlinermeisterkoeche
Flanke zum Fußball: Nachdem 30.000 Dresdner im Olympiastadion zu ihrem Oldie-Hit „Ost-, Ost-, Ostdeutschland“ tanzten und 120 Minuten lang auf den Rängen Silvester feierten (Hertha dafür kurz vor Mitternacht einen epischen Pokalsieg), schütteln sich nun Berlins Fußballfans aus Nord und Süd ins Derbyfieber. „Eisern-Berlin“ kann gemeinsam Marmor, Stein und Eisen brechen – und Herzen sowieso. Manche leben ihre Liebe sogar zusammen aus wie der Verein Hertha-Union-Freunde, der am Sonnabend mit dem Dampfer „Viktoria“ von Mitte nach Köpenick zum Stadion schippert. Olaf Forner hat die Fahrt organisiert und sagt: „Das sind Familien, da fragt man nicht, wer welche Mannschaft unterstützt.” Forner, aufgewachsen in Ost-Berlin, ist Union-Herthaner oder Hertha-Unioner, ganz festlegen wollte er sich im Gespräch mit meiner Kollegin Judith Langowski nicht. Mehr zu Forners vielen Talenten lesen Sie am Sonnabend im Tagesspiegel; mehr zum Derby hier weiter unten. Und mehr zu gewinnen als drei Punkte gibt’s für alle, zumindest an Erkenntnis. Schließlich liegt ganz Berlin in Ostdeutschland.
Laufen wir gleich weiter nach Istanbul. Hier bekämpft Sultan Erdogan noch immer die Demokratie im eigenen Land und die Kurden in Syrien. Trotz heftiger Kritik der deutschen an der türkischen Politik will der Berliner Grünen-Abgeordnete Benedikt Lux am Sonntag beim Marathon in Berlins Partnerstadt Istanbul mitlaufen. „Städtepartnerschaften bestehen zwischen Menschen, die dort leben, nicht immer zwischen Regierungen“, lässt Lux auf Checkpoint-Nachfrage wissen. Ein Marathon sei ein Lauf gegen die eigenen Grenzen. Mit seiner Teilnahme hoffe er, „dass alle Menschen, ob in Deutschland oder der Türkei, das Verbindende suchen“. Nach 42,195 Kilometern könnte das ein Ziel sein.
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#BeBaroque: Die BAROCKTAGE der Staatsoper Unter den Linden vom 1. bis 10.11.
In Opern, Konzerten und Performances widmet sich das Festival dem vielseitigen Œuvre von Alessandro Scarlatti und Henry Purcell. Premiere am 1.11. feiert »Il Primo Omicidio«, neu inszeniert von Romeo Castellucci. Wir verlosen dafür 3x2 Karten, Teilnahme per Mail an social@staatsoper-berlin.de.
So langsam zur letzten Landung kommt Berlins Flughafen Flegel. Hier werden Passagieren inzwischen viele Zumutungen vorgekoffert – die eigenen Koffer dagegen immer seltener. Und selbst auf dem Rollfeld ist Bus mit lustig. Denn oft genug landet kein Bus bei den ankommenden Maschinen an – kein Wunder, wenn mancher Fahrer des überlasteten Dienstleisters Wisag auch mal wegdöst wie gestern Mittag. Ein Easyjet-Kapitän weckte ihn vor den wachen Augen der im Flugzeug wartenden Flugzaungäste und leitete den Bus höchstselbst zur Maschine (via Frank Sarfeld). Schade, dass der Kapitän nicht noch die Koffer ausgeladen hat. Das hätte er bestimmt auch auf Tasche.
Gar nicht mal so dübel läuft es inzwischen am BER, dem derzeit klimafreundlichsten Airport der Welt. In genau einem Jahr soll der Verfluchthafen endlich eröffnet werden – dank des bevorstehenden Schaltjahrs bleiben dem BER damit noch 365 Tage bis zur Fertigstellung der Fertigstellung. Getreu nach Hartmut Mehdorns altem Motto „Wir werden fertiger und fertiger“ fragen wir uns: Was könnte und sollte auf der BER-Schaustelle noch fertiger werden an dem zusätzlichen Tag? Schreiben Sie uns gerne Ihre Idee an ckeckpoint@tagesspiegel.de – aber bitte nichts Abgehobenes.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Bau schau an: Die Staatsbibliothek Unter den Linden ist fertig saniert. Das hat zwar länger gedauert als damals der Bau der Bibliothek (1903 bis 1914). Aber die 15 Jahre Renovierung haben sich gelohnt: In der Zeit sind in Deutschland mehr als eine Million Bücher neu erschienen. Wird also Zeit, dass bald mal angebaut wird.
In die Tonne kloppen kann man in Berlin ja einiges. In Zukunft auch mehr Müll. Neue Abfallbehälter aus Holland, bereits aufgestellt am Potsdamer Platz, am Hermannplatz oder am Ostbahnhof, pressen den Unrat regelmäßig zusammen. So bleibt die Tonne voll lange leer. Und Danebenwerfen fällt leichter schwer.
Angela Merkel bleibt Kanzlerin der Keinheit. In diesem Jahr gab sie bislang so wenig Interviews wie nie; bisher nur gut 20. Eine Frage bleibt also unbeantwortet: Was hat die Bundeskanzlerin noch zu sagen?
Eklat im Berliner Parlament: Entgegen der Absprachen hat offenbar die CDU gegen Lena Kreck, Linke-Kandidatin für den Verfassungsgerichtshof, gestimmt. Zuvor gingen die Personalien von CDU und SPD durch. Nun sind die Regierungsfraktionen durch – mit der CDU.
Kann das stimmen? Nach einer Nachzählung in Weimar wird klar: Die thüringische FDP lief bei der Wahl am Wochenende nicht fünf Stimmen über der Fünf-Prozent-Hürde in den Landtag ein, sondern ein einziges Stimmchen. Bis zum amtlichen Wahlergebnis in einer Woche darf sich für die Fraktion nichts verstimmbessern.
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Berlin Science Week Magazin 2019
Schmilzt das Eis schneller als gedacht und was bedeutet das für unser Klima?
Vom 1. bis 10. November gibt die Wissenschaftswoche Antworten auf die drängendsten Fragen unserer Zukunft. Wissenschaftler aus der ganzen Welt bringen ihre neuesten Forschungsergebnisse nach Berlin.
Das Magazin mit Programm und Hintergründen hier gratis zum Download.
Gute Nachricht aus Köpenick: Der Südosten Berlins wird bald nicht mehr bloß übers Wasser erreichbar sein. Der Neubau der Salvador-Allende-Brücke soll Ende November fertig sein – vier Wochen früher als geplant. Wir brücken die Daumen!
Huch, was hängen denn da für Zettel am Mieterbrett eines Wohnhauses in Prenzlauer Berg?
„Kleidertausch-Party im Hof?“ Antworten von anderen Mietern auf dem Zettel: Ja, Ja, Ja, Ja, Ja, Ja, Nein.
„Gemeinsames Hoffest?“ – Antworten: Ja, Ja, Nein.
„Wer sagt immer Nein! Und warum.“ – Antworten? Keine.
Typisch Kiezhausen: Bis einer neint.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Also ich bin froh, dass ich kein Straßenbaum bin.“
Tier- und Pflanzenexperte Derk Ehlert aus der Senatsumweltverwaltung über den Zustand der Bäume zwischen Falschparkern, Streusalz und Hundekot (via SZ)
Tweet des Tages
Worauf andere beim Kauf von Schlafanzügen achten: maximal gemütlich, Sexynessfaktor, Preis, Material, nachhaltig produziert. Worauf ich achte: wird im Supermarkt und auf der Arbeit von anderen optisch nicht als Schlafanzug wahrgenommen.
Stadtleben
Essen – Die Pomeranze im Schillerkiez ist bescheiden eingerichtet: Helles Holz, viele Zimmerpflanzen und Bücher dominieren das Interieur, von Hipster-Chic ist trotz der Lage keine Spur – fast etwas ländlich. Nett und bodenständig sind die Besitzerinnen Marlene Modick und Katharina Herrlich zudem. Garantiert kennen sie sich auch mit den Böden aus, auf denen die Pomeranze gedeiht. In ihrem Café verkaufen die beiden nämlich über hausgemachten Zwetschgenkompott, Croissant und Eierstulle hinaus auch Gärtnerbedarf. Wer sich zum Wintereinbruch also entscheidet, seine Wohnung etwas aufzugrünen, ist in der Leinestraße 48 an der richtigen Adresse. Wer einfach nur regional und bio schlemmen und etwas entspannen möchte, ist es aber durchaus auch. U-Bhf Leinestraße, Di-Fr 10-22 Uhr, Sa-So 10-18 Uhr
Noch hingehen zu Tante Frizzante, dem Getränkemarkt in der Hermannstraße 95, den man einfach nicht übersehen kann: große Ladenfläche, schicke Auslagen, bunt beschriebene Schiefertafeln und unzählige Biersorten. Jetzt wurde dem Späti zum April 2020 gekündigt, der auf fünf Jahre ausgelegte Vertrag wurde von der Vermieterin nicht verlängert. „Nach viereinhalb Jahren, wo das Geschäft endlich mal läuft, müssen wir raus“, sagt Betreiber Andreas Biermeier nachdenklich. Ob die Tante über die Wintermonate weitermacht, ist noch unklar, vorerst machen sie das Beste draus: Am Samstag (ab 15 Uhr) feiert der Getränkeladen zusammen mit seinen Nachbarn Warthe-Eck und Zart.daneben ein Kiezfest, bei dem der Tantefrizzante-Secco nur so fließen soll. U-Bhf Leinestraße, Mo-Do 11-22 Uhr, Fr-Sa 11-23 Uhr
Neu am Hermannplatz ist die Hrmnnbox. Sie ist der zweite Ableger der Rixbox in der Richardstraße 2 und soll – so wurde sie jedenfalls konzipiert – einem höheren Ziel dienen. Der aus Seekiefer, Frachtcontainern und Glas geformte Quader mitten auf dem Karstadt-Parkplatz am Hermannplatz soll Gäste selbstverständlich mit Kaffee, Tee, selbstgemachter Limonade und Kuchen versorgen. Die obendrauf gesetzte Dachterrasse will die Sozialgenossenschaft Karuna in einen kleinen Urban-Garden verwandeln, der ab nächstem Sommer Kräuter für die Küche hergibt. Die Box soll aber auch eine Art Agora werden, in der bei Workshops und Panels die Diskussion um den Umbau des Karstadtgebäudes und seine Bedeutung für den Kiez kontrovers und konstruktiv geführt werden soll. Mo-Sa 9-18 Uhr, Hasenheide 4-5, U-Bhf Hermannplatz
Berlinbesuch – Die Berlin Science Week gastiert zum ersten Mal mit ihrem Hauptsitz im Naturkundemuseum und widmet sich bis zum 10. November den aktuellsten Fragen in Wissenschaft und Forschung. Los geht’s heute ab 12 Uhr mit einem Hub Meeting im State Studio (Hauptstraße 3, U-Bhf Kleistpark). Dröge und trocken soll das Wissenschaftsfestival aber keinesfalls werden. Einen Beitrag dazu leistet der Science Slam im Roadrunner’s Paradise (Saarbrückener Straße 24, U-Bhf Rosa-Luxemburg-Platz) – und er soll nicht der einzige bleiben. Zudem steht auf dem 10-tägigen Programm eine internationale Blockchain-Konferenz, eine Diskussion zu „AI, Art & Nature“, ein „Day to Celebrate the Social Sciences“ am WZB sowie der verlockende Vortrag „Wealth for Everyone“, also „Wohlstand für alle“. Viele Veranstaltungen sind kostenlos, Anmeldung und ggf. der Ticketverkauf laufen über die Websites der einzelnen Institutionen.
Geschenk – Fast schade, dass Halloween dann schon vorbei ist, wenn am Sonntag von 11 bis 16 Uhr das MundArt & Comedy Theater, das Sängerin und Ur-Berlinerin Marga Bach im September 2018 gründete, Einzelstücke aus seinem Fundus verkauft. Neben prächtigen Kimonos, adretten Uniformen und anzüglichen Lederkleider finden sich in der Karl-Marx-Allee 133 (U-Bhf Frankfurter Tor) auch Klamotten, die man tatsächlich im Alltag tragen kann. Und selbst, wenn nur noch karnevaleske Kleidungsstücke auf den Kleiderbügeln hängen – ein nächstes Halloween kommt bestimmt. Der Eintritt ist frei.
Karten sichern für Kirill Petrenkos Konzerte in der Berliner Philharmonie, für die der Vorverkauf am Sonntag startet. Der neue Chefdirigent der Berliner Philharmoniker gibt sein Saison-Debüt am 29. Dezember mit den Silvesterkonzerten samt Stücken von Leonard Bernstein und George Gershwin. Im Laufe des nächsten Jahres wird er zudem eine Reihe renommierter Dirigenten wie Ivan Fischer und natürlich seinen Vorgänger Sir Simon Rattle ans Pult holen. Dirigent Gustavo Dudamel leitet zum Saisonende das obligatorische Waldbühnenkonzert (20. Juni),diesmal unter dem Motto „Olympische Nacht“ – auch hierfür startet der Vorverkauf am Sonntag. Karten gibt's ab 58 Euro.
Karten gewinnen für Leïla Martial, die am Sonntag (22.30 Uhr) das Jazzfests Berlin im Quasimodo (Kantstraße 12A, S/U-Bhf Zoologischer Garten) schließt und gleichzeitig ihre Deutschlandpremiere gibt. Die Französin stand vor zehn Jahren vor der Entscheidung: Schauspielerei oder Musik? Sie hat sich für letztere entschieden und ist seitdem mit Pierre Tereygeol an der Gitarre und Eric Perez am Schlagzeug als Trio unterwegs. Martial bewegt sich über die Genregrenzen hinweg, ist ein bisschen Pop, ein bisschen Soul. Wer ganz genau hinhört, erkennt sogar Einflüsse von Experimentalkünstlerinnen wie Björk und Camille. Für dieses stimmungsreiche Jazzfest-Closing am Sonntag verlosen wir 2x2 Tickets (bis 12 Uhr).
Last-Minute-Tickets – Die „Franzosendisco“ ist zurück. Im Roten Salon des Lido darf nach 8 Jahren Pause also wieder à la „Tour de France“ ein Rennen durch die Musiklandschaft Frankreichs gefahren werden: Von Claude Francois über Louane und Zaz bis zu French Reggae und Afro-Trap gibt’s heute um 21 Uhr in der Cuvrystraße 7 (U-Bhf Schlesisches Tor) alles auf die Ohren. Tickets an der Abendkasse kosten 10 Euro, aber der Checkpoint verlost für dieses frankophone Comeback 2x2 Tickets (bis 12 Uhr).
Maria Kotsev wünscht einen spannenden Freitag!
30 Jahre, 30 Tage
1. November 1989, 8 Tage bis zum Mauerfall – In Moskau treffen Egon Krenz und Michail Gorbatschow aufeinander. Gleichzeitig tritt die Aufhebung der Reisebeschränkungen in die CSSR in Kraft. Die bundesdeutsche Botschaft in Prag verzeichnet bis 10 Uhr bereits mehr als 300 Geflüchtete. Und auch in West-Berlin bleibt der Andrang an DDR-Übersiedlern hoch. Am Wochenende wurden 140 Flüchtlinge und 159 legal ausgereiste ehemalige DDR-Bürger gezählt. Am Montag trafen 160 Flüchtlinge in Tegel ein, für Dienstag waren weitere 121 Personen angekündigt. 200 Plätze sind bereits in den Messehallen 6 und 7 belegt. Bis Mitte Dezember stehen insgesamt 750 zur Verfügung. Die letzte Turnhalle wird derweil von Betten geräumt, damit der Sportunterricht wieder beginnen kann.
Foto: Tagesspiegel vom 2.11.1989, S.1
Berlin heute
Verkehr – Aufgrund von Markierungsarbeiten kommt es heute auf der Pasewalker Straße an der Einmündung Blankenburger Weg in beiden Richtungen zu Verkehrseinschränkungen (7-15 Uhr), ebenso auf der Heerstraße ab 19 Uhr in beiden Richtungen zwischen Glockenturmstraße und Brandensteinweg/ Siemenswerderweg (bis Sonntag 22 Uhr) - hier ist stadtauswärts nur eine eine, stadteinwärts nur zwei Spuren befahrbar, die Anbindung Glockenturmstraße ist gesperrt. Wegen eines Konzerts der dänischen Band „Volbeat“ um 18:30 Uhr wird im Bereich um die Mercedes-Benz-Arena ein erhöhtes Verkehrsaufkommen erwartet, ebenso rund um die Columbiahalle, dort spielt Christian Löffler um 20 Uhr. Wegen Bauarbeiten sind die M17 und 27 zwischen den Stationen Allee der Kosmonauten/Rhinstraße und Treskowallee/Ehrlichstraße unterbrochen (ab 22 Uhr, bis Montag 4:30 Uhr), hier fahren ersatzweise Busse. Die Züge der Ringbahn verkehren zwischen Beusselstraße und Wedding ab 22 Uhr nur im 20-Minutentakt (bis Montag 1:30 Uhr).
Demonstration – Vor dem Fernsehturm versammeln sich rund 15 Personen zur „Mahnwache gegen rechtsextreme Tendenzen in Politik und Gesellschaft“ (15-16 Uhr). Eine „Mobilitätsausstellung“ statt einer Autoausstellung in Berlin fordern etwa 40 Personen und laufen dabei von 16-18 Uhr vom Invalidenpark über die Chausseestraße zurück zum Invalidenpark. Zusammen mit der Bürgerinitiative „Wir sind Blankenburger und Berliner“ laufen 1000 Personen unter dem Motto „Lichter für den Berliner Nordosten“ von 17.30-19.30 Uhr von der Ludwig-Quidde-Straße in Buchholz nach Alt-Karow. Am Samstag fordert das Deutsch-Inguschisches Kulturzentrum von 11-16 Uhr am Pariser Platz die „Territoriale Rehabilitation der unterdrückten Völker Südrusslands und des Kaukasus“. Am Neptunbrunnen am Alexanderplatz starten rund 1000 Menschen mit der Demonstration „Stoppt den Krieg – Solidarität mit Rojava“, die am Potsdamer Platz endet. Zur „Enthüllung der im März zerstörten Gedenktafel von Wolfgang Szepansky“ treffen sich 150 Personen mit der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes in der Methfesselstraße (14-15 Uhr). Zudem gibt es drei Kundgebungen unter dem Motto „Projects United – Syndikat bleibt“ bzw. „Projects United – für den Erhalt von Freiräumen“. Die erste startet um 15.30 Uhr in der Herrfurthstraße und endet um 19 Uhr am Schlesischen Tor (500 Teilnehmer), dann laufen von 16-18 Uhr etwa 300 Aktivist*innen vom Bona-Paiser-Weg / Köpenicker Straße zum Schlesischen Tor. Und von 17-20 Uhr ziehen 300 Protestierende vom Lausitzer Platz zur Rigaer Straße. Am Sonntag (15-19 Uhr) wollen rund 300 Personen am Pariser Platz „Solidarität mit den Demonstrationen im Libanon“ zeigen.
Gericht – Der Prozess um das Schicksal der vor 13 Jahren verschwundenen Georgine Krüger geht weiter. Der 44-jährige Ali K. soll die damals 14-jährige Schülerin vergewaltigt und ermordet haben. Vor dem Landgericht hat er geschwiegen (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 537).
Universität – Der zweite Zukunftstag der Universität der Künste findet von 10-17 Uhr im Medienhaus (Grunewaldstraße 2-5, U-Bhf Kleistpark) statt. Auf der Agenda steht: Wo möchte die Universität in Zukunft hin, welches Potenzial hat die Kunst und was wollen eigentlich Lehrende und Studierende? Der Eintritt ist frei.
Berliner Gesellschaft
Freitag –Günter de Bruyn (93), Schriftsteller / Martin Beck (61), Politiker (Grüne) / Claudia Geiler, Alles Liebe von Lutz („Sie ist die tollste Freundin!“) / Margit Gottstein (59), Staatssekretärin für Verbraucherschutz und Antidiskriminierung / Gabriele Hahnemann (50), „Mit den besten Wünschen von Freundin Corinna und Familie“ / „Liebe Heike, lass es heute knallen, alles Liebe von Martina und Thorsten“ / Kristina Hofmann (49), „Carpe diem!“ / Reinhild Hoffmann (76), Pionierinnen des Tanztheaters / Rainer Hunold (70), Schauspieler / Ingeborg Junge-Reyer (73), ehem. SPD-Senatorin für Stadtentwicklung (2004-11) und ehem. Bürgermeisterin (2006-11) / Cosmo Klein (41), Sänger und Songwriter / Manfred Pflitsch (80), Kapitän der „Heinrich Zille“ und Vorstand der Stiftung Museumshafen Berlin, „allzeit ein Handbreit Wasser unter dem Kiel!“ / Katja Riemann (56), Schauspielerin / Jürn Jakob Schultze-Berndt (53), für die CDU im AGH / Christian Stäblein (53), Probst der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz / Ulf Timmermann (57), Leichtathlet (Kugelstoßen) / Bernd Wilms (79), ehem. Theaterintendant (u.a. Maxim Gorki und DT) / Luzie Witt, „Der süßeste Wusel in Zehlendorf“ – Alles Gute wünscht Roy
Sonnabend – Andreas Bourani (36), Popsänger / Frank Diez (69), Gitarrist, Komponist, Texter und Produzent
Sonntag – Bernd "Mike" Baecker, „Alles Gute zum 70. von Rainer und Uwe!“ / Michael Friedrich Kraus, „Dem besten großen Bruder alles Liebe zum runden Geburtstag und ein Dankeschön für die Empfehlung den Checkpoint zu lesen!“ / Juliane Klein (53), Komponistin und Verlagsleiterin / Roswitha Krause (70), ehem. Schwimmerin und Handballerin / Harry Kurschat (89, ehem. Boxer / Mechthild Rawert (62), ehem. für die SPD im BT
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Werner Beck-Wiesinger, * 26. Januar 1948 / Andreas Jürgen Felisch, * 1965 / Witold Kaminski, * 27. November 1947 / Dr. Christa Mahrad (geb. Bilang), * 9. Februar 1943, DDR-Jugendforscherin / Frank Petsch, Müllwerker bei der Berliner Stadtreinigung
Stolperstein – Penzberger Straße 5 (früher: Speyerer Straße 21), Schöneberg: Hier lebte Emma Wallach (Jhg. 1880) seit dem Tod ihres Mannes 1932. Von den Nazis gedemütigt und entrechtet, nahm sie sich heute vor 78 Jahren durch eine Überdosis Veronal das Leben.
Encore
So, jetzt aber mal derby in Richtung Wochenende. Bevor alle am Rasen rasen, hier noch schnell das Instagram-Duell zwischen Union und Hertha. Jakob Fuchs und Clemens Kommerell, Studenten an der Universität der Künste Berlin, haben sich auf die Datenbank gesetzt und die Performance der Profis in den sozialen Netzwerken geprüft. Ergebnis für Union: Carlos Mané und Sebstian Polter bekommen die meisten Likes (4760 und 3202). Ergebnis für Hertha: Marko Grujic und Marius Wolf werden weitaus mehr geliked (15.484 und 10.698). Experten-Urteil von Analyst Jakob Fuchs: „Bei Union ist alles noch ein bisschen dilettantischer, dadurch aber auch authentischer.“ Checkpoint-Urteil: Union erkämpft sich hier ein Unentschieden. Aber auch im Netz zählt nur der Ball.
Lassen Sie sich heute nicht zuballern! Morgen gibt hier Lorenz Maroldt neue Anstöße. Ich pfeif ab – und grüße Sie,