schauen wir erstmal nach, was in der Nacht so im Checkpoint-Exklusivkästchen gelandet ist – Moment … Oha! Hier haben wir etwa den brandaktuellen, 30 Seiten starken Bericht des Landesrechnungshofs „zu den Auswirkungen einer Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen“, den bis heute früh nicht einmal alle Senatsmitglieder kennen. Das Fazit: „Eine Vergesellschaftung kann nur verhältnismäßig sein, wenn dadurch die Mieten gesenkt oder zumindest entdynamisiert werden. Im Ergebnis sieht der Rechnungshof deshalb keine Möglichkeit, eine Vergesellschaftung mit vertretbaren Risiken umzusetzen.“
Die Rechnungsprüfer haben verschiedene Modelle durchgerechnet und dabei einen unauflösbaren Zielkonflikt ausgemacht: Wenn die betroffenen Wohnungsunternehmen für die in Rede stehenden 240.000 Wohnungen (Bilanzwert: 43 Milliarden Euro) auch nur zum Teil entschädigt würden (11 Mrd. bzw. 29 Mrd.), hätte das bereits kurzfristig massive Auswirkungen auf den Landeshaushalt bis hin zur Gefahr eines Haushaltsnotstands. Die hohen Finanzierungskosten müssten durch erhebliche Kürzungen in anderen Bereichen kompensiert werden und würden „unweigerlich zu Defiziten bei der Bewirtschaftung der zu vergesellschaftenden Bestände führen“. Die Folge: Mieterhöhungen „bis zu einem mittleren zweistelligen Quadratmeterpreis pro Monat“ (Durchschnittliche Miete 2023 laut Mietspiegel: 7,16 Euro pro qm). Die Rechnungsprüfer kommen zu dem Schluss: „Das Ziel einer Vergesellschaftung würde damit verfehlt“; trotz dramatischer Kosten für den Landeshaushalt.
Selbst bei den beiden Szenarien mit einer Entschädigungssumme von 11 bzw. 29 Milliarden Euro sieht der Rechnungshof auch ein hohes Rechtsrisiko wegen der „Diskrepanz zwischen den nicht verkehrswertorientierten Entschädigungssummen und den hochgerechneten Bilanzwerten“. Dies würde von den „von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätzen“ zum Vergesellschaftungsparagrafen im Grundgesetz „eklatant abweichen“. Mit anderen Worten: Jeder Versuch der Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen ist laut Rechnungshof zum Scheitern verurteilt, so oder so, rechtlich und finanziell – und das stets auf Kosten der Allgemeinheit. Kaum vorstellbar, dass sich Senat und Abgeordnetenhaus über diese klare Warnung hinwegsetzen.
Schwer zu schaffen macht der Polizei die Jagd nach den ergrauten RAF-Terroristen mit ihren längst nicht verblassten Straftaten. Der 69 Jahre alte Ernst-Volker Staub und der 55 Jahre alte Burkhard Garweg stehen auf der „Europe's Most Wanted-Liste“ von Europol, mit deren Hilfe nach Schwerstkriminellen gesucht wird, wieder ganz oben. Mehrere Razzien in Berlin und ein Spezialeinsatz auf der Autobahn A5 blieben allerdings erfolglos. Auf dem Friedrichshainer Bauwagenplatz an der Markgrafenstraße erinnert man sich an den geflüchteten Mitbewohner Garweg als freundlichen Mann mit streitsüchtigem Hund (Reportage hier). Doch bei allem Gewitzel über die untergetauchten RAF-Rentner sollte man eines nicht vergessen: Die Opfer der Terrortaten und ihre Nachkommen leiden bis heute an den Folgen der einst entfesselten Gewalt.
Falls Sie Ostern nicht auf den Osterinseln sein sollten, sondern vielleicht lieber im Berliner Tierpark die hiesigen Eidechsen und Schlangen bewundern wollen, dann müssen sie das schon jetzt ganz genau planen. Denn Zoo, Tierpark und Aquarium haben ihre Preise an den Tageskassen deutlich erhöht. Ein Besuch kostet ab sofort bis zu 24,50 Euro – eine satte Preissteigerung von fünf Euro pro Erwachsenen. Dagegen schlägt ein Onlineticket, gebucht und bezahlt zwei Wochen vorher, mit 15,50 Euro günstiger zu Buche als bisher. „Wir haben lange hin und her überlegt, wie wir die enorme Kostensteigerung möglichst schonend an unsere Gäste weitergeben können“, sagt Philine Hachmeister vom Zoo auf Checkpoint-Nachfrage. Die Preise für Tierfutter und Energie sowie die Personalkosten seien gestiegen; neben Spenden seien Tickets die einzige Einnahmequelle für die von Menschen eingehegten Tiere.
Mit den teureren Tagestickets sollen laut Zoo vornehmlich Touristen belastet werden, da Berlinerinnen und Berliner „ihre Besuche in der Regel flexibler planen können“. In Ferienzeiten würden bereits jetzt die Hälfte der Karten online verkauft. Zu den Aufschlägen an den Tageskassen räumt Hachmeister allerdings ein: „Das wird zukünftig sicher einige Gäste von Spontankäufen abhalten.“ Naja, spontan zu den Osterinseln fliegt deshalb trotzdem keiner.
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Spontan geht in den nächsten Wochen sowieso nichts mehr. Am Donnerstag und Freitag werden sowohl die Bodendienste an Flughäfen als auch wieder die gesamte Bahn bestreikt. Von Donnerstag, 2 Uhr bis Freitag, 13 Uhr steht auch die Berliner S-Bahn still, weil Lokführer-Anführer Claus Weselsky die Schlichtungsgespräche platzen ließ und kurz vor der eigenen Rente noch einmal den 35-Stunden-Prellbock der Republik gibt. In den kommenden Wochen, womöglich auch in den Osterferien, will die Gewerkschaft dann auch ohne rechtzeitige Vorankündigung und damit ohne möglichen Notfahrplan streiken. Weselsky meint dazu: „Damit ist die Eisenbahn kein zuverlässiges Verkehrsmittel mehr.“ Okay, wer sagt’s ihm?
Überholen, ohne einzuholen – das hat schon in der DDR nicht geklappt. Und es funktioniert wohl auch nicht bei Uber. Wie eine Tagesspiegel-Recherche zeigt, besteht bei billigen Berliner Mietwagenunternehmern wie auch Bolt und Freenow der Verdacht auf Sozialkassenbetrug. Demnach sind nicht wenige Fahrer bei undurchsichtigen „Mietwagenfirmen“ unterbeschäftigt – offiziell als Minijobber, während sie in Wahrheit in Vollzeit arbeiten würden. Ans Finanzamt würde dann eine geringfügige Beschäftigung gemeldet, beim Jobcenter aufgestockt, und „den Rest des Geldes kriegst du bar auf die Kralle vom Mietwagenunternehmen“, mutmaßt Taxifahrer Mesut. Klingt nach organisiertem Betrug, den Uber, Bolt und Freenow allerdings von sich weisen. Ein Taxi zum Hauptzollamt, bitte!
Falls die Bundesrepublik Deutschland, derzeit getrollt von Russlands Hybrid-Angriff auf die Bundeswehr und selbst gelähmt von Scheinfriedenskanzler Olaf Scholz (SPD), irgendwann doch einmal der Ukraine genügend Munition für ihre Selbstverteidigung liefern wollen würde, dann dürfte sie das künftig auch sonntags tun und dabei Berliner Autobahnen benutzen. Die Verkehrsverwaltung hat laut Amtsblatt verfügt, dass künftig Lkw-Fahrten „zur geschäftsmäßigen oder entgeltlichen Durchführung von militärischen Transporten im Auftrag deutscher oder verbündeter Streitkräfte, mit Bezug auf den Krieg in der Ukraine, an Sonn- und Feiertagen in der Zeit von 0 bis 22 Uhr gestattet“ sind. Russlands Angriff auf Europa erreicht die Ausführungsbestimmungen der deutschen Straßenverkehrsordnung. Nehmen wir ihn jetzt endlich ernst?
Berliner Schnuppen
Telegramm
Wie viel Mist können Bauern bauen? Eine nächtliche Blockade der Bundestraße B5 mit Gülle und Baumstämmen ohne Ankündigung und Warnschilder wurde zu Wochenbeginn zur tödlichen Gefahr für Autofahrende bei Elstal. Selbst ernannte Querdenker bejubelten eine „große Nachtaktion“. Fünf Personen wurden bei Unfällen verletzt und blieben mit Glück am Leben.
Einen Kipppunkt hat Berlin längst überschritten bei weggeworfenen Zigarettenkippen. Der Wunsch der CDU, abgekippte Kippen künftig mit 250 Euro Bußgeld zu ahnden, verwundert nicht nur Checkpoint-Leser Ingo Isenhardt. In der Fußgängerzone der Wilmersdorfer Straße sieht er „beim Blick nach unten nichts als Zigarettenkippen“ und fragt sich: „Hat irgendjemand schon einmal erlebt, dass das bisherige Bußgeld von 55 Euro verlangt oder gar bezahlt wurde?“ Hat tatsächlich jemand, antwortet das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf. Dort wurden vergangenes Jahr zumindest 227 Bußgeldverfahren wegen auf öffentlichem Straßenland entsorgter Zigarettenkippen geführt, im aktuellen Jahr schon 75. Eine heiße Kippe auf dem kalten Stein.
Ein weites Feld bleibt die Rasenpiste Tempelhofer Feld. Am Montagabend stellte die Stadtentwicklungsverwaltung ihren Beteiligungsprozess für eine mögliche Randbebauung vor. Dabei wurde klar: Von den von Senator Christian Gaebler (SPD) angekündigten „bis zu 500 zufällig ausgewählten Bürgern“ sollen es nun noch 250 sein. Nach einem Auftakt im Mai und Dialogwerkstätten im Herbst soll ein Ideenwettbewerb im neuen Jahr einen Sieger hervorbringen. Womöglich ist das am Ende dieses Prozesses der Senator selbst.
Jetzt aber endlich gute Meldungen:
Brandenburg bricht im Tourismus seinen Übernachtungsrekord. Kein Wunder, hier sagen sich ja auch Fuchs und Hase jeden Tag aufs Neue gute Nacht!
Go, Trabi, goes immer weiter. Die olle Rennpappe, auf die man zu DDR-Zeiten zehn Jahre lang warten musste und die viele nach dem Mauerfall sekundenschnell am Straßenrand stehen ließen, wird wieder zum Liebhaberstück. Mehr als 40.000 knatternde Volkswagen made in GDR sind inzwischen wieder zugelassen. Mindestens die Hälfte davon ist in Berlin-Mitte täglich auf Safari.
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Versteckte Heldinnen der Medizin
Sie wurden angefeindet, mussten sich auslachen lassen und landeten teilweise sogar im Gefängnis. Wir stellen drei Frauen vor, die die Geschichte der Frauenmedizin verändert haben und fragen, warum so wenig über sie bekannt ist. Jetzt auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
Ab und zu geht Berlin noch ein Licht auf. So lässt die Verkehrsverwaltung auf Grünen-Anfrage zu Angsträumen unter Brücken ganz konkret wissen: „Die Prüfung der Ist-Situation unter der Putlitzbrücke ergab, dass eine wahrnehmbare Verbesserung der Beleuchtungssituation durch Errichtung einer zusätzlichen Beleuchtungsanlage erreicht werden kann.“ Ganz schön helle, oder?
Nun das noch: Dies ist der erste Checkpoint des Jahres, der teilweise unter freiem Himmel geschrieben worden ist. Willkommen zur Berliner Garten-, Park-, Flanier- und Spaziersaison!
Zitat
„Wenn man mit dem Teufel isst, muss man darauf achten, dass der Löffel lang genug ist.“
Der frühere DDR-Innenminister Peter-Michael Diestel über die Staatssicherheit und die Terroristinnen und Terroristen der RAF, die sich nach ihren Gewalttaten in der DDR versteckten.
Stadtleben
Essen & Trinken – Zwei Minuten vom Naturkundemuseum hat das Rice Service im Februar seine Türen geöffnet. Zwischen hängenden gebratenen Enten, Fliesenwänden und kühlen Metalltischen kredenzt das chinesische Lokal Mittagessen nach dem Baukastenprinzip: Reis, Pak Choi und obendrauf Ente/Schweinebauch/Tofu. Einen vegetarischen Lunch reicht das Team für 12 Euro aus der offenen Küche. Übrigens: Das Rice Service hat die gleichen Betreiber wie das Dashi Diner nebenan – das hat sich nach seiner Eröffnung 2022 rasant etabliert. Geöffnet hat das Rice Service täglich von 12 bis 14.30 Uhr oder bis alles ausverkauft ist. Invalidenstraße 112, U-Bhf Naturkundemuseum
Berlinbesuch – Kanada? Spandau! Wenn die Rothirsche in der untergehenden Sonne aus dem Wasser trotten, fühlen sich Besucher mehr auf Vancouver Island als im Spandauer Forst. Im tiefen Berliner Nordwesten, kurz vor der Landesgrenze, sind in örtlichen Wildgehegen Wildschweine, Damwild, Rehwild, Rotwild und Mufflonschafe zu entdecken. Schweine und Damwild trauen sich dabei auf wenige Meter an die Zäune – so nah sieht man die Tiere selten. Selbst am Wochenende wird es an den Gehegen nicht unangenehm voll, im Gegenteil: Bei einem kleinen Spaziergang lässt man den Großteil der Besucher in wenigen Minuten hinter sich. Die mächtigen Rothirsche sind sogar von einem Aussichtsturm zu beobachten. Besuchbar rund um die Uhr, Schönwalder Allee 50, Haltestelle Johannesstift (Bus 671).
Noch Hingehen – Noch bis zum 30. März zeigt die Galerie Neugerriemschneider „Know Thyself“ von Ai Weiwei. Für die Reihe hat der Künstler nicht zuletzt bekannte Meisterwerke raumgroß aus Legosteinen nachgebaut – unter anderem Leonardo Da Vincis „Letztes Abendmahl“ und Monets „Wasserlilien“. Dem gegenüber steht Ai Weiweis Werk „Nord Stream“, dass die Folgen der explodierten Erdgaspipeline darstellt. Zu besuchen Di-Sa 11-18 Uhr in der Christinenstraße 18-19 (Haus 9), Eintritt frei, U-Bhf Senefelderplatz.
Karten sichern – Keinen Bock auf Glotze? Ab ins BKA-Theater: Die Impro-Truppe „Chaos Royal“ bringt die Castingshow auf die Bühne. In „The Voice of Kreuzberg“ konkurrieren sechs Kandidaten um Plätze in den Coachingteams. Alle Songs werden dabei anhand von Vorgaben aus dem Publikum improvisiert – nach den Blind Auditions schicken die Gäste ihre Favoriten in die Battles und danach bis ins Finale. Geträllert wird am 11. März ab 20 Uhr, Tickets gibt es für 22 Euro hier oder umsonst bei uns: Wir verlosen 2x2 Karten.
Grübelstoff – Der Frühling hat begonnen. Also, wenigstens meteorologisch – die Temperaturen sind heute wieder im Keller. Trotzdem ist der Jahreszeitenwechsel ein Grund, zu grübeln und zu planen: Was nehmen Sie sich für dieses Frühjahr vor, sobald es wärmer wird? Was haben Sie den ganzen Winter lang vor sich hergeschoben? Und gibt es etwas, dass Sie mit dem Frühling unbedingt beenden und im Winter zurücklassen möchten?
Kiekste
„Gedeckter Tisch im Auto mit Blick auf eine mobile Toilette“, schreibt uns Leser Hartmut Pech lapidar zu seinem Foto, das er in der Lausitzer Straße aufgenommen hat. Mahlzeit & Merci! Weitere schicke (und rätselhafte) Berlin-Bilder erreichen uns jederzeit per checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem KIEKSTE-Wettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – Hansastraße (Alt-Hohenschönhausen): Vor der Darßer Straße ist nur eine Spur verfügbar (6-14 Uhr).
B1/5 Straße Alt-Biesdorf (Biesdorf): Stadteinwärts ist zwischen Blumberger Damm und Märkische Allee der linke Fahrstreifen gesperrt, es ist mit Stau zu rechnen (bis Donnerstag).
Burgfrauenstraße (Hermsdorf): Sperrung nahe Am Pfingstberg (9-14 Uhr).
Gneisenaustraße (Kreuzberg): Zwischen Nostitzstraße und Mehringdamm steht in Richtung Yorckstraße nur eine Spur zur Verfügung (bis Mitte März).
Molkenmarkt (Mitte): Von 8 bis 15 Uhr wird die Verkehrsführung umgestellt. Der Verkehr Richtung Alexanderplatz wird dann auf die neue Grunerstraße verlegt. Gleichzeitig wird die Littenstraße geöffnet. Die Polizei regelt während der Verkehrsumstellung den Verkehr.
Berliner Straße (Pankow): Sperrung zwischen Hadlichstraße und Breite Straße in Richtung Breite Straße (bis Mitte April).
Demonstration – Bitte beachten Sie, dass es generell zu kurzfristigen Absagen und Verboten kommen kann. Heute sind neun Demos angemeldet (Stand: 4.3., 14 Uhr), u.a. „Gleiches Recht für kirchlich Beschäftigte: Handeln – Jetzt!“: 250 Menschen, Verdi, Bebelplatz bis Wilhelmstraße (13-15 Uhr)
„Gerechtigkeit für unsere Bauern, unterstützen der freien Bauern. Mahnwache der Freien Bauern und Bürger des Mittelstandes“: 100 Personen, Straße des 17. Juni (0-0 Uhr)
„Für den B-Plan-Kompromiss, Grünerhalt und Spielplatzerhalt“: 30 Teilnehmende, Ossietzkystraße (6-12 Uhr)
„Bürgerinnen und Bürger aus dem Bezirk nehmen anlässlich des Besuchs von Marie-Agnes Strack-Zimmermann kritisch Stellung zu Waffenexporten, Rüstungslobbyismus, Kriegswirtschaft und NATO“: 15 Menschen, Bölschestraße (16-18 Uhr)
„24h Dauermahnwache vor dem Bundesjustizministerium! – Hungerstreik gegen Paragraph 129 StGB! Weg mit Paragraph 129!“: 10 Personen, Mohrenstraße (0-23.59 Uhr)
Gericht – In einem Prozess um Herstellung von rund 700 Kilogramm Amphetamin, von denen 699 Kilo im Berliner Stadtgebiet verkauft worden seien, kommen fünf Männer auf die Anklagebank (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstr. 91, Saal B 306).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Eugen Bauder (28), Model, Schauspieler („Fucking Berlin“, „Türkisch für Anfänger“) / Chris Bedia (28), Mittelstürmer beim 1. FC Union Berlin / Katalin Gennburg (40), für die Linken im Abgeordnetenhaus / Thomas Hermanns (61), Fernsehmoderator, Komiker, Regisseur und Gründer des „Quatsch Comedy Clubs“ / „Im Sturm eroberte Joscha Müller, heute frisch 29, das Herz einer vermeintlich abgeklärten Berlinerin – zum Geburtstag verkitschte Liebesgrüße schickt ihm heute seine Seval“ / Heidi Knake-Werner (81), ehemalige Sozialsenatorin (2002-2009, Linke) / Julia Schneider (34), für die Grünen im Abgeordnetenhaus / Barbara Schöneberger (50), Fernsehmoderatorin, Schauspielerin und Sängerin / „Gerhard Wittlake (80), es gratulieren Doris und Hans-Peter“ / Jutta Wunderlich (62), Festivalkoordinatorin bei International Uranium Film Festival Berlin / „Der Mann, dessen Name nicht genannt werden soll, hat heute Geburtstag ?! Es gratulieren ganz herzlich deine drei Frauen! Hab einen wunderschönen Tag!“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Eberhard Banholzer, * 15. März 1934 / Dr. jur. Hellmut Günther, * 4. Januar 1941 in Hamburg, Vorsitzender Richter am OVG i.R. / Frank Uwe Meiling, * 14. April 1941 / Andre Pantke, verstorben am 29. Januar 2024 / Hubert Rösler, * 11. November 1937 / Ewald Peter Schmoll, * 8. November 1939 / Klaus-Dieter Schulz, * 7. April 1940 / Prof. Dr. med. Hans-Karl Weitzel, * 25. Oktober 1936 / Andreas Wosnitzer
Stolperstein – Emil (Jg. 1877) und Charlotte Ephraim (Jg. 1883, geb. Rosendorf) lebten in der Schopenhauerstraße 97 in Nikolassee. Emil war Kaufmann. Im September 1942 deportierten die Nationalsozialisten das Ehepaar ins Ghetto Theresienstadt. Am 5. März 1943, heute vor 81 Jahren, wurde Emil Ephraim dort ermordet – Charlotte Ephraim töteten die Nazis rund ein Jahr später im März 1944.
Encore
Das wussten Sie noch nicht? Falträder dürfen in Berlins S-Bahnen als Gepäck kostenlos mitfahren. Vorausgesetzt natürlich, sie sind zusammengefaltet. Ist das nicht der Fall, wird bei einer Fahrscheinkontrolle der Inhaber zusammengefaltet und mit 60 Euro Strafe belegt. Passiert ist das Checkpoint-Leser Dirk Böhler, der vor kurzem in einer fast leeren S21 nach Strausberg saß. Sein nicht-zusammengefaltetes Faltrad kam beim Kontrolleur gar nicht gut an: „Mein Angebot, das Rad nun eben einzufalten und die Sache gut sein zu lassen, lehnte er ab.“ Alter Falter.
Bringen Sie sich heute selbst zur Entfaltung! Mit mir die Stadt überflogen haben Lorenz Maroldt, Anna Thewalt und Thomas Lippold (Recherche) sowie Lotte Buschenhagen (Stadtleben) und Johannes Boldt (Produktion). Morgen früh breitet hier Anke Myrrhe ihre Flügel aus. Ich grüße Sie,
