Da ist es wieder das Wort, mit dem diese Pandemie vor ziemlich genau einem Jahr in unseren Köpfen angekommen ist: Ausgangssperre. Die Ausnahmegenehmigung von damals habe ich noch in der Schublade und werde sie mir vermutlich irgendwann mit der Impfbescheinigung an die Klotür nageln. Gebraucht haben wir sie nie, denn raus durfte man ja immer, irgendwie, wenn auch die Zahl der Begleitenden übers Jahr stark schwankte.
Nach fünf Monaten im weichen Dauerlockdown holt die Kanzlerin nun die harten Worte wieder raus, zumindest ein bisschen, kurzzeitig, Moment... Am routinemäßig nachrichtenstarken Vorbeschlusstag geisterte die Ausgangssperre gestern wieder durch diverse Eilmeldungen, der Vorschluss-Beschlussentwurf des Kanzleramts (Stand: 5 Uhr, Montag) sieht allerdings lediglich Ausgangsbeschränkungen bis 5 Uhr vor, offengelassen ist die Anfangsuhrzeit. (Das geht ja zu wie beim Checkpoint!)
Derweil beeilten sich die Ministerpräsidentinnen und Länderchefs, schnell noch ein Sonntagssätzchen zu sagen. Zusammenfassung: Die Zeit der Lockerungsphantasien ist vorbei, denn völlig überraschend haben sich die Prognosen der Wissenschaft einmal mehr bestätigt. Als sicher gilt, dass der Lockdown bis zum 18. April verlängert wird, mindestens in seiner jetzigen Form, Tendenz eher härter (Müller: „gegebenenfalls über neue Einschränkungen reden“; Söder: „Wichtig, dass wir die Notbremse hart machen.“).
Auf dem Tagesspiegel-Tisch liegt eine Vorlage, die außerdem vorsieht, Schulen und Kitas wieder zu schließen, wenn nicht zwei Tests für Personal und Kinder möglich sind, ab einer Inzidenz von 200 komplett. Berlins Regierender stellte am Abend die Frage, warum das nicht auch für Unternehmen gelte. „Wir sind wieder sehr schnell beim Thema Einzelhandel, sehr schnell beim Thema Schule“, sagte Müller, bei Unternehmen aber sei man „über eine Selbstverpflichtung hinaus nicht gekommen“. Eine Frage, die übrigens schon eine ganze Weile ziemlich deplatziert im Großraumbüro rumsteht, und steht und steht und...
Einigkeit scheint zumindest darin zu bestehen, dass Osterspaziergänge vornehmlich hinterm heimischen Wald stattfinden werden, wobei sich die Idee der Beschränkung auf Reisen im eigenen Bundesland für Stadtstaaten recht unfair anfühlt, aber hey: Dafür haben wir hier Clubs, Theater und... ach Mist.

Bleibt die Frage nach den Frisören, Antwort Söder: „Wir müssen aufpassen, dass aus einer dritten Welle keine Dauerwelle kommt.“ (Q: „Bericht aus Berlin“) Oder alle am Ende wieder nur Locken auf der Glatze drehen.
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Holländischer Griff schützt Radfahrerinnen und Radfahrer
Unachtsam geöffnete Autotüren sorgen für schwere Unfälle mit Radfahrenden. Richtig gemacht: Die Fahrertür wird von innen mit der rechten Hand geöffnet, der Blick geht nach hinten. So werden Radfahrende schneller gesehen. Ein Tipp von der Unfallkasse Berlin – der gesetzlichen Unfallversicherung für das Land Berlin.
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Apropos Diskriminierung: Falls Sie das Wochenende noch im wohlverdienten Winterschlaf verbracht haben, hier exklusiv eine Kurzzusammenfassung der Landesdelegiertenversammlung der Grünen: Spitzenkandidatin Bettina Jarasch wäre als Kind gern „Indianerhäuptling“ geworden, die A100 soll zurückgebaut werden (zumindest ein bisschen), Wohnungskonzerne vielleicht doch ein bisschen enteignet, die SPD ist „ein Rendezvous mit der Vergangenheit“ und Jarasch muss noch viel lernen. Vor allem in Sachen Kommunikation.
Dass die Spitzenkandidatin mit der Häuptlingsaussage am Wochenende die meiste Aufregung verursachte, zeigt einerseits den Grad der Aufregung in der Debatte um diskriminierungsfreie Sprache. Andererseits allerdings auch den Grad ihrer eigenen Unsicherheit. Dass Parteichef Werner Graf ihr nach gut fünf Monaten Wahlkampf im Plauderton die Auftaktfrage stellte, wer sie denn eigentlich sei („Stell dich doch mal vor!“), mögen manche sympathisch gefunden haben, doch auch in der eigenen Partei steigt die Nervosität angesichts eines Bekanntheitsgrates von zuletzt 24 Prozent. Vielleicht war der Aussetzer ja auch ein genialer Coup, um endlich mal auf dem Titel der B.Z. (heute) zu landen. Schlechte Presse soll es ja angeblich gar nicht geben.
Jarasch entschuldigte sich später mit dem Hinweis, es habe sich um „unreflektierte Kindheitserinnerungen“ gehandelt und: „Auch ich muss noch viel lernen.“ Kapitel abgeschlossen, könnte man denken, wenn da nicht die am Sonntag beschlossene Bundestagsliste wäre, die einige Zweifel an der Ernsthaftigkeit des parteieigenen Diversitätsanspruchs aufbringt. Gewählt wurden (in dieser Reihenfolge): Lisa Paus, Stefan Gelbhaar, Renate Künast, Andreas Audretsch, Nina Stahr, Laura Dornheim, Annkatrin Esser, Juliana Wimmer und Bernd Schwarz. Allein Juliana Wimmer hat eine Migrationsgeschichte, doch auch sie verlor zunächst die Abstimmung um Listenplatz 7 und rückte auf 8.
Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Özcan Mutlu (der schon die Nominierung in Mitte gegen Hanna Steinmüller verloren hatte), scheiterte gleich zweimal und findet sich nun gar nicht mehr auf der Liste. „Ich dachte Vielfalt und Diversität sind mehr als Floskeln für meine Grünen, bei denen ich seit fast 30 Jahren für Gleichberechtigung und Vielfalt kämpfe“, sagte Mutlu am Abend. „Beschlüsse auf Papier reichen nicht aus.“ Immerhin über die Frauenquote kann sich niemand beschweren. Außer vielleicht ein paar Männer.
Und bei der SPD? Kann sich zumindest niemand über die Bekanntheit ihrer Kandidatin beschweren (80 Prozent), auch wenn ein aktuelles Foto von Franziska Giffey in der Bunten (zu sehen hier) ganz andere Fragen aufwirft (zu viel Zuckerwatte auf den Neuköllner Maientagen?). Manch einer wittert in der Farbe der Luftballons eine versteckte Botschaft an mögliche Koalitionspartner, für andere ist diese Ampel ganz klar: Pink-türkis-gelb. Mit Zuckerguss.
Derweil wurde in Neukölln (dem Vernehmen nach ohne Zuckerwatte) Hakan Demir zum SPD-Bundestagskandidaten gewählt. Er hatte sich im Oktober in einer Mitgliederbefragung gegen Giffeys Wunschkandidaten Tim Renner durchgesetzt. Nominiert wurde er auch für Platz fünf der Landesliste, die Ende April gewählt werden soll.
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Umherirrende Menschen am ehemaligen Flughafen Tempelhof kennen wir noch zu gut aus der Zeit, als es hier noch Abflüge und/oder Veranstaltungen gab. Das riesige Gebäude wird zwangsläufig zum Labyrinth der Ahnungslosen, wenn man von der falschen Seite anreist (welche das ist, variiert leider). Im Impfzentrum wird dieses alte Problem derzeit offenbar durch falsche Wegbeschreibungen und fehlende Ausschilderungen verstärkt, wie uns glückliche Impfterminbesitzenden berichten. Drinnen aber (das hören wir immer wieder): Alles super organisiert, die Menschen sehr freundlich, motiviert und hilfsbereit. Fazit einer Besucherin: „Wirkt so gar nicht wie Berlin“.
Umso weniger verstehen viele Berliner Mediziner, dass die Kassenärztliche Vereinigung (KV) den Vertrag mit der Gesundheitsverwaltung für den Einsatz der Praxisärzte in den Impfzentren nun zum 30. April gekündigt hat. In den sechs Impfzentren arbeiten zwar auch Klinik- und Betriebsärzte, die große Mehrheit aber sind Praxisärzte – und damit auf den Vertrag mit der KV angewiesen. Mit dem weiteren Festhalten an Impfzentren werde das flächendeckende Impfen in Arztpraxen weiter herausgezögert, hieß es am Wochenende. Nicht nur für viele Mediziner eine völlig unnötige Eskalation.
Aber Achtung: Jetzt ist die Lösung für all die Probleme im Anflug. Wer, wenn nicht Krisenkenner und BERöffnungsikone Engelbert Lütke Daldrup könnte das nationale Impfchaos beenden (und die Bruchpiloten Jens Spahn und Andi Scheuer zum Mond schießen)? Zumal sich doch ein Drittel der Impfzentren ohnehin in ehemaligen Flughäfen befindet! Der Vorschlag stammt vom ehemaligen TUI-Vorstand Karl Born (Q: airliners), verbunden mit einer weiteren innovativen Idee: Analog zum „Self Hubbing“ (Selbstzusammenstellung der Umsteigeverbindung) könne man doch mit Lütke Daldrup gleich zu „Self Vaccinate“ (Selbst-impfen“) übergehen. Vielleicht doch eine Spur zu innovativ.
Mehr zu Lütke Daldrup heute im Comic (exklusiv für Abonnenten).
Berliner Schnuppen
Telegramm
„Brandenburgs Schulen schließen wieder – Bildungsministerin kann nicht genug Selbsttests liefern“ titelt heute die B.Z. Fast. Richtig ist: Eltern dürfen in dieser Woche selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken wollen (wie in Berlin). Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) begründet das mit den hohen Inzidenzen, doch das ist nur die halbe Wahrheit: Die 300 000 bestellten Schnelltests waren für Kinder nicht geeignet. Hier der Bericht meiner Kollegin Sabine Schicketanz von den Potsdamer Neuesten Nachrichten; zum Newsletter der Kolleginnen geht es hier.
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Neues von unserer Lieblingsserie „The Masked Deputy“, starring various characters/CDU/CSU. Der bayerische Ex-Justizminister Alfred Sauter hat seine Parteiämter niedergelegt, lässt sein Landtagsmandat zwar ruhen, weigert sich aber noch gegen einen Austritt (Fachjargon: aussitzen). CSU-Chef Markus Söder will mit einem 10-Punkte-Plan gegen Korruption punkten – aber eigentlich nur gegen CDU-Chef Armin Laschet. Hauptsache die Beweggründe stimmen.
Völlig unklar ist noch, wie es zum Tod der CDU-Bundestagsabgeordneten Karin Strenz kam, gegen die die Staatsanwaltschaft seit Januar wegen vermeintlicher Zahlungen aus Aserbaidschan ermittelte. Strenz starb gestern auf einem Rückflug aus Kuba, trotz Notlandung in Dublin konnte nicht mehr geholfen werden. Auch der Grund der Reise ist unbekannt.
Kita-Beiträge dürfen in Berlin nicht mehr als 90 Euro betragen – das bestätigte das Oberverwaltungsgericht nun in letzter Instanz. Kitas hatten versucht, die von Jugendsenatorin Scheeres eingeführten Deckelung über Fördervereine zu umgehen. Nun muss Frühchinesisch leider ausfallen.
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#diversitymatters: „Anderssein“ und darüber sprechen
Wie ist es, als Fremde wahrgenommen zu werden, obwohl man es nicht ist? Im Agenda Podcast spricht Journalist Philipp Eins mit der Schauspielerin und Autorin Minh-Khai Phan-Thi über genau diese Erfahrung. Der Podcast ist ein Angebot des Verlags Der Tagesspiegel. Jetzt reinhören!
Aber frische Luft tut doch auch mal ganz gut: Der Frühling kommt, mit gemischten Gefühlen. Nach den eisigen Nächten steigen die Temperaturen diese Woche auf bis zu 15 Grad. Halten Sie Abstand, solange Sie noch können.
Gegen Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) steht offenbar auch der Vorwurf Subventionsbetrug und Steuervermeidung im Raum. Die Berliner Morgenpost zitiert heute einen geheimen Revisionsbericht zur Affäre um unrechtmäßig gezahlte Zuwendungen an das Netzwerk „Berlin hilft“.
Was passiert, wenn ein Mensch stirbt? Bei der ersten Idee dachte meine Kollegin Katja Demirci: Was soll ich da bloß erzählen? Und wer will darüber reden? Ergebnis: Sehr viele und sehr viel! Ihre großartige Geschichte finden Sie hier (für Abonnenten).
Wenn ein Mensch nicht auf natürliche Weise stirbt, dann landet seine DNA in der Forensischen Genetik. Dass die entsprechende Abteilung in der Charité geschlossen wurde und die Proben nur noch von privaten Laboren untersucht werden sollen, hat parteiübergreifend Proteste ausgelöst. Das Thema steht heute gleich in zwei parlamentarischen Ausschüssen auf der Tagessordnung: Inneres und Wissenschaft. Geklärt werden muss auch, was mit den rund 300 000 Proben passieren soll, die noch in der Charité liegen.
Zitat
„Der Körper sagt: Geh raus spazieren. Der Geist: Ne, hat keinen Sinn. Bleib mal schön im Bett liegen.“
Komiker Kurt Krömer hat sich im Interview mit meinem Kollegen Markus Ehrenberg zu seiner Depression bekannt. (Abo)
Tweet des Tages
Urlaub nur innerhalb des eigenen Bundeslandes. Jetzt rächt es sich, dass es mit der Fusion von Berlin und Brandenburg nicht geklappt hat.
Stadtleben
Frühstück sichern – Wenn Lockdown und Wolkengrau kein Ende nehmen mögen, dann hilft nur eines: Picknick im Bett! Mehr als schnödes Hipster-Toast weiß dafür der Avocado-Club in die verschlafenen Wohnungen zu liefern: Statt stets gewohnter Brunch-Menüs lässt das Friedrichshainer Café jegliche zu erträumenden Avocado-Varianten in neue Frühstückspakete wandern. Neben Avocado-Falafeln, karamellisierten Avocado-Pancakes und jeder Menge Avocadoscheiben kommen – Sie ahnen es – Avocado-Creme und -Tahini aufs Tablett – dazu gibt’s Beeren, Käse und Sauerteig-Baguette. Eine prall gepackte Grazing-Box (samt Blumenstrauß!) reservieren Sie für 35 Euro per Instagram-Nachricht, geliefert wird sonntags von 9-12 Uhr. Auf ein munteres Picknick!
Flugs weiter zum Diner: Damit Lockdown-Geplagte auch abends nicht darben, hat unsere Genussredaktion die neuen Lieferdienste Berlins zusammengetragen, die sich während Corona formierten. Ob Thai-Streetfood oder Klops im Weckglas – hier geklickt.
Last-Minute-Stream – Let’s play? Die Milliardenbranche der Zocker-Szene scheint Lichtjahre entfernt vom gediegen-glamourösen Saal eines Opernhauses. Weit gefehlt, meint die Komische Oper – und lädt prompt zum Gaming-Webinar: Unter dem Motto „Kunst oder Kinderspiel?“ soll erforscht werden, was Theater und Online-Zockerei vereint. Dazu ruft die Bühne Game-Designerin Cornelia Geppert und Wissenschaftlerin Melanie Fritsch zur Debatte, zu Spiel-Einlagen und zum ordentlichen Grübeln – warum gilt ein Opernabend als gelungen, während die Gamingnacht verurteilt wird? Und: Was können die Genres voneinander lernen? Losdiskutiert wird um 19.30 Uhr, zum Zoom-Raum geht es hier (Teilnahme kostenfrei).
Digital-Feiern – Wir verweilen in den Sphären der Daddelei: Weil die Griessmühle ihre Neuköllner Türen schließen musste, verabschiedete sich der Club am Wochenende digital – per Minecraft-Rave. In stilgerecht nachgebauter Online-Version des Nachtleben-Tempels – samt Strobe-Lights, Nebel und Beton-Flair – feierten gleich 24 DJs mehr als sieben Stunden lang eine letzte virtuelle Nacht des Exzesses: Sowohl in der Online-Halle als auch im -Silo des Clubs konnten Feierwütige ihre Avatare frei über die Dancefloors bewegen, Getränke erstehen und sich zu Hause zu Elektro-Beats in Trance tanzen. Für Nicht-Gamer wurde die Nacht selbstverständlich gestreamt – und ist nach wie vor auf Youtube zu bewundern: Zu digitaler Club-Nostalgie klicken Sie sich hier entlang.
Geschenk – Von alltäglichen Seuchen-Miseren, unerwarteten Lockdown-Romanzen, sozialer Distanz und Corona-Weltschmerz erzählen die Autoren der „Lockdownlyrik“: Seit Monaten schon sammelt der Berliner Dichter Fabian Leonhard poetische Pandemie-Zeilen auf Instagram. Nun sind 100 der Texte als Gedichtband erschienen: Neben unbekannten Spontan-Poeten sind auch berüchtigte Autoren wie Sibylle Berg, Ulrike Almut Sandig und Thomas Gsella Teil des „kollektiven Tagebuchs“, das Sorgen und Sehnsüchte genauso wie Momente der Komik sammelt (Kostprobe hier). Der Erlös des Bands kommt der Berliner Obdachlosenhilfe zugute, eines der Bücher (12 Euro) ergattern Sie unter diesem Link – oder bei uns: Wir verlosen ein Exemplar.
Grübelstoff – Apropos hohe Dichtkunst: Auch Berlin lässt sich vortrefflich mit Versen umranken. Wie klänge wohl Ihr Kiez als Haiku?
Das Pandemie-Ding
Zeiten ändern sich und Corona ändert die Zeiten. In den kommenden Wochen wollen wir an dieser Stelle Dinge zeigen, die während der Pandemie an Bedeutung gewonnen haben. Heute: Karola Klauditz und das digitale Mixtape.
„Ein lang gehegter Wunsch – meine eigene Wunsch-Playlist namens ‚Lieblinge‘. Seit Februar letzten Jahres habe ich angefangen zu sammeln; von ‚As‘ (Stevie Wonder) bis hin zu ‚Zusammen‘ (Fanta4). Stattliche 289 Songs, 18 Stunden und 24 Minuten ununterbrochenes Musikvergnügen mit Aussicht auf Wachstum – hebt die Stimmung und macht gute Laune in manchmal bedrückenden und kommunikationsarmen ‚staying home‘-Zeiten.“
Was ist Ihr Pandemie-Ding? Wir freuen uns über Fotos (möglichst im Querformat) inklusive einer kurzen Begründung an checkpoint@tagesspiegel.de.
Berlin heute
Verkehr – Colditzbrücke (Tempelhof): Sperrung in beiden Richtungen (bis Donnerstag, 23 Uhr).
Winckelmannstraße (Johannisthal): Sperrung in beiden Richtungen zwischen Sterndamm und Köpenicker Straße (bis Ende April).
Seelenbinderstraße (Köpenick): Sperrung in Richtung Bellevuestraße zwischen Mandrellaplatz und Brandenburgplatz, eine Umleitung über die Friedrichshagener Straße ist ausgewiesen. Der Radverkehr weicht auf den Gehweg aus (bis Freitag).
Schichauweg (Lichtenrade): Im Bereich des S-Bahnhofs Schichauweg ist die Verbindung der Kettinger Straße zur Barnetstraße unterbrochen, eine Umleitung über den Miethepfad ist ausgewiesen (bis Juli 2021).
Kreuzberg: Zwischen U-Bhf. Hallesches Tor und Köthener Straße ist nur eine Fahrbahn frei, da ein Pop-Up-Radweg verstetigt wird. Für den Radverkehr ist bis zur Fertigstellung ein durch Baken geschützter Fahrstreifen verfügbar (bis Ende Mai).
Kiefholzstraße (Plänterwald): Abschnittsweise steht für beide Richtungen nur eine gemeinsame Spur zur Verfügung.
Mitte: Aufgrund einer Demonstration ist von 11.30-14.30 Uhr rund um das Reichstagsufer, die Friedrichstraße, Unter den Linden und den Gendarmenmarkt mit Verkehrseinschränkungen zu rechnen.
Pankow/Reinickendorf: Zwischen 18 und 22 Uhr kommt es infolge eines Fahrzeugkorsos zu Verkehrsbeeinträchtigungen. Betroffen sind u.a. Breite Straße, Wollankstraße, Prinzenallee und Wilhelmsruher Damm.
A111 (Reinickendorf-Zubringer): Nächtliche Sperrung in beiden Richtungen zwischen Am Festplatz und Waidmannsluster Damm (21-5 Uhr). Ab 24 Uhr wird die Sperrung in Richtung Oranienburg bis Schulzendorfer Straße ausgedehnt.
Demonstration – „Unsere Koffer müssen wieder rollen, rettet die Reisebranche“ fordern 1000 Personen bei einer Kundgebung auf dem Platz des 18. März (11-15 Uhr). Anlässlich des „Welt-Wassertags“ ziehen 300 Teilnehmende vom Reichstagsufer bis zum Gendarmenmarkt (12-14.30 Uhr). Vor dem Abgeordnetenhaus protestieren 50 Demonstrierende „für ein soziales, demokratisches & nachhaltiges Berliner Hochschulgesetz“ (8-10 Uhr), vor dem Kanzleramt kommen 20 Personen im Rahmen einer „#ZeroCovid“-Kundgebung zusammen (14-16 Uhr). „Für eine faire, gemeinsame und ungespaltene Gesellschaft“ demonstrieren 20 Teilnehmende in der Puderstraße 22 in Treptow, die Versammlung ist als „Bürgerdialog“ angemeldet (17-19 Uhr).
Gericht – Ein 54-Jähriger muss sich wegen Totschlags verantworten. Er soll einen Senior, bei dem er vorübergehend gewohnt habe, im Streit umgebracht haben (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Saal 537).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Hugo Egon Balder (71), TV-Moderator / Christine Berg (55), „Königin der Kinos“ / Lieselotte „Pieke“ Biermann (71), Journalistin / Diana Simone Borgwardt (55), Synchronsprecherin / „Liebes Carolchen, ein wunderschönes neues Lebensjahr wünscht Nina“ / „Gratulation zum 70., lieber Roland Falkenhayn! Behalte Zuversicht und Geduld, deine Mo!“ / „Für Ullrich König Gesundheit und Frohsinn in Hülle und Fülle wünscht Ingrid“ / Alexa Hennig von Lange (48), Schriftstellerin / Laura Laß (37), Schauspielerin / Lorenz Maroldt (59), Tagesspiegel-Chefredakteur, Ur-Checkpointer und Bassvirtuose: Auf dass das neue Lebensjahr so munter und fröhlich daherstürmt wie Beverly durch die Tsp-Flure. Alles Gute von Deinen Checkis! / Konrad Rufus Müller (81), Fotograf / Dagmar Otzig (72) / Nachträglich: Klaus Keller, (75), „stolzer Ex- Schöneberger Sängerknabe“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Michael Bauer, Berliner Wasserbetriebe / Prof. Alfred Hückler, verstorben am 3. März 2021 / Michaela Strang-Kempen, * 6. Dezember 1964 / Dr. Hans-Joachim Rödger, * 1. Mai 1948, Lysoform Dr. Hans Rosemann GmbH / Rose Gisela Walter, * 19. März 1926, Ärztin und Künstlerin
Stolperstein – Henriette Harris (Jg. 1861) lebte – vermutlich mit ihrem Mann und ihrer Tochter Regina – in der Markgraf-Albrecht-Str. 5 in Halensee. Am 12. Januar 1943 wurde sie ins Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie heute vor 78 Jahren ums Leben gebracht wurde. Regina Harris wurde am gleichen Tag wie ihre Mutter verschleppt – die Nationalsozialisten deportierten sie nach Auschwitz, dort wurde auch sie ermordet.
Encore
Schweifen wir zum Abschluss noch ein wenig in die Ferne (die Vorstellung des Osterurlaubs hat uns das Hirn ordentlich durchgepustet). Der Phoenix-Moderator Erhard Scherfer hatte gestern eine geniale Idee: „Osterurlaub im eigenen Bundesland...“, schrieb er auf Twitter. „Also ab in den Süden! Nach Lichtenrade.“ Da hatte der Lichtenrader Kevin Kühnert natürlich gleich ein paar ortskundige Sightseeing-Tipps: „Ich empfehle den Ländlichen Reitverein und von dort einen Spaziergang rüber in den Freizeitpark Marienfelde.“ Renate Künast empfiehlt Mariendorf und Marienfelde, andere lieber eine Stadtrundfahrt (aber bitte mit eigenem PKW/Tretroller/Dreirad und/oder Maske). Aber es gibt ja nicht nur den Süden! „Hellersdorf soll zu dieser Jahreszeit besonders reizvoll sein“, antwortet jemand. Das lassen wir mal so stehen. Und was sind Ihre Tipps für Urlaub in Berlin? Ideen sammeln wir unter checkpoint@tagesspiegel.de.
Die Stadtleben-Tipps hat Lotte Buschenhagen heute für Sie eingesammelt, Cristina Marina in der Früh die Fehler aus dem Checkpoint rausgesammelt. Morgen präsentiert Ihnen hier Julius Betschka die nächsten Reisetipps und Lockdown-Beschlüsse.
Bis bald