Los geht die wilde Fahrt! Mit einer unglaublichen Durchsage: Nächster Halt – Alexanderplatz. Nach zehneinhalb Monaten fährt Berlins wichtigste Linie U2 wieder regulär durch. Das konnten so wenige Menschen glauben, dass am Montag kaum welche zu finden waren, die mit der U-Bahn ohne Umsteigen anreisten, um am Alex die „Danke“-Müsliriegel der BVG entgegenzunehmen und mit eigenen Augen zu sehen, dass Berlins bekanntester Platz weiterhin mehr Stein als Sein ist.
„Viel mehr als sonst ist hier noch nicht los“, erzählt Madleen aus Marzahn beim Checkpoint-Zwischenstopp. Die junge Frau verkauft Brötchen und Kaffee in der U-Bahn-Station, die früher im täglichen Gewusel von 100.000 Menschen immer kurz vorm Platzen war – bis dann die verpatzte Hochhausbaustelle des Konzerns Covivio durch die Tunneldecke hereinplatzte. Nun lebt die legendäre Ost-West-Linie wieder. Doch abgesehen vom Jubel der BVG („The U2 is finally back“) und dem stillen Lächeln der wenigen Fahrgäste blieb die Stimmung am Premierentag berlinerisch ungerührt.
Mehr Leute kamen nicht vorbei, um bei Madleen Brötchen zu kaufen. Und: „Die einen sind freundlich wie immer, andere unfreundlich wie immer.“ Madleen selbst kommt täglich mit der Straßenbahn zur Arbeit, „das ist einfacher“. Es dauert wohl noch etwas, bis Berlin wieder freiwillig in den Untergrund geht.
Immerhin geht die Lernkurve der Stadt bei ihren Jüngsten jetzt wieder nach oben. Die Schule hat begonnen – und mit ihr das Verkehrschaos vor jedem Schuleingang. Zwei Drittel der Berlinerinnen und Berliner beklagen laut einer Befragung des ADAC zu viele Autos vor den Schulen. Gleichzeitig werden laut der Erhebung „in der Hauptstadt überdurchschnittlich viele Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht“. So wurden in den Wintermonaten in Berlin 31 Prozent der Schulwege im Elterntaxi zurückgelegt. Selbst im weitläufigeren Brandenburg waren es nur 25 Prozent, im Bundesschnitt gar nur 22 Prozent.
Martin Koller vom ADAC Berlin-Brandenburg ermahnt deshalb die Eltern, „die Kinder ihren Schulweg selbstständig bewältigen zu lassen“. Das eigentliche Problem der Elterntaxis sind eben die Eltern, die ihren Kindern nicht zutrauen, sich in dem Verkehr zu bewegen, den sie selbst verursachen.
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Wasser kommt nicht aus dem Hahn. Damit es auch in Zukunft noch ausreichend und in hoher Qualität zur Verfügung steht, müssen wir alle achtsam damit umgehen. Zum Beispiel: Geschirr nicht unter fließendem Wasser abspülen. Denn jeder Tropfen zählt.
Mehr Tipps der Berliner Wasserbetriebe auf berlinerwasser.de
So, wir spulen mal kurz zurück. Auf der Funkausstellung in Berlin wurde vor 60 Jahren erstmals ein Kassettenrecorder präsentiert. Der Tagesspiegel bejubelte am 30. August 1963 „ein weitgehend automatisches Kleintonbandgerät, dessen neuartige Bandkassette den Wechsel des Tonbandes sehr erleichtert“. Bis zum Siegeszug der Musikkassette in den 80er-Jahren dauerte es noch etwas, doch bis heute ist die Musik vom Band in Berlin unkaputtbar. „Seit vielen Jahren erleben wir ein Comeback der Musikkassette“, erzählt Federica aus Neukölln am Checkpoint-Telefon.
Die Italienerin betreibt gemeinsam mit ihrem kanadischen Mann Andrew ein Musiklabel, das fast ausschließlich Musikkassetten produziert. „Kitchen Leg Records“ vertreibt vor allem die Musik junger Berliner Punkbands und gestaltet jedes Cover mit einer Collage. In der Produktion sind die Tapes günstiger und schneller herstellbar als die ebenfalls wieder gut aufgelegten Schallplatten, sagt Federica. „Und im Gegensatz zum Streaming verdienen Künstlerinnen und Künstler mit den Kassetten Geld.“
Erwerbbar sind Kassetten noch in vielen Berliner Plattenläden wie bei „Static Shock Musik“ in Neukölln. „Es ist wie bei der Schallplatte“, erzählt Musiker und Ladenbesitzer Cristian Iffland, „die Musikkassette war nie tot.“ Inzwischen gebe es wieder mehr Produktionen aus den USA und England, „richtig erklären kann ich mir das nicht“. Iffland, der mit seiner Postpunk-Band „Diät“ stets Musiktapes aufnahm, sammelt selbst Kassetten und stellt am liebsten Mixtapes zusammen. „Das eigene Überspielen macht den größten Spaß, es ist auch ein tolles Geschenk“, erzählt er. „Dafür hole ich mir alte TDK-Kassetten vom Flohmarkt.“
Musikproduzentin Federica läuft am liebsten mit Walkman durch Berlin. „Ich hab auch immer einen Bleistift dabei, falls es mal Bandsalat gibt.“ So dreht sich Berlin immer weiter – bis zur B-Seite.
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Es wird wieder gespart, bis es quietscht. Davon betroffen sind auch Bildungsprojekte an Schulen für Demokratie und gegen Gewalt, wie nun acht Bildungsträger, darunter der Migrationsrat und die Aidshilfe, in einem offenen Brief an Senat und Regierungsparteien beklagen. „In unserer Arbeit legen wir früh einen Grundstein für ein gewaltfreies Miteinander“, heißt es in dem Protestschreiben. „Wir erfüllen die Bedarfe, für die Lehrkräfte keine Zeit oder schlicht nicht die passende Ausbildung haben oder für die es den Schulen an Geld fehlt.“ Besonders Aufklärungsworkshops gegen Gewalt sollen laut Haushaltsplan in den nächsten Jahren zusammengestrichen werden, beklagt etwa die Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen (BIG).
Die Initiative bietet in Schulen Workshops mit dem Namen „Gewalt kriegt die Rote Karte“ an und spricht mit den Kindern auch explizit über die Gefahren häuslicher Gewalt – und wie sie Hilfe finden können. „Wir haben eine Anmeldeliste bis zum Jahresbeginn 2025“, sagt BIG-Geschäftsführerin Doris Felbinger im Checkpoint-Gespräch. „Nun soll die Finanzierung wegfallen. Darüber sind wir einfach nur entsetzt.“
Die Bildungsverwaltung bestätigt auf Checkpoint-Anfrage die geplanten Kürzungen. „Die Schwerpunktsetzung ist auch Ergebnis eines schwierigen Abwägungsprozesses“, teilte Sprecher Martin Klesmann mit. „Die Haushaltslage ist und bleibt angespannt. Bei steigenden Ausgaben ohne wesentlich steigende Einnahmen müssen Prioritäten gesetzt werden, um Projekte und Investitionen zu ermöglichen, die bisher nicht möglich gewesen sind.“ Gehört also Gewaltprävention nicht mehr zu den Prioritäten der Landesregierung? Anfragen dazu bei den Bildungsobleuten von CDU und SPD blieben zunächst ohne Antwort. Was hoffentlich kein Statement ist.
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Herkunft trifft auf Leidenschaft – wenn vier Bands und eine DJ beim Open-Air Konzert “Grüner Salon im Grünen” ihre individuellen Herkunftsgeschichten mit ihrer Musik verbinden und den Berliner Sommerabend zum Glühen bringen.
In Berlin werden pro Tag fast drei Vergewaltigungen bei der Polizei angezeigt. Die offiziellen Zahlen steigen Jahr für Jahr, die Dunkelziffern sind weit höher. Eine Anzeige macht keinen Sinn, wenn man nicht bereit ist, vor Gericht alles noch einmal zu durchleiden, sagen Beratungsstellen zu Jasmin. Die Berlinerin ist vergewaltigt worden. Sie wird die Gewalttat, die vor 15 Jahren geschah, bis heute nicht los. Die Betroffenen einer Vergewaltigung zahlen sehr lange mit ihrer Gesundheit, ihrer Freiheit, vielen Unmöglichkeiten. Was zahlen die Täter?
Nun hat Jasmin Pascal kennengelernt, auch er ist Anfang 40 und auch er ist knapp dem Tod entronnen. Aber können sie wirklich Vertrauen fassen in einen anderen Menschen, kann Jasmin wieder Nähe zulassen? „Jede Annäherung birgt ein Risiko“, sagt sie. Gleichzeitig will sie auf keinen Fall für den Rest ihres Lebens ein Opfer sein. Jasmins Geschichte, die sie mir in einem langen Gespräch in einem Berliner Gartenlokal erzählt hat, lesen Sie hier.
Neben den Schulferien sind in Berlin auch die Parlamentsferien vorüber. Raufereien beim Wiedersehen sind da nicht ausgeschlossen. Im Bauausschuss begrüßte die Ausschussvorsitzende Elif Eralp (Linke) die Anwesenden „mit frischer Energie“ zu einer zehnminütigen Auftaktdebatte über die richtige Reihenfolge beim Reden. Sie hatte vor der Sommerpause angeregt, die Rednerinnen und Redner zu quotieren, also bei Wortmeldungen nicht nach Reihenfolge zu gehen, sondern Frauen vorzuziehen. Ein Gutachten beim Wissenschaftlichen Dienst im Auftrag von Parlamentspräsidentin Cornelia Seibeld (CDU) kam nun jedoch zu dem Schluss, dass dies nicht rechtens sei.
„Ich habe da eine andere Rechtsauffassung“, beharrte Eralp am Montag, „werde das Gutachtenergebnis aber erst einmal hinnehmen.“ Daraufhin entspann sich ein moderiertes Wortgefecht von Katrin Schmidberger (Grüne) und Katalin Gennburg (Linke) für sowie Rolf Wiedenhaupt und Harald Laatsch (beide AfD) gegen die Quotierung. „Ich bin gespannt, wie wir damit vorankommen“, sagte Gennburg. Bauen in Berlin war dann auch noch Thema.
Diese drei besonderen Geschichten von Kolleginnen lesen Sie heute bei Tagesspiegel Plus:
Kein Grund zur Freude: Die Ampel beendet den Streit um die Kindergrundsicherung. Doch Familienministerin Lisa Paus steht nach hartem Kampf gegen Finanzminister Christian Lindner mit leeren Händen da. Ein Kommentar von Karin Christmann.
Wenig Lust aufs Wohnen: Berlins moderne Architektur ist unansehnlich – mit grauen Fassaden, Schießschartenfenstern, Depressions-Optik. Warum baut Berlin so scheußlich und wie kommen wir da raus? Ein Essay von Lotte Buschenhagen.
Neuer Spaß am Heiraten: Während viele Altersgenossen Tinder durchspielen und einen One-Night-Stand nach dem anderen haben, versprechen sich Paare Mitte 20 ewige Treue. Junges Heiraten wird wieder modern. Ein Report von Joana Nietfeld.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Zunächst wollen wir Ihnen einen Bären aufbinden – besser gesagt: drei Nasenbärinnen. Abba, Mali und Hyper (Video hier) sind aus Leipzig nach Berlin in den Zoo gezogen, um hier mit dem Männchen Kahlo zusammenzuleben. Die neue Nasenrüsselfamilie sucht tagsüber nach Früchten, übernachtet nachts auf Bäumen und kann gut klettern, abwärts sogar kopfüber. So viel Wagemut tut immer gut.
Und wir haben noch mehr gute Nachrichten aus Berlin:
Die Bahn hat mitbekommen, dass viele Menschen im Sommer an die Ostsee wollen und verstärkt seit diesem Wochenende ausgewählte Züge von und nach Stralsund. Pünktlich zum Sommerferienende und zum Herbststart rückt die See in nähere Ferne.
Der RBB hat mitbekommen, dass er das Geld aller sehenden und nichtsehenden Gebührenzahlenden nicht mehr mit vollen Händen ausgeben darf. Künftig soll eine Intendantin oder ein Intendant nicht mehr als 180.000 Euro im Jahr verdienen, verlangt die Politik im Entwurf zum neuen Rundfunkstaatsvertrag. Die jetzige Senderchefin Katrin Vernau, angetreten zur Sanierung des Lokalsenders, erhält immer noch 295.000 Euro.
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Der neue Senat hat mitbekommen, dass die Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) endlich eine Zukunft braucht. Die bisher verwegenste Idee kommt von Kultursenator Joe Chialo (CDU): Demnach soll Berlins wichtigste Bibliothek zentral ins Q207 in der Friedrichstraße ziehen, das das Kaufhaus Galeries Lafayette wohl ab Ende 2024 nicht mehr nutzen will und das mit dem offenen Lichthof und den Rundgängen einer modernen, kommunikativen Bibliothek entgegenkäme. Nebenbei würde auch die Friedrichstraße belebt – für Volker Heller, Generaldirektor der ZLB, nicht weniger als „eine Jahrhundertchance“. Hoffentlich braucht Berlin nicht so lange, um darüber nachzudenken.
So, schlechte Neuigkeiten muss es ja auch noch geben. Dies wäre die Neueste: Neben dem Lehrer- und Unterrichtsmangel insbesondere in ärmeren Kiezen (Datenanalyse hier) gibt es nun auch noch einen Wachschutzmangel an zwölf Neuköllner Schulen. Nach vielen Jahren ist das Geld dafür nicht mehr da – und die Sicherheit weg. „Das Entsetzen der Schulleitungen ist verständlicherweise sehr groß“, räumt Neuköllns Bildungsstadträtin Karin Korte (SPD) ein. Berlin ist manchmal brutal zu sich selbst.
Schmerz lass nach – allerdings ohne Schmerzmittel. Berlins Kassenärzte warnen schon wieder vor einem Medikamentenmangel, die Kassenärztliche Vereinigung nennt die Lage „alarmierend“. Zuvorderst fehlten Antibiotika, gefolgt von Fieber-, Blutdruck- und Schmerzmitteln. Auch Asthma-Medikamente und Augentropfen seien schwer erhältlich. Für den Winter bleibt wohl nur die ärztliche Empfehlung: Bitte bleiben Sie gesund!
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Wenn man nicht mehr weiter weiß, streicht man seine Wände weiß. Künftig sollen das Roboter machen. Das Berliner Start-up ConBotics hat eine Maschine erfunden, die Wände malert. Der automatische Geselle soll ab dem kommenden Jahr den Menschen Tätigkeiten abnehmen, „die gesundheitsschädlich, gefährlich oder schlicht langweilig sind“, wie es von der Firma heißt. Dafür gab’s am Montagabend den Berlinpreis für Wirtschaft als „Newcomer des Jahres“. Überreicht wurde er im Tagesspiegel-Gebäude. Von echten Menschen. Alles andere wäre ja langweilig.
Dieser Bus endet hier. Von wegen! In Tempelhof zog gestern ein Doppeldecker der Linie M46 einfach auf dem Bürgersteig statt auf der Straße seine Linie durch (Video hier). Alles kann, nichts Bus.
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Was passiert, wenn wir die 1,5-Grad-Grenze reißen? „Wir müssen die Fehler des Industriezeitalters jetzt ausmerzen“, sagt Klimaforscher Hans-Otto Pörtner im Podcast Gradmesser. Denn der Klimawandel verschiebt die Lebensräume auf der Erde, mit existenziellen Folgen. Was uns erwartet, und was jetzt zu tun ist, sagt IPCC-Experte Pörtner auch. Jetzt auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
Zitat
„Andreas Scheuer war ein guter Verkehrsminister.“
CDU-Chef Friedrich Merz über CSU-Politiker Andreas Scheuer (via ARD). Das von Scheuer verantwortete Maut-Debakel hat die Steuerzahlenden mindestens 243 Millionen Euro gekostet.
Tweet des Tages
Sorry, ich kann leider nicht zu unserem Termin kommen. Es ist mir zu herbstlich.
Stadtleben
Essen – Berlin hat einen neuen Spot fürs Frühstück mit den Hippen und Schönen: Seit dem Juli erfindet „Croissant Couture“ im Weinbergsweg 4 das Hörnchen neu. Statt klassischem Gebäck gibt es hier instagramwürdige Croissant-Rollen – gefüllt nicht zuletzt mit Cremes aus Schokolade, Matcha oder Pistazie. Das minimalistische Café ist das erste, das den viralen TikTok-Trend nach Berlin bringt. Zum Leute-Gucken eignet sich das Lokal fantastisch – aber: die Croissant-Rollen muss man sich leisten können, denn für ein Gebäckstück werden 5,90 Euro fällig. Kein Ort fürs bodenständige Berliner Frühstück also, aber genau der richtige für den dekadenten Urlaubsmorgen in der Heimatstadt. 10-16.30 Uhr, U-Bhf Rosenthaler Platz
Berlinbesuch auf den Weltballon schicken! Schon klar, das Ding ist kein Geheimtipp mehr. Aber als Berlinerin, die jüngst zum ersten Mal oben war, muss ich lobhudeln: Der Ballon bietet nicht nur beeindruckende Technik, sondern auch den mit Abstand besten Ausblick über Berlin. Eindeutiger Vorteil des Ballons gegenüber dem Fernsehturm: Von hier aus sieht man das Wahrzeichen, statt von ihm hinunterzublicken. Zudem sind die vielen verborgenen Dachgärten in der Umgebung ein seltener Einblick. Dafür muss man aber mit dem Adrenalin klarkommen, das in 150 Meter Höhe ausgeschüttet wird – das ist wie der Flugpreis (29/20 Euro) nicht ohne. Absolutes Muss: vorher Flugstatus checken!
Karten sichern – Zaubershows sind Ihnen zu altbacken? Nicht diese: In seiner neuen Revue krempelt der Wintergarten stereotype Magie-Darbietungen radikal um – hier haben Zauberassistentinnen ihren eigenen Willen, die zersägten Jungfrauen brechen aus. „Mad Magic!“ lässt Äxte über die Bühne fliegen, Kugeln schweben und so manch Requisite verschwinden: Offizielle Premiere ist erst am 31. August, doch das Ensemble spielt schon jetzt probeweise vor Publikum. Für die Show am 30. August (20 Uhr) haben wir 2x2 Tickets ergattert. Wer möchte?
Noch Hingehen – Die Comic-Größen von morgen können Sie in Berlin schon jetzt bestaunen: Noch bis zum 3. September zeigt das Museum für Kommunikation Werke der diesjährigen Gewinner:innen des Berliner Comic-Stipendiums. 2023 haben 18 Künstler:innen die Förderung des Senats erhalten – ihre Sujets reichen vom Nahostkonflikt übers Skateboarden bis zur Perimenopause. Geöffnet ist heute von 9-20, Mi-Fr von 9-17 und Sa-So von 10-18 Uhr. Tickets erhalten Sie für 8/4 Euro hier, Kinder unter 18 Jahren haben freien Eintritt.
Grübelstoff – 16 Grad, frische Brise, Dauerregen: Der Hochsommer ist passé. Damit gehören auch die langen Nächte am Landwehrkanal, spontanen Freibad-Ausflüge, romantischen Open Air-Besuche und abendlichen Post-Hitze-Spaziergänge vorerst der Vergangenheit an. Ein Graus, denn Berlin blüht im Sommer auf wie nie – und lässt Sorgen der Sommer-Leichtigkeit weichen. Haben Sie einen Geheimtipp, wie Sie sich das unbeschwerte Gefühl des Hauptstadt-Sommers ein Stück länger erhalten?
Kiekste
Na, an welches berühmte Wahrzeichen Berlins mussten Sie eben denken? Dank an Leser Volkmar Heuer-Strathmann. Mehr verrückte Berlin-Bilder bitte gerne an checkpoint@tagesspiegel.de!
Berlin heute
Verkehr – Weichselstraße (Friedrichshain): Sperrung zwischen Frankfurter Allee und Scharnweberstraße (bis morgen, 20 Uhr).
Rosenthaler Weg/Mühlenstraße (Französisch-Buchholz): Sperrung der Mühlenstraße in Richtung Triftstraße zwischen Gartenstraße und Rosenthaler Weg. Im Bereich der Kreuzung sind der Rosenthaler Weg und die Triftstraße zudem in beiden Richtungen jeweils auf einen Fahrstreifen verengt, die Fahrbeziehung Rosenthaler Weg Richtung Triftstraße ist nicht möglich. Außerdem bestehen Abbiegungsbeschränkungen im Kreuzungsbereich (bis Mitte September).
Edisonstraße (Oberschöneweide): Sperrung der Überfahrt der Wilhelminenhofstraße im Bereich der Kreuzung Edisonstraße. Auf der Wilhelminenhofstraße von der Siemensstraße kommend ist zudem lediglich das Rechtsabbiegen erlaubt (bis Freitag).
Weißenseer Weg (Lichtenberg): Die Fahrbahn ist in Richtung Indira-Gandhi-Straße zwischen Landsberger Allee und Konrad-Wolf-Straße auf eine Spur verengt (bis 16 Uhr).
Salvador-Allende-Straße (Köpenick): In beiden Fahrtrichtungen regelt auf Höhe Azaleenstraße eine Baustellenampel den Verkehr (bis Ende Oktober).
A100/A113: Nächtliche Sperrung in Richtung Schönefeld zwischen AS Oberlandstraße und AS Späthstraße (21-5 Uhr). Weitere Sperrungen folgen in den Nächten bis zum Freitag, Umleitungen sind ausgewiesen.
S-Bahn: Die Linien S45, S46, S8 und S9 sind heute Nacht von 23.30-1.30 Uhr zwischen Grünau/Grünbergallee und Schöneweide/Baumschulenweg unterbrochen, es fährt ein Ersatzverkehr.
Regionalverkehr: Auf der Linie FEX entfallen bis Samstag einzelne Züge zwischen Berlin-Charlottenburg und Flughafen BER – Terminal 1-2/Flughafen BER – Terminal 5 (je von 0-4 Uhr).
Demonstration – Heute sind 16 Demos angemeldet (Stand: 28.8, 14 Uhr), u.a. „Friedliche Zusammenkunft gegen die Absage des geplanten Modularen Ergänzungsbaus an der Obersee-Schule – für die Entlastung der umliegenden Grundschulen in Alt-Hohenschönhausen“, 100 Menschen, Große-Leege-Str. 3 (17.30-22 Uhr)
„Demonstration gegen Folter mit Directed Energy Weapons, organisiertes Stalking und Transhumanismus“, 70 Teilnehmende, „Schutzschild e.V.“, Pariser Platz (11-18 Uhr)
„Klimagerechtigkeit“, 50 Personen, Potsdamer Platz (8-18 Uhr)
„Gedenken an den Tod von Hans-Christian Ströbele“, 30 Personen, Dresdener Str. 10 am Grünen-Büro Friedrichshain-Kreuzberg (18-20 Uhr)
„Stoppt Femizide – Gerechtigkeit für Zohra Gul“, 30 Teilnehmende, Mühlenstr. 53 am Zohra Mohammad Gul Gedenkort (19-21 Uhr)
Gericht – Weil er einen Taxifahrer erstochen haben soll, muss sich ein 24-Jähriger wegen Mordes und Raubes verantworten. Der Angeklagte soll einen 49 Jahre alten Fahrer in dessen Wagen mit einem Messer angegriffen haben, um Geld zu erbeuten – zehn Euro soll er erlangt haben (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 501).
Universität – Noch bis Donnerstag zeigt die HU die Ausstellung „unBinding Bodies. Lotosschuhe und Korsett“, die Praktiken des Einschnürens gegenüberstellt: Während chinesische Frauen sich gegen das Abbinden der Füße wehrten, kämpften Frauen in Europa gegen das Korsett. Im tieranatomischen Saal der HU (Philippstraße 13) sind Bilder, Präparate und Einordnungen zu den Praktiken zu studieren. Der Eintritt ist frei.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Prof. Dr. Eva Cancik-Kirschbaum (58), Professorin für Altorientalistik an der Freien Universität Berlin / „Wir gratulieren unser Freundin, Lieblingskollegin und besten BSO-Fachleitung Astrid Gärtner zu ihrem formidablen Wiegenfest! Dein B-Team“ / „Unsere ‚Ama‘ Annemarie Gerke wird 97 Jahre! Es gratulieren alle Kinder, Enkel und Urenkel. Wir sind glücklich, dass es dich gibt!“ / „Elfriede Hempel wird 100 Jahre alt, herzliche Glückwünsche, alles Gute und einen schönen Tag wünscht Rosi“ / Hans-Joachim Ide (72), „Allet Jute, Papa!“ / Felix von Jascheroff (41), Schauspieler, Sänger und Synchronsprecher aus Berlin / Rainer Pottel (70), ehemaliger Leichtathlet in der DDR und ehemaliger Trainer / Rotraud Schindler (83), Schauspielerin und Komödiantin aus Berlin / Lucas Vogelsang (38), Berliner Autor und Journalist / Wolfgang (67), „Alles, alles Liebe zum Geburtstag und ganz viel Gesundheit für das kommende Lebensjahr wünschen dir Felix, Charly und Emil“
Nachträglich zum 27. August: „Ein Vierteljahrhundert! Globetrotter Jordan Cerreta zum 25. Geburtstag allet Jute! Buen cumple, Keule. Nich vajessen: Du hast noch mehr als einen Koffer in Berlin. Komm bald wieder, Jo!“ / „Liebe Hannelore, alles, alles Gute zum Geburtstag von deinem Mann, du bist einfach toll!“
Nachträglich zum 28. August: „Wir wünschen unserem Freund und bestem Nachbar ever Christoph alles Liebe zum Geburtstag. Karin und Martin“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Thomas Höser, * 1960 / Dr. med. Rüdiger Langer, * 27. Oktober 1948 / Walter Rasch, * 13. Mai 1942, Ehrenpräsident BFW / Peter Skrodzki, * 12. Dezember 1949
Stolperstein – Edith Löwenstein (Jg. 1903) lebte mit ihren Angehörigen im Vorderhaus der Belziger Straße 39, zunächst mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Else, später mit Else und deren Mann Sally. Zwischenzeitlich wurden zudem diverse andere Personen in die Wohnung eingewiesen. Nachdem zwei ihrer Mitbewohner deportiert worden waren, nahm sich Edith Löwenstein das Leben – am heutigen Tag jährt sich ihr Todesdatum zum 81. Mal. Ihre Schwester und ihr Schwager wurden 1943 nach Auschwitz deportiert, Zeit und Umstände ihrer Tode sind jedoch nicht bekannt.
Encore
Dass Berlin nicht ganz sauber ist, wissen alle, die hier länger als eine Stunde verbringen. Die Menschen aber sind es meistens schon. Erst recht, wenn sie unsere Stadt sauberer machen. Und dabei nicht nur nebenbei ihrem eigenen Leben eine neue Klarheit geben. Wie Johannes Schulz. Der einstige Kostümschneider der Deutschen Oper und gefragte Modedesigner für große Marken wie Jil Sander oder Wolfgang Joop hat seinem Leben im Alter von 50 Jahren einen neuen Schnitt verpasst: Er arbeitet jetzt als Fensterputzer und verschafft Berlin rund um den Savignyplatz endlich freie Sicht auf sich selbst. Schon als Jugendlicher hat Schulz gerne Fenster in der elterlichen Altbauwohnung poliert. Er findet noch heute: „Das ist ein glasklarer Job mit sofortigem Ergebnis – ein gutes Gefühl.“
Ungefähr so, wie wenn nachts der Checkpoint fertig geschrieben ist.
Behalten Sie heute mit Umsicht den Durchblick! Gut durchschaut haben Berlin diesmal Thomas Lippold und Daniel Böldt (Recherche), Lotte Buschenhagen (Stadtleben) und Kathrin Maurer (Produktion). Morgen sieht sich hier Christian Latz für Sie um. Ich grüße Sie!