Moritz Gekeler liest den Checkpoint aktuell in der Mongolei, hier „im Zug von Erdenet nach Ulan Bator“.

Beach, Berge oder Balkonien – nehmen Sie uns mit! An dieser Stelle zeigen wir während der Sommerferien, wo Sie gerade den Checkpoint lesen. Schicken Sie uns ein Foto mit einem Satz zum Urlaubsort an checkpoint@tagesspiegel.de.
Willkommen im September. Der Sommer scheint in der letzten Ferienwoche doch noch etwas Sonne verbreiten zu wollen (extra fürs Open-Air-Konzert der Checkpoint-Band am Samstag!). Also starten wir fröhlich in den Tag, an dem Robert Habeck aus dem Bundestag ausscheidet – und in Berlin ein Rückkehrer die Bühne betritt. Los geht’s.
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Am 12., 13. & 14. September spielt das groß besetzte Konzerthausorchester Berlin unter Leitung von
Thomas Sondergard die Tondichtung „Ein Heldenleben“ von Richard Strauss. Mit dem hochvirtuosen Violinkonzert des Romantikers Johannes Brahms ist außerdem Stargeigerin
Veronika Eberle zu Gast bei KHO.
Hier 3x2 Tickets für den 13. September gewinnen.
Mit einem Großaufgebot kommt die SPD heute ins B-Part am Gleisdreieck zur offiziellen Vorstellung ihres Kandidaten Steffen Krach. Zur Vorbereitung schickten die beiden Bundesvorsitzenden Bärbel Bas und Lars Klingbeil exklusive Grüße über den Checkpoint:
„Es ist eine sehr gute Entscheidung, dass Steffen Krach als Spitzenkandidat für die Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026 nominiert wurde. Er hat die Wahl in Hannover direkt gegen die CDU gewonnen und wird parteiübergreifend für seine Arbeit geschätzt. Er kehrt nun voller Tatendrang, mit noch mehr Regierungserfahrung nach Berlin zurück und hat einen klaren Blick für die Herausforderungen unserer stetig wachsenden Hauptstadt. Er ist der beste Kandidat für Berlin.“
Am Sonntagabend nominierte auch der Landesvorstand Krach zum Spitzenkandidaten: einstimmig. Eine Woche voller Lob und noch mehr Hoffnung ist vorbei, die ihn schon jetzt auf einen Sockel hebt, obwohl er bis heute noch kein einziges Wort gesprochen hat. Wie schnell man da wieder runtergestoßen wird, haben schon ganz andere in der SPD erlebt. Die Erwartungen sind immens, wie erfahrene Sozialdemokraten aus erster Reihe in vertraulichen Gesprächen raunen. „Jetzt muss er sich erstmal zu den entscheidenden Themen äußern.“ Enteignung, Tempelhofer Feld – und wie sieht es eigentlich mit der Gratisstadt aus? Spätestens hier dürfte sein selbsterklärter Unterstützer Nummer 1 Raed Saleh mitreden wollen.
Die demonstrative SPD-Harmonie hatten wir hier am Freitag gedanklich mit dem Turtles-Klassiker „Happy Together“ unterlegt. Sehr passend, findet Checkpoint-Leser Alexander Legowski, denn der Song sei der Soundtrack des am Donnerstag angelaufenen Films „Rosenschlacht“ (mit Olivia Colman und Benedict Cumberbatch), „und dort gibt es ein wahrlich explosives Ende!“ Warten wir mal, was der Plot sonst noch so hergibt…
… zunächst weitere kleine Sticheleien des Amtsinhabers. Auf die Frage, was er vom neuen SPD-Kandidaten halte, sagte Kai Wegner am Wochenende im Morgenpost-Interview: „Ich freue mich auf das Kennenlernen. Er hat ja kurze Zeit engagiert in Berlin gearbeitet…“ Sieben Jahre als Staatssekretär sind für einen, der in Spandau geboren ist und hier seit 30 Jahren Politik macht, so gut wie nichts.
Weitere Erkenntnisse: Wegner will weiterhin das Volk zum Tempelhofer Feld befragen, das Versammlungsrecht ändern, um das Palästina-Camp am Kanzleramt aufzulösen und hat als 19- oder 20-Jähriger ein paar Mal gekifft. Oder wie wir es nennen: Berliner Mischung.
Da heben wir gleich ein bisschen mit ab und fügen unserer Sommerplaylist den Beatles-Song „Lucy in the Sky with Diamonds“ hinzu. Möge jede/r raushören, was er/sie will.
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Bühne statt Studio: Am Samstag feiert Deutschlandfunk Kultur ein Sommerfestival auf dem Hans-Rosenthal-Platz in Schöneberg – mit Live-Musik, Talks und prominenten Gästen.
Eintritt frei. Ab 14.30 Uhr.
Kommt vorbei, wir freuen uns auf euch!
Wer gehofft hatte, dass die Debatte um ein 3,2 Kilometer langes Stückchen Autobahn nach ihrer Eröffnung plötzlich verschwindet wie ein Stau hinter der Baustelle, der wurde am Wochenende womöglich unsanft aus seinen motorisierten Träumen geweckt. Trotz der Ferien staute es sich am Freitag so sehr, dass die Autobahn zeitweise gesperrt werden musste. Denn im Tunnel dürfe es „zu keinem Verkehrsstillstand kommen“, teilte die VIZ mit. Und die Kritiker sehen sich bestätigt: Diese Autobahn hätte nie eröffnet werden dürfen, solange sie an einer einspurig befahrbaren Brücke mit Ampel endet.
Von einem „verkehrspolitischen Skandal“ spricht Andreas Knie, Verkehrsforscher am Wissenschaftszentrum Berlin, und fordert, die Autobahn wieder zu schließen. „Die Autobahn saugt den Verkehr förmlich an“, sagt Knie. „Es wird ein Problem geschaffen, das es vorher nicht gab.“ Als gäbe es davon nicht genug in Berlin.
Die CDU mit dem Regierenden Wegner und Verkehrssenatorin Ute Bonde wollte die Autobahn rechtzeitig eröffnen, um das Thema aus dem nun beginnenden Wahlkampf herauszuhalten. Zudem geistert das Gerücht herum, man habe Angst vor Aktionen von Klimaaktivisten gehabt, die die schöne neue Autobahn wieder zerstören. Also Augen zu und durch – oder besser gesagt: Vollgas gegen die Wand.
Das spontane Straßenfest am Kollwitzplatz, über das unsere Kolumnistin Aline von Drateln hier am Freitag berichtet hatte (siehe Meldung „Sprühkreide und Spießer“), hat unerwartete Wellen geschlagen: bei den Wasserbetrieben. „Wir freuen uns natürlich ein Loch in den Bauch, wenn eine unserer Baustellen mal nicht als Verkehrsbremse und Parkplatzräuber verkannt, sondern so begeistert aufgenommen wird, wie die im Checkpoint von Ihnen gewürdigte in der Sredzkistraße nahe des Kollwitzplatzes“, schreibt uns Sprecher Stephan Natz. Nur, dass nach dem Aufstellen der Baken eine Woche erst einmal nichts passierte, stimme natürlich nicht. „Der abgesperrte Bereich zwischen Knaack- und Kollwitzstraße ist der erste von mehreren Bauabschnitten, in denen wir bis Ende 2027 in der gesamten Knaackstraße zwischen Danziger Straße und Prenzlauer Allee zum Teil mehr als hundert Jahre alte Trinkwasserleitungen sowie Misch(ab)Wasserkanäle erneuern. So eine Baustelle muss eingerichtet werden. Und inzwischen wird wohl schon durch den Asphalt gesägt...“ Heißt für uns: Die Party ist vorbei.
Sie möchten gerne Kanzler werden? Oder vielleicht Präsident? Da hätten wir was für Sie! Beide Jobs wurden gerade neu ausgeschrieben. Die Anforderungen: Sie sind eine profilierte Persönlichkeit mit einer überzeugenden Vision, können die Herausforderungen des gesellschaftlichen Strukturwandels im Dialog mit allen aktiv gestalten und die unterschiedlichen Interessen im Rahmen eines offenen Diskurses in einen produktiven Austausch bringen, haben umfassende Leitungserfahrungen in der Governance, besitzen Integrationsfähigkeit sowie strategischen Weitblick. Ihr Regierungsviertel liegt allerdings in Dahlem, direkt neben der „Rostlaube“ der FU.
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Heute schon wissen, worüber morgen alle reden? Auf der IFA entdecken Sie Roboter, KI, smarte Helfer und spannende Ideen – alles zum Anfassen und Ausprobieren. Mehr Zukunft geht nicht! Treffen Sie Ihre Lieblingsunternehmen, Tech-Expert*innen und Zukunftsbegeisterte in Berlin, 5.–9. September 2025 auf der Messe Berlin.
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Seitenweise Sommer: Gemeinsam mit Berlins beliebtesten Kiezbuchhandlungen empfiehlt Team Checkpoint in den Ferien täglich ein Buch, das wie für die Hängematte gemacht ist. Heute eine Leseempfehlung von der „Nicolaischen Buchhandlung“ aus Kladow, vorgeschlagen von Bezirksreporter André Görke.
Silja Fitschen vom Team der Nicolaischen Buchhandlung empfiehlt „Sacrow – Paradies mit dunklen Schatten“ von Ines Thorn: „Aufgrund der räumlichen Nähe zu Kladow ist dieser neue historische Roman bei uns aktuell sehr nachgefragt. Ines Thorn erzählt hier die Geschichte der Tischlerfamilie Richter im Dorf Sacrow zwischen 1937 und 1944, wobei die Liebesgeschichte zwischen dem jungen Hanno und der Jüdin Stefanie im Mittelpunkt steht. Die Autorin kombiniert fiktive Erzählung mit realen historischen Ereignissen zur Zeit des Nationalsozialmus, was ihren Roman zu einer emotionalen und authentischen Lektüre macht.“ Auch erhältlich im Tagesspiegel-Shop.
Und noch ein paar Leseempfehlungen:
+ Da wird Urlaub fast schon obsolet: Wer in Berlin lebt, lebt im Schlaraffenland. Unser Autor Felix Denk hatte deswegen beinahe Heimweh im Urlaub.
+ „Frauen in Deutschland sind Huren“: Sexuelle Übergriffe, Messergewalt, Judenhass – die Schattenseite der Flüchtlingskrise.
+ „Vor uns muss niemand Angst haben. Auch nicht, wenn er Mist macht“: Bergretter Klaus Burger hilft seit 25 Jahren Menschen in Not. Im Interview erzählt er, warum immer mehr Menschen in den Bergen überfordert sind und welche Einsätze ihn nicht mehr loslassen.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Kommen wir zu den etwas niedlicheren Themen: Am Freitag hatten wir Sie nach Namensvorschlägen für die neugeborenen Roten Pandas im Tierpark gesucht, vielen Dank für die vielen Einsendungen! Wie wäre es mit:
Pille und Palle (Marita Bhattacharya)
Bela und Bella (Iris Richter)
Pit und Pat (Mathilde Hendriksen)
Fritz und Franz (Gabriele Riedel)
Paul und Paula (Bettina Hörstrup)
Rosa und Rot (Jutta Stakowski)
Jule und Jim(Dr. Elke Bahrs-Discher
Ping und Pong (Eva Yeboah)
Rocco & Zora (Conni Labraña A.)
Ayu & Kenji (Nicole Böhmer)
Schnick und Schnack (Götz Reimann)
Nofe und Mida (Sabine Ponath)
Rosamunde und Rosalie/Ross und Roadie (Frank Herrmann)
Klaus und Erika (Sascha Unnasch)
Cindy & Bert (Alexandra Bakir)
Wir reichen das an den Tierpark weiter und drücken die Daumen!
Dass es wirklich keine gute Idee ist, an einem Flughafen (so schlecht man ihn auch findet) etwas von „in die Luft sprengen“ zu sagen, hat der ehemalige Metro-Chef Eckhard Cordes am BER erfahren. Er regte sich auf – und flog nicht ab, sondern raus.
Mit der S-Bahn wäre das nicht passiert. Damit sie bald auch wieder regelmäßig fährt, soll nun ein Konsortium aus Deutsche Bahn, Siemens und Stadler 1400 neue Wagen beschaffen und zwei Drittel des S-Bahn-Netzes betreiben. Dass diese Entscheidung das jahrelange Vergabeverfahren beendet, ist dennoch unwahrscheinlich. Der französische Mitbewerber Alstom kann noch gegen die Entscheidung vorgehen (und wird das sehr wahrscheinlich tun).
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Wenn Sie die Welt nicht mehr verstehen, kommt womöglich Hilfe von der Humboldt-Uni: Dort ist eine Professur „Erklärbare Künstliche Intelligenz“ ausgeschrieben, die zu bearbeitenden Themen sind (u. a.): vertrauenswürdige KI und Entscheidungsfindung. Menschen können sich hier bewerben.
Beste Verbindungen in den Knast: Ein Berliner AfD-Politiker „betreut“ mutmaßliche Rechtsterroristin Birgit Malsack-Winkemann
im Gefängnis. Die ganze Geschichte meines Kollegen Robert Kiesel gibt es hier.
Söder gegen Laschet, das war das Duell im Frühjahr 2021, als es um die Kanzlerkandidatur ging. Es gewann Laschet, der dann lachte und verlor (stark verkürzt). Nun geht das Duell in die nächste Generation: Söders Tochter Gloria-Sophie Burkandt tritt heute Abend bei der Show „Deutschlands dümmster Promi“ an (ProSieben) – und trifft dort auf Joe Laschet, Sohn des Ex-Kanzlerkandidaten. Laschet habe ihm (selbstverständlich lachend) geraten: „Sieh zu, dass Du schnell rausfliegst“.
Die Möchtegern-Cowboys von The Boss Hoss hatten noch versucht zu helfen, eine Petition sammelte 10.000 Unterschriften, dennoch ist jetzt dauerhaft Sperrstunde in Spandau: Die Westernstadt „Old Texas Town“ ist dicht, die Eigentümerfirma Dr. Aldinger & Fischer Grundbesitz und Vermarktungs GmbH möchte gern ein Rechenzentrum auf dem Grundstück errichten. Neuland im Wilden Westen.
In zwei Wochen soll der Vertrag mit Messechef Mario Tobias um fünf Jahre verlängert werden, doch dagegen gibt es Widerstand. Die Wirtschaftsexperten Michael Dietmann (CDU) und Jörg Stroedter (SPD) haben den Aufsichtsrat in den Beteiligungsausschuss des Abgeordnetenhauses zitiert (Q: Morgenpost). Dabei geht es auch (aber nicht nur) um die Millionen, die die Messe mit dem Ankunftszentrum in Tegel verdient hat. Hier noch einmal die Recherche meiner Kolleginnen Anna Thewalt und Claudia von Salzen.
Spielplatzszene am Wochenende. „Schau mal Papa!“, ruft ein etwa Dreijähriger von der Rutsche und saust los. „Ich sehe Dich, Du bist runtergerutscht“, antwortet, leicht gewollt, der gerufene Vater. Da dreht sich eine Mutter um und sagt: „Na, auch den Tagesspiegel-Text gelesen?“ Worum es geht, erfahren Sie hier.
Zitat
„Die Nichtverbeamtung hat Berlins Schulen ins Verderben gestoßen“
Schulexpertin Susanne Vieth-Entus über den Vorschlag des CDU-Generalsekretärs Carsten Linnemann, den Beamtenapparat drastisch zu schrumpfen. Was der Bund aus dem Schuldrama in Berlin lernen kann, hat sie hier aufgeschrieben.
Stadtleben
Verlosung – Am 10. September 2025, ab 17 Uhr, sind 120 Berliner zu einem vegetarischen „Diner en bleu“ auf den Gendarmenmarkt geladen. Anlass ist das 325-jährige Jubiläum der vormals Preußischen, heute Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Im 18. Jahrhundert war die Akademie geprägt von einem dichten Netzwerk des Gelehrtenaustauschs. Unter Friedrich II. war sie international ausgerichtet. So zeigte sich an der Akademie eine Seite Preußens, in der Unterschiede in Herkunft, Konfession und Weltanschauung zu einer Stärke wurden, die Berlin mit Europa und der Welt verband. In diesem Sinne steht auch der Austausch über Wissenschaft und Gesellschaft am Gendarmenmarkt, der „guten Stube“ Berlins, heute. Exklusiv verlosen wir 3x2 Plätze. Teilnahme via Checkpoint-Postfach. Gendarmenmarkt, U-Bhf. Hausvogteiplatz
Trinken (mit Urlaubsflair) – Der Hotelbar-Montag, für alle, die die Stadt mal aus der genussvollen Perspektive erleben wollen, konzentriert sich heute auf das „Provocateur“ im gleichnamigen Haus. Viel Rot, viel Samt und viel Schummrigkeit vereinen sich vom Tresen bis in versteckte Ecken zu einer Hommage ans Paris der 20er-Jahre. Die Signature Drinks sind als Reise durch die Berliner Bezirke gestaltet. So präsentiert sich beispielsweise Steglitz-Zehlendorf als Sassy Precious mit Ferrand Cognac, Lillet Blanc, Pink Pepper und Gentian, Tempelhof-Schöneberg als RCCCPA mit Plantation 3 Stars Rum, Cardamom, Aronia und Pear, Spandau als Vaporetto mit Citadelle Jardin d’Été, Olive, Lemon Balm und Crémant. So bis Mi 18-1, Do bis Sa 18-2 Uhr, Brandenburgische Straße 21, U-Bhf. Konstanzer Straße
Für umme – Am Montag jährt sich der Überfall Deutschlands auf Polen, mit dem 1939 der Zweite Weltkrieg begann. Anlässlich dieses historischen Datums lädt das Deutsche Historische Museum bei freiem Eintritt zu einem kostenfreien Führungsprogramm durch die aktuellen Wechselausstellungen: „Roads not Taken. Oder: Es hätte auch anders kommen können“ und „Gewalt ausstellen: Erste Ausstellungen zur NS-Besatzung in Europa, 1945-1948“. Täglich 10-18 Uhr, Unter den Linden 2, U-Bhf. Museumsinsel
Mit Anhang – Es gibt in Berlin wohl nichts, wofür es kein Ausstellungshaus gibt. Ein ganz besonders abwegiges unter den vielen ist das „Disgusting Food Museum“. Ja, für manch einen ist Spinat bäh, für andere ist es Brokkoli und immer heißt es: Das ist doch gesund und bestimmt nicht eklig. Aber warum fühlen wir bei gewissem Essen eigentlich Abscheu – und ist es manchmal sogar gesund, angewidert zu sein? All das und noch vieles mehr, lernt hier nicht nur der Anhang. Fr bis Di, 20-18 Uhr, Schützenstraße 70, U-Bhf. Stadtmitte
Sommerhappen – Trends gibt es bekanntlich in allen Lebensbereichen – so auch in Sachen Drinks. Weil folgender seinen Peak bereits erreichte, immer noch schmeckt und angenehm schnell zubereitet ist, wärmen wir den Espresso Martini an dieser Stelle nochmal ehrenvoll auf. Vier Teile Wodka, zwei Teile Kaffeelikör und drei Teile Espresso werden mit Eiswürfeln geschüttelt und in ein vorgekühltes Glas abgeseiht. Fertig ist der schmackhafte Wachmacher, der sich sowohl als Aperitif als auch als Digestif servieren lässt.
Kiekste
Schaufenster für Scherzkekse, Neukölln. Dank an Leserin Katja Kantke! Noch mehr urbaner Ulk gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – A100 (Stadtring): Die Autobahn ist in den Nächten 1.9./2.9. (Mo/Di) und 2.9./3.9. (Di/Mi), jeweils von 21 bis 5 Uhr, in beiden Fahrtrichtungen gesperrt.
* Richtung Treptow von AS Oberlandstraße bis AS Buschkrugallee
* Richtung Wedding von AS Buschkrugallee bis AS Oberlandstraße
Mühlenstraße (Friedrichshain): Bis Ende Oktober ist Richtung Warschauer Straße vor der Marianne-von-Rantzau-Straße ein Fahrstreifen gesperrt.
Weißenseer Weg (Lichtenberg): Bis Mitte September ist Richtung Möllendorffstraße zwischen Fritz-Lesch-Straße und Hohenschönhauser Straße ein Fahrstreifen gesperrt. Das Abbiegen zum Sportforum ist nicht möglich.
Hindenburgdamm (Lichterfelde): Bis Mitte Oktober ist Richtung Drakestraße in Höhe Moltkestraße ein Fahrstreifen gesperrt.
Waidmannsluster Damm (Tegel): Bis Mitte September ist Richtung Karolinenstraße ab Buddestraße der rechte Fahrstreifen gesperrt.
Nahverkehr – Tram M10: Ab 4.30 bis Mittwoch (3.9.), 0.15 Uhr fährt aufgrund von Bauarbeiten zwischen Arnswalder Platz und Landsberger Allee/Petersburger Straße ein Ersatzverkehr mit Bussen.
Regionalverkehr – RB22: In der Nacht von 22 bis 5 Uhr werden die Züge RB 18136, 18137, 18138, 18139, 18100 und 18101 zwischen Ludwigsfelde-Struveshof und Königs Wusterhausen über Schönefeld (bei Berlin) (zusätzlicher Halt) umgeleitet. Der Halt in Flughafen BER entfällt.
RB32: In der Nacht von 21.45 bis 5.15 Uhr beginnen/enden die Züge RB 18650, 18651, 18653, 18684, 18686, 18687, 18688 und 18689 dieser Linie abweichend in Schönefeld (bei Berlin) (zusätzlicher Halt). Der Halt in Flughafen BER entfällt.
Wasserstraßen – Spree-Oder-Wasserstraße: Die Betriebszeiten der Schleuse Mühlendamm sind am 1.9. von 6 bis 21.45 Uhr.
Landwehrkanal: An der Oberschleuse Berlin sind am 1.9. ausschließlich Schleusungen im SMS-Betrieb möglich. Der reguläre Schleusenbetrieb ist eingestellt.
Demonstration – Für heute sind 26 Demos angemeldet (Stand 29.8., 12 Uhr), u.a. „Friedenspost für den Bundestag“: 20 Protestierende, ab Halenseestraße 51 über Rathausplatz, Bismarckstraße, Ernst-Reuter Platz, Straße des 17. Juni, Heinrich-von-Gagern-Straße, Paul-Löbel-Allee bis Platz der Republik (9-20 Uhr)
„Zum achtsamen Gebrauch der Sprache“: 20 Demonstrierende, Pariser Platz 1 (10-14 Uhr)
„Am Weltfriedenstag: Diplomatie statt Waffenlieferungen! Frieden für Europa - jetzt!“: 200 Menschen, „Opas und Omas für den Frieden“, Werderscher Markt 6 (13-18 Uhr)
„Gedenken an den deutschen Überfall auf Polen am 1. September“: 100 Menschen, „Deutsches Polen-Institut e.V.“, Heinrich-von-Gagern-Straße (16-17.15 Uhr)
„Antikriegstag“: 150 Demonstrierende, ab S-Bhf. Gesundbrunnen über Gustav Meyer Allee, Gartenstraße, Grenzstraße, Müllerstraße, S-Bhf. Wedding bis Nettelbeckplatz (17-21.30 Uhr)
Gericht – Weil er einem Autofahrer eine Luxus-Armbanduhr entrissen haben soll, kommt ein 24-Jähriger auf die Anklagebank. Zu der Tat sei es während eines verkehrsbedingten Halts gekommen. Der 24-Jährige habe durch das geöffnete Fahrerfenster gegriffen und die rund 6.500 Euro teure Uhr erbeutet (12.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A820).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Katja Bienert (59), Berliner Schauspielerin und Autorin / Fritz Felgentreu (57), SPD-Politiker, bis 2021 im Bundestag, ehemaliger stellvertretender Landesvorsitzender der Berliner SPD und ehemaliger Kreisvorsitzender der SPD in Neukölln / Ralf Fröhlich (57), Politiker (CDU), Ortsvorsitzender Zehlendorf-Süd / Peter Gaehtgens (88), emeritierter Professor und ehemaliger Präsident der FU / Bill Kaulitz (36), Entertainer, Sänger und Frontmann bei „Tokio Hotel“ / Tom Kaulitz (36), Entertainer, Gitarrist bei „Tokio Hotel“ / Scott Körber (54), Politiker (CDU), Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin / Dagmar Manzel (67), Schauspielerin und Sängerin, Engagements unter anderem an der Komischen Oper / Luci van Org (54), Berliner Sängerin und Schriftstellerin / Hubertus Primus (70), Ex-Vorstand der Stiftung Warentest Berlin / Roman-Francesco Rogat (36), Poltiker (FDP), bis 2023 Mitglied im Abgeordnetenhaus von Berlin / Tim Schneider (28), Basketballspieler bei Alba / „Liebe Sabine, alles Gute zum Geburtstag wünscht Dir Regina“ / Sabine Scho (55), Schriftstellerin und Lyrikerin / Julia Varady (84), Opern- und Konzertsängerin, bis Gastprofessorin an der Hochschule für Musik Hanns Eisler
Nachträglich: „Virginia Annemone Pia aus Frohnau ist dem 80er-Club beigetreten. Es gratulieren alle, die sie kennen“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Hannelore Egner, * 21. September 1941, verstorben am 3. August 2025 / Prof. Boris B. Baltes, * 10. November 1965, verstorben am 21. August 2025
Stolperstein – Gisela Juliusburger (Jg. 1923), legte 1941 die Gesellenprüfung als Schneiderin ab. Ab 1942 musste sie bei Siemens Zwangsarbeit leisten. 1943 wurde sie verhaftet, wieder freigelassen und anschließend zur Arbeit im Jüdischen Krankenhaus in Wedding gezwungen. Dort versteckte sie ein untergetauchtes, an Tuberkulose erkranktes Mädchen in ihrem Zimmer im Dachgeschoss des Krankenhauses. Das Versteck flog auf. Das Mädchen konnte entkommen, Gisela Juliusburger kam ins Gestapo-Gefängnis. Nachdem sie selbst erkrankte – sie hatte sich bei dem Mädchen angesteckt – wurde sie ins Krankenhaus verlegt, wo sie am 1. September 1944 starb. Heute erinnert ein Stolperstein in der Schönhauser Allee 31 in Prenzlauer Berg an Gisela Juliusburger.
Encore
Fernsehturm, East Side Gallery, Spreedampfer & Co: Team Checkpoint empfiehlt 36 Berlin-Klassiker, die von Touris geliebt und von Berlinern meist gemieden werden. Für alle, die einen Blick über den Kiezrand wagen und ihre Stadt neu entdecken wollen. Heute: der Drachenberg.
Hier her bitte zum Sonnenaufgang! Ja, die Anreise kann sich, je nach Wohnort, etwas ziehen, aber dafür dauert der Aufstieg auf den knapp 99 Meter hohen „Berg“ nur knapp zehn Minuten. Wer oben ankommt, wird mit einer der schönsten Berlin-Aussichten an einem der wahrscheinlich ruhigsten Berlin-Orte belohnt. Picknickdecke und -korb nicht vergessen. Mehr braucht es nicht, schließlich liegt ganz Berlin vor einem (und der ganze Tag).
Mit viel Liebe recherchiert haben gestern Robert Kiesel, Lorenz Maroldt und Christoph Papenhausen. Tobias Langley-Hunt hat die Spezialitäten serviert (Stadtleben) und Jaqueline Frank hat in der Früh alles ordentlich sortiert (Produktion). Morgen meldet sich hier wieder Jessica Gummersbach.
Wir sehen uns hier am Mittwoch wieder.
Bis dahin
