Berlin brennt. Mehr als 330 Fahrzeuge standen seit Jahresbeginn in Flammen, aktuell zündeln die Unbekannten fast nächtlich. In Schöneberg oder Kreuzberg, in Mitte oder Neukölln. Mal geht die Polizei von einer politischen Motivation aus, mal steckten Jugendliche und Zerstörungswut dahinter – so ganz genau weiß das keiner. Die fünfköpfige Ermittlungsgruppe „Nachtwache“ jedenfalls soll die Täter schnellstmöglich finden. Der Senat schweigt. Und die Opposition sucht nach mehr oder minder originellen Lösungen. „Ich glaube, dass nun auch das wache Auge der Berliner gefordert ist“, sagt CDU-Chef Kai Wegner und will Hinweise, die zur Verurteilung der Brandstifter führen, mit 1000 Euro belohnen – die CDU Neukölln legt pro Fall 200 Euro drauf.
In Kreuzberg versucht’s Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) derweil mit Ironie: „Das Xhainer Sonderkommando ist den Tätern auf der Spur. Sobald sich der Verdacht bestätigt, wird unsere bezirkliche Spezialeinheit den Zugriff auslösen. Die Gefängnisse im Rathaus stehen bereit. Unser Gericht wird harte Strafen verhängen. Dann ist endlich Schluss damit“, schreibt sie auf Twitter. Bleibt in einer öffentlichen Stellungnahme aber doch ernst: „Dieser Angriff und die blinde Zerstörungswut machen mich wütend und fassungslos. Von den Feuern geht eine Gefahr für die Nachbarschaft und die Anwohner*innen aus. Die Täter*innen zerstören nicht nur das Eigentum anderer Bürger*innen, sie nehmen dabei leichtfertig in Kauf, dass Menschen zu Schaden kommen.“ Auf dass diese sinnlos feurigen Nächte bald ein Ende haben. Von blinder Zerstörungswut profitiert niemand.
In Berlin um die Welt – Israel: Milch und Honig sind passé, Gemüse und Dips das neue Ding. Israel gilt als das veganste Land der Welt und in Berlin bietet das israelische Vegan Feast Weekend an diesem Wochenende ein buntes Potpourri an traditionellen und modernen Gerichten. Heißt: Ganz viel Hummus, Aubergine in Salsa und Tahini, gegrillter Blumenkohl und selbstgemachtes Pitabrot. Los geht‘s heute um 15 Uhr in der CBS Kitchen in der Weserstraße. Wir wünschen guten Appetit, oder wie man in Israel sagt: Bete'avon!
Sommerspaß – Pierre Boulez Saal: Nachts durch die leeren Gänge der Theater- und Konzerthäuser schleichen hat schon was. Und ist jetzt möglich. An den kommenden fünf August-Wochenenden öffnet der Pierre Boulez Saal zwischen 21 und 1 Uhr seine Türen für die audiovisuelle Installation „The Gold Projections“ des amerikanischen Künstlers Joe Ramirez. Eine von Stille und Dunkelheit umgebene, sinnliche Erfahrung wird versprochen. Die Tickets kosten 14, ermäßigt 7 Euro und sind online erhältlich.
Sommersport – Intuitiv-Bogenschießen: Die innere Haltung, Achtsamkeit und Selbstführung sind die Grundpfeiler für Intuitives Bogenschießen. Benutzt werden – anders als beim Sportbogenschießen – traditionelle Langbögen, ohne Zielvorrichtung. Man selbst soll die eigene Bewegung nach und nach optimieren. Trainiert wird in der Bogenakademie Berlin. Pfeil ab!
Jottwede – Müritzsee: Kurz vorm Schulstart nochmal wie im Urlaub fühlen, ohne weit zu reisen? Dann am besten mit dem Auto (oder in zwei Tagen mit dem Rad) ab zum Müritzsee! Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist leider nicht so praktisch, dafür gibt es Hotels, Gutshäuser, Imbisse und Restaurants, zum Beispiel das „Moritz“. Wer lieber unterm Sternenhimmel nächtigt: Zelten kann man am Westende auf dem Campingplatz in Buchholz.
Berlin, aber Sommerloch: Nachdem in 16. Staffeln keiner gefunden wurde, geht’s mit der 17. Staffel weiter: „Deutschland sucht den Superstar“. Am 2. und 3. August gibt’s ein offenes Casting in Berlin. Wer will kann ohne Voranmeldung von 14 bis 20 Uhr vorbeikommen: GLS Sprachenzentrum, Kastanienallee 82. Vielleicht will man aber auch einfach lieber nicht.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Die wichtigsten Meldungen zum Schulstart:
1) Für einige der mehr als 250 Familien, die wegen ihrer zugewiesenen Schulplätze vor Gericht gezogen sind, verlängern sich die Ferien. Nicht alle Verfahren werden pünktlich geklärt.
2) Für alle, die ihren Lieblingsschulplatz ergattern konnten, gibt es dafür gratis Essen, ein gratis Schülerticket und gratis Hortbetreuung.
3) Um bessere Lernergebnisse zu erzielen, startet das Schuljahr mit mehr Deutschstunden und einer „Qualitätsoffensive Mathematik“.
4) Qualitätsprobleme bleiben an Brennpunktschulen: Trotz Zulage sind überdurchschnittlich viele Lehrkräfte Quereinsteiger.
Neueinsteiger im Hauptstadtfußball: Hertha BSC hat den Offensivspieler Dodi Lukebakio vom FC Watford verpflichtet. Er kommt für die Rekordsumme von 20 Millionen Euro. Anders gesagt: Etwa doppelt so viel, wie der Senat im laufenden Jahr in den Ausbau der W-Lan- und LTE-Infrastruktur in U-Bahnen investiert und halb so viel, wie in die Verbesserung der Rad-Infrastruktur.
Bei den Berlin Finals werden am Wochenende die Deutschen Meister in zehn Sportarten ermittelt. Ein Grund für Sportsenator Andreas Geisel (SPD) mal wieder Olympia ins Spiel zu bringen: „Wir können Großveranstaltungen und wollen das auch – das schließt Olympische Spiele mit ein.“ Er verstehe zwar immer noch die vielen Olympia-Skeptiker, „aber man kann es auch anders und nachhaltig organisieren.“
Nachhaltig organisiert werden soll die Zukunft des Nikolaiviertels. Das Partizipationsverfahren ist am Donnerstag gestartet. Wer was zu sagen hat, kann seine Meinung hier loswerden.
Der Miethai der Woche schwimmt am Halleschen Tor: 60 Quadratmeter gibt’s für 1.700 Euro. Immerhin warm.
Once Upon a Time in Berlin: Quentin Tarantino war mal wieder in der Stadt und hat seinen neuen Film vorgestellt. Die deutsche Synchronstimme von Hauptdarstellerin Margot Robbie kommt übrigens aus dem Abgeordnetenhaus: Anne Helm (Linke) hat übernommen.
Der Alexanderplatz ist um eine aberwitzige Hässlichkeit reicher geworden: tada, ein feuerspeiender Drache. Es kommentiert Alex-Fachmann Alfred Döblin: „Kunst ist und bleibt eine seltene Sache.“
Der Alexanderplatz gehört auch weiterhin zu Berlins kriminalitätsbelasteten Orten (KBO). Eine Übersicht aller sieben durch die Behördenleitung der Polizei entsprechend eingestuften Plätze gibt’s jetzt für das erste Halbjahr 2019. Wie viele Straftaten wurden wo begannen und welche Delikte am häufigsten registiert? Alexanderplatz 3671 Straftaten davon 1138 Ladendiebstähle / Teile der Hermannstraße 2211 Straftaten davon 329 Ladendiebstähle / Warschauer Brücke 1913 Straftaten davon 574 im Zusammenhang mit dem Betäubungs- und Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (BtM/ NpSG) / Görlitzer Park 1533 Straftaten davon 499 BtM/ NpSG / Kottbusser Tor 1385 Straftaten davon 232 BtM/ NpSG / Kleiner Bereich der Rigaer Straße 355 Straftaten davon 128 Mal Sachbeschädigung. Die entsprechendenden Geschichten erzählt Berlin jeden Tag.
Was alle Orte gemein haben: Die Zahl der Körperverletzungen ist durchweg hoch.1307 Vorfälle wurden insgesamt registriert. 333 waren es allein am Alexanderplatz, 243 in der Herrmanstraße und 206 am Herrmannplatz. Fahrraddiebstahlhochburg ist ebenfalls Berlins "Herrmann-Duo" mit 185 geklauten Rädern (von insgesamt 307). Die Zahl der gestohlenen Autos beläuft sich im gleichen Zeitraum übrigens auf 24.
Keiner heilt die Helfer: Lediglich 16 von 29,5 Vollzeitstellen sind beim ärztlichen Dienst der Polizei besetzt. Und das, obwohl laut internen Statistiken in einzelnen Abteilungen bis zu 35 Prozent der Polizisten krank sind.
Keine Straftat, aber immerhin eine Ordnungswidrigkeit ist der Verstoß gegen die Leinenpflicht. Die meisten Hundefreiheitsverstöße gab’s in Lichtenberg (149) und Steglitz-Zehlendorf (121) – keinen einzigen dagegen in Spandau. Nicht ersichtlich ist, ob‘s an Herrchen und Frauchen oder mangelnden Kontrollen lag. (Q: Anfrage Stefan Taschner / MdA Grüne)
Kurzer Blick nach Brandenburg: In der Nacht zu Donnerstag wurde von einer Kiesgrube an der B87 eine Brecheranlage geklaut. Ausmaße des Gerätes: 33 Tonnen und 12 Meter Länge. „Die Suchmaßnahmen führten bisher nicht zum Auffinden der Maschine.“
„Weine nicht, wenn der Regen fällt – Tramtram, Tramtram“ – so wirbt die BVG für ihre Straßenbahn. Gilt allerdings nicht für die U5. Züge der Baureihe Ik dürfen im Außenabschnitt zwischen Tierpark und Hönow bei Starkregen nicht mehr fahren. Der Betriebsleiter hat verfügt, dass das Zugpersonal der Leitstelle sofort melden soll, wenn es in diesem Bereich regnet. (Q: neues deutschland)
Die SPD will die U-Bahn-Linien 2, 3 und 8 verlängern. Rund 400 Millionen Euro sollen die Vorhaben kosten. Die Opposition will auch. Die RG-Partner wollen nicht.
Die BVG will voraussichtlich noch im August einen selbstfahrenden Kleinbus auf eine für jedermann zugängliche Straße rollen lassen. Der Shuttle soll den U-Bahnhof Tegel mit den Seeterrassen am Tegeler See verbinden. Gratis.
Maik Penn (MdA CDU) wollte vom Senat wissen, wann mit der S-Bahnverbindung von Schönefeld nach Marzahn zu rechnen ist. Geantwortet wurde ahnungslos, aber pragmatisch: „Eine Realisierung der Nahverkehrstangente ist erst langfristig absehbar.“
Amt, aber glücklich: „Das war mal eine echt positive Überraschung“, schreibt Checkpoint-Leser Ulrich Borchert. Um 11:40 Uhr für einen Zulassungstermin bei der 115 angerufen, für 12 Uhr einen Termin bekommen und um 12:20 Uhr alles erledigt.
Tegel, aber unglücklich: Gegen 23:25 landete die KL1835 gestern mit 90 Minuten Verspätung in Berlin. 10 Minuten dauerte es, bis die Passagiere aussteigen konnten. Nach 30 Minuten am Gepäckband verkündete der Kapitän, dass die Mitarbeiter der WISAG anscheinend schon Feierabend hätten und fing an das Gepäck selbst aus dem Rumpf zu laden (Beweisfoto von Eckart Schmidt hier).
Nach einigen Minuten tauchten die vermeintlichen Feierabendler doch noch auf und unterstützten. 45 Minuten nach Landung konnten die ersten Reisenden den Flughafen mit Gepäck verlassen. Und vielleicht erledigt sich das mit dem Fliegen so irgendwann von selbst.
Auf dem Flugplatz Neuhardenberg sind am Donnerstag erstmals Passagiermaschinen gestartet. „Wir wollen zeigen, was im Oderland möglich ist“, sagt Airport-Chef Uwe Hädicke. Ein dauerhafter Betrieb werde nicht angestrebt, aber vielleicht ein Ergänzungsflugplatz zum BER (Q: Berliner Kurier). Sollte der tatsächlich noch eröffnen…
Immerhin: Die sogenannten Wirk- und Prinzip-Prüfungen am künftigen Hauptstadtflughafen haben begonnen. Lütke Daldrup hatte betont, dass mit dem Start der BER-Eröffnungstermin Oktober 2020 „noch sicherer“ geworden sei. Wir warten weiterhin auf „ganz sicher“, „extrem sicher“ und „wirklich, ehrlich, unabwendbar, versprochen sicher“
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Lieber Postbote, in diesem Briefkasten ist eine Vogelfamilie eingezogen, bitte nicht stören… -> Ersatzbriefkasten“
Ein handgeschriebenes Schild, fotografiert von Christoph Stollowsky in Lichterfelde-West
Tweet des Tages
Zweite Fahrt mit dem Berlkönig und direkt mit einem Rudel Karaoke-Spaniern ‚Total eclipse of the Heart‘ performt.
Stadtleben
Essen – Auch wenn Fabrik-Charme keinen Berliner Feinschmecker mehr vom Retrohocker haut, kauft man einer aufwändig restaurierten und eingerichteten ehemaligen Hinterhof-Destillerie die industrielle Atmosphäre sofort ab. Etwas abseits vom Weserstraßengewimmel gelegen, war das Eins44 bei seiner Eröffnung im Jahr 2014 eine der allerersten Anlaufstellen für Gourmets in der Gegend. Zwischen den Hinterhäusern hindurch scheint die Abendsonne in die einstigen Produktionsräume und auf die vorgelagerte Terrasse, wo sich der Aperitif im Sommer besonders gut einnehmen lässt. Die Gerichte, wahlweise in fünf, sechs oder sieben Gängen (69-89 Euro) serviert, kommen oft ganz ohne Fleisch aus. Das Menü wechselt in unregelmäßigen Abständen. In der aktuellen vegetarischen Variante treffen einfache Zutaten wie Kohlrabi und Porree auf Morchel und Hanf. Gastrokritiker Bernd Matthies gab sich anlässlich des Dienstantritts von Küchenchef Tim Tanneberg beeindruckt. Bei den Weinen liegt der Fokus auf dem Riesling, aber es schleichen sich auch exotischere Naturweine in die Weinbegleitung (8 Euro pro Glas): Abstimmung und Abwechslung gehen vor strenger Regionalität. Reservierung auch online möglich. Di-Do ab 19 Uhr, Fr/ Sa ab 18.30 Uhr, So/ Mo geschlossen, Elbestraße 28/29 (U-Bhf Rathaus Neukölln)
Trinken – In der Weserstraße haben die Trink-Etablissements es aufgegeben, sich durch Einrichtung oder Namensgebung voneinander abzuheben. Meist ist es der eine interessante Shot im Angebot oder ein mit Spielkarten zaubernder Barchef, die den Unterschied machen und dafür sorgen, dass man wiederkommt. Im Mendy und Edeltraut vermisst man keins von beidem. Neben Flaschenbieren bietet die schlanke Getränkekarte professionell gemixte Klassiker wie Mint Julep, Dark and Stormy oder Gin Tonic mit sechs verschiedenen Gin-Sorten. Die selbstgemachten Mexikaner-Shots gibt es hier als „Wasabikaner“ auch im japanischen Gewand. Was sich hinter dem hauseigenen Shot „M & E“ verbirgt, probiert man vor Ort am besten selbst aus. Jeden Mittwoch wird gekocht, dann gibt es wechselnde vegane Gerichte. Di-Sa 20-5 Uhr, Weserstraße 43 (U-Bhf Rathaus Neukölln)
Streetfood – Die Modebewegung Tiki kam in den 60er-Jahren aus Hawaii über Amerika nach Europa. In Berlin trifft die von der polynesischen Kunst inspirierte Subkultur an diesem Wochenende auf die chinesische Sichuan-Küche, die sich vor allem durch scharfe Speisen auszeichnet. Bei der Sichuan Tiki Night werden Designelemente und gastronomische Spezialitäten aus beiden Kulturen verknüpft. Was dabei herauskommt, lässt sich ab 18 Uhr in der vor kurzem eröffneten Gastro-Einrichtung Kong (chin. für "space" oder "Freizeit") in der Niederbarnimstraße 4 in Friedrichshain austesten (U-Bhf Frankfurter Tor)
Streetbeer – Heute Abend erfolgt zum 23. Mal der Anstich für das Internationale Berliner Bierfestival. Auf der Karl-Marx-Allee (U-Bhf Weberwiese) wetteifern bis Sonntag wieder 350 Brauereien aus 90 Ländern darum, wer die Gäste mit dem ausgefallensten, buntesten oder einfach dem leckersten Bier an seinen Stand locken kann. Über 2400 verschiedene Bierspezialitäten gibt es hier zu testen. Das Festival hat es sogar ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft: Berlin beherbergt an diesem Wochenende wieder den mit 2,2 Kilometern längsten Biergarten der Welt. Nimm das, München!
Berlinbesuch – Für eine kühlende Pause nach dem obligatorischen Sightseeing im Regierungsviertel bieten sich seit jeher die Treppenstufen und Brücken im Schatten der Bundestagsgebäude an der Spree an. An Sommerabenden gibt es hier immer ein besonderes Spektakel: Videoprojektoren, bunte Scheinwerfer und Laser verwandeln die Fassade des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses in eine riesige Beton- und Glas-Leinwand. Auf fünf Projektionsflächen lässt sich die deutsche Parlamentsgeschichte von der Kaiserzeit bis heute bequem vom Reichstagsufer und dem Friedrich-Ebert-Platz aus nachverfolgen. Beginn ist um 21.45 Uhr, die Vorführung dauert eine halbe Stunde und wird bis 3. Oktober jeden Abend zweimal hintereinander gezeigt.
Geschenk – In Bars ist Tee oft das Ausweichgetränk der Abstinenten, im Winter wärmt man sich unter Umständen doppelt mit einem Schuss im Tee – Tee im Schuss kennt man umgekehrt bisher eher weniger. Um das zu ändern, produziert das aus dem Frankfurter Bahnhofsviertel stammende Unternehmen Yokyok in Kreuzberg einen Likör aus Darjeelingtee und Kardamom. Die Idee dahinter ist es, schwarzen Tee in der Form, wie er in arabischen Ländern schon seit Jahrhunderten getrunken wird, ins Spirituosenregal zu stellen. Die Flasche 18-Prozentiger kostet 21,90 Euro, die Dry-Version mit 38% Alkohol 24,90 Euro.
Last-Minute-Tickets –Die Videoaufzeichnungen aus dem britischen Parlament bieten von dramatisch über unterhaltsam bis skurril ein breites emotionales Spektrum. Die dortige Themenvielfalt ist in diesen Tagen allerdings etwas beschränkt - da geht man doch besser ins Freiluftkino Insel auf dem RAW-Gelände, wo heute Abend eine Blütenlese zeitgenössischer britischer Kurzfilmkunst gezeigt wird. Neben Comedy und Drama gibt es hier auch Animiertes und Dokumentationen zu sehen. Bleibt nur zu hoffen, dass das Wetter mitspielt und sich nicht vom Klischee der verregneten Insel inspirieren lässt. Tickets für 7,50 Euro gibt es online oder an der Abendkasse. Revaler Str. 99, S/ U-Bhf Warschauer Straße
Einen angenehmen Freitag wünscht Julian Goldmann.
Prominent verraten
Die Berlinerin der Woche: Die Schauspielerin Marleen Lohse. Der Checkpott geht diese Woche an unsere Leserin Laura Linke - herzlichen Glückwunsch!
Berlin heute
Verkehr – In Friedrichshain ist die Karl-Marx-Allee Richtung Alexanderplatz ab 4 Uhr morgens zwischen Frankfurter Tor und Strausberger Platz wegen des 23. Internationalen Bierfestivals das ganze Wochenende über gesperrt. Zwischen 8 und 15 Uhr führen Wartungsarbeiten im Tunnel Alexanderplatz in beide Richtungen zur Sperrung jeweils eines Fahrstreifens. Auf der Dominicusstraße in Schöneberg gibt's in Richtung Martin-Luther-Straße bis Ende August nur eine Spur. In Neukölln blockiert gegen 18 Uhr eine Demonstration die Karl-Marx-Allee. Die Veranstalter möchten über Erkstraße und Sonnenallee zum Hermannplatz ziehen.
Demonstration – In Neukölln protestieren heute 500 Demonstranten gegen die Beschlüsse des libanesischen Arbeitsministers. Von 18 bis 21 Uhr wird sich der Zug vom Rathaus Neukölln zum Hermannplatz bewegen. Am Simsonweg in Mitte erinnern von 21 bis 22.30 Uhr 150 Menschen an die von den Nationalsozialisten ermordeten Sinti und Roma. Veranstaltet wird das Gedenken von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Am Invalidenpark versammeln sich von 10 bis 11.30 Uhr erneut 100 Demonstranten von „Fridays for Future". Am Platz des 18. März fordert der CHP Bund in Berlin e.V. von 19.30 bis 20.30 Uhr mit 50 Teilnehmern „Freiheit für Eren Erdem". Auf dem Pariser Platz versammeln sich 50 Menschen für den „Erinnerungstag an die Tragödie von Shingal" (19-21 Uhr). „Gegen die Beschlagnahmung der Juventa im Hafen von Trapani durch die italienischen Behörden" protestiert von 14 bis 19 Uhr der Verein Jugend Rettet auf dem Oranienplatz (20 Teilnehmer).
Gericht – Weil sie als Geschäftsführerin einer Berliner Baufirma über Jahre hinweg Arbeitnehmer nicht ordnungsgemäß angemeldet und versichert haben soll, muss sich eine 47-Jährige verantworten. Es geht um mutmaßliche Schwarzarbeit mit einem Schaden von rund 5,7 Millionen Euro (10 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 820).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Wolfgang Albers (69), für die Linke im AGH / Hannelore Bode (68), Sopransängerin / Jürgen Draeger (69), Schauspieler und Maler / „50 Jahre Mondlandung und 50 Jahre Elli! Alles Liebe von deiner Freundin Birgit“ / Rüdiger Grube (58), Manager, ehem. Vorstandsvorsitzender der Deutsche Bahn AG (2009-2017) / Ursula Karusseit (80), Schauspielerin und Regisseurin / Felix von Leitner (46), Blogger / Florian Stetter (42), Schauspieler
Sonnabend – Wilhelm Bender (75), Wirtschaftsmanager / Marica Bodrožić (46), Schriftstellerin / Christoph Geiser (70), Schweizer Schriftsteller / Wolfgang Nagel (75), ehem. Berliner Bausenator (1989-1996) / Stefan Peno (22), Basketballspieler bei Alba / Katrin Schmidberger (37), für die Grünen im AGH / Kristina Schröder (42), ehem. Bundesfamilienministerin (2009-2013) / „Das Kulturvolk-Team gratuliert Alice Ströver (64), Geschäftsführerin Kulturvolk | Verein Freie Volksbühne Berlin, Ex MdA, Staatssekretärin a.D., ganz herzlich zum Geburtstag!“ / Robert Stadlober (37), Schauspieler
Sonntag – Frank Bewig (44), Spandauer Stadtrat für Bauen, Planen und Gesundheit (CDU) / Dominic Boeer (41), Schauspieler und Autor / Andreas Bretschneider (30), Kunstturner / Knut Elstermann (59), Filmkritiker und Moderator / Peter Frey (62), Journalist, seit 2010 Chefredakteur des ZDF / Kerstin Linnartz (43), Moderatorin und Autorin / Klaus Schulze (72), Komponist, Musiker und Produzent / Michael Skibbe (54), Fußballtrainer, 2011 für 50 Tage Trainer von Hertha BSC
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Beate Glöckner, * 2. Januar 1971 / Meinolf Lombino, Mitarbeiter der Freien Universität und Universität Potsdam / Christa Dümcke, * 14. November 1932 / Brigitta Klara Maria Schneider, * 14. April 1926
Spandauer Damm 54 – Hier lebte Doris Lubliner (Jhg. 1868) im Jahr 1939. Am 28. Mai 1943 wurde sie im Alter von 75 Jahren mit 327 weiteren Patienten, Einwohnern und Mitarbeitern mehrerer jüdischer Altenheime und Krankenhäuser ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort wurde sie am 2. August desselben Jahres ermordet.
Im Tagesspiegel
Strand statt Straße, Gärten statt Beton: Unter Bürgermeisterin Anne Hidalgo bereitet sich Paris auf den Klimawandel vor. Lesen Sie den Hintergrundartikel von Tanja Kuchenbecker heute auf Seite 3 im Tagesspiegel und im E-Paper.
Encore
Zum Schluss gibt’s heute die Geschichte von Ben. Ben ist 32 Jahre alt und lebt quasi bei mir ums Eck. Mitten in Prenzlauer Berg. Nicht in einer schicken Altbauwohnnung, sondern auf der Straße. Sein einziger Begleiter: seine Akustikgitarre. „Wenn ich schlechte Gedanken habe, setze ich mich in eine Ecke, spiele ein Lied und komme wieder runter. Das ist für mich Hobby und Beruf. Ich will einer der besten Gitarristen werden und meinen Spaß teilen. Ich bringe mir das selbst bei und manche sagen, ich spiele ziemlich gut“, sagt er. Erzählt hat er von seinem Leben meinem Kollegen Christian Hönicke (zu lesen hier). Gerade lernt er übrigens ‚Für Elise‘ und ‚Schwanensee‘. Von der Klassik will er zu Blues, Jazz und Reggae. Und vielleicht sollten wir manchmal alle ein bisschen mehr zuhören.
Zu lesen gibt’s hier morgen den Checkpoint von Lorenz Maroldt und Thomas Wochnik. Machen Sie’s gut. Bis bald.