der kommende Samstag wird in Berlin Demotag. Coronaleugner und Rechtsextreme haben deutschlandweit zur Fahrt in die Hauptstadt aufgerufen. „Mindestens 500.000“ Teilnehmer erwarten die Veranstalter laut eigenen Angaben. „Obwohl bundesweit mobilisiert wird, rechnen wir nicht mit den angekündigten 500.000 Menschen“, sagt Martin Pallgen, Sprecher der Innenverwaltung auf Checkpoint-Anfrage. Bei der Polizei sind offiziell bislang 38 Veranstaltungen (darunter auch vollkommen andere) mit insgesamt mehr als 20.000 Teilnehmenden angemeldet, die Größte findet mit 10.000 unter dem Titel „Das Ende der Pandemie: Tag der Freiheit“ auf der Straße des 17. Juni statt. Anders als bei Attila Hildmanns Demonstration (die am kommenden Wochenende erneut unterbunden wird, der Bescheid ging gestern raus), gibt es laut Innenverwaltung keine Verbotsgründe. Die Polizei werde „in ausreichender Stärke“ im Einsatz sein und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zur Auflage gemacht. „Die Sicherheitsbehörden haben die angekündigten Demos voll im Blick.“
Unbekannte haben in der Nacht zu Mittwoch das Wahlkreisbüro des Berliner SPD-Abgeordneten (& Innensenators) Andreas Geisel in Karlshorst mit Farbe beschmiert und eine Fensterscheibe sowie die Glastür mit einem Hammer eingeschlagen. „Du Wichser“ und „Wir bleiben alle!“ war in lila Farbe zu lesen. Wie der Checkpoint erfuhr, soll es sich um mindestens drei Täter handeln, die dunkel gekleidet auf Fahrrädern davonfuhren. Der Staatsschutz prüft einen politischen Hintergrund. Geisel selbst sagte dem Checkpoint: „Eine Stadt wie Berlin braucht Freiräume. Diese Freiräume dürfen aber keine Räume sein, von denen Gewalt ausgeht. Freiräume sind keine rechtsfreien Räume. Auch dort gilt Artikel 2 des Grundgesetzes.“ Wir zitieren: „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.“
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Die Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums lädt ab sofort bei freiem Eintritt zu einem Besuch ein!
Die Ausstellung im Zeughaus vermittelt einen umfassenden Einblick in rund 1500 Jahre deutsche Geschichte:
Vom Mittelalter über die Reformation bis hin zum Ersten Weltkrieg, NS-Regime und der Geschichte beider deutscher Staaten.
Geöffnet täglich 10–18 Uhr.
Kein Anschluss unter Ramona Pop. Nach Bekanntwerden der zahlreichen Sicherheitslücken bei den Berliner Wasserbetrieben (BWB) gerät die für das Landesunternehmen zuständige Wirtschaftssenatorin (und Aufsichtsratsvorsitzende) zunehmend unter Druck. CDU-Fraktionschef Burkard Dregger findet es „erschreckend, dass ein so lebenswichtiger Bereich derart gravierende und offenbar schon länger bestehende Mängel aufweist“. Innenstaatssekretär Torsten Akmann mahnt, er erwarte von Betreibern kritischer Infrastrukturen, „dass sie sich angemessen vor Angriffen schützen“. Pop selbst äußerte sich auch auf die dritte Anfrage meines Kollegen Frank Jansen nicht, die Pressestelle antwortete nur ausweichend. Deshalb an dieser Stelle nochmal: Wann haben Sie von dem Bericht der Firma Alpha Strike Kenntnis bekommen? Was wussten Sie schon vorher über Sicherheitsmängel? Was haben Sie unternommen, als Sie von dem Bericht über die Schwachstellen im Sicherheitssystem Kenntnis bekamen? Wie konnte es aus Ihrer Sicht dazu kommen, dass sich bei den BWB offenbar über einen längeren Zeitraum Mängel in der Abwasserentsorgung angesammelt haben? Und: Wer trägt die Verantwortung für die festgestellten Sicherheitsmängel?
„Erzähl mal weiter“ – gemeinsam mit Berliner AutorInnen und Ihnen wollen wir während der Sommerferien Fortsetzungsgeschichten verfassen. Den Auftakt dieser Woche machten wir (Team Checkpoint – hier zu lesen). Heute folgt Teil 4.
Breaking News
von Team Checkpoint, Knut Lehmann, Hans Ettemeyer und (heute) Stefanie Herfurth-Schmidt
Bert hatte das geregelt, doch jetzt ging er nicht ans Telefon... Jetzt fiel ihm nur noch Günti ein, sein Beinah-Schwiegervater. Mit dem hatte er sich immer gut verstanden, besser jedenfalls als mit Marie. Der ließ nicht immer die Zahnpastatube offen stehen und brachte auch mal was zum Abhängen mit. Auf Günti war Verlass: „Asservatenkammer Berlin?“, meldete er sich nach dem 2. Tuten. „Das ist kein Problem. Name? Adresse?... Wie jetzt? Ernsthaft? Da willste aber hoch hinaus. Der hat mit Sandburgen angefangen und baut gerade den Tower auf dem Teufelsberg. Und da soll der Regierende einziehen. Zieh Dich bloß warm an!“ „Scheiße“, dachte er, das war ihm entgangen. Da hätte er sich heute Morgen gleich überfahren lassen können. Oder doch nicht? Ihm kam da plötzlich ein abstruser Gedanke… das könnte sogar klappen…
Morgen lesen Sie an dieser Stelle unser Ende der Geschichte. Den ganzen Text gibt’s am Wochenende im Tagesspiegel und auf Tagesspiegel.de.
Berlins Verkehr bleibt grau. Vor wenigen Wochen hatte die FDP-Organisation „Liberale Schwule und Lesben Berlin Brandenburg“ mit einer Kunstaktion für einen Regenbogen-Fußgängerüberweg in der Schöneberger Martin-Luther-Straße geworben. Jetzt erklärt der Senat auf Anfrage des Liberalen Henner Schmidt: Es wird an dieser Stelle a) keinen Fußgängerüberweg geben („nur dort möglich, wo nur ein Fahrstreifen pro Richtung überquert werden muss“) und b) erst recht keinen regenbogenbunten („Da die StVO keine derartigen farblichen Markierungen vorsieht und (…) aufgrund der Ähnlichkeit mit einem regulären Fußgängerüberweg aber Missverständnisse (…) nicht ausgeschlossen werden könnten, ist aus Verkehrssicherheitsgründen das Aufbringen einer solchen Markierung auf der Fahrbahn ausgeschlossen.“). Was denkbar wäre: Farbliche Markierungen auf Mittelinseln. In diesem Fall wäre aber, natürlich, jemand anderes zuständig: das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg. Pong.
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Real & Diverse - Fotoausstellung im Metropol am Nollendorfplatz
Julian von Schumann begleitete in seiner 11-jährigen Karriere über 30 internationale Künstler*innen.
Die Ausstellung gibt einen tiefen Einblick in die afrikanische Musikszene und die Identität der Musiker*innen. Die Energie und Emotion der Musik springt unmittelbar auf den Besucher über. Nur noch bis zum 1. August! www.realanddiverse.berlin
Wird alles anders auf dem Alexanderplatz? Zumindest klingt die aktuelle Veranstaltungsausschreibung so, als könnte Berlins Büdchenhochburg ihr Image im kommenden Jahr aufpolieren. Der Bezirk Mitte will ein Angebot „in verbesserter Qualität“ schaffen, „das der Bedeutung des Ortes im Herzen der Stadt gerecht wird“. Bewerbungen sind bis zum 13. September unter veranstaltungen@ba-mitte.berlin.de einzureichen. Erwünscht sind Veranstaltende, die „in der Lage sind, neue Veranstaltungsformate zu kreieren, die thematische Bezüge zu Berlin aufweisen“ und „mit möglichst wenig Ständen ohne Veranstaltungsbezug und mit möglichst wenig Ständen mit rein kommerziellem Bezug“ auskommen. Wir werden ihn nicht wiedererkennen.
Große Ideen beginnen manchmal ganz klein und werden mitunter etwas krude. Das Projekt „Eine Million Pfandflaschen“ der Berliner Friedensburg-Oberschule zum Beispiel begann mit zwei Pfandflaschen im Papierkorb. Eine Lehrer-Schüler-Debatte später war die Idee für eine Benefizaktion geboren. Der Plan: So viel Leergut sammeln, bis ein Schulbau am Kilimandscharo finanziert werden kann. Das war vor mehr als zehn Jahren.
Und heute? Besetzt Werner Schön, schon damals verantwortlicher Lehrer, die Pohlstraße / Ecke Kluckstraße und baut dort einen Kindergartenprototypen. „125.000 Flaschen im Wert von 25.000 Euro haben wir zusammen. Eigentlich wäre ich gerade in Tansania und würde das Projekt umsetzen! Aber das geht aus bekannten Corona-Gründen nicht“, sagt er dem Checkpoint. Deshalb steht jetzt hier eine „Biotoilette“ mit „Elektronik unter der Scheiße“, die zeigen soll, wann die Konstruktion „geleert werden muss“. Dazu ein Duschsack, eine Solarzelle und eine Windturbine, Steckdosen, USB-Adapter und ein Lautsprecher für Musik.
Ein Tisch und ein paar Stühle werden für Nachbarschaftsfeste, die mit weißer Farbe auf der Straße angekündigt werden, genutzt. Es sei Platz für „alle, die kommen“. Schön zufolge waren das in den vergangenen Tagen meist „Ordnungsamt und Polizei“. Morgen, sagt er, soll all das geräumt und für die gesamte Beseitigung eine Rechnung von 7.000 Euro gestellt werden. Heute wollen uns Polizei und Bezirksamt mitteilen, ob das stimmt. Für eines zumindest hat Schön gesorgt: Die Toilettenkonstruktion steht extra auf Rollen, „damit die BSR nicht so viel Arbeit hat“.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Mehrfach hat Berlin dem Bund angeboten, Geflüchtete aus Griechenland aufzunehmen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CHRISTLICH-Soziale Union) verbietet das nun aus „rechtlichen Gründen“, die er nicht weiter benennt. Dazu – sollten Sie das zufällig lesen, Herr Seehofer – ein kurzes Zitat aus der Bibel (2. Brief an die Korinther): „Wenn nämlich der gute Wille da ist, dann ist jeder willkommen (…).“
Berlin bleibt ignorant. Zumindest der partyfeiernde Teil. In zwei Parkanlagen hat die Polizei in der Nacht zu Mittwoch mit 120 Einsatzkräften größere Menschenansammlungen aufgelöst. Im Volkspark Friedrichshain, wo sich rund 250 teils stark betrunkene Jugendliche aufhielten, warfen Unbekannte vereinzelt Flaschen in Richtung der Beamten. In der Hasenheide waren bis zu 1.200 Menschen. „Es wurde Musik abgespielt und die Abstände zueinander nicht eingehalten.“ Es kommentiert Peter Fox: Berlin, du kannst so hässlich sein.
Die Berliner Corona-Ampel bleibt Grün-Grün-Rot. Die bestätigten aktiven Fälle sind (um 79 neue) auf 384 gestiegen. Der R-Wert liegt mit 1,3 weiter im Risiko-Bereich.
Gibt’s in Berlin eigentlich einen Plan für den Fall einer möglichen Schutzimpfung gegen Covid-19? Das wollten die CDU-MdAs Stephan Lenz und Tim-Christopher Zeelen wissen. Dazu der Senat: „Anders als etwa im Falle eines terroristischen Anschlages mit biologischen Agenzien, bei dem die Notwendigkeit einer Massenimpfung darin bestehen kann, eine große Zahl von Menschen innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne im Zuge einer Postexpositionsprophylaxe impfen zu müssen, besteht diese Erfordernis im Zusammenhang mit der Coronapandemie aller Voraussicht nach nicht. Hier kann auf die etablierten Strukturen des ambulanten Gesundheitssektors zurückgegriffen werden.“ Na immerhin.
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„Sag mir, ob du klagst und ich sage dir, wo du wohnst“: In weit mehr als 10.000 Fällen haben Berliner Eltern für das kommende Schuljahr versucht, für ihre Kinder eine andere (als die ihnen vom Bezirksamt zugewiesene) Schule zu finden. Rund 1.750 Mal wurde Widerspruch eingelegt oder geklagt, wenn Wechselwünsche nicht berücksichtigt wurden. Berliner Klassenkampf.
Weniger als zwei Wochen vor dem Schulstart wird in Berlin eine Maskenpflicht vorbereitet, „die auf dem Schulflur, in Treppenhäusern, Begegnungszonen, Pausenflächen und Gemeinschaftsräumen“, nicht aber „im Unterricht, in Arbeitsgruppen und in den Horten“ gelten soll. Insbesondere Grundschulleiter verweisen darauf, dass eine Umsetzung nicht realistisch sei – „auch nicht auf den Fluren“.
Seit ziemlich genau drei Wochen kontrolliert die BVG die Maskenpflicht in Berlins Bussen und Bahnen selbst. Eine Checkpoint-Anfrage zeigt die erste Zwischenbilanz: Insgesamt wurden ca. 30.000 Fahrgäste ohne ordnungsgemäß angelegten Mund- und Nasenschutz „angetroffen und auch angesprochen, daraufhin wurden dann Masken angelegt“. Ca. 1.300 Masken wurden an Fahrgäste verteilt. Ca. 100 Fahrgäste konnten ein Attest vorweisen oder „glaubhaft darlegen, dass sie eins besitzen“. Ca. 80 Mal wurden die Sicherheitsbeschäftigten bedroht oder beleidigt. Ca. 200 Vertragsstrafen in Höhe von 50 Euro werden erhoben. Ca. klingt das so, als würde die Aussicht auf Strafen durchaus ein bisschen Wirkung zeigen.
Der Berlkönig fährt auch im Sommer weiter durch Nacht und Wind: BVG und ViaVan haben ihre Kooperation bis mindestens Ende Oktober 2020 verlängert. Die Verhandlungen über die „längerfristige Zukunft“ und „die Ausweitung des Services in die Außengebiete“ gehen derweil weiter. Viele Diskussionen mit Müh und Not. Auf dass das Angebot nicht bald ist tot.
Noch lebt der Mietendeckel! Trotzdem will der Senat einen alten Klassiker neu auflegen: Der Mietenspiegel 2021 kommt! Die offizielle Begründung: Weil „nicht alle Wohnungen vom Mietendeckelgesetz erfasst“ sind.
„Kaum noch landeseigene Wohnungen für viele Normalverdiener in Berlin“, schreibt die Berliner Morgenpost. Die neue Fassung des Kooperationsvertrages „Leistbare Mieten, Wohnungsneubau und soziale Wohnraumversorgung“ soll vorsehen, dass die sechs Wohnungsbaugesellschaften künftig zwei von drei Wohnungen an Menschen mit Wohnberechtigungsschein vergeben. Bei Neubauten sollen drei Viertel an Menschen mit geringem Einkommen gehen.
Das heutige Wohnungsmarktbeispiel kommt aus der Paul-Robeson-Straße 43 in Prenzlauer Berg. In einer Ausschreibung für eine Dreizimmer-Altbauwohnung heißt es: „Vor dem Hintergrund des Berliner Mietendeckels wird als Zahlbetrag bis auf Weiteres nur eine Nettokaltmiete von 610,15 Euro gefordert werden. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die vorstehend angegebene Nettokaltmiete in Höhe von 1.399 Euro diejenige Miete ist, welche im Mietvertrag vereinbart werden wird.“ Die Besichtigungswarteschlange erreicht sicher trotzdem Netzpythonniveau (Jap, die gilt als längste der Welt).

Das Projekt @wasihrnichtseht macht Rassismuserfahrungen von Schwarzen sichtbar. Wir machen das durch eine Kooperation an dieser Stelle auch.
Der heutige Mohrenstraßenumbenennungsbeitrag kommt von SPD-Bundesjustizministerin Christine Lambrecht. Sie finden den Vorschlag einer Fritz-Bauer-Straße „total spannend“ (Q: Cicero). Der Jurist, der aus einer jüdischen Familie stammte, setzte sich dafür ein, beim ersten sogenannten Auschwitz-Prozess das SS-Wachpersonal in dem Vernichtungslager vor Gericht zu stellen.
In Treptow-Köpenick ist eine Straßenbenennung bereits unproblematisch geglückt: Die zwischen dem Hederichweg und der Springbornstraße gelegene Straße 207 heißt jetzt Bohnenweg.
Düsseldorf ist das neue Berlin und Gelb das neue Rot. Oder so ähnlich. Zumindest hat die FDPlerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann in Düsseldorf ihre neue Kampagne zur Kommunalwahl vorgestellt. Der Slogan: „Düsseldorf verstehen“. Und das kennen wir? Richtig, von Klaus Wowereit und der Abgeordnetenhaus-Wahl 2011. Da wollte er bereits „Berlin verstehen“. Und damit lag die Latte eigentlich auch schon maximal weit oben.
Nicht-mehr-FDPler-MdA Marcel Luthe hat sich via Senatsanfrage nach dem „Gebührenaufkommen für polizeiliches Handeln“ erkundigt. Fazit: Seit 2017 ist der mit Abstand häufigste Grund für einen Gebührenbescheid die „Kfz-Umsetzung“. 65.038 waren es 2019.
Wir haben ihn gefunden! Den immer wieder neu verwendbaren und allgemeingültigen Berlin-Ping-Pong-Verwaltungssatz (in diesem Fall in einer Anfrage von FDP-MdA Thomas Seerig zur Reform des Landesgleichberechtigungsgesetzes). Und da ist das Ding: „Wegen der Abhängigkeiten von anderen Instanzen und der Komplexität der zu regelnden Inhalte sind Beeinflussungen und Verschiebungen leider nicht immer zu vermeiden.“
Noch ein Satz vom Kollegen Peter von Becker zum „Tag der Freundschaft“: „Man kann nicht alle Menschen lieben. Doch ein Menschfreund, eine Menschenfreundin zu sein, ist schon was.“ (den passenden Text dazu lesen Sie heute im Tagesspiegel)
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Ich kenne Frauen, die nach der Wiedervereinigung fünf verschiedene Weiterqualifizierungen durchmachen mussten, um schließlich in der Frührente zu landen.“
Gewerkschaftlerin Iris Kloppich im Tagesspiegel Einheits-Podcast „Sind wir uns einig?“. Die dritte Folge beschäftigt sich mit der Einheit im Osten. Unter anderem diskutieren: die Autorin Constanze John und Zwickaus früherer Bürgermeister Rainer Eichhorn. Jetzt überall, wo es Podcasts gibt.
Tweet des Tages
Späti Dude: ‚2 Jägi dies das, was kostet der kleine?‘ Ich: ‚Soll ich gucken?‘ Er: ‚2,50. Geht auf meinen Nacken.‘ Ich: ‚Ehrenmann.‘ Er: ‚Denk an mich, wenn du trinkst.‘ Glaube, wohne nur noch wegen der Späti Talks in dieser Stadt.
Stadtleben
Lesereise – Die Tegeler Bücherstube entführt in die Hitze Marokkos: Christine Mangans „Nacht über Tanger“ (Heyne Verlag, 2018) versetzt seine Leser_innen in die Fünfziger Jahre. Zwischen Kulturschock, Schweißperlen und brodelnden Märkten treffen sich die Studienfreundinnen Alice und Lucy – doch schon bald wird aus Reise Ernst und aus Beziehung Zwang: „Als ihr Mann verschwindet, wird immer deutlicher, dass Alice von ihrer dominanten Freundin gesteuert und manipuliert wird. Ein atmosphärischer und beklemmender Roman über eine obsessive Frauenfreundschaft, der an die besten Zeiten von Patricia Highsmith erinnert.“
Urlaub ganz nah – Wer ein bisschen Marokko in Berlin erleben will, sollte bei Habibi Interiors im Schöneberger Akazienkiez vorbeischauen (Eisenacher Straße 56, geöffnet Di-Sa 11-18 Uhr). Nicht ganz so wuselig wie auf einem der berühmten Märkte, kann man sich dort ganz in Ruhe zwischen traditionell marokkanischen Fliesen mit bunten, verschnörkelten Mosaiken, gemusterten Lampen und gemütlichen Kaminen verlieren und sich in die Kulissen des Buches hineinträumen.
Mehr Ideen für den Urlaub vor der Haustür finden Sie auf tagesspiegel.de.
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Sie möchten sich sinnvoll engagieren, aber wissen nicht wo? Unser Newsletter „Ehrensache“ informiert Sie jeden Monat über die vielfältigen Möglichkeiten des Engagements, Charity und Ehrenamt in der Hauptstadt. Außerdem: Nachrichten rund um alles, was Ehrenamtler in Berlin und Brandenburg beschäftigt. Anmeldung unter: ehrensache.tagesspiegel.de

Essen – Bei wem der Gedanke an Marokko auch gleich kulinarische Sehnsüchte hervorruft, der kann im israelischen Restaurant Yafo in Prenzlauer Berg (Gormannstraße 17B, U-Bhf Rosenthaler Platz) superleckeren Hummus mit fluffigem Pitabrot schlemmen. Besonders gut ist auch die gebackene Aubergine mit Tahina, fruchtiger Tomatensoße, Chili und gekochtem Ei (11 Euro). Wer es ein wenig deftiger mag, kann sich das hausgemachte arabische Moussaka mit Lamm und Joghurtsoße schmecken lassen (13 Euro). Gegessen wird an Holztischen mit zusammengewürfelten Polsterstühlen, von der Decke hängen Pflanzen und gespielt wird – lustigerweise – mitunter italienische Musik. Geöffnet: tgl. 12-3 Uhr (Foto: Vivien Krüger)
Das ganze Stadtleben – mit täglich neuen Ideen für den spontanen Urlaub vor der Haustür – gibt's mit Tagesspiegel-Plus-Abo.
Rausfahren – Ein Spaziergang von Berlin nach Potsdam ab der Glienicker Brücke durch den Neuen Garten ist immer einen Ausflug wert. Da der Eingang über die Schwanenbrücke aktuell geschlossen ist, geht es über die „Brücke zum Schlosspark Cecilienhof“ (Seestraße 22) in den Park. Rechts die Havel, links der Heilige See: So können Sie sich Ihren eigenen Pfad durch die verästelten Wege in Richtung des geschichtsträchtigen Schloss Cecilienhof suchen (hier gibt es auch einen Parkplatz). Aktuell ist das Schloss im Rahmen der Sonderausstellung „Potsdamer Konferenz 1945 - Die Neuordnung der Welt“ geöffnet (Di-So, 10-17.30 Uhr, von Potsdam Hbf mit der Tram 96 bis Nauener Tor und dann den Bus 603 bis Schloss Cecilienhof). Tickets kosten 14/10 Euro und können hier online gekauft werden – oder gewinnen Sie zwei Tickets für heute (Zeitslot 16.15 Uhr) bei uns (bis 12 Uhr).
Trinken – Nur einige Gehminuten vom Schloss entfernt lohnt es sich, einen kleinen Stopp in der „Meierei“ (Im Neuen Garten 10, geöffnet Mi-So, 12-20 Uhr) einzulegen und im Biergarten ein kühles Bier aus der hauseigenen Brauerei mit Blick auf den Jungfernsee zu schlürfen (Hausbier „Meierei Hell“, 0,5l für 4 Euro). Außerdem gibt es das monatlich wechselnde „Meierei Spezial“-Bier, das saisonal ausgerichtet ist. Zum Frischgebrauten gibt es selbstverständlich auch deftige Brauhausküche mit Eisbein und Biergulasch (etwa 14 Euro, hier geht’s zur Karte). Die Anfahrt ist übrigens neben Auto und Bus auch mit dem Potsdamer Wassertaxi möglich, alle Informationen finden Sie hier.
Karten sichern – Umashankar Manthravadi hat als Klangarchäologe experimentelle raumgreifende Soundsysteme entwickelt, um die akustischen Eigenschaften antiker und mittelalterlicher Aufführungsorte in Indien zu vermessen. Im Mittelpunkt der Ausstellung „A Slightly Curving Place“ im HKW (John-Foster-Dulles-Allee 10) steht eine ambisonische Kuppel, die aus 21 Lautsprechern besteht und ein dreidimensionales Klangfeld erzeugt. Es geht um ein vielstimmiges, räumlich inszeniertes Hörstück und eine Videoinstallation, die Beiträge aus Literatur, Choreografie, Komposition, Tanz, Schauspiel, Musik und Sounddesign zusammenbringen. Geöffnet: Mi-Mo, 14-20 Uhr, der Eintritt ist frei.
Last-Minute-Tickets (ein Tipp von Ticket-Kollege Ingolf Patz) – „He knocked me out!”, lautet Pat Methenys Urteil über denGitarristen Uwe Kropinski. Nie zuvor war er von einer Solo-Performance so beeindruckt gewesen. Heute begibt sich Kropinski für zwei Sets (19.30 und 21.30 Uhr) solo auf die Bühne des Schöneberger Zig Zag Jazzclubs (Hauptstraße 89, Bhf. Innsbrucker Platz). Der einst beste Jazz-Gitarrist der DDR hat seinen einzigartigen Spielstil immer weiter perfektioniert: Einem Cellisten gleich hält er die Gitarre zwischen den Oberschenkeln, vereint Klassik-, Flamenco- und Jazzgitarre und traktiert sein Instrument extrem perkussiv: Begriffe wie „Fusion“ oder „Crossover“ greifen bei Kropinski immer zu kurz. Der Eintritt ist auf Spendenbasis, Sitzplätze können hier reserviert werden.
Insel-Check
Team Checkpoint hat die Segel gehisst und alle Berliner Inseln besucht – es sind mehr als 50. An dieser Stelle und auf Instagram stellen wir Ihnen täglich eine davon vor. Und oben drauf gibt’s unser Inselquartett – zum Ausschneiden für lange Autofahrten in den Ferien und Sommer-Sehnsucht im Winter.
-chen und -lein machen alle Dinge klein. Das gilt für Werderchen allemal. Die Insel in der Dahme zwischen Schmöckwitz und der bewaldeten „Windecke“ südlich von Müggelheim ist etwa eine Gehminute lang und kaum breiter als eine Baumreihe. Die Ruine einer hellgrünen Holzhütte kündet von ehemaliger Besiedlung. Neuer ist der Wegweiser, der Richtung Eisenhüttenstadt zeigt: 81,5 Kilometer, durch den Seddinsee und dann immer dem Oder-Spree-Kanal nach. Dass Werderchen sich überhaupt über Wasser hält, verdankt die Insel einer Laune der Natur, die im Schmelzwasser der letzten Eiszeit hier Material abgelagert hat.
Text: Stefan Jacobs
Berlin heute
Verkehr – Buschkrugallee (Britz): Hier beginnen um 8 Uhr Bauarbeiten, weswegen der rechte Fahrstreifen stadteinwärts zwischen Parchimer Allee und Havermannstraße bis Anfang November gesperrt ist.
Großbeerenstraße/ Marienfelder Allee (Marienfelde): Hier kommt es wegen Sanierungsarbeiten der Bahnbrücke (ab 9 Uhr) bis Ende September in beiden Richtungen zwischen Daimlerstraße und Belßstraße zu Fahrstreifenreduzierungen.
Kantstraße/ Joachimsthaler Straße (Charlottenburg): Wegen einer Kundgebung (s.u.) kann es zwischen 13 und 16 Uhr dort zu Verkehrseinschränkungen kommen.
S3 und S9: Diese Linien sind in der Nacht von 22 bis 1.30 Uhr zwischen Alexanderplatz und Friedrichstraße eingestellt. Fahrgäste können auf die S7 umsteigen.
Demonstration – Unter dem Motto „Kundgebung zum Erhalt der Standorte und Arbeitsplätze von Karstadt Sport bundesweit“ demonstrieren etwa 300 Menschen von der Filiale am Kranzlereck bis zur Kantstraße 164 (13-16 Uhr, angemeldet von verdi). Auf der Admiralbrücke in Kreuzberg protestieren etwa 100 Teilnehmende bei der Kundgebung „Warum #leavenoonebehind? Wir möchten die Aufmerksamkeit auf diese Initiative und damit auf die Situation von Geflüchteten auf den griechischen Inseln lenken“ (16-19 Uhr, angemeldet von borderline europe – Menschenrechte ohne Grenzen e. V.). Die „Videokundgebung gegen Zwangsräumung und Verdrängung“ findet mit 100 Teilnehmenden in der Neuköllner Weisetraße 56 von 20-22 Uhr statt.
Gericht – Weil sie einen Polizisten attackiert haben sollen, müssen sich drei Männer verantworten. Die 24- bis 28-Jährigen sollen einen Beamten, der sie wegen eines Verkehrsgeschehens angesprochen hatte, in den Schwitzkasten genommen, gewürgt und getreten haben (9.45 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 101).
Berliner Gesellschaft
Geburtstage – Felix Bartels (24), „Alles Liebe und Gute zum Geburtstag von Mama und Papa und deinen Geschwistern“ / Nikolai Kinski (44), Schauspieler / „Alles Liebe für meine Freundin (immer da, auch in der Coronazeit) Christel Klapötke, herzlich, Annemarie Christ“ / Dietrich Lehmann (80), „Kabarettist und Regisseur am Grips-Theater. Es gratuliert ein alter Hilchenbacher.“ / Basti Morsch (45), „Sounddesigner, Glückwünsche von allen Cineasten, möge er uns noch viele wunderbare Hörerlebnisse im Kino schenken!“ / Irene Ruttmann (87), Schriftstellerin / Ingo Schmitt (63), Jurist und ehemaliger Landesvorsitzender der CDU / Luke Sikma (31), Basketballspieler bei Alba Berlin / Julia Stern (26), „Alles Liebe zum Geburtstag und viel, viel Erfolg am Samstag. Alle verfügbaren Daumen sind von allen gedrückt!“ / Pascale Taube (56), „Herzenskönigin und Chef-Sprecherin des AMA Verbandes für Sensorik und Messtechnik“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Barbara Beier, * 21. April 1941 / Elisabeth Ebeling, * 15. Oktober 1946, Schauspielerin / Johannes Siebner SJ, * 24.08.1961, Pater
Stolperstein – Paula Hirschfeld (Jhg. 1871), geboren in Posen (heute Poznań), lebte gemeinsam mit ihrem Ehemann Hermann und ihrem Sohn Theodor zunächst am Augusta Ufer 15, dann am Markt 11 in Spandau. Sie wurde am 14. September 1942 von Berlin nach Theresienstadt deportiert und starb am 30. Juli 1943. Die unmenschlichen Lebensumstände im Lager sollen zu ihrem Tod geführt haben. Ihr Sohn Theodor wurde 12 Tage nach der Deportation seiner Mutter nach Lettland verschleppt und dort sofort nach seiner Ankunft ermordet.
Encore
Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Letzter Aufruf für unseren dieswöchigen Checkpoint-Tauch-Jackpott! Wir bieten: einen original Union-Stadionbauer-Helm PLUS eine private Führung mit der ganzen Familie beim „Verein Historisches Spielzeug Berlin“ (samt Kaffee und Kuchen für alle). Und jetzt sind Sie gefragt: Was bieten Sie? Alles ist möglich: materielle und ideelle, kollektive und individuelle, nützliche und sinnlose Angebote. Schreiben Sie uns (bis 16 Uhr) an checkpoint@tagesspiegel.de.
Dieser Checkpoint wurde unterstützt von Vivien Krüger (Stadtleben) und Kathrin Maurer (Produktion). Ich selbst tausche meine Nachtschicht morgen mit Julius Betschka. Machen Sie's gut!