Gut möglich, dass die Ampel nun tatsächlich als unbeliebteste Bundesregierung aller Zeiten in die Geschichte eingeht. Und das liegt nicht nur an den zehrenden Zankereien der vergangenen Monate, sondern auch an den tiefen Augenringen der vergangenen Tage. Die gesammelte Politblase dieses Landes (inkl. uns) hatte nach der langen US-Wahlnacht höchstens ein paar Stunden Schlaf bekommen (wenn überhaupt) und in Sachen Ampel hofften viele auf den Sieg der Vernunft – die können doch nicht heute…?!
Oh doch, sie können. Und das ist wohl das deutlichste Zeichen dafür, dass es nun wirklich nicht mehr ging: Wenige Stunden nach dem Big Bang in den USA gab es in Deutschland gestern (frei nach dem großen Philosophen O. Scholz) den nächsten Wumms.
Kurzzusammenfassung:
+ Bundeskanzler Scholz entlässt Finanzminister Lindner. Nachdem Lindners Forderung nach Neuwahlen direkt in den Livetickern der Nation gelandet war, hatte Scholz dem Vernehmen nach genug: In einem offenbar vorbereiteten Statement warf er Lindner Verantwortungslosigkeit und Egoismus vor. Alle FDP-Minister traten daraufhin zurück. „Es gibt keine Vertrauensbasis für die weitere Zusammenarbeit“, sagte Scholz. Dem würden vermutlich ausnahmsweise alle Partner zustimmen.
+ Scholz will die Vertrauensfrage im Januar im Bundestag stellen, um den Weg für Neuwahlen für Ende März freizumachen. Über diesen Zeitpunkt wird in den kommenden Tagen sicher noch zu diskutieren sein.
So oder so hat der Ampel-Wumms in Berlin noch einen anderen Effekt: Zum dritten Mal in weniger als vier Jahren wird hier eine Bundestagswahl stattfinden. Die Wahl 2021 musste bekanntlich teilweise wiederholt werden. Macht inklusive der Wiederholung der AGH-Wahl und Europawahl fünf Wahlen und einen Volksentscheid seit September 2021. Es kommentiert Checkpoint-Gastautor Konfuzius: Übung macht den Meister.
Was der Regierende Bürgermeister Kai Wegner und seine Stellvertreterin und Vorgängerin Franziska Giffey dazu sagen, können Sie hier nachlesen.
Weiter Leseempfehlungen zum Ende der Regierung:
+ Ampel-Aus mit Ansage: So eskalierte Lindner in den letzten Regierungstagen.
+ Was nun, Herr Scholz? Wie der Kanzler auch ohne Mehrheit erst einmal weitermachen will.
+ Perfide oder schlau? Christian Lindners doppelbödige Taktik.
+ Eine brutale, aber notwendige Scheidung, kommentiert Tagesspiegel-Chefredakteur Christian Tretbar.
Und zur US-Wahl empfehle ich Ihnen folgende Artikel:
+ Trump gewinnt die US-Wahl: Das kommt auf Deutschland zu.
+ Der ehemalige deutsche Botschafter in den USA Wolfgang Ischinger im Interview: „Man muss Donald Trump umarmen“
+ Warnungen vor Wahlmanipulation: Ging bei der US-Wahl alles mit rechten Dingen zu?
+ Viele Amerikaner sind hässlichen Impulsen verhaftet“: Trump siegt erneut – wie konnte das passieren?
Und damit zurück nach Berlin – zumindest kurz.
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Die Zero Waste Aktionswochen sind da! Vom 21. Oktober bis 24. November lernst Du, wie bewusst Ressourcen gespart werden können, indem Du locker easy Deinen Verbrauch reduzierst. Ganz nach dem Motto: Weniger ist mehr Innovation. Sei erfinderisch. Jetzt vorbeischauen auf:
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Regierender Bürgermeister ist schon ein traumhafter Job (wenn Sie noch Zweifel haben, fragen Sie mal Franziska Giffey). Für sechs Tage fliegt Kai Wegner am Sonntag in die USA (ein möglicher Zusammenhang mit aktuellen Ereignissen kann ausgeschlossen werden). Es geht nach New York, Boston und Los Angeles, besucht werden verschiedene Firmen und mögliche Partner, vor allem aus der Gesundheitsbranche und zum Thema Stadtentwicklung. Mit dabei: eine Wirtschaftsdelegation bestehend aus 50 bis 60 Leuten (je nach Standort).
Und weil sie bekanntlich die Regierende der Herzen ist, kommt Franziska Giffey einfach auch mit (nur nach Boston) und bringt wie Wegner fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit. Gesundheitssenatorin Ina Czyborra bleibt lieber am Boden und schickt ihren Staatssekretär Henry Marx (und zwei Mitarbeiter).
Mathe mit dem Checkpoint: Macht 15 Leute auf Kosten des Landes Berlin (die Wirtschaftsdelegation zahlt selbst, Wegners drei Personenschützer das LKA). Laut Senatssprecherin Christine Richter (die auch mitkommt) entstehen dem Land Berlin Kosten in Höhe von 123.000 Euro.
Ob sich das lohnt? Das schauen wir uns lieber aus der Nähe an: Ich begleite die illustre Runde und schaue mal, ob Wegner ähnlich viel Glamour mit zurückbringt wie einst Klaus Wowereit. Diese und andere Geschichten gibt’s hier ab Montag täglich. Es wird ganz sicher: ein Traum.
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Berlin feiert 35 Jahre Mauerfall
Feiern Sie mit! Erleben Sie eine vier Kilometer lange Open-Air-Installation aus historischen und neuen Plakaten, Ausstellungen und die größte Band Berlins mit dem Soundtrack der Freiheit.
Singen Sie mit und halten Sie die Freiheit hoch!
Alle Infos auf mauerfall35.berlin
Zur heutigen Frage für Berlinkenner: Welche Politikerin hat neuerdings den weitesten Weg von ihrem Wohnort zu ihrem Wahlkreis? Ok, das muss man nicht wissen, kann es aber vielleicht erraten… und richtig: Es ist Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch, Vorsitzende der CDU Wuhletal, die in Marzahn-Hellersdorf (Wahlkreis 5) das Direktmandat geholt hat, aber nach den Sommerferien mit Sack und Pack nach Spandau gezogen ist. Durchschnittliche Autofahrzeit (tagsüber): 90 min. Im Newsletter „Kurz notiert“, den sie gemeinsam mit Mario Czaja herausgibt, hat sie gerade eine Dienstreise in den neuen fernen Osten angekündigt: Am 11.11. will Kathi I. bei einem Kinderumzug zum Martinstag „den Abendhimmel in warmes Laternenlicht tauchen“ (romantischer wird’s hier heute nicht mehr). Start 16:45, die Route finden Sie hier unter diesem Link.
Dazu stellt sich die Frage: Sollten Politiker in ihrem Wahlkreis wohnen?

Berlins gescheitertster Politiker (nicht zu verwechseln mit Berlins gescheitestem Politiker; Checkpoint-Ausschreibung läuft) ist Andreas Otti, AfD-Fraktionschef in Spandau: Auch beim 28. Versuch ließ ihn die Mehrheit der BVV bei der Wahl zum Ordnungsstadtrat durchfallen (die AfD hat das Vorschlagsrecht; das Amt wird kommissarisch von der CDU-Politikerin Tanja Franzke geleitet) – das ist Berliner Weltrekord. Immerhin hat die AfD sich damit den Titel „Durchfallmeister“ gesichert.
Und womit ist Frau Franzke in Vertretung des Durchfallmeisters so beschäftigt? Zum Beispiel mit der Drucksache 0479/XXI, also dem „Prüfantrag Wasservögel“. Die BVV hatte im Januar auf Antrag der Tierschutzpartei beschlossen, dass sich das Bezirksamt mit der Möglichkeit des Aufstellens von Hinweisschildern am Kladower Promenadenhafen zum Verbot der Fütterung von Schwänen, Enten und Wasservögeln im Allgemeinen zu befassen hat. Zehn Monate später ist der Bericht immer noch nicht da, und hier erklärt uns Frau Franzke, woran das liegt:
„Durch die Beteiligung einer Schulklasse an der grafischen Gestaltung der Schilder stellt sich die Suche nach geeigneten Motiven bzw. deren Kreation schwieriger dar als geplant.“
Es kommentiert Herbert Grönemeyer: „Die Welt gehört in Kinderhände, dem Trübsinn ein Ende. Wir werden in Grund und Boden gelacht. Kinder an die Macht.“
Mehr Kindereien und Ernsthaftigkeiten aus Spandau bekommen Sie verlässlich jeden Dienstag per Newsletter von André Görke serviert – bestellen können Sie ihre Bezirksnachrichten hier unter diesem Link.
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Ein Dokumentartheater-Blockbuster über die Versicherungen hinter den Versicherungen! In der Performance Matrix Reinsurance taucht das Markus&Markus Theaterkollektiv tief ein in die Welt von Rückversicherungen. Hier werden unsere täglichen Risiken abgewogen, Gefahren lokalisiert – Realität konstruiert. Was wissen wir eigentlich über dieses Geschäft mit dem Risiko? 07.-10.11.
Sophiensæle, Berlin
Ein ungewöhnlicher Hilferuf: Der Landesschülerausschuss warnt vor der Radikalisierung in der Berliner Schülerschaft. Dem hohen Gesprächsbedarf von Schülern in Bezug auf den Nahostkonflikt werde an Schulen oft nicht entsprochen, heißt es in einem Positionspapier, das dem Checkpoint vorliegt. Zudem sei „zu beobachten, wie gezielt Gruppierungen aus dem rechtspopulistischen und rechtsextremen Spektrum versuchen, Jugendliche für ihre menschenfeindliche und diskriminierende Ideologie zu gewinnen“. Das höchste Schülergremium, derzeit geleitet von Orcun Ilter, fordert deshalb mehr Einsatz in der Extremismusprävention, eine stärkere Präsenz der Landeszentrale für politische Bildung in den Sozialen Medien und einen Runden Tisch mit den Senatsverwaltungen für Bildung sowie für Vielfalt und Antidiskriminierung.
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Die Europäische KI-Verordnung löst politische Debatten aus: Standardsetzung europäischer Werte vs. Regulierungswut aus Brüssel. Im GovCast diskutiert Faruk Tuncer die Einordnung der KI-Verordnung, die geostrategische Position und Wettbewerbsfähigkeit Europas und die Zukunft der Grünen mit Sergey Lagodinsky, Mitglied EU-Parlament Grüne/EFA Fraktion.
Zum GovCast
Und noch ein paar Leseempfehlungen:
+ „Ich hab‘ ein bisschen Angst.“ Das sagen Berlinerinnen und Berliner am Morgen danach zum Wahlsieg von Donald Trump.
+ Gröner Group ist pleite: Warum der Bauunternehmer Christoph Gröner einen Insolvenzantrag stellt.
+ Volleyball-Paar Ruben Schott und Elle Sandbothe: Ihre Liebe war stärker als der Schicksalsschlag.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Und wenn Sie jetzt das Gefühl haben, die Welt ist komplett verrückt geworden, dann können wir nur sagen: stimmt. Beweis? Bitteschön:
Die Berliner Sparkasse weigert sich, in Deutschland eingesammelte Spendengelder in die Ukraine zu überweisen. No shit.
Wie Sie vermutlich schon mitbekommen haben, feiert der Checkpoint in ein paar Wochen 10-jähriges Jubiläum (Champagner steht schon kalt!). Zu diesem Anlass suchen wir Menschen, die Berlin verlassen haben oder (warum auch immer) noch nie in Berlin gelebt haben. Warum lesen Sie den Checkpoint? Warum verfolgen Sie Berlin-Nachrichten? Wie schauen Sie aus der Ferne auf die Stadt? Schreiben Sie uns an checkpoint@tagesspiegel.de. Wir sind gespannt.
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Die Akademie der Künste bringt Werke von historischer und gegenwärtiger Bedeutung zusammen. Aufgeführt werden Kompositionen von Arnold Schönberg und Ursula Mamlok. Sie waren in den 1930er-Jahren ins Exil in die USA gegangen.
Kioomars Musayyebi fügt Solo-Sets mit klassischer persischer Musik auf der Santur ein. Steffen Mensching liest Texte zu 1938 und 1989.
Hier Tickets reservieren
Das ist mal ein guter Trick: Zum Jahrestag des Mauerfalls am Sonnabend die Stadt so abzusperren, dass niemand mehr von Ost nach West kommt.
Alle Sperrungen gibt es hier, das Programm hier. Und das Reenactment mit Pylonen (zu sehen hier) gibt dem Ganzen den besonderen Berlin-Anstrich.
Kommen wir zu den positiven Nachrichten (ja, es gibt sie noch!):
Der Weihnachtsbaum ist unbeschadet am Breitscheidplatz angekommen. Das war nicht immer so (Kenner und Genießer erinnern sich an die berühmte Schrotttanne). Diesmal ist es eine 18 Meter hohe Douglasie aus Lichterfelde. Hoffen wir, dass nicht wieder jemand die Säge ansetzt.
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Halts Maul, Kassandra!
Das DT feiert 35 Jahre Mauerfall! Jürgen Kuttner und Tom Kühnel begeben sich auf die Spuren von Thomas Brasch, an dessen Schreiben und Leben ein halbes Jahrhundert Zeit- und Stadtgeschichte ablesbar wird. „Jemand, der auf der Mauer lebte, jemand, der unbestechlich und ein scharfer Beobachter und ein großer Dichter/Autor/Filmemacher war!“
Ab 23.11.2024, DT Bühne
deutschestheater.de
Wegen Personalmangels: Wegner will KI in der Berliner Verwaltung einsetzen (Details hier). Wir verkneifen uns jeglichen Kommentar über den Stand der Digitalisierung und bitten einfach mal Chat GPT um eine Einschätzung. Antwort:
„Der Einsatz von KI in der Berliner Verwaltung kann viele Vorteile mit sich bringen, aber es gibt auch Herausforderungen, die berücksichtigt werden müssen.“
Das hätten wir gerade noch allein hingekriegt.
Eskapismus hilft, wie gut, dass heute die 35. Berliner Märchentage beginnen. Bis zum 24. November finden unter dem Motto „Die Kosmische Ordnung – von Märchen bis Fantasy“ mehr als 600 analoge und virtuelle Veranstaltungen statt. Es lesen unter anderen Joe Chialo, Mario Czaja, Ina Czyborra, Bettina Jarasch und natürlich: Kai Wegner. Vorschläge, welche Märchen sie erzählen sollten, nehmen wir jederzeit entgegen unter checkpoint@tagesspiegel.de.
Neues aus der Serie „Nur in Neukölln“ (Staffel 8, Folge 11): Das hiesige Ordnungsamt hat offenbar das Vertrauen in den Rechtsstaat verloren – der zuständige Stadtrat Gerrit Kringel (CDU) erklärt uns jedenfalls die auffällig niedrige Zahl registrierter Bedrohungen und Attacken auf seine Mitarbeiter (24 im laufenden Jahr) in etwas holprigem Deutsch so:
„Diverse Angriffe werden gar nicht erst zur Anzeige gebracht, als die Erfahrung ist, dass die Gerichte diese oft nicht verurteilen.“
Tja, wieder eine Illusion weniger – wir hatten hinter der erfreulichen Statistik bis eben noch die international berühmte Freundlichkeit der Neuköllner vermutet.
Berlin hat einen neuen Vorsitzenden der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW): Der Erzieher Gökhan Akgün aus Kreuzberg wurde mit 92 Prozent der Stimmen gewählt. Seine Motivation: „Ich selbst habe meine gesamte Bildungsbiografie in maroden und schlecht ausgestatteten Brennpunktschulen verbracht.“
Da helfen nur noch Schmalzstullen. Der Ruderclub Tegel lädt am Sonntag zum 44. Crosslauf durch den Tegeler Forst. Zwischen 1,5 und 20 Kilometern stehen für verschiedene Altersgruppen verschiedene Streckenlängen zur Auswahl, und im Ziel gibt es – raten Sie mal! Und Tee und Kuchen. Startgebühr: 18 Euro/7 Euro für Jugendliche. Info und Anmeldung hier.
Zitat
„Habeck spricht von Ampel-Bruch“
Eilmeldung gestern Abend um 22.05 Uhr. Wir wünschen gute Besserung. Wie so ein Bruch in Berlin aussieht: hier ein Checkpoint-Klassiker.
Stadtleben
Verlosung – Sorry, aber für unsere heutige Verlosung müssen wir erst mal über Bedingungen reden: Wer mitmachen will, muss Alkohol und Milchprodukte mögen und vertragen und auch noch (etwas) Englisch können. Sie sind noch dabei? Dann könnte das Wein & Käse-Tasting (Termin am 14.11.) Sie sehr glücklich machen. Wir verlosen 1x2 Plätze! Im „Augusta“ gibt es (19-22 Uhr) erst eine Einführung in die Weinerzeugung und -verkostung, dann folgt der Praxisteil: fünf französische Weine und dazu passenden Käse, everything in english. Regulär kostet der Spaß 69 Euro pro Person. Carmerstraße 8, S-Bhf Savignyplatz
Essen & Trinken – Das „Jolesch“ ist nach einer vor Lebensweisheiten nur so strotzenden Dame aus einem Buch des österreichischen Schriftstellers Friedrich Torberg benannt. Das Restaurant, längst ein Kreuzberger Klassiker, feiert gerade seinen 30. Geburtstag. Die Karte läuft zweigleisig: Selbstverständlich gibt es ein ausgezeichnetes Wiener Schnitzel, es gibt Saftgulasch und amtlichen Tafelspitz in zwei Gängen. Aber auch ein paar Neuerungen wie die Steinpilzcremesuppe mit gefüllter Paprika und Apfelchutney. Zum Abschluss Pflicht: Apfelstrudel, Marillenknödel oder Kaiserschmarrn, auch glutenfrei. Mehr moderne Heimatküche in unserem Genuss-Spezial.Tägl. 17-22 Uhr, Muskauer Straße 1, U-Bhf Görlitzer Bahnhof
Noch hingehen – Ihre Großmutter hat Sandra Schindler ins erste Museum mitgenommen. Heute zeigt Schindler zeitgenössische Kunst mit einem Fokus auf Künstler:innen aus Berlin und Potsdam in ihrer Galerie – und das schon seit fünf Jahren. Sie möchte so den lokalen Nachwuchs stärken. Die Jubiläumsausstellung „Past Present Future“ (bis 23.11.) wirft einen Blick zurück und nach vorne: Zu sehen sind langjährig vertretene Kunstschaffende, andere sind neu dazugekommen. Anschauen kann man sich Werke u.a. von Sabine Wewer, Berit Mücke und Su Weiss, ein spannender Querschnitt. Mi/Sa 12-16 Uhr, Do/Fr 12-18 Uhr, Eintritt frei, Charlottenstraße 86, Potsdam
Berlinbesuch – Schon mal planen, wie Sie am Wochenende das Mauerfall-Gedenk-Jubiläum begehen? Neben den großen Events gibt es von Freitag bis Sonntag etliche kleinere Aktionen, Konzerte, Gespräche, Puppentheater ... Am Sonnabend unterhalten sich zum Beispiel im Rahmen eines „Generationendialogs“ zum Thema Freiheit die Studentin Luzie Astforth und Mita Schamal, ehemalige Schlagzeugerin der Ost-Punkband „Namenlos“; Lina Maly, Moritz Krämer und Bonaparte treten auf und am Sonntag sind Pussy Riot auf dem Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale (20 Uhr).
Grübelstoff – Aus gegebenem Anlass: Was tun Sie, wenn die Welt Sie irgendwie überwältigt (ja, die Katze streicheln zählt auch)?
Kiekste
Huiiiiiiii, dieser Mülleimer hat wohl „Angst vor dem Absturz in Kreuzberg 36“, wie uns Leserin Petra Greif zu ihrem Action-Bild schreibt. Wir nehmen es stark an, danke! Weitere Aufnahmen aus Berlins irrem Alltag finden flugs ihren Weg per checkpoint@tagesspiegel.de zu uns! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – Breitscheidplatz (Charlottenburg): Für den Weihnachtsmarkt kommt es zu folgenden Verkehrseinschränkungen.
* Die Tauentzienstraße ist Richtung Kurfürstendamm zwischen Nürnberger Straße und Joachimsthaler Straße für den Kfz-Verkehr gesperrt.
* Die Kantstraße ist in beiden Richtungen zwischen Budapester Straße und Joachimsthaler Straße für den Kfz-Verkehr gesperrt.
* Die Rankestraße ist in Höhe Tauentzienstraße für den Kfz-Verkehr gesperrt.
* Auf der Budapester Straße Richtung Kurfürstenstraße steht nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Neue Kantstraße (Charlottenburg): Bis Ende November 2024 ist die Fahrbahn in beiden Richtungen auf einen Fahrstreifen verengt. Das Rechtsabbiegen stadteinwärts in die Bernburgstraße ist nicht möglich.
Alt-Gatow (Gatow): Bis 22.11. regelt in beiden Richtungen zwischen Straße 265 und Plieverstraße eine Baustellenampel den Verkehr.
Landsberger Allee (Lichtenberg): Bis Freitagnachmittag, ca. 17 Uhr, steht zwischen der Straße Am Wasserwerk und Zechliner Straße in jeder Richtung nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Drakestraße (Lichterfelde): Bis 14.11. ist die Fahrbahn Richtung Unter den Eichen zwischen Augustastraße und Stubenrauchstraße auf einen Fahrstreifen verengt.
Tiergarten: Die Straße des 17. Juni ist ab 18 Uhr in beiden Richtungen zwischen Großer Stern und Brandenburger Tor gesperrt. Auch die Ebertstraße ist in beiden Richtungen zwischen Scheidemannstraße und Behrenstraße gesperrt (bis 11.11., ca. 6 Uhr, die Sperrung Richtung Ernst-Reuter-Platz bis 13.11., ca. 6 Uhr).
Tiergarten: Der Tunnel Tiergarten Spreebogen ist von 21 bis 5 Uhr in beiden Fahrtrichtungen gesperrt.
Reinickendorfer Straße (Wedding): Bis Ende Dezember ist die Fahrbahn stadteinwärts vor der Pankstraße auf einen Fahrstreifen verengt.
Clayallee (Zehlendorf): Bis Anfang Dezember ist die Fahrbahn Richtung Potsdamer Straße/Berliner Straße in Höhe Katharinenstraße auf einen Fahrstreifen verengt.
S-Bahn – S41 und S42: Von 22 bis 1.30 Uhr fährt zwischen Westend und Beusselstraße ein Pendelverkehr im 20-Minutentakt.
S46: Von 22 bis 1.30 Uhr fährt die Linie nicht zwischen Halensee und Westend.
Demonstration – Für heute sind 20 Demos angemeldet (Stand 6.11., 13.45 Uhr), u.a. „Warnstreik im Rahmen der Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie Berlin-Brandenburg“: 300 Demonstrierende, IG Metall, Route 1 ab Holzhauser Straße 156, Route 2 ab Egellstraße 2, bis Otisstraße 33 (10-12 Uhr)
„Ehrung für Dr. Richard Sorge anlässlich des 80. Jahrestages seiner Hinrichtung“: 60 Teilnehmende, Gesellschaft zur Rechtlichen und Humanitären Unterstützung, Richard-Sorge-Straße (10-11 Uhr)
„FRIEDLICHE DEMONSTRATION GEGEN DAS REGIME DER MARXISTISCHE FRELIMO PARTEI IN MOSAMBIK“: 2.500 Menschen, 17. Juni, Spreeweg, Stromstraße 47 (11-15 Uhr)
„Mahnwachen gegen Antisemitismus – Gegen jede Form des Antisemitismus (...) Für eine vielfältige Gesellschaft – Solidarität mit allen Betroffenen antisemitischer, antiziganistischer und rassistischer Gewalt!“: 150 Menschen, Initiative Mahnwachen gegen Antisemitismus, Brunnenstraße 176 (18-20 Uhr)
„Mahnwache, Forderung des Abriss-Stopps des historischen Gebäudes in der Rheingaustraße 30“: 40 Protestierende, Rheingaustraße 30 (18.30-20 Uhr)
Universität – Eine Veranstaltung an der TU widmet sich morgen dem aktuellen Thema „Verteilung in der Krise?! Wie (un)gerecht ist unsere Gesellschaft?“ (ab 13 Uhr). Im Fokus stehen unterschiedliche Dimensionen von Gerechtigkeit und Ungleichheit, Anmeldung nötig. Straße des 17. Juni 135, 2. OG (Raum 2036)
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Diana Amft (49), Filmschauspielerin („Mädchen, Mädchen“) und Kinderbuchautorin (Buchreihe über „Die kleine Spinne Widerlich“), in „Josephine Klick – Allein unter Cops“ kommt sie, wie im echten Leben, aus der Provinz nach Berlin / Celina Bostic (45), Sängerin und Songwriterin, ihr Solo-Debütalbum „Das Original“ wurde beim Berliner Label Four Music veröffentlicht, 2023: „Nie wieder leise“ / Marcel Kohler (33), Schauspieler („Alle reden übers Wetter“), bis 2023 festes Ensemblemitglied am DT, dann Schaubühne am Lehniner Platz / „Gabriela Koltermann, der Langzeitmarienfelderin alles Gute zum 67. Geburtstag“ / Daniel Tietze (47), Politiker (Die Linke), bis 2016 Stellvertretender Landesvorsitzender Berlin, bis 2021 Staatssekretär für Integration in der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales / Detlef Ultsch (69), Judoka und Judotrainer, erster deutscher Judo-Weltmeister, war Nationaltrainer und übernahm in Berlin die Judoausbildung der Bundespolizei / „Mihijito Christian Huilca Wollert, mit sehr kleinen Schritten in Richtung 60....😀 Alles Gute und beste Wünsche für ein erfülltes neues Lebensjahr!“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Barbara Baer (geb. Dinter), * 4. Januar 1932, verstorben am 4. Oktober 2024 / Rosemarie Cynkiewicz, * 24. Februar 1936, verstorben am 27. Oktober 2024 / Siglinde Hübler (geb. Steller), * 30. April 1939, verstorben am 19. Oktober 2024 / Dr. Ljiljana Locke (geb. Stanisavljevic), * 22. Juni 1950, verstorben am 27. Oktober 2024 / Folker Reents, * 13. August 1941, verstorben am 5. Oktober 2024 / Marlies Wanjura, * 7. Januar 1945, verstorben am 18. Oktober 2024
Stolperstein – Alfred Arthur Braun (* 1905) war Kaufmann von Beruf, er lebte zeitweise bei seiner Mutter in der Nähe von Bromberg (heute: Bydgoszcz) und zeitweise in Berlin. Er wurde am 29. Oktober 1941 von den Nazis nach Łódź deportiert und kam dort am 7. November 1942 ums Leben, vermutlich infolge der unmenschlichen Lebensbedingungen im dortigen Ghetto. An Alfred Arthur Braun erinnert ein Stolperstein am Annemirl-Bauer-Platz (Südostecke) in Friedrichshain.
Wer in Berlin über die Gedenktafeln stolpert und mehr wissen will: Mit einem Klick gelangt man über die App „Stolpersteine – Die Schicksale“ zu den Biografien der Verfolgten.
Encore
Berlin ist auf heißem Thermalwasser gebaut, und das ist gut so: Die Hälfte des gesamten Berliner Energiebedarfs für Raumwärme und Warmwasser der Gebäude könnte laut einer Analyse der Umweltverwaltung daraus gespeist werden – das wäre ein enormer Beitrag zum Klimaschutz. So, und jetzt raten Sie mal, warum wir hier herumkonjunktivieren (abgesehen von einem „Fündigkeitsrisiko“)? Richtig: Der Senat, der vor mehr als einem Jahr eine „Roadmap“ zur Geothermie beschlossen hatte, spielt vor den Probebohrungen noch eine Runde Behördenbingo – und das kann bekanntlich dauern.
In einem Vermerk zum Sachstand, der dem Checkpoint vorliegt, wird das „Verhältnis“ zwischen den Senatsverwaltungen für Umwelt und Wirtschaft so beschrieben:
„Plan von SenWEB das Projekt an Berliner Energie und Wärme AG zu übertragen (inkl. Bergrecht). Dieser Plan zieht viele planerische und rechtliche Herausforderungen und teilw. langwierige (langjährige) Verzögerungen nach sich. Ein konstruktiver, lösungsorientierter Diskurs findet derzeit nicht statt.“
Sieht so aus, als müsste der Checkpoint da über die Tage mal nachbohren.
Ein besonderer Dank geht nach zwei wilden Nächten an Christoph Papenhausen und Margarethe Gallersdörfer, die heldenhaft in Not ausgeholfen haben (Recherche). Antje Scherer hat das Finger Food serviert (Stadtleben) und Jasmine Dellé im Frühdienst alles ordentlich sortiert. Morgen begrüßt Sie hier Christian Latz.
Ich melde mich hier ab Montag mit täglichen Meldungen aus den USA. Bis dahin!
