schön lang war das Wochenende – und hoffentlich auch kurz mit dem Gedanken verbunden, wie schön es bei allen Sorgen und auch Ungleichheiten ist, in einem in Frieden und Freiheit vereinten Land zu leben. Die beste Rede zum Tag der Deutsche Einheit hielt überraschender- und auch schönerweise Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. „Ich selbst war an jenem 3. Oktober zwar erst zwölf Jahre alt, mir war aber trotzdem bewusst, dass etwas Besonderes geschah – etwas, das das Schicksal aller verändern und auch das Bild unseres Kontinents neu gestalten sollte“, erzählte Macron auf Deutsch beim Festakt in Saarbrücken. Gut, wenn wir diese gerade für Berlin so wichtige und frohe Botschaft auch einmal von außen gesagt bekommen. Damit wir innerlich noch besser ins Reine kommen, am besten miteinander.
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Weiterhin viel Stress miteinander haben Jugendliche auf den Schulhöfen. So kommt die neue, repräsentative Mobbing-Befragung der Hilfsorganisation „Aktion Mensch“ zu schockierenden Ergebnissen. Fast die Hälfte aller Jugendlichen haben demnach bereits Mobbingerfahrungen gemacht, bei Jugendlichen mit Behinderung sind es sogar drei Viertel der Befragten.
Haupttatort bleibt weiterhin die Schule. Eine Checkpoint-Anfrage an die Bildungsverwaltung hält die nächste Ernüchterung bereit. Denn der Senat verfügt derzeit über keinerlei Daten zum Mobbing in Berlin, weil die beiden Stellen der Anti-Mobbing- und der Anti-Diskriminierungs-Beauftragten über mehrere Jahre unbesetzt geblieben waren. „Durch die mehrjährige Vakanz liegen aktuell keine eigenen Erhebungen oder belastbaren Zahlen für Berlin vor“, schreibt Bildungssprecher Martin Klesmann. Dennoch nehme die Verwaltung das Thema „sehr ernst“.
Betroffenen wird geraten, sich mit Beschwerden und Hinweisen an die nun besetzten Hilfsstellen zu wenden. „Jede Meldung wird vertraulich behandelt.“ Doch das Problem ist ein ganz anderes, wie die Befragung der „Aktion Mensch“ aufzeigt. Fast 80 Prozent der betroffenen Jugendlichen sprechen selten oder nie über ihre Mobbing-Erfahrungen. Sie verspüren Angst und Scham. Zeit, dass die Bildungsverwaltung dieses so wichtige Thema endlich selbst sichtbarer, hörbarer und damit gesellschaftlich spürbarer macht.
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Podiumsdiskussion über die Wahlergebnisse und ihre Folgen für die tschechische Innenpolitik und europäische Zusammenarbeit
Mit Helena Truchlá, Jakub Eberle und Aleš Michal, moderiert von Anneke Hudalla
Mittwoch, 15.10.2025 | 18:30 Uhr
taz Kantine
(Friedrichstr. 21, 10969 Berlin)
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Polit-Krimi mit happy end: In Weißensee erzählt der Vizepräsident des Abgeordnetenhauses Dennis Buchner (SPD) echte Kriminalfälle aus seinem Kiez bei „True Crime“-Spaziergängen nach. Bei der ersten Führung im September erfuhren rund 100 Interessierte die Geschichte von Heinz N. – der zehn Jahre lang zerstückelt in der Tiefkühltruhe lag, während sein Mörder dessen Rente einstrich. Am 10. Oktober geht Buchner erneut auf Spurensuche – und nimmt die Fährte zum Mord an einer Studentin auf. „Mit Kriminalität beschäftige ich mich schon lange“, verrät Buchner dem Checkpoint. „Von Aktenzeichen XY habe ich nahezu alle Sendungen gesehen. Schon vor einem Vierteljahrhundert haben wir unter Interessierten alte Sendungen auf VHS ausgetauscht.“ Das Interesse an Mord stirbt nie.
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Was bedeutet Familie heute?
Jetzt im Humboldt Forum zu sehen: die Sonderausstellung „Beziehungsweise Familie“. Über Nähe, Konflikte und Wahlverwandtschaften – und darüber, wie familiäre Bande unser Leben prägen. Mit persönlichen Geschichten und interaktiven Stationen jenseits der üblichen Rollenbilder.
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Polit-Krimi mit unhappy end: Innen- und Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) steht eine unangenehme Parlamentswoche bevor. Ein Missbilligungsantrag (hier zu lesen) gegen sie wird am Donnerstag von der Koalition sicher abgelehnt. Doch die von Grünen und Linken erhobenen Vorwürfe sind peinlich: Ohne vorherige Ankündigung oder Begründung setzte sich Spranger über ihre Berichtspflicht an das Landesparlament hinweg. Am Freitag, den 29. September hätte der Sportausschuss Antworten und Berichte zu dem von Spranger vorgelegten Haushalts-Einzelplan erhalten müssen. Stattdessen kam: nichts, nicht mal eine Entschuldigung.
Erst drei Tage später und nach einem Schreiben des Ausschussvorsitzenden Scott Körber (CDU), der dieses Verhalten als „grobe Missachtung des Parlaments“ beurteilte, gab es Bewegung in der Sache. Grüne und Linke vermuten, dass Spranger sich durch lästige Pflichtberichte ihren großen Auftritt nicht verhageln lassen wollte: die Vorstellung des Budgets für Berlins Olympia-Bewerbung, das die Presse am Montag erreichte.
Am Dienstag passierte der Plan den Senat; erst am Mittwoch dann schickte Spranger ein dürres Entschuldigungsschreiben an Körber, das dem Checkpoint vorliegt. „Selbstverständlich achten ich und mein Haus die Rechte des Abgeordnetenhauses und seiner Mitglieder“, schreibt die Senatorin. Ihr unsportliches Verhalten dürfte sie nun vor dem gesamten Abgeordnetenhaus genauer begründen müssen.
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Die Berlin Food Week zeigt vom 6. bis 12.10. einmal mehr, wie vielfältig, innovativ und zukunftsorientiert Foodkultur sein kann. Das Festival präsentiert die Ernährung der Zukunft, österreichische Originale bei den Servus Austria-Dinnern und neue Food-Trends und Manufakturprodukte im House of Food im Bikini.
Das Programm gibt es auf www.berlinfoodweek.de
Wer regt sich im Herbst schon über Regen auf? Auf jeden Fall niemand, der gerne Pilze sammelt. Bei den übernächsten Sonnenstrahlen nach dem nächsten Schauer werden die Wälder wieder voller Glückspilze sein, die stolz ihre Körbe voller frischer Pfifferlinge und Steinpilze umhertragen. Letztere wachsen in diesem Jahr bisher ganz gut – im Gegensatz zum Igelstachelbart, der inzwischen vom Aussterben bedroht ist.
Der weiße, groß wuchernde Speisepilz (Foto hier), der auch in den Restaurants rund um Berlin als Delikatesse gilt, wächst insbesondere an abgestorbenem Holz von alten Buchen oder Eichen. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie wählte ihn nun zum „Pilz des Jahres 2026“.
Das hat er schon wegen seiner vielen Namen verdient: Yamabushitake, Pom-Pom blanc, Affenkopfpilz oder Löwenmähne. Mit seiner fellartigen Oberfläche sieht er jedenfalls so wuschelig-zottelig aus wie die Pilzsucher in Brandenburgs Wäldern nach dem nächsten Regenguss.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Das dürfte die Berliner Grünen noch lange beschäftigen: Der wegen seines Verhaltens, das mehrere Frauen als persönlich übergriffig anzeigten, und nach erfundenen Belästigungs-Vorwürfen, die der RBB ungeprüft verbreitete, zurückgesetzte Pankower Grünen-Politiker Stefan Gelbhaar lotet offenbar seine Chancen für ein politische Comeback aus (Details hier). Seine Partei könnte das im aufziehenden Wahlkampf zerreißen.
Das dürfte den RBB noch lange beschäftigen: Der wegen seines Führungsstils, den offenbar gerade jüngere Mitarbeitende als nicht wertschätzend wahrnahmen, und internen Compliance-Ermittlungen heftig in der Kritik stehende langjährige Chef von „Radio Eins“ Robert Skuppin ist für drei Jahre zum neuen Programmchef der Sendeanstalt gewählt worden (Details hier). Der Posten war frei geworden, nachdem Programmdirektorin Katrin Günther wegen der Falschberichterstattung im Fall Stefan Gelbhaar ihren Rücktritt bekanntgegeben hatte. Beim nach protzigen Jahren unter Intendantin Patricia Schlesinger inzwischen von Sparprogrammen heimgesuchten RBB bleiben die Zeiten unruhig.
Kann es, zwei Jahre nach dem Hamas-Terrorangriff auf Israel, endlich einen Frieden im Nahen Osten geben? Die internationalen Verhandlungen darüber laufen derzeit Tag und Nacht (Liveblog hier). Im Tagesspiegel-Talk „High Noon“ sprechen morgen Mittag Islam-Professorin Ulrike Freitag, Nahost-Expertin Bente Scheller sowie Filmemacher Richard Chaim Schneider mit Anja Wehler-Schöck und Christian Böhme aus unserer Redaktion zu Lage und Zukunft der Region. Hier können Sie digital dabei sein.
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Pigor & Eichhorn – Volumen X
Die Meister des eleganten Sprechgesangs sind zurück! Mit scharfem Witz und klugem Chanson durchleuchten sie die unsanft erwachten 20er, sezieren moderne Rhetorik und entlarven Klassiker neu. „Volumen X“ – ein satirischer Parcours durch die Zeitgeisterbahn. Vom 21. – 26.10. in der BAR JEDER VERNUNFT.
Haben Sie das Klingeln auch gehört? Ab heute bis zum 17. Oktober können Eltern ihre Kinder, die zwischen Oktober 2019 und September 2020 geboren worden sind, für die Grundschule anmelden. Wie Sie eine gute Grundschule finden, verraten wir hier. Oder Sie fragen einfach mal die älteren Kinder.
Seit der Eröffnung der verlängerten Stadtautobahn steckt Treptow im Stau-Chaos. Dennoch (oder deshalb?) spricht sich eine Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner für den Weiterbau der A100 bis nach Lichtenberg aus. Das ergab eine repräsentative Tagesspiegel-Umfrage durch das Meinungsforschungsinstitut Civey. Demnach befürworten 57 Prozent der Befragten den geplanten 17. Bauabschnitt, 32 Prozent sind dagegen. Bis allerdings wirklich weitergebaut und -gestaut wird, werden noch viele Jahre durch den Auspuff geblasen.
Hol schon mal den Wagen! Auf der U-Bahn-Linie 7 meldete eine Lautsprecheransage am Wochenende einen Pendelverkehr zwischen Britz-Süd und Rudow – und ein neues Vorkommnis für unser Betriebsstörungsbingo: Einen auf der Strecke stehenden Einkaufswagen hatten wir schon mal. Aber dass einer überfahren wurde und deshalb danach gar nichts mehr fuhr, das ist neu.
Und damit rangieren wir zu den guten Meldungen:
Frau findet Dame: Das einzige Porträt von Kitty Schmidt, Puffmutter eines sagenumwobenen und geheim überwachten Nazi-Bordells in Charlottenburg, war lange Jahre verschollen. Nun ist es überraschend aufgetaucht – im Wohnzimmer einer Spandauerin. Constanze Nauhaus (die heute übrigens Geburtstag feiert), erzählt die Geschichte einer aberwitzigen Suche.
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Dieser Leitfaden hilft, rechtliche Grundlagen zu verstehen, wichtige Verfügungen für Sie oder Ihre Angehörigen niederzuschreiben und alle notwendigen Unterlagen zu ordnen. Inkl. systematischer Checklisten, rechtsgültiger Muster für Patientenverfügungen, Verfügungen für Angehörige und Vorsorgevollmachten. Mehr
Gabel ersetzt Löffel: Einen Pudding an die Wand zu nageln, ist schon schwer genug. Einen mit der Gabel zu essen, nur unwesentlich leichter. Deshalb hat sich aus einem Spaß unter Jugendlichen ein TikTok-Trend entwickelt – gestern machten hunderte junge Leute im James-Simon-Park in Mitte mit (Video hier). Zum Auslöffeln gibt es in der Stadt ja noch genug.
Berlin toppt München: Kommendes Jahr gibt’s endlich ein gutes Oktoberfest – „ohne Alkohol, Blasmusik und Lederhosen“. Veranstalter Alexander van Hessen lädt am heutigen Montag schon mal im Rahmen der „Berlin Food Week“ zur Vorverkostung in die Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg. Zur Anmeldung für 17 alkoholfreie Biere und weitere geistlose Spirituosen geht es hier. Darauf eine Limo ohne ncello!
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Wer bringt neue Impulse in die Forschungswelt? Die Tagesspiegel-Redaktion hat 100 Wissenschaftler aus Berlin und Brandenburg ausgewählt, die herausstechen: weil sie erneuern, gründen, sich reinhängen, auflehnen. Und weil sie für die Zukunft stehen. Neugierig geworden?
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Sie sehen nachts lieber die Sterne funkeln? Dann ist eher das heutige Probeleuchten für das „Festival of Lights“ etwas für Sie: 19 Uhr am Potsdamer Platz, 20 Uhr am Fernsehturm, 20.30 Uhr am Roten Rathaus, 21.15 Uhr am Berliner Dom und 21.45 Uhr am Bebelplatz. Richtig los geht’s dann am Mittwoch. Damit Berlin sein Leuchten wiederfindet.
Und auch das noch: Das ausgebüxte Kladower Känguru spricht im exklusiven Tagesspiegel-Interview über sein Berlin-Abenteuer, darüber, wie es sich beim Salon-Linken Jakob Augstein wirklich lebt – und ob es gern noch einmal abhauen würde. Fazit des Gesprächs, welches mit geringfügiger Hilfe von Künstlicher Intelligenz entstanden ist und das Sie hier in voller Schönheit nachlesen können: „Ein Wallaby bleibt ein Tier, das springen will.“ Hüpf, hüpf, Hurra!
Zitat
„Ich bin Dein siebter Sinn, Dein doppelter Boden, Dein zweites Gesicht.“
Herbert Grönemeyer zusammen mit Lea in seinem neu aufgelegten Song „Demo (Letzter Tag)“. Sein neues Unplugged-Album präsentiert der Berliner Rockpopstar am 14. Oktober erstmals im Zoo-Palast. Im Checkpoint verlosen wir in dieser Woche dafür Tickets – für alle Abonnentinnen und Abonnenten von Tagesspiegel Plus.
Stadtleben
Verlosung – Konstantin ist Autor und Regisseur und hat zusammen mit der angehenden Schauspielerin Nina eine Aufführung vorbereitet, die das Theater revolutionieren soll. Im Publikum sitzen Freunde und Familie, Konstantins Mutter, die berühmte Schauspielerin Arkadina, und deren Geliebter, der Erfolgsautor Trigorin. Noch bevor das Stück zu Ende ist, fängt Arkadina an, sich über das dürftige Talent ihres Sohnes lustig zu machen und das Drama nimmt seinen Lauf. Regisseur Thomas Ostermeier inszeniert Tschechows Stück „Die Möwe“ über zwei fundamental andersdenkende Künstlergenerationen und über eine Gruppe von Menschen, die ihr Glück in der Kunst und in der Liebe suchen. Für die Aufführung am 12. Oktober um 18 Uhr in der Schaubühne verlosen wir 2x2 Tickets. Bewerbung ans Checkpoint-Postfach. Kurfürstendamm 153, U-Bhf. Adenauerplatz
Essen & Trinken – Wer plant, sich mal wieder einen ausgiebigen Museumstag zu gönnen und dafür die Museumsinsel ansteuert, sollte unbedingt bei dem neuen Take-away-Laden Oka Onigiri vorbeigehen und sich hier mit Proviant eindecken. Onigiri sind ein bekannter Snack aus Japan und lassen sich wohl am besten als dreieckige riesen Sushi beschreiben. Das Besondere bei Oka: Der Reis wird nicht gewürzt, damit die Zutaten in der Füllung im Mittelpunkt stehen. Wählen kann man zwischen Fisch, Fleisch und Gemüse. Der Name „Oka“ bedeutet auf Japanisch übrigens „kleiner Hügel“ und ist eine Referenz an die Form der Onigiri. Mo bis Fr 12-19.30 Uhr, Oranienburger Straße 72, S-Bhf. Oranienburger Straße
Noch hingehen – Am Montag, 6. Oktober 2025, um 19.30 Uhr, zeigt die Udo Lindenberg Stiftung im Hackesche Höfe Kino die Dokumentation „Die Akte Lindenberg“. Der Film von Reinhold Beckmann und Falko Korth erzählt die Geschichte rund um den legendären Auftritt von Udo Lindenberg am 25. Oktober 1983 im Ost-Berliner Palast der Republik. Anschließend spricht Moderatorin Antje Bernhardt mit Panikorchester-Mitbegründer Steffi Stephan, Zeitzeuge Uwe Silberbach und dem Historiker und stellvertretenden Berliner Aufarbeitungsbeauftragten Dr. Jens Schöne über die Hintergründe, Umstände und Folgen des Auftritts. Tickets für 6 Euro, gibt es auf der Kino-Website. Rosenthaler Straße 40-41, S-Bhf. Hackescher Markt
Berlinbesuch – In der griechischen Mythologie symbolisieren die Wassernymphen die Natur. Guðný Guðmundsdóttir spinnt die Metapher weiter ins Zeitalter des Ölkapitalismus. Die Ausstellung Noon kontrastiert die Zartheit von Seerosen, Libellen und Wasserwesen in ihrem Schaffen mit der Schwere der Industrie – und doch sind sie symbiotisch miteinander verbunden: Eine Pflanze wächst, vergeht, sinkt in die Tiefen des Erdreichs und wird dort zu Öl, das Jahrtausende später mit leistungsstarken Maschinen an die Oberfläche gepumpt wird, wo es das Leben prägt und vorantreibt. Durch Fotografie, Installation, Keramik und Zeichnung nähert sich Guðmundsdóttir dem Kreislauf von Wachstum und Verwesung. Mo bis So 10-18 Uhr, Schwartzsche Villa, Grunewaldstraße 55, S-Bhf. Rathaus Steglitz
Grübelstoff – Der 6. Oktober ist der internationale Tag der Architektur, ein europäischer Tag der pflegenden Angehörigen und der Welttag der Zerebralparese, sowie der International Noodle Day und der Deutsch-Amerikanische Tag in den USA. Was feiern Sie?
Kiekste
Weisheit widerlegt: Die Bäume wachsen doch in den Himmel. Zumindest im Grunewald. Dank an Martina Winnig! Weitere Bilder gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – A111 (Reinickendorf-Zubringer): Die Autobahn ist von 21 bis 5 Uhr in beiden Richtungen zwischen den AS Schulzendorfer Straße und Am Festplatz gesperrt. Mit der Sperrung der ersten Zufahrten wird voraussichtlich um 20 Uhr begonnen.
Frankfurter Allee (Friedrichshain): Bis Mitte Oktober ist der rechte Fahrstreifen stadtauswärts in Höhe Frankfurter Tor gesperrt. Von der Warschauer Straße aus ist das Rechtsabbiegen in die Frankfurter Allee nicht möglich.
Nahverkehr – Tram M4: Bis zum 10.10. ist täglich von 9 bis 15 Uhr zwischen Greifswalder Straße/Danziger Straße und S+U Alexanderplatz ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Der Halt am S Hackescher Markt entfällt.
S1 und S8: In der Nacht von 22 bis 1.30 Uhr kommt es zu folgenden Fahrplanänderungen:
* Im Streckenabschnitt Bornholmer Straße – Schönholz der Linie S1 fährt nur die S25 im 20-Minutentakt. Die Linie S1 wird zwischen Bornholmer Straße und Hohen Neuendorf zwischen Pankow, Blankenburg und Schönfließ umgeleitet.
* Die Linie S8 fährt nicht zwischen Blankenburg und Schönfließ. Fahrgäste nutzen bitte die umgeleitete S1.
S3, S5, S7 und S9: In der Nacht von 22 bis 1.30 Uhr ist der S-Bahnverkehr zwischen Friedrichstraße und Zoologischer Garten unterbrochen.
S46: Von 4 Uhr bis zum 13.10., ca. 1.30 Uhr ist der S-Bahnverkehr zwischen Königs Wusterhausen und Wildau unterbrochen.
Wasserstraßen: Landwehrkanal (LwK): Am Wehr der Oberschleuse ist die Schleuse vom 6.10. bis zum 8.10. für den gesamten Schiffsverkehr gesperrt.
Demonstration – Für heute sind 27 Demos angemeldet (Stand 3.10., 15 Uhr), u.a. „Berliner Verpackungssteuer jetzt“: 12 Menschen, „Greenpeace Berlin“, Pariser Platz (10.30-14 Uhr)
„Die Versammlung ist Teil der deutschlandweiten Aktionstage Nachhaltigkeit und eine politische Meinungskundgabe nach Artikel 8 Grundgesetz (...)“: 50 Teilnehmende, „AZuR-Netzwerk und CGQ GmbH“, Ebertstraße (11-15 Uhr)
„Ägyptische Grenze zur Palästina öffnen, Katastrophenhilfe möglich machen“: 40 Demonstrierende,
Stauffenbergstraße 7 (11-18 Uhr)
„Mehr Demokratie in den Bundestag!“: 60 Protestierende, „Neue Generationen“, Friedrich-Ebert-Platz 2 (12-14 Uhr)
„Anlässlich des Tages der pflegenden Angehörigen möchten auf die oft unsichtbare, aber unverzichtbare Arbeit pflegender Angehöriger aufmerksam machen“: 200 Teilnehmende, „Kompetenzzentrum für pflegende Angehörige“, Pariser Platz (14-16 Uhr)
„Sicherheit für alle vulnerablen Verkehrsteilnehmer im Wohngebiet Tautenburger Straße in Lankwitz“: 250 Menschen, „Interessensgemeinschaft für T30“, Tautenburger Straße (15-18 Uhr)
Gericht – Im zweiten Prozess gegen den wegen Vergewaltigung einer bewusstlosen Abiturientin verurteilten Marvin S. (38) beginnt die Zeugenbefragung. Verhandelt wird über zwei Anklagen, in denen es um Übergriffe auf zwei Frauen geht, die auch bewusstlos gewesen seien. Diese Vorwürfe waren erst im ersten Prozess durch Videos, die auf einem Handy von S. entdeckt wurden, bekannt geworden (10.00 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A820).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Lewon Aronjan (43), ehemaliger Weltmeister im Schnellschach und ehemaliger Weltmeister im Blitzschach / Oliver Bukowski (64), Dramatiker, Hörspielautor und von 1999 bis 2010 ständiger Dozent/Gastprofessor an der Universität der Künste Berlin / „Liebes Team der Destille (Uwe, Marcel, Perry, Roger, Sally, Valentin, Daniel und Domhnall), wir gratulieren Euch heute von Herzen zum 150. und wünschen fürs nächste Jahrzehnt alles Gute, viel Glück und beste Gesundheit! Es grüßt das Ehepaar Sonnenschein Angela und Olaf“ / Jürgen Kohler (60), ehemaliger deutscher Fußball-Nationalspieler und Fußballtrainer / Joachim Lottmann (69), Journalist und Schriftsteller u.a. vom Roman „Happy End“ bei Haffmans & Tolkemitt, Berlin / „Eine langjährige und tiefe, vertrauensvolle und verlässliche Freundschaft verbindet mich mit der allseits geschätzten Jubilarin, Frau Helga Nackmayr – ich danke und gratuliere Dir von ganzem Herzen! Deine Christina“ / „Lieber Papa, nur das Beste für Dich zum 80.! Wir lieben Dich, Deine MiTeLi <3“ / Sophia Thomalla (36), Schauspielerin, Moderatorin und Model / Sabine Töpperwien (65), Sportjournalistin und erste Frau, die in Deutschland live ein Fußballspiel kommentierte / Abdelkarim Zemhoute (44), deutsch-marokkanischer Komiker, bekannt aus der Fernsehshow „heute-show“ sowie dem Amazon-Original „LOL: Last One Laughing“ / Helmut Zierl (71), Schauspieler, u.a. beim „Tatort“ oder „Der Alte“ sowie Autor, Synchron- und Hörspielsprecher
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Dr. Winfried Busse, * 25. November 1939, verstorben am 13. September 2025 / Ulrich Albert Subke, * 18. März 1943, verstorben am 8. September 2025
Stolperstein – Jenny Davidsohn (geb. Bramsohn) wurde am 6. Dezember 1876 in Berlin geboren und wuchs zunächst in einer streng gläubigen jüdischen Familie auf. 1903 heiratete sie Georg Davidsohn, mit dem sie vier Kinder bekam. Ende der dreißiger Jahre versuchte das Ehepaar in die USA auszuwandern, ohne Erfolg. Am 15. Juli 1942 verstarb Georg Davidsohn im Jüdischen Krankenhaus angeblich an Herzversagen. Im darauffolgenden Monat deportierten die Nationalsozialisten Jenny Davidsohn nach Theresienstadt, wo sie am 6. Oktober 1942 ermordet wurde. Heute erinnert ein Stolperstein gegenüber der Jacobystraße 5 in Mitte an sie.
Encore
Zum Schluss noch ein persönlicher Abschied – von der Liebe, vorerst und aus vollem Herzen. Vier Jahre lang haben wir im Tagesspiegel die wöchentliche Liebeskolumne „Ins Herz“ veröffentlicht und dabei alle Facetten des menschlichen Zusammenseins (und auch des Alleinseins) zu ergründen versucht – journalistisch kritisch und menschlich empathisch, möglichst genau und immer neugierig.
Nach 200 Folgen verabschieden wir uns als Schreibtrio – Helena Piontek, Joana Nietfeld und Robert Ide – in eine Pause des Innehaltens und Nachdenkens darüber, welche Geschichten über die Kapriolen des Lebens wir in Zukunft erzählen wollen.
Die Frage, die Sie, liebe Leserinnen und Leser, uns in vier Jahren am häufigsten gestellt haben, lässt sich naturgemäß am schwierigsten beantworten: Was haben wir selbst über die Liebe gelernt? Eine ganze Menge: Dass Liebe unerschöpflich ist. Dass Liebe gerade in Berlin und auch überall sonst sehr vielfältig ausgelebt wird, aber sich manchmal trotzdem verschämt verbirgt. Dass Liebe so schwer und gerade deshalb so leicht ist – und umgekehrt. Dass Liebe in allen Zeiten und Konstellationen das Gleiche von einem verlangt: sich zu ihr zu bekennen.
Eines hat sich in unseren vielen Gesprächen gezeigt: Liebe bedeutet nicht, eine Beziehung zu haben. Manche Menschen verbringen ein halbes Leben miteinander, ohne je wirklich verrückt nacheinander gewesen zu sein. Andere teilen nur eine Nacht – und gehen sich danach nie mehr aus dem Kopf.
So wie uns diese besondere Arbeit über die schönste, wichtigste und mitreißendste Sache der Welt weiterhin begleiten wird – zum Beispiel als regelmäßige Lesung bei den Checkpoint-Berlin-Revuen im Kabarett „Stachelschweine“. Unsere – vorerst abschließenden – Gedanken dazu, was die Liebe wirklich ausmacht und was nicht, können Sie hier nachlesen.
Es war uns immer eine Freude.
Mit lieben Grüßen bedanken wir uns diesmal bei Sönke Matschurek, Valentin Petri und Tilmann Warnecke (Recherche) sowie Tobias Langley-Hunt (Stadtleben) und Jennifer Katona (Produktion). Morgen haben Sie hier ein Date mit Jessica Gummersbach und Christian Latz.
Wir grüßen Sie!