falls Sie auch gestern Weihnachtsfeier hatten (wie die Checkpoint-Redaktion): alles halb so mild. Dem Winter sind wir in Berlin sowieso vergeblich auf der Schneespur. Ein Rodeldiplom gibt’s auch dieses Jahr nur im künstlich berieselten Mittelgebirge – am Kreuz-, Prenzlauer oder Teufelsberg prognostizieren Meteorologen der Freien Universität wieder heiße Weihnachten. „Schnee gibt es 2019 nur auf Postkarten“, glaubt Expertin Petra Gebauer. Aber vielleicht fröstelt es uns ja wenigstens bei dieser Nachricht: Das letzte Tiefdruckgebiet des Jahres kann noch bis heute gekauft und dann nach Belieben getauft werden. Bedingung: Der Name muss männlich sein, mit dem Buchstaben „Z“ anfangen und einem 199 Euro wert sein (Infos hier). Freue Dich, Frühling kommt bald.
In Berlin ist vieles eine schwere Geburt. Die schwerste aber ist die, bei der eine Hebamme gar keine Zeit hat, weil zu viele ihrer Kolleginnen schon die Saugglocke an den Nagel gehängt haben. Nach einer Erhebung der Ärztegewerkschaft Marburger Bund klagen fast 70 Prozent des befragten Krankenhauspersonals aus Berlin und Brandenburg über ständigen, mindestens aber täglichen Zeitdruck. Nach Recherchen meines Kollegen Hannes Heine hat es in einer Berliner Klinik in diesem Jahr sogar „personalfreie Geburten“ gegeben. Demnach ist mindestens in einem, wahrscheinlich aber in zwei oder drei Fällen eine Schwangere im Kreißsaal des Krankenhauses mit ihrem Partner und der Geburt des Babys allein gelassen worden, weil medizinische Hilfe nicht verfügbar war. Berlins Traum vom medizinischen Spitzenstandort bleibt so ein Hebammenmärchen.
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Kabarett-Theater DISTEL – Satire am Nerv der Zeit – auch als GUTSCHEIN
Der Stachel am Regierungssitz unterhält mit spitzem Humor und Live-Musik! Abend für Abend heißt es: Spot(t)licht an für bissige Parodien, spaßige Sketche und satirisch verdrehte Cover-Songs.
Info & Gutscheine & Karten
Berlin wird immer reicher – selbst Schritt für Schritt macht die Stadt einen guten Schnitt. Nehmen wir die Schritttempo-Zone für Autofahrer in der Dircksenstraße in Mitte: 2004 wurde hier Tempo 10 angeordnet, vor einem Monat aber vom Oberverwaltungsgericht wieder gekippt. Denn der amtliche Verkehrszeichenkatalog kennt ein Verkehrszeichen für so langsames Fahren gar nicht. Was also passiert nun mit den Bußgeldern, die wegen Überschreitung des Limits unrechtmäßig bezahlt wurden? Die Senatsverwaltung für Verkehr erklärt auf Anfrage des FDP-Politikers Stefan Förster: „Verwarnungsgeldangebote, die angenommen und bezahlt wurden, sowie Bußgelder, welche bereits Rechtskraft erlangt haben, bleiben vereinnahmt.“ So einnehmend kann Berlin inzwischen sein.
Nach der Retour des Weltklimagipfels hat die Bundesregierung ein neues Klimapaket an den Bundesrat verschickt. Drinnen befinden sich als Präsent für die Grünen ein höherer Preis für Sprit, eine zum Trost für die CSU erhöhte Pendlerpauschale sowie günstigere Sitzplatztickets für alle Greta-Fans auf den Gängen der Deutschen Bahn. Gleichzeitig fliegen die Deutschen mehr und mehr auf das Fliegen – weltweit soll sich nach amtlichen Prognosen die Zahl der Passagiere keineswegs in Luft auflösen, sondern bis 2040 verdoppeln. Und so schießt sich die Erde zwar langsam, aber immer noch ziemlich sicher selbst zum Mond.
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Mit der Beantwortung der heutigen Gewinnspielfrage machen wir vielleicht den ein oder anderen Queen-Fan glücklich. Mit etwas Glück können Sie heute 2×2 Tickets für die spektakuläre Queen Tribute Show „One Vision of Queen feat. Marc Martel“. Zur Gewinnspielfrage geht es hier entlang.
Einen Grünstreif am Horizont hat der Senat noch kurz vor Jahresende über der Karl-Marx-Allee entdeckt. Die grüne Umweltsenatorin Regine Günther, die für einen neuen Grünstreifen zwischen den Fahrspuren einfach über die Bürgerbeteiligung hinweg spazierte, und der mit dieser Parklösung auf geplanten Parkplätzen gar nicht grüne Kultursenator Klaus Lederer, der als Linker den Denkmalschutz nicht links liegen lassen wollte, wollen im Frühjahr nach einem Kompromiss suchen. Zudem soll es im Januar eine Versammlung der Anwohner in Mitte geben, gaben beide Senatsverwaltungen am Montagabend bekannt. „Ich erhoffe mir eine tragfähige Lösung für effektiven Klimaschutz, für das ‚doppelte Berlin‘ als Weltkulturerbe und die Anwohner*innen der Karl-Marx-Allee“, ließ Lederer auf Checkpoint-Nachfrage wissen. Nun, das sind ja gleich drei Wünsche auf einmal: Spannung, Ziel und Magistrale.
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Berliner sind unfreundlich? Kann sein. Berliner haben aber auch ein riesengroßes Herz. Das zeigen tausende soziale Projekte und ihre engagierten Unterstützer*innen. Ob neue Bäume, Bildungsangebote, oder Schlafsack und Schlüpper für Obdachlose: Hilfsprojekte in Berlin sind genauso vielfältig wie unsere Stadt. Spende für dein Berliner Projekt auf betterplace.org.
Die nächste Meldung geht raus an die rechtsdrallig durchdrehende CDU in Sachsen-Anhalt: Die Zahl der Rechtsextremisten in Deutschland ist in diesem Jahr deutlich gewachsen. Der Verfassungsschutz in Bund und Ländern hat nach Informationen meines Kollegen Frank Jansen mehr als 32.200 Personen festgestellt, die in brauner Brühe fischen. Das ist eine Zunahme um ein Drittel. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass der Verfassungsschutz erstmals die Mitglieder der AfD-Vereinigungen „Der Flügel“ und „Junge Alternative“ (JA) dem rechtsextremen Spektrum zurechne, heißt es in Sicherheitskreisen. Beim „Flügel“ komme der Nachrichtendienst auf 7000 Personen, bei der JA auf mehr als 1000. Die Nazis werden mehr. Mehr Raum sollten sie dennoch nicht bekommen.
Zwischendurch mal ein Blick in die Weihnachtspost. Die Linke-Fraktion dichtet zum Advent offenbar das Haus ab und dabei auch noch vor sich hin: „Vor Jahresfrist war’s noch ein Traum: Der Mietendeckel schmückt den Baum.“ Und FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja schickt gar einen zweiseitigen Brief mit dem Titel „Bethlehem und Berlin – eine vergleichende Weihnachtsgeschichte“. Lesen wir mal rein, was die Glocke geschlagen hat: „Ähnlich wie in der Berliner Clubszene verlief die Feier zur Geburt durch die herbeigeeilten Schafhirten offenbar so fröhlich, dass alle um Mitternacht die Engel Hosianna singen hörten. In Berlin hätten sich Maria und Josef schon mitten in der Nacht anstellen müssen, um einen Standesamtstermin zu ergattern. Wahrscheinlich wären sie schon deshalb auch hier unverheiratet geblieben.“ Ehe, wem Ehe gebührt.
Und dann noch diese gute Nachricht des Jahres: Berlin hat am Wochenende seine besten Sportler gekürt. Eine unscheinbare Ehrung war dabei die ungewöhnlichste: Mustapha El Ouartassy bekam den Manfred-von-Richthofen-Solidaritätspreis. Noch im Sommer musste der Flüchtling aus Marokko um seine Abschiebung fürchten; er war nur geduldet, hatte weder Krankenversicherung noch Arbeitserlaubnis. Erst im September stellte ihm Innensenator Andreas Geisel (SPD) eine Aufenthaltserlaubnis in Aussicht. Kurz darauf ging er für seinen Verein Fortuna Marzahn beim Berlin-Marathon an den Start, wurde mit 2:14:02 Stunden schnellster Läufer aus Berlin und belegte den 26. Platz in der Gesamtwertung (Porträt hier). El Ouartassy spricht nach zwei Jahren sehr gut Deutsch und hat einen Übungsleiterschein gemacht, um selbst Flüchtlinge zu trainieren. Seine Ziele sind nun die Einbürgerung und die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft. Hoffentlich läuft das auch so gut wie er.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Jetzt aber schnell weiter: Die Express-S-Bahn ist tatsächlich schneller als die normale S-Bahn (Testfahrt hier). Langsamer ginge auch schwer.
Die Grenze zwischen Prenzlauer Berg und Gesundbrunnen wird weiter abgedichtet. Der regelmäßig von Hochwassern weggeschwemmte Gleimtunnel am Mauerpark bleibt mindestens noch bis März wegen Bauarbeiten gesperrt. Danach beginnen irgendwann die Sanierungsarbeiten. Und nach 28 Jahren fällt dann hier wieder die Mauer.
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“A Love Supreme” (18.–21.12./HAU1) von der belgischen Starchoreografin Anne Teresa De Keersmaeker / Rosas und dem spanischen Ausnahmetänzer Salva Sanchis ist vom gleichnamigen Free-Jazz-Album von John Coltrane inspiriert. In ihrer kraftvollen Interpretation für vier Tänzer begibt sich das Choreografenduo zur Musik Coltranes auf das Feld der Improvisation.
Tickets unter: www.hebbel-am-ufer.de
Schlimme Meldung aus Spandau: Eine 29 Jahre junge Frau wurde gestern schwer verletzt im Hausflur an der Heerstraße gefunden, kurz darauf verstarb sie im Krankenhaus. Später gestand ihr getrennt von ihr lebender Ehemann, ein 36-Jähriger, die Frau tödlich verletzt zu haben. Wie viele Frauen sollen noch unschuldig sterben, bis alle Männer endlich begreifen, dass andere Menschen kein Eigentum sind?
Bei der schwarzen Null wird langsam auch der Wirtschaft schwarz vor Augen. Das ständige Sparen des Staates schütze künftige Generationen nicht, schreibt Marcel Fratzscher vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung heute im Tagesspiegel (E-Paper hier): „Eine Neuverhandlung des Koalitionsvertrages ist dringend notwendig.“ Status qou vadis?
So, bitte schon mal fürs neue Jahr vormerken: Im „öffentlichen Interesse“ dürfen laut Senat die Läden ausnahmsweise sonntags öffnen am: 26. Januar; zur 85. Grünen Woche. 23. Februar; zur 70. Berlinale. 21. Juni; zur 25. Fête de la musique. Und auch sonst ist es in unserer Stadt zum Glück nie zu späti.
So, bitte noch für dieses Jahr vormerken: Die Sendetermine von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ im Fernsehen lauten: 24. Dezember: 17:10 Uhr ARD, 18:50 One; 20:15 RBB, 22:00 SWR. 25. Dezember: 10:25 ARD, 14:50 NDR, 16:05 WDR, 17:05 One. 26. Dezember: 14:30 RBB, 16:00 MDR. 29. Dezember: 12:00 Kika. Wer hätte gedacht, dass man so viele Schuhe auf einmal verlieren kann?
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Like you! Freundschaft digital & analog
Wo und wie finden wir heute Freund*innen? Wie haben soziale Netzwerke Freundschaft verändert? Die revolutionäre Entwicklung der Kommunikationsmittel macht es uns leichter, in Kontakt zu bleiben, aber die virtuelle Vernetzung führt auch zu Beliebigkeit. Die Ausstellung fragt die Besucher*innen auch nach ihren ganz eigenen Erfahrungen mit Freundschaft - damals und heute.
27.9.19 bis 5.7.2020
im Museum für Kommunikation Berlin
Aus dem Blick verloren hat die BVG derweil die Baustelle am U-Bahn-Eingang Uhlandstraße. Hier finden laut Aushang seit dem 30.1.2019 „Instandsetzungsarbeiten an der Treppenanlage“ statt – natürlich „bis auf Weiteres“. Zuletzt wurden sogar Bauarbeiter gesichtet: Sie dichteten das Loch in der Treppe mit einer Plane ab (Beweisfoto von Checkpoint-Leser Alexander von Hohenegg siehe oben) damit die Schaustelle bald in Ruhe einjähriges Jubiläum feiern kann. Wenn Berlin was wirklich kann: unterirdisch bauen.
Zeit für eine kurze Aufmunterung – am besten mit Prenzlauer Bergs witzigster Ein-Mann-Band Bummelkasten. Und seinem berlinischem Dauerhit „Chronisch euphorisch“. Refrain: „Weil ick mich so freue. Warum? Einfach so!“ Das Video gibt’s hier – bis gleich.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Hertha ist ja noch okay, aber am schlimmsten sind die Fans bei Konzerten. Bei Helene Fischer kacken sie uns in die Gärten.“
Anwohner des Olympiastadions bei einer Bürgeranhörung der CDU zur Zukunft des Olympiaparks; mitgeschrieben am Montagabend in den Stadionterrassen von der Initiative „Blau-Weißes Stadion“.
Tweet des Tages
Ich würde gerne dieses Irgendwann einlösen – Jetzt.
Stadtleben
Essen – Das Pappa e Ciccia in Prenzlauer Berg fällt unserer Restaurant-Kritikerin Elisabeth Binder vor allem durch seinen „kreativen Umgang mit altvertauten Klassikern“ auf, und das in Bio-Qualität. Das fängt schon bei den Vorspeisen an (die Burrata „inszeniert mit einer körnigen Girlande aus Sellerie, Apfel und Buchweizen“, 9 Euro) und zieht sich durch bis zum Dessert („ein warmes Schokoladentörtchen mit flüssigem Kern, dazu Vanilleeis mit Olivenöl und grobem Meersalz, eine moderne Köstlichkeit“, 8 Euro). Dazwischen passt das Reh („zwei superzarte, wirklich gut gewürzte Stücke“, 25 Euro) und die „Spaghetti Nerano“ mit in Parmesan und Minze gebackene Zucchini. Auch der Kabeljau mit Bete und Salbei liegt ziemlich schau auf dem Teller – definitiv eine gute Adresse in Prenzlauer Berg. Schwedter Straße 18 (U-Bhf Senefelderplatz), Mo-So 18-0 Uhr
Trinken – Es gibt Kneipen, die bleiben immer gleich gut. Die Flaschenzug Bar ist so eine. Als der Kiez rund um den S-Bhf Neukölln noch gar nicht hip war, bot die Eckkneipe in der Emser Straße 16 schon ein gemütliches Refugium für Bier und Kicker jenseits der Alt-Berliner Schrammeligkeit. Mittlerweile hat sich die Drink-Palette um Longdrinks, High Balls und „homemade“ Shots erweitert, geblieben ist der Kerzenschein und die Ehrlichkeit – definitiv stammkneipentauglich. Tgl. ab 19 Uhr, sonntags ab 17 Uhr
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Berlinbesuch – Entsetzt über die Sperrmüllhaufen im ehemaligen Ostdeutschland, fing der Berliner Günter Höhne 1993 an, die kleinen und großen Alltagsdinge aus der DDR zu sammeln – bis sein Dachboden sie nicht mehr fassen konnte. Inzwischen unterhält er eine der größten privaten Sammlungen mit DDR-Produkten, wie mein Kollegen Christian Hönicke im Bezirksnewsletter Pankow berichtete, die meisten Exponate findet man jedoch nicht in Berlin, sondern im Leipziger Grassi-Museum und in der Pinakothek in München – oder online auf der von Höhne betriebenen Website www.industrieform-ddr.de. Um dennoch eine Vorstellung von der ostdeutschen Dingwelt zu bekommen, lohnt ein Ausflug nach Eisenhüttenstadt ins Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR. Neben der Dauerausstellung wird dort bis zum 5. Januar auch die Bauhaus-Moderne thematisiert. Erich - Weinert - Allee 3, Di-So und an Feiertagen 11-17 Uhr, Heiligabend, Silvester und Neujahr geschlossen, Eintritt: 4 Euro, Kinder unter 7 Jahren frei
Noch hingehen – Apropos DDR-Alltag: Einblicke in die Ost-Berliner Gesellschaft geben die Fotografien von Helga Paris, die noch bis zum 12. Januar in der Akademie der Künste am Pariser Platz zu sehen sind. Di-So 11-19 Uhr, 6 Euro Eintritt, am 24.und 31. Dezember geschlossen
Geschenk – Noch eine Woche bies Weihnachten. Wer noch gänzlich uninspiriert ist, werfe einen Blick auf die 17 Geschenkideen, die die Tagesspiegel-Redaktion gesammelt hat – vom knallharten Psychiatrie-Roman bis zum süßen Sirup aus Stadtfrüchten. Da sollte doch was dabei sein.
Last-Minute-Show – Egal, ob Ihnen ihr Büroalltag nun besonders trist oder besonders aufregend vorkommt: Morgan's Drag Show for Busy People in der Tristeza Kollektivkneipe (Pannierstraße 5, U-Bhf Hermannplatz) richtet sich an beide Zielgruppen und verspricht ein pünktliches Ende gegen 22 Uhr, damit alle „at an resaonable hour“ im Bett sein können. Ob miteinander oder jeder für sich, steht nicht in der Programmbeschreibung, wohl aber, dass sowohl „first timers“ als auch „drag aficionados“ herzlich eingeladen sind. Los geht´s um 19 Uhr, der Eintritt ist frei, Spenden willkommen.
Verlosung – Am Donnerstag eröffnet das Louis Lewandowski Festival mit einem Konzert in der Potsdamer Nikolaikirche. Bis Sonntag werden vor allem in Berlin internationale Chöre den Menschen jüdische Tradition und Liturgie in Form von Synagogalmusik näherbringen, für viele der Konzerte ist der Eintritt frei (hier geht´s zum Programm). Schon morgen gibt es ein Pre-Opening im Bärensaal im Alten Stadthaus in der Klosterstraße mit dem Moran Choir aus Israel, dessen Sängerinnen und Sänger im Alter von 12-18 Jahren musikalische Exzellenz mit gesellschaftlichem Engagement verbinden. Für dieses exklusive Konzert verlosen wir 3x2 Plätze.
Das Stadtleben heute von: Stefanie Golla.
Ein Türchen Berlin
Noch 7 Tage bis Weihnachten und damit rückt auch eine Premiere näher, auf die viele Berliner und Berlinerinnen sich schon lange freuen: Den Roncalli Weihnachtscircus im Tempodrom. Seitdem Roncalli komplett auf Tiere im Programm verzichtet, ist seine Beliebtheit noch gestiegen – zu Recht, denn die temporeiche Show zeigt somit noch mehr atemberaubende Artistik (hier im Video). Außerdem bleibt so noch mehr Zeit, dass Publikum einzubinden, und ganz ehrlich: Wer wollte nicht schon immer mal in der Manege stehen? Los geht´s diesen Donnerstag, der Weihnachtscircus wird bis zum 5. Januar zu sehen sein – und für die Show am 3. Januar um 19 Uhr haben wir vier Freikarten organisiert. Wer möchte, schicke uns bitte bis 12 Uhr eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Bild: Naomi Fearn
Berlin heute
Verkehr – Märkische Allee (Marzahn): Bis Mitte Januar 2020 stehen in beiden Richtungen zwischen Marzahner Promenade und Franz-Stenzer-Straße jeweils nur zwei Spuren zur Verfügung.
Stadion an der Alten Försterei (Köpenick/ Oberschöneweide): Heute tritt Union gegen Hoffenheim an (Anstoß 20.30 Uhr), bei An- und Abreise kann es im Umkreis zu erhöhtem Verkehr kommen.
Columbiahalle (Tempelhof/ Kreuzberg): Um 20 Uhr rappt Luciano, davor ist auf dem Columbiadamm zwischen Platz der Luftbrücke und Golßener Straße mit Stau zu rechnen.
S-Bahn: Von 22 bis 1.30 Uhr fällt die Linie S46 zwischen Südkreuz und Westend aus, ersatzweise ist in diesem Abschnitt die Ringbahn zu nutzen (S41/42).
Regionalverkehr: Wegen Brückenbauarbeiten halten die Züge der Linie RB20 bis 20. Dezember jeweils in der Zeit von 8 bis16 Uhr nicht in Hohen Neuendorf West.
Demonstration – Gegenüber der türkischen Botschaft in der Tiergartenstraße bekunden von 14 bis 16.20 Uhr ca. 30 Menschen ihre „Solidarität mit gefangengenommenen türkischen Frauen“. Auf dem Pariser Platz demonstrieren von 16 bis 18 Uhr ca. 150 Menschen am „Tag der kurdischen Flagge“. Auf der anderen Seite des Brandenburger Tors fordern ca. 50 Demonstranten von 18 bis 20 Uhr „Solidarität mit den Demonstrationen des libanesischen Volkes im Libanon“.
Gericht – Ein 53-Jähriger, dernach einem Disput um seinen Hund eine Passantin beleidigt und dann deren Freund antisemitisch beschimpft sowie mehrfach mit der Hundeleine geschlagen haben soll, kommt auf die Anklagebank (10.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 768).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Claudia Biene (46), Leichtathletin / Armin Mueller-Stahl (89), Schauspieler, Maler und Schriftsteller / Jürgen Tarrach (59), Schauspieler / Nachträglich: „Birgit Ochmann (64): Herzliche Grüße von Andrea und Jürgen
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Hanna Adam, * 4. Mai 1939 / Edith Hauft, * 28. Juni 1929 / Herta Hein, * 28. August 1934 / Gisela Ratzeburg / Stefan Zipter, * 7. Juli 1961, Verbandsgeschäftsführer DCCV e.V.
Stolperstein – Bertha Sittner (Jhg. 1861) lebte mit ihrer Tochter, ihrem Schwiegersohn und ihrem Enkel in den Ceciliengärten 1 in Schöneberg, bevor sie in das Jüdische Altersheim in der Marburger Straße 5 umziehen musste. Am 21. Juli 1942 deportierten die Nazis sie mit weiteren 43 Insassen des Altersheimes nach Theresienstadt, wo sie 5 Monate später, heute vor 77 Jahren, starb.
Encore
So jetzt räumen wir hier kurz auf. Neukölln will sein Müllproblem lösen; das Bezirksamt sucht deshalb eine Projektassistenz für die Kampagne „Schön wie wir“ (Ausschreibung hier). Bereits seit 2016 will der Bezirk mit der noch von Franziska Giffey (SPD) gestarteten Kampagne zivilgesellschaftliches Engagement für ein sauberes Neukölln fördern. Doch nach wie vor gilt: Unrat und Tat kriegt sowieso kein Kiez schöner zusammen, wie meine Kollegin Nina Breher entdeckt hat. So wartet an der Oderstraße ein abgebranntes Auto seit einer Woche auf Verwertung; seit gestern veredelt noch eine durchs kaputte Autodach geschobene Couch die im Aufbau befindliche Dauer-Ausstellung (siehe Tweet).
Das Bezirksamt hat auf das Kunstprojekt inzwischen reagiert. „Wenn jemand die* Künstler*in kennt, schätzen wir gerne den Wert der Installation gemäß Bußgeldkatalog“, erkärte der Bezirk auf Twitter. Allerdings geht da noch mehr: Es fehlen noch ein alter Fernseher, eine Matratze und eine Waschmaschine – fertig ist Berlins kleiner Kiez-Kompost. Und nicht vergessen: Wiederholen ist gestohlen. Allerdings bieten Neuköllns Straßen dem geneigten Betrachter auch längst Stillleben mit Naturbezug, wie der Hinweis von Twitter-User Moritz Mottschall zeigt.
Stehlen Sie heute höchstens ein paar Pferde. Und klauen Sie anderen vor Weihnachten keine Zeit. Morgen geht’s hier zeitig weiter – mit Stefan Jacobs. Ich grüße Sie,

