kurz bevor Parlamentspräsident Ralf Wieland gestern um 10.10 Uhr die 84. und letzte Sitzung des Berliner Abgeordnetenhauses in dieser Legislatureröffnete, band sich Finanzsenator Matthias Kollatz noch schnell die SPD-rote Krawatte. Sie geriet ein bisschen lang (wie die Zeit der SPD in der Bildungsverwaltung, aber das ist ein anderes Thema). Senatssprecher Julian Mieth knipste noch eben ein Erinnerungsfoto mit den drei Bürgermeistern – eines mit kurzer Entwicklungszeit: Der Chef (Michael Müller) ist schon mit einem Fuß im Bundestag, auch Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (gestern ganz in grün) ist wohl bei der nächsten Sitzung eher nicht mehr dabei. Einzig Kultursenator Klaus Lederer kann sich ein „Weiter so“ vorstellen. „Ja, wir haben geliefert“, sagte SPD-Fraktionschef Raed Saleh.
Was genau, referierten die amtierenden Senatsmitglieder in den folgenden Stunden, erst respektvoll verabschiedet von der Opposition (gutes Benehmen), dann scharf attackiert (Wahlkampf). Also, wie waren sie denn nun? Angetreten, um Großes zu erreichen, besiegelt am 8. Dezember 2016 mit dem längsten Koalitionsvertrag aller Zeiten. „Auch unter Rot-Rot-Grün bedeutet ,demnächst‘ oft nur ,Kannste vergessen‘“, schreibt Chef-Checkpointer Lorenz Maroldt in seinem Abschiedsessay.
Den gesamten Text und eine Bilanz von B wie Behrendt bis S wie Scheeres gibt’s am Sonnabend im Tagesspiegel. Wenn Sie möchten, mit einem kostenlosen „Superwahl-Abo“ (sechs Wochen digitale Zeitung, Plus-Inhalte, Checkpoint-Vollversion und gedruckte Wochenend-Ausgabe) ganz ohne Risiko: Das Abo endet automatisch. Wie die Amtszeit dieses Senats.
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Let’s talk about Age! Beim Performance-Festival COMING OF AGE tritt ein Phänomen, das uns alle betrifft, ins Spotlight der Theaterbühne: Verschiedene Künstler*innen-Generationen treffen aufeinander und widmen sich in Performances, Tanzstücken, Sprechtheater und Diskussionen den vielen Facetten des Alterns in der Gesellschaft. Vom 15. September – 07. November in den Sophiensælen. (Foto: Festivalgrafik, Credit: Jan Grygoriew)
Vorzeitig beendet wurde der Sommer – und zwar von der Gewobag in Schöneberg. Die hat Mietern in der Yorckstraße 43 nämlich schon Anfang September die Heizung wieder angestellt, was vor allem deswegen überraschend kam, weil die noch bis Ende Juni ordentlich gebollert hatte (ähnlich wie ein paar hundert Meter weiter in der Winterfeldtstraße, CP vom 18.06.). „Das ist eine Heizperiode von zehn Monaten“, sagt ein Mieter. „Die Heizung wird nachts nicht abgesenkt und alle Mieter reißen nun die Fenster auf, um die Hitze rauszulassen. In der Küche wird teilweise das Essen schlecht, man kommt da morgens rein und es sind 26 Grad.“
Den Klimawandel begründet eine Gewobag-Sprecherin so: „Die Heizperiode beginnt in der Regel in den Monaten September oder Oktober und endet in den Monaten April oder Mai. Wir orientieren uns dabei stets auch an der Wetterlage.“ Himmel hilf! „In diesem Jahr haben die Temperaturen es erst zum Ende des Monats Mai zugelassen, die Heizanlagen in den Sommerbetrieb zu überführen. Da der Prozess des Umschaltens der Anlagen auf den Sommerbetrieb einige Zeit in Anspruch nimmt, hat es sich in diesem Jahr bis in den Monat Juni gezogen.“ Da waren es in Berlin bereits 36 Grad (draußen).
Aber gut, wir wollen hier nicht nachschwitzen, sondern fragen: Welche Wettereinschätzung lag dem Entschluss zugrunde, schon Anfang September wieder anzuheizen? „Wir haben aus der Yorckstr. 44 am 01.09.2021 eine Meldung einer Mieterin erhalten mit der Bitte, die Heizanlage wieder in Betrieb zu nehmen. Dementsprechend haben wir die Anlage bereits Anfang September in den Winterbetrieb überführt.“ Die Anlage in einen individuellen Betrieb zu überführen, ist offenbar nicht möglich: „Sobald die Anlage in den Winterbetrieb überführt wurde, regelt sie sich selbst, je nach Außentemperatur. Eine händische Anpassung erfolgt dann nicht mehr.“ Wie so oft in Berlin: Alles nur gefühlte Wahrheit.
Apropos heiß: Greta Thunberg kommt am nächsten Freitag (24.09.) zum internationalen Klimastreik nach Berlin. Das hat die Klimaaktivistin meinen Kolleg:innen Ruth Ciesinger und Sinan Reçber im Interview erzählt (ebenfalls am Sonnabend im Tagesspiegel). Als Unterstützung für die Grünen sei das, zwei Tage vor der Wahl, allerdings nicht zu verstehen. In Deutschland behandele „kein Politiker, keine Politikerin, keine Partei die Klimakrise wie einen Notfall“, sagt Thunberg. Selbst nicht nach der „schrecklichen Fluttragödie im Sommer“. Es werde zwar über Klimaschutz gesprochen, aber gleichzeitig wolle man erst im Jahr 2038 aus der Kohleverbrennung aussteigen. Im Ergebnis werde Deutschland – „wie fast alle anderen Staaten auch“ seine Ziele im Blick auf das Pariser Klimaabkommen und das 1,5-Grad-Ziel verfehlen. Vielleicht könnte da die Gewobag…?
Mit ziemlich heißer Tinte wurde das Schulgesetz zu Ende geschrieben, doch zumindest dieses Vorhaben hat die Koalition gestern Abend noch zur Versetzung gebracht: Große Kleinigkeiten wurden verändert (zum Beispiel in § 1, „das Christentum“ um „sowie weitere Weltreligionen und Weltanschauungen“ ergänzt) und kleine Großartigkeiten angestoßen: So sollen nun alle Kinder der Grundschule (Klasse 1 bis 6) ohne Bedarfsprüfung ein Recht auf Hortbetreuung bis 18 Uhr haben. Wie die alle in die fehlenden Horträume passen sollen, weiß allerdings noch niemand – aber darum kümmern wir uns dann im nächsten Schuljahr (mit neuer Leitung).
In letzter Minute wurde der VfB Friedrichshain am Mittwoch informiert, dass der Sportplatz Virchowstraße umgebaut wird: Bereits ab dem 27. September (keine zwei Wochen nach der Mitteilung des Bezirksamts) wird der Platz geschlossen – Trainingszeiten, Spieltermine und Feriencamps für 18 Mannschaften (überwiegend Jugendliche) müssen nun abgesagt, umgeplant oder verschoben werden. Der Frust hängt tief im abzureißenden Rollrasen: Hätte nicht die lange spielfreie Corona-Zeit dafür genutzt werden können? „Die ganze Planung der Umsetzung hatte sich aufgrund von Corona verzögert“, schreibt das Bezirksamt dem Verein. „Jetzt geht es Schlag auf Schlag… Diese Kurzfristigkeit tut uns sehr leid!“ Aus Friedrichshain-Kreuzberg war am Donnerstag keine Stellungnahme zu bekommen. Sowohl die Sprecherin als auch Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann befinden sich derzeit im Urlaub. Da gibt’s nach der Rückkehr wohl einiges aufzurollen.
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Wissenschaft für Kids –
mitmachen, staunen, verstehen.
In der Experimentierwerkstatt Berlin.
Erstmals in der Stadt am 18./19.09., Bülowstr. 90. Hier können Kinder an tollen Workshops teilnehmen und viele Experimente selbst durchführen. Der Eintritt ist frei. Die Werkstatt ist Teil des BÜLOW STREET WKND. Entdecken Sie auch die vielen anderen Aktionen im Rahmen dieses 3-tägigen Quartiersfestes.
Damit das dritte Triell nicht zum dritten Rad am Fahrrad wird, bereiten wir für Sie ein Politphrasen-Bingo vor. In der Vorbereitungsphase haben Sie bereits mehr Kreativität bewiesen als so mancher Kandidat, eine Auswahl: „Das hat für mich oberste Priorität“ (Kerstin Kerkmann); „Wir haben die Krise durch die Pandemie gebracht“ (Frank Robert Kornfeld); „Da bin ich ganz bei Ihnen“ / „Wir müssen alle Kräfte bündeln!“ (Dr. Rainer Bookhagen); „Ich betrachte das als Herausforderung!“ (Tom Ehrlich); „Ich stehe zu meinem Wort“ / „Wir werden das GEMEINSAM umsetzen“ / „Die Bürgerinnen und Bürger können sich darauf verlassen“ (Mario Uhrig).
Es geht immer so weiter (ja, da müssen wir alle jetzt durch). Eine kolossale Floskel-Kaskade hat uns Werner Munk geliefert: „Danke für diese Frage“; „Das ist eine gute Frage“; „Das ist eine wichtige Frage“; „Ich bin persönlich betroffen“; „Schon zu Beginn meiner politischen Arbeit war mir das ein Anliegen“; „Wir in Nordrhein-Westfalen....“; „Ich als Kanzler...“
Für das Kanzleramt qualifiziert hat sich auch Tanja Dückers mit ihren Vorschlägen: „Wir brauchen einen Aufbruch“; „Dafür machen wir uns stark“; „Wir haben die Zukunft im Blick“; „Wir müssen an die nachfolgenden Generationen denken“; „Kinder sind unsere Zukunft“; „Wir setzen uns für den Bildungsstandort Deutschland ein“; „Was wir brauchen, sind mehr Lehrerinnen und Lehrer“; „Wir müssen die Bürgerinnen und Bürger entlasten“; „Wir müssen uns noch etwas in Geduld üben“; „Es war eine schwere Zeit. Und sie ist noch nicht vorbei“; „Wir stehen fest an der Seite von…“; „Das ist uns ganz wichtig“; „Das geht sehr ans Herz…“
Gewonnen hat gestern aber CP-Leser Eckehard Mewes mit seinen platten Plattitüden, hier die Auswahl: „Ich bin Ihnen sehr dankbar für Ihre Frage!“ (Zeitgewinn); „Ich teile Ihre Sorge“ (gelbe Karte für wiederholte Zeitverzögerung); „Wir müssen aus den Fehlern der Vergangenheit lernen“; „Wir müssen jetzt in die Zukunft blicken“; „Wir kämpfen jetzt erst mal darum, die stärkste Partei zu werden“; „Die Entscheidung fällt am 26. September“. Wir sind Eckehard Mewes sehr dankbar für seine Einsendungen (Schönen Abend noch!), müssen jetzt aber in die Zukunft blicken: Schicken Sie uns gern weitere Phrasen-Vorschläge an checkpoint@tagesspiegel.de.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Apropos Bullshit: Auch die SPD kann vermutlich nicht singen, weshalb sie jetzt Hollywood-Schauspieler den schlechten Gesang der Grünen („Kein schöner Land“) noch schlechter imitieren lässt (Beweis). Erkenntnisse im Überblick (wir helfen gern dabei, Ihnen jeglichen Irrsinn dieses Wahlkampfes verständlich zu machen):
1: Clemens Schick wählt offenbar Franziska Giffey.
2: #MFG heißt jetzt „Mit Franziska Giffey“ (was die Fantastischen Vier dazu sagen, ist nicht bekannt)
3: Nein, wir wissen auch nicht mehr, was das alles soll.
... aber wenigstens können wir uns die Sache schön trinken. „Wegbier für alle“ steht auf einem SPD-Plakat – passenderweise neben einem Wasserspender am Südstern (oder wie es im Kiez heißt: Südsterni). Kommentar meines ortskundigen Kollegen Stephan Wiehler: „Da können die Grünen jetzt nur noch Cannabis verteilen.“ Frage an die politische Konkurrenz: Was bieten Sie im Endspurt? Nüsschen würden mir hier grad ganz gut passen.
Na toll, passend dazu flattert hier gerade ein dicker Schinken ins Postfach: Sehr geehrte Frau Myrrhe, gleich drei Fachhändler aus Berlin dürfen sich in diesem Jahr über die Auszeichnung „Parmaschinken-Spezialist 2021“ freuen, die vom Consorzio del Prosciutto di Parma weltweit verliehen wird...
... und in Brandenburg soll es wieder Pilze geben. Semmelgelb bis rotbraun sei der Neuling, schreibt der rbb, „kann leicht mit der Marone oder dem Steinpilz verwechselt werden“. Den Namen „Falsche Rotkappe“ habe ihr der nordamerikanische Erstfinder gegeben, von dort nämlich sei er nach Europa eingeschleppt worden, sagt Lutz Helbig vom Brandenburgischen Landesverband der Pilzsachverständigen. Langsam wird’s ein Risotto (mit geraspelten Experten).
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ANDREAS REBERS: RUMPELKINDER – SCHMUDDELSTILZCHEN. REBERS SINGT DEGENHARDT
1969 lag unterm Christbaum ein Päckchen, für das sich niemand interessierte. Rebers packte es aus, und innerhalb einer Woche sang er alles auswendig: das Lied vom Weintrinker und von den Wölfen im Mai. Es wird Zeit, sich dieser Zeit wieder anzunehmen.
Vom 30.09. – 03.10. in der BAR JEDER VERNUNFT
Ausgehungert warten die meisten Berlinerinnen und Berliner bekanntlich auch auf einen Termin beim Bürgeramt. Meine Kollegin Sigrid Kneist hat es geschafft, auch wenn der Weg dahin – wie so oft – klickreich war. Gestern dann war es endlich soweit und die Reise ins Kreuzberger Bürgeramt in der Yorckstraße wurde nicht nur emotional eine Zeitreise: Um 14.34 Uhr wurde sie zum Termin aufgerufen, der um 14.36 Uhr stattfinden sollte, die Terminbestätigungs-E-Mail traf unmittelbar danach ein: um 14.39 Uhr. Da war schon fast alles erledigt. Vielleicht ist the future ja doch: now.
Apropos falsche Rotkappe: Wenn Sie Angst vor Roten Socken haben, die waren im Abgeordnetenhaus gestern nicht das Problem (zumindest modisch).
Apropos Rote-Socken-Kampagne: Kevin Kühnert wird beim Volksentscheid „DW & Co enteignen“ mit „Nein“ stimmen. Seine ausführliche Begründung gibt es hier (Min. 1:37:10).
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Ein Problem haben dafür viele Studentinnen und Studenten: Berlin ist inzwischen fast so teuer wie München. Für ein WG-Zimmer zahlt man hier durchschnittlich 38 Euro pro Quadratmeter, Berlin liegt damit im Ranking der teuersten Unistädte nach München (40 Euro) auf Platz 2. (Q: Berliner Zeitung). Die günstigsten WG-Zimmer gibt es übrigens in Siegen (14 Euro), gefolgt von Aachen. Kein Wunder, dass Armin Laschet nach Berlin will.
Apropos teure Wohnungen: Nun ist raus, welche rund 14.000 Wohnungen Berlin für 2,4 Milliarden Euro von den Unternehmen Vonovia und Deutsche Wohnungen kauft. Die ganze Liste von Spandau (3371 Wohnungen) bis Tempelhof-Schöneberg (94 Wohnungen) samt Grafik gibt es heute in der Morgenpost. Im äußerst umstrittenen Deal enthalten sind unter anderem: große Teile des Falkenhagener Felds in Spandau, das Neubaugebiet südlich des Kottbusser Tors in Kreuzberg und die Highdeck-Siedlung in Neukölln. Der Senat übergab die Liste gestern dem Hauptausschuss. Und sich selbst damit in die nächste Debatte.
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Die Geschichte ist bizarr, Felix Brandts und seine Familie hoffen dennoch auf einen guten Ausgang. Vor einer Woche ist ihr Hund Oskar vor der dm-Filiale am Bahnhof Pankow verschwunden. „Wir waren vier Minuten einkaufen im Laden, in der Zeit ist Oskar losgebunden und mitgenommen worden“, sagte Brandts, der in der Region als Event-Manager arbeitet, dem Checkpoint. Zeugen hätten einen jungen Mann gesehen, etwa 15 bis 17 Jahre alt, 1,70 groß, schwarze Haare, schwarzer Kapuzenpulli. Brandts bittet um Hilfe: „Wenn der kleine Oskar Ihnen über den Weg läuft, rufen Sie mich an, bleiben Sie dabei, beobachten ihn oder laufen ein kleines Stück mit, bis ich da bin.“ Mehrere Bilder von Oskar finden Sie hier, Felix Brandts erreichen Sie unter: 0172-1020006.
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„Etwas Angst ist ganz in Ordnung“: Lea Dohm, Gründerin von Psychologists for Future, erklärt im Gradmesser, wie man mit Klima-Ignoranten ins Gespräch kommt, was hilft, wenn einen die ganz persönliche Klimakrise packt – und was daraus auch Gutes entstehen kann. Was Medien und Politik (besser) machen könnten, darum geht es auch im Podcast. Jetzt auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
Vielleicht wird der Finder ja unser nächster Berliner der Woche: Morgenküren wir hier wieder die Berlin-Auswahl. Vorschläge vom Sportwart bis zur Präsidentin schicken Sie bitte bis 15 Uhr an checkpoint@tagesspiegel.de.
„Du wünscht dir die 90er zurück?“, fragte mich eBay-Kleinanzeigen gestern per Push-Nachricht. „Nichts leichter als das!“ Hm, mal schauen, welche Suchanfragen mich für diesen Algorithmus qualifiziert haben. Vintage-Sideboard? Kinderfahrrad? Lego-Kiste? War vermutlich eher was Unterbewusstes. All That She Wants. Oder wie Tic Tac Toe fragen würden: Warum?
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Die neue Ausgabe der beliebten Verlagsbeilage „Urban Sports“ ist erschienen – kurz vor dem BMW Berlin-Marathon 2021! Werfen Sie einen Blick auf die kunterbunte Tanzszene Berlins, springen Sie ins Tauchbecken oder auf dem Trampolin. Zusätzlich mit Marathonvorbericht und mehr als 50 Laufterminen für einen sportlichen Herbst!
Zitat
„Bei der SPD habe ich den Eindruck, dass sie aus Deutschland ein großes Berlin-Mitte machen will.“
Jens Spahn, CDU, Bundesgesundheitsminister (Q: Welt)
„Das nächste große Ding für Berlin ist Brandenburg“
Ansgar Oberholz, Berlin-Mitte-Unternehmer („St. Oberholz“)
Tweet des Tages
Berliner Logik: Erst etwas verkünden, was dann revidiert wird und das Gegenteil tritt ein.
Stadtleben
Essen und Trinken – Zurück aus der Sommerpause stattet der Feinkostladen Fresko in der Nähe des Rosenthaler Platzes Feinschmecker mit italienischen Mini-Mahlzeiten To Go oder frischen Zutaten zum Weiterverarbeiten aus. Der kleine Lebensmittelladen führt ausgewählte Delikatessen, wie handgemachte Pasta oder handgetrocknetes Salz. Im begehbaren Kühlschrank warten Ricotta, Mozarella, Burrata, Bresaola und Mortadella auf Ihre kulinarischen Kochkünste. Delikata-ahhh und ab in den Mund! Mo-Sa: 10-19 Uhr, Brunnenstraße 11, Mitte, U-Bhf Rosenthaler Platz
Geschenk – Viele Köche verderben den Brei. Mit zu viel Salz in der Suppe beginnt der Streit am Herd. Bei dem Berliner Lebensmittelhändler Conflictfood dreht es sich auch um die Zutaten, viel mehr aber um die Geschichte dahinter: Die Lebensmittel stammen aus Krisen- und Konfliktregionen, die auf friedlichem und fairem Wege gehandelt werden und somit Kleinbauern aus dem Gebiet unterstützen. In Schachteln aus Recyclingpapier verpackt, macht sich etwa Safran aus Afghanistan auf den Weg in Ihre französische Bouillabaisse, Paella oder Eiscreme. Das Friedenspäckchen erhalten Sie für 19 Euro/g. Mo-Fr: 11-18 Uhr, Pücklerstraße 34, Kreuzberg, U-Bhf Görlitzer Bahnhof
Last-Minute – Im Alt-Charlottenburger Kiez wird Glitzer aufgewirbelt: Im Cafe Theater Schalotte folgt das Scheinwerferlicht ab 20 Uhr dem Travestie-Star Megy B. In der Solo-Show „Einfach Diva“ zieht der Varieté- und Kabarettkünstler Marc Rudolf das Publikum singend und zaubernd in seinen Bann. Tickets ergattern Sie für 16 Euro. Mit etwas Glück zaubern wir Ihnen für den Comedy-Travestie-Abend 2x2 Karten auf die Hand. Behaimstraße 22, U-Bhf Richard-Wagner-Platz
Flanieren gehen – Wie werden wir in der Zukunft leben? Dieser Frage geht das Curatorial Collective for Public Art auf ihrem Jahrmarkt nach: Das FuturePerfectLand zeigt Kunstliebhabenden, Umweltbewussten und dem Sci-Fi-Gefolge eine künstlerische Auseinandersetzung, die sich auf ein Leben nach der Klimakise konzentriert. In einer Führung begleitet die Kuratorin um 13 Uhr Wissbegierige durch die performative Umgebung aus digitalen und analogen Technologien, Künstlicher Intelligenz, Virtual Reality und (Sound-)Installationen. Provinzstraße 40-44, Reinickendorf, S-Bhf Schönholz
Grübelstoff – Von der Gegenwart in die Zukunft: Wo in Berlin steht die Zeit für Sie still? An der ehemaligen Mauer, der Weltzeituhr am Alexanderplatz oder im Roten Rathaus?
Berlin heute
Verkehr – Pasewalker Straße (Französisch Buchholz): Ab dem Morgen steht zwischen Blankenburger Straße und Blankenburger Weg bis Anfang Oktober in beiden Richtungen jeweils nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Michael-Brückner Straße (Niederschöneweide): Die seit Anfang September laufenden Bauarbeiten vor der Britzer Straße stadteinwärts werden am Vormittag beendet.
Ossietzkyplatz (Niederschönhausen): Verkehrsbeeinträchtigung von 15 bis 17 Uhr über Hermann-Hesse-Straße zum Pastor-Niemöller-Platz.
Adenauerplatz (Charlottenburg): Verkehrseinschränkungen ab 18 Uhr über Kurfürstendamm, Ernst-Reuter-Platz, Tauentzienstraße und Wittenbergplatz.
Großbeerenstraße/Marienfelder Straße (Marienfelde): Sperrung ab 20 Uhr zwischen Belßstraße und Daimlerstraße in beiden Richtungen bis Montagmorgen, ca. 4.30 Uhr. Eine Umleitung ist ausgeschildert.
AS Pasewalker Straße/Prenzlauer Promenade (A114): Sperrung der Autobahn von 20 bis 5 Uhr in beiden Richtungen. Umleitungen über Französisch-Buchholz sind ausgeschildert.
Heerstraße/Reichsstraße (Westend): Am Olympiastadion ist aufgrund eines Fußballspiels ab 20.30 Uhr mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen.
S-Bahn: Die Linien S5, S7 und S75 sind von 22 Uhr bis Montagmorgen, ca. 1.30 Uhr zwischen Lichtenberg und Ostkreuz unterbrochen.
Demonstration – Um 9 Uhr beginnt eine einstündige „Kundgebung zur Abschaffung des §219a“ mit ca. 50 Teilnehmenden auf der Leipziger Straße 3. Anlässlich des Parking Days finden mehrere Veranstaltungen statt, u.a. von 10 bis 14 Uhr auf der Hobrechtstraße 71, von 11 bis 18 Uhr mit dem Motto „Parks statt Parkplätze“ auf dem Teltower Damm 20 sowie von 12 bis 16 Uhr „Parkingday – Öffentlichen Raum gerecht verteilen“ auf der Corneliusstraße, jeweils mit etwa zehn Protestierenden. Von 13 bis 18 Uhr stellen die Grünen ihr Konzept zum „autofreien Tauentzien“ mit ca. 30 Personen auf dem Karl-August-Platz vor. Von 13 bis 18 Uhr kommen ca. 50 Menschen auf dem Pariser Platz 1 zusammen, um auf „Lobbyismus und Korruption im Bundestag“ aufmerksam zu machen. Aufgrund von „60 Jahren türkischen Lebens in Berlin-Kreuzberg“ kommen von 17 bis 21 Uhr rund 50 Teilnehmende zum Oranienplatz. Von 17 bis 22 Uhr protestieren ca. 100 Personen gegen Maskenpflicht und Co. und „informieren die Bevölkerung über Daten und Fakten sowie Entwicklungen und Auswirkungen der Coronamaßnahmen und decken Hintergründe im Zusammenhang mit dem Infektionsschutzgesetz auf“, angemeldet von Autokorso Berlin. Von 18 bis 20 Uhr findet eine „Kundgebung für Wahlrechte für Nichtdeutsche in Berlin“, angemeldet durch „Die Linke“ mit ca. 50 Teilnehmenden auf dem Tempelhofer Feld statt. Eine „Queerfeministische Vorabenddemo“ gegen Christlichen Fundamentalismus, Blut, Kot und Glitzer verläuft mit etwa 800 Protestierenden von 18 bis 23 Uhr entlang des Kurfürstendamms zum Wittenbergplatz.
Sonnabend: Zum Thema „Wohnungsnot“ kommen von 10 bis 22 Uhr etwa 400 Demonstrierende auf dem Tempelhofer Feld zusammen. Von 11 bis 13.30 Uhr radeln ca. 100 Menschen bei der bunten Fahrraddemo „Kidical Mass", ausgehend vom S-Bhf Lichterfelde West zur Alsheimer Straße weiter zur Schwartzschen Villa. Unter dem Motto „Sexuelle Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht – 150 Jahre § 218 im StGB – das reicht!“ demonstrieren ca. 2000 Teilnehmende von 11 bis 16 Uhr am Pariser Platz und ziehen weiter zum Vorplatz am Paul-Löbe-Haus, angemeldet vom Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung. Von 14 bis 17 Uhr findet die „Jährliche Versammlung an der Gedenktafel für die Opfer des Mykonos-Attentats“ mit ca. 50 Anwesenden am Breitscheidplatz statt.
Sonntag: Von 13 bis 15 Uhr protestieren rund 150 Teilnehmende von der Prenzlauer Allee bis Boxhagener Straße für „Berliner Straßen für Menschen statt Autos“. Anlässlich des „Tags der Zivilcourage“ kommen von 13 bis 18 Uhr etwa 300 Personen zum Leopoldplatz, angemeldet vom Narud e.V. Von 16 bis 20 Uhr demonstrieren ca. 50 Teilnehmende für eine „Späti-Sonntagsöffnung“ auf dem Alfred-Scholz-Platz.
Gericht – Der Prozess gegen einen Apotheker wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs geht weiter. Der 59-Jährige soll gefälschte Rezepte abgerechnet haben – laut Anklage soll er durch die Taten mehr als 800 000 Euro erlangt haben (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 537).
Universität – Im Sauriersaal des Museums für Naturkunde führt Prof. Dr. Ottmar Edenhofer in die Welt der Wissenschaft. Die Veranstaltung „Klima, Kohle, Kapital – Herausforderungen der Klimapolitik“ wurde gemeinsam mit der Humboldt-Universität ausgeklügelt und ist ab 19.30 Uhr per Livestream auf dem YouTube-Kanal des Museums zu sehen.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Anke Brunn (79), Politikerin (SPD) / Christopher Dell (56), Musiker und Musiktheoretiker / Barbara Engel (69), Reality-TV-Darstellerin, Modedesignerin und Autorin / Karin Halsch (61), für die SPD im AGH / Klaus Händl (52), österreichischer Dramatiker, Regisseur und Schauspieler / Ursula Karven (57), Schauspielerin / „Ulriiiiiike Peckskamp alles Liebe zum Geburtstag vom Mitbewohner. Jetzt aber bitte nicht plötzlich großjährig werden!“ / Karin Reschke (81), Schriftstellerin / Ann Cathrin Riedel (34), Politikerin (FDP), Vorsitzende von Load e.V. – Verein für liberale Netzpolitik / Dimitrij Schaad (36), Schauspieler / Chrissy Schulz (49), Schauspielerin / Klaus-Jürgen Tillmann (77), Erziehungswissenschaftler / Jens Voigt (50), Radprofi / Connie Walther (59), Filmregisseurin und Drehbuchautorin / „Liebe Ursula, ich wünsche Dir alles Gute für Dein neues Lebensjahr und dass wir weiterhin viel Spass im Wasser haben werden! Lass Dich von Deiner Familie feiern und verwöhnen. Alles Liebe Brigitte!“
Hochzeit – „Vivien Duntze heiratet in Kiel nach Kiel. Alles Gute, wir werden Dich in Berlin vermissen.“
Sonnabend – Wolfgang Bahro (61), Schauspieler / Melanie Berger (30), stellvertretende Berlin-Chefin und Weddingerin der Herzen „einen leiwand Geburtstag für dich!“ / Ulrich Gregor (89), Filmhistoriker, Mitgründer des Kinos „Arsenal“/ Sabine Horn (61), „Weddingerin in Thüringen“ / Hans Kollhoff (75), Architekt, verantwortlich u.a. für Kollhoff Tower am Potsdamer Platz und Umbau des Auswärtigen Amtes / Anke Myrrhe (40), stellvertretende Tagesspiegel-Chefredakteurin, Checkpoint-Schreiberin und unverzichtbares Bandmitglied, „Party, die mindestens so lange dauert, wie eine anksche Checkpoint-Schicht“ / Bahman Nirumand (85), Schriftsteller / Stephan Sarek (64), Schriftsteller und Feuerwehrmann / Wolfgang Schäuble (79), Präsident des Bundestages (CDU) / Dieter Stolte (87), Journalist und ehem. Intendant des ZDF sowie ehem. Herausgeber der Zeitungen Die Welt und Berliner Morgenpost / Hendrik Vieth (38), Athletiktrainer von Hertha BSC
Sonntag – Karin Baal (81), Schauspielerin / Markus Imhoof (80), Schweizer Filmautor und -regisseur / Tobias Kluckert (49), Schauspieler sowie Synchron- und Hörspielsprecher / Heiko Maas (55), seit 2018 Bundesminister des Auswärtigen (SPD) / Michael Müller (37), ehem. Handballspieler bei den Füchsen Berlin / Lisa Paus (53), für die Grünen im BT / „Richard Dorka möge Ihr Geburtstag voll mit nie enden wollender Musik sein – RB + YP“ / Johanna Schall (63), Schauspielerin und Theaterregisseurin / Iris Spranger (60), für die SPD im AGH / Juliane Witt (59), Bezirksstadträtin in Marzahn-Hellersdorf (Die Linke) / Detlef Wittenberg(79), „Leidenschaftlicher Leserbriefschreiber, will aber damit aufhören“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Prof. Reimer von Borries, * 20. Dezember 1937, Ministerialrat a.D. / Regine Stelzer, * 2. August 1935 / Klaus Vogel, verstorben am 1. September, Pflegefachkraft des Vivantes Klinikums im Friedrichshain / Peter Alteneder, *06.06.1948, verstorben am 11.09.2021
Stolperstein – Maria Kampfer kam am 18. Juli 1870 in Potok Zlotij (Galizien) zur Welt. Am 17. August 1942 deportierten die Nationalsozialisten sie nach Theresienstadt, wo sie genau einen Monat später –heute vor 79 Jahren – ermordet wurde. Um an Maria Kampfer zu denken, liegt ein Stolperstein in der Schlesische Straße 27 in Kreuzberg.
Encore
In unserer Letztenliste (die ersten gibt’s heute auf Seite 10 im Tagesspiegel) präsentieren wir Ihnen heute die letzte Grüne im Land: Dorothée Marquardt steht auf Platz 60 der grünen Landesliste für die Abgeordnetenhauswahl. Wie ist sie dahin gekommen? „Wir haben das Jahr 2021 und auch in Berlin ist nur jedes dritte Parlamentsmitglied eine Frau. Wir Grünen stellen immer wieder den höchsten Frauenanteil im Parlament und das verdanken wir den vielen aktiven weiblichen Kandidierenden: 32 unserer 60 Kandidat*innen sind Frauen! Als überzeugte Feministin war es mir deshalb wichtig, zur Wahl anzutreten.“ Sie wolle Berlin zur grünen Hauptstadt machen, sagt Marquardt. „Ich möchte dazu beitragen, dass Berlin in einer progressiven Koalition und mit einem frischen grünen Wind im Roten Rathaus regiert wird.“ Sie selbst pustet zwar höchstwahrscheinlich eher von außen, aber wie schnell sich der Wind drehen kann, wissen die Berliner Grünen selbst am allerbesten.
Allererste Sahne waren heute wieder Thomas Lippold (Recherche), Sophie Rosenfeld (Stadtleben) und Kathrin Maurer (Produktion). Die weiteren Plätze in unserem Berlin-Ranking (mit und ohne Bullshit) vergibt hier morgen früh Ann-Kathrin Hipp.
Bis nächste Woche!


