der große Stromausfall hat offenbar auch Kai Wegner lahmgelegt – seine Amtsvorgängerin und heutige Stellvertreterin hüpft derweil wie ein Duracell-Häschen durch die Stadt (auch hier wieder zu sehen). Weiteres Beispiel: Als der Regierende Bürgermeister gestern früh im „Table-Briefings“-Podcast verkündete, er habe den Finanzsenator angewiesen, die Übernahme der Kosten für Ausweichhotels zu prüfen(!), meldet Franziska Giffey bereits Vollzug: Um 7:41 Uhr versichert sie bei Radioeins, die Ausweichhotels würden vom Bezirk bezahlt.
Das Fachmagazin „Politik & Kommunikation“ hat die Äußerungen des Regierenden Bürgermeisters seit dem Anschlag der „Vulkangruppe“ Zitat für Zitat analysiert – das Fazit: „Wegner bemüht sich redlich, jeden Fettnapf mitzunehmen.“ (Hier nachzulesen). Seinen Home-Office-Dienst am ersten Stromausfalltag („Ich war zu Hause und habe mich in meinem Büro eingeschlossen“) erklärte Wegner gestern damit, dass er in den betroffenen Gebieten nicht hätte telefonieren können. Unterstützung bekam er ausgerechnet von einer Grünen: Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg erklärte, sie haben den Regierenden Bürgermeister „als sehr verbindlich und gesprächsbereit wahrgenommen.“
Als eher unverbindlich hat der Senat dagegen offenbar das 2021 in Kraft getretene Katastrophenschutzgesetz betrachtet – der Rechnungshof stellt dazu fest: „Die Berliner Katastrophenschutzbehörden sind organisatorisch und personell nicht ausreichend auf Katastrophen und Großschadensereignisse vorbereitet, zentrale Vorgaben des Gesetzes werden nicht erfüllt. Der für Inneres zuständigen Senatsverwaltung ist es im Rahmen der ihr obliegenden übergreifenden Koordinierung der Maßnahmen der Katastrophenvorsorge nicht gelungen, erforderliche Strukturen und Abläufe sicherzustellen. Statt gemeinschaftlicher Anstrengungen, Berlin gegenüber den Auswirkungen von Katastrophen widerstandsfähiger zu machen, streiten die Katastrophenschutzbehörden vielfach um Verantwortlichkeiten und Ressourcen.“ (Quelle: Jahresbericht 2025, S. 108).
Mit anderen Worten: Berlin spielt Behördenpingpong auf dem Vulkan (der erste Anschlag der Gruppe wurde 2011 registriert). Das Gesetz war u.a. als Reaktion auf den großen Stromausfall in Köpenick im Jahr 2019 beschlossen worden (ein Unfall, kein Anschlag) – Kritik gab es damals an mangelnden Informationen, fehlender Präsenz der politisch Verantwortlichen, unklaren Zuständigkeiten und unzureichenden Hilfsangebote. Das kommt einem doch irgendwie bekannt vor.
Der Anschlag auf die Stromversorgung hätte den Zehlendorfer Andreas Thomsen um ein Haar das Leben gekostet – zwei Minuten trennten den 68-Jährigen vom Erstickungstod. Dem Checkpoint schilderte der Rechtsanwalt, der an Amyotropher Lateralsklerose erkrankt ist, gestern Abend die dramatischen Momente.
Thomsen wird künstlich beatmet, sein Gerät ist über eine Steckdose mit dem Stromnetz verbunden. Als am Sonnabend auch bei ihm zuhause am Großen Wannsee plötzlich die Versorgung wegbricht, schaltet sich der Not-Akku ein. Laufzeit: Maximal sechs Stunden. Thomsen wartet zunächst ab – Anzeichen eines langandauernden Stromausfalls gibt es für ihn erstmal nicht, und die Vorstellung, seine sichere Umgebung verlassen zu müssen, ängstigt ihn. Erst als die Zeit langsam knapp wird und der Strom einfach nicht wiederkommen will, alarmiert ein Pfleger die Feuerwehr. Doch die bleibt zunächst am Grundstückseingang stecken – ohne Strom lässt sich das schwere Rolltor nicht öffnen.
Nachdem die Retter das Hindernis schließlich überwunden haben, stellt sich heraus, dass sie das Beatmungsgerät nicht anschließen können. Thomsens Stimme, durch die Nervenlähmung ohnehin geschwächt, ist kaum noch zu verstehen, Panik hat ihn erfasst. Das Beatmungsgerät signalisiert das nahe Ende der Akku-Kapazität.
Ein zweiter Wagen wird alarmiert. Die Notärztin entscheidet, den bettlägerigen und schwergewichtigen Thomsen durch das enge Treppenhaus nach unten in den Rettungswagen zu tragen – auch der Aufzug funktioniert ohne Strom ja nicht. Nur langsam geht es um die Ecken, schließlich nach draußen. Zehn Einsatzkräfte kümmern sich um den Patienten. Die Luft reicht gerade noch für zwei Minuten, als die Notärztin Thomsen von seiner eigenen Beatmungsmaschine löst und die vollgeladene aus dem Rettungswagen anschließt. Er wehrt sich, hat panische Angst vor dem Ersticken. Sie beruhigt ihn, er erinnert sich gut an ihre Worte: „Auch dieses Gerät steht dem Leben nicht im Weg.“
Als Thomsen dem Checkpoint seine Geschichte erzählt, liegt er in der DRK-Klinik Westend. Er sagt, er will „die Helden würdigen“, die ihn rausgeholt und gerettet haben. Thomsen hofft, bald wieder nach Hause zu kommen. Er hat einen minderjährigen Sohn, er hat Freunde, die ihn besuchen, und er sagt: „Ich kämpfe darum, noch länger zu leben.“
Aus dem Bekennerschreiben der Vulkangruppe: „Bei den vielen Besitzern von Villen in diesen Stadtteilen hält sich unser Mitleid in Grenzen.“
Als wäre der Stromausfall allein nicht schon schlimm genug, zieht die überbesetzte Schulverwaltung jetzt auch noch engagierten Lehrkräften den Stecker: So hatte die Leitung des Droste-Hülshoff-Gymnasiums zunächst die Wiederaufnahme des Schulbetriebs für den morgigen Donnerstag angekündigt (da soll der Strom ja wieder da sein) – doch in einer Mail an die Eltern von gestern Nachmittag, die dem Checkpoint vorliegt, musste sie jetzt einen Rückzieher machen: „Wir dürfen die Schule erst wieder öffnen, wenn das Schulamt das Gebäude freigibt.“ Tja… in Berlin fehlen zwar Lehrer, aber die Verwaltung hat offenbar genug Kapazitäten, verbeamtete Schultemperaturmesser für die hoheitliche Aufgabe des Thermometerhaltens zu beschäftigen.
Falls Sie vom Stromausfall betroffen sind, laden wir Sie heute zwischen 13 und 18 Uhr gerne zu uns in den Tagesspiegel ein – auf einen Plausch im Warmen bei Kaffee und Tee (heiße Suppe gibt’s auch). Die Adresse: Askanischer Platz 3, 10963 Berlin (S-Bahnstation Anhalter Bahnhof, direkt am Nordausgang). Wir freuen uns auf Sie!
Alle weiteren Hilfsangebote finden Sie hier unter diesem Link.
Und den Bericht von Alix Faßmann über die Erstattung der Hotelkosten können Sie hier nachlesen.
Empfehlen möchten wir Ihnen hier auch noch die Geschichte von Boris Buchholz über die ehrenamtlichen Helferinnen zweier Kirchengemeinden, die auf der Suche nach vergessenen und hilflosen Stromausfall-Opfern im Blackout-Gebiet von Tür zu Tür ziehen – Sie finden Sie hier unter diesem Link.
Wer zu einem Konzert möchte, sollte schon wissen, wann es stattfindet. Das gilt erst recht, wenn man selbst mitspielen will – so wie der Senat bei der Waldbühne. Die hat das Land Berlin 2009 an Eventim verpachtet. Aber wann endet der Vertrag eigentlich? In der Parlamentssitzung am 4.12.2025 fragten die Grünen nach dem Stand der Dinge – und bekamen zwei verschiedene Antworten:
Erst sagte laut Protokoll Christian Hochgrebe, Staatssekretär bei der zuständigen Innen- und Sportverwaltung von Senatorin Iris Spranger, der Vertrag laufe „noch bis zum Jahresende“, das wäre dann also Ende 2025 gewesen. Dann sagte Franziska Becker, ebenfalls Staatssekretärin bei Spranger, in derselben Sitzung: „Natürlich läuft der Vertrag zum Ende 2027 aus.“
Frage an Berlinkenner (also an regelmäßige Leserinnen und Leser der Checkpoint-Abo-Ausgabe): Was haben beide Antworten gemein? Richtig: Sie waren beide nicht richtig (die von Becker jedenfalls zumindest noch nicht richtig) – Pressesprecherin Sabine Beikler bestätigte gestern dem Checkpoint: „Der aktuelle Pachtvertrag läuft bis zum 31.12.2026.“
Wie der Checkpoint erfuhr, gibt es in Sachen Waldbühne aber auch ernsthafte Neuigkeiten, auf die viele seit langem warten (Abgeordnete, Veranstalter, Betreiber, Musiker, Fans…) und die wir hier exklusiv im Wortlaut verkünden können:
+ „Nach sorgfältiger Prüfung verschiedener Vertrags- und Betriebsmodelle hat die Senatsverwaltung für Inneres und Sport entschieden, den Betrieb der Waldbühne im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung zu vergeben. Mit diesem Vorgehen wird dem Anspruch auf Wirtschaftlichkeit, Transparenz und Fairness bei der Auftragsvergabe ebenso Rechnung getragen wie der besonderen Bedeutung der Waldbühne für den Kulturstandort Berlin.“
+ „Zur Klärung und Konkretisierung der für die Bedingungen der Ausschreibung relevanten Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen in der Waldbühne sowie unter Berücksichtigung der vergaberechtlichen Fristen für eine europaweite Ausschreibung wird derzeit eine Verlängerung dieses Pachtvertrages um ein Jahr, mithin bis zum 31.12.2027, geprüft.“
+ „Die Betriebsübernahme durch den/die neue/n Betreiber/in ist somit zum 1. Januar 2028 vorgesehen. Die Veröffentlichung der Ausschreibung ist im Sommer 2026 geplant.“
Falls es Ihnen so ähnlich wie Hilde Knef geht und Sie noch einen Koffer am BER haben: Der Gepäckhügel, der seit dem Wochenende in der Ankunftshalle immer höher gewachsen war, ist wie eine Wanderdüne in ein Lager weitergezogen – dort wird er jetzt seziert und Stück für Stück in der Stadt verteilt (hoffentlich bei den Richtigen). Kommunikationschef Axel Schmidt teilte dem Checkpoint gestern Abend mit, in den vergangenen Tagen „ist es nicht ganz so glücklich gelaufen“: Probleme bei der Enteisung, internationale Verspätungen, Personalmangel bei den Bodendienstleistern – „eine logistische Herausforderung“, die irgendwann nicht mehr zu bewältigen war, obwohl „alles menschenmögliche getan worden ist.“ Damit es während der kommenden Frosttage besser läuft, gibt es heute am BER eine vorbereitende Koordinierungsrunde. (Mehr dazu in der Rubrik „Zitat“ weiter unten).

Berliner Schnuppen
Telegramm
Wichtige Durchsage in frostigen Zeiten: Nach zweijähriger Renovierung kehrt die Caritas mit ihrer Ambulanz für wohnungslose Menschen wieder zum Bahnhof Zoo zurück. Seit Ende Dezember wird dort bereits gearbeitet, heute ist offiziell Neueröffnung.
Die U-Bahn kommt Ihnen etwas langsam vor? Sie täuschen sich nicht: Seit 2019 hat sich die Durchschnittsgeschwindigkeit auf allen Linien verringert, bei der U5 sogar um 1,6 km/h auf 31,7 km/h. Aus Sicht der BVG, die das mit „verstärkter Bautätigkeit“ erklärt, ist das jedoch „marginal“ und hat „praktisch keinen Einfluss“ die Fahrzeit. (Quelle: Anfrage Kristian Ronneburg, Linke).
Hier ein Hinweis: Falls Ihnen in Friedrichshain noch immer nicht ganz saubere Polizisten begegnen, liegt das kaum an mangelndem Willen zur Hygiene – die Duschen der Wache, die seit November wegen Rattenbefalls gesperrt waren und gestern wieder geöffnet werden sollten, bleiben geschlossen, denn auch in den sanierten Wachräumen haben die Nager schon ihre Exkremente hinterlassen.
25.542 Euro zahlt das Land pro Monat einem privaten Sicherheitsdienst dafür, die Bauarbeiten am Görli-Zaun zu bewachen. Das reicht offenbar nicht – in der umstrittenen Absperrung klafft eine beachtliche Lücke. Das fehlende Stück haben Polizeitaucher aus dem Landwehrkanal gefischt.
Berlins Fahrraddiebe sind nach der Weihnachtspause eher verhalten ins neue Jahr gestartet – bisher hat die Polizei 29 geklaute Räder im Wert von 55.001 Euro gezählt. In der Woche vor Weihnachten waren noch 160 Räder verschwunden (Schaden: 216.569 Euro).
Die Wohnungskrise zu lösen, gehört seit Jahren zu den unerfüllten Neujahrswünschen in Berlin. Immerhin können Sie jetzt Ihre Fragen rund um Wohnen und Mieten loswerden. Antworten geben die Geschäftsführer des Berliner Mietervereins, Wibke Werner und Sebastian Bartels, sowie Maren Kern vom Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU). Schicken Sie Ihre Fragen gern per E-Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Wussten Sie, dass auf den 80 Neuköllner Turnhallen das BA mit Schneewaagen die Belastung misst? Pro qm liegen zurzeit etwa 11 Kilo drauf, zehn marode Hallen wurden deshalb gesperrt. Jetzt sind fünf Dachdeckertrupps unterwegs, um die Dächer freizuschaufeln. Pünktlich vor dem nächsten Schneefall dürften sie fertig sein – und müssen dann wieder von vorne beginnen. Auch eine Art von Wintersport.
230.000 Miteigentümer der Volksbank in Berlin und Brandenburg dürfen sich freuen – die Tagesspiegel-Wirtschaftsredaktion hat exklusiv erfahren, dass sie auch in diesem Jahr mit einer Dividende rechnen können (die sie allerdings, wie der Name schon sagt, auch noch mit dem Finanzsenator teilen müssen).
Aufs Glatteis geführt wurden am Sonntag die Eisbärenfans – der Weg zur Halle führte über eine extrem glatte Treppe. Ans Geländer gekrallt, schlitterten sie Stufe für Stufe hinab (Beweisvideo hier). Als Entschädigung gab es dann ein 6:3 gegen die Augsburger Panther – und beim Rückweg auch gestreute Stufen.
Personalien (I): Jennifer Rosin heißt die neue Vorsitzende vom Landesschülerausschuss – sie folgt auf Orçun Ilter, der jetzt erstmal sein Abitur macht und dann für die SPD in die BVV will.
Personalien (II): Tobias Meixner hat das Direktorat Klinikmanagement bei Vivantes übernommen – er folgt auf Detlev Corsepius.
Zitat
„Kommse doch morjen vorbei, vielleicht hamse Glück und Ihr Jepäck ist dann da.“
Mit diesen Worten verabschiedete sich am Sonntagabend kurz vor Mitternacht am BER der letzte Mitarbeiter des Bodendienstleisters WISAG von allen kofferlos wütenden Passagieren in den Feierabend. Die meisten von ihnen trafen sich später frierend am Taxistand wieder, wo die Wartezeit etwa eine Stunde betrug. (Erlebt von Checkpoint-Leser Ole Krüger).
Stadtleben
Verlosung – Ein neuer Fall für Miss Merkel: Im zweiten Teil der Detektivgeschichte rund um die ehemalige Bundeskanzlerin geht es um zwei verfeindete Bestatter-Familien. Als in der Uckermark eine Leiche entdeckt wird, gibt es in beiden Familien Mordverdächtige. Die Ermittlungen gestalten sich auch deswegen schwierig, weil Angela sich für den Charme eines kultivierten Steinmetzes nicht ganz unempfänglich zeigt. Am Sonntag liest im Delphi Filmpalast Katharina Thalbach aus „Miss Merkel: Mord auf dem Friedhof“ von David Safier. Wir verlosen 2x2 Karten! Bewerbungen ans Checkpoint-Postfach. 11 Uhr, 30 Euro, Kantstraße 12A, S-/U-Bhf Zoologischer Garten
Essen & Trinken – Nie schmeckt eine heiße Suppe so gut wie im Winter, wenn es draußen tatsächlich schneit. Im immer auf Anschlag vollen Sichuan-Imbiss „Liu Nudelhaus“ in Mitte servieren sie chinesische Nudelsuppen, die gleich mehrfach wärmen. Sie sind nämlich nicht nur heiß, sondern haben auch jene Schärfe, die munter auf der Zunge tanzt. Die Sauerkraut-Tofu-Nudelsuppe etwa, oder Süßkartoffelnudeln in Gemüsebrühe – bestellbar in den Eskalationsstufen von einer bis drei Chili-Schoten. Ausgebaut haben die Betreiber ihr Sortiment an handgefalteten Teigtaschen, etwa mit Schweinehack oder Tofu und Chili, in Pfefferöl-Brühe oder süß-würziger Sauce. Mo-Fr 11.30-15 Uhr, Mi-Fr 17-19.30 Uhr, Kronenstraße 72, U-Bhf Anton-Wilhelm-Amo-Straße
Für lau – Eine sehr süße Geste: Das Theater an der Parkaue lädt Kinder und ihre Familien, die vom Stromausfall betroffen sind, gratis in eine Vorstellung ein. Man wolle „einen warmen, sicheren Ort zum Zeit verbringen und Durchatmen anbieten.“ Das Angebot gilt auch für Notbetreuungsgruppen (bis einschließlich Sonntag), vorlegen muss man nur die Postleitzahl. Reservieren kann man die Plätze hier oder telefonisch. Auf dem Spielplan steht zum Beispiel morgen „Regiert euch!“ (10 Uhr, ab 12 Jahren); am Sonntag das Musical „Wazn Teez?“ (16 Uhr, ab 6 Jahren). Parkaue 29, U-Bhf Frankfurter Allee
Noch hingehen – Wahrscheinlich schafft es kaum jemand, wirklich jedes Bild wahrzunehmen: Im Gropius Bau geht die Retrospektive „Diane Arbus: Konstellationen“ zu Ende, und bei der New Yorker Fotokönigin des absurden Alltags gibt es 454 Fotografien zu sehen (bis 18.1.). Ausgestellt als begehbares Labyrinth. Was das schöne Gefühl erzeugt, hier Menschen eher kennenzulernen, als sie nur anzustarren. Die Fotografin interessierte sich ausdrücklich für die Vielfalt menschlichen Lebens. Sie fotografierte Alte, Dicke, Menschen mit Behinderung, trans Personen, Paare mit schrägen Hobbys. Kritiker unterstellten ihr Kälte im Blick; Arbus’ durchaus sensible Herangehensweise spricht dagegen. Mo und Mi-Fr 12-19 Uhr, Sa/So 10-19 Uhr, Eintritt 15/10 Euro, Niederkirchner Straße 7, U-/S-Bhf Potsdamer Platz
Grübelstoff – Mehr Sport oder Dry January, haben Sie Vorsätze fürs neue Jahr? Oder wissen Sie schon aus leidvoller Erfahrung, dass das eh nüscht bringt? Und falls Sie disziplinierter sind als der Rest von uns, wie lautet Ihr Geheimrezept?
Kiekste
Ein Stückchen Wärme hat Checkpoint-Leser Heinz im Gardenschützenweg Ecke Viktoriaplatz in Lichterfelde entdeckt. Vielen Dank für den Schnappschuss! Schicken Sie uns auch Ihre schönsten, kuriosesten und überraschendsten Berlin-Momente an checkpoint@tagesspiegel.de und nehmen mit Ihrer Zusendung aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – Schottstraße/Rüdigerstraße (Lichtenberg): Bis Anfang März ist die Fahrbahn Richtung Freiaplatz zwischen Roedeliusplatz und Atzpodienstraße gesperrt.
Nahverkehr – S-Bahn – S1 und S7: Der Zugverkehr der Linien ist verändert:
* Die S1 verkehrt zwischen Oranienburg und Wannsee, dabei zwischen Zehlendorf und Wannsee nur im 20-Minuten-Takt. Die taktverstärkenden Züge zwischen Potsdamer Platz und Zehlendorf verkehren nicht.
* Die S7 verkehrt zwischen Ahrensfelde und Potsdam Hbf, dabei zwischen Charlottenburg und Potsdam Hbf nur im 20-Minuten-Takt.
Demonstration – Für heute sind sechs Demos angemeldet (Stand 6.1., 15.15 Uhr) u.a. „Die Verfolgung von FALUN DAFA/FALUN-GONG Praktizierenden in China beenden, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung für alle von der KP Verfolgte“: zehn Menschen, Falun Dafa Verein Berlin, Jannowitzbrücke (10.30-13 Uhr)
„Menschenrechte im Iran“: fünf Protestierende, Bergmannstraße 15 (11-19 Uhr)
„Wir führen eine Informationsaktion direkt auf dem Platz durch. Mit einer Fotoausstellung von Opfern solidarisieren wir uns mit dem iranischen Volk und seinem Aufstand für Freiheit und Demokratie (...)“: fünf Demonstrierende, Hauptstraße 145 (13.30-19 Uhr)
„Mahnwache für Palästina“: zehn Teilnehmende, Generation Palestine, Wittenbergplatz 1 (15.30-19 Uhr)
„Respect Cyclists Die Fahrraddemo für sichere Radwege, jeden ersten Mittwoch des Monats!“: 100 Menschen, Falkplatz, Invalidenstraße, Straße des 17. Juni, Platz des 18. März (17.30-21 Uhr)
Gericht – Der Prozess um einen Messerangriff auf einen spanischen Touristen (31) am Holocaust-Mahnmal geht weiter. Einem 19-jährigen Syrer wird unter anderem versuchter Mord vorgeworfen. Aus einer radikal-islamistischen und antisemitischen Überzeugung heraus soll er am 21. Februar 2025 im Stelenfeld des Holocaust-Mahnmals den Besucher von hinten mit einem Messer lebensgefährlich verletzt haben (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A701).
Universität – An der Technischen Universität findet morgen ein Vortrag zum Thema „Demokratische Resilienz stärken – Zur Verantwortung von Bildung und Zivilgesellschaft“ statt (16.15 Uhr). Es geht um Impulse, wie es Universitäten gelingen kann, demokratische Werte besser zu verankern und gegen rechtsextreme Ideologien zu verteidigen (findet hybrid statt). Hauptgebäude, Raum 1012, Unter den Linden 6
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Jean-Marc Birkholz (52), Schauspieler, spielte den Fotografen Marc in der Telenovela „Verliebt in Berlin“ / „Liebe Lore, ‚LIEBE ist ALLES‘! Je länger wir zusammenleben, desto mehr versüßt uns diese Erkenntnis unsere stattlich wachsende Anzahl von Geburtstagen. Ich freue mich mit Dir über Deinen heutigen Jubeltag und weitere erlebnisreiche zukünftige Jahre. Dein Ehemann Bernd.“ / Uwe Ochsenknecht (70), Schauspieler („Das Boot“ und „Männer“) und Sänger, spielte auch im Theater am Ku'damm / „Dr. Hendrik Pekarek alles Liebe und Gute von deinem Family-Clan“ / Karl-Heinz Petzinka (70), Architekt, zu seinen Hauptwerken gehört unter anderem die CDU-Bundesgeschäftsstelle in Berlin (Konrad-Adenauer-Haus) / Max Riemelt (42), Schauspieler („Der Rote Kakadu“, „Alle reden übers Wetter“), Shooting-Star bei der Berlinale 2005 / Helga Schubert (86), Schriftstellerin („Der heutige Tag. Ein Stundenbuch der Liebe“) und Psychologin, war 1989/90 Pressesprecherin des Zentralen Runden Tisches in Ost-Berlin, 2020 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet / „Lieber Thomas, Glückwunsch zum 76. Geburtstag von Reinhilde und Fucidine“ / Björn Wohlert (38), Politiker (CDU), seit 2021 Mitglied im Berliner Abgeordnetenhaus
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Gisela von Bruchhausen (geb. Ewald), * 28. August 1940, verstorben am 22. Dezember 2025 / Jörg Fehse, * 3. November 1935, verstorben am 23. Dezember 2025
Stolperstein – Elisabeth (Else) Aschenheim (*1871) studierte Medizin in Berlin. Sie eröffnete eine Praxis und arbeitete – bis ihr 1933 die Zulassung entzogen wurde – als Kinderärztin in Berlin. Seit 1931 war sie zudem die Leitende Ärztin einer städtischen Säuglings- und Kleinkinderfürsorgestelle. Ihre Schwester wurde 1942 von den Nazis nach Theresienstadt deportiert, vermutlich sah Elisabeth daraufhin keinen Ausweg und bereitete ihren Suizid vor. Am 7. Januar 1943 nahm sie sich mit Gift das Leben. An Dr. Elisabeth Aschenheim erinnert ein Stolperstein in der Sächsischen Straße 44 in Wilmersdorf.
Encore
„Oper. Mord und Totschlag“ verheißt das Plakat für eine Veranstaltung in der Bar jeder Vernunft, die Klaus Lederer & Die Staatsstreicher am 12. und 13. Januar dort zusammenführt. Kennengelernt haben sie sich vor ein paar Jahren auf einer Fahrt mit dem Kulturzug nach Wroclaw, erinnert sich der Ex-Senator im Gespräch mit dem Checkpoint: „Die traten dort auf, aber es war sehr windig, und da habe ich mich als Notenständer verdingt. Es war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.“ Und was ist von ihm jetzt beim Doppelauftritt zu erwarten? „Ich warne vor den Folgen des Opernkonsums. Und vielleicht singe ich sogar.“ Hui… wenn das mal nicht eine Drohung ist! Und, gibt’s dafür eine Förderung aus den Töpfen seiner früheren Verwaltung? Was für eine Frage… „Hahaha! Dafür doch nicht!“ (Mehr Infos zur Veranstaltung sind hier zu finden).
Bühnenreif waren heute auch die Beiträge von Anke Myrrhe und Antje Scherer sowie die Produktion von Jennifer Katona.
Morgen früh singen hier dann Robert Ide und Margarethe Gallersdörfer das Hohelied auf unsere Lieblingsstadt.
Bis dahin,

