sind in Ihrem Umfeld auch gerade alle krank? Da geht es Ihnen nicht besser als dem Senat. Möglicherweise wird die vorletzte Sitzung des Abgeordnetenhauses am morgigen Donnerstag mit einer ziemlich ausgedünnten Senatsbank stattfinden. Schulsenatorin Katharina Günther-Wünsch liegt flach, Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe geht es nicht gut und Justizsenatorin Felor Badenberg verabschiedete sich gestern stark angeschlagen vorzeitig aus der Senatssitzung.
Das würde vielleicht nicht so auffallen, wenn nicht gleichzeitig der Regierende Bürgermeister Kai Wegner und Innensenatorin Iris Spranger geplant fehlen würden: Wegner muss zur Ministerpräsidentenkonferenz, Spranger zur Innenministerkonferenz nach Bremen. Letzteres wird vor allem deswegen auffallen, weil am Donnerstag die Verschärfungen im Polizeigesetz in zweiter Lesung beschlossen werden sollen, die von der Opposition links wie rechts teils scharf kritisiert werden. Die Vertretungsregelung sieht vor, dass Bausenator Christian Gaebler seine SPD-Kollegin Spranger vertritt. Mal sehen, wie tief er sich noch in die 736 Seiten des Gesetzesantrags eingearbeitet hat.
Nicht fehlen darf hingegen Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey, die gern zur Energieministerkonferenz nach Stralsund gefahren wäre. Doch die Regelung sieht vor: Nur zwei Senatsmitglieder dürfen geplant fehlen. Womit die Prioritäten in dieser Regierung auch geklärt wären.
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Apropos Prioritäten: Die will das dynamische Duo Wegner/Spranger bekanntlich auf die Olympiabewerbung legen – was auch bedeutet: nicht auf die Expo. Doch Franziska Giffey, nachhaltig unter dem Eindruck ihres Besuchs bei der Weltausstellung in Osaka vor ein paar Wochen, gibt nicht auf.
In der Pressekonferenz des Senats stellte Wegner erneut klar: „Wir haben als Senat eine klare Priorisierung auf die Olympischen und Paralympischen Spiele.“ Giffey antwortete auf: „Ich würde mir sehr wünschen – das sage ich auch als für die Wirtschaftsentwicklung zuständige Senatorin –, dass wir alle Chancen, die unsere Stadt hat und bekommt, auch ausnutzen.“ Und schob leicht bitter hinterher: „Und am Ende ist es so, wie die Verfassung von Berlin schon sagt: Am Ende trifft der Regierende Bürgermeister die Entscheidung.“ Wegner konterte: „Wenn das so leicht wäre, dass der Regierende Bürgermeister immer allein die Entscheidung treffen würde, dann wäre das Leben so schön und so einfach.“ Ein Königreich für Kai Wegner.
Warum vielleicht doch beides geht, können Sie hier lesen, im Video anschauen, oder im Kommentar bei radioeins nachhören – so schön und einfach.
Ganz schön rumpelig für diesen selbstbewussten Satz: „Der Bund kann von Berlin lernen, dass wir in den letzten zweieinhalb Jahren hier relativ geräuschlos regiert haben“, sagte Kai Wegner kurze Zeit später – ein erster Seitenhieb in Richtung Friedrich Merz (beide CDU), der heute zum Antrittsbesuch im Roten Rathaus erwartet wird. Für die knapp vier Kilometer vom Kanzleramt hat Merz fast sieben Monate gebraucht. Aber der hätte ja auch am liebsten verhindert, dass Wegner Berlin regiert.
Und was soll da so passieren? Klar: Der Kanzler trägt sich ins Goldene Buch ein, zeigt Zähne beim Gruppenfoto und spricht in einer gemeinsamen Sitzung mit Senatorinnen und Senatoren (wenn denn welche kommen, siehe oben). „Ein Themenfeld sind Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung, Wissenschaft und Forschung – und damit auch in Luft- und Raumfahrttechnik, bei der Berlin führend ist“, teilt Senatssprecherin Christine Richter auf Checkpoint-Anfrage mit. Passend dazu geht’s danach weiter nach Adlershof zum Unternehmen Berlin Space Technologies. Mal sehen, ob Wegner Merz am Ende des Tages fachgerecht zum Mond schießen wird.
Unsere Anfrage, ob Merz zum Abendessen bleibt, löste kurzzeitig Hektik in mehreren Verwaltungen aus. Aber nein: Der Regierende darf sich mit anderen Dickhäutern entspannen – und zwar in der Nashornpagode. Am Tisch: Zoodirektor Andreas Knieriem, der chinesische Botschafter Deng Hongbo mit seiner Frau Shi Ling, Messe-Chef Mario Tobias und der Vorstandvorsitzende der Charité Heyo Kroemer. Nebenan im Gehege: badende Panzernashörner und Flachlandtapire. Beim Abendessen soll „eine internationale Brücke zwischen Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft“ geschlagen werden, teilt der Zoo mit. Könnte funktionieren: Das Innere der neuen Nashornpagode soll laut Website jedenfalls „zum Nachdenken anregen“. Kann auch für Könige nicht schaden.

Der Aushang „Cash only“ irritiert Touristen und Einheimische, Wirtschaftskriminelle dürften sich darüber freuen: Von mehr als 80.000 Geschäften, die überwiegend Bargeld nutzen, wurden bei einer sogenannten „Kassen-Nachschau“ 2024 nur rund 1,2 Prozent kontrolliert (Quelle: Anfrage Sebastian Schlüsselburg, SPD). Vergleichszahlen aus den Vorjahren fehlen – und wie viele Verstöße festgestellt wurden, haben die Finanzämter vorsichtshalber gar nicht ausgewertet.
Zumindest in Charlottenburg-Wilmersdorf hat man derzeit auch andere Sorgen: Ein Beamter soll geholfen haben, das Finanzamt auszuplündern. Ein kriminelles Netz soll sich mit seiner Hilfe über Jahre systematisch bereichert haben. Wie das System wahrscheinlich funktioniert hat, lesen Sie hier, Details über das Netz dahinter gibt’s im zweiten Teil der Geschichte.
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Wir feiern morgen Jahresfinale in den Stachelschweinen. Ob es die legendäre Kiekste-Show von Lorenz Maroldt ist oder Stargast Derk Ehlert – der Andrang bei der Checkpoint-Revue ist diesmal besonders groß. Deshalb die Bitte: Falls Sie Tickets haben, aber kurzfristig nicht kommen können: Schreiben Sie an checkpoint@tagesspiegel.de. Wir richten eine Tauschbörse ein. Für alle anderen: Keine Sorge. Termine für 2026 folgen bald – mit einem Abo erfahren Sie es als Erste (und haben morgen vielleicht die Chance auf Resttickets).

Noch 21 Tage bis Weihnachten! Und wieder öffnen wir ein „Erlebnistürchen Berlin“ und verlosen Zeit zu zweit, mit der Familie oder Freunden.
Hinter Türchen Nr. 3 steckt ein Familientag auf dem Werderaner Tannenhof. Hier gibt’s Pony- und Alpakawanderungen, einen Tierpark, Minigolf- und Schlittschuhbahnen, einen Wintermarkt, einen Weihnachtsladen und, na klar, Tannenbäume zum selbst schlagen. Wir verlosen einen 50-Euro-Gutschein für einen Weihnachtsbaum, Speis & Trank, sowie eine Runde Schlittschuhlaufen (Leih-Schuhe inklusive) für eine vierköpfige Familie unter allen Einsendungen an checkpoint@tagesspiegel.de. Viel Glück!
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(Fast) jeder Mensch hat Familie und doch ist jede anders!
In der Ausstellung Beziehungsweise Familie widmet sich das Humboldt Forum den vielfältigen Formen von Verbundenheit. Die Führung Familie und Verwandtschaft in verschiedenen Kulturen beleuchtet den Wandel von Familienmodellen und führt durch das Museum für Asiatische Kunst und die Ethnologischen Sammlungen. Mehr
Und noch ein paar Leseempfehlungen:
+ Tempo 50 an Berliner Hauptstraßen: Eltern zählen fast tausend Kinder – der Senat sieht dennoch keinen Schulweg.
+ Wenn Oma lieber zum Friseur geht: „Ich dachte, dass unsere Eltern am Leben ihrer Enkel teilnehmen wollen“.
+ „Sein Zuhause explodierte ohne Vorwarnung“: Freunde und Kollegen sammeln Spenden nach Bootsbrand in Rummelsburger Bucht.
Berliner Schnuppen
Telegramm
„Schon Weihnachten und wir noch im Pokal“ stand gestern Abend auf dem T-Shirt von Radioeins-Moderator Marco Seiffert – mit breitem Grinsen und Herthino im Arm. Heißt: Hertha hat schon wieder gewonnen (und wie!) und träumt mal wieder vom Finale im eigenen Stadion (mehr Hertha-Gefühl im Zitat). Drüben in Köpenick wird es heute laut: Um 20.45 Uhr spielt Union gegen Bayern (ZDF).
Es geht wieder los: Die Innenverwaltung sucht per Ausschreibung Lieferanten für Wahlunterlagen, konkret 3,25 Millionen Stimmzettel fürs Abgeordnetenhaus, 3,8 Millionen für die BVV-Wahlen. Nach 2021 geht man offenbar auf Nummer sicher: Gefordert wird eine Online-Plattform, über die die Wahlämter die Lieferung verfolgen und kontrollieren können.
Wie angekündigt hat der Regierende Bürgermeister am Dienstag vor dem Roten Rathaus die israelische Flagge eingeholt, in seinem Büro sorgfältig gefaltet und das Prozedere auf Instagram festgehalten. Süßes Detail: Auf Wegners Schreibtisch steht ein Kinder-Bueno-Adventskalender. Hilft bestimmt bei der wachsenden Unzufriedenheit der Berliner mit ihrem Regierenden.
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Do., 11.12., 19:00 Uhr: „Herkunft, Herz, Haltung – Peemöllers HEIMAT-Talk powered by DRIVE. Volkswagen Group Forum.“ Ilka Peemöller spricht mit Gisa Flake und Nico Hofmann über Identität, prägende Erlebnisse und darüber, was Heimat für sie ausmacht. Dabei sein per Instagram-Live-Stream @drive.berlin oder direkt im DRIVE – limitierte Tickets gibt’s hier kostenlos bei rausgegangen.de
Oder als Nervennahrung. Als „absolut geschmacklos“ bezeichnete Wegner die neueste Aktion der Künstlergruppe „Zentrum für Politische Schönheit“: Vor dem Konrad-Adenauer-Haus steht eine Bronze-Statue von Walter Lübcke (CDU), sie soll die Partei an die Brandmauer erinnern und ist Teil des „Memorial Parks“ für den ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten, genehmigt vom Bezirksamt Mitte. Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger (Grüne) nimmt heute an der Eröffnung teil.
Apropos Bronze: Seit Anfang des Jahres sind immer wieder Skulpturen von Friedhöfen und aus Parks verschwunden. Die Polizei konnte inzwischen einige Stücke sicherstellen und sucht jetzt die Besitzer – oder Personen, denen die Gegenstände zum Verkauf angeboten wurden. Falls Sie was vermissen: Hier geht’s zur Liste.
In München sind eh alle Feuer und Flamme, in der Hauptstadt will Kai Wegner das „Feuer in die Herzen tragen“ und im Westen wird die Fackel nun an Köln weitergereicht: NRW hat die Domstadt am Dienstag zur „Leading City“ seiner Olympiabewerbung ernannt. Kommentar einer Kölnerin im WDR: „Haben wir im Lotto gewonnen, oder was?“
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Große Oper – ganz intim!
Mathieu van Bellen (Violine) und Mathias Halvorsen (Klavier) verwandeln Puccinis „La Bohème“ in ein faszinierendes Kammerspiel. Klang und Projektion lassen die Geschichte neu erleben.
Freitag 5.12., 19 Uhr
Schwartzsche Villa
Grunewaldstraße 55
12165 Berlin-Steglitz
Infos und Tickets hier
Zwischendurch eine Testaufgabe aus dem Lehrbuch für Verwaltungsfachleute: Wie meldet man eine lästige, aber leider meldepflichtige Angelegenheit so, dass garantiert niemand sie lesen will? Die Musterlösung lieferte die Senatskanzlei per Pressemitteilung, der Titel: „Bericht nach § 24 Abs. 4 EGovG Bln für das 3. Quartal 2025 beschlossen”. Wer da nicht sofort wissend nickt – hier entlang.
Auch ein bisschen nerdig: Nach 25 Jahren wurde das alte Geoinformationssystem des Landes, der FIS-Broker, eingestellt. Wer sich durch Bebauungspläne klicken will oder wissen möchte, wie gut die Luft im Kiez ist, findet alle Informationen jetzt im Geoportal. Oder Sie leben einfach weiter frei nach Schnauze.
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DIE RÄUBER – ein Schauspiel von Friedrich Schiller
Während Karl von Moor für Gerechtigkeit und die Freiheit des Einzelnen kämpft, offenbart sein Bruder Franz die dunklen Seiten des Machtstrebens. Regisseurin Claudia Bossard ergründet in Schillers Klassiker das Zusammenspiel von Ethik und Politik im Terror der Festung Familie.
Ab 20.12.2025, DT Bühne
deutschestheater.de
Am Freitag wird bundesweit gegen die Wehrdienstpläne der Bundesregierung demonstriert. In Berlin wird der Schulstreik vom Landesschülerausschuss unterstützt – und Tausende erwartet.
Personalie: Matthias Kuder (Sprecher von Spitzenkandidat Steffen Krach und ehemaliger Sprecher der Wirtschaftsverwaltung) ist seit diesem Monat auch Pressesprecher des SPD-Landesverbandes. Wir wünschen gutes Gelingen.
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Ute Lemper bringt ihr „Rendezvous mit Marlene“ in den Berliner Dom – ein Abend, der aus einem persönlichen, dreistündigen Telefonat mit Marlene Dietrich eine besondere Verbindung aus Chansons, Erinnerungen und Bühnenmagie entstehen lässt.
Jetzt Tickets sichern!
Neuer Berlin-Film mit Kult-Potenzial: „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ über einen Videothekenbesitzer, der 30 Jahre nach Mauerfall unfreiwillig zum Drahtzieher einer angeblichen DDR-Massenflucht wird, ist der letzte Film des Regisseurs Wolfgang Becker, der kurz nach Ende der Dreharbeiten gestorben ist. Gestern wurde Premiere im Delphi-Filmpalast gefeiert.
Zitat
„In Berlin darfste alles“
Sagte ein Döner-essender Hertha-Fan am Dienstag in der U2 Richtung Olympiastadion zu einer Touristin aus Hamburg, die sein Abendessen kommentierte: „Bei uns in Hamburg dürftest du das nicht. Da wird man dafür eingesperrt.“
Stadtleben
Verlosung – Ganz frisch eröffnet und Sie sind schon dabei: im Jungen Tanzhaus Berlin. Zumindest, wenn Sie bei uns Karten für „OZ – Der Zauber in uns“ gewinnen – 3x2 Tickets für die Vorstellung am Sonntag sind im Lostopf! In der Neuinterpretation von „The Wizard of Oz“ (1939) treffen die Figuren in unterschiedlichen Tanzwelten aufeinander, Hip-Hop meets Ballett. Es geht um die Suche nach einem Zuhause und um die Frage, wie man in Zeiten der Krise nicht durchdreht. Bewerbungen ans Checkpoint-Postfach. 11 Uhr, Lucy-Lameck-Straße 32, U-Bhf Hermannplatz
Verlosung (neuer Anlauf) – Fans haben den Termin sowieso auf dem Schirm, deswegen richten wir das hier mal an Menschen, die noch eine fußballerische Heimat in der Stadt suchen (oder noch gar nicht wussten, dass ihnen was fehlt): Das nächste Heimspiel der Frauenmannschaft von Union findet am 15. Dezember statt. Gegen Eintracht Frankfurt. Und Support für den Underdog dieser Partie ist willkommen. Wir verlosen 5x2 Freikarten! Start 18 Uhr, An der Wuhlheide 263, Alte Försterei (Tram). Gestern hat uns die Technik einen kleinen Streich gespielt – deshalb geben wir der Verlosung heute eine verdiente zweite Chance. Bitte schreiben Sie uns ans Checkpoint-Postfach, wenn Sie sich für diese Freikarten interessieren, auch wenn Sie sich gestern schon mal beworben haben.
Essen & Trinken – Vom Glühweinstand kann man zuschauen, wie drinnen ein Typ in Boxershorts am Oberschenkel tätowiert wird, und statt Jingle Bells spielen die Boxen loungige Beats: ein lässiger Wintermarkt, wie man ihn an diesem Ort erwartet. Zu essen gibt’s beim Heissa Holzmarkt eine Art „Best of Streetfood“, etwa Biangbiang – handgezogene chinesische Nudeln –, Pizza mit schöner Kruste, Käsespätzle und vegane Köttbullar. Highlight: zart geschmortes Rindfleisch, das mit Brühe und Ramen serviert wird. Dazu ordentlicher Glühwein und Süßkram, etwa richtig guten Kaiserschmarrn. Mi-Fr 16-22, Sa 14-22, So 12-20 Uhr, Holzmarktstraße 25, S-Bhf Jannowitzbrücke
Last-Minute-Basteln – Überall Glitzer und Klebstoffflecken! Wem in der Kita nicht genug adventlich gebastelt wird, der kann sich im KW Institute for Contemporary Art ausleben. Neben dem einladenden Raum voller Stifte, Papier, Holz und vielem mehr bieten mittwochs die aktuellen Ausstellungen Familien mit Kindern im Alter von 0 bis 6 Jahren Inspiration. Auguststraße 69, S-Bhf Oranienburger Straße, Mi (Termine bis 17.12.), 16-18 Uhr, Eintritt frei, ohne Anmeldung
Noch hingehen – In der Chausseestraße 36 ist nicht nur der nach der Adresse benannte Ausstellungsraum für Fotografie beheimatet, sondern auch Studios und ein Labor. In diesem künstlerischen Biotop reifen seit zehn Jahren schöne, gesellschaftlich relevante Ausstellungen. Die Jubiläumsschau „Retrovision“ greift die Themen auf, die in dieser Zeit bei „Chaussee 36 Photography“ behandelt wurden, u.a. „Europe Under Construction 1945-2015“ oder „Eros & Photography“ (bis 20.12.). Mi-Sa 13-18 Uhr, Eintritt frei, Chausseestraße 36, U-Bhf Naturkundemuseum
Grübelstoff – Schuhe in der Wohnung an oder aus – wie halten Sie das, wenn Besuch kommt? Und wie flexibel sind Sie, wenn Menschen das lieber anders machen?
Kiekste
Sonne ist gerade Mangelware, deshalb gibt es hier eine große Portion davon zum Mitnehmen. Leserin Ursula Strassburg hat diese wunderbare Aussicht vom Humboldt Forum aus eingefangen. Schicken auch Sie Ihre schönsten, kuriosesten und einzigartigen Berlin-Momente an checkpoint@tagesspiegel.de. Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – A111 (Reinickendorf-Zubringer): In den folgenden beiden Nächten ist die Autobahn in beiden Richtungen jeweils von 21 bis 5 Uhr zwischen den Anschlussstellen Waidmannsluster Damm und Schulzendorfer Straße gesperrt.
Hessische Straße/Hannoversche Straße (Mitte): Bis Anfang Januar 2026 regelt eine Baustellenampel den Verkehr.
Buschallee (Weißensee): Bis Ende Dezember ist die Fahrbahn Richtung Berliner Allee hinter der Kreuzung Hansastraße auf einen Fahrstreifen verengt.
Nahverkehr – S-Bahn – S7: Von 21.45-1.30 Uhr ist die Linie zwischen Wannsee und Griebnitzsee unterbrochen.
Demonstration – Für heute sind 15 Demos angemeldet (Stand 2.12., 16 Uhr), u.a. „Musikschulen brauchen Festanstellungen“: 30 Protestierende, Verdi, Niederkirchnerstraße 5 (9-12 Uhr)
„Warnstreik zur Erzwingung eines Sozialtarifvertrages“: 120 Teilnehmende, IGBCE, Wallenroder Straße 12 (9-17 Uhr)
„Auftakt der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Länder!“: 150 Demonstrierende, BBB, Tiergartenstraße 15 (9.30-11 Uhr)
„Welttag der Menschen mit Behinderungen – Behinderten-Politische Forderungen des DBR an das BMWE“: 100 Menschen, BAG Selbsthilfe, Scharnhorststraße 34 (9.30-11.30 Uhr)
„Respect Cyclists – Die Fahrraddemo für sichere Radwege: 100 Menschen, Respect Cyclists, Gleimstraße/Schwedter Straße, Torstraße, Friedrichstraße, Am Köllnischen Park 3 (17.30-21 Uhr)
Gericht – Im Prozess um einen Messerangriff auf einen spanischen Touristen am Holocaust-Mahnmal soll das 31-jährige Opfer befragt werden. Einem 19-jährigen Syrer wird unter anderem versuchter Mord vorgeworfen. Aus einer radikal-islamistischen und antisemitischen Überzeugung heraus soll er am 21. Februar 2025 im Stelenfeld des Holocaust-Mahnmals den Besucher von hinten mit einem Messer lebensgefährlich verletzt haben (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A701).
Universität – An der Technischen Universität referiert morgen der Rechtsextremismusexperte Patrick Wielowiejski zum Thema „Schwul, nicht queer. Homosexualität und das politische Imaginäre der extremen Rechten“. Die Veranstaltung ist Teil der Ringvorlesung „Geschlecht denken. Kritische Ontologien der Gegenwart“. 18 Uhr, Hauptgebäude (Raum 0104), Straße des 17. Juni 135
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Barbara Fellgiebel heute alles erdenkliche Gute zum Geburtstag, vor allem anhaltende Gesundheit und Schaffenskraft. Das schönste Geschenk dies Jahr wird vielleicht am 18.12. die von dir erkämpfte Errichtung der Stele zu Ehren des dt. Widerstands in der Wrangelstraße 10 in Steglitz“ / „Meine Freundin Angelika Dienert hat heute Geburtstag. Eine tolle und starke Frau, weiter so!“ / Cody Kessel (34), Volleyballprofi, bis 2024 bei den Recycling Volleys, jetzt beim belgischen Verein VC Greenyard Maaseik / Simone Peter (60), bis 2018 Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, bis Oktober 2025 Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (Berlin) / Alice Schwarzer (83), Journalistin und Publizistin, Gründerin und Herausgeberin der „Emma“ / Jennifer Weist (39), Frontfrau von Jennifer Rostock, ihr erstes Live-Album „Live in Berlin“ wurde im Stadtbad Wedding aufgenommen (2012) / Katarina Witt (60), ehemalige Eiskunstläuferin, Schauspielerin und Moderatorin; zwei Goldmedaillen bei Olympischen Spielen; aktuell läuft „Being Katarina Witt“ in der ARD-Mediathek
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Siegfried Bürk, * 15. Mai 1940, verstorben am 12. September 2025 / Jürgen Gille, * 29. August 1969, verstorben am 21. November 2025 / Günter Joachim Klein, * 5. Oktober 1934, verstorben am 22. November 2025 / Günter Knabe, * 7. September 1941, verstorben am 20. November 2025 / Joachim Przytarski, * 24. Februar 1931, verstorben am 6. November 2025 / Prof. Bernward Wember, * 28. August 1941, verstorben am 21. November 2025
Stolperstein – Pauline Frommholz geb. Vodt (*1874 in Berlin) wurde am 11. Oktober 1943, im Alter von 69 Jahren, von der Polizei in eine Klinik gebracht, wo die Diagnose „gemeingefährlich geisteskrank“ vorgegeben wurde. Möglicherweise war sie schlicht vom Kriegsgeschehen überfordert, es wird berichtet, dass sie Verdunkelungsvorschriften nicht nachkam und sich auffallend geschminkt habe. Einen Monat später wurde sie in die Heil- und Pflegeanstalt Obrawalde verlegt bzw. deportiert, wo sie am 3. Dezember 1943 starb. Als Todesursache wird Altersschwäche angegeben. An Pauline Frommholz erinnert ein Stolperstein in der Kreuzbergstraße 72 in Kreuzberg.
Encore
Zum Schluss ein Tipp für alle, die der Kälte entfliegen: Auf Instagram verrät eine Influencerin ihren „Winter-Flughafen-Trick“. „Am Flughafen Frankfurt gibt es eine Jackenaufbewahrung“, sagt sie euphorisch. „Jacke abgeben, in den Flieger steigen, zurückkommen, Jacke holen.“ Wäre das nicht auch was für Berlin? Ha! Kann unser Lieblingsflughafen schon längst: In Terminal 1 (Ebene U1) kann man dicke Jacken bei der Gepäckaufbewahrung parken und nach der Reise wieder einsammeln, schreibt eine Sprecherin auf Anfrage. Kosten in FFM für 14 Tage: 28 Euro. Kosten am BER: 21,50 Euro. Nimm das, Drehkreuz.
An Bord des Checkpoint-Fliegers waren diesmal Valentin Petri (Recherche und Texte), Anna Thewalt, Dominik Mai, Kevin P. Hoffmann, Robert Kiesel, Felix Hackenbruch und Robert Ide (Hinweise), Antje Scherer (Stadtleben) und Jennifer Katona (Produktion). Morgen sitzen Margarethe Gallersdörfer und Sönke Matschurek im Cockpit.
Bis bald!
