vielleicht ist das ja auch ein Sinn gerade: das Leben besser schätzen zu wissen. Dass der eigene Körper frei atmen kann, selbst wenn man zu seinem Schutz mal eine Maske tragen muss. Dass der eigene Kopf frei denken kann, selbst wenn er für den Alltag gerade viel bedenken muss. Dass man sich mit Freundinnen und Freunden, Familie und Verwandten frei austauschen kann, auch, wenn man auf eine Umarmung so schmerzlich verzichten muss – und wohl noch länger auf das freiflirrende Umherreisen, bei dem einem die Ferne nahe geht. Jetzt aber scheint einem nichts ferner zu liegen als ein neuer Flughafen ohne Ziele und Sinn.
Immerhin, jede und jeder kann frei durch Berlin spazieren, das auch im Lockdown immer noch eine Stadt der Freiheit und des Aufbruchs ist – in der sich Kieze verändern, in der Menschen auf neue Ideen kommen, in der wir voneinander lernen und gerade jetzt kleine, zufällige Begegnungen im Treppenhaus, auf der Straße oder im Park um die Ecke schätzen lernen. Weil sie einen erinnern, was das Leben in Berlin noch alles irgendwann wieder zu bieten hat – für alle Sinne.

So, erst mal drei gute Nachrichten aus unserer wilden, weiten Welt:
– Die USA und Russland haben vereinbart, weiter vertraglich ihre Atomrüstung zu begrenzen. So wird unser Planet zumindest ein klein wenig nicht schlechter.
– Bakterien arbeiten als Team zusammen und informieren sich dabei über Botenstoffe. Die kann man beeinflussen, damit sie die Krankheitserreger in die Irre führen und so womöglich ohne Antibiotika bekämpfen, wie Bonnie L. Bassler und Michael R. Silverman aus Amerika erforscht haben (via ARD). So wird gesundes Leben bald ein wenig leichter.
– Rasend in 80 Tagen um die Welt gesegelt ist Boris Herrmann – und hat dabei fast die Vendée-Globe-Regatta gewonnen, das härteste und faszinierendste Segelrennen der Welt. Der 39-jährige Hamburger, der schon Klimaaktivistin Greta Thunberg emissionsfrei über den Atlantik mitnahm, einen seiner gekenterten Konkurrenten inmitten der Regatta spektakulär das Leben rettete und heute Nacht kurz vor dem Ziel selbst dramatisch mit einem Fischerboot zusammenstieß, hält weiter auf das europäische Festland zu (Stand 6.00 Uhr). Und auf die Bewunderung einer Welt, die durch ihn ein wenig voller geworden ist. Voller Abenteuer.
Wenn man sich schon nirgends tummeln kann in Berlin, so kann man jetzt zumindest bummeln – an Berlins Universitäten. Langzeitstudierende sollen nach dem Willen von Rot-Rot-Grün nicht mehr in den Arbeitsmarkt gedrängt werden durch dazwischengefummelte Beratungsgespräche; zudem soll eine Gesetzesnovelle das Teilzeitstudium erleichtern. Werden sich nun alle Bummlerinnen und Bummler richtig gehen lassen? Die Freien Universität, an der bei Dissertationen auch mal geschummelt wird, hat sowieso die Langsamkeit entdeckt. Seit Montag wird die Doktorarbeit von SPD-Spitzenkandidatin Franziska Giffey erneut auf ihre vielen Fehler geprüft – das dürfte wohl so lange dauern, bis die Wahl im Herbst vorbei ist. Berlins Universitäten, auch sie sind ewig Lernende.
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Uneinigkeit in Recht und Freiheit herrschte in Berlins Regierung gestern im Koalitionsausschuss. Im Krach um eine Quote für Migrantinnen und Migranten im öffentlichen Dienst konnte Innensenator Andreas Geisel (SPD) durchsetzen, dass sich Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) mit ihrer Idee nicht durchsetzen darf. Durchbringen konnte die SPD in der internen Runde auch ihren Favoriten Volker Härtig als Vorstand der Wohnraumversorgung Berlin, obwohl die Linke längst mit ihm durch ist.
Härtigs Berufung hatte zu einem durchschlagenden Krach in der R2G-WG geführt: Die Linken, denen er immer wieder Stillstand beim Neubau vorgeworfen hatte, wollten ihn nicht ins gemeinsame Haus einziehen lassen. Nun bleibt er im Seitenflügel geduldet. Und die Grünen? Warten offenbar an der Seitenlinie geduldig auf die Wahlen – und die Neuverteilung der Zimmer.
In Berlin mahlen viele Mühlen nicht gerade schnell. In der Marzahner Bockwindmühle wirft man langsam sogar die Not ins Korn. Nachdem vor einem Jahr der langjährige Müller aufgrund eines sexuellen Übergriffs gehen musste und sein Nachfolger bereits nach der Probezeit weiterzog, sollte nun ab Januar eine neue Müllerin das Wahrzeichen von Marzahn beflügeln. Doch laut Ralf de Silva vom Mühlenverein hat auch sie schon in den Getreidesack gehauen – „wegen unüberbrückbarer Differenzen“ mit der sie anstellenden Agrarbörse. Nun werden eine neue Müllerin und Helfer gesucht. Bewerbungen bitte per Mehl.
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Mit dem Hatun-Sürücü-Preis zeichnen wir am Freitag, 29. Januar 2021, bereits zum neunten Mal das Engagement für Mädchen und junge Frauen in Berlin aus. In diesem Jahr werden wir die Preisverleihung per Livestream übertragen. Alle wichtigen Infos zur Preisverleihung und den Livestream finden Sie unter: https://gruene-fraktion.berlin/hsp
Auf dem weiten Feld der Corona-Proteste säen die Bauern, die in diesen Tagen Berlins Straßen blockieren, Zweifel in eigener Sache. Sie sind unter anderem in der „Landvolk“-Bewegung organisiert, die ihre zweifelhafte Geschichte nicht unterpflügen kann. Gegründet 1929, hatte die einst völkische und auch antisemitische Gruppe zahlreiche NSDAP-Unterstützer in ihren Reihen und verübte Anschläge auf öffentliche Gebäude. Heute werden im „Landvolk“-Telegram-Kanal Beiträge von nationalistischen Gruppen geteilt.
Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) sprach am Mittwochabend vor ihrem Ministerium eine Stunde lang mit den protestierenden Landwirten, die fairere Preise für Lebensmittel verlangen – und dabei „Landvolk“-Mützen und -Fahnen trugen; am Holocaust-Gedenktag in Berlin. Von der Ministerin fiel dazu währenddessen kaum ein einordnendes Wort. Nach der Gesprächsrunde twitterte Klöckner jedoch, sie habe die Veranstalter „als erstes“ darauf hingewiesen, dass die Fahnen „hochproblematisch“ seien als Symbol einer „gewaltbereiten völkisch-nationalistischen Bewegung“; deren Reaktion, es handle sich um eine „Unterstellung“, verurteilte die Ministerin als „geschichtsvergessen“.
Zwischendurch tut es gut, mal zwischen ein paar Zeilen zu blättern und dabei ein paar erwärmende Worte für diese runtergekühlte Zeit zu finden. Zum Beispiel von Barbara Köhler, die vor kurzem gestorben ist und deren Gedichte die Fassade der Berliner Alice-Salomon-Hochschule zieren – und uns (wie in ihrem Stück „Rondeau Allemagne“) im Lockdown hinter die Außenwand unserer Gefühle blicken lassen:
„Ich harre aus im Land und geh, ihm fremd,
Mit einer Liebe, die mich über Grenzen treibt,
Zwischen den Himmeln. Sehe jeder, wo er bleibt;
Ich harre aus im Land und geh ihm fremd.“
Berliner Schnuppen
Telegramm
So, bevor wir hier weiter durch Berlin brausen – erst mal ein Schluck aus der Corona-Flasche, alkoholfrei natürlich. Denn statistisch trinkt jeder Deutsche so wenig Bier wie seit Ende der 50er Jahre nicht mehr. Flossen 2019 noch durchschnittlich 92 Liter Hopfenhefemalzwasser pro Jahr in jeden Kopf, waren es 2020 nur noch 88 Liter, teilte der Deutsche Brauer-Bund mit. Vor allem Männer sprechen noch der Molle zu. Brauer sucht Frau.
Die Polizei scheint sich auf stürmische Zeiten in Berlin einzustellen. Nach der geplanten Anschaffung von salzwasserresistenten Handschellen (Checkpoint vom Freitag) sucht man nun noch 6000 „Beanie-Mützen für polizeiliche Zwecke“. Die Wollkappen zeichnen sich dadurch aus, dass man ihre Bordüre nach hinten klappen kann. Damit niemand im Sturm durch den Wind ist.
So, Freitag gibt’s Zeugnisse. Also nicht. Naja, also vielleicht, möglicher-zufälliger-seltsamerweise in manchen Schulen irgendwie schon – das sollen die selber beurteilen, urteilte die Senatsschulverwaltung am Mittwochabend. Brandenburg macht da leichter Schluss und verschickt die Zeugnisse einfach per Post. Immerhin bei Berlins Abiturprüfungen werden die richtigen Schlüsse gezogen: spätere Klausuren, zusätzliche mündliche Prüfungen, mögliche Wiederholungen (mehr hier im Berliner Corona-Blog). Wenigstens den Noten soll man die Entscheidungsnöte nicht ansehen.
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Die Pandemie stellt uns vor Fragen, deren Antworten niemand kennt, die uns aber jetzt schon beunruhigen. Zur Beruhigung und zumindest Aufklärung beitragen kann unser Tagesspiegel-Chefwissenschaftler Sascha Karberg. Er teilt heute ab 19 Uhr bei unserem Live-Video-Chat „Tagesspiegel Live“ die wichtigsten Ansichten, Einsichten und Aussichten zu Corona, exklusiv für unsere Abonnentinnen und Abonnenten. Wer noch mitmacht, kann auch ein Probeabo gewinnen. Für noch mehr leidenschaftlich recherchierte Antworten auf aktuelle Fragen.
Querpass nach Köpenick: Hier peilt der 1. FC Union den Ausbau seines Stadions in zwei Jahren an, wie gestern auf der Mitgliederversammlung bekannt gegeben wurde. Bis dahin dürften auch wieder Fans die Siege bejubeln dürfen. Ohne sie sieht schließlich auch eine Neue Försterei ziemlich alt aus.
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Tagesspiegel-Podcast „Gyncast“, Folge 20: Myome – warum habe ich so starke Blutungen?
Jede dritte Mitteleuropäer*in hat sie, mehr als die Hälfte der Betroffenen lebt beschwerdefrei: In der neuen Folge geht es um die gutartigen Muskelknoten an der Gebärmutter. Wann müssen sie doch raus? Operieren, Medikamentieren oder Erhitzen? Und verhindern sie eine Schwangerschaft? Jetzt hören auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de
Schnell noch in die Kieze gekiekt: In Neukölln tagte die Bezirksverordnetenversammlung nach einem Schnelltest und vertagte sich kurz darauf zur virtuellen Verwaltungsschaltung (hier der passende Soundtrack dafür). In Friedrichshain-Kreuzberg ist man schon einen Schritt weiter am digitalen Abgrund. Hier schmierte während der Plenartagung gestern mal wieder die Technik ab, wie unsere Reporterin Corinna von Bodisco durchkabelte. Die Videokonferenz ließ sich demnach nicht nebengeräuschlos mit dem Livestream verbinden. Und so vertagte der Ältestenrat die Sitzung bis zum nächsten Verbindungsversuch. Berlin bleibt unverbindlich.
Sonst noch was? Ach ja, Rot-Rot-Grün will seine Staatssekretärinnen und Staatssekretäre auf Dauer in den Beamtenstatus zurückholen. Wäre ja schade, wenn die alle nach den Wahlen in Ruhestand gehen würden. So werden Ämter auf Zeit auf einmal die Zeit los.
So, schnell noch eine Botschaft mit echtem Bier-Gefühl aus Prenzlauer Berg (via Bert Schulz). Hier hängt am geschlossenen Café Übereck, in dem ich einst in den 90ern mit lockdown-langen Haaren viele Abende versacken ließ, ein Liebesbrief der Nachbarschaft – gerichtet an das „liebe Eck“ voller herzlich runder Zeilen: „Wenn wir Dich erst wiedersehen, dann ist’s um die Moral geschehen. Wilde Nächte, heißer Wind, ein Flens mit Dir noch ganz geschwind.“ Darunter hat Kiezhausen mit Kuli unterschrieben. Berlin braucht seine Ecken – wegen der Kanten.
Zitat
„Man wird Berliner, indem man sich nicht an die Stadt ranschmeißt.“
Tagesspiegel-Kiezkenner Björn Seeling am Mittwochabend beim Checkpoint-Clubhouse-Talk.
Tweet des Tages
Frisurstatus 27. Januar: Beim Spaziergang wollen sich Störche auf mir paaren.
Stadtleben
Geliefert – Italienisches Essen muss nicht per se im Pizzakarton geliefert werden. Auch läuft ein Spaghetti-Essen nicht gezwungenermaßen ab wie bei Susi und Strolch. Es ist nämlich völlig legitim, ein erstklassiges 4-Gänge-Menü (30 Euro) beim Restaurant Lavanderia Vecchia (dt. Alte Wäscherei) zu bestellen und sich mutterseelenallein einen Pulpo-Salat, eine Lachs-Lauch-Lasagne plus Kabeljau nach Fischerart und abschließend eine Millefoglie einzuverleiben. Ein Peroni gibt's obendrein aufs Haus. Bestellt und in der Neuköllner Flughafenstraße 46 abgeholt wird Fr-So, 17-21 Uhr. Die Wäsche dazu muss man dann eben selbst aufhängen.
Geschenk – Passionierte AnhängerInnen des Berliner Fine Dining gucken gerade pandemiebedingt in die Röhre. Genauso gut könnte man jedoch in eine der „Geschmackssachen“-Boxen von Berufsgourmet und „eat! Berlin“-Gründer Bernhard Moser und seiner Weinschule gucken: In drei verschiedenen Preisklassen enthalten die Pakete eine Flasche Wein und andere Spezialitäten familiengeführter Manufakturen, die Ihnen als Abonnement monatlich mitsamt Erläuterungen zu den Produkten und Rezept-Tipps zugestellt werden. Eine vegane Version ist bereits in Planung. Wer auf Haute Cuisine auch zuhause nicht verzichten möchte, der starte ein Abo oder fordere das Glück bei uns für eine Standard-Box (einmalig).
Anschauen – Dem Serienmarathon mit sich selbst auf dem Bildschirm frönen? Möglich, denn die Historienproduktion und Kult-Serie „Babylon Berlin“ sucht zweitausend Komparsen. Bewerben können sich Männer zwischen 18 und 50 Jahren ohne Tattoos, Piercings und künstlicher Haarfarbe; Frauen sollten eine Bob-ähnliche Frisur tragen oder zum Schnitt bereit sein. Außerdem gesucht: „Versehrte mit Amputationen, Menschen mit körperlichen Fehlbildungen wie etwa verformten Gliedmaßen und körperlichen Behinderungen sowie ‚ausgemergelt‘ aussehende Frauen und Männer, gerne mit gelebten Gesichtern und dürren Körpern“. Auf geht's, Ruhm wartet nicht.
Letzte Runde – Die Barmanagerin aus der Schöneberger Green Door Bar heißt Maria Gorbatschova und sie versucht, die Quarantäne als ein Sabbatical zu sehen. „Ich mache täglich Yoga und Meditation, lerne alles über die Stoiker, habe gelernt, wie man Ramen macht, Kimchi fermentiert und komme endlich dazu ‚Auf der Suche nach der verlorenen Zeit' zu Ende zu lesen.“ Passenderweise ist der Drink ihrer Tage der Golden Age: 30ml Noilly Prat Dry, 15ml Kina L’Aero D’Or (Quinquina Aperitif), 30ml Oude Genever und15 ml Roggen-Genever auf Eis rühren, in eine gekühlte Cocktailschale abseihen und mit Orangenzeste abspritzen. Wem genau war nochmal langweilig?
Das ganze Stadtleben gibt's mit Tagesspiegel-Plus-Abo.
Grübelstoff – Apropos Ruhm – für die perfekte Besetzung welcher Filmrolle hätte man Sie immer schon mal fragen sollen? Catwoman? Mrs. Doubtfire? Mr. Bean? Hercule Poirot oder gar Salome Otterbourne?
Das Pandemie-Ding
Zeiten ändern sich und Corona ändert die Zeiten. In den kommenden Wochen wollen wir an dieser Stelle Dinge zeigen, die während der Pandemie an Bedeutung gewonnen haben. Heute: Werner Kühnemann und die Hieroglyphen.
„Man kann in Ruhe alte Sprachen lernen, zum Beispiel wie ich mit 80 Jahren: Luwisch“
Was ist Ihr Pandemie-Ding? Wir freuen uns über Fotos (möglichst im Querformat) inklusive einer kurzen Begründung an checkpoint@tagesspiegel.de.
Berlin heute
Verkehr – Groß-Berliner Damm/Sterndamm (Johannisthal): Bis Ende September steht zwischen Südostallee und Georg-Schendel-Straße nur ein Fahrstreifen in jede Richtung zur Verfügung. Die Fahrstreifen werden verschwenkt und einzelne Überfahrten sind gesperrt.
Carstennstraße (Lichterfelde): Zwischen 8 und ca. 14 Uhr steht in beiden Richtungen auf Höhe Altdorfer Straße/Hochbaumstraße nur ein gemeinsamer Fahrstreifen zur Verfügung.
Alt-Moabit (Moabit): Zwischen 7 und 18 Uhr steht an der Kreuzung Gotzkowskystraße vorerst nur einer von zwei Rechtsabbiegespuren in Richtung Gotzkowskybrücke zur Verfügung.
Demonstration – Für eine Kundgebung mit dem Motto „Keine Vogel-Strauß-Politik“ versammeln sich von 10 bis 17 Uhr 50 Teilnehmende in der Bernhard-Weiß-Straße 6 vor der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, angemeldet von der GEW Berlin. Vor der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Am Köllnischen Park 3, findet von 11 bis 12 Uhr eine „Kundgebung gegen die geplante Privatisierung der S-Bahn“ statt, angemeldet sind 50 Personen. Um 18 Uhr treffen sich am U-Bhf Eberswalder Straße rund 50 von der Antifa Nordost angemeldete Menschen für die Kundgebung „CoronaleugnerInnen raus aus dem Kiez“.
Gericht – Der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder eines 15-jährigen Mädchens beginnt. Der 42-Jährige soll die Schülerin nachts auf einem Brachgelände in Rummelsburg getötet haben. Zunächst habe er versucht, das Mädchen, das ihm zufällig begegnet sei, zu vergewaltigen. Aus Angst vor einer Strafverfolgung habe er das Opfer erwürgt (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 501).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Marlies Bourgett (55), „Herzlichen Glückwunsch zur Schnapszahl von Käthe.“ / Jo Fabian (61), Dramatiker und Theaterregisseur / Julia Jäger (51), Schauspielerin / Silvia Karasch, „Ihre Begleitung war immer voller fach- und sachkundiger und lenkender Hinweise. Eine Freude, sich zu sehen. Hans-Joachim Melchior“ / Maik Lippert (55), Schriftsteller / Hermann Peter Piwitt (86), Schriftsteller und Publizist / Horst Randt (93), „Urberliner, Hertha-Ultra und immer gerne Teil der Berliner Gesellschaft.“ / Wolfgang Schmidt (80), „erfolgreicher Fechttrainer vom FCG, herzlichen Glückwunsch!“ / Carl Christian Freiherr von Weizsäcker (83), Volkswirt und emerit. Professor für Volkswirtschaftslehre / Oliver K. Wnuk (45), Schauspieler, Autor und Hörspielsprecher
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Horst Paul Karl Bender, * 1. März 1934, verstorben am 26. Januar 2021, Polizeihauptmeister a.D. / Marianne Drimborn, * 19. Dezember 1925 / Max Jastrow, * 10. März 1931 / Dr. med. Wolfgang Keil, * 21. Februar 1932, Arzt / Udo Korgitzsch, * 15. September 1936, Träger des Bundesverdienstkreuzes / Dr. Ingeborg Urmoneit, * 22. Mai 1928
Stolperstein – In Gedenken an Johanna Jarecki (Jg. 1873) wurde am Kurfürstendamm 100 in Halensee ein Stolperstein verlegt. Die gebürtige Berlinerin wurde am 18. Juni 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo die Nazis sie heute vor 78 Jahren ermordet haben.
Encore
So, jetzt mal kurz raus hier. Denn Berlin im Lockdown macht sogar Biber ganz wuschig. „Die Stadtbiber sind erheblich mehr Stress ausgesetzt als ihre Verwandten auf dem Land“, erzählt Stadtrangerin Kristina Roth (nachzulesen im Leute-Newsletter Friedrichshain-Kreuzberg; Bestellung hier). Und auch Berlinerinnen und Berliner sind ja schnell auf dem Baum – vor allem, wenn es Holzstämmen in der Stadt an die Kronen gehen soll. Vorsichtshalber informiert deshalb das Straßen- und Grünflächenamt Marzahn-Hellersdorf über Farbklekse an Bäumen am Biesdorfer Baggersee: „Diese Markierungen bedeuten keine beabsichtigten Fällungen.“ Unabsichtlich kann natürlich dennoch immer was passieren. Nicht nur an Berlins Nagern nagt die Zeit.
Knabbern Sie sich heute gut durch den Tag. Mit mir haben Teresa Roelcke, Julius Betschka und Julius Geiger (Recherche) sowie Juliane Reichert (Stadtleben) und Kathrin Maurer (Produktion) die Nacht angeknuspert. Morgen probiert hier Lorenz Maroldt ein neues Stück Berlin. Ich verkrümel mich mal – und grüße Sie!